DE8101A - Thalpotasimeter - Google Patents
ThalpotasimeterInfo
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Description
1879.
\' Klasse 42.
JULIUS WILHELM KLINGHAMMER in BRAUNSCHWEIG.
Thalpotasimeter.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 5· Februar 1879 ab. '
Wird ein enges, an einem Ende geschlossenes, starkwandiges Metallrohr von geringem lichten
Durchmesser an seinem oberen Ende C/J-förmig gebogen, Fig. 1, und mit einem Manometer
versehen, welches ermöglicht, den in dem Rohre befindlichen Druck zu messen, und wird durch
die an dem obersten Theile der Co-Biegung mittelst einer Schraube dicht verschliefsbare
Oeffhung α das Rohr im Schenkel b vollständig
und im Schenkel c zu zwei Dritteln des Rauminhalts mit einer Flüssigkeit gefüllt,
die Schraube α geschlossen und der mit Flüssigkeit gefüllte Theil des Rohres cd einer Wärmequelle
ausgesetzt, welche von höherer Intensität als der Siedepunkt der Flüssigkeit ist, so gewährt
die am Manometer b abgelesene Spannung der Dämpfe der Flüssigkeit eine directe Ablesung
der Temperatur der Wärmequelle, denn die Temperatur der gesättigten Dämpfe einer
Flüssigkeit und die Spannung derselben stehen in einer bestimmten, leicht ermittelbaren Relation
zu einander.
Die Benutzung einer solchen Vorrichtung gestattet die Messung von Temperaturen:
1. von -650C. bis + 12,5° C. bei Eingabe
von flüssiger Kohlensäure in das Rohr cd. Der Schenkel α b wird mit Quecksilber gefüllt.
Das Manometer ist von ο Atmosphären (— 650C.)
bis 50 Atmosphären (12,5° C.) zu theilen;
2. von — 10 ° C. bis + 1000C. bei Eingabe
von Schwefligsäureanhydrid. Der Schenkel ab wird mit Quecksilber gefüllt. Das Manometer
ist von ο Atmosphären bis 20 Atmosphären zu theilen;
3. von + 35° C. bis 1200 C. bei Eingabe
von wasserfreiem Aethyläther in das Rohr cd. Der Schenkel α b wird für den Fall, dafs der
Apparat in Räumen benutzt wird, deren Temperatur 20 ° C. überschreitet, mit Quecksilber
gefüllt. Das Manometer ist von ο Atmosphären bis 12 Atmosphären zu theilen;
4. von ioo° C. bis 2260 C. bei Eingabe
von destillirtem Wasser in die Rohrschenkel ab und c d. Das Manometer ist von ο Atmosphären
bis 2 5 Atmosphären zu theilen;
5. von 216 ° C. bis 3600 C. bei Eingabe
von bei 210° C. siedenden schweren Petroleumölen
(Tridecan Cj3 ZT28, Siedepunkt 2160 C.)
in beide Rohrschenkel ab und cd. Das Manometer ist von ο Atmosphären bis 50 Atmosphären
zu theilen;
6. von 3570 G. bis 7600 C. bei Eingabe
von Quecksilber.
Je nach der zu messenden Temperatur ist das Manometer bei 357° C. bis 514° C. von
ο bis 10 Atmosphären, bei 357° C. bis 668° C.
von ο bis 45 Atmosphären, bei 3570 C. bis
7550 C. von ο bis 100 Atmosphären zu theilen.
An Stelle der angegebenen Flüssigkeiten können alle Flüssigkeiten verwendet werden,
welche unter den zu messenden Temperaturen sieden und bei denselben nicht zersetzt werden
oder durch Berührung mit den Gefäfswandungen keinerlei Zersetzung erleiden.
Die Anfertigung der Instrumente ist einfach. Die Rohre erhalten einen lichten Durchmesser
von 4 bis 5 mm und eine Wandstärke, welche bei der zu messenden Temperatur dem doppelten
Druck widersteht, welchen das Manometer anzuzeigen bestimmt ist.
Die Rohre c d können für die Instrumente ι bis 5 von Kupfer angefertigt werden, müssen
dagegen für die Quecksilberfüllung von Eisen sein.
Da die mit flüssiger Kohlensäure oder Aether zu füllenden Instrumente in den Schenkeln a b
unter der Manometerfeder mit Quecksilber gefüllt werden und der Ausflufs desselben nach
dem Schenkel α b verhindert werden mufs, so befindet sich oberhalb des Schenkels ag, Fig. 3a
und 3 b, eine Erweiterung, in welche ein weifsgargegerbtes Leder m I faltig aufgespannt ist,
um das Ueberlaufen des Quecksilbers aus ag nach axdc zu verhindern.
Die Eisenrohre werden zum Probiren auf ihre Widerstandsfähigkeit bei 760° C. einem Druck
von 200 Atmosphären ausgesetzt, und zwar indem sie, mit geschmolzenem Blei gefüllt, in
ein Bleibad gestellt werden, welches auf 7600 C.
erwärmt wird. Darauf werden sie mit einer Luftcompressionspumpe verbunden, der angegebene
Druck erzeugt und dieser Drnck während 10 Minuten im Rohr belassen.
Die Eintheilung der Manometerscala geschieht mittelst hydraulischer Druckmessung nach Atmosphären
und Eintragen der dem Druck entsprechenden ermittelten Temperatur des betreffenden
Dampfes auf der Scala.
Die Druckanzeige kann mittelst einer beliebigen Manometerfeder vorgenommen werden.
Ich ziehe die Anwendung der hufeisenförmigen Stahlrohrfeder. vor, doch sind Wellen- oder
Plattenfedern oder jede andere beliebige Manometerfeder auch verwendbar.
Es ist darauf Rücksicht zu nehmen, dafs der höchste mit Flüssigkeit zu füllende Theil des
Manometers (Stahlrohr oder Raum unter der Wellenfeder) /, Fig. ia, tiefer liegt als der
Punkt a, damit eine vollständige Füllung des Raumes mit der Flüssigkeit durch Einfüllen
derselben bei α möglich ist.
Ie nach der Verwendung des Apparates ist die Länge des Rohres α c ganz beliebig zu
wählen, nur ist bei deren Abmessung darauf zu achten, dafs eine genügende Länge desselben
(f/3 bis 2/3 der ganzen Länge) mit der zu
messenden Wärmequelle in Berührung kommen mufs.
Die Beseitigung der Luft aus dem inneren Rohre ist nicht erforderlich, da die Luft leichter
als die Dämpfe ist und zwischen diesen und der Flüssigkeit im Schenkel ab eine abtrennende,
die Wärme schlecht leitende Schicht bildet, welche die Erwärmung des Schenkels a b verzögert.
Kann das Rohr de nicht wie in Fig. ι mit
der Axe des Manometers und dem Schenkel ag parallel sein, so kann demselben jede andere
Lage gegeben werden, Fig. 2, nur ist darauf zu achten, dafs der Punkt c tiefer liegen mufs
als e, damit der der Wärmequelle ausgesetzte Theil des Apparates stets mit Flüssigkeit gefüllt
ist.
Auf dem Zifferblatt können Ausrückvorrichtungen für Federapparate oder elektrische Apparate
angebracht werden, welche bei Stellung des Zeigers auf einer bestimmten Stelle des
Zifferblattes in Thätigkeit treten und Glockenoder andere Signale vermitteln.
Bei den für Messung hoher Temperaturen zu verwendenden Quecksilberthalpotasimetern,
welche bei der variablen Intensität der zu messenden Wärmequellen leicht Ueberhitzungen
ausgesetzt sind, ist es zweckmäfsig, eine solche Vorrichtung bei der höchsten Temperaturanzeige
der Scala anzubringen, um beim Eintritt dieses Wärmegrades ein warnendes Zeichen zu geben,
da eine zu weit getriebene Erhitzung die Zerstörung des Instruments zur Folge haben würde.
Solche Instrumente, welche andauernd höheren Hitzgraden ausgesetzt sind, werden sachgemäfs
über dem eisernen Rohre mit einer schwachen Platinhülle umzogen.
Der Wärmemefsapparat kann mit einem Vacuometer verbunden werden, um Temperatur und
Luftleere eines Vacuumverdampfapparates gleichzeitig zu messen und somit bei gegebener Zusammensetzung
der kochenden Masse auf deren Trockensubstanz schliefsen zu können.
Der Wärmemefsapparat kann in die Wasserschicht eines Dampfkessels eingelegt werden,
um die Temperatur des Wassers zu messen und etwaige Siedeversuche festzustellen.
Auch für diesen Fall kann der Apparat aut der Scala mit einer Ausrückvorrichtung verbunden
Werden, damit, wenn die Temperatur des Wassers höher steigt, als der vorschriftsmäfsigen
Spannung des Dampfkessels entspricht, ein Klingelsignal ertönt und die Ueb erhitzung des
Wassers im Dampfkessel bemerkbar macht. Ebenso kann gleichzeitig auf der Scala des
Thermometers durch Zusammensetzung des Thermometers mit einem Manometer die Spannung
des Dampfes im Kessel angegeben werden, wodurch eine leicht übersichtliche gleichzeitige
Beobachtung der Temperatur des Wassers und der Dampfspannung möglich wird.
Der Wärmemefsapparat kann zur Messung jeder Temperatur benutzt werden, bei welcher
Dämpfe von Flüssigkeiten unter Druck und ohne Zersetzung die der Temperatur entsprechende
Spannung auf einen Federapparat übertragen.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Ermittelung von Temperaturen zwischen — 65° und + 12° (a), zwischen — io° und ioo° (b), zwischen 35° und 120 0^cJ, zwischen ioo° und 2260 (d), zwischen 2100 und 3600 (e) und zwischen 357° und 7600 (f) durch Beobachtung eines auf Metallrohren von beschriebener Construction aufsitzenden Fedennanometers, welches die Spannung der flüssigen Kohlensäure (a), der flüssigen schwefligen Säure (b), des Aethyläthers (c), des Wassers (d), des Tridecans (e) und des Quecksilbers (f) angiebt.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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