-
Okklusivpessar
In der ärztlichen Praxis ist ist im Falle der Indikation
zur Konzeptionsverhütung ein Okklusiv-@essar das Mittel der Wahl.
-
Dkie bekannten Okklusivpessare weisen jedoch wesentliche Nachteile
auf. Sie bestehen im allgemeinen tus relativ starrem Material. wie Silher, Bakelit
oder Celluloid, 1 Infolgedessen erden sie lediglich durch Adhäsion auf der Portio
des Uterus gehalten und können sich daher verhältnismäßig leicht lösen, Insbesondere
bei den positio- oder orgasmusbedingten physiologischen Formveränderrungen, die
die Portio während der Cohalbitation erfährt, mull. notwendigerweise eine derartige
lösng des Pessars eintreten. Ilei dem starren Pessar ist es ferner erforderlich,
daß <lie Portio sich dem Pessar anpaßt, was mituitter zu Erosionen und sonstigen
Störungen führt.
-
Es ist außerdem bekannt, ein Okklusivpessar aus Kautschuk oder Gummi
auszubilden. Auchdieses Pessar ist jedoch verhältnismäßig unnachgiebig. Es ist im
allgemeinen mit einem Wulstrand versehen. um die erforderliche Haftwirkung zu erzielen,
die ebenfalls wieder auf dem Adhäsicnsprinzip heruht.
-
Dieser Wulstrand unterstützt aller noch das Lösen des I>essars
infolge Wegdrückens durch den Phallos, da dieser meist nicht zentral auf die Portio,
trifft.
-
Die Erfindung ermöglicht es, die vorgenannten Nachteile zu beheben
und ein Okklusivpessar zu erhalten, <las allen Anforderungen genügt, die an ein
einwandfreies Pessar gestellt werden müssen. Diese sind Zuverlässigkeit und Unschädlichkeit,
neben anatomisch-phsiologisch richtiger Form und Konsistenz.
-
Zu diesem Zweck besteht die Erfindung allgemein darin, daß die Kuppe
des okklusivpessars derart nachgieliig ausgeliildet wird. daß lieim Aufsetzen desselben
durch die elastische Verformung der Kuppe ein Unterdruck zwischen Pessarhöhlung
und
Portio entsteht, der eine sichere Haftung des Pessars durch
Saugwirkung nach dem Gummisaugerprinzip gewährleistet. Zweckmäßig wird die Kuppe
in Form einer Membran von verhältnismäßig geringer Wandstärke ausgebildet.
-
Um die Membran herum wird gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung
ein erhöhter Rand derart ausgebildet, daß einerseits die Membran für ihre Funktion
abgeschirmt ist und andererseits eine zur Einführung des Fingers geeignete Offnung
entsteht.
-
In dieser Weise wird beim Aufsetzen des Pessars eine sichere Führung
desselben erreicht. Dabei kann der Finger durch die dünne Membran hindurch sehr
deutlich das Osmium uteri externum ertasten, so daß im Gegensatz zu den bisher üblichen
Pessaren, insbesondere dem starren Pessar, ein zentraler und sicherer Sitz auch
beim Selbsteinlegen durch die Frau gewährleistet ist.
-
Um eine Lockerung durch Sog bei zentralem Aufdrücken der Glans penis
auf die Fingeröffnung zu vermeiden, kann der Rand derselben auf einander gegenüberliegenden
Seiten mit Einkerbungen versehen werden, die bis annähernd zur Innenmembran reichen.
-
Begünstigt durch diese Einkerbungen wird durch den Zug der Innenmembran
der Durchmesser der Fingeröffnung verkleinert, so daß das Okklusivpessar eine dem
Ostium uteri externum analoge Form erhält.
-
Die durch die Einkerbungen entstehenden Teile des MemlJranrandes
werden zweckmäßig so ausgebildet, daß sie der Form der Muttermundslippen entsprechen
und sich durch beiderseitigen Druck auf den Pessarkörper maulartig öffnen. In die
so erhaltene vergrößerte Offnung wird dann die Fingerspitze eingeführt.
-
Der Vorteil dieser Anordnung ist, daß beim Nachlassen des Druckes
die Lippen eine Klemmwirkung ausüben, so daß das Pessar am Finger haftet und dadurch
mit erhöhter Sicherheit aufgesetzt werden kann.
-
Ein weiterer Vorteil dieser Ausführung hesteht darin, daß die relativ
kleine Fingeröffnung nach oeffnung der Lippen auf jeden Finger paßt, so daß auch
bei verschiedenen Größen des Pessars Masse und Anordnung von Membran und Fingeröffnung
immer die gleichen bleiben können.
-
Das Okklusivpessar nach der Erfindung wird zweckmäßig aus einem auskochbaren
Weichgummi hergestellt und besitzt eine Wandung, die sich zum 1, umen hin verjüngt,
wobei die Verjüngung bis auf etwa I Hautstärke gehen kann.
-
Infolgedessen kann das Pessar sich vermöge seiner Elastizität der
Peripherie der Portio anpassen. Form und Konsistenz der Portio werden dabei weitgehend
beibehalten, so daß das Pessar nicht als Fremdkörper empfunden wird. Die Elastizität
des Portioteiles des Pessars erlaubt auch ein hlitgehen bei allen Formveränderungen,
denen die Portio bei der Cohabitation unterliegt. Ferner ist, durch das elastische
Material bedingt, im Gegensatz zu dem starren Pessar eine Irritation der Portio
möglich. Das wulstfreie Anliegen des verjüngten oberen Randes des Pessars schließlich
macht eine Lösung infolge Wegdrückeits durch den Phallos unmöglich.
-
Es ist auch möglich, den lamellenartig ausgezogenen Lumenrand hutrandartig
nach außen umzubiegen.
-
In diesem Fall erhält man, unter Beibehaltung der Elastizität des
Lumenrandes, ein besonders gutes Anliegen des Pessars gegen die Portio bzw. den
Fundus uteri, ohne daß andererseits die durch einen starren Wulstrand bedingten
Nachteile auftreten.
-
Das Pessar nach der Erfindung wurde in jahrelangen Versuchen entwickelt
und ärztlich erprobt.
-
In der Zeichnung sind zwei Nusführungsformen der Erfindung dargestellt,
und zwar beziehen sich Abb. I bis 4 auf eine erste und Abb. 5 und 6 auf eine zweite
Ausfülirungsform der Erfindung.
-
Abb. 1 und 4 zeigen das Okklusivpessar der entsprechenden Ausführungsform
in zwei verschiedenen Stellungen, wobei der Portioteil des Pessars in Abb. I nach
ollen und in Abb. 4 nach unten gerichtet ist. Abli. 2 ist ein Querschnitt durch
dieses Pessar vor dem Aufsetzen, und Abb. 3 ist ein Querschnitt durch das Pessar
nach dem Aufsetzen auf die schematisch angedeutete Portio.
-
Abb. 5 und 6 sind entsprechende Querschnitte durch die abgeänderte
Ausführungsform.
-
Wie aus den Ahb. I bis 4 hervorgeht, besitzt das Pessar die Form
einer Schale bzw. eines Hütchens 1.
-
In der Kuppe desselben ist eine Membran 2 vorgesehen, die von einem
erhöhten Rand 3 umgeben ist, so daß eine Fingeröffnullg 4 entsteht. Der Rand 3 ist
auf zwei einander gegenüberliegenden Seiten bis in die Nähe der Membran 2 eingekerbt,
wie bei 5 dargestellt. Die Wandung 6 des Pessars ist nach oben verjüngt und endet
in einem dünnen und wulstfreien Rand 7.
-
Gemäß der in Abb. 5 und 6 dargestellten Ausführungsform ist der Rand
des Pessars hutrandartig nach außen umgebogen, wie bei IO angedeutet.
-
Vor dem Aufsetzen des Pessars drückt man das Pessar seitlich zusammen
und führt die Spitze des Zeigefingers in die maulartig sich öffnenden Lippen desselben
ein. Beim Nachlassen dieses Druckes schließen sich die Lippen, so daß das Pessar
durch Klemmwirkung sicher auf der Fingerspitze gehalten wird.
-
Das angefeuchtete Ökklusivpessar wird dann manuell in die Vagina
eingeführt und auf die bei 8 angedeutete Portio vaginalis uteri aufgesetzt, wobei
sich die Fingerspitze in der Fingeröffnung 4 des Pessars befindet. Bei diesem aufsetzen
drückt der Finger gegen die Membran 2, wodurch die ursprünglich in die Fingeröffnutig
4 vorgewölhte Membran stark in das Ostium uteri externum hineingedrückt wird. Hierbei
entweicht die im Portioteil des Pessars befindliche Luft zum größten Teil. Beim
Loslassen der Innenmembran, die die Tendenz hat, in ihre ursprüngliche Lage zurückzukehren,
entsteht zwischen der Portioseite der Iiiiieiimembran und
dem Ostium
uteri externm durch deii Sog der Membran ein luftverdiillllter Raum 9, der ein sicheres
Haften des Pessars auf der Portio nach dem Gummisaugerpritizip herbeiführt. Es besteht
nicht die Gefahr, <laß l>eim Zurückziehen des Fingers <las I>essar sich
wieder lockert, da die Klemmwirkuiig des Pessars auf dem Finger bedeutend geringer
ist als die Ilaftung desselben auf der Portio infolge des Gummisaugerprinzips. l)ie
Entfernung des ressars geschieht durch Abziehen von der Portio nach Eingehen mit
dem Finger zwischen Portio und Portioteil des Pessars.
-
Das Okklusivpessar nach der Erfindung kann in verschiedenen Größen
ausgeführt werden. Es empfiehlt sich, entsprechend den verschiedenen Portioabmessungen,
drei Größen zu wählen, von denen die kleinste der in der Zeichnung dargestellteii
entspricht. Die Achsenlänge wurde in diesem Fall zu 20 mm, der Durchmesser am oberen
Rand 7 zu 30 mm und der Durchmesser der Fingeröffnung 4 zu I3 mm angenommen. Die
Masse der Fingeröffnung bleiben für jede Größe dieselben. Die Stärke des Randes
7 und der Membran 2 kann beispielsweise 0,4 mm betragen.
-
Gemäß der in Abb. 5 und 6 dargestellten Ausführungsform ist der Rand
des Pessars hutrandartig nach außen umgebogen, wie bei 10 angedeutet.