DE800154C - Verfahren zum Entfernen von abgebrochenen Bohrern und aehnlichen Werkzeugen, Bolzen und Nieten aus Werkstuecken mittels Sprengladung - Google Patents

Verfahren zum Entfernen von abgebrochenen Bohrern und aehnlichen Werkzeugen, Bolzen und Nieten aus Werkstuecken mittels Sprengladung

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DE800154C
DE800154C DEP23898A DEP0023898A DE800154C DE 800154 C DE800154 C DE 800154C DE P23898 A DEP23898 A DE P23898A DE P0023898 A DEP0023898 A DE P0023898A DE 800154 C DE800154 C DE 800154C
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DE
Germany
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drills
bolts
tools
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explosive charge
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Application number
DEP23898A
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English (en)
Inventor
Edmund Ritter Von Herz Dr Jun
Edmund Ritter Von Herz Sen
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Individual
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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C06EXPLOSIVES; MATCHES
    • C06BEXPLOSIVES OR THERMIC COMPOSITIONS; MANUFACTURE THEREOF; USE OF SINGLE SUBSTANCES AS EXPLOSIVES
    • C06B23/00Compositions characterised by non-explosive or non-thermic constituents
    • C06B23/005Desensitisers, phlegmatisers
    • FMECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
    • F42AMMUNITION; BLASTING
    • F42DBLASTING
    • F42D3/00Particular applications of blasting techniques

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • General Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Earth Drilling (AREA)

Description

  • Verfahren zum Entfernen von abgebrochenen Bohrern und ähnlichen Werkzeugen, Bolzen und Nieten aus Werkstücken mittels Sprengladung
    Im August-Heft der ainer:kanischen Fachzeit-
    schrift »L>iesel-Power« ist ein Verfahren beschrie-
    ben, nach <lern in \\'erkstücken abgebrochecie Boh-
    rer, vor allein in den Olkaiiäleil von Kurbelwellen,
    dadurch entfernt «-erden. daß eine kleine Sprecig-
    ladung oberhalb des liolirers ini Bohrloche zur
    Detonation gebracht «ird. Durch den date: auf-
    tretenden Reaktionsdruck soll der Bohrer aus-
    gestoßen werden.
    Die Nachprüfung ergab die prinzipielle Eignung
    dieses %-erfalirens. jedoch muhte festgestellt wer-
    den, daß der Reaktioiisstol.i in den allerme_sten
    Fiillen nicht ausreicht, den Bohrer beim ersten \' er-
    such zu entfernen. Die Sprengungen müssen daher
    verllültnisni<ißig häufig lv:e<lerliolt werden, um den
    Bohrer durch sukzessive Zerstückelung ausz;t-
    brechen und schließlich zu estrah:eren. Zur All-
    tveildung gelangen bei dieseln amerikanischen Ver-
    fahren feste Sprengstoffe vorn Typ des Dynamites.
    In dein Bestreben, (las X'erfahren auszuhauen Lind
    wirtschaftlicher zti gestalten, wurde gemäß vorlie-
    gender h:i-fin<lung die überraschende Beobachtung
    äelnacht. (1a13 fliissige Sprengstoffe, die ohne
    Schwierigkeiten in die "tiefe des Bohrloches ein-
    gebracht werden köcinen. eine wesentliche \"erl)es-
    sertittg des \"erfahrens und Beschletungting des
    _1rl>eitsganges ermöglichen. Im Gegensatz zu dem
    amerikanischen Verfahren, wo nur der Reaktions-
    stoß der detociierenden Sprengstoffmasse zur Gel-
    tung gelailgt, wird nach dem neuen N-erfahren der
    Rilirer durch die direkte _-@ktionswirkung des im
    Bohrloc'.c;iefsten angesaniinelten Sprengstoffes aus-
    gCstol3en. Es 1_egen dann praktisch die gleichen
    @'erh@iltnisse wie bei einer Schußwaffe vor.
    Flüssige Sprengstoffe von entsprechender \'is-
    ko sität köcinen entlang der Spiraltititen des Bohrers
    oder durch den schmalen Spalt zwischen Bohrer-
    schaft und Bohrlochlvandung eingebracht werden,
    wobei in scll\\-:erigen Killen del stbrende Luft-
    inhalt durch vorheriges Evakuieren entfernt wer-
    (ivit kann. Von Bedeutung ist der Umstand, (laß
    auch frei langen Bohrlöchern der Initialimpuls der
    untni;telbar auf dein Bohrer oller auch in e:tier ge-
    vvissen Entfernung angeordneten Sprengkapsel die
    I )etouatiun des flüssigen S1)retigstofies durch die
    leichte Detonationsfähigkeit der auf dein benetzten
    l;@)l,rer 1)ziv. I3ohrl0ch ivan(1 l)ehndl:clieti dünnen
    Sprrng.tO)ifsch:cht mit absoluter Sicherheit ge-
    W:ihrleiStet ist.
    :\ls geeigaete Sprengstoffe für die Durchführung
    (fieses V erfahrens koninien in der Hatiptsaclie fol-
    grndc Sprengöle in Frage: \(eth vln:trat, lll@_ 1:01di-
    »itrat, (;lyceriritrinitrat, 1)iglykoldinitrat, Chlor
    hvdrindiiiitrat und ähnliche Stoffe.
    :\tts praktischen Gründen muß dem Glykoldi-
    »itrat. (il),cerir)triititrat unrl @iglykoldinitrat der
    Vorzug gegeben werden. Das sehr stoßunempfind-
    liche Chlorhydrindinitrat scheidet wegen der Me-
    talll;orrc>sion aus, die durch die bei der Detonation
    entstehenden -;alzsiiure(läiiipfe bewirkt wird.
    Das Methylnitrat erreicht eine zu hohe Detotta-
    tic» isgeschivindigkeit, die zu Zerstörungen Anlaß
    gibt. Es ist nämlich im Interesse der Vermeidung
    ttiiztiliissiger Materialzerstörungen notwendig, (laß
    (l:e Detonationsgeschwindigkeit der verwandten
    Slireng@ile eine gewisse Grenze nicht überschreitet.
    Diese giinstigen Verhältnisse liegen bei den ge-
    nannten vier Sprengölen vor, die in diesen kleinen
    Mengen und bei Benutzung schiwacher Sprengka p-
    selii immer mit einer die 3ooo-m-Grenze nicht über-
    steigenden Geschwindigkeit detonieren. Um die
    Brisanz des Sprengstoffes aus den genannten Griiit-
    den noch i%-e:ter herabzusetzen, empfehlt sich deren
    t'lilegniatisierung mit anderen nicht explosiven
    flüssigen Stoffen, die nach Möglichkeit auch die
    Dünnflüssigkeit des Sprengstoffis erhöhen. Be-
    bat sich für (.fiesen Zweck das Glykoldiacetat,
    das den Sprengölen in erheblichen '-Mengen zuge-
    setzt werden kann, ohne die Sensibilität gegen den
    In:tialinil)tils, die Sicherheit der vollständigen De-
    tonation und (las Arbeitsvermögen herabzusetzen.
    Selbstverständlich können auch sonstige mit den
    Sprengölen nicht in Reaktion tretende und mit
    ihnen mischbare Flüssigkeiten ähnlichen Charak-
    ters verwendet iver(len. Ein weiterer Vorteil dieser
    1'hlegniatisierung ist die Erhöhung der Hand-
    habungss:cßlerlieit in einem solchen Ausmaße, (laß
    diese Mischöle ohne -weiteres in kleinen Mengen
    zum Verkehr zugelassen -werden können.
    Die Durchführung dieses Verfahrens erfolgt in
    der Weise, daß eine dein Durchmesser des Bohr-
    loches und der Lätige des abgebrochenen Bohrers
    angemessene Menge des \Iischüles in_ttels einer
    kleinen Tropfpipette so langsam einfließen gelassen
    wird, dali (i:e innerhalb der Nuten des Bohrers be-
    liti-lliclie Luft ausgetrieben wird. Für den Fall, daß
    bei kleinen (Auerschnitten (furch (l:e Oberflächen-
    spannung der Flüssigkeit Luftblasen sich bilden, die
    einer- weiteren Zulauf des ()les verhindern. -wird
    ein tnit e:nein evakuierten Recipienten verbundener
    Saugnapf auf d(ei 13ohrlochrnund aufgesetzt. Durch
    den sich bildenden Unterdruck perlt die Luft durch
    die Flüssigkeit, die nach neuerlicher Einschaltung
    des _ltmosph üren(lruclces irr das Bohrloch einge-
    sogen wird. Zweckni<ißig wird die Saugvorrich-
    tung gleich finit einem kleinen Vorratsbehälter für
    das Sprengöl verbunden. so (laß \i-ahlii-eise die
    Evaku:crung. (las Zutropfen des Sprengöles und die
    neuerliche Entlüftung vorgenommen werden kann.
    Je nach der Griiße und Lätige des allgebrochenen
    Bohrer: «erden für die .Ausstoßung etwa 0,5 bis
    maximal 3 ccin eines -.Mischöles benötigt, das z. B.
    aus 0°/o (1lykol(liri:tr;it till(l 30"-'o C@1_@koldiacetat
    besteht.
    Die Detonation des e:ngel)racliten Sprengöles
    erfolgt mit Hilfe einer kleinen Sprengkapsel, die
    unmittell)ar auf das Bruchende des Bohrers auf-
    gesetzt wird. Es ist von besonderer Bedeutung,
    (laß die Initialladung dieser Sprengkapsel so klein
    und schwach als niriglich gelialtcrl wird, um De-
    formationen des Bohrloches mit Sicherheit zu ver-
    ineiden.
    Dieses Verfahren ermöglicht in den allermeisten
    Fällen die Entfernung des Bohrers bei dein ersten
    Versuch. Es erlaubt daher ein -weitaus schnelleres
    und wirtschaftlicheres Arbeiten als das anierika-
    nische Verfahren mit einer oberhalb des Bohrers
    ange()r(hieten 1-adung eines festen Sprengstoffes.

Claims (1)

  1. PATF\TA\SPR('CIIE: i. Verfahren zur Entfernung von abgebroche- nen Bohrern und <ilinl:clien Werkzeugen. Bolzen und Nieten aus Werkstücken finit Hilfe einer Sprengladung, dadurch gekennzeichnet, daß flüssige Sprengstoffe zur Anwendung gelangen. a. Verfahren zur Entfernung von abgebroche- nen Bohrern und ähnlichen Werkzeugen, Bolzen und Nieten aus Werkstücken ni:t Hilfe einer Sprengladung nach Anspruch i, dadurch ge- kennzeichnet, daß die flüssigen Sprengstoffe unterhalb des Bohrers oder seitlich des Bohrers itn Bohrlochtiefsten eingebracht werden. 3. Verfahren zur Entfernung von abgebroche- nen Bohrern und iihnlichen Werkzeugen, Bolzen und Nieten aus Werkstücken mit Hilfe einer Sprengladung nach Anspruch i und a, dadurch gekennzeichnet, daß das Einbringen der flüssi- gen Sprengstoffe in das Bohrloch durch dessen Evakuierung erleichtert wird. 4 Verfahren zur Entfernung von abgebroche- nen Bohrern und iihnlichen @\'erkzeugen, Bolzen und Nieten aus Werkstücken ni:t Hilfe einer Sprengladung nach Anspruch i, dadurch ge- kennze:clniet, (laß als flüssige Sprengstoffe Spretigö 1e. wie z. B. NIctli\-lriitrat, Glvkoldini- trat, Glvcerititrinitrat, 1)"lvkoldinitrat, Chlor- liv(lrin(Iin:trat. Verwendung finden. ;. Verfahren zur Entfernung von abgebroche- nen Bohrern und iihnlichen Werkzeugen, Bolzen und Nieten au: Werkstücken mit Hilfe einer Sprengladung nach Anspruch i und :f, dadurch gekennzeichnet, daß die benutzten flüssigen Sprengstoffe mit solchen nicht explosiven Flüs-
    sigkeiten phlegmatisiert \\,erden, welche die H@IIdllabüllg@@IC11e@hett dleSer Sprengstoffe er- ltöhen und den @-i;kosit@itsgrad herabsetzen. 6. Verfahren zur Entfernung von ab-ebroche- nen Bohrern und iillrll;clien Werkzeugen, Bolzen
    und Nieten aus \Verkstücken mit Hilfe einer Sprengladung nach Anspruch I, ._j. und 5, da- durch gekennzeichnet, daß als P.hlegmatlSle- rLlngszttatz zti den Sprengölen G1@-kol(liacetat Verwendung tittdet.
DEP23898A 1948-12-07 1948-12-07 Verfahren zum Entfernen von abgebrochenen Bohrern und aehnlichen Werkzeugen, Bolzen und Nieten aus Werkstuecken mittels Sprengladung Expired DE800154C (de)

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