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Amtsweiche für gleichzeitig niederfrequent und trägerfrequent ausgenutzte
Telefonleitungen In den Vermittlungsistellen von Telefonnetzen werden die eingeführtem
Leitungen im allgemeinen: an einen: sogenannten Hauptverteiler geführt, der im wesentlichen
ajus waagerechten und senkrechten Ansch#luB-stneifen besteht, die eine Zusammenschaltung
der Fernsprechleitungen mit den Fernsprech k:itungen der Vermittlungsstellen, z.
B. mit den Wählern, ermöglichen und gleichzeitig als Prüfungsklinke turn Messen
und Prüfen von Leitungen dienen.
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In Abb. r ist der vorbeschriebene Leitungsweg in einer Prinzipskizze
dargestellt. Das Kabel ist mit z und die Kabeleinführung mit a bezeichnet. Der waagerechte
Klinkenstreifen 3 ist durch die Rangierleitung q. mit den senkrechten Klinkenstreifen,
5 verbunden. An diesem sitzt die Sicherung 6 in der Leitung, die zu dem Anschlußorgan
7, wie Varwähler u. dgl., führt.
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Wenn, nun die Fernsprechleitungen durch Übertragung von Trägerfrequenzen
mehrfach ausgenutzt werden, z. B.. Drahtfunk, Alarmübermittlung, ist zur Zuführung
der Trägerfrequenz die Einschaltung von Weichen in die Leitungen erforderlich..
Die Einschaltung
dieser Weichen muß im Amt zwischen den in Abb.
i mit 2 und 7 bezeichneten Punkten erfolgen.
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Die Weiche, deren bekannte Schaltung in Abb. 2 dargestellt ist, hat
folgende Aufgaben zu erfüllen: Erstens dient sie zur Zuführung der Trägerfrequenz
(Hochpaß, Abb. 2, Teil i), zweitens mu.ß die Leitung in Richtung der Vermittlungseinrichtung
für die Trägerfrequenz gesperrt werden (Tiefpaß, Abb.2, Teil 2), während das niederfrequente
Telefongespräch ungehindert durch den Tiefpaß gehen muß.
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Es ergibt sich nu.n die Frage, wo die Weiche am besten unterzubringen
ist.
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Wird die Weiche in dem senkrechten, d. h. amtsseitig liegenden Anschlußstreifen
angebracht, so ergeben sich folgende Nachteile: Die Trägerfrequenz geht auf dem
Weg zum Teilnehmer durch die Rangierleitungen, die: bei einem großen Amt eine Länge
von ioo m haben können und die aufs, betrieblichen Gründen nicht geschirmt sind.
Folglich kann die Übertragung der Hochfrequenz auf andere Leitungen und die Aufnahme
von Störungen aus anderen Leitungen stattfinden. Dadurch wird die Wirkung des Tiefpasses
zum Teil aufgehoben. Ferner ist die Unterbringung der Leiter zur Zuführung der Trägerfrequenz
an der senkrechten Seite aus Räumgründen schwierig, weil dort die für die Amtseinrichtung
notwendigen Sicherungen sitzen. Außerdem ist aus dem gleichen Grunde die Unterbringung
von Hoch- und Tiefpaß schwierig.
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Es ist auch bekannt, Hoch- und Tiefpaß zu einer Einheit zu vereinigen.
Bei der Unterbringung dieser Weichen tritt jedoch der Nachteil auf, da.ß zur Einschaltung
der Weichen längere Zuführungsleitungen notwendig sind, so daß eine große Störanfälligkeit
besteht; abgesehen davon, daß es überhaupt notwendig ist, besondere Verbindungen
herzustellen.
