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Elektrisch betriebenes Schergerät für Rasierschnitt mit feststehender,
kugelig gewölbter Scherplatte Gegenstand der Erfindung ist ein elektrisch betriebenes
Schergerät für Rasierschnitt mit feststehender, kugelig gewölbter Scherplatte, kreisenden
Scherstiften und kugeliger Griffausführung.
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Die bekannten gleichartigen Schergeräte mit runden Scherplatten haben
-den Nachteil, daß ihr Schermechanismus und dessen Herstellung zur Erreichung günstiger
Scherwirkung ein hohes Maß an Genauigkeit der Einzelteile und Kompliziertheit des
Aufbaues erfordern. Außerdem verlieren diese Geräte nach verhältnismäßig kurzer
Gebrauchsdauer ihre anfängliche gute Scherwirkung teils durch vorzeitige Abnutzung
der Schneidkanten an den Schermessern oder durch falschen Zusammenbau nach dem Reinigen
und in vielen Fällen auch dadurch, daß die Scherplatte infolge ihrer zur Erreichung
eines genügend kurzen Rasierschnittes notwendigen Folienstärke von o,o5 mm druckempfindlich
ist und zu Beinerscheinungen neigt, wodurch bei der breiten Auflage der bisher bekannten
Schermesser eine exakte Anlage an, der Scherplatte nicht erreicht werden kann. Der
dadurch entstehende Hohlraum zwischen Schermesser und Scherplatte gibt den durch
die Scheröffnung stehenden Haaren keine Anlagemöglichkeit für das Abscheren,, das
Haar müßte in diesem Fall sozusagen in der Luft abgeschnitten werden. Durch die
Nachgiebigkeit des. Haares und der Haarwurzel erfolgt ein Umbiegen des Haares durch
das Schermesser und anschließend ein, Ein klemmen zwischen Messer und Platte, so
daß das Haar nicht abgeschnitten wird. Dieses führt dazu, daß an dem Haar entgegen
seiner Wuchsrichtung ein
starker kurzzeitiger Zug ausgeübt wird,
der sehr schmerzhaft ist und anischließend eine lang anhaltende Hautreizung zur
Folge hat. Um diesen Übelstand zu beseitigen, sind bei dien bekannten Geräten in
der Anlage von Schermesser und Scherplatte nur einige tausendstel Millimeter als
Toleranz zulässig. Diese Toleranz kann bei dien Messern mit breiter Scherauflage
praktisch nicht eingehalten werden, weil bei Beulerscheinungen im Scheitelpunkt
der Beule die gesamte Länge der Scherkante um die Eindrucktiefe der Beule von, der
Scherplatte abgehoben wird. Es müßte also die gesamte Länge der Scherkante in mehrere
kleine Abschnitte aufgeteilt werden, um die Wirkung, welche die Beule hervorruft,
örtlich zu begrenzen. Bei gleichartigen Schergeräten sind die sogenannten Schermesser
auf oder mit einem zugehörigen Element fest oder beweglich verbunden und durch Federkraft
an d,ie Scherplatte gedrückt, womit es aber nicht möglich ist, einzelne Abschnitte
derselben in der erwähnten Art abzutasten.
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Bei bekannten Schergeräten. mit kugelig gewölbter Scherplatte hat
sich im Gebrauch gezeigt, daß zur Erzielung einer schnellen und glatten Rasur eine
kreisende und gleichzeitig von unten schräg nach oben entlang der Wangenoberfläche,
entgegen der Wuchsrichtung der Haare, ausgeführte Bewegung sehr zweckmäßig ist.
Bei zylindrischen oder länglich ovalen Grifformen, bei denen das Stromkabel am Griffende
in Grifflängsachse in das Gerät eingeführt ist, läßt es sich nicht vermeiden, daß
an verschiedenen Stellen der vorerwähnten Scherbewegung durch verkrampfte Handhaltung
der normalen Handbewegung ein aus der Anatomie der Handknochen herrührender Widerstand
entgegenwirkt.
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Diese Nachteile werden durch die Erfindung behoben. Die wesentlichen
Merkmale der Erfindung sollen durch die Zeichnungen und ihre Erläuterungen näher
beschrieben werden.
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Fig. i zeigt einen Längsschnitt in Ansicht nach der Schnittlinie A-B
der Fig. 2; Fig. 2 zeigt die Draufsicht auf den Scherkopf; Fig.3 zeigt einen vergrößerten
Ausschnitt der Scherelemente von Fig. i ; Fig.4 zeigt einen vergrößerten Ausschnitt
der Draufsicht auf den Scherkopf der Fig. 2.
