DE78639C - Verfahren zur Darstellung von rothem Eisenoxyd (Caput mortuum) - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von rothem Eisenoxyd (Caput mortuum)

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DE78639C
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magnesium
caput mortuum
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M. N. D'ANDRIA, 6 Frogmore Terrace ehester Road, Manchester, County of Lancaster, Engl
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01GCOMPOUNDS CONTAINING METALS NOT COVERED BY SUBCLASSES C01D OR C01F
    • C01G49/00Compounds of iron
    • C01G49/02Oxides; Hydroxides
    • C01G49/06Ferric oxide [Fe2O3]

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Compounds Of Alkaline-Earth Elements, Aluminum Or Rare-Earth Metals (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Colcothar oder Caput mortuum, auch Englisch Roth, Blutstein oder rother Ocker genannt, jenem rothen Eisenoxyd, welches hauptsächlich als Anstrichfarbe und zum Poliren von Metallen Anwendung findet.
Es wird gewöhnlich dargestellt durch starkes Erhitzen von Eisenvitriol FeSO4, 7 H2O für sich oder gemischt mit Kochsalz. Im letzteren Falle tritt eine doppelte Umsetzung ein gemäfs der Gleichung: 2 Fe S O4 + 2 Na Cl + H2O = Fe2 O3 + Na2 S O4 + 2 H Cl + S O2.
Dieses Verfahren hat den grofsen Uebelstand, dafs zur vollständigen Zersetzung des Eisenvitriols und zur Austreibung der Schwefelsäure eine verhältnifsmäfsig sehr hohe Temperatur erforderlich ist.
Das vorliegende Verfahren gestattet nun die Anwendung einer beträchtlich niedrigeren Temperatur. Es besteht in folgendem: Man mischt den Eisenvitriol vor dem Glühen mit einer Magnesiumverbindung, welche nach dem Glühen in Wasser löslich ist, so dafs das rothe, in Wasser unlösliche Eisenoxyd leicht durch Auslaugen gewonnen werden kann.
Die bequemste Ausführungsart der vorliegenden Methode besteht darin, Eisenvitriol mit ungefähr dem gleichen Gewicht von Magnesiumsulfat zu mischen und dieses Gemisch bei einer niedrigeren Temperatur als bisher zu rösten, wobei die richtige, erforderliche Temperatur sich durch die Entwickelung von Schwefelsäure kennzeichnet und die Dauer des Vorganges auf Grund der von Zeit zu Zeit entnommenen Proben bestimmt wird.
Die Wirkung des Magnesiumsulfats beruht hierbei nicht auf seiner chemischen Umwandlung, vielmehr auf einem Berührungs- oder katalytischen Processe. Eine chemische Umsetzung in der Weise, wie sie bei dem Kochsalze eintritt, kann bei der Anwendung von Magnesiumsulfat nicht stattfinden, da ja Eisensulfat und Magnesiumsulfat denselben Säurebestandtheil — die Schwefelsäure — enthalten.
Das Magnesiumsulfat spielt hierbei eine vollkommen indifferente Rolle, und nur durch seine Anwesenheit, nicht durch eine chemische Reaction bewirkt es die Herabminderung der Temperatur.
Es ist einleuchtend, dafs man, anstatt ein Gemisch von Magnesiumsulfat und Eisenvitriol anzuwenden, das gleiche Ergebnifs auch dadurch erzielen kann, dafs man das Magnesiumsulfat in dem Gemische sich bilden läfst; zu diesem Zwecke kann man Magnesiumoxyd, -hydrat, -carbonat oder andere Magnesiumsalze mit dem Eisenvitriol mischen und Schwefelsäure in ungefähr molecularer Menge zusetzen, so dafs Magnesiumsulfat in dem Gemisch gebildet wird.
In jedem Falle besteht das Product des Glühprocesses hauptsächlich aus einem Gemisch von rothem Eisenoxyd und Magnesiumsulfat, welches nach dem Erkalten ausgelaugt wird, wodurch das wasserlösliche Magnesiumsulfat von dem unlöslichen Eisenoxyd getrennt wird, welches hierauf getrocknet und zum Verkauf und Verbrauch fertig verpackt wird.
Das auf diese Weise erhaltene Product wird durch die Anwesenheit von Magnesiumsulfat bei der Erhitzung wesentlich beeinflufst, indem auch ein geringer Theil des letzteren sich zersetzt und sich Eisenmagnesiumverbindungen bilden, welche die Qualität der auf diese Weise erhaltenen rothen Farbe bedeutend verbessern und ein Product von glänzenderer Farbenschattirung und von feinerer Vertheilung ergeben. Diese physikalischen Vortheile des Productes machen es in gewerblicher und technischer Beziehung bedeutend werthvoller als das gewöhnliche künstliche Product.
Das Magnesiumsulfat kann aus der Lösung wiedergewonnen und zur Herstellung weiterer Mengen von rothem Eisenoxyd verwendet werden.
Die Schwefelsäure und schweflige Säure, welche während des Röstens sich entwickeln, können nach einer Vitriolkammer geleitet werden, um in der bekannten Weise für die Fabrikation von Schwefelsäure nutzbar gemacht zu werden, oder sie werden nach bekannter Methode verflüssigt.
Die grofsen technischen und wirthschafüichen Erfolge, welche das vorliegende Verfahren gegenüber den alten Methoden auszeichnen, bestehen aufser den schon genannten physikalischen Vortheilen des Endproductes in einer bedeutenden Ersparnifs an Brennmaterial während des Processes, in der steten Wiedergewinnung des angewendeten Magnesiumsulfats und in einem werthvoUen Nebenproducte, der Schwefelsäure, während die bei der Verwendung von Kochsalz als Zuschlag zum Eisensulfat entstehenden Nebenproducte: Salzsäure, Natriumsulfat und Schwefeldioxyd fast werthlos sind; eine Verarbeitung derselben ist kaum lohnend, während das verwendete Kochsalz verloren geht und jedesmal eine neue Portion zugegeben werden mufs.
Während also aus der Verwendung von Kochsalz ein bedeutender Materialverlust und werthlose Nebenproducte resultiren, erreicht das vorliegende Verfahren das Ideal des technischen Chemikers: einen Kreislauf im Processe und werthvolle Nebenproducte.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Herstellung von rothem Eisenoxyd (Caput mortuum), darin bestehend, dafs man Eisenvitriol mit Magnesiumsulfat glüht und das erkaltete Glühproduct mit Wasser auslaugt.
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