-
Verlängerbares Fährzeug, insbesondere Kampfwagen mit Raupenantrieb
Fahrzeuge und insbesondere Kampffahrzeuge o. dgl. sind oft vor die Notwendigkeit
gestellt, Hindernisse in Form von Gräben, Trichtern usw. überqueren zu müssen, die
die Wagenbaulänge mehr oder weniger weit überschreiben. Um dies - zu ermöglichen,
gehen bekannte Vorschläge dahin, entweder Spezi.alfahrzeuge zur Herbeibringung besonderen
-Überbrückungsmateri 1s mitzuführen oder das Fahrzeug selbst mittels vorn und hinten.
um--schlagbar angebrachter Verlängerungsbeile zum Überbrücken brauchbar zu machen,
die dann außer Gebrauch störend über dem Fahrzeugkörper liegen.
-
Diese Maßnahmen sind nicht nur umständlich, sondern entsprechen auch
den neuzeitlichen. Bedürfnissen in keiner Weise mehr. Es muß mindestens verlangt
werden, daß jedes Fahrzeug die dem angegebenen Zwecke dienenden Hilfsmittel selbst
mit sich führt, und zwar so, daß @es dadurch in seiner äußeren Form und für seineeigentliche
Aufgabe nicht im geringsten beeinträchtigt wird, also auch den, Gebrauch seiner
zu Überbrückungszwekken dienenden Hilfsmittel ohne weiteres während der Fahrt möglich
macht.
-
Gemäß der Erfindung wird der angegebenen Voraussetzung jetzt dadurch
entsprochen, daß mit dem Laufwerk des Fahrzeuges kuppelbare Verlängerungsstücke
vorgesehen sind, die, schienenartig ausgebildet, zu beiden Seiten des Fahrzeuges
den Fahrachsen zugeordnet lagern und, mit diesen in Antrieb gebracht, den Laufwerkkörp.er
als solchen verlängernd, nach vorn und hinten über das Fahrzeug hinauslaufen. Hierdurch
ist erreicht, daß das Fahrzeug nicht nur seine ganz normale Gebrauchsform beibehält,
sondern daß es auch selbst beim Überqueren der Hindern;sse auf seinen Verlängerungen
fahrbar bleibt, was z. B. bei umklappbar angebrachten Hilfsmitteln völlig ausgeschlossen
ist.
-
Die Einzelheiten der Erfindung sind nachstehend an Hand der Zeichnungen,
näher erläutert. Es. zeigen in beispielsweiser Ausführung Fig. i bis q. einen Panzerkampfwagen
in verschiedenen Gebrauchsstellungen mit eingezogenen
und mit ausgefahrenen
Verlängerungsstücken, Fig.5 eine Querschnittansicht durch die Laufwerkanordnung
des Wagens mit den neuen Verlängerungsschienen, Fig.6 in vergrößerter Teilansicht
die Anordnung der Verlängerungsschienen in ihrer urbetätigten Mittelstellung sowie
Fig. 7 und 8 die Gesamtanordnung des Laufwerkgetriebes der einen Wagenseite mit
auf Ausfahren und mit auf Einlaufen geschalteten Verlängerungsschienen.
-
Fig. i läßt ohne weiteres erkennen, wie der Kampfwagen i durch die
angebrachte Verlängerungsanordnung weder rein äußerlich noch in seiner normalen
Gebrauchsfähigkeit in keiner Weise beeinträchtigt ist. In Fig.2 ist der Wagen dargestellt
mit im Ausfahren begriffener Verlängerungsanordnung. Auch hierbei ist klar ersichtlich,
wie sich dieser Vorgang ohne jede Behinderung im kampfbereiten Fahren abspielen
kann. Die Fig.3 und q. lassen die Wirkungsweise der neuen Anordnung in ihrem ausgefahrenen
Graben-, Trichter- u. dgl. Hindernisse überbrückenden Zustand erkennen und wie es
sich dabei ausgesprochen um eine Verlängerung des Raupenlaufwerkes handelt.
-
Im einzelnen besteht die neue Verlängerungsanordnung aus Laufschienen
2 bis 5, die zu beiden Seiten des Fahrzeuges an und längs den Fahrachsen 6 und 7
sitzend angeordnet sind, und zwar vorzugsweise paarweise zus.ammengefaßt beidseitig
dieser zu diesem Zweck vorteilhaft nicht über die ganze Fahrzeugbreite durchgeführten
Achsen 6 und Die Ausbildung dieser Schienen 2 bis 5 ist dabei so gewählt, daß sie
die beidseitig aus ihren. Lagerarmen 8 und 9 vorstehenden Achsstücke von oben und
unten mit ihrem durchlaufend ausgesparten Längskanal io umgreifen. Diese Schienenpaare
2 und 3 bzw. q. und 5 sind dabei ferner derart gelagert, daß sie aus einer Mittelstellung
heraus, in der sie die Achsstücke 6 und 7 nicht berühren (Fig. 6), gegenläufig vertikal
verstellt werden können, um sie dann mit diesen Achsen wechs@elweis:e von oben und
unten in Antriebskantakt zu bringen, so daß von diesen Schienenpaaren durch die
in Umlauf befindlichen Laufachsen 6 und 7 die .eine Schiene nach vorn und die andere
nach hinten zum Auslaufen gebracht wird. Zur einwandfreien Betätigung dieses Vorganges
kann ein gegenseitiger Eingriff der genannten Teile mittels -einer Zahnung i i o.
dgl. vorgesehen sein.
-
Eine gegenseitige Steuerung der Schienen 2 und 3 sowie q. und 5 in
der angegebenen Weise läßt sich zwangsläufig in einfacher Art z. B. ,erreichen mittels
einer über dem Schienenpaar sitzenden Waagebalkenanordnung 12, die durch ihre Einstellarme
13 und. i ¢ die Schienen aus ihrer Mittelstellung wechselweise nach oben
und unten verschiebt, so daß sie dadurch in Antrieb mit ihren Betätigungsachsen
gebracht, nach entgegengese tzter Richtung vorwärts und rückwärts auslaufen und,
sobald sie in die Gegenlage vertikal verstellt sind, wieder eingezogen werden.
-
Es steht andererseits aber auch im Belieben der einzelnen Konstruktion,
die beiden Schienen des gleichen Schienenpaares auch unabhängig voneinander betätigbar
zu machen, ganz wie es dem Bedarf entspricht, so daß dann also gegebenenfalls nur
die nach vorn laufenden Schienen zur Wirkung kommen oder umgekehrt nur die nach
hinten gehenden. Gleichfalls ist es möglich, den zwangsläufigen Antrieb zwischen
Achse und Schiene bei Erreichung der maximalen Ausfahrstellung oder der eingezogenen
Ruhestellung auch selbsttätig z. B. mittels Anschlagsteuerung, die dann die Kupplung
der Schienen von ihren Antriebsachsen löst, zu unterbrechen.
-
Sobald das auf den Achsen 6 und 7 sitzende eigentliche Laufrad den
Boden verlieren sollte, kann .es bei über dem Hindernis in Bodenberührung gebracht
aufgesetzten, ausgefahrenen Schienen dann mit seiner Achse auf diesen Schienen weiterlaufen,
bis es nach der Überwindung des Hindernisses selbst wieder Boden fassen kann.
-
Wie die Figuren zeigen, haben die Schienen 2 bis 5 hinreichende Bodenfreiheit,
so daß sie erst bei Wirksamwerden des Hindernisses zur Arbeit kommen. Diese Schienen
sind übrigens, wie gestrichelt eingezeichnet, zweckmäßig ebenso wie die Räder 15
mit einem durch Rollen 16 getragenen und geführten Raupenlaufwerk 17 versehen. Auch
besitzen die Verlängerungsschienen vorzugsweise einen ausgesparten, möglichst leicht
und trotzdem hinreichend biegungsfest gewählten Querschnitt.
-
- Es ist noch darauf hinzuweisen, daß die angegebene neue Anordnung
sich in ihrer Anwendung nicht nur auf Kampfwagen beschränkt, sondern im Bedarfsfall
auch bei beliebigen andersartigen Fahrzeugen in Gebrauch genommen werden kann und
insbesondere auch für Fahrzeugmodelle aller Art, z. B. für Spielwarenzwecke.
-
Abschließend sei noch darauf hingewiesen, daß bei der neuen Anordnung
natürlich die Raupenketten der Verlängerungsschienen in irgendeiner geeigneten Weise
mit dem Wagenantrieb laufend in Verbindung gebracht werden, sobald diese Schienen
ausgefahren sind.