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Nach Fig. i wird das kugelige Griffschalenunterteil i über Gewinde
2 mit Kugeloberteil 3 verschraubt. Am Teil 3 läuft in einem Stück der Hals 6 für
den Scherkopf weiter. Durch die Trennwand 8 werden Scherkopfhohlraum 9 und Motorraum
4 gegeneinander mittels eingeklebten Filzringes 7 staubsicher abgedichtet. Damit
ist das Durchfallen von Haarresten aus dem Scherkopfhohlraum 9, der' gleichzeitig
Haarsammelraum ist, in den. Motorrau.m ,4 über die Durchgangsbohrung 5 für die Antriebswelle
32 vermieden. Mittels Schraub-, Steck-, Bajonett- oder ähnlicher Verschlußart 26
wird der Befestigungsring 23 am Scherkopfhals 6 unter Zuhilfenahme der Rändelung
24 festgehalten. Gleichzeitig zentriert der Ringflansch 12 die Zylinderringwand
13 der Scherplatte 14, womit diese auf dem Ringsteg 22 verdrehungsfest angepreßt
wird-. Die Scheröffnungen 15 sind gleichmäßig über die kugelig gewölbte Scherplatte
14 verteilt. Die Führungsplatte 28 und Mitnehmerplatte 21 sind durch ein oder mehrere
Distanzelemente 25 miteinander verbunden. Mehrere Scherstifte 27 werden durch Druckfedern
i i über geschlitzte Federteller 16, die um lern Hals der Eindrehungen 17 sitzen,
an die gewölbte Innenfläche der Scherplatte 14 angedrückt. Die Scherstifte 27 werden
diurch die Führungen 20 und 29 in der Führungsplatte 28 und der Mitnehmerplatte
21 .so firn ihrer Längsachse gehalten, daß ihre Achsen parallel laufen oder einen
Winkel einschließen., oder als windschiefe Gerade verlaufen. Zweckmäßig ist es jedoch,
daß ihr Achsenschnittpunkt im Wölbungsmittelpunkt 33 der Scherplatte 14 liegt. Damit
entfällt die Abhängigkeit von einer bestimmten Querschnittsform der Scherstifte
27, so daß sie zwecks vereinfachter Herstellung mit rundem Querschnitt ausgeführt
werden. Distanzelemente 25 verbinden Führungsplatte 28 und Mitnehmerplatte 21. Dadurch
ist ein geschlossenes Scheraggregat vorhanden, das über den Führungszapfen i9 der
Antriebsachse 32 auf der ringförmigen Anlage 31 aufsitzt, wobei die Scherstifte
27 unverlierbar eingebaut sind, und durch den Mitnehmerzapfen 18 dar Welle nach
dem Schließen des Motorstromkreises in Drehung versetzt wird. Mit- dem Ringansatz
34 am Kugelteil i wird beispielsweise eine Ausführung gezeigt, die es ermöglicht,
zur Vermeidung von Scherkopfbeschädigungen das Gerät bei Nichtgebrauch aufzustellen.
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In Fig. 2 wird eine Teildraufsicht auf den Scherkopf dargestellt,
aus der eine der möglichen Anordnungen der Scherstifte 27 sowie djie Lage der Distanzelemen@te25hervorgeht.
Einer der Soherstifte 27 ist an seiner Eindrehung im Querschnitt gezeichnet, wodurch
gleichzeitig der Grundräß für den dazugehörigen geschlitzten Federteller 16 sichtbar
wird. Weiterhirn ist die seitlich befriste Form des Mitnehmerzapfens 18 der zentralen
Antriebswelle dargestellt. 30 gibt in Fig. i und 2 die beispielsweise Anordnung
einfies Winkelschermessers für die Zentrums.scherzone an.
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In vergrößerter Darstellung wird in, Fig.3 gezergt, daß durch die
Einschnürung 35 am oberen Ende der Scherstifte 27 ein für gute Scherwirkung sehr
günstiger Scherwfnkel a erreicht wird, wobei gleichzeitig ersichtlich ist, daß die
Längssachse des Scherstiftes 27 senkrecht (im go°-Winkel) zur
Wölbung der
Scherplatte 14 steht. Die Scherplattenwölbung wird zweckmäßig als. Kugelabschnitt
mit ihrem Mittelpunkt 33 auf der gemeinsamen Gerätlängsachse ausgebildet. In. diesem
Wölbungsmittelpunikt 33 laufen auch die Achsen der Scherstifte 27 und Distanzelemente
25 zusammen. Durch den Federanpreßdruck der Stifte an die Scherplatte während des
Schervorganges wird ein ständiges Selbstschärfen der Scherkanten 36 erreicht. Infolge
der Rotation beim Schervorgang treten ins den. Stiften Zentrifugalkräfte auf, die
zusammen mit den Druckfedern i i der einzelnen Stifte eine ausreichende Abstützung
der gewölbten Scherplatte erzielen. Zugleich drücken die unteren Federenden io
hei
ihrer Auflage auf die Führungsplatte 28 und bezwecken dadurch, daß diese sowie die
Mitnehmerplatte 21 über die Distanzelcmente 25 und damit das gesamte drehbare Scheraggregat
ständig gegen die ringförmige Anlage 31 der Antriebsachse 32 gedrückt «-erden.