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Es ist auch bereits vorgeschlagen worden, Hochpa.ß und Tiefpaß zu
trennen, so daß an dem senkrechten und waagerechten Anschlußstreifen jeweils nur
ein Teil des gesamten für die Weiche notwendigen Raumes erforderlich ist: Zwä:ngsläufig
ergibt sich damit die Lagedes Tiefpasses an der senkrechten und die Läge des Hochpasses
an der waagerechten. Seite. Diese Lösung hat- aber den: Nachteil, daß durch die
Rangierleitung eine St5raufna.hme,wie im vorstehenden Fall, möglich ist. Weiterhin
findet eine Leistungsverzweigung der Hochfrequenz statt, die nicht nur in die Teilnehmerleitung,
sondern auch in die Rangierleitung fließt. Je nach Länge der Rangierleitung tritt
also eine verschieden große kapazitive Belastung der Leitung auf, was sich besonders
bei der Anwendung von Drahtfunk. verstärkern mit Gegenkopplung in einer Leistungsverminderung
des Verstärkers infolge phasenveränderlicher Anpassung auswirkt.
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Eine Haupteigenschaft des Tiefpasses, nämlich für Hochfrequenz einen
größeren Scheinwiderstand zu besitzen, wird durch die vorhandene Rangierleitung
zum Teil aufgehoben.
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Aus diesen Gründen ist eine andere Unterbringung von Hoch- und Tiefpaß
anzustreben.
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Die erfindungsgemäße Amtsweiche kennzeichnet sich dadurch, daß Hoch-
und Tiefpaß in einem Gehäuse angeordnet sind und in auf der Teilnehmerseite liegende
Klinkenstreifen des Hauptverteilers so einsteckbar sind, daß einerseits gleichzeitig
durch die Steckeranordr nung die Leitung aufgetrennt und der Tiefpaß eingeschleift
wird und andererseits über zwei auf dem Klinkenstreifen befindliche Kontaktschienen
die Hochfrequenz zugeführt wird. Durch diese "Maßnahmen tritt eine bedeutende Ersparnis
von Leitungsmaterial ein, da es nicht notwendig ist, zwischen den Amtsverbindungen
und den Weichen besondere Verbindungen, herzustellen, da das Einschleifen der Weichen
unmittelbar in die Leitung erfolgt. Da also besondere Verbindungsleitungen fortfallen,
ist weiterhin der Vorteil gegeben, daß die Störanfälligkeit bedeutend verringert
ist. Die Herstellung besonderer Lötstellen in den 1,eitu-ngen ist d-a.bei nicht
erforderlich.
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Die Abb. 3, .I und 5 zeigen Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen-
Weichenanordnung. Die Abb.3 zeigt zwei Weichen im waagerechten Klinkenstreifen.
Mit i sind die Schienen des Gestells bezeichnet, die den Klinkenstreifen 2 tragen.
Die Weichen 3 greifen mit Steckern in die Öffnungen des Klinkenstreifens 2 ein,
während die Zuführung der Hochfrequenz über die Schienen ,M erfolgt.
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In der Abb. q. ist dieselbe Ausführungsform der Weiche in der Seitenansicht
gezeigt. Der Klinkenstreifen ist geschnitten dargestellt. 5 sind die geteilten Steckerstifte,
die mit der Weiche 3 verbunden sind und zur Auftrennung der Leitungen, die an den
beiden Federpaaren 6 liegen,- dienen. In der Abbildung ist von jeder Leitung nur
J`e ein Federpaar dargestellt. Beim Einstecken der Steckerstifte 5 wird bei beiden
Federpaaren die obere Feder von der zugehörigen unteren aufgetrennt und damit auch
die Zweidrahtleitung zwischen den Anschlüssen aufgetrennt. Die übrigen- Bezugszahlen
haben dieselbe Bedeutung wie in der Abb. 3.
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In der Abb. 5 ist eine weitere Ausführung der erfindungsgemäßen Amtsweiche
in der Seitenansicht gezeigt. Hierbei sind die Zuführungsleitungen 4 für die Hochfrequenz
nicht
über, sondern unter dem Klinkensareifen: a angeordnet. Dadurch wird :eine noch bessere
Rau:mausnutz#ung und geringere Bauhöhe erreicht. Ein Hakeb:lech 7 für die Zuführungsschienen
4 der Hochfrequenz dient gleichzeitig zur Zuführung der Weichen in dem Rahmein.
Die übrigen Bezugszahlen sind die gleichen, wie! in Abb. 3.
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Die Weiche hat einen Isolierstoffrahrnen, in dem die beiden geteilten
Steckers:tifte 5 und die Kontaktfedern sitzen-. Die" seitliche Begrenzung des Weichengehäuses
erfolgt durch dünne Bleche, die gleichzeitig zur Abschirmung dienen. Die Weichen
sind so: ausgeführt, daß sie einschließlich der beiderseitigen Abschirmflächen in
einer Breite von. 4 bis 6,5 mm ausgeführt werden können, so daß die -Breite einer
Weiche der Breite :eines Prüfsteckers, der für die Anlage verwendet wird, entspricht.
Hierdurch kann beliebigen, gegebenenfallst allen an dem vom Teilnehmer aus gesehenen
ersten und waagerechten Klinkenstreifen liegenden Leitungen - eine Weiche zuggeordnet
werden,. Die übrigen Abmessungen der Weiche sind ebenfalls so groß, daß sie den
verfügbarem. Platz des Klinkenstreifens; z im Betrieb nicht beeinträchtigen..
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Weiterhin ist die Weiche zweckmäßig so ausgebildet, daß keine besondere
Aufnahmevorrichtung im, Gestell oder am Klinkenstreifen z benötigt wird, sondern
daß die 'Keiche durch die, beiden Trennstecker 5 gehalten wird. Auch die Hochfrequenz
wird der Weiche auf einfache Art und Weise zugeführt. Es werden zwei bandförmige
Leitungen 4 über oder unter dem. Klinken streifen z angebracht. Die bandförmigen
Leiber beben über die ganze Breite des Klinkenstreifens und sind an beiden Enden
mit Lötfahnen versehen. In einem Fernsprechgestell sitzen mehrere solcher Klinkenstreifen
nebeneinander und übereinander. Die Lötösen sind so lang, daß die zur -Zuführung
der Hochfrequenz dienenden Bendleiter eines Klinkenstreifens mit :dem nächsten Klinkenstreifen
verbunden werden können. Man kann entweder alle Bandleiter 4 hintereinanderschalten
und die Hochfrequenz, an einer Seite des Hauptve,Tteilers zuführen, oder man, kann
beliebig viel Klinkenstreifen zusammenfassen und je über einten besonderen Übertrager
die Hochfrequenz zuführen. Zur Befestigung dieser Hochfne:quenzleiter 4 auf den
Klinkenstreifen bleiben letztere im Gestell festgeschraubt. Lediglich einige vorhandene
Befestigun.gsechrauben@müssen zum Festschrauhen der Haltevorrichtung der Bandleiter
4 gelöst werden. Die Niederfnequenzverbin@ dungsstecker 5 sind federnd und: passen
sich demnach den maßli.chen Ungenauigkeiten dies Klinkenstreifens, der nicht. für
eine zusätzliche trägerfrequente Na:chricbtenübermittlung gebaut ist, an.
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Durch dass Weglassen einer Haltevorrichtung ist erreicht, daß die
Zugänglichkeit aller Federn 6 des waagerechten Klinkenstreifens :2 vorhanden: ist,
wenn sämtliche Weichen herausgenommen sind. Die Weichen @ selbst reichen nicht höher
hinauf als die zum Anschluß der Kabel vorhandenen Schrauben. Der Stecker 5 ist-
zur AuftTennung der Leitung, was zum Einschleifen des Tiefpasses notwendig ist,
in der Mitte geschlitzt, und die beiden Teile sind voneinander isoliert. Durch den
Aufbau der Weiche können die Stecker 5 nur in einer Richtung in den Klinkenstreifen
eingesteckt werden. Der in dem Hochpa.ß vorgesehene Übertrager kann in den verschiedenen
Weichen ein verschieden großes Übe-rsetzu gsverhältnis aufweisen, so daß durch Auswechslung
der Weiche die Hochfrequen:zspannung je nach den durch die angeschlossene Leitung
bedingten Därnpfu.ngsverhältnissen eingestellt werden kann, obwohl allen Weichen
eines gemeinsamen Streifens primär dieselbe Hochfrequenzspannung zugeführt wird.