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Beim Gebrauch des normalen Holzbleistiftes wird, es unangenehm empfunden,
daß seine Länge im Verlauf des Gebrauches durch das notwendige Anspitzen abnimmt.
Auch das Spitzen selbst wird oft lästig empfunden, weil dabei ein Beschmutzen der
Hände möglich ist, was insbesondere bei Kopierstiften unangenehm sein kann. Spitzmaschinen,
welche dieses Beschmutzen verhindern können, sind aber ziemlich teuer, so daß sie
für den allgemeinen Gebrauch weniger in Frage kommen.
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Zur Vermeidung der angeführten Übelstände wurde der Kugelschreiber
geschaffen, doch haften diesem Schreibgerät andere, schwerwiegende Nachteile an,
zu welchen vor allem das im Verhältnis zum gebräuchlichen Bleistift höhere Gewicht,
der höhere Preis und das umständliche Auswechseln oder Nachfüllen der Kugelschreiberpatronen
zählen. Beim gebräuchlichen Bleistift werden sein geringes Gewicht, seine angenehme,
gleitsichere Lage in der Hand und sein niedriger Preis als besondere Vorteile geschätzt.
Diese Vorteile sind es auch, die ihn zu einem wertvollen,'aber trotzdem billigen
Gebrauchsartikel machen.
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Die genannten Vorteile des Bleistiftes sind durch die Verwendung von
Holz für die Umhüllung der Mine bedingt. Ein preiswert hergestelltes Kugel-Schreibgerät
mit Holzumhüllung würde also ein besonders ideales Schreibgerät ergeben, welches
die Vorteile des Bleistiftes und die Vorteile des normalen Kugelschreibers in sich
vereinigt, ohne die Nachteile der beiden Geräte aufzuweisen. Die Verwendung einer
Holzumhüllung bei Kugel-Schreibgeräten ist aber bisher nicht möglich gewesen, weil
die Umhüllung einer Kugelschreiberpatrone ein langer, dünnwandiger Hohlkörper ist,
dessen Herstellung aus Holz mit den bisher angewendeten Methoden, nämlich Drehen,
Bohren und Pressen, nicht rationell und nicht billig genug erfolgen kann. Diese
Umstände bedingten die bisher üblich gewesene Herstellung der Umhüllung der Kugelschreibermine
aus Metall, Celluloid, Hartgummi, Spritzgußmasse und anderen Kunststoffen, die aber
gegenüber trockenem Holz ein größeres spezifisches Gewicht haben uiid somit ein
verhältnismäßig schweres Kugel-Schreibgerät ergeben. Dies bedeutet einen großen
Nachteil, weil der Gebrauchswert eines Schreibgerätes uni so höher ist,
je geringer sein Gewicht ist. Dazu kommt noch der weitere Nachteil, daß diese
Materialien infolge ihrer Struktur und größeren Wärmeleitfähigkeit nicht so angenehm
in der Hand liegen wie Holz.
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Um nun die Verwendung einer Holzumhüllung auch bei Kugel-Schreibgeräten
zu ermöglichen und dadurch ein ideales, zugleich aber billiges Schreibgerät herstellen
zu können, wird erfindungsgemäß die Kugelschreiberpatrone in gleicher Art und Weise
mit einer Holzumhüllung versehen, wie eine Mine des gewöhnlichen Bleistiftes, indem
sie in zwei maschinell mit Nuten versehene, miteinander zu einem Schaft verbundene
Hülsenteile eingelegt wird. Dadurch wird erreicht, daß für das Kugel-Schreibgerät
gemäß der Erfindung keinerlei neue Bearbeitungsmaschinen gebaut und angeschafft
werden müssen und daß das bei Holzbleistiften bewährte billige Arbeitsverfahren
Verwendung finden kann, wodurch dieses Kugel-Schreibgrät nicht teurer wird als ein
gewöhnlicher Blei- bzw. Kopierstift. Die Kosten eines solchen Kugel-Schreibgerätes
können sogar noch geringer gehalten, werden, weil ein billigeres Holz verwendet
werden kann, da es nicht spitzbar sein muß, wie beim Bleistift. Ein Kugel-Schreibgerät
gemäß der Erfindung wird also in seiner Anschaffung so billig, daß es nach Erschöpfung
der Schreibpaste einfach weggeworfen werden kann. Dadurch erübrigt sich das bei
den bisher, bekannten Kugelschreibern erforderliche unangenehme Auswechseln der
Schreibpatrone bzw. das Nachfüllen des Vorratsbehälters, womit eine weitere Reihe
von Schwierigkeiten entfällt, wie z. B. Nacharbeiten nicht passender Ersatzp#tronen
und Beschmutzen der Hände und Kleidungsstücke beim Auswechseln oder Nachfüllen.
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Die Holzfassung des Kugel-Schreibgerätes gemäß der Erfindung kann
in derselben Art und Weise nachbearbeitet und poliert werden, wie die Holzfassung
des gewöhnlichen Bleistiftes, wodurch die gleiche ängenehme und gleitsichere Lage
in der Hand und dasselbe gefällige Aussehen erzielt werden wie beim Bleistift. Das
durch das geringere spezifische Gewicht des trockenen Holzes bedingte niedrigere
Gewicht des Kugel-Schreibgerätes gemäß der Erfindung ist ein weiterer Vorteil gegenüber
den bisher bekannten Ausführ-ungen.
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In der Zeichnung ist in Fig. i und 2 ein Ausführungsbeispiel des Kugel-Schreibgerätes
nach der Erfindung im Schnitt dargestellt, während die Fig. 3 bis
8 einige der möglichen Formen der Schaftteile zeigen. Der Zusammenhalt der
Schaftteile kann in beliebiger Art und Weise, z. B. durch aufgeschobene Kappen oder
Ringe (Fig. i und 2), durch Verzahnung, Nieten, Verkitten, Leimen usw., erzielt
werden.