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Durch den einfachen Aufbau der Scheranlage ist die Reinigung besonders
leicht, da der Scherkopf nur aus drei Hauptteilen, nämlich Befestigungsring, Scherplatte
und Scheraggrcgat besteht, wobei in dem letzteren die Scherstifte einzelgefedert
und, unverlierbar in der oben geschilderten Art angeordnet sind. Erfindungsgemäß
sind die einzelnen Messer jedes für sich unabhängig voneinander gefedert und in
ihren Querschnittsmassen so gehalten, daß nur schmale Ringzonen der Scherplattenunterseite
bestrichen werden, wodurch Ungenauigkeiten in der Scherplattenfherstellung (bedingt
durch Beulerscheiti;ungeti infolge Materiakigenspannungen) keinen nachteiligen Einfluß
auf die Güte der Scherwirkung haben. Damit wird die Herstellung der Platten wesentlich
einfacher und billiger.
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In Fig.4 wird in Vergrößerung eine Draufsicht auf die Scherplatte
14 mit darunter kreisenden und in den Bahnen sich überschneidenden Scherstiften
27a und 27b dargestellt. Weiterhin ist aus dieser Zeichnung die Lage und Wirkungsweise
des Winkelscherme:ers 30 ersichtlich, und zwar derart. daß dasselbe die zentrale
Innenzone der Scherplattenutiterseite kreisend bestreicht. Hier ist deutlich erkennbar,
daß die Mehrzahl der Scheröffnungen. 15 so liegen, daß eine scherenartige Schneidwirkung
(ziehender Schnitt) erreicht wird. Es bedeutet 27° den inneren Scherstift, 15 einte
Scheröffnung, 37 ein Haar, 4o die C@berschneidungszonen der kreisenden Scherstifte,
30 das Winkelschermesser, 41 die zentrale Scherzone, 38 die anschließende
Scherzone und' 39 die nächste Scherzone sowie 27b den Scherstift für diese Scherzone.
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Es liegt durchaus im Rahmen der Erfindung, daß das Scheraggregat an
Stelle der zweckmäßig verbundenen Führungs- und Mitne hmerplatte auch als Voll-
oder Hohlkörper oder als einseitig offenes, durch 'Mitnehmer- oder zu verschließendes
kappenartiges Teil in geeigneter Werkstoffart verwendet wird, wobei die Stiftführungen
gebohrt, gepreßt oder auf geeignete Weise eingebracht sind. Auch bei diesen Ausführungen
laufen die Achsen der Hohlräume für die Aufnahme der Scherstifte oder Messer erfindungsgemäß
wie nach den Erläuterungen zu Fig. i.
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Bei kugeligen Scherplatten ergibt sich die Tatsache, daß die Scherwirkung
vom äußeren Rand bis zum Mittelpunkt der Platte stetig abnimmt, da naturgemäß durch
das Kleinerwerden der Ringdurchmesser, auf denen die Seheröffnungen liegen, bei
gleichbleibender Scherlochgröße die Zahl der auf einem Umfang zur Wirkung kommenden:
Scherlöcher stetig abnimmt. Aus diesem Grund ist der Benutzer des Gerätes mit Kugelgriff
geneigt, dasselbe mit dem Scherkopf so auf der Haut entlang zu bewegen, daß tunlichst
immer die äußeren Randzonen der Scherplatte wirken. Dieses Verlangen wird durch
kugelige Griffausführung wesentlich begünstigt. Kugelformen wirken infolge ihrer
bekannten optischen Täuschung kleiner als Kreisflächen mit gleichem Durchmesser.
Hieraus ergibt sich die Möglichkeit, den Griffdurchmesser größer zu halten und trotzdem
die gleiche optische Breitenwirkung zu erreichen wie bei bekannten flachen, länglich
ovalen Geräten. Damit ist es. möglich, den, eingebauten Motor im gleichen Verhältnis
wie die Kugel zu vergrößert und dadurch wesentlich stärker auszubilden.
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Der Antrieb des Scheraggregates erfolgt durch den im Kugelgriff eingebauten
Unterbrechermotor: