4877.
Klasse 83.
H. W. LEY in LONDON. Besondere Anordnung des Weiser-Armes an Stutzuhren.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 26. September 1877 ab.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf Pendeluhren, aufser Thurmuhren, und bezweckt
die Herstellung von Uhren, von künstlichen und
gefälligen Formen mit geringeren Kosten, als bis jetzt möglich gewesen ist.
Um diesen Zweck zu erreichen, bringt der Erfinder den Gabelarm oder das Führungsstäbchen
so an, dafs dasselbe nach oben, statt nach unten, gekehrt ist und hängt das Pendel oberhalb
der umgekehrten Gabel auf.
Durch diese Anordnung der Theile kann das Werk der Uhr in dem Gehäuse bedeutend niedriger
wie gewöhnlich angebracht werden, wodurch es möglich wird, Uhren in vielen verschiedenen,
gefalligen Formen zu billigen Preisen herzustellen.
In der beiliegenden Zeichnung sind drei verschiedene Formen solcher Uhren dargestellt.
Die Fig. 1, 4 und 7 sind theilweise durchschnittene
Seiten; Fig. 2, 5 und 8 sind Vorderansichten und Fig. 3, 6 und 9 Hinteransichten
der dargestellten Uhren, die Thüren sind fortgelassen. Die in den Fig. 1, 2, 3 und 4, 5, 6
dargestellten Uhren sind in architectonischem Styl construirt. Die in den Fig. 7, 8 und 9
gezeigte Uhr ist zur Aufnahme einer Büste, Statue oder dergleichen bestimmt. Eine solche
Büste, Statue, Gruppe oder andere Bildhauerarbeit deckt dann den oberen pyramidenförmigen
Theil des Gehäuses. Derselbe kann auch als Thermometer- bezw. Barometerständer dienen,
während der untere Theil des Gehäuses dann als Postament für zwei oder mehrere Büsten,
Standbilder etc. dient.
Gleiche Buchstaben bezeichnen gleiche Theile in sämmtlichen Figuren. ABCDE sind die
Räder des Uhrmechanismus; A ist das Hauptrad, E das Steigrad, F ist die Hemmung.
. Die Zeigerräder sind nicht dargestellt. Alle Theile, mit Ausnahme der oben erwähnten,
sind durchaus von gewöhnlicher Construction.
In den durch die Fig. 6 und 9 dargestellten Mechanismen ist das Rad E und demzufolge
die Hemmung F aufserhalb der hinteren Uhrplatte α angebracht; die nächstliegenden Enden
der Hemmungsräderspindeln werden durch die Stützen b gehalten.
In den durch die Fig. 1 und 3 dargestellten Mechanismen ist das Rad E und die Hemmung F
innerhalb der hinteren Platte a, und die Spindelenden werden durch die Stütze b1 gehalten, so
dafs die Gabel, bezw. Pendelführung G, aufserhalb des Uhrgestelles sich befindet.
Der vorliegenden Erfindung entsprechend ist die Pendelführung und Gabel G in den Figuren
nach oben, anstatt nach unten, gekehrt gezeichnet. Die Gabel H steht mit der Stange c des
Pendels J in Berührung.
In Fig. 3 ist die Stange mit einem Einschnitt b2 versehen. An Stelle der Gabel ist
ein Stift angewendet, welcher in dem Einschnitte b2 seine Führung hat.
Die zur Aufnahme des Pendels dienenden Vorrichtungen K sind in den Zeichnungen in
ihrer richtigen Lage zur Aufnahme des Pendels dargestellt.
Das Zifferblatt L der Uhr, sowie die Aufwindespindel
M sind in den vorderen Ansichten angedeutet.
Wenn man annimmt, dafs das Gehäuse aus zwei Abtheilungen besteht, einer unteren Abtheilung
N und einer oberen Abtheilung O, so ist ersichtlich, dafs die untere Abtheilung N das
Räderwerk der Uhr enthält und dafs dieselbe im Vergleich mit der oberen Abtheilung O breit
sein wird; denn, wie aus den Seitenansichten zu ersehen ist, ist es nur nothwendig, dafs die
obere Abtheilung O genügend Raum besitzt, um das Führungsstäbchen und die Gabel oder
den Stift und den Pendelstab / aufzunehmen, und die Schwingungen des Führungsstäbchens
und Pendels zu gestatten. Durch diese Anordnung des Uhrmechanismus ist es möglich, eine
grofse Auswahl von Verzierungen am Gehäuse anzubringen. Drei Beispiele hiervon sind in den
Zeichnungen dargestellt.
Es ist einleuchtend, dafs Modelle öffentlicher Statuen, Kirchenfronten, Fronten öffentlicher
Gebäude etc. angewendet werden können, wie z. B. in Fig. 2 dargestellt ist.