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Verfahren zur besseren Anpassung der auf dem Übertragungsweg zur Verfügung
zu stellenden Frequenzteilbänder und der Beleb, ngszeit an den zu übertragenden
Nachrichteninhalt, insbesondere bei Übertragung von Sprache Es sind bereits eine
große Zahl von Anordnungen zut Zusammendrän.gung des Frequenzbandes einer elektrisch
zu übertragenden Nachricht bekanntgeworden. Die einen gehen davon, aus, das Frequenzband
in viele schmale- Bänder aufzuteilen und dann an Stelle dieser schmalen Bänder lediglich
diskrete Frequenzen zu übertragen, die durch den Energieinhalt der ihnen zugeordneten
Bänder gesteuert werden. Eine zweite Art vors Anordnungen unterdrückt mit Hilfe
von Verteilern regelmäßig kurze Zeitabschnitte der zu übertragenden Nachricht, um
in den entstehenden Lücken eine andere Nachricht absatzweise über den Übertragungsweg
zu geben.
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Eine dritte Art derartiger Anordnungen wendet die Mittel der ersten
und zweiten Art von Anordnungen gemeinsam an.
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Es sind ferner auch Anordnungen bekanntgeworden, die im Grobaufbau
des Gespräches Einsparungen an Belegungszeit des Übertragungsweges erzielen wollen.
So ist z. B.- bei Vierdrahtschaltungen vorgeschlagen worden, mit Hilfe einer synchronisierten
Schalteinrichtung jeweils nur dem sprechenden Teilnehmer
einen
Verbindungsweg zuzuschalten. Hiermit wird eine Einsparung von etwa so v. H. der
Belegungszeit erwartet.
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Den Anordnungen -der zuerst genannten Art haftet der Nachteil an,
daß die Kanäle für die Steuerfrequenzen andauernd zur Verfügung stehen müssen, selbst
wenn eine Steuerfrequenz in einem bestimmten Bande nicht übertragen zu werden braucht.
Da man: die Steuerkanäle für die diskreten Frequenzen verhältnismäßig breit bemessen.
muß, um die Seitenbänder der Steuerfrequenzen mit übertragen zu können, ist ein
wesentlicher Frequenzbandgewinn nicht zu erzielen, wenn die zu übertragende Nachricht
nicht ebensoviel an Güte einbüßen soll.
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Die zweite Art von. Anordnungen bringt infolge der regelmäßigen Unterdrückung
von bestimmten Zeitabschnitten. der zu übertragenden Nachricht den Nachteil mit
sich, daß oft gerade Abschnitte unterdrückt werden, die am Ende des Übertragungsweges
durch Wiederholung des vorhergehenden Abschnittes nicht wieder hergestellt «,-erden
können. Die Folge ist eine unzulässige Verstümmelung der Nachricht. Dasselbe gilt
sinngemäß für :die an dritter Stelle genannten Anordnungen.
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Soll ein fest gegebener -Nachrichteninhalt auf einem Übertragungsweg
übermittelt werden, so gilt grundsätzlich die Beziehung Frequenzbandbreite mal Belegungszeit
gleich einem Festwert. Ausgehend von dieser Beziehung wird die Tatsache, daß der
Nachrichteninhalt in seiner zeitlichen Folge starken Schwankung gen unterliegt und
damit auch das genannte Produkt wechselnd größere und kleinere Werte annimmt, erfindungsgemäß
dahingehend ausgenutzt, daß zur besseren Anpassung der auf dem Übertragungswege
zur Verfügung zu stellenden Frequenz_teilbänder und der Belegungszeit an den Nachrichteninhalt
einerseits zur Einsparung an Frequenzbandbreite die zugeführte Nachricht auf einen
Haupt- und einen Steuerweg aufgeteilt wird, wobei Haupt- und Steuerweg eine gleiche
Bandunterteilung aufweisen, und der entsprechende Bandbereich des Hauptweges so
lange verriegelt und für andere Nachrichten freigegeben wird, als im zugeordneten
Band des Steuerweges keine wesentlichen Anteile der zu übermittelnden Nachricht
vorhanden sind bzw. die Anteile unter einer fest eingestellten Reizschwelle liegen,
und/oder daß andererseits die Nachricht über einen verzögerten Weg mit fester Verzögerung
und einen uriverzögerten Weg gegeben wird und bei zeitlich sich nicht änderndem
Nachrichteninhalt der übertragungsweg mit Hilfe eines Differenzspannungserzeugers
für die Dauer des gleich-' imgen Nachrichteninhaltes gesperrt unc für eine andere
Nachricht freigegeben wird Im nachstehenden wird nun eine erfindungsgemäße Anordnung
beschrieben, die die obenerwähnten Nachteile sowohl bei eines Frequenzbandunterteilung
als auch bei eines absatzweisen Unterteilung der Nachricht verinei det.
