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Als geländegängiges Panzerfahrzeug ausgebildeter Landminenräumer mit
Räumgerät Gegenstand der Erfindung ist ein Räumgerät zum Unschädlichmachen von Tret-
oder Landminen.
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Im neuzeitlichen Kriege wird jede Partei dort, wo ein Angriff erwartet
werden kann, das Vorgelände mit Minen belegen, da diese ein vorzügliches Mittel
sind, um vorgehende Kampfwagen mit Erfolg aufzuhalten und zu vernichten.
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Bekannt sind bemannte Panzertanks ö. dgl. mit hünenräumgeräten, die
schwere Walzen vor sich herschieben, welche die Minen durch den von ihnen ,ausgeübten
Druck zum Entzünden. bringen.
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Diese Räumtanks besitzen als Räumgerät ausladende kranähnliche Ausleger,
an deren freiem .Ende eine breite Stäblrolle oder Walze an einem Drahtseil vor dem
Tank hergeschoben wird. Diese einzige. am Drahtseil vorgeschleppte Stahlolle übt
einen höheren Bodendruck ,aus als die Raupen des Tanks, um so die Minen vor dem
überfahren durch -den Tank zum Entzünden zu bringen. Eine solche einzige Rollre
setzt dem Explosionsdruck der Mine ihr volles Gewicht entgegen. Bei der bekannten
Anordnung kann die ganze nicht unterbrochene Stahlrolle dem Druck der Explosionswelle
nicht .ausweichen. Deshalb ist die Brauchbarkeit des Geräts starker Abnutzung unterworfen,
abgesehen davon, daß die im Fahrzeug befindlichen Bedienungsmannschaften das ständige
Explodieren der Minen wenige Meter von ihnen. entfernt nicht lange ertragen können.
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Bemannte Landminenräumer müssen immer eine gewisse Höhe haben. Sie
werden, von der Tankabwehr schnell erledigt. Es ist daher sehr .das Räumgerät niedrig
ziz
halten, weil es schwer ist, flach am Bodcn dahingleitende Ziele
zu treffen.
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Es ist an sich ein aus der Ferne drahtlos gesteuerter, unbemannter
Minensucher für Panzertruppen bekannt, der aber offenbar wegen seiner Nachteile
nicht eingeführt ist.
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Es handelt sich dabei um ein Raupenfahrzeug, das auf einem gewöhnlichen
Lastwagen aufgebaut ist. Irgendwelche Vorrichtungen zum Räumen der Minen sind in
keiner Weise zu erkennen. Das Fahrzeug wird :auch ausdrücklich nur :als Minensucher
bezeichnet. Das Vorhandensein von Minen wird offenbar dadurch festgestellt, daß
die Minen :explodieren und das Fahrzeug beschädigen. Auf diese Weise wäre immerhin
das Vorhandensein eines Minenfeldes festgestellt. Weiter soll das Fahrzeug ferngesteuert
sein. Empfangsgeräte, wie Antennen für die Fernsteuerung, sind gleichfalls nicht
erkennbar. Wenn auch der Gedanke vorhanden ist, Minen durch ein unbemanntes Fahrzeug
zu räumen, so ist der Weg, der zu diesem Zweck führen soll, überhaupt nicht angedeutet.
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Demgegenüber sieht die vorliegende Erfindung ein unbemanntes, stark
gepanzertes, ferngesteuertes Panzerfahrzeug in Lenkverbindung mit einem bemannten,
nachfolgenden gepanzerten Kampfwagen vor, das vermöge seiner Räumeinrichtung ohne
unmittelbare Bedienung durch Mannschaften zum Säubern des Geländes von Minen geeignet
ist.
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Ein solches unbemanntes, nur Mi:nenräumztvecken dienendes Fahrzeug
kann wesentlich niedriger gehalten sein als ein Fahrzeug, in welchem sich noch die
Bedlenu,ngsmannschaften aufhalten müssen. Neben .einer geringeren Treffbarken des
Geräts wird auch eine Ersparnis an Gewicht erzielt, welche sich aus dem niedrigen
Bau des Fahrzeugs ergibt, so daß eine entsprechend stärkere Panzerung gewählt werden
kann, die das Fahrzeug schußfester macht. Dieses Minenräuinb rät ohne Mannschaften
kann die ganze Heftigkeit des ersten feindlichen Feuers auf sich nehmen, ohne gebrauchsunfähig
zu werden.
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Dieses Räumgerät i nach der Erfindung ist in an sich. bekannter
Art zur drahtlosen Fernsteuerung mit Antenne 8 und Empfangsgerät 6 ausgestattet.
Es wird von dem nachfolgenden Steuerfahrzeug 4., welches seinerseits mit Antenne
und Kommandosender 5 ausgerüstet ist, bedient. Um gegenseitige Störungen in den
Ernpfa.ngsgeräten der einzelnen Minenräumfahrzeuge zu verhindern, ist vorgesehen,
daß die Steuerung durch gebündelte (gerichtete) Wellen oder über Kabel erfolgt.
Die Art derartiger Befehlsübertragungen mit gebündelten Wellen ist in der Fernlenktechnih
von Fahrzeugen. bekannt und daher auch nicht Gegenstand der Erfindung. Gegenüber
dem bekannten Gerät mit einer einzigen an einem kranartigen Ausleger hängenden Rollre
oder Walze, welche durch ihr Gewicht die =Minen zum Entzünden bringt, st- bei der
Ei- fil.dul.g, ähnlich wie bei eilfein anderen bereits vorgeschlagenen Räumgerät
in Panzerwagenforrn mit Besatzung, eine größere Zahl kleinerer, nebeneinander ain
Schubstangen befestigter, eigene Heb- und Senkbewegungen ausführender Walzen vorgesehen,
welche, um eine gemeinsame hintere Achse am vorderen Fahrgestell schwenkbar, vor
dem Räumtank hergeschoben werden.
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Der Bodendruck jeder einzelnen Walze reicht zum Zünden der Mine aus.
Die Unterteilung der Rollen oder Walzen nach der Breite des Fahrzeugs vermindert
die Gewalt der Rückstöße der hochgehenden Walzen bei jeder Explosion von Minen.
Ferner weicht die Einzelwalze dem Explosionsdruck viel leichter aus, so daß die
Gebrauchsfähigkeit des Geräts um ein Vielfaches verlängert wird. Um im-Augenlblick
der Explosion einer Mine die Rolle oder Walze in erhöhtem Maße voin Gewicht der
Schubstange zu entlasten, ist diese nach der Erfindung durch zivischengesetzte Schraubenfedern
unterteilt, welche, dein Explosionsdruck nachgebend, das Hochschnellen des Räumgeräts
einschließlich Ausleger und Walze elastisch beeinflussen.
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In der Zeichnung ist das Räumgerät an einem Ausführungsbeispiel angegeben.
Es besteht nach der Erfindung .aus einem stark gebauten, unbemannten Panzerfahrzeug
i auf Raupen oder Gleisketten mit Räumauslegern 2, die in an sich bekannter Weise
Rollenoder Walzen 3 von entsprechendem Gewicht zur nachAfcklichen Auflage .auf dem
`Boden vor sich herschieben, um die Minen, auf die sie stoßen, zur Explosion zu
bringen.
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Dabei sind die Walzen und Ausleger der Breite des Fahrzeugs entsprechend
in einer Mehrzahl nebeneinander angeordnet und einizeln für sich hebbar und senkbar
eingerichtet. Gegenüber einer bekannten Ausführung eines einzigen bekannten Räumkampfwagens
mit Auslegerarmen und nebeneinander angeordneten Walzen oder Rollen wird nach der
Erfindung das unbemannte Fahrzeug von einem ihm iin Abstand folgenden Panzerwagen
a ferngelenkt, so dar? es überall im Gelände, auch unter feindlichem Feuer, Minen
beseitigen kann.
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Um schließlich die Brauchbarkeit des Räumgeräts weiter zu erhöhen
und die übertragung der Erschütterungen durch die hochgehenden Mienen .auf das Mindestmaß
herabzusetzen und um schließlich die Lenkeinrichtungen im Falhrzewg in ihrer Betriebssiclierheit
zu erhalten, sind nach der Erfindung die als Schubstangen ausgebildeten Auslegerarme
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durch zwischengesetzte Schraubenfedern g unterteilt, damit sie dem Druck der hochgehenden
Minen leichter nachgeben können und dadurch die Lagerung der Auslegerarme am vorderen
Gestell entlasten.