DE8221C - Unzerbrechliche Transportflasche - Google Patents

Unzerbrechliche Transportflasche

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DE8221C
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BRUNNSCHWEILER & SOHN in St. Gallen (Schweiz)
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Description

1879.
Klasse 64.
BRUNNSCHWEILER & SOHN in ST. GALLEN (Schweiz). Unzerbrechliche Transportflasche.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 2. Mai 1879 ab.
Unser Bestreben ging dahin, eine Transportflasche für Flüssigkeit zu construiren, die sich auszeichnet:
1. durch Nichtleckwerden;
2. durch Unzerbrechlichkeit und dadurch, dafs sie ohne weitere Verpackung durch die Post versandtfähig ist;
3. durch geringes Eigengewicht;
4. dadurch, dafs sie ohne weitere Vorrichtung und Zeitverlust ein reinliches Ausgiefsen in feinem continuirlichem Strahle gestattet;
5. dadurch, dafs sie bequem tragbar ist;
6. durch bequemen und soliden Verschlufs und Expedirbarkeit (Adressirung) durch die Post.
Die .Unzerbrechlichkeit des Gefäfses wird erzielt durch die Anwendung von Papier und Holz als Material für die Gefäfsbildung, während es durch geeignete Imprägnirung dieser Materialien (für wässerige Flüssigkeiten z. B. durch Paraffin oder Leinöl) dauernd flüssigkeitsdicht erhalten wird. Die Böden b und c aus feinem dichtem Holz werden unter starkem Druck in den aus zähem Papier unter starkem Druck gerollten Mantel α eingeprefst. Kitt und Stifte sichern die solide Verbindung dieser Theile.
Zur Erreichung eines gleichmäfsigen, ruhigen und feinen Strahles beim Ausgiefsen wenden wir gleichzeitig zwei Oeffnungen im oberen Gefäfsboden an, wovon entweder nur die eine oder aber beide mit Flaschenhälsen bezw. Pfropfen versehen werden, welche wir zur Verhütung des Anziehens der Flüssigkeit (beim Ausgiefsen) in gebogene oder schiefgestellte Ausflufsröhrchen endigen lassen. Diese Flaschenhälse bezw. Pfropfen und Ausflufsröhrchen sind wegnehmbar und ist durch die ansehnlich weiten Oeffnungen im oberen Gefäfsboden die genaue Besichtigung des Innern durch das Einfallen des Tageslichtes oder durch ein Kerzchen, . sowie die gründliche Reinigung sehr leicht gemacht. Es können aber auch die Ausgufsröhrchen ohne Vermittlung eines Pfropfens oder Halses angewendet werden, wenn man von gröfseren Oeffnungen absehen will.
Den Traghenkel construiren wir entweder separat (steif oder schlaff oder umlegbar, wobei die gekrümmten oder schief gestellten Ausflufsröhrchen zum Verschlüsse entfernt und durch einfache Kork- oder andere Stöpsel oder Schliefsschrauben ersetzt werden). Wir combiniren den Traghenkel entweder:
1. mit den Flaschenhälsen bezw. deren Ausflufsröhrchen, wobei die letzteren selbst zugleich auch den Verschlufs und im geschlossenen Zustande den Henkel bilden, Fig. 1; oder
2. indem wir die Hälse bezw. Propfen als Stützen für den Henkel benutzen, Fig. 2; oder
3. indem wir den fertig gebildeten Henkel (Rundstab in Fig. 2) in den Hälsen durchgehen lassen, wo er die beiden Hahnreiber bildet; oder
4. mit Klappen- bezw. Ventilverschlufs.
Zur bequemen Adressirung und event. Rücksendung haben wir eine Einrichtung hergestellt, die aus einem kleinen Holzrahmen und aus einem zusammengebogenen eingeschobenen Adrefscarton (event, mit Rückadresse auf der unteren Seite) besteht. Dieser zusammengebogene Adrefscarton dient zur Aufnahme brieflicher Mittheilungen, von Rechnungen etc., sowie event, als Schiebdeckel für ein verborgenes Fach für kleine Utensilien und wird . an der offenen Seite des kleinen Rahmens durch ein Siegel festgehalten.
Unsere Transportflasche mit Vorrichtungen für Ausgufs, Henkel und Verschlufs oder nur diese letzteren allein sind der mannigfachsten und ausgedehntesten Anwendung fähig. Mit Ausnahme von Mineralsäuren und Laugen für alle möglichen Flüssigkeiten, selbst Petroleum, verwendbar, eignen sie sich auch zur Aufbewahrung und sauberen Abfüllung von Flüssigkeiten im Magazin, Detaügeschäft und Haushalt, sowie zur Verproviantirung von Militärs, Reisenden etc. zu Lande und Wasser. Die Verschlufscombination 3 ist auch vorzüglich anwendbar für liegende Fässer, speciell Papierfässer, welche kein Spundloch haben, zum Abziehen der Flüssigkeit.
Erklärung der Zeichnungen.
Fig. ι Transportflasche mit Hahnverschlufs im Innern des Gefafses; im geschlossenen Zustand.
a Cylinder aus zähem Papier, wasser- (bezw. nach der jeweiligen Flüssigkeit) dicht imprägnirt.
b unterer Boden aus Holz, wasser- (bezw. nach der jeweiligen Flüssigkeit) dicht imprägnirt.
c oberer Boden aus Holz, wasser- (bezw. nach der jeweiligen Flüssigkeit) dicht imprägnirt.
d gedrechselte Holzpfropfen mit Kopf zum Anfassen, etwas konisch, fest in die Löcher eingetrieben, zugleich mit dem eingekitteten Kork/ versehen.
e Vorstecker.
f feiner dichter Kork, fest in die Aushöhlung eingeprefst.
g Korke zur bleibenden Verschliefsung des Rohrendes.
h seitliche Oeffnung im Holzpfropfen und Kork.
i Knieröhrchen aus Messing.
k messingene massive Wulste, auf den Knieröhrchen festgelöthet, mit ringförmiger Kerbe, worin messingene Schrauben / mit kugelförmigen Spitzen eingreifen.
m Streifen von Messingblech, in denen die Knieröhrchen drehbar befestigt sind.
η federnde Schieberhülse.
ο kleiner Rahmen mit Falz, an einer Seite offen zum Einschieben des Adrefscartons p, event, zusammengebogen.
Zur Versendung wird um den Henkel i ein Papierstreifen gewickelt, festgeklebt oder mit Bindfaden gebunden und versiegelt oder plombirt.
Zum Oerfnen der also geschlossenen Flasche wird die soeben erwähnte Papierumwicklung aufgeschnitten, die Schieberhülse η auf eine Seite geschoben und die horizontalen Rohrschenkel mit einander seitwärts um i8o° gedreht, worauf die Flasche zum Ausgiefsen bereit ist. Die Schliefsung geht in umgekehrter Ordnung vor sich. Zum Füllen der Flasche bedient man sich eines kurzen Gummischlauches mit Trichter.
Fig. 2 Transportflasche mit Verschlufs, Modification 2 (ohne Hahn).
(NB. Die Zeichnung stellt auf der linken Seite den geschlossenen, rechts den offenen Zustand dar.)
ab c e ο und p gleich wie in Fig. ι.
d gedrechselte Holzpfropfen, oben vierkantig.
f Henkel (hölzerne Rundstab-).
g Bohrung in den Holzpfropfen.
A seitliche, etwas konische Oeffnung, mit Kork- oder anderen Stöpseln zum Transport zu verschliefsen.
i Ausflufsröhrchen.
k Aushöhlung im oberen Boden (verborgenes Fach) zur Aufnahme der Röhrchen, Zapfen etc.

Claims (4)

Pate nt-Ansprüche:
1. Die Construction einer unzerbrechlichen Transportflasche für Flüssigkeiten, ohne weitere Verpackung versandtfähig, wie sie in der Beschreibung erläutert und aus den Zeichnungen ersichtlich ist.
2. Die Anwendung von gleichzeitig zwei Oeffnungen mit einem oder zwei wegnehmbaren Flaschenhälsen bezw. Pfropfen mit Ausgufsröhrchen, oder auch letztere ohne Pfropfen, am oberen Boden derartiger Gefafse, wovon der eine Theil zur freien Communication mit der atmosphärischen Luft beim Einfüllen und Ausgiefsen dient.
3. Die Combination dieser Flaschenhälse bezw. Pfropfen mit Traghenkel und postfähigem Verschlufs, sowie die Anwendung aufliegende Fässer ohne Spundloch zum Abziehen der Flüssigkeit.
4. Die Construction eines schieberartigen Adrefscartons mit Falzrahmen, welcher gleichzeitig zur Aufnahme von brieflichen Mittheilungen dient event, auch den Schiebdeckel für ein ' verborgenes Fach bildet.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
DENDAT8221D Unzerbrechliche Transportflasche Active DE8221C (de)

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