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Abb. i zeigt ein Schaltungsbeispiel für eine Frequenzbandunterteilung
-der Nachricht. Es ist zu unterscheiden zwischen dem Hauptweg (Verstärker des Hauptweges
VII i und dem Steuerv-eg (Verstärker des Steuerweges I'St). Ergibt sich in
den Bandbereichen BFl . . .13F;, daß für eine bestimmte Zeitspanne, z. B.
in den Bereichen BF2 und PF, kein wesentlicher Anteil der Nachricht enthalten ist
(die Reizschwelle läßt sich je nach der verlangten Güte der Nachricht einstellen
und besitzt einen optimalen Wert), so werden z. B. durch eine Gitterverlagerung
in dem Sperrversu rker Spl' die entsprechenden Bandbereiche BF.. und BF33 des Hauptweges
für die überprüfte Nachricht verriegelt und für eine andere Belegung freigegeben.
Verzögerungsglieder Werzi sorgen dafür, daß die Steuerung in den einzelnen Kanälen,
die üifolge ihrer verschiedenen Bandbreite verschiedene Einschwingzeiten besitzen,
gleichzeitig gesteuert wird. Der Phasenausgleich PhA hebt die im Gesamtbereich entstandenen
Gruppenlaufzeitverschiebungen wieder auf.
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Eine zweite Möglichkeit, die Leitung besser auszunutzen, besteht gemäß
dein oben Gesagten darin, die Belegungszeit an den Nachrichteninhalt anzupassen.
I_in Beispiel hierfür ist in Abb. = dargestellt. Die ursprüngliche Nachricht wird
über die beiden Verstärker L', und Z', auf zwei Wege verteilt. Hierbei ist ein Weg
gegenüber dein anderen mittels des Verzögerungsgliedes l'erz i um einen bestimmten
Betrag verzögert. Die verzögerte und die uriverzögerte Spannung werden nun einem
Differenzspannungserzeuger D, z. B. einer Gegentaktschaltung, zugeführt. Ergibt
sich nunmehr im Verlaufe einer Nachrichtenübermittlung keine Differenz zwischen
der verzögerten und der uriverzögerten Spannung, so wird z. B. mit Hilfe des Gleichrichters
G1 durch eine Gitterspannungsverlagerung am Sperrverstärker Spl' der Übertragungsweg
für die zu übertragende Nachricht gesperrt und für eine andere Nachricht freigegeben.
Im Hauptweg über den Verstärker hI, ist ein- Verzögerungsglied VeyN 2 vorgesehen,
um die für die Steuerung notwendige Zeit zu gewinnen.
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Die Bedeutung dieser Anordnung soll im folgenden einmal an der Übertragung
von Sprache und dann noch an der Übertragung eines Fernsehbildes mit 441 Zeilen
i;nd z ä Bildern
/Sek. beispielsweise erläutert werden. Wendet man
auf dem Verzögerungswege Veyz i eine feste-Verzögerung von beispielsweise 2 ms an,
so ergibt sich eine Einsparung an Übertragungszeit lediglich bei den Pausen zwischen
den Worten und in den Worten,- da nur in diesem Falle keine Differenzspannung auftritt.
Will man. auch die über lange Zeiträume (2oo ms) gleichbleibenden Vokale ausnutzen,
so muß man zu einem Kunstgriff gemäß Abh.3 greifen. Hier ist die Verzögerung Verz
i abhängig von der Sprachgrundschwingung gemacht. Hierzu dient der Analysatorzweig
über T14, Gleichrichter G14 und Tiefpaß TP (o... 300), der in beliebiger
Weise unter Benutzung an sich bekannter Schaltmittel, z. B. Kippsteuerung u. ä.,
die Verzögerungszeit von herz i beinflußt. Der Hauptweg über. T1H usw. stimmt mit
den entsprechenden Teilen der Abh. 2 überein. Damit wird erreicht, daß bei Übertragung
eines Vokales während des eingeschwungenen Zustandes eine Differenzspannung nicht
entsteht, da sich die Schwingungsvorgänge sehr genau mit der Periode der Grundschwingung
wiederholen. Der Übertragungsweg ist daher nur während: des Einschwing- und des
Ausschwingvorganbes des Vokales geöffnet und während des lang dauernden eingeschwungenen
Zustandes des Vokales gesperrt und für andere Nachrichten, frei. Am anderen Ende
des Übertragungsweges müssen dann die Lücken durch entsprechende bekannte Speicher-
oder Verzögerungseinrichtungen überbrückt werden.
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In, der Abb. q. wird ein Schaltungsbeispiel gezeigt, das die Elemente
und Eigenschaften der Schaltungen gemäß Abb. i und gemäß Abb.2 in sich vereinigt.
Hierdurch wird eine Einsparung an Frequenzteilbändern und Belegungszeit gleichzeitig
erzielt. Dafür einander entsprechende Teile dieselben Bezugszeichen wie in den vorhergehenden
Abbildungen gewählt sind, erübrigt sich eine Beschreibung. Lediglich der Phasendreher
PhD ist zwecks einer bequemeren, und genaueren Einstellung der beiden zur Differenzspannungsbildung
herangezogenen Wege noch hinzugefügt. Abb. q. enthält außerdem ein Ausführungsbeispiel
für eine anderweitige Ausnutzung der Leitung in den Belegungspausen. Dies geschieht
z. B. durch einen Telegrammspeicher TS, der über den Sperrv erstärker SpT' an die
Leitung angeschlossen werden kann. Dieselbe Gleichrichterspannung dient daher einmal
dazu, den Sperrverstärker SpV des Hauptweges zu verriegeln, und gleichzeitig dazu,
durch umgekehrtes Anlegen der Spannung an das Gitter des Sperrverstärkers SpV' den
Leitungsweg für den Telegrammspeicher freizugeben._ Gleichzeitig muß natürlich eine
Kennfrequenz in demselben Kanal mit übertragen werden, damit auf der Empfangsseite
eine Trennung der beiden verschiedenen Nachrichten möglich ist, Es ist selbstverständlich
möglich, derartige Anordnungen auch andererseits, beispielsweise für Fernsehübertragungen,
anzuzvenden, wie dies an Hand der Ab-b. 2 im folgenden erläutert werden soll. Verzögert
man z. B. die Abtastung auf dem Verzögerungswege Verz i um beispielsweise
2,5 ,Äs, so erhält man bei einer Abtastung einer gleichmäßig getönten Fläche,
z. B. Himmel, nur zum Zeilenbeginn einen Differenzspannungswert, der die Tönung
angibt. Für die Dauer von etwa i o Bildpunkten (--- i o # o, ä 5 ,us) wird dann
der Übertragungsweg freigegeben und der Tönungswert der einen Zeile übertragen.
Dann werden verzögerte und unverzögerte Spannung gleich, und der Übertragungsweg
wird für die weitere Dauer der Abtastzeit der gleichgetönten: Fläche gesperrt und
ist für die Übertragung einer anderen Nachricht frei.
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Es ist bei der erfindungsgemäßen Anordnung auch möglich, nicht nur
die Helligkeitswerte einer Zeile miteinander zu vergleichen. Man kann durch entsprechende
Wahl der Verzögerung auch zwei entsprechende Punkte zweier im Verlauf einer Bildfolge
von 25 Bildern/Sek. aufei-nanderfolgender Bilder miteinander vergleichen. Wählt
man z. B. die Verzögerung zu '/"Sek. - d.o ms und: sorgt dafür, daß die Punkte
des zweiten Bildes den Punkten des vorhergehenden Bildes genau entsprechen, so ergibt
sich für die größte Zeit der Übertragung des Fernsehbildes eine Sperrung des Übertragungsweges
für das Bild und Freigabe des Übertragungsweges für eine andere Nachricht. Am anderen
Ende des Übertragungsweges muß man, sich in bekannter Weise der .Bildspeicher bedienen,
um die Übertragungspausen zu überbrücken. Es gelingt also mit dieser Anordnung,
auch im Bereiche des Fernsehens ganz beträchtliche Einsparungen an Belegungszeit
zu erzielen, da die aufeinanderfolgend@en Bilder einer Bildfolge nur geringfügige
Unterschiede aufweisen.