DE791C - Thermometerkörper mit veränderlichem Volumen für alle Waagen zur Bestimmung des spezifischen Gewichts - Google Patents

Thermometerkörper mit veränderlichem Volumen für alle Waagen zur Bestimmung des spezifischen Gewichts

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DE791C
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Description

1877.
L. REIMANN in BERLIN.
Thermometerkörper mit veränderlichem Volumen für alle Waagen zur Bestimmung des
specifischen Gewichts.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 21. September 1877 ab.
Bis jetzt verwendet man seit Erfindung der Mohr'sehen Waage zur Untersuchung des specifischen Gewichts von Flüssigkeiten entweder einen Porcellankörper oder ein gewöhnliches Glasthermometer. Ebenso verwendet man einfache Glasthermometer bei den einschenkligen Waagen zur Bestimmung des specifischen Gewichtes flüssiger Körper.
Diese jetzt gebräuchlichen Thermometerkörper, bei den gleichschenkligen Waagen verwendet, nebst Gegengewicht und Reitergewicht, unterliegen einer Justirung unabhängig von der Waage. Das Gegengewicht ist gleich dem Thermometerkörper und die dazu gehörigen Gewichte werden nach der, durch das Eintauchen des Thermometerkörpers in destillirtes Wasser bei 150G. sich ergebenden Gewichtsdifferenz bestimmt.
Die technische Schwierigkeit, die Thermometer im Gewicht gleich schwer zu blasen, um gleiche Gegengewichte zu haben, ist sehr grofs; dadurch würde auch nur erreicht werden, dafs alle Körper und Gegengewichte gleich schwer sind, aber nicht die dazu gehörigen Reitergewichte, da es bei der jetzigen Construction der Thermometerkörper nicht möglich ist, solche so zu blasen, dafs dieselben gleiche Wassermengen verdrängen, wovon aber die gleiche Schwere aller Gewichte abhängt. Bei den Garnituren, die zu gleichschenkligen Mohr'schen Waagen verwendet werden, liegt die Unannehmlichkeit vor, dafs, sobald das Thermometer entzweigeht, die übrigen Theile nicht mehr Verwendung finden und eine neue, complete Garnitur benöthigt wird. Noch mehr tritt diese Unannehmlichkeit bei den sonst so bequemen einschenkligen Waagen hervor. Das Gegengewicht des Thermometers bildet der mit dem Balken verbundene beschwerte Theil des entgegengesetzten Schenkels. Dadurch wird die Anschaffung einer Reservegarnitur unmöglich. Zerspringt hier das Thermometer, so mufs die ganze Waage behufs Anschaffung eines neuen Th'ermometerkörpers nebst passenden Gewichten zum Fabrikanten; es mufs das Gegengewicht des Schenkels nach dem neuen Thermometerkörper umgeändert werden.
Um diesen Uebelständen abzuhelfen, ist das vorliegende Thermometer construirt worden.
Zu dem Zwecke, bei'späterer etwaiger Heranziehung zur gesetzlichen Aichimg, als Einheitsgewicht zu gelten, hat der Erfinder für das absolute Gewicht desselben 10 g angenommen und das durch den Thermometerkörper verdrängte destillirte Wasser bei 150C. auf 5 g nach den Normalen der hiesigen Normal-Aichungs- Commission bemessen.
Um die Thermometerkörper nun in diesem Verhältnifs herzustellen, habe ich, wie die Zeichnung zeigt, den Thermometerkörper am Endpunkt der Kugel mit einem Cylinder α von massivem Glas versehen, und das weitere Verfahren ist derartig, dafs ich unabhängig vom Gewicht des Körpers, das unter iog liegt, denselben an einer gleichschenkligen Waage unter destillirtem Wasser bei 15 0C. durch Abschleifen an der unteren Fläche bei b an dem massiven Glas-Cylinder so lange justire, bis derselbe durch Aufhängen eines Gewichts von 5 g an demselben Schenkel der Waage, wo das Thermometer erst frei eingespielt hat, unter Wasser gebracht, auch einspielt und so genau 5 g destillirtes Wasser verdrängt. Dadurch sind sämmtliche Gewichte gegeben, das Einheitsgewicht 1,0 = 5 g schwer. Die anderen^ Gewichte, Decimalstellen vertretend, 0,5, 0,05, 0,005 g, sind ebenso wie das Einheitsgewicht für alle Garnituren nur nach dem normalen 5 g unabhängig zu fertigen.
Das absolute Gewicht von 10 g für den Thermometerkörper wird nun durch das an demselben am oberen Ende des Platindrathes anzubringende Ausgleichgewicht in Form einer Kugel mit Haken und Oese aus Metall (Zeichnung bei e), durch Anfeilen von Flächen nach dem Normal-1 og justirt.
Ich habe so einen Thermometerkörper von 10 g, der 5 g destillirtes Wasser bei 150C. verdrängt. Alle Thermometer meiner Construction können gleichartig justirt werden.
Da das Verfahren bei Anfertigung aller Garnituren dasselbe ist, da es nach gesetzlich bestimmten Normalen geschieht, so ist Jeder im Stande, jene selbst leicht zu prüfen und der Fabrikant vermag solche immer gleichmäfsig anzufertigen.
Es wird möglich, dass man zu ein und derselben Garnitur Gewichte mehrere Thermometerkörper zur Reserve beziehen kann und dafs so
ein Entbehren und Aussetzen der Thätigkeit der Waage ganz fortfallt.
Sowohl die Thermometer, als auch die Gewichte, können einzeln bezogen und ersetzt werden.
Bei den einschenkligen Waagen wird die Veränderung der Waage infolge Zerbrechens des Thermometers nicht erforderlich, da der zu ersetzende Theil gleich dem vorherigen ist.
Alle vorhandenen einschenkligen Waagen unterliegen, um sie zur Benutzung dieser Thermometer einzurichten, nur einer einmaligen Umänderung. Alle gleichschenkligen Waagen können sofort verwendet werden.
Der Consument kann sich leicht mit Ersatzstücken versehen, oder solche ohne Rücksendung des ganzen Instrumentes beziehen.
Die Resultate werden gleichmäfsiger sein, da alle Untersuchungen auf io g Flüssigkeit, also auf gleiche Quantität bezogen werden, Vergleichungen werden also erleichtert.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
DE791DA 1877-09-20 1877-09-20 Thermometerkörper mit veränderlichem Volumen für alle Waagen zur Bestimmung des spezifischen Gewichts Expired - Lifetime DE791C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US20180146685A1 (en) * 2015-03-30 2018-05-31 BSH Hausgeräte GmbH Device for producing a baked good

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