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Die
vorliegende Erfindung betrifft die Herstellung von Bauplatten aus
zementartigem Material. Die Erfindung ist besonders nützlich bei
der Herstellung von Gipsfaserplatten.
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Zementartige
Faserplatten werden durch Mischen einer vorbestimmten Menge an fasrigem
Material (z. B. Zellulosefasern oder Holzspäne), Wasser und trockenem zementartigem
Material (z. B. trockenkalzinierter Gips), Formen des Gemischs zu
einer Matte und Komprimieren der Matte und anschließendes Erhärtenlassen
des zementartigen Materials und Bilden einer Platte aus gebundenen
Fasern und zementartigem Material hergestellt. Das fasrige Material
kann Verstärkungsfasern
sein. Es können
dem Gemisch Additive zugegeben werden, um den Bindungsprozess zu
beschleunigen oder die Platteneigenschaften zu verbessern. Menge
und Typ von Additiven sind von den gewünschten Eigenschaften der fertigen
Platte abhängig.
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Eine
dreilagige zementartige Faserplatte, umfassend ein Gemisch aus Fasern,
Wasser, zementartigem Material, Leichtzuschlag wie Perlit und gewünschten
Additiven können
mit dem in der internationalen Patentanmeldung Nr. WO93/01932 von Carl
Schenk für
ein Verfahren zur Herstellung einer Gipsfaserplatte beschriebenen
Prozess hergestellt werden.
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Eine
unkomprimierte Matte, die ein Gemisch aus Fasern, Wasser, zementartigem
Material und gewünschten
Additiven umfasst, wird durch Gießen von dosierten Mengen des
Gemischs auf ein sich bewegendes Förderband gebildet. Das Gemisch
wird auf dem Band ausgebreitet, so dass eine dreilagige Matte mit
einer beträchtlichen
Höhe entsteht.
Das diese unkomprimierte Matte bildende Gemisch enthält etwa
70–80%
(Vol.) [sic] Luft. Dies wird als „Formstufe" bezeichnet.
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Die
nivellierte Gemischlage wird dann in eine kontinuierliche Walzenpresse
mit drei Hauptsektionen geleitet: einem/r Vorkompressor oder Vorpresse (auch
Entgasungspresse genannt), einer Hauptpresse und einer Kalibriersektion.
Das sich bewegende Förderband
trägt das
nivellierte Gemisch durch die Pressensektionen und ihre zugehörigen Pressvorgänge.
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Die
Vorpresse komprimiert die Matte, um in dem Gemisch eingeschlossene
Luft zu beseitigen und um die Mattenhöhe in Vorbereitung für den Eintritt
in die Hauptpresse zu reduzieren. Die Vorpresse besteht typischerweise
aus einem oberen Band, das allmählich
mit der auf dem sich bewegenden Förderer getragenen Matte konvergiert.
Eines oder beide der Bänder
der Vorpresse sind permeabel, so dass die aus der Matte gepresste
Luft entweichen kann. Während
die Matte in die Vorpresse bewegt wird, kommt das obere Band mit
der Oberseite der Matte in Kontakt. Die Vorpresse reduziert die
Mattenhöhe typischerweise
um etwa 70% (z. B., für
eine Plattenenddicke von 10 mm von etwa 70 mm auf etwa 15–20 mm).
Die die Vorpresse verlassende Platte hat etwa 120%–150% der
gewünschten
Dicke der fertigen Platte. Der größte Teil des Gipses am Ausgang
der Vorpresse hat sich noch nicht zu verfestigen begonnen, und das
verdichtete Gemisch ist eine halbtrockene, krümelige Matte, wenn sie die
Vorpresse verlässt.
Wenn die verdichtete Matte die Vorpresse verlässt, wird genügend Wasser
auf sie gesprüht,
um die Hydratisierung des trockenkalzinierten Gipses zu vervollständigen.
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Die
Hauptpresse beaufschlagt die Matte mit einer hohen Last und presst
sie auf die endgültige Plattendicke.
Die Hauptpresse besteht gewöhnlich aus
einem Rahmen, der zwei Endlosbandförderer trägt, einem, der über der
Matte verläuft,
und einem, der darunter verläuft.
Diese Bandförderer
werden von dicht beabstandeten Walzen getragen, die es zulassen,
dass die Förderer
eine erhebliche Quetschwirkung auf die Matte ausüben. Am Ausgang der Hauptpresse
hat sich der Gips teilweise verfestigt.
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Die
Kalibriersektion ist der Hauptpresse sehr ähnlich und kann ebenfalls eine
erhebliche Last auf die Matte aufbringen. Der Kalibrator ist so
ausgelegt, dass er die Matte auf einer bestimmten Verfestigungsstärke hält, bis
die Matte am Ausgang des Kalibrators in einen festen Zustand erhärtet ist.
Die endgültige
Verfestigung des Gipses erfolgt in der Kalibriersektion oder Kalibrierpresse,
so dass die den Kalibrator verlassende Matte eine feste Platte ist.
Unter bestimmten Umständen
hat sich die die Kalibrierpresse verlassende Platte möglicherweise
noch nicht völlig
verfestigt. Die Hydratisierung der Matte ist möglicherweise am Ausgang der
Kalibrierpresse noch nicht ganz abgeschlossen; ein weiterer geringfügiger Betrag
an Verfestigung kann dann stattfinden, nachdem die Platte die Kalibrierpresse
verlassen hat.
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In
einer typischen Gipsfaserplattenanlage des oben und in der WO 9301932
beschriebenen Typs wird die gepresste und verfestigte Platte vor dem
Trocknen beschnitten und zugeschnitten.
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Die
Ränder
der die Kalibrierplatte verlassenden unbeschnittenen Platte sind
aufgrund der seitlichen Ausbreitung des Mattengemischs weich, während dieses
ausgebreitet und gepresst wird. Diese weichen seitlichen Ränder der
gepressten Platte sind für
den Einbau in die hergestellte fertige Platte ungeeignet, da sie
die Festigkeit der Platte reduzieren und, wenn sie nicht von der
fertigen Platte entfernt werden, zu einer ungleichförmigen Platte
führen
würden.
Daher müssen
die weichen Ränder
entfernt werden. Dies erfolgt durch Beschneiden der Platte mit einer
Wasserschneidvorrichtung. Es wurde gefunden, dass für eine Gipsfaserplattenanlage
des oben beschriebenen Typs und Formen einer gepressten Matte mit
einer Breite von etwa 2600 mm zwischen 100 und 200 mm von jedem
Seitenrand abgeschnitten werden müssen. Dies bedeutet, dass zwischen
etwa 8% und 16% des gepressten Materials entweder entsorgt oder
recycelt werden müssen;
beides bedeutet erhebliche Energievergeudung. Ein weiterer Nachteil dieses
Abfalls ist, dass die Breite der Platte, die mit einer bestimmten
Anlage erzeugt werden kann, erheblich geringer sein muss als die
Breite der Anlagenbänder;
in einigen Fällen
ist die höchstmögliche Plattenbreite
um etwa 400 mm geringer als die Breite der Anlagenbänder.
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Mit
der Herstellung von aus Lagen von verschiedenen Gemischen gebildeten
zementartigen (z. B. aus Gips) Mehrlagenfaserplatten ist ein weiteres Problem
verbunden.
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Eine
Gipsfaserplatte kann in drei Lagen hergestellt werden; starke Ober-
und Unterseitenlagen sowie ein(e) weniger starke(r) und weniger
dichte(r) Mittellage oder Kern. Die Lagenstruktur ist deshalb vorteilhaft,
weil sie es zulässt,
das Gewicht der fertigen Platte zu reduzieren, ohne dass dies auf
Kosten von Festigkeit in den kritischen Bereichen, d. h. den Oberflächen ginge.
Die weniger starke und weniger dichte Kernlage besteht typischerweise
aus einem Gipsgemisch mit einem Leichtzuschlag wie Perlit, Vermiculit
oder einem ähnlichen
Füllstoff.
Die Kernlage hat typischerweise einen niedrigeren Fasergehalt als
die Oberflächenlagen.
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Die
mehrlagige Faserplatte wird mit einer Anlage hergestellt, die Mittel
zum Zuführen
von Oberseiten- und Mittellagen-Gipsgemischen beinhaltet. Eine Lage
aus Oberseitengemisch wird auf dem sich bewegenden Förderer ausgebreitet,
eine Lage aus Kerngemisch wird dann auf dieser ersten Oberseitenlage
ausgebreitet, und eine obere Lage aus Oberseitengemisch wird dann
auf der weniger dichten Kernlage ausgebreitet.
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Die
mehrlagige Matte wird dann wie oben erörtert gepresst, beschnitten,
zugeschnitten und getrocknet.
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Bei
mehrlagigen zementartigen Faserplatten verursacht das laterale Ausbreiten
der Matte, während
diese durch die Formstufe, die Vorpresse und die Hauptpresse passiert,
ein Problem zusätzlich
zu den oben erörterten;
die seitliche Ausbreitung der Gemische und die Haftung der Oberseitenlagen
an den Pressenbändern
bedeuten, dass die weniger dichte, schwache Kernlage an den Rändern zum
Boden der Matte fließt.
Dieser Ausbreitungseffekt ergibt eine Platte mit schwachen Randabschnitten,
die sich um eine erhebliche Strecke in die fertige Platte erstrecken,
wie in den 3(a) bis 3(f) illustriert ist. Eine
fertige Platte mit einem Material von solch geringer Dichte und
Festigkeit an der Oberfläche
beeinträchtigt
die Festigkeit der Platte erheblich. Die seitlichen Ränder der
Platte müssen
daher ausreichend getrimmt werden, damit alle Teile der Oberfläche der Platte,
zu denen das Gemisch geringer Dichte verteilt wurde, und alle Teile
der Platte, aus denen das Gemisch geringer Dichte ausgequetscht
wurde, entsorgt werden.
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Es
ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, Abfall in Verbindung mit
einer Anlage zur Herstellung von zementartigen Faserplatten zu reduzieren,
bei der ein unverfestigtes zementartiges Material erheblich komprimiert
oder verdichtet wird, bevor es sich verfestigt.
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Die
vorliegende Erfindung stellt ein Verfahren und eine Vorrichtung
zum Herstellen von Bauplatten gemäß Definition in den unabhängigen und
Omnibus-Ansprüchen
bereit, auf die nunmehr Bezug genommen werden sollte. Bevorzugte
Merkmale der Erfindung sind in den Unteransprüchen definiert.
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Mit
bevorzugten Ausgestaltungen der vorliegenden Erfindung kann Abfall
in Verbindung mit der bekannten Anlage des oben und in der internationalen
Patentanmeldung Nr. WO93/01932 beschriebenen Typs erheblich reduziert
werden, ohne die Festigkeit der fertigen Platte zu beeinträchtigen.
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Es
wurde vorgeschlagen, dass die Probleme in Verbindung mit den Rändern der
Platte dadurch reduziert werden könnten, dass eine feste laterale Sperre
für die
Ausbreitung des Gemisches in der Formstation bereitgestellt wird,
bevor das Gemisch in die Presse eintritt. Solche Sperren können das
Randproblem jedoch nur teilweise lösen.
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Die
Autoren der vorliegenden Erfindung sind die ersten, die erkennen,
dass ein erheblicher Anteil der lateralen Ausbreitung in der Vorpresse
stattfindet. Es wurde bisher nicht erkannt, dass sich die die Vorpresse
verlassende Matte zwar noch nicht verfestigt hat, aber die lateralen
Ränder
der Matte durch den nachfolgenden höheren Druck in den Haupt- und
Kalibrierpressen nicht viel weiter ausgebreitet werden. Die vorliegende
Erfindung basiert auf der Erkenntnis der Erfinder, dass der kritische
und wichtigste Teil der lateralen Mattenausbreitung in der Vorpresse
stattfindet, obwohl die die Vorpresse verlassende Matte sich noch
nicht verfestigt hat und noch Verarbeitungsschritte durchlaufen
muss, in denen erhebliche Drücke
auf die Matte aufgebracht werden, bevor diese sich verfestigt.
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Eine
erhebliche Verbesserung der Randcharakteristiken von Presse und
Platte kann dadurch erzielt werden, dass eine laterale Sperre in
der Vorpresse vorgesehen wird.
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Es
wurde zwar bereits vorgeschlagen, laterale Sperren bis zur Vorpresse
vorzusehen, aber diese früheren
Systeme befassten sich nicht effektiv mit dem Problem der lateralen
Ausbreitung, da der größte Teil
davon während
des Mattenpressens in der Vorpresse stattfindet. Die Erfinder sind
die ersten, die dies erkannt haben. Demzufolge wird eine zementartige
Faserplatte, die in einem Prozess der oben beschriebenen Art erzeugt
wird, der Pressen und eine erhebliche Höhenreduzierung einer Matte
während des
Pressens beinhaltet und bei dem eine laterale Sperre nur in der
Formstation vorhanden ist, signifikante weiche Ränder haben.
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Wie
oben erörtert,
sind die Autoren der vorliegenden Erfindung die ersten, die erkennen,
dass das Problem der weichen Ränder
durch Einschränken
der lateralen Bewegung (d. h. Ausbreitung) der Matte in der Entgasungsstation
oder der Vorpresse erheblich reduziert werden kann.
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Die
bekannten Systeme mit festen lateralen Sperren in der Formstufe
sind auch äußerst ineffizient,
da das zementartiges Material enthaltende Gemisch dazu neigt, an
der Sperre haften zu bleiben, und stationäres Material sich an den Sperren
aufstaut.
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Die
Erfinder haben erkannt, dass viele signifikante Verbesserungen dadurch
erzielt werden, dass eine laterale Ausbreitung in der Vorpresse
beschränkt
wird. Die die Vorpresse verlassende Matte hat sich zwar noch nicht
verfestigt, ist aber genügend verdichtet,
damit die laterale Ausbreitung in einer Hauptpressensektion ohne
laterale Sperre weniger signifikant ist als in einer Vorpressensektion
ohne laterale Sperre, obwohl die Hauptpresse einen größeren Druck
und auch über
längere
Zeit ausübt.
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Ausgestaltungen
der Erfindung werden nachfolgend mit Bezug auf die folgenden Zeichnungen
beschrieben. Dabei zeigt:
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1 eine Illustration eines
Verfahrens und einer entsprechenden Anlage für die Herstellung von mehrlagigen
zementartigen Bauplatten;
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2 eine Illustration des
Querschnitts einer mehrlagigen Gipsfaserplatte auf dem Formband
von 1;
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3(a) bis 3(g) eine Illustration des Querschnitts
an verschiedenen Punkten der Herstellung der Hälfte einer mehrlagigen Gipsfasermatte,
die gemäß dem bekannten
Verfahren unter Anwendung des Verfahrens und der Anlage von 1 hergestellt wurde;
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4(a) bis 4(f) eine Illustration der Querschnitte
der Hälfte
einer mehrlagigen Gipsfasermatte, die gemäß einer Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung
hergestellt wurde;
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5 eine Illustration einer
Ausgestaltung einer lateralen Vorpressensperre;
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6 ein Antriebs- und/oder
Führungssystem
für die
Sperre von 5;
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7(a) bis 7(b) und 8(a) und 8(d) alternative laterale
Vorpressensperrenkonstruktionen;
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9 eine weitere alternative
Vorpressensperre;
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10(a) bis 10(c) die Kompression der Sperre von 9, während diese durch die Vorpresse
passiert;
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11 eine alternative Vorpressensperre;
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12 die Sperre von 11, während diese komprimiert wird;
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13 und 14 weitere alternative laterale Vorpressensperren;
und
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15 einen möglichen
Führungsmechanismus
für die
lateralen Sperren der 8 bis 11.
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Die
beschriebenen Ausgestaltungen und zugehörigen Zeichnungen sind lediglich
für Illustrationszwecke,
und es ist klar, dass weitere Ausgestaltungen der Erfindung möglich sind.
Insbesondere befassen sich die beschriebenen Ausgestaltungen alle mit
der Herstellung von dreilagigem Gips mit einer Dicke von etwa 10
mm. Es ist natürlich
klar, dass die Erfindung auch auf andere Plattenkonfigurationen
und -dicken anwendbar ist.
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In
den folgenden Beispielen wird eine mehrlagige Gipsfaserplatte durch
Ausbreiten von drei Lagen (1, 2, 3) durch
drei separate Mischköpfe
(4, 5, 6) auf ein Formband 7,
nachfolgendes Komprimieren zum Verdrängen von Luft aus der Matte
hergestellt (typischerweise eine Reduzierung von etwa 70% in einer
Vorpresse (8), die von einem oberen, in Richtung auf das
Formband (7) konvergierenden Deckband (9) definiert
wird, und eine Reduzierung auf eine Plattenenddicke in einer Haupt-
und einer Kalibrierpresse (10, 20), die von einem
oberen Pressendeckband (21) und dem Formband (7)
definiert wird). Das Verfahren und die Anlage der beschriebenen Ausgestaltungen
sind Modifikationen an der in der WO 93/01932 beschriebenen bekannten
Anlage, und im Hinblick auf Einzelheiten zu dieser Anlage und diesem
Verfahren, die in der nachfolgenden Beschreibung nicht enthalten
sind, wird auf diese Publikation verwiesen.
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In
dem in 1 gezeigten Prozess
werden nasse recycelte Papierfasern für eine Unterseitenlage (1)
auf einem ersten Vorformband (nicht dargestellt) ausgebreitet, gefolgt
von einer Lage aus Gipshalbhydrat zusammen mit Additiven. Das Band transportiert
die Materialien zu einem Mischkopf (4), der das resultierende
Gemisch auf ein Hauptformband (7) aufbringt. Dann wird
Wasser auf das Gemisch gesprüht;
dieses Wasser beginnt mit der Hydratisierung des Gipses in der Unterseitenlage.
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Benetzter
Zuschlag (z. B. Perlit oder ein ähnliches
Leichtmaterial) und Fasern für
das Kerngemisch werden einem Mischer zugeführt, von dem das Kerngemisch
auf ein zweites Vorformband (nicht dargestellt) ausgebreitet wird,
indem es durch einen Mischkopf (5) geleitet und dann auf
der Unterseitenlage (1) auf dem Hauptformband (7)
ausgebreitet wird. Gleichzeitig werden Fasern und Gips für eine Oberseitenlage
(3) einem dritten Vorformband (nicht dargestellt) zugeführt, in
einem Mischkopf (6) gemischt und auf die Kernlage (2)
auf dem Hauptformband (7) ausgebreitet. Die Lagen aus Gipsgemisch bilden
eine Matte.
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Die
vom Band (7) getragene Matte (1, 2, 3) geht
in eine Vorpresse oder eine Entgasungspresse (8), die die
Matte auf einen Bruchteil ihrer Anfangshöhe verdichtet; in den besonderen
Ausgestaltungen der Erfindung, die in diesem Dokument beschrieben sind,
auf etwa 30% ihrer Anfangshöhe.
Diese Vor- oder Entgasungspresse verdrängt den größten Teil der überschüssigen Luft
aus der Matte.
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Die
verdichtete Matte wird dann von dem Band durch eine Sprühstation,
wo genügend
Wasser für
eine Hydratisierung des gesamten Gipses in der Matte auf die verdichtete
Matte gesprüht
wird, und dann nacheinander durch die Haupt- (10) und Kalibrier-
(20) Pressen geführt.
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Diese
können
erhebliche Kompressionsdrücke
ausüben
und die Matte um weitere 10% oder 20% oder so verdichten. In einer
bevorzugten Ausgestaltung zur Herstellung einer fertigen Platte
von 10,2 mm Dicke (±0,2
mm) hat die Matte beim Eintritt in die Vorpresse (8) eine
Höhe von
etwa 70 mm, beim Verlassen der Vorpresse von etwa 20 mm und beim
Verlassen der Kalibrierpresse (20) von 10,2 mm.
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Während der
Passage durch die Haupt- und die Kalibrierpresse wird das Gipshalbhydrat
hydratisiert und verfestigt sich (auf Gipsdihydrat), so dass eine
Konstruktion entsteht, in der die Kern- und die Oberseitenlagen
(1, 2, 3) und die Fasern darin durch interpenetratives
Gipsdihydrat-Kristallwachstum aneinander gebunden werden. Die Papierfasern
verstärken
die Platte. Zur Erzielung anderer Platteneigenschaften können Fasern
aus alternativen Materialien verwendet werden. So können z.
B. Polymerfasern verwendet werden, um die Stoßdämpfungsfähigkeit einer fertigen Platte
zu verbessern.
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Wie
in den 2 und 3 gezeigt und oben erörtert, erzeugt
die bekannte Gipsfaserplattenanlage des in 1 gezeigten, aber in der vorliegenden
Erfindung nicht enthaltenen Typs mit dem aufeinander folgenden Gießen der
Unterseiten-, Kern- und Oberseitengipsgemische eine unverdichtete
mehrlagige Platte (2) mit einem Querschnitt wie in den 2 und 3(c) gezeigt.
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Diese
unverdichtete Matte geht dann in die Vorpresse (8). Sowohl
der in der Vorpresse aufgebrachte Druck als auch die Tendenz der
Ober- und Unterseite der Matte, an den Bändern (7, 9)
zu haften, mit denen sie in Kontakt sind, führen zu einer lateralen oder
seitlichen Ausbreitung der Matte (siehe 3(d) und (e))
und der Kernlage relativ zur Unter- und/oder Oberseite der Matte
(siehe 3(e)). Die Anwesenheit
von Kernlagenmaterial, das Zuschlag wie Perlit auf der Plattenoberfläche enthält, würde die Platte
erheblich schwächen,
und daher müssen
die Ränder
(27) der Platte wie in 3(g) gezeigt
getrimmt werden, so dass eine ausreichend starke Platte mit einer
gleichförmigen
Struktur über
ihre Breite entsteht.
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Wenn
sich der Gips im Wesentlichen verfestigt hat, dann verlässt die
Matte die Kalibrierpresse (20) und wird beschnitten, um
die ungleichförmigen Abschnitte
der Platte zu entfernen, so dass eine gleichförmige Struktur entsteht, die
dann getrocknet wird.
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In
dem in den 4(a) bis (f), 5, 6 und 7 gezeigten Beispiel der Erfindung verlaufen
vertikale Rand- oder
Seitenbänder
(23) entlang der Vorpressenbänder und definieren eine Sperre
für eine
laterale Ausbreitung der Matte, während diese in der Vorpresse
verdichtet wird. Die vertikalen Rand- oder Seitenbänder (23)
bewegen sich mit derselben Geschwindigkeit wie das Förder- oder
Formband (7) und die Matte (8).
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Wie
in den 4(a) bis 4(f) illustriert (die nicht
maßstabsgetreu
sind), reduziert oder eliminiert die Anwesenheit der Seitensperre
in der Vorpresse die Menge an fertiger Platte erheblich, die abgeschnitten
werden muss, um eine gleichförmige
Platte mit harten Rändern
zu erhalten. Dies reduziert nicht nur Abfall, sondern ermöglicht es
auch, eine breitere Platte in Anlagen mit Bändern oder Pressen einer bestimmten
Breite zu erzeugen.
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Wie
in 6 gezeigt, werden
die Rand- oder Seitenbänder
(23) um Rollen (24) geführt, die einen horizontalen
Pfad (25) mit einer Sektion (26) definieren, die
parallel zum Hauptformband (7) läuft, und eine Seitensperre
gegen eine Mattenausbreitung in der Vorpresse oder der Entgasungspresse
bildet. Die Vorpressensperren der vorliegenden Erfindung können mit
Sperren in anderen Stufen des Herstellungsprozesses kombiniert werden;
z. B. in der Formstufe, der Hauptpresse und/oder der Kalibrierpresse.
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In
einer alternativen Ausgestaltung der Erfindung (siehe 8(a) bis 8(d)) wird die Sperre durch eine hohle
Gummiröhre
(27) gebildet, die ein unter Druck stehendes Fluid enthält.
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In
einer bevorzugten Ausgestaltung hat die Röhre einen Gewebe- oder Textilüberzug ähnlich wie ein
Feuerwehrschlauch. Die Röhre
sollte so beschaffen sein, dass sie mit wenig Verschleiß wiederholt
zusammengedrückt
werden und nach dem Zusammendrücken
in ihren ursprünglichen
Zustand zurückzukehren
kann.
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Geeignete
Fluide sind unter anderem unter Druck stehendes) Luft oder Gas, Öl oder Wasser. Eine
pneumatische hohle Röhre
(27), die unter Druck stehende Luft (etwa ähnlich wie
der Innenschlauch eines Fahrzeugreifens) enthält, wird als besonders vorteilhaft
angesehen, weil sie sich stark zusammendrücken lässt. Die gummischlauchähnliche
Röhre (27)
wird um einen horizontalen Pfad mit einer Sektion geführt, die
von Führungsrollen
(28) durch die Vorpresse läuft, so dass sie durch die
Vor- oder Entgasungspresse (8) innerhalb der Breite der
Presse passiert und eine elastisch verformbare Sperre gegen ein
Ausbreiten der Matte bildet, wenn diese in der Vorpresse verdichtet
wird.
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Die
illustrierte hohle Röhre
der 8(a) bis 8(d) hat zwar einen kreisförmigen Querschnitt,
aber es sind auch andere Querschnitte (z. B. dreieckig) geeignet,
unter der Voraussetzung, dass sie sich elastisch verformen können, während sie
durch die Vorpresse laufen und wieder aus dieser austreten. Die
Erfinder sind der Ansicht, dass eine Röhre mit einem Querschnitt mit
einer flachen, der Matte zugewandten vertikalen Seite und einer
gekrümmten
Seite, die den Führungsrollen
zugewandt ist, besonders vorteilhaft ist. Die gerade Fläche hilft
dabei, den lateralen Rand der komprimierten Matte gerade zu halten,
und die gekrümmte
Fläche
kann leichter mit den Führungsrollen
zusammenwirken, die konkave Oberflächen für den Kontakt mit der Röhre haben
sollten.
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In
einer Anlage zur Herstellung von fertigen Gipsfaserplatten mit einer
Dicke von etwa 10 mm von einer unverdichteten Matte mit einer Dicke
von etwa 70 mm wird eine Röhre
mit einem Durchmesser von etwa 80 mm empfohlen.
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9 zeigt eine alternative
Sperrenkonstruktion, die zwei Endlosbänder (30, 31)
umfasst, die sich aus einer Reihe von elastischen Schaumstoffstreifen
zusammensetzen, die zwei blockähnliche
Endlosbänder
(30, 31) bilden. Der untere und dickere Schaumstoffblock
(30) bewegt sich um einen Pfad ähnlich dem oben für das Randband
von 6 beschriebenen,
und der obere dünnere
Block bewegt sich um einen vertikalen Pfad (32), der von
Rollen definiert wird und eine Sektion aufweist, die durch die Vorpresse
parallel zu und oberhalb der Sektion des Bandpfades für das dickere untere
Band (33) verläuft (siehe 13, in der Seitensperren
in Form- und Vorpressenstufen arbeiten).
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Die
Schaumstoffbänder
haben jeweils zusammenwirkende und aneinander liegende geneigte Flächen (39, 35)
(30, 33), die wie in den 10(a) bis 10(c) gezeigt übereinander
gleiten können,
so dass sie sich beim Eintritt der 40 mm hohen Schaumstoffblöcke in die
Vorpresse geringfügig überlappen
(siehe 10(a)) und zusammen
eine kontinuierliche Sperre mit einer Höhe von etwa 70 mm definieren (die
Höhe des
Eingangs der Vorpresse). Während
die Blöcke
durch die Vorpresse passieren, bewegen sie sich relativ zueinander
und überlappen
allmählich
immer mehr. Wenn sie einander vollständig überlappen (siehe 10(b)), dann werden sie
von den Vorpressenbändern
zusammengedrückt,
während
sie sich weiter in die Vorpresse (8) hinein bewegen.
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Die
Blöcke
können
aus einem Polyurethanschaumstoff mit einer Dichte im Bereich von
50 bis 400 kgm–3 hergestellt werden.
Ein bevorzugter Bereich ist 200 bis 300 kgm–3,
ein Wert von 300 kgm–3 wird als optimal angesehen.
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Ein
Vorteil dieses Systems ist, dass Materialien verwendet werden können, die
steif genug sind, um als effektive Seitensperre zu wirken, die aber nicht
elastisch genug sind, um kontinuierlich um etwa 70% zusammengedrückt zu werden,
während
sie durch die Vorpresse passieren, und auf ihre ursprüngliche
Größe zurückkehren,
wenn sie daraus austreten. Das System der 9 bis 15 ermöglicht es,
den Konflikt zwischen den Anforderungen einer steifen Seitensperre,
die die Matte bei ihrer Verdichtung effektiv einhalten kann, und
einer elastischen Sperre zu lösen,
die wiederholt um etwa 70% zusammengedrückt werden kann, ohne Qualitätsverschlechterung
oder Elastizitätsverlust.
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In
einer alternativen Ausgestaltung (siehe 11 und 12)
wird die Sperre von einem einzigen Schaumstoff- oder Siegling-Transilon-Band 60 gebildet.
Das Schaumstoffband hat eine geneigte Fläche, wenn es nicht zusammengedrückt wird;
diese Fläche nimmt
während
der Kompression eine vertikale Position ein, um bei der Erzeugung
einer Matte mit geraden vertikalen Rändern zu helfen.
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14 zeigt einen alternativen
Satz von Schaumstoffblockprofilen (40, 41), die
auf eine ähnliche
Weise wie in den 9 und 10 gezeigt verwendet werden
können.
Das untere Schaumstoffband (40) hat einen rechteckigen
Querschnitt mit einer Höhe
von etwa 35 mm und kann innerhalb eines oberen kanalähnlichen
Schaumstoffbandes (41) mit einer Höhe von etwa 40 mm gleiten.
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In
einer alternativen Ausgestaltung (siehe 13) werden die beiden Schaumstoffbänder durch
ein einzelnes Schaumstoffband (50) ersetzt, das um einen
Pfad ähnlich
wie das Randband der 5 und 6 geführt wird. Der Schaumstoff (50)
hat ein V-förmiges
Profil, so dass er ausreichend verformbar ist, um reversibel um
die benötigten
70% verdichtet oder komprimiert zu werden, die für eine wiederholte Passage
durch die Vorpresse (8) notwendig sind.
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Die
obige Beschreibung beinhaltet eine Reihe verschiedener Ausgestaltungen
der Erfindung. Merkmale von einer oder mehreren der beschriebenen
Ausgestaltungen können
entweder alleine oder in Kombination mit anderen Merkmalen an den
anderen Ausgestaltungen verwendet werden.