DE79271C - Tellurium - Google Patents
TelluriumInfo
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Classifications
-
- G—PHYSICS
- G09—EDUCATION; CRYPTOGRAPHY; DISPLAY; ADVERTISING; SEALS
- G09B—EDUCATIONAL OR DEMONSTRATION APPLIANCES; APPLIANCES FOR TEACHING, OR COMMUNICATING WITH, THE BLIND, DEAF OR MUTE; MODELS; PLANETARIA; GLOBES; MAPS; DIAGRAMS
- G09B27/00—Planetaria; Globes
- G09B27/02—Tellurions; Orreries
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 42: Instrumente.
FERD. RINK in HANNOVER. Tellurium.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 25. August 1894 ab.
Bei der Construction des auf beiliegender Zeichnung dargestellten Telluriums bezweckte
der Erfinder, einen Apparat zu schaffen, der besonders auch für den Gebrauch der Volksschulen
geeignet ist. Hierfür mufs der Apparat einerseits möglichst wohlfeil sein, um auch
von der ärmsten Gemeinde angeschafft werden zu können, andererseits aber die Vorgänge,
welche er versinnbildlichen soll, mit möglichster Anschaulichkeit darstellen. Das
neue Tellurium entspricht diesen Bedingungen vollkommen. Es ist billig herzustellen und
lenkt nicht, wie die bekannten theuren Tellurien mit ihren verwickelten Bewegüngsmechanismen
Auge und Aufmerksamkeit der Schüler von dem eigentlichen Gegenstande des Unterrichts
ab und dem geheimnifsvollen Betriebsmechanismus zu, denn es fehlt ihm jedes Triebwerk.
Der Schüler kann daher seine ganze Aufmerksamkeit dem Gegenstande des Unterrichts
widmen. Vor allem aber kann das Kind selbst den Apparat leicht handhaben und sich
daher der Lehrer leicht davon überzeugen, ob es die Vorgänge verstanden Hat.
Die allgemein übliche Darstellung der Sonne durch ein Licht wurde vermieden, da es die
Verdunkelung des Schulzimmers erfordert, die lästig und oft unmöglich ist und im günstigsten
Falle nur eine unbestimmte Abgrenzung zwischen Licht und Schatten bewirkt. Auch ist diese Veranschaulichung für die Kinder der
Volksschulen nicht handgreiflich genug. Im neuen Tellurium ist die Sonne durch eine
hellgelbe Kugel, die Strahlensendung zur Erde durch hellgelbe Drähte und die Mohdbeleuchtung
durch eine halbe hellgelbe Kapsel recht wirkungsvoll veranschaulicht. Die Fig. 1 zeigt rechts die Erde in Sonnenentfernung
und links (punktirt) in Sonnennähe, während Fig. 2 die Stellung von Erde und Sonne in einer der beiden Tag- und Nachtgleichen darstellt. In der Fig. 3 sind die vier
genannten Stellungen von Erde und Sonne der Einfachheit wegen centrisch und in Fig. 4 die
der vier Hauptmondphasen, beide Figuren in Oberansicht, angegeben, während die Fig. 5
und 6 das Mittel zur Veranschaulichung der zur Erde schiefen Mondbahn zeigen.
Auf der Grundplatte G ist der die Sonne S tragende Stab T befestigt, dessen Kröpfung T0
die Excentricität der Erdbahn vorstellt und auch durch ein Excenter ersetzt werden kann.
Die Sonne S, eine hellgelbe Kugel, trägt zur Kennzeichnung der Strahlensendung in den
gezeichneten vier Stellungen die vier waagrechten Drähte D D1 D0 D3, Fig. 1 bis 3, ebenfalls
hellgelb.
Um T dreht sich unterhalb der Kröpfung T0
der horizontale Arm A mit der Hülse A1 zur
Aufnahme des die Erde E tragenden und sich in A1 leicht drehenden Stabes E1, dessen oberer,
unter 23Y2 0 geneigter Theil E0 die Erdachse
bildet und worauf sich die Erde E, eine dunkelgefärbte Kugel, leicht dreht. Letztere
hat drei kräftig hervortretende Kreise e e, e.2,
welche den Aequator und die beiden Wende- kreise versinnlichen.
Bringt man durch Drehen des Armes A die Erde £ und ihre Achse E0 in die Stellung
Fig. ι und 3 rechts, so zeigt der Stab -D
genau auf den nördlichen Wendekreis, den des Krebses. Es ist Sommer bei Sonnenferne.
Um hierbei gleich die Entstehung von Tag und Nacht zu veranschaulichen, dreht man die
Erdkugel um ihre Achse E0. Hierbei zeigt
der Draht D stets auf den Wendekreis C1 und
dadurch auch, dafs alle Punkte desselben Breitengrades bei Tage in gleicher Weise von
der Sonne getroffen werden.
Führt man den Arm A aus der Lage Fig. 3 in der Richtung des Pfeiles daselbst um die
Kröpfung T0 und hält dabei die Stange E1
mit der Hand so, dafs die Achse E0 sich stets
parallel bleibt, so gelangen Erde und Sonne bei der Lage h in Fig. 3 in die in Fig. 2 gezeichnete
Stellung zu einander, wobei der Draht D1 auf den Aequator zeigt. Es ist Tag- und
Nachtgleiche und Herbstanfang.
Bei einer weiteren Drehung des Armes A in die Stellung w, Fig. 3, bezw. in die punktirte
(Fig. ι links), zeigt der Draht D2 auf den südlichen
Wendekreis, den des Steinbockes; es ist Wintersanfang, während in der Stellung f in
Fig. 3 der Draht D3 auf den Aequator zeigt; es ist Tag- und Nachtgleiche und Frühlingsanfang.
Für die Veranschaulichung der Mondphasen M ist die an sich dunkle Kugel M auf einem
Arm M1 befestigt, der auf dem Stab E1 drehbar
und durch einen Stellring E.2 in verschiedenen Höhen darauf festgehalten werden kann.
Um den Arm M1 ist die helle, die Beleuchtung des Mondes M durch die Sonne S darstellende
Kapsel K drehbar, welche den Mond stets halb bedeckt und durch die Gummischnur
oder dünne Spiralfeder V mit der Sonne elastisch verbunden ist und die Kapsel K stets
nach dieser gerichtet hält.
In Fig. ι rechts sind in Ansicht zwei und in Fig. 4 alle vier Mondphasen in Oberansicht
gezeichnet. In der Stellung I ist der Mond ganz dunkel, es ist Neumond, II ist die rechte
Seite desselben hell, es ist das erste Viertel, III ist die ganze Mondscheibe hell, es ist Vollmond,
IV ist die linke Seite hell, es ist das letzte Viertel.
Bringt man den Stellring E2 in die Lage
Fig. ι links und den Mond M auf die linke Seite der Erde E, so verdeckt deren Schatten
den Mond; es ist Mondfinsternifs. Gelangt dagegen der Mond zwischen Erde und Sonne,
wie die punktirte Lage des Mondes M, Fig. 1 links, zeigt, so verdeckt der letztere die Sonne
mehr oder weniger; es ist Sonnenfinsternifs.
Die Fig. 5 und 6 zeigen noch eine Einrichtung, durch welche die geneigte Bahn des
Mondes veranschaulicht wird. Statt des gewöhnlichen Stellringes E.2 ist hier ein Stellring
P mit einem schrägen Rande ρ angeordnet und der Arm Ai1 mit einem Stift m versehen.
In der Lage Fig. 5 trägt die rechtwinklige Fläche von P den Arm M1, und dieser wirkt.
jetzt genau wie E2, während in der Lage Fig. 6 bei einer Drehung des Armes M1 der
Stift m stets auf dem Rande ρ bleibt und die Mondkugel bei ihrer Drehung auf- und
niedergeht. .
Claims (4)
1. Ein Tellurium, dessen dunkelgefärbte und mit drei hellen, den Aequator und die
beiden Wendekreise darstellenden drei Kreislinien (e e, e2) versehene Erdkugel (E)
mit ihrer um 231^2 0 geneigten Achse (E0),
worauf sie sich zur Erklärung von Tag und Nacht drehen läfst, unten im Arm (A)
drehbar befestigt ist, und bei dessen Drehung um die zur Erklärung von Sonnen-Nähe
und -Ferne gemachte Kröpfung (T0) der auf der Grundplatte (G) festen Stange (T),
worauf die hellgelbe Sonnenkugel (S) sitzt, mit der Hand so gehalten wird, dafs die
Erdachse (E0) stets parallel bleibt, und wobei vier in den Stellungen der Sonnen-Nähe
und -Ferne sowie den beiden Tag- und Nachtgleichen in der Sonne angebrachte helle Metalldrähte (D D1 D2 D3; die
Strahlensendung auf die Erde und dadurch die vier Jahreszeiten zeigen.
2. An dem unter 1. gekennzeichneten Tellurium die Darstellung der Mondphasen dadurch
, dafs die dunkelgefärbte Mondkugel (M), welche mit dem in ihr festen Arme (M1) um die Stange (E1) der Erdachse
(E0) drehbar ist, durch eine um die Mondachse (M1) drehbare und die Erleuchtung
durch die Sonhenkugel (S) darstellende helle Kapsel (K) halb bedeckt ist
und diese durch ihre elastische Verbindung (V) mit der Sonnenkugel·^ letzterer
stets zugewendet bleibt, wenn die Mondkugel (M) um die Erdkugel (E) gedreht
wird.
3. An dem unter 1. gekennzeichneten Tellurium die Tiefer- und Feststellung des Dreharmes
(M1) auf der Stange (E1) durch den
Stellring (E2), behufs Veranschaulichung der Sonnen- und Mondfinsternifs.
4. An dem unter 1. gekennzeichneten Tellurium
die Veranschaulichung der schrägen Mondbahn durch einen Stellring (P) mit
, schrägem Teller (p), worauf der Stift (nt) am Arme (M1) bei dessen Drehung um
den Stab (E1) schleift und die Mondkugel auf- und niedergeht.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE79271C true DE79271C (de) |
Family
ID=351918
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT79271D Expired - Lifetime DE79271C (de) | Tellurium |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE79271C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE202017107950U1 (de) * | 2017-12-29 | 2019-04-01 | Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. | Tellurium |
-
0
- DE DENDAT79271D patent/DE79271C/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE202017107950U1 (de) * | 2017-12-29 | 2019-04-01 | Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. | Tellurium |
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