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TECHNISCHES
GEBIET DER ERFINDUNG
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Die
Erfindung betrifft Polymere. Sie offenbart Verfahren zur Erhöhung der
Verschleißfestigkeit
von Polymeren durch Vernetzung und Wärmebehandlung. Die hierin offenbarten
Polymere sind zur Herstellung von Implantaten verwendbar, beispielsweise
als Komponenten von künstlichen
Gelenken, wie z. B. von Hüftgelenkpfannen.
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TECHNISCHER
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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Ultrahochmolekulares
Polyethylen (nachstehend als "UHMWPE" bezeichnet) wird
gewöhnlich
zur Herstellung von Gelenkprothesen wie z. B. künstlichen Hüftgelenken eingesetzt. In den
letzten Jahren ist es immer offensichtlicher geworden, daß Gewebenekrose
und Grenzflächenosteolyse
als Reaktion auf UHMWPE-Abrieb in erster Linie an dem langfristigen
Versagen von Hüftgelenkprothesen
durch Lockerung beteiligt sind. Zum Beispiel gelangen durch den
Verschleiß von
Hüftgelenkpfannen
aus UHMWPE in künstlichen
Hüftgelenken
viele mikroskopische Verschleißteilchen
in die umgebenden Gewebe. Zur Reaktion auf diese Teilchen gehören Entzündung und
Zersetzung der Gewebe, besonders des Knochens, an dem die Prothese
verankert ist. Schließlich
wird die Prothese schmerzhaft locker und muß ersetzt werden.
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Eine
Verbesserung der Verschleißfestigkeit
der UHMWPE-Gelenkpfanne und dadurch die Verminderung der Entstehungsrate
von Verschleißpartikeln
würde die
Gebrauchsdauer von künstlichen
Gelenken verlängern
und ihren erfolgreichen Einsatz bei jüngeren Patienten ermöglichen.
Folglich sind zahlreiche Modifikationen der physikalischen Eigenschaften
von UHMWPE vorgeschlagen worden, um seine Verschleißfestigkeit zu
verbessern.
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Es
ist bekannt, daß UHMWPE-Komponenten
nach der Herstellung eine spontane Zunahme der Kristallinität und Änderungen
anderer physikalischer Eigenschaften erfahren {Siehe z. B. Rimnac,
C.M., et al., J. Bone & Joint
Surgery, 76-A(7): 1052-1056 (1994)}. Diese Änderungen treten sogar in gelagerten
(nicht implantierten) Gelenkpfannen nach der Sterilisierung mit
Gammastrahlung auf, die einen andauernden Prozeß der Kettenspaltung, Vernetzung
und Oxidation oder Peroxidation unter Beteiligung der durch die
Bestrahlung gebildeten freien Radikale auslöst. Diese abbauenden Veränderungen
können
im Gebrauch durch oxidativen Angriff von der Gelenkflüssigkeit
und durch angreifende zyklische Spannungen beschleunigt werden.
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In
einem Versuch, die Verschleißfestigkeit
zu verbessern, stellten DePuy-DuPont Orthopaedics Hüftgelenkpfannen
aus herkömmlich
extrudiertem Stabmaterial her, das zuvor erwärmt und einem hydrostatischen Druck
ausgesetzt worden war, der Schmelzfehler verminderte und die Kristallinität, Dichte,
Steifigkeit, Härte, Dehngrenze
erhöhte
und die Kriechfestigkeit, Oxidations- und Ermüdungsbeständigkeit erhöhte. Alternativ
ist auch silanvernetztes UHMWPE (XLP) eingesetzt worden, um Hüftgelenkpfannen
für totalen
Hüftgelenksersatz bei
Ziegen herzustellen. In diesem Fall war die Anzahl der In-vivo-Verschleißpartikel
für XLP
offenbar größer als
für herkömmliche
UHMWPE Gelenkpfannenimplantate {Ferrits, B.D., J. Exp. Path., 71:
367-373 (1990)}.
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Andere
Modifikationen von UHMWPE waren unter anderem: (a) Verstärkung mit
Kohlefasern; und (b) Behandlungen nach der Verarbeitung, wie zum
Beispiel Festphasenformpressen. Tatsächlich haben kohlefaserverstärktes Polyethylen
und ein wärmebehandeltes
Polyethylen bei Verwendung als Schienbeinteile einer totalen Knieprothese
eine relativ schlechte Verschleißfestigkeit aufgewiesen. {Siehe
z. B. Rimnac, C.M., et al., Trans. Orthopaedic Research Society,
17:330 (1992)}.
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In
letzter Zeit haben verschiedene Unternehmen das Verfahren der Bestrahlungssterilisation
modifiziert, um die Verschleißfestigkeit
von UHMWPE-Komponenten zu verbessern. Dies erforderte typischerweise das
Verpacken der Polyethylen-Gelenkpfannen entweder unter Inertgas
(z. B. Howmedica, Inc.), in einem Teilvakuum (z. B. Johnson & Johnson, Inc.)
oder mit einer sauerstoffbindenden Chemikalie (z. B. Sulzer Orthopaedics,
Inc.).
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US 2948666 offenbart ein
Verfahren zum Bestrahlen eines bestimmten Polyethylen-Typs. Nach
dem Bestrahlen wird das Polyethylen auf eine Temperatur von 120
bis 260°C
erhitzt, um es weniger kristallin zu machen. Der höchste erzielte
Vernetzungsgrad (Gelgehalt) ist 34%.
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WO97/29793,
das aufgrund von Artikel 54(3) EPÜ Stand der Technik ist, offenbart
eine medizinische Prothese für
den Einsatz im Körper,
die aus strahlenbehandeltem ultrahochmolekularem Polyethylen geformt wird,
das im wesentlichen keine nachweisbaren freien Radikale aufweist.
Die Bestrahlung erfolgt in den meisten Fällen mit Elektronenstrahlen,
außer
für Beispiel
15, in dem "Hockeyscheiben", die aus herkömmlichem sinterextrudiertem
UHMWPE-Stabmaterial (Hoechst Celanese GUR415) ausgeschnitten werden,
in Luft bei Raumtemperatur mit Gammastrahlen mit einer Dosisrate
von 0,05 Mrad/min bis 4 Mrad absorbierter Gesamtdosis bestrahlt
und anschließend
geschmolzen werden.
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ZUSAMMENFASSUNG
DER ERFINDUNG
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Der
erste Aspekt der Erfindung bietet ein Verfahren zum Erhöhen der
Verschleißfestigkeit
eines Polymers gemäß Anspruch
5. Nicht einschränkende
Beispiele der Wärmebehandlungen
sind Umschmelzen und Tempern (Erhitzen mit anschließender Abkühlung).
Vorzugsweise wird das Polymer durch Gammabestrahlung im festen Zustand
vernetzt, bevor es zu einer gewünschten
endgültigen
Form oder Gestalt des Endprodukts modifiziert wird. In der bevorzugten
Ausführungsform
wird die Oberflächenschicht
des vernetzten und wärmebehandelten
Polymer, d. h. der am stärksten
oxidierte und am wenigsten vernetzte Teil des Polymers, in dem Verfahren
zum Herausarbeiten des Endprodukts aus dem bestrahlten Stab und
wärmebehandelten
Stab oder Block entfernt. Die Strahlungsdosis wird außerdem vorzugsweise
so eingestellt, daß die
optimale Dosis innerhalb des massiven Polymerstabs oder -blocks
auf der Ebene der Auflagefläche
des Endprodukts auftritt. Die Erfindung liegt außerdem in einer vorgeformten
Polymerzusammensetzung gemäß Anspruch
1, einem daraus hergestellten In-vivo-Implantat und einem Verfahren
zur Ermittlung einer optimalen Strahlungsdosis und Wärmebehandlung
zum Behandeln des Polymers gemäß Anspruch
17, um seine Verschleißfestigkeit
zu erhöhen.
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Der
zweite Aspekt der Erfindung bietet ein systematisches Verfahren
zur Ermittlung eines optimalen Gleichgewichts zwischen Verschleißfestigkeit
und anderen physikalischen und/oder chemischen Eigenschaften, die
für das
Langzeitverhalten eines Implantats in vivo als wichtig angesehen
werden, und die Anwendung dieses optimalen Gleichgewichts, um die
geeigneten Vernetzungs- und Wärmebehandlungsbedingungen
für die
Verarbeitung eines Polymers zu bestimmen. Als nicht einschränkende Veranschaulichung
des Verfahrens zur Ermittlung des optimalen Gleichgewichts wird
ein Ablaufdiagramm dargestellt. Außerdem werden Verfahren zur
Behandlung von Polymeren unter Anwendung der obigen Vernetzungs-
und Wärmebehandlungsbedingungen;
die durch diese Verfahren erzeugten Polymere; Verfahren zur Herstellung
von Produkten (z. B. In-vivo-Implantaten) aus diesen Polymeren und
die aus diesen Polymeren hergestellten Produkte bereitgestellt.
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KURZE BESCHREIBUNG
DER ZEICHNUNGEN
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1 zeigt
den Kristallinitätsgrad
als Funktion der Tiefe bei angegebenen Dosen für UHMWPE, das bei Unterdruck
(d. h. in einer sauerstoffarmen Atmosphäre) bestrahlt wurde.
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2 zeigt
den Gelgehalt als Funktion der Tiefe bei angegebenen Dosen für UHMWPE,
das bei Unterdruck (d. h. in einer sauerstoffarmen Atmosphäre) bestrahlt
wurde.
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3 zeigt
den Gelgehalt als Funktion der Tiefe bei angegebenen Bedingungen
für UHMWPE.
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4 zeigt
den Kristallinitätsgrad
als Funktion der Tiefe bei angegebenen Bedingungen für UHMWPE.
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5 zeigt
den Gelgehalt als Funktion der Tiefe bei angegebenen Bedingungen
für UHMWPE.
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6 zeigt
die Gestalt der aus dem bestrahlten UHMWPE hergestellten Hüftgelenkpfanne.
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7 zeigt
eine Prinzipskizze des bei den Verschleißtests verwendeten Hüftgelenksimulators.
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8 zeigt
den Volumenverlust durch Verschleiß jeder Gelenkpfanne aus den
vier Materialien. Obere Kurven: 3,3 Megarad (Mrad) (33 Kilogray
(kGy)); untere Kurven: 28 Mrad (280 kGy).
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9 zeigt
die mittleren Volumenverschleißkurven
und Standardabweichungen von drei Gelenkpfannen aus jedem Material
in jedem Intervall.
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10 zeigt
das Oxidationsprofil als Funktion der Tiefe bei verschiedenen Alterungszeiten.
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11 zeigt
das Oxidationsprofil als Funktion der Tiefe bei verschiedenen Alterungszeiten.
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12 zeigt
das Oxidationsprofil als Funktion der Tiefe bei verschiedenen Alterungszeiten.
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13 zeigt
das Oxidationsprofil als Funktion der Tiefe bei verschiedenen Alterungszeiten.
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14 zeigt
das Oxidationsprofil als Funktion der Tiefe für verschiedene Materialien.
Die Probekörper wurden
5 Monate an der Luft gelagert und dann 20 Tage bei 80°C gealtert.
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15 zeigt
den Gelgehalt als Funktion der Tiefe bei verschiedenen Alterungszeiten.
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16 zeigt
den Gelgehalt als Funktion der Tiefe bei verschiedenen Alterungszeiten.
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17 zeigt
den Gelgehalt als Funktion der Tiefe bei verschiedenen Alterungszeiten.
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18 zeigt
den Gelgehalt als Funktion der Tiefe bei verschiedenen Alterungszeiten.
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19 zeigt
der Kristallinitätsgrad
als Funktion der Tiefe nach 30 Tagen Alterung.
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20 zeigt
den kombinierten einweichkorrigierten Verschleiß für nichtgealterte und gealterte
Gelenkpfannen.
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21 zeigt
den individuellen Verschleiß für Gelenkpfannen,
die mit unterschiedlichen Dosen bestrahlt wurden.
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22 zeigt
die mittlere Verschleißrate
als Funktion der Strahlungsdosis von nicht umgeschmolzenen und umgeschmolzenen
Gelenkpfannen.
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Die 23A und 23B zeigen
das Ablaufdiagramm, welches das erfindungsgemäße Optimierungsverfahren darstellt.
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24 zeigt
graphisch die Oxidationsprofile für bestrahltes und umgeschmolzenes
UHMWPE als Funktion der Tiefe von der UHMWPE-Staboberfläche aus.
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25 zeigt
graphisch die Zugfestigkeit als Funktion der Strahlungsdosis von
bestrahltem UHMWPE mit oder ohne Umschmelzen und von nicht bestrahltem
und nicht umgeschmolzenem UHMWPE.
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26 zeigt
graphisch die Reißfestigkeit
als Funktion der Strahlungsdosis von bestrahltem UHMWPE mit oder
ohne Umschmelzen und von nicht bestrahltem und nicht umgeschmolzenem
UHMWPE.
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27 zeigt
graphisch die Reißdehnung
als Funktion der Strahlungsdosis von bestrahltem UHMWPE mit oder
ohne Umschmelzen und von nicht bestrahltem und nicht umgeschmolzenem
UHMWPE.
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AUSFÜHRLICHE
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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In
der vorliegenden Patentanmldung benutzte Abkürzungen sind die folgenden:
- UHMW
- – ultrahochmolekular
- UHMWPE
- – ultrahochmolekulares Polyethylen
- HMW
- – hochmolekular
- HMWPE
- – hochmolekulares Polyethylen
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Die
vorliegende Erfindung enthält
zwei Aspekte. Der erste Aspekt der Erfindung bietet Verfahren zur Verbesserung
der Verschleißfestigkeit
eines Polymers durch Vernetzung (vorzugsweise der Auflagefläche des Polymers)
und anschließende
Wärmebehandlung
des Polymers sowie das resultierende neuartige Polymer. Vorzugsweise
wird außerdem
die am stärksten
oxidierte Oberfläche
des Polymers entfernt. Gleichfalls bereitgestellt werden Verfahren
zur Verwendung der Polymerzusammensetzungen für die Herstellung von Produkten
und die resultierenden Produkte, z. B. In-vivo-Implantate. Konkrete
Beispiele dieses Verfahrens werden weiter unten im Abschnitt "I. Erster Aspekt
der Erfindung: Polymerzusammensetzungen mit erhöhter Verschleißfestigkeit" und "I (A) Weitere Beispiele
des ersten Aspekts der Erfindung" dargestellt.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
nutzt Bestrahlung zum Vernetzen eines Polymers, gefolgt von einer Wärmebehandlung
zur Verminderung der freien Radikale, um eine vorgeformte Polymerzusammensetzung herzustellen.
Der Begriff "vorgeformte
Polymerzusammensetzung" bedeutet,
daß die
Polymerzusammensetzung nicht in einer endgültigen gewünschten Gestalt oder Form (d.
h. nicht als Endprodukt) vorliegt. Falls das Endprodukt der vorgeformten
Polymerzusammensetzung eine Hüftgelenkpfanne
ist, könnten
zum Beispiel die Bestrahlung und Wärmebehandlung des Polymers
an der Vorform einer Hüftgelenkpfanne
durchgeführt
werden, wie z. B. wenn die vorgeformte Polymerzusammensetzung in
Form eines massiven Stabs oder Blocks vorliegt.
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Ein
zweiter Aspekt der Erfindung bietet ein systematisches Verfahren
(von dem ein Beispiel weiter unten in dem Ablaufdiagramm erläutert wird)
zur Ermittlung der optimalen Parameter für die oben erwähnte Vernetzung
und Wärmebehandlung.
Dieser zweite Aspekt bietet ein Verfahren zur Ermittlung der größtmöglichen Verbesserung
der Verschleißfestigkeit,
die damit vereinbar ist, daß die
andere(n) physikalische(n) und/oder chemische(n) Eigenschaft(en)
mit dem geringsten empirischen Testaufwand innerhalb der vom Anwender
gewünschten
Grenzwerte gehalten werden. Sobald die optimalen Parameter (d. h.
Vernetzungsbedingungen, wie z. B. die Strahlungsdosis, wenn zum
Vernetzen des Polymers Strahlung angewandt wird, und Wärmebehandlungsparameter)
nach diesem Verfahren ermittelt sind, wird das Polymer dann gemäß den optimalen
Parametern verarbeitet. Daher bietet dieses Protokoll die Entwicklung
einer vorgeformten Polymerzusammensetzung mit bestimmten chemischen/mechanischen
Eigenschaften routinemäßig ohne
Anwendung übermäßigen Experimentierens.
Gleichfalls dargestellt werden die Verfahren zur Verwendung der
vorgeformten Polymerzusammensetzungen für die Herstellung von Produkten
sowie die Produkte, zum Beispiel In-vivo-Implantate.
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Bei
der vorliegenden Erfindung wird die Verschleißfestigkeit des Polymers durch
Vernetzung verbessert. Die Vernetzung kann durch verschiedene, dem
Fachmann bekannte Verfahren erreicht werden, zum Beispiel durch
Bestrahlung aus einer Gammastrahlungsquelle oder durch einen Elektronenstrahl,
oder durch photochemische Vernetzung. Das bevorzugte Verfahren für die Vernetzung
des Polymers ist die Bestrahlung mit Gammastrahlen. Das Polymer
wird vorzugsweise in Form eines extrudierten Stabs oder geformten
Blocks vernetzt.
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Bei
dem bevorzugten Verfahren wird das vernetzte Polymer einer Wärmebehandlung
ausgesetzt, wie z. B. durch Umschmelzen (d. h. Erhitzen über die
Schmelztemperatur des vernetzten Polymers) oder Tempern (d. h. Erhitzen
auf eine Temperatur unter der Schmelztemperatur des vernetzten Polymers),
um die vorgeformte Polymerzusammensetzung herzustellen.
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In
der bevorzugten Ausführungsform
sowohl des ersten als auch des zweiten Aspekts der Erfindung wird
die äußere Schicht
der entstehenden vorgeformten Polymerzusammensetzung entfernt, die
im allgemeinen am stärksten
oxidiert und am wenigsten vernetzt und daher am wenigsten verschleißfest ist.
Beispielsweise kann die Auflagefläche der vorgeformten Polymerzusammensetzung
von innen bearbeitet werden, z. B. durch Abtragen der Oberfläche der
bestrahlten und wärmebehandelten
Zusammensetzung vor oder während der
Bearbeitung zu dem Endprodukt, z. B. einem Implantat. Auflageflächen sind
Flächen,
die im beweglichen Kontakt miteinander sind, z. B. in einer gleitenden,
gelenkig angeordneten oder drehenden Beziehung zueinander.
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Auswahlmöglichkeiten
von Polymeren
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Die
Polymere sind im allgemeinen Polyester, Poly(methylmethacrylat),
Nylon, Polycarbonate und polymere Kohlenwasserstoffe, wie z. B.
Polyethylen und Polypropylen. Hochmolekulare (HMW) und ultrahochmolekulare
(UHMW) Polymere werden bevorzugt, wie z. B. HMW Polyethylen (HMWPE),
UHMW Polyethylen (UHMWPE) und UHMW Polypropylen. Hochmolekulare
(HMW) Polymere haben Molekulargewichte im Bereich von etwa 105 g/mol bis knapp unter 106 g/mol.
Ultrahochmolekulare (UHMW) Polymere haben Molekulargewichte größer oder
gleich 106 g/mol, vorzugsweise von 106 bis etwa 107. Die
Polymere liegen im allgemeinen zwischen etwa 400000 g/mol und etwa
10000000 g/mol und sind vorzugsweise Polyolefin-Materialien.
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Für Implantate
sind die bevorzugten Polymere diejenigen, die verschleißfest sind
und eine außergewöhnliche
chemische Beständigkeit
aufweisen. UHMWPE ist das am stärksten
bevorzugte Polymer, da es wegen dieser Eigenschaften bekannt ist
und gegenwärtig
weit verbreitet zur Herstellung von Hüftgelenkpfannen für totale
Hüftgelenkprothesen
sowie von Komponenten anderer Ersatzgelenke eingesetzt wird. Beispiele
von UHMWPE sind diejenigen mit einem Molekulargewicht im Bereich
von 1 bis 8 × 106 g/mol, Beispiele dafür sind: GUR 4150 oder 4050
(Hoechst-Celanese Corporation, League City, Texas) mit einem massegemittelten
Molekulargewicht von 5 bis 6 × 106 g/mol; GUR 4130 mit einem massegemittelten
Molekulargewicht von 3 bis 4 × 106; GUR 4120 oder 4020 mit einem massegemittelten
Molekulargewicht von 3 bis 4 × 106; RCH 1000 (Hoechst-Celanese Corp.) mit
einem massegemittelten Molekulargewicht von 4 × 106 und
HiFax 1900 mit einem massegemittelten Molekulargewicht von 2 bis
4 × 106 (HiMont, Elkton, Maryland). Historisch
haben Unternehmen, die Implantate herstellen, Polyethylene, wie
z. B. HiFax 1900, GUR 4020, GUR 4120 und GUR 4150 für die Herstellung
von Hüftgelenkpfannen
eingesetzt.
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Sterilisationsmethoden
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Alle
Polymerprodukte müssen
durch ein geeignetes Verfahren sterilisiert werden, bevor sie in
den menschlichen Körper
implantiert werden. Für
die geformten, vernetzten und wärmebehandelten
Polymerzusammensetzungen (d. h. die Endprodukte) gemäß der vorliegenden
Erfindung ist es vorzuziehen, die Produkte durch ein nicht auf Strahlung
basierendes Verfahren zu sterilisieren, wie z. B. durch Ethylenoxid
oder Gasplasma, um keine zusätzliche
Vernetzung und/oder Oxidation der zuvor behandelten vorgeformten
Polymerzusammensetzung auszulösen.
Im Vergleich zur Strahlungssterilisierung hat ein strahlungsfreies
Sterilisationsverfahren eine geringere Auswirkung auf die anderen
wichtigen physikalischen Eigenschaften des Produkts.
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Trotzdem
kann das Verfahren in Verbindung mit Strahlungssterilisation angewandt
werden. Wenn die Endprodukte durch eine zusätzliche Strahlungsdosis zu
sterilisieren sind, ist es vorzuziehen, die Auswirkung dieser zusätzlichen
Strahlungsdosis auf die Verschleißfestigkeit und die anderen
Eigenschaften des Polymers bei der Ermittlung der optimalen Strahlungsdosis
zu berücksichtigen,
die bei der ursprünglichen
Vernetzung eingesetzt wird. Ferner wird die Strahlungssterilisation
vorzugsweise durchgeführt,
während
das fertige Produkt (z. B. ein In-vivo-Implantat), von einer geeigneten
sauerstoffarmen Atmosphäre
umgeben ist (z. B. von Teilvakuum, einem Inertgas, wie z. B. Stickstoff,
oder mit einer darin enthaltenen sauerstoffbindenden Chemikalie),
um die Oxidation der Oberflächenschicht
des Endprodukts während
und nach der Sterilisierung durch Bestrahlen zu minimieren.
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Die
Dosisbereiche in der vorliegenden Patentanmeldung berücksichtigen
keine Strahlungssterilisation. Wenn Strahlungssterilisation angewandt
wird, dann müssen
die Dosisbereiche reguliert werden. Eine solche Regulierung kann
unter Anwendung der hierin gegebenen Lehren leicht durchgeführt werden.
Wenn beispielsweise nach Vergleich der Dosis-Wirkungs-Kurven für den Verschleiß mit denen
für andere
wichtige physikalische oder chemische Eigenschaften ermittelt wird,
daß die
optimale Gesamtstrahlungsdosis 8 Mrad (80 kGy) beträgt, und
wenn die Sterilisierung des Polymers mit 2,5 Mrad (25 kGy) Gammastrahlung
(der minimalen Sterilisierungsdosis nach Industriestandard) beabsichtigt
ist, dann sollte die ursprüngliche
Strahlungsdosis (vor der Sterilisierung) 5,5 Mrad (55 kGy) betragen,
so daß die
Gesamtdosis (ursprüngliche
+ Sterilisierungsdosis) 8 Mrad (80 kGy) beträgt. Diese Berechnungen sind
Näherungsrechnungen,
da die erzielte Gesamtvernetzung einer Einzeldosis von 8 Mrad (80
kGy) nicht genau äquivalent
ist.
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Trotzdem
haben die Anmelder festgestellt, daß ein hoher Vernetzungsgrad
in der Oberflächenschicht eines
Polymers die Abbauwirkungen der Oberflächenoxidation deutlich reduziert,
d. h. die Wirkungen, die andernfalls auftreten würden, wenn
ein nicht vorvernetztes Polymer in Gegenwart von Sauerstoff bestrahlt
würde (siehe
z. B. 3).
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Methoden zur Charakterisierung
der Polymere
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Der
Kristallinitätsgrad
kann durch Anwendung von dem Fachmann bekannten Verfahren bestimmt werden,
z. B. durch Differentialscanningkalorimetrie (DSC) die allgemein
zur Einschätzung
der Kristallinität und
des Schmelzverhaltens eines Polymers angewandt wird. Wang, X. & und Salovey,
R., J. Appl. Polymer Sci., 34:593-599 (1987).
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Außerdem kann
die Weitwinkel-Röntgenstreuung
von dem resultierenden Polymer benutzt werden, um den Kristallinitätsgrad des
Polymers weiter zu bestätigen,
wie z. B. in Spruiell, J.E., & Clark,
E.S., in "Methods
of Experimental Physics",
L. Marton & C.
Marton, Hrsg., Bd. 16, Teil B, Academic Press, New York (1980) beschrieben
wird. Weitere Verfahren zur Bestimmung des Kristallinitätsgrads
des entstandenen Polymers können
Fourier-Transformations-IR-Spektroskopie (FTIR) {Painter, P.C. et
al., "The Theory
of Vibrational Spectroscopy and its Applications to Polymeric Materials", John Wiley and
Sons, New York, USA (1982)} und die Dichtemessung (ASTM D1505-68)
einschließen.
Messungen des Gelgehalts und der Quellung werden im allgemeinen
benutzt, um Vernetzungsverteilungen in Polymeren zu charakterisieren;
das Verfahren wird beschrieben in Ding, Z.Y., et al., J. Polymer
Sci., Polymer Chem., 29:1035-38 (1990). FTIR kann auch zur Einschätzung der Tiefenprofile
der Oxidation sowie anderer chemischer Veränderungen angewandt werden,
wie z. B. der Ungesättigtheit
{Nagy, E.V., & Li,
S., "A Fourier Transform
Infrared Technique for the Evaluation of Polyethylene Bearing Materials" (FTIR-Verfahren zur Beurteilung
von Polyethylen-Lagermaterialien), Trans. Soc. for Biomaterials,
13:109 (1990), Shinde, A. & Salovey,
R., J. Polymer Sci., Polym. Phys. Ed., 23:1681-1689 (1985)}.
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Verwendung
vernetzter Polymere für
Implantate
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Ein
weiterer Aspekt der Erfindung bietet ein Verfahren zur Herstellung
von Implantaten unter Verwendung der erfindungsgemäßen vorgeformten
Polymerzusammensetzung. Die vorgeformte Polymerzusammensetzung kann
unter Anwendung von dem Fachmann bekannten Verfahren zu den geeigneten
Implantaten geformt werden, z. B. durch spanende Bearbeitung. Vorzugsweise
entfernt der Formgebungsprozeß,
wie z. B. die spanende Bearbeitung, die oxidierte Oberfläche der
Zusammensetzung.
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Vorgeformte
Polymerzusammensetzungen
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Die
erfindungsgemäßen vorgeformten
Polymerzusammensetzungen können
in jeder Situation eingesetzt werden, wo ein Polymer, speziell UHMWPE,
erforderlich ist, aber besonders in Situationen, wo eine hohe Verschleißfestigkeit
gewünscht
wird. Genauer gesagt, diese vorgeformten Polymerzusammensetzungen
sind für
die Herstellung von Implantaten verwendbar.
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Aus vernetzten Polymeren
hergestellte Implantate
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Ein
wichtiger Aspekt der vorliegenden Erfindung bietet Implantate, die
mit den obigen vorgeformten Polymerzusammensetzungen oder gemäß den hierin
dargestellten Verfahren hergestellt werden. Besonders die aus einer
vorgeformten Polymerzusammensetzung hergestellten Implantate sind
UHMW Polymere, die durch Gammastrahlung vernetzt und anschließend umgeschmolzen
oder getempert werden, wobei die oxidierte Oberflächenschicht
entfernt wird, und dann in eine endgültige Form gebracht werden.
Die erfindungsgemäße Polymerzusammensetzung
kann zur Herstellung von Implantaten für verschiedene Körperteile
eingesetzt werden, wie z. B. Teile eines Gelenks im Körper. Beispielsweise
kann die vorgeformte Polymerzusammensetzung in den Hüftgelenken
zur Herstellung der Hüftgelenkpfanne
oder des Einsatzes oder der Auskleidung der Gelenkpfanne oder zur
Herstellung von Zapfenlagern (z. B. zwischen dem modularen Kopf
und dem Stamm) verwendet werden. Im Kniegelenk kann die vorgeformte
Polymerzusammensetzung zur Herstellung des Schienbeinplateaus (Oberschenkel-Schienbein-Gelenkverbindung),
des Kniescheibenknopfes (Kniescheibe-Oberschenkel-Gelenkverbindung)
und des Zapfens oder anderer Auflagerkomponenten verwendet werden,
je nach der Konstruktion des künstlichen
Kniegelenks. Im Sprunggelenk kann die vorgeformte Polymerzusammensetzung
zur Herstellung der Sprungbeinfläche
(Schienbein-Sprungbein-Gelenkverbindung) und andere Auflagerkomponenten
verwendet werden. Im Ellbogengelenk kann die vorgeformte Polymerzusammensetzung
zur Herstellung des Elle-Oberarm-Gelenks, des Speiche-Oberarm-Gelenks
und anderer Lagerkomponenten verwendet werden. Im Schultergelenk
kann die vorgeformte Polymerzusammensetzung zur Herstellung der
Schultergelenk-Oberarm-
Gelenkverbindung und anderer Lagerkomponenten verwendet werden.
In der Wirbelsäule
kann die vorgeformte Polymerzusammensetzung zur Herstellung von
Bandscheibenersatz und Flächengelenkersatz
verwendet werden. Die vorgeformte Polymerzusammensetzung kann außerdem zu einem
Kiefergelenk (Kiefer) und zu Fingergelenken verarbeitet werden.
Vorstehend sind Beispiele angegeben, die nicht als Einschränkung gedacht
sind.
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Im
folgenden werden der erste und der zweite Aspekt der Erfindung ausführlicher
diskutiert.
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I. Erster Aspekt der Erfindung:
Polymerzusammensetzungen mit erhöhter
Verschleißfestigkeit
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Der
erste Aspekt der Erfindung bietet vorgeformte Polymerzusammensetzungen,
die verschleißfest und
für die
Herstellung von In-vivo-Implantaten verwendbar sind. Nach diesem
Aspekt beträgt
für Polymere
im allgemeinen, stärker
bevorzugt für
UHMW- und HMW-Polymere, und am stärksten bevorzugt für UHMWPE und
HMWPE die Bestrahlungsdosis vorzugsweise 1 bis etwa 100 Mrad (10
bis 1000 kGy), stärker
bevorzugt etwa 5 bis etwa 25 Mrad (50 bis 250 kGy), und am stärksten bevorzugt
etwa 5 bis etwa 10 Mrad (50 bis 100 kGy). Dieser besonders bevorzugte
Bereich basiert darauf, daß das
erreicht wird, was die Erfinder als ein angemessenes Gleichgewicht
zwischen verbesserter Verschleißfestigkeit
und minimaler Verschlechterung anderer wichtiger physikalischer
Eigenschaften ermittelt haben.
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Es
wird erwartet, daß erfindungsgemäße In-vivo-Implantate,
d. h. Implantate, die innerhalb der obigen Dosisbereiche bestrahlt
werden, in vivo ohne mechanischen Schaden funktionieren. Die von
Oonishi et al. (in Radiat. Phys. Chem., 39:495-504 (1992)) verwendeten
UHMWPE-Hüftgelenkpfannen
wurden mit 100 Mrad (1000 kGy) bestrahlt und funktionierten in vivo
ohne berichteten mechanischen Schaden nach so langer Zeit wie 26
Jahren klinischen Einsatzes. Ferner ist überraschend, daß, wie in
den Beispielen dargestellt, Hüftgelenkpfannen
aus der erfindungsgemäß hergestellten
vorgeformten Polymerzusammensetzung, die aber mit weniger als 100
Mrad (1000 kGy) bestrahlt wurden, eine viel höhere Verschleißfestigkeit
aufwiesen als von Oonishi et al. berichtet.
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Wenn
andererseits ein Anwender in erster Linie an der Verringerung des
Verschleißes
interessiert ist und andere physikalische Eigenschaften von sekundärer Bedeutung
sind, dann kann eine höhere
Dosis als der oben festgesetzte, am stärksten bevorzugte Bereich (z.
B. 5 bis 10 Mrad (50 bis 100 kGy)) angemessen sein, oder umgekehrt
(wie in den ausführlichen
Beispielen im folgenden Abschnitt veranschaulicht wird). Die optimale
Strahlungsdosis basiert vorzugsweise auf der Dosis, die auf der
Ebene der Auflagerfläche
im Endprodukt empfangen wird. Gammastrahlung wird bevorzugt.
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Das
bestrahlte Polymer wird dann vorzugsweise bei oder oberhalb der
Schmelztemperatur des bestrahlten Polymers umgeschmolzen, z. B.
in Luft. Der Begriff "Schmelztemperatur
des vernetzten oder bestrahlten Polymers", wie er hier gebraucht wird, wird aus
dem Maximum der Schmelzendotherme identifiziert, gemessen durch
Differentialscanningkalorimetrie (DSC). Vorzugsweise liegt die Umschmelztemperatur
im Bereich etwa von der Schmelztemperatur des bestrahlten Polymers
von etwa 100°C
bis etwa 160°C über der Schmelztemperatur
des bestrahlten Polymers; stärker
bevorzugt im Bereich von etwa 40°C
bis etwa 80°C über der
Schmelztemperatur des bestrahlten Polymers; und am stärksten bevorzugt
von etwa 1°C
bis etwa 60°C über der
Schmelztemperatur des bestrahlten Polymers. Zum Beispiel beträgt im Fall
von UHMWPE die Umschmelztemperatur vorzugsweise etwa 136°C bis etwa
300°C, stärker bevorzugt
etwa 136°C
bis etwa 250°C, und
am stärksten
bevorzugt etwa 136°C
bis etwa 200°C.
Konkrete Bedingungen für
das Umschmelzen werden weiter unten in den Beispielen 1 und 2 beschrieben.
-
In
der Praxis ist die Umschmelztemperatur im allgemeinen umgekehrt
proportional zur Umschmelzdauer. Das Polymer wird vorzugsweise während einer
Zeitspanne von etwa 1 Stunde bis etwa 2 Tagen umgeschmolzen, stärker bevorzugt
von etwa 1 Stunde bis etwa 1 Tag, und am stärksten bevorzugt von etwa 2
Stunden bis etwa 12 Stunden.
-
Da
in Abhängigkeit
von der Zeit und der angewandten Temperatur das Tempern eine geringere
Wirkung auf physikalische Eigenschaften wie z. B. Kristallinität, Dehngrenze
und Bruchfestigkeit hervorrufen kann als das Umschmelzen, kann das
Tempern anstelle des Umschmelzens als Mittel zur Verminderung der
freien Radikale angewandt werden, die nach der Strahlungsvernetzung
im Polymer zurückbleiben,
um diese physikalischen Eigenschaften innerhalb der vom Anwender
geforderten Grenzwerte zu halten. Wärmebehandlung, wie z. B. Umschmelzen
oder Tempern, entfernt freie Radikale und verbessert dadurch die
langfristige Verschleißbeständigkeit
des Polymers. Andererseits ist das Tempern langsamer und dauert
daher länger
als das Umschmelzen, wodurch es wahrscheinlich bei industriellen
Anwendungen teurer wird.
-
Die
Temperungstemperatur liegt vorzugsweise im Bereich von etwa Raumtemperatur
bis unterhalb der Schmelztemperatur des bestrahlten Polymers; stärker bevorzugt
im Bereich von etwa 90°C
bis etwa 1°C
unter der Schmelztemperatur des bestrahlten Polymers; und am stärksten bevorzugt
von etwa 60°C
bis etwa 1°C unter
der Schmelztemperatur des bestrahlten Polymers. Zum Beispiel kann
UHMWPE bei einer Temperatur von etwa 25°C bis etwa 135°C getempert
werden, vorzugsweise von etwa 50°C
bis etwa 135°C,
und stärker bevorzugt
von etwa 80°C
bis etwa 135°C.
Die Temperungsdauer beträgt
vorzugsweise etwa 2 Stunden bis etwa 7 Tage, stärker bevorzugt etwa 7 Stunden
bis etwa 5 Tage, und am stärksten
bevorzugt etwa 10 Stunden bis etwa 2 Tage.
-
Statt
der Verwendung des obigen Strahlungsdosisbereichs als Kriterium
kann der geeignete Vernetzungsgrad auf der Basis des Quellungsgrads,
des Gelgehalts oder des Molekulargewichts zwischen Vernetzungen
nach der Wärmebehandlung
ermittelt werden. Diese Alternative basiert auf den (weiter unten
ausführlich
beschriebenen) Ergebnissen des Patentanmelders, daß Hüftgelenkpfannen
aus UHMWPE, die innerhalb eines bevorzugten Bereichs dieser physikalischen
Parameter liegen, einen verminderten oder nicht nachweisbaren Verschleiß aufweisen.
Die Bereiche dieser physikalischen Parameter schließen einen
oder mehrere der folgenden Bereiche ein: einen Quellungsgrad zwischen
etwa 1,7 und etwa 5,3; ein Molekulargewicht zwischen Vernetzungen
von etwa 400 bis etwa 8400 g/mol; und einen Gelgehalt zwischen etwa
95% und etwa 99%. Ein bevorzugtes Polymer oder Endprodukt weist
eine oder mehrere, und vorzugsweise alle obigen Eigenschaften auf.
Diese Parameter können
auch als Ausgangspunkte beim zweiten Aspekt der Erfindung (wie durch
das unten diskutierte Ablaufdiagramm veranschaulicht) für die Bestimmung
der gewünschten
Strahlungsdosis benutzt werden, um die Verbesserung der Verschleißfestigkeit
mit anderen gewünschten
physikalischen oder chemischen Eigenschaften abzugleichen, wie z.
B. der Festigkeit oder Steifigkeit des Polymers.
-
Nach
der Vernetzung und Wärmebehandlung
wird vorzugsweise die am stärksten
oxidierte Oberfläche der
vorgeformten Polymerzusammensetzung entfernt. Die Tiefenprofile
der Oxidation der vorgeformten Polymerzusammensetzung können durch
dem Fachmann bekannte Verfahren bestimmt werden, wie z. B. FTIR-Spektroskopie,
wie oben und in den Beispielen 3 und 6 beschrieben. Um die am stärksten oxidierte
Oberfläche
zu entfernen, werden im allgemeinen mindestens etwa 0,5 mm bis 1,0
mm der Oberfläche
der vorgeformten Polymerzusammensetzung entfernt, die der Luft ausgesetzt
ist, z. B. durch spanende Bearbeitung vor oder nach der Formgebung
der vorgeformten Polymerzusammensetzung zu dem Endprodukt.
-
I.(A) Weitere Beispiele
des ersten Aspekts der Erfindung
-
Wie
oben festgestellt, basierte der besonders bevorzugte Dosisbereich
für Vernetzungsstrahlung
(d. h. von 5 bis 10 Mrad (50 bis 100 kGy)) auf dem Erreichen dessen,
was die Erfinder als vernünftiges
Gleichgewicht zwischen verbesserter Verschleißfestigkeit und minimaler Verschlechterung
anderer wichtiger physikalischer Eigenschaften ermittelt haben.
Die nachstehenden Beispiele veranschaulichen Anwendungen der vorliegenden
Erfindung mit alternativen Kriterien für die optimale Dosis. Diese
Beispiele benutzen In-vivo-Implantate als nichteinschränkende Beispiele
der Produkte und UHMWPE- und HMWPE-Stab- oder Blockmaterial als
nichteinschränkendes
Beispiel eines Ausgangsmaterials.
-
Im
ersten Beispiel möchte
der Anwender eine minimale Verschleißrate des In-vivo-Implantats
erzielen, das aus dem UHMWPE und HMWPE besteht, und die anderen
physikalischen oder chemischen Eigenschaften sind wichtig, aber
von geringerer Bedeutung. In einem solchen Fall kann der Anwender
entscheiden, daß UHMWPE-
und HMWPE-Stab- oder Blockmaterial mit etwa 15 Mrad bis etwa 20
Mrad (150 bis 200 kGy) zu bestrahlen (wie durch 22 dargestellt).
Wie weiter unten im Abschnitt "II(b)
Anwendung des Ablaufdiagramms" dargestellt,
ist GUR 4150 repräsentativ
für UHMWPE
und HMWPE. Der bestrahlte UHMWPE- oder HMWPE-Stab oder -Block wird
weiterhin umgeschmolzen oder bei einer Temperatur und während einer
Zeit getempert, die in dem obigen Abschnitt "I. Erster Aspekt der Erfindung: Polymerzusammensetzungen
mit erhöhter
Verschleißfestigkeit" beschrieben werden.
-
In
einem zweiten Beispiel möchte
der Anwender unter Umständen
ein UHMWPE herstellen, das so verschleißfest wie möglich ist und gleichzeitig
die Kriterien für
die Reißfestigkeit,
Zugfestigkeit und Reißdehnung
des Standards erfüllt,
der durch den Standard F-648 der American Society for Testing and
Materials (nachstehend als "ASTM
F648" bezeichnet)
für UHMWPE
für In-vivo-Gebrauch
vorgeschrieben wird. Die Information über diesen Standard ist zu
finden in einer aktuellen Ausgabe des Annual Book of ASTM Standards, Medical
Devices and Services, "Standard
Specification for Ultra-High-Molecular-Weight Polyethylene Powder and
Fabricated Form for Surgical Implants" (Standardspezifikation für ultrahochmolekulares
Polyethylenpulver und dessen verarbeitete Form für chirurgische Implantate),
American Society for Testing and Materials. Das Verfahren des zweiten
Aspekts der vorliegenden Erfindung (wie durch das Ablaufdiagramm
veranschaulicht) kann angewandt werden, um die Vernetzungs- und Wärmebehandlungsparameter
so zu regulieren, daß sie jedes
aktuelle ASTM F648-Kriterium erfüllen.
-
Um
beispielsweise die Kriterien von ASTM F648 von 1996 (F648-96) für UHMWPE
vom Typ 1 oder 2 zu erfüllen,
muß das
UHMWPE aufweisen: eine Reißfestigkeit
von mindestens 35 MPa (für
Typ 1) und 27 MPa (für
Typ 2) bei 23°C
und 5,08 cm/min; eine Zugfestigkeit von mindestens 21 MPa (Typ 1)
und 19 MPa (Typ 2) bei 23°C
und 5,08 cm/min; und eine Reißdehnung
von mindestens 300% bei 5,08 cm/min. Die Testbedingungen werden
in ASTM D638, Typ IV beschrieben (Annual Book of ASTM Standards,
American Society for Testing and Materials). Alternativ muß zur Erfüllung der
1996 ASTM F648-Kriterien für
UHMWPE vom Typ 3 das UHMWPE aufweisen: eine Reißfestigkeit von mindestens
27 MPa bei 23°C
und 5,08 cm/min; eine Zugfestigkeit von mindestens 19 MPa bei 23°C 5,08 cm/min
und eine Reißdehnung
von mindestens 250% bei 5,08 cm/min.
-
Die
Diagramme mechanischer Eigenschaften als Funktion der Strahlungsdosis
für GUR
4150 (das repräsentativ
für UHMWPE
vom Typ 2 ist) (25–27) zeigen,
daß für alle Strahlungsdosen
zwischen 5 und 25 Mrad (50 bis 250 kGy) die obigen ASTM F648-Kriterien
für UHMWPE
vom Typ 2 erfüllt
werden, mit Ausnahme der Reißdehnung,
die den Grenzwert von 300 bei etwa 6 Mrad (60 kGy) erreicht. Wenn
daher die Kriterien von ASTM F648 für UHMWPE vom Typ 2 erfüllt werden
sollen, beträgt
die maximale (die am stärksten bevorzugte)
Gammastrahlungsdosis etwa 6 Mrad (60 kGy). Wie im zweiten Aspekt
der Erfindung (folgender Abschnitt) veranschaulicht, könnten die
entsprechenden Kurven des Verschleißes und anderer physikalischer Eigenschaften
als Funktion der Vernetzungsdosis benutzt werden, um den bevorzugten
Dosisbereich für
andere UHMWPE-Typen oder für
andere Polymere im allgemeinen zu bestimmen.
-
II. Zweiter Aspekt der
Erfindung: Verfahren zur Optimierung der Verschleißfestigkeit
und wünschenswerter physikalischer
und/oder chemischer Eigenschaften einer Polymerzusammensetzung
-
Der
zweite Aspekt der Erfindung nutzt die Ergebnisse der vorliegenden
Patentanmeldung (einschließlich
derjenigen, die im Abschnitt "Beispiele" weiter unten dargestellt
werden), um ein Verfahren zu konstruieren, das es dem Fachmann ermöglicht,
die notwendigen Bedingungen für
die routinemäßige Herstellung
eines Polymers mit einem optimalen Gleichgewicht zwischen Verschleißfestigkeit
und physikalischen und/oder chemischen Eigenschaften mit minimalen
zusätzlichen
Tests und minimalem Herumprobieren systematisch zu ermitteln. In
einer Ausführungsform
dieses Aspekts der Erfindung kann das Optimierungsverfahren schematisch in
einem Ablaufdiagramm dargestellt werden. Sobald die optimalen Bedingungen
durch dieses Verfahren ermittelt worden sind, kann das Polymer dann
diesen Bedingungen für
die Verarbeitung ausgesetzt werden.
-
Die
vorliegende Erfindung basiert zum Teil auf der Entdeckung, daß die Verschleißrate mit
zunehmender Strahlungsdosis abnimmt, und es gibt eine maximale Dosis,
oberhalb derer eine geringe oder gar keine zusätzliche Verbesserung des Verschleißes auftritt,
sondern höhere
Dosen könnten
andere wichtige physikalische und/oder chemische Eigenschaften des
Polymers verschlechtern, wie z. B. die Dehnungsgrenze oder die Reißfestigkeit,
die Reißdehnung,
die Schlagzähigkeit
oder Ermüdungsbeständigkeit,
sowie die Empfindlichkeit gegen Oxidation erhöhen. Von der Oxidation ist wiederum
bekannt, daß sie
eine oder mehrere dieser physikalischen Eigenschaften beeinträchtigt,
und es wurde gezeigt, daß sie
in den nachstehenden Beispielen für UHMWPE auftritt, das mit
einer Dosis von im Mittel etwa 28 Mrad (280 kGy) vernetzt wurde,
wenn keine Wärmebehandlung
durchgeführt
worden war. Infolgedessen kann ein mit einer hohen Strahlungsdosis
bestrahltes Polymer eine verbesserte Verschleißfestigkeit aufweisen, aber
seine anderen physikalischen oder chemischen Eigenschaften können außerhalb
wünschenswerter
oder zulässiger
Grenzwerte liegen, wie z. B. derjenigen, die durch ASTM F648 für UHMWPE
für In-vivo-Gebrauch
spezifiziert werden.
-
Die
Methode basiert außerdem
zum Teil auf der Feststellung, daß zwar andere wichtige physikalische Eigenschaften
(wie z. B. die Kristallinität
oder die Reißdehnung)
durch den Grad der Wärmebehandlung
(z. B. des Umschmelzens oder des Temperns), die auf das Polymer
nach der Strahlungsvernetzung angewandt wird, deutlich beeinflußt werden,
daß aber
die Verschleißfestigkeit
nicht deutlich beeinflußt
wird. Diese letztere Entdeckung gestattet eine Verminderung des
Umfangs zusätzlicher
Prüfüngen, die
vom Anwender gefordert werden, um die Vernetzungsdosis zu identifizieren,
die das vom Anwender geforderte Gleichgewicht zwischen Verschleißfestigkeit
und anderen physikalischen Eigenschaften liefert. Diese Methode
ist zum Beispiel in dem Fall brauchbar, wo die vorgeformte Polymerzusammensetzung
aus UHMWPE zur Herstellung von In-vivo-Implantaten verwendet wird,
wie z. B. von Hüftgelenkpfannen.
-
II(a) Zusammenfassung
der Schritte des Optimierungsverfahrens
-
Daher
bietet der zweite Aspekt der vorliegenden Erfindung ein systematisches
Verfahren zur Optimierung des Gleichgewichts zwischen Verschleißfestigkeit
und anderen gewünschten
physikalischen und/oder chemischen Eigenschaften eines Polymers.
Die Schritte in diesem Verfahren werden in dem nichteinschränkenden
Beispiel des Ablaufdiagramms der 23A und 23B zusammengefaßt. In dem Ablaufdiagramm und
der folgenden Diskussion wird, um die Diskussion zu erleichtern,
Bestrahlung als ein Beispiel eines Vernetzungsverfahrens verwendet,
und ein Implantat wird dort als ein Beispiel des Produkts benutzt,
das aus dem Polymer hergestellt wird. Wie jedoch an anderer Stelle
in der vorliegenden Patentanmeldung diskutiert, können andere
Vernetzungsverfahren und Produkte verwendet werden.
-
Schritt
1: Das Verfahren beginnt typischerweise mit dem Polymer in fester
Form, wie z. B. einem extrudierten Stab oder Block.
-
Schritt
2: Der Stab wird über
einen Dosisbereich bis zum Maximum bestrahlt, bei dem wahrscheinlich ein
Material mit der gewünschten
Verschleißfestigkeit
und den gewünschten
physikalischen und/oder chemischen Eigenschaften erzeugt wird. Diese
Bestrahlung kann z. B. im Fall von Gammastrahlung mittels einer
Cobalt 60-Gammastrahlungseinrichtung erfolgen, wie sie gegenwärtig zur
Sterilisation von Implantaten im industriellen Maßstab eingesetzt
wird.
-
Schritt
3: Die bestrahlten Stäbe
werden dann umgeschmolzen. Die Anmelder haben festgestellt, daß das Umschmelzen
eines bestrahlten Polymers die während
der Bestrahlung erzeugten freien Radikale beträchtlich reduziert und damit
eine langfristige Oxidation und Kettenspaltung minimiert. Durch
Verbesserung der Beständigkeit
der Polymerzusammensetzung gegen langfristige Oxidation verbessert
das Umschmelzen auch die langfristige Verschleißfestigkeit der Polymerzusammensetzung.
Zur weiteren Diskussion des Themas siehe die Beispiele 2, 3 und
4 weiter unten.
-
Obwohl
der Stab während
des Umschmelzens in einer sauerstoffarmen Atmosphäre enthalten
sein kann, ist dies unter Umständen
nicht wesentlich, da auch dann, wenn der Stab in Umgebungsluft umgeschmolzen
wird, die resultierende Oxidation nur die Oberflächenschicht des Polymers beeinflussen
kann (z. B. weisen im folgenden Abschnitt "Beispiele" die 2, 5 und 24 Oxidation
bis zu einer Tiefe von etwa 1 mm auf). In der bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung wird die oxidierte Oberflächenschicht der vorgeformten
Polymerzusammensetzung entfernt, z. B. während der anschließenden Herausarbeitung
der Produkte aus dem behandelten Stab.
-
Schritt
4A: Die Strahlungsdosis ist mit der Verschleißfestigkeit der Produkte korreliert,
die aus der bestrahlten, umgeschmolzenen Polymerzusammensetzung
hergestellt werden, wie in einem Verschleißtest ermittelt wird, der die
Verschleißbedingungen
der Produkte angemessen simuliert. Wenn z. B. die Polymerzusammensetzung
zu einem Implantat verarbeitet wird, dann sollte der Verschleißtest vorzugsweise
die Verschleißbedingungen
derartiger Implantate in vivo angemessen simulieren. Die Korrelation
kann durch Auftragen einer Dosis-Wirkungs-Kurve für die Strahlungsdosis
als Funktion des Verschleißes
ermittelt werden.
-
Schritt
4B: Entsprechend ist die Strahlungsdosis mit jeder der physikalischen
und/oder chemischen Eigenschaften korreliert, die durch die Strahlungsdosis
deutlich beeinflußt
werden können
und ihrerseits das Verhalten des Implantats in vivo erheblich beeinflussen
können,
sowohl für
nicht umgeschmolzenes als auch für umgeschmolzenes
Polymer. Die Korrelation kann wiederum durch Auftragen einer Dosis-Wirkungs-Kurve für die Bestrahlungsdosis
als Funktion jeder dieser physikalischen und/oder chemischen Eigenschaften
ermittelt werden.
-
Der
Anwender braucht nicht die Beziehung zwischen Dosis und Eigenschaften
für jede
Eigenschaft zu ermitteln, die beeinflußt werden könnte, sondern nur für diejenigen
Eigenschaften, die als wichtig für
die einwandfreie Funktion des Implantats in vivo betrachtet werden.
Welche dieser Eigenschaften für
die beabsichtigte Anwendung wichtig ist, und die Grenzwerte dieser
Eigenschaften, können
für verschiedene
Polymerzusammensetzungen und für
verschiedene Anwendungstypen variieren (z. B. für Hüftprothesen im Vergleich zu Knieprothesen)
und muß daher
durch den Anwender ermittelt werden, bevor das Ablaufdiagramm angewandt wird.
-
Schritt
5 ist der erste Versuch einer Optimierung. Der Anwender kann zunächst über den
gewünschten Verbesserungsgrad
der Verschleißfestigkeit
entscheiden, d. h. über
die maximale Verschleißrate,
die für
die vom Nutzer gewünschte
Anwendung zulässig
ist. Die Dosis-Wirkungs-Kurve für
den Verschleiß (Schritt
4A) zeigt dann die minimale Strahlungsdosis, die notwendig ist,
um diesen Verbesserungsgrad der Verschleißfestigkeit zu liefern.
-
Entsprechend
liefern die Dosis-Wirkungs-Kurven für die anderen physikalischen
oder chemischen Eigenschaften, die für entscheidend oder wichtig
gehalten werden (Schritt 4B) die Werte dieser Eigenschaften, die
der konkreten Strahlungsdosis entsprechen, die im Schritt 4A als
notwendig ermittelt wird, um die gewünschte Verbesserung der Verschleißfestigkeit
zu liefern. Wenn jede dieser anderen physikalischen oder chemischen
Eigenschaften innerhalb zulässiger
Grenzwerte für
das vernetzte und umgeschmolzene Polymer liegt, dann ist ein optimales
Verfahren ermittelt worden (Schritt 6). Mit anderen Worten, das
Implantat kann durch Bestrahlen des festen Polymerstabs, Umschmelzen
des Stabs und Herausarbeiten des Implantats hergestellt werden,
wobei der gesamte Prozeß so
durchgeführt
wird, daß das
resultierende Implantat an seiner Auflagefläche die optimale Dosis empfangen
hat.
-
Alternativ
kann der Nutzer zunächst über die
kritischen Werte für
eine oder mehrere Eigenschaften entscheiden, wie z. B. die Reißfestigkeit,
die Ermüdungsbeständigkeit
usw., dann die entsprechenden Dosis-Wirkungs-Kurven für das umgeschmolzene
Polymer auf die maximal zulässige
Dosis prüfen
und dann die Kurve des Verschleißes als Funktion der Dosis
prüfen,
um festzustellen, ob diese Dosis eine ausreichende Verbesserung
des Verschleißes
liefert (d. h. der Nutzer braucht nicht unbedingt mit der Auswahl
des gewünschten Verbesserungsgrades
des Verschleißes
zu beginnen).
-
Wenn
jedoch keine ausreichende Verschleißverbesserung erzielt wird,
während
diese anderen chemischen und physikalischen Eigenschaften innerhalb
zulässiger
Grenzwerte gehalten werden, oder umgekehrt, wenn die für die gewünschte Verschleißverbesserung
erforderliche Dosis dazu führt,
daß eine
oder mehrere dieser Eigenschaften außerhalb zulässiger Grenzwerte liegen, dann
kann der Nutzer eine niedrigere Strahlungsdosis anwenden (d. h.
eine höhere
Verschleißrate
akzeptieren), wenn er die Materialien umschmelzen möchte oder
wenn alternativ anstelle des Umschmelzens das Tempern angewandt
werden kann (Schritt 7). Für
ein vernetztes Material ist das Tempern beim Entfernen von freien
Radikalen weniger wirksam als das Umschmelzen, kann aber eine geringere
Verschlechterung anderer wichtiger physikalischer Eigenschaften
bewirken.
-
Ob
das Tempern eine praktische Option ist, wird aus den Dosis-Wirkungs-Kurven
für die
nicht umgeschmolzenen und umgeschmolzenen Polymere ersichtlich.
Das heißt,
wenn der gewünschte
Wert der fraglichen Eigenschaft zwischen den beiden Kurven liegt
(siehe z. B. die 25 und 26), dann
kann ein Polymer mit dem gewünschten
Grenzwert durch ein Temperungsverfahren mit einer geeigneten Zeit/Temperatur-Kombination
hergestellt werden.
-
Es
ist nicht notwendig, für
jede der möglichen
Kombinationen von Temperungszeit und – temperatur zusätzliche
Dosis-Wirkungs-Kurven für
den Verschleiß zu
erzeugen. Es wird erwartet, daß die
für die
gewünschte
Verschleißminderung
notwendige Strahlungsdosis, die aus der Dosis-Wirkungs-Kurve für den Verschleiß für umgeschmolzenes
Polymer im Schritt 4A ermittelt wird, auch für ein im Schritt 7 erzeugtes
getempertes Polymer gültig
ist.
-
Schritt
7: Proben eines Stab- oder Blockmaterials, die mit der Dosis bestrahlt
worden sind, die im Schritt 4A als notwendig ermittelt wurde, um
die gewünschte
Verbesserung der Verschleißfestigkeit
zu liefern, sind in verschiedenen Zeit/Temperatur-Kombinationen
zu tempern, um ein Polymer mit den entscheidenden Eigenschaften
zwischen denjenigen für
nicht umgeschmolzene und umgeschmolzene Materialien herzustellen.
-
Schritt
8: Die interessierende(n) physikalische(n) oder chemische(n) Eigenschaft(en)
der bestrahlten und getemperten Proben des Polymers werden mit Temperungszeiten
und -temperaturen korreliert.
-
Schritt
9: Unter Verwendung der Reißfestigkeit
als Beispiel der interessierenden physikalischen Eigenschaft sollte,
in Abhängigkeit
von der resultierenden Kurve für
die Temperungszeit und/oder – temperatur
als Funktion der Reißfestigkeit,
die im Schritt 4A (oben) ermittelte, zum Erzielen der gewünschten
Verschleißfestigkeit
erforderliche Strahlungsdosis ein Polymer mit einer Reißfestigkeit
innerhalb zulässiger
Grenzwerte erzeugen.
-
Entsprechend
ist jede der anderen wichtigen physikalischen und/oder chemischen
Eigenschaften zu untersuchen, indem individuelle Kurven dieser Eigenschaften
in Abhängigkeit
von der Temperungszeit und/oder -temperatur erzeugt werden. Wenn
jede dieser Eigenschaften bei einer bestimmten Kombination der Temperungszeit
und -temperatur innerhalb zulässiger
Grenzen liegt, dann ist ein geeignetes Verfahren ermittelt worden
(Schritt 10).
-
Wenn
kein Temperungsverfahren ermittelt werden kann, das die Eigenschaften
innerhalb zulässiger Grenzwerte
hält, dann
kann der Nutzer entscheiden, eine niedrigere Strahlungsdosis zu
akzeptieren (Schritt 11), d. h. eine geringere Verbesserung der
Verschleißfestigkeit
zu akzeptieren. Wenn jedoch eine niedrigere Strahlungsdosis (und
daher eine höhere
Verschleißrate)
akzeptierbar ist, dann sollten die entsprechenden physikalischen
und chemischen Eigenschaften wieder für das umgeschmolzene Polymer überprüft werden (unter
Anwendung der früher
im Schritt 4B ermittelten Korrelation), da diese bei der niedrigeren
Strahlungsdosis innerhalb der Grenzwerte liegen können.
-
Wenn
die Eigenschaften für
das umgeschmolzene Polymer bei der niedrigeren Strahlungsdosis innerhalb
der Grenzwerte liegen, dann kann das Umschmelzen anstelle des Temperns
angewandt werden, um ein Polymer mit der gewünschten Verbesserung der Verschleißfestigkeit
zu erzeugen (Schritt 6). Wenn nicht, dann sollte der Anwender wie
zuvor mit dem Tempern fortfahren (Schritte 7 bis 10 oder 11), aber
bei dieser niedrigeren Strahlungsdosis.
-
Der
Anwender möchte
unter Umständen
den erforderlichen Strahlungsvernetzungsgrad fortschreitend reduzieren
(d. h. eine noch höhere
Verschleißrate
akzeptieren), bis eine Dosis ermittelt wird, für die alle anderen Eigenschaften,
die als wesentlich angesehen werden, innerhalb der vom Nutzer geforderten
Grenzwerte liegen. Die resultierende Dosis repräsentiert die maximale Verbesserung
der Verschleißfestigkeit,
die innerhalb der Kriterien des Nutzers erreichbar ist.
-
II (b) Anwendungsbeisniele
des Ablaufdiagramms
-
Als
Ausgangspunkte für
das Ablaufdiagramm können
die Bereiche für
Strahlungsdosen, Umschmelz- und Temperungstemperaturen und -zeiten,
die weiter oben in den Abschnitten "I. Erster Aspekt der Erfindung: Polymerzusammensetzungen
mit erhöhter
Verschleißfestigkeit" und "I(A) Weitere Beispiele
des ersten Aspekts der Erfindung" beschrieben
werden, in Bezug auf Polymere im allgemeinen, UHMW- und HMW-Polymere
im besonderen, und speziell in Bezug auf HMWPE und UHMWPE verwendet
werden.
-
Um
die Diskussion zu erleichtern, veranschaulichen die folgenden Beispiele
die Anwendung des Ablaufdiagramms unter Verwendung von UHMWPE (das
sich auch ähnlich
wie HMWPE verhält)
als Beispiel eines Polymers und einer Hüftgelenkpfanne als Beispiel
eines Implantats. GUR 4150 ist repräsentativ für eine solche Klasse von UHMWPE.
Entsprechend benutzt die Beschreibung Gammastrahlung als Beispiel
für die Vernetzung
des Polymers. Diese Beispiele sind als Erläuterung und nicht als Einschränkung der
Erfindung gemeint.
-
Die
durch das Ablaufdiagramm beschriebene Methode ist auf andere Polymere,
Implantate oder andere, aus derartigen Polymeren hergestellte Produkte
und Vernetzungsverfahren anwendbar (von denen Beispiele an anderer
Stelle in der vorliegenden Patentanmeldung beschrieben werden),
sowie auf Verfahren zur Herstellung eines Implantats oder Produkts
aus der vorgeformten Polymerzusammensetzung.
-
Aus
den Daten, die durch die BEISPIELE (folgende Abschnitte) geliefert
werden, wurden eine Reihe von allgemeinen Regeln ermittelt, die
eine Vereinfachung der Anwendung des Ablaufdiagramms zuließen, d. h.
eine Minimierung des zusätzlichen
Prüfungsumfangs,
der von einem Anwender gefordert wird, der das Verfahren auf andere
Polymere oder auf das GUR 4150 der BEISPIELE anwenden möchte, aber
mit verschiedenen Optimierungskriterien.
-
Um
die kritische Kurve für
den reduzierten In-vivo-Verschleiß zu ermitteln (Schritt 4A),
wird der UHMWPE-Stab oder -Block vorzugsweise im Schritt 2 bestrahlt
und im Schritt 3 umgeschmolzen, auf eine Weise und mit einer Dosis
und Temperatur und einer Zeit, wie für UHMWPE in den Abschnitten "I. Erster Aspekt
der Erfindung: Polymerzusammensetzungen mit erhöhter Verschleißfestigkeit" und "I(A) Weitere Beispiele
des ersten Aspekts der Erfindung" weiter
oben beschrieben.
-
Im
Schritt 4A werden Hüftgelenkpfannen
aus dem bestrahlten Stab herausgearbeitet, und der Verschleiß wird unter
Bedingungen getestet, die auf geeignete Weise für die vorgesehene In-vivo-Anwendung repräsentativ
sind (z. B. durch das Verfahren, das weiter unten im Abschnitt BEISPIELE
beschrieben wird), um eine Dosis-Wirkungs-Kurve des Verschleißes als
Funktion der Bestrahlung für
das konkrete Polymer zu ermitteln. BEISPIEL 5 und 22 zeigen
eine Dosis-Wirkungs-Kurve des Verschleißes für gammabestrahltes GUR 4150-UHMWPE.
-
Die
Anmelder haben entdeckt, daß es
nicht notwendig ist, für
jede der vielen möglichen
Kombinationen von Temperungszeit und -temperatur zusätzliche
Dosis-Wirkungs-Kurven für
den Verschleiß zu
ermitteln. Dies folgt aus den Ergebnissen von BEISPIEL 2. Da das
Tempern bei einer niedrigeren Temperatur ausgeführt wird als das Umschmelzen
und daher eine weniger ausgeprägte
Wirkung auf physikalische Eigenschaften im allgemeinen hat, kann
erwartet werden, daß das
Tempern eine noch geringere Wirkung auf die Verschleißfestigkeit
hat als das Umschmelzen.
-
Ein
weiterer wichtiger Aspekt der Erfindung ist die Entdeckung, daß die Verschleißfestigkeit
von GUR 4150 durch Umschmelzen nicht deutlich beeinflußt wurde
und daher wahrscheinlich nicht durch die Temperungszeit und -temperatur
deutlich beeinflußt
wird. Daher ist zu erwarten, daß die
notwendige Strahlungsdosis für
die Erzeugung der gewünschten
Verschleißminderung,
die aus der Dosis-Wirkungs-Kurve
für den
Verschleiß für umgeschmolzenes
Polymer in Schritt 4A ermittelt wird, auch für ein im Schritt 7 erzeugtes
getempertes Polymer gilt. Daher muß der Anwender zwar seine eigenen
Tests durchführen,
um die Zugfestigkeit als Funktion der Dosis usw. zu ermitteln, kann
sich aber auf die für
das umgeschmolzene Material entwickelte Verschleiß-Dosis-Kurve
verlassen, statt für
jede Temperungsbedingung eine zusätzliche Gruppe von Verschleißkurven
zu bestimmen. Dies bedeutet eine erhebliche Einsparung an Versuchskosten,
da die Zugfestigkeitsprüfungen
typischerweise in wenigen Tagen abgeschlossen werden können (unter
Verwendung üblicher
Zugprüfgeräte), aber
die Tests des Verschleißes
als Funktion der Dosis Monate bis zum Abschluß erfordern (und hochspezialisierte
Geräte
und Verfahren benötigen,
die nur in wenigen Labors weltweit verfügbar sind).
-
Wenn
der Anwender mit GUR 4150 arbeitet, kann er ferner die Dosis-Verschleiß-Kurve
von 22 (sowie die Diagramme anderer mechanischer Eigenschaften, 25-27)
verwenden, ohne irgendwelche Verschleiß- oder Zugfestigkeitstests
ausführen
zu müssen.
Schließlich
kann er, wenn er mit einer anderen Sorte von UHMW-Polyethylen arbeitet,
wahrscheinlich 22 benutzen, da andere Tests
gezeigt haben, daß die Verschleißfestigkeit
dieser Materialien derjenigen von GUR 4150 für eine gegebene Sterilisationsbehandlung sehr ähnlich ist.
Zumindest legt 22 den Bereich fest, auf den
der Anwender seine Verschleiß-Dosis-Experimente
für andere
Sorten von UHMW-Polyethylen konzentrieren kann, um die notwendigen
Prüfungen
zur Ermittlung der optimalen Dosis zu minimieren.
-
Für andere
Polymere könnten
vergleichbare Verschleißtests
an jedem Ende des interessierenden Bereichs für die Strahlungsdosis angewandt
werden, um zu überprüfen, ob
Umschmelzen oder Tempern ihre Verschleißfestigkeit gleichfalls nicht
deutlich beeinflußt.
Nichtsdestoweniger ist GUR 4150 in seinen physikalischen und chemischen
Eigenschaften repräsentativ
für UHMWPEs,
besonders für
diejenigen, die für
Implantate verwendbar sind, und die Anmelder haben beobachtet, daß andere
UHMWPEs mit unterschiedlichen Molekulargewichten und mit oder ohne
Calciumstearat, wie z. B. GUR 1020 (calciumstearatfreie Qualität von niedrigerem
Molekulargewicht) sich nach einer Strahlungssterilisation in Luft
in ihrer Verschleißfestigkeit ähnlich wie
GUR 4150 verhielten. McKellop, H. et al., Trans. Society for Biomaterials,
Bd. 20, S. 43 (1997).
-
Ferner
ist beobachtet worden, daß zwar
die physikalischen Ausgangseigenschaften von HMWPE sich von denjenigen
von UHMWPE unterscheiden, daß aber
diese Unterschiede nach ausreichender Vernetzung erheblich reduziert
sind. Zum Beispiel sind sie nach einer Strahlungsbehandlung mit
Elektronenstrahlen von 300 kGy (30 Mrad) für Eigenschaften wie Gelgehalt,
Quellung und Festigkeit nahezu gleich. Streicher, R. M., Beta-Gamma
1/89: 34-43, S. 42, rechte Spalte, vierter voller Abschnitt. Sogar
die Verschleißeigenschaften
waren die gleichen, nachdem die Unterschiede in der Molekülanordnung
zwischen HMWPE und UHMWPE durch den Bestrahlungsvorgang ausgeglichen
wurden. Daher wird vorausgesagt, daß die Ergebnisse auf der Basis von
GUR 4150 und die obige Diskussion auf Polymere im allgemeinen und
auf UHMW- und HMV-Polymere im besonderen, und speziell auf HMWPE
und UHMWPE anwendbar sind. Folglich können die Strahlungs-, Umschmelz-
und Temperungsbereiche, die für
GUR 4150 ermittelt wurden, auf Polymere im allgemeinen, stärker bevorzugt
auf HMW- und UHMW-Polymere,
und am stärksten
bevorzugt auf HMWPE und UHMWPE angewandt werden; und diese Bereiche
können
zumindest als Ausgangspunkte in dem Ablaufdiagramm zur Ermittlung
der konkreten Bereiche für
andere Polymere benutzt werden, und die Daten im Abschnitt "BEISPIELE" weiter unten werden
es dem Anwender erleichtern, die richtigen Bedingungen für GUR 4150,
UHMWPE vom Typ 2 gemäß ASTM F648
und UHMWPE und HMWPE im allgemeinen zu ermitteln.
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Die
folgenden Beispiele veranschaulichen die Anwendung dieser allgemeinen
Regeln in Verbindung mit dem Ablaufdiagramm. Wenn der Anwender im
ersten Beispiel mit GUR 4150 oder mit einem UHMWPE arbeitet, das
die Kriterien von ASTM F648, Typ 2 im allgemeinen erfüllt, dann
liegt auf der Basis der 25–27 innerhalb
des interessierenden Dosisbereichs, d. h. 0 bis 25 Mrad, nur die
Dehnung unterhalb des ASTM-Grenzwerts (d. h. 300%), und dieser tritt
bei etwa 6 Mrad (60 kGy) auf. Daher ist die maximal zulässige Dosis
6 Mrad (60 kGy), und aus dem Diagramm für den Verschleiß als Funktion
der Dosis (22) ist ersichtlich, daß eine Dosis
von 6 Mrad (60 kGy) eine Verschleißrate von etwa 7 bis 8 mm3 pro Million Zyklen liefert. Dies ist eine
Verminderung um etwa 78% oder mehr gegenüber den 33,1 mm3 pro
Million Zyklen, die für
nicht umgeschmolzenes Polyethylen angegeben wurden, das mit Gammastrahlung
von 3,1 Mrad (31 kGy) in Luft bestrahlt wurde. Wenn diese Verminderung
der Verschleißrate
für den
Zweck des Anwenders ausreicht, dann ist sein Ziel erreicht. Zu beachten
ist jedoch, daß das
Diagramm der Dehnung als Funktion der Dosis (27) praktisch
das gleiche Verhalten zeigt, gleichgültig ob das Polyethylen umgeschmolzen
wird oder nicht; wenn daher die obige Minderung um 78% für den Zweck
des Anwenders nicht ausreicht, dann hätte der Anwender keine Wahl,
als die Strahlungsdosis zu erhöhen,
da Tempern aus den oben diskutierten Gründen gleichfalls die Reißdehnung
wahrscheinlich nicht beeinflußt.
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In
einem zweiten Beispiel fordert ein Anwender einen unteren Grenzwert
der Reißfestigkeit
bei 40 MPa und möchte
ein Material mit einem Verschleiß von nicht mehr als 1 mm3 pro Million Zyklen herstellen. Die Verschleiß-Dosis-Kurve
(22) zeigt, daß zur
Herstellung eines Polyethylens mit dem gewünschten Verschleißfestigkeitsgrad
eine Dosis von etwa 15 Mrad (150 kGy) erforderlich ist. Die Reißfestigkeit-Dosis-Kurve
zeigt jedoch, daß die
Reißfestigkeit
bei 15 Mrad (150 kGy) für
ein umgeschmolzenes Material etwa 36 MPa beträgt. Da dieser Wert unter dem
akzeptierbaren Grenzwert des Anwenders von 40 MPa liegt, kann er
entweder eine niedrigere Strahlungsdosis anwenden und daher eine
geringere Verbesserung der Verschleißrate akzeptieren (d. h. wenn
er sein Material umschmelzen möchte),
oder er kann anstelle des Umschmelzens das Tempern probieren, da
zu erwarten ist, daß das
Tempern in Abhängigkeit
von der verwendeten Zeit/Temperatur-Kombination ein Polymer mit
einem Zugfestigkeitswert zwischen den Grenzwerten erzeugt, die durch
die Kurven für nicht
umgeschmolzenes und umgeschmolzenes Polymer angezeigt werden (25 und 26).
Wie in diesen Figuren dargestellt, beträgt die Zugfestigkeit bei 15
Mrad (150 kGy) für
ein nicht umgeschmolzenes Material etwa 46 MPa, was weit über dem
vom Anwender geforderten Grenzwert von 40 liegt. Daher kann der
Anwender mit minimalem Herumprobieren eine Temperungszeit und -temperatur
ermitteln, die bei der Anwendung auf ein Polyethylen, das einer
Bestrahlung von 15 Mrad (150 kGy) ausgesetzt worden ist, die geforderte Zugfestigkeit
von 40 MPa erzeugt. Wiederum auf der Basis der Verschleißtestergebnisse
weiß der
Anwender, daß er
die Verschleiß-Dosis-Kurve
nicht für
alle die verschiedenen, von ihm ausprobierten Temperungsbehandlungen
von neuem ermitteln muß,
um die notwendige Dosis für
die Erzeugung der gewünschten
Verbesserung der Verschleißfestigkeit
zu ermitteln.
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Nachdem
die Erfindung beschrieben worden ist, werden die folgenden Beispiele
dargestellt, um die Erfindung zu veranschaulichen und zu begründen, und
die Beispiele sind nicht als Einschränkungen des Umfangs der Erfindung
aufzufassen.
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BEISPIELE
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Die
nominelle Strahlungsdosis, die auf Implantate in einer kommerziellen
Bestrahlungseinrichtung angewandt wird, variiert typischerweise
innerhalb eines Bereichs. Daher werden in den folgenden Beispielen
die mittleren Gammastrahlungsdosen angegeben, wie z. B. mittlere
Gammastrahlungsdosen von 3,3, 26,5 und 28 Mrad (33, 265 und 280
kGy). Der Mittelwert von 3,3 Mrad (33 kGy) wurde durch Mittelung
der minimalen und maximalen Dosen bestimmt, z. B. einer minimalen
Dosis von 3,28 und einer maximalen Dosis von 3,45 Mrad (32,8 und
34,5 kGy). Entsprechend basierte z. B. der Mittelwert von 26,5 Mrad
(265 kGy) auf der Mittelung einer minimalen Dosis von 25,14 und
einer maximalen Dosis von 27,70 Mrad (251, 4 und 277 kGy), und der
Mittelwert von 28 Mrad (280 kGy) basierte auf der Mittelung einer
minimalen Dosis von 26,01 und einer maximalen Dosis von 30,30 Mrad
(260,1 und 303 kGy).
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BEISPIEL 1: Wirkung der
Strahlungsatmosphäre
und -dosis auf die physikalischen Eigenschaften von UHMWPE
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Experimentelle
Details
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Handelsübliche extrudierte
UHMWPE-Stäbe
(GUR 4150, Poly Hi Solidur) mit einem massegemittelten Molekulargewicht
von 5–6 × 106 wurden im Anlieferungszustand verwendet.
Die 8 min dicken Probekörper
wurden aus den Stäben
ausgeschnitten und mit Gammastrahlung bei Raumtemperatur entweder
in Umgebungsluft oder in einer Vakuumkammer bei SteriGenics International
(Tustin, CA) mit mittleren Dosen im Bereich von 3,3 bis 250 Mrad
(33 bis 2500 kGy) bestrahlt. Die Strahlung wurde mit einer Dosisleistