DE71720C - Aus mehreren Glasstücken zusammengesetztes Objectiv für astronomische Refractoren und Fernrohre - Google Patents

Aus mehreren Glasstücken zusammengesetztes Objectiv für astronomische Refractoren und Fernrohre

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DE71720C
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DENDAT71720D
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L. GATHMANN in Chicago, V. St. A., 46 Lincoln-Avenue
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    • GPHYSICS
    • G02OPTICS
    • G02BOPTICAL ELEMENTS, SYSTEMS OR APPARATUS
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 42: Instrumente.
Fernrohre.
Es ist bekannt, dafs die bisherigen Objective von astronomischen Fernrohren dadurch, dafs sie aus je einem massiven Glasstück von bedeutender Dicke bestehen, einen riesigen Kostenaufwand verursachen, weil es sehr schwierig ist, eine Linse von solcher Gröfse, wie sie ein astronomisches Fernrohr erfordert, ohne Blasen oder sonstige Fehler herzustellen. Von dem Kostenpunkt ganz abgesehen, haben derartig grofse Objective auch noch verschiedene andere für den Beobachter sehr störende Mangel im Gefolge, indem z. B. in erster Linie das Beschlagen bei eintretendem Temperaturwechsel sehr lästig ist; denn es fällt diese Störung oft gerade in die Zeit der besten Beobachtung, wodurch dann etwa eine Stunde verloren geht, bis die Linse wieder klar geworden ist. Schliefslich sei noch bemerkt, dafs durch die starken Linsen die Fernrohre ohne Zweck unverhältnifsmäfsig lang gemacht werden müssen.
Alle die vorstehend geschilderten Uebelstände sollen durch das den Gegenstand dieses Patentes bildende Objectiv beseitigt werden, was in der. Hauptsache dadurch erreicht wird, dafs die Linsen aus mehreren einzelnen Stücken in der Weise zusammengesetzt werden, dafs zwischen den einzelnen Theilen freie Räume verbleiben, durch welche der Luft freier Zutritt hinter und zwischen die einzelnen Theile der Linsen ermöglicht wird. Auf diese Weise wird dadurch, dafs die eingetretene Temperaturdifferenz auch hinter der Linse einwirken kann, das lästige Beschlagen der Linse völlig beseitigt. Ferner kann man bei der vorliegenden Einrichtung bedeutend dünnere Objective anfertigen, wodurch die Länge der Fernrohre infolge des Näherrückens des Brennpunktes der Linse um ein beträchtliches Stück verkürzt werden kann.
In der beiliegenden Zeichnung ist eine schematische Darstellung wiedergegeben, um zu zeigen, in wie verschiedenartiger Weise die Zusammenreihung der einzelnen Glasstücke zu ganzen Objectiven geschehen kann.
In Fig. ι ist zunächst ein Objectiv veranschaulicht, welches aus einem runden Mittelkern mit vier darum angeordneten. Randstücken besteht. Der mittlere, aus zwei runden, etwas von einander entfernten Stücken, einem Convex- und einem Concav-Stück bestehende Kern k, dessen Aufsenkante mit einem geeigneten schwarzen Farbstoff bestrichen ist, ist in einem Metallring α befestigt, welcher in einen zweiten Metallring b mit einem durch Stützen c bedingten Spielraum eingepafst ist. Zwischen diesem zweiten Metallring und dem äufseren Umgrenzurigsring u des Objectivs sind die vier Randstücke r befestigt, welche, wie die Zeichnung (Fig. 2) ersichtlich macht, stärker sein können als der mittlere Kern, und die ebenfalls aus zwei von einander etwas entfernt stehenden Convex- und Concav-Stücken bestehen. An den Stellen, wo die vier Randstücke an einander stofsen, sind sie mit je einer eingeschliffenen Nuth η von beliebigem, vorzugsweise jedoch halbrundem Querschnitt versehen, in welche beim Zusammenpassen je ein mit Kautschuk überzogener Draht d geschoben
wird. An den Stellen, wo die Glasstücke r zusammenstofsen, wird aufserdem noch in dem absichtlich gelassenen freien Spalt eine Gummizwischenlage vorgesehen. Die Stirnflächen der Glasstücke werden behufs Vermeidung von gegenseitiger Lichtbrechung und dadurch bedingter störender Beeinflussung der Beobachtung mit einem geeigneten schwarzen Farbstoff bestrichen, was auch an den die Metallränder berührenden Kanten geschehen kann.
Durch die beschriebene, getrennte Anordnung der einzelnen Glasstücke von einander wird bezweckt, die Luft frei um und zwischen die Gläser streichen zu lassen, wodurch sich diese bei Temperaturwechsel leicht dehnen und zusammenziehen können, und das bei den bisherigen Linsen so sehr störende Beschlagen der Gläser vollkommen zu beseitigen.
In Fig. 3 ist noch eine schematische Anordnung veranschaulicht, bei welcher die Randstücke r als einzelne, in sich abgeschlossene Linsen ausgebildet sind, zwischen denen die Luft frei durchstreichen kann.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:.
    Aus mehreren Glasstücken zusammengesetztes Objectiv für astronomische Refractoren und Fernrohre, dadurch gekennzeichnet, dafs das Objectiv aus einzelnen von um einen Kern gruppirten, aufsen beliebig geformten concaven und convexen Glasstücken besteht, welche an ihren Stofskanten mit einem dunklen Farbstoff bestrichen und mit einer elastischen Zwischenlage versehen sind und darauf in ihrer Form entsprechenden Metallemfassungen befestigt werden, zum Zweck, die bei Linsen aus einem Stück bestehenden Uebelstände, wie übertriebene Länge der Rohre und das Beschlagen der Linsen bei Temperaturwechsel, zu beseitigen und die Herstellungskosten zu vermindern.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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