DE80307C - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Bei der Herstellung sogenannter Galvanos bezw. Cliches für Buchdruckzwecke und überhaupt
bei allen galvanoplastisch hergestellten Niederschlägen, bei denen es darauf ankommt,
dafs die obere Bildfläche genau eben ist, stellen sich bisher grofse Uebelstände und Fabrikationsschwierigkeiten dadurch ein, dafs der dünne
Kupferniederschlag beim Verzinnen und beim Hintergiefsen mit Blei oder Schriftmetall sich
schon bei der Erwärmung und noch mehr beim Erkalten' nach dem Hintergiefsen durch
die ungleich grofse Zusammenziehung der beiden verschiedenen Metalle, sowie durch
Dampfbildung unter dem Niederschlag in der Hintergufspfanne sich warf, d. h. das Bild verzog
sich und wurde ungerade und mufste durch vieles Nacharbeiten, oft unter sehr grofsem
Zeitaufwande, ausgerichtet werden.
Diese Arbeiten verursachen oft grofse Unannehmlichkeiten und Verluste, indem ein
Fehler oder nur ein zu harter Schlag ein bis dahin schon fertiges Galvano verderben oder
doch mehr oder weniger verunstalten mufs.
Zur Beseitigung dieses Fabrikationsübelstandes sind schon verschiedene Vorschläge gemacht
worden, welche insbesondere darauf hinzielten, zum Hintergiefsen Metalllegirungen zu
finden, welche fast den gleichen Ausdehnungscoefficienten besitzen wie Kupfer; andere Einrichtungen
zielten darauf hin, beim Hintergiefsen die Bildung von Luft- oder Dampfblasen zu vermeiden. In der Praxis sind jedoch
mit diesen Versuchen keine nennenswerthen Erfolge erzielt worden, und man ist fast stets
wieder zu dem alten Fabrikationsgange zurückgekehrt.
Speciell die Buchdruckcliches werden meist, nachdem sie in Metall fertig ausgerichtet und
bearbeitet sind, auf Holzblöcke schrifthoch montirt, also aufgenagelt oder aufgeschraubt.
Hieraus entspringt ein sehr unangenehmer Umstand, welcher darin besteht, dafs die
Cliches . bezw. deren Holzblöcke . ganz ausgetrocknet sein und sowohl beim Reinigen als
beim Aufbewahren sorgfältig gegen Feuchtigkeit geschützt werden müssen, weil das Holz
durch die Feuchtigkeit leicht quillt und sich wirft, so dafs die Stifte oder Schrauben sich
lockern und das Bild sich verbiegt. Es mufs alsdann abgenommen, neu gerichtet und neu
montirt werden, um es gebrauchen zu können.
Die vorliegende Erfindung soll nicht nur alle diese Uebelstände beseitigen, sondern gestaltet
die Herstellung der Galvanos auch noch einfacher und billiger und gestattet bei der
niedrig belegenen Schmelztemperatur der neuen Masse eventuell das Hintergiefsen des Galvanos,
während es sich noch auf der Form befindet.
Der galvanoplastische Niederschlag wird zunächst in üblicher Weise auf Wachs-, Guttapercha-
oder Metallformen niedergeschlagen und dann, nachdem er von aller Feuchtigkeit befreit ist, in einer der folgenden Weisen behandelt:
i. Wenn der Niederschlag, je nach seiner Form oder der Beschaffenheit der Formmasse,
sich gut und ohne Verbiegung abheben läfst, wird derselbe von der Form getrennt und mit
seiner Bildfläche auf eine genau bearbeitete glatte Eisenplatte gelegt, welche vorgewärmt
sein kann. Dann wird die zu hintergiefsende Seite des Niederschlags mit einer Mischung von
Schwefel, Graphit und Eisen bestreut, die Platte nacherhitzt und dadurch . die Mischung
zum Schmelzen gebracht, oder es kann auch die vorher geschmolzene Mischung auf den
Niederschlag aufgegossen werden.'
2. Man läfst den Niederschlag auf seiner Form (z. B. Wachs), versieht ihn mit einem
geeigneten Rande zum Schütze gegen das Ablaufen der Hintergufsmasse und gegen das Eindringen
von schmelzendem Wachs und giefst dann die geschmolzene, oben angegebene Mischung auf. Nach dem Erkalten wird dann
der so hintergossene und folglich verstärkte Niederschlag von seiner Form getrennt, und es
kann demselben beim Abheben kein Schaden durch Verbiegen zugefügt werden.
Die beschriebene Masse kann aus gleichen Theilen Schwefel, Graphit und Eisen gemischt
sein; nach dem Erkalten zieht sich dieselbe durch Einschrumpfung nur von oben nach
unten zusammen und verbiegt den Niederschlag in keiner Weise.
Die Masse legt sich nach unten ganz dicht und genügend fest haftend auf den Kupferniederschlag
auf, ein Ausrichten durch Hammer oder Presse ist nicht mehr nöthig, das Verzinnen
fällt fort, und die Bearbeitung des Cliches ist im allgemeinen leichter. Da auch
diese Masse sich gegen Feuchtigkeit in Bezug auf Werfen oder Verbiegen indifferent verhält,
so sind die eingangs geschilderten Uebelstände vollständig gehoben.
Das Mischungsverhältnifs von Schwefel, Graphit und Eisen bei Herstellung der Masse
zum Hintergiefsen des Niederschlags kann in ziemlich weiten Grenzen verändert werden. Je
gröfser der Gehalt an Schwefel ist, desto dünnflüssiger ist die Masse vor und weicher nach
dem Erkalten. Zum ersten Aufgiefsen einer dünnen Schicht auf den Niederschlag eignet
sich am besten eine Mischung von 50 Theilen Schwefel, 30 Theilen Graphit und ^Theilen
Eisen, wogegen zum Auftragen der folgenden, dickeren Schicht eine härtere Masse aus etwa
40 Theilen Schwefel, 30 Theilen Graphit und 30 Theilen Eisen mehr zu empfehlen ist.
Ferner hat sich ergeben, dafs die Gewichtstheile Graphit und Eisen wesentlich verschieden
sein können, ohne einen störenden Einflufs bei der Herstellung und der Beschaffenheit des
Hintergusses hervorzubringen.
Auch andere Beimischungen von Metalloxyden oder gepulverten metallischen oder
mineralischen Stoffen sind bis zu 10 pCt. des Eisen- und Graphitgewichtes zulässig bezw.
unschädlich.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Masse zum Hintergiefsen galvanischer Niederschläge, bestehend, aus einer Mischung von Schwefel, Graphit und Eisen, welche vermöge ihrer niedrigen Schmelztemperatur in geschmolzenem Zustande auf den noch auf seiner Form befindlichen Niederschlag aufgegossen werden kann.
Applications Claiming Priority (1)
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Publications (1)
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Country Status (1)
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