-
Verfahren zur Herstellung von Raketen Die Erfindung betrifft ein Verfahren
zur Herstellung von Raketen.
-
Es ist bekannt, der Treibladung von Raketen Kohlenwasserstoffe beizumengen,
um sie widerstandsfähiger gegen äußere Einflüsse sowie lagerbeständiger zu machen;
u. a. soll dadurch verhindert werden, daß sich Risse im Treibsatz bilden und daß
der Treibsatz schrumpft und sich von der Wandung der Hülse löst. Es ist auch bekannt,
daß durch Beimischen solcher Stoffe die Abbrandgeschwindigkeit b@eeinflußt werden
kann. Man hat ferner bereits Kohlenwasserstoffe oder andere geeignete Stoffe zwischen
einzelnen Treibladungen .angeordnet, um diese gegen Stöße widerstandsfähiger zu
machen. Schließlich ist es auch nicht neu, Zünderb.estandteile und Sprengkapseln,
insbesondere dabei verwendete Aluminiumhülsen, mit Lack oder sonstigen geeigneten
Schutzstoffen zu versehen Bislang ist es aber noch nicht gelungen, die Betriebssicherheit
von Raketen auf die Dauer zu gewährleisten. Neben den zahlreichen abträglichen Einflüssen,
denen die Rakete bei längerer Lagerung ausgesetzt ist, bringt es die starke Empfindlichkeit
gegen Stoß, Temperaturunterschiede und Feuchtigkeit mit sich, daß in der Treibladung
mit der Zeit melir oder weniger feine Risse entstehen, in die sich der Abbrand nach
Entzündung ,der Rakete sehr schnell ausdehnt. Dadurch entstehen in solchen Rissen
sehr hohe Drücke, die zur Explosion der Rakete führen.
-
Solche gefährlichen Rißbildungen entstehen vorwiegend an den Stellen,
an welchen die Treibladung mit der metallenen Raketenhülse in Berührung kommt. Bei
dem hohen Sauerstoffgehalt :der Treibladung werden nämlich auch die schädigenden
Einwirkungen auf das Metall gefördert, wobei sich an der Innenwand des Stahlrohres
eine mehr oder weniger starke Rostschicht bildet. Die Rostschicht kann dabei so
stark werden, daß die hermetische Verbindung .der Treibladung mit dem Hülsenrohr
zerstört wird. Infolge der Rostbildung und der daraus sich ergebenden Auflockerung
der Ladung entsteht ein Riß;. der dann die vorbeschriebenen nachteiligen Merkmale
im Gefolge hat. Der Brand kann zwischen Treibladung und Hülsenwandung voreilen.
Es entstehen dabei gleichzeitig 'derart starke Spannungen,@daß selbst sehr starke
Stahlwandungen gesprengt werden. Ähnliche Rißbildungen können auch durch starke
Erschütterungen oder durch Abkühlung oder Erwärmung der Raketenhülse verursacht
werden.
-
Um dies-ein Übelstand abzuhelfen und insonderheit eine besonders lagerfähige
Rakete mit widerstandsfähiger Umhüllung bei unbedingter Betriebssicherheit zu schaffen,
wird
erfindungsgemäß in Vorschlag gebracht, den Treibsatz unter
- Vorsehung einer plastischen Zwischenschicht zwischen seiner Außenfläche
| und -der-Hülseninnenfläche in die Hülse #@ |
| zubringen. ,, ö f |
| Die die Zwischenschicht bildenden St' |
| können dabei an der Oberfläche des Treib |
| Satzes angebracht oder aufgestrichen werden. |
Auch kann die Innenwand der Hülse mit den die Zwischenschicht bildenden Stoffen,
beispielsweise einer klebenden Teermasse, bestrichen werden.
-
Im übrigen kommen in erster Linie solche Stoffe bzw. Massen in Betracht,
die sich eng mit dem Treibstoff verbinden und vorhandene Poren ausfüllen und die
geringen oder gar keinen Sauerstoffgehalt aufweisen. Besonderen Vorzug verdienen
die Kohlenwasserstoffe und verwandte Stoffe, z. B. Bitumina, Asphalt. Erdpech, Teere
und Peche, Wachs, Erdwachs oder Montanwachs, fossile Harze, auch Vaseline und Paraffine
u. dgl. in flüssiger, halbfester oder fester Form, mit denen fertige Treibsätze
oder die Innenwände von Raketenhülsen überzogen werden.
-
Die Verwendung solcher Stoffe bei der Herstellung von Raketen hat
zu den güInstigsten Ergebnissen geführt. Derart hergestellte Raketen sind praktisch
unbegrenzt lagerfähig, völlig unempfindlich gegen Stoß und Druck sowie gegen unbeständige
Witterungs- und Temperatureinflüsse. Es können Risse in der Treibladung ebensowenig
entstehen, wie die Innemvandung der Raketenhülse zerstört werkann.
-
Die Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens möge aus folgendem
Beispiel erhellen Die zur Aufnahme der Treibladung bestimmten Sfahlrohre werden
zunächst an ihrer Innenseite sorgfältig gereinigt und getrocknet. Danach -wird die
Innenwandung mit einer gut klebenden Teermasse bestrichen und wiederum ;getrocknet.
Zur Erreichung einer genügenden Auflage kann dieser Vorgang wiederholt werden. Auf
die so entstandene Schicht wird nun eine mit der gleichen Masse bestrichene Bitumenschicht
von beliebiger Stärke aufgeklebt und -wieder getrocknet, worauf die Innenseite der
genannten Schicht wieder mit einer Teermasse behandelt -wird. Schließlich wird mit
Talkum gepudert. Die Rohriiunenwandung ist auf diese Weise mit einem zähen. gummiartigen
Überzug versehen. Vor dem
| bringen der einzupressenden Treibladung |
| n dieser Belag mit einem nicht flüchtigen, |
| ,gut brennbaren Kohlenwasserstoff bestrichen |
| ey;>erden, `der auch zu einem gewissen Be- |
x''standteil :dem Pulver beigegeben werden kann-Sobald die Oberfläche der so vorbehandelten
Hülsenwandung leicht schlüpfrig geworden ist, wird die Vollpressung der Hülse mit
Treibstoff durchgeführt. Um auch durchgehende Längsrisse unmöglich zu machen, können
in beliebigen Abständen beliebig viele Zwischenlagen aus beidseitig behandelten
Bitumenscheiben o. -dgl. zwischen die Treibladung gebracht werden, oder aber die
vorgepreßten Treibmittelkuchen werden an der Oberfläche analog behandelt.
-
Das Verfahren ist aber auch in einer anderen Weise durchzuführen.
Es kann das Hülsenrohr einfach im Innern gestrichen und ausgetrocknet werden, wofür
irgendein bekanntes Rostschutzmittel gewählt wird. In das so vorbereitete Rohr werden
dann festgepreßte Pulverkuchen eingesetzt, die an ihrer Oberfläche eine Schicht
aus den genannten Stoffen erhalten haben. Sollen fliese Kuchen von innen heraus
brennen, also wie bei sog. Seelenraketen, so bleibt deren innere Bohrung eben unbestrichen.