DE698513C - Verfahren und Vorrichtung zum Ausseigern von Blei aus Zink - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Ausseigern von Blei aus ZinkInfo
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Description
- Verfahren und Vorrichtung zum Ausseigern von Blei aus Zink Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ausseigern von Blei aus bleihaltigem Zink im Raffinierofen in drei aufeinanderfolgenden Temperaturstufen und einen für die Durchführung des Verfahrens dienenden Zinkraffinierofen.
- In mehreren Temperaturstufen durchgeführte Seigerverfahren sind bereits bekannt; so ist z. B. schon vorrieschlagen worden, ein aus mehreren Bestandteilen bestehendes Metallgemisch, das in der Hauptsache Blei und Zinn enthält, zum Schmelzen zu erhitzen und es dann bis in die Nähe des eutektischen Punktes, etwa 1S2° C, abkühlen zu lassen. Hierbei kristallisiert in bekannter Weise hauptsächlich das Blei aus, das Tiber den Betrag der eutektischen Zusaininensctzun.- vorhanden ist, während bei der eiitelctisclien Temperatur nur noch das Eutektikiim selbst flüssig ist. Die Erfindung bezweckt die Steigerung der Reinheit von Raffinadezink, insbesondere die Verminderung des Bleigehaltes. Dies war bisher nur möglich, wenn an die Raffination des Rohzinkes eine, fraktionierte Destillation angeschlossen wurde. Erfindungsgemäß wird eine Verringerung des Bleigehaltes dadurch erzielt, daß die Raffination bei drei aufeinanderfolgenden Temperaturstufen durchgeführt wird, wobei die Temperatur in der ersten Stufe etwa 55o bis 6oo° C, in der zweiten Stufe etwa 450 bis 5oo° C und in der dritten Stufe etwa 5oo bis 52o° C beträgt. Die Wirkung der ersten Stufe entspricht etwa derjenigen der üblichen Raffinieröfen: hier wird die Beschickung geschmolzen, und der größte Teil des Bleigehaltes des Rohziiil:s setzt sich ain Boden des Herdes ab. Die sich Hieran crlinclungsgemül.3 anschließende zweite Stufe liat nun eine verminderte Temperatur, und diese bewirkt, daß noch mehr Blei aus-(Y.schieden wird, da die Bleiausscheidung durch die Temperaturverminderung begünstigt wird. In der zweiten Stufe erhält man <llso bereits weitergehend gereinigtes Zink, als dies bisher bei der einstufigen Raffination, bei welcher die Bleiausscheidung bei steigender Temperatur zu erfolgen hatte; möglich war. Die dritte Stufe dient zur erneuten Temperatursteigerung auf die zum leichten Vergießen des gewonnenen Raffinadezinks zu Platten erforderliche Gießtemperatur.
- Gemäß der weiteren Erfindung wird bei dem oben beschriebenen Verfahren das raffinierte Zink bei seinem Eintritt in die dritte Stufe vom Bleisumpf getrennt, damit das ausgeschiedene Blei bei der Temperatursteigerung in der dritten Stufe nicht `nieder in das Zink in Lösung gehen kann, was insbesondere infolge der dauernden Störung des Zinkbades in dieser Stufe durch das von Zeit zu Zeit vorgenommene Abkellen leicht vorkommen könnte.
- Durch das erfindungsgemäße Verfahren kann der Bleigehalt des Raffinadezinkes auf weniger als i0/, vermindert werden, so daß das auf diese Weise gewonnene Raffinadezink für viele Zwecke, für welche bisher Feinzink verwendet werden mußte, schon unmittelbar brauchbar wird.
- Den Gegenstand der weiteren Erfindung bildet ein zur Durchführung des obenbeschriebenen Verfahrens dienender Raffinierofen, dessen Herd in drei Zonen eingeteilt ist, die von der Beschickung nacheinander durchlaufen werden: Ein in drei öder mehrere Abteilungen eingeteilter Schmelz- und Raffinierofen für Erze und vornehmlich Eisenlegierungen ist bereits bekannt, jedoch dienen diese Abteilungen nicht dazu, um die erfindungsgemäßen Temperaturstufen einhalten zu können, sondern um bei fortlaufendem Betriebe- verschiedene Maßnahmen, wie z. B. Zusatz von Legierungsbestandteilen, Entschwefeln, Entphösphoren usw., vorzunehmen.
- Bei dem neuen Ofen wird das Zinkbad zur Erzielung der verschiedenen Temperaturen in den drei Zonen zweckmäßig indirekt beheizt, sei es durch Abgase, sei es elektrisch oder in anderer Weise: Bei der Abgasheizung können die Temperaturunterschiede in den einzelnen Zonen durch verschieden starke Ausbildung der den Abgaskanal vom Herd trennenden Gewölbeteile in den einzelnen Zonen erzielt «erden oder durch Verwendung verschieden wärmedurchlässiger Stoffe für diese Gewölbeteile.
- In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel eines Raffinierofens gemäß der Erfindung im vertikalen Längsschnitt Gärgestellt. Der Herd i ist mit den Beschickungsöffnungen 2, 3 und mit der Abkellöffnung 4 versehen: Im Herd sind durch die Überlauftrennwände 5 und 6 drei Zonen 7, 8 und 9 gebildet. Oberhalb des Herdes ist ein zur Beheizung der Beschickung dienender Rauchgaskanal iö vorgesehen. Zwecks Erzielung der gewünschten Temperaturunterschiede in den drei Zonen sind die die einzelnen Zonen bedeckenden Gewölbeteile aus verschieden stark wärmedurchlässigem Baustoff hergestellt, z. B. bestehen die Gewölbeteile I i und 13 oberhalb der Zonen 7 und 9 aus Siliciumcarbid verschiedener Stärke, während der Gewölbeteil 1ä oberhalb der Zone 8 aus Chamotte besteht. Infolge der geringeren Wärmedurchlässigkeit des Gewölbeteiles i2 ergibt sich in der Zone 8 eine verminderte Temperatur: Der Boden des Herdes ist entgegen der üblichen Bauart, von Raffinieröfen nach der Beschickungsseite des Ofens zu geneigt, damit das ausgeseigerte Blei in dieser Richtung abläuft, um durch die Abstichöffnung 1q, aus dem Ofen entfernt zu werden. Die Trennwand 5 zwischen den Zonen 7 und 8 ist unten mit einer den Ablauf des Bleies aus der Zone 8 ermöglichenden Öffnüngi5 versehen, während die Trennwand 6 keine solche Öffnung aufweist; damit das in die Zone 9 gelangende gereinigte Zink vom Bleisumpf getrennt ist: Der Ofen ist in bekannter Weise mit einer Luftkühlung unterhalb des Bodens versehen, um das Ausscheiden des Bleis zu begünstigen.
Claims (3)
- PATIENT ANSl'RÜCHC: i. Verfahren zum Ausseigern von Blei aus Zink im Raffinierofen in drei aufeinänderfolgenden Temperaturstufen, dadurch gekennzeichnet; daB die Temperatur in der ersten Stufe etwa 55o bis 6oo° C, in der zweiten Stufe etwa q.5o bis 5oo° C und in der dritten Stufe etwa 5oo bis 52o° C beträgt, wobei das Zink vom ausgeseigerten Blei bei Eintritt in die dritte Raffinationsstufe getrennt wird.
- 2. Raffinationsofen zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß er in drei Abteilungen eingeteilt ist, deren Heizung so regelbar oder so eingestellt ist, daß die erste sich an die Eintrittsstelle des Metalls anschließende Abteilung eine Temperatur von etwa 55o bis 6oo° C, die mittlere Abteilung eine solche von .45o bis 5oo° C und die letzte eine solche von 5oo bis 52o° C hat.
- 3. Raffmationsofen nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ahteilungen des Ofens durch Überlauftrennwände gebildet sind und die @rennwürrde zwischen der an der Eintrittsseite des Ofens befindlichen Abteilung und der mittleren Abteilung unten durchbrochen ist. 4.. Raffinationsofen nach Anspruch 2 mit Heizung durch Rauchase, dadurch -ckennzeichnet, daß zwecks Erzielung der erwünschten verschiedenen Temperaturen der einzelnen Ofenabteilungen das den Rauchgaskanal gegen den Herd abschließende Gewölbe über den einzelnen Abteilungen verschieden stark bemessen oder aus verschieden wärmedurchlässigem Baustoff hergestellt ist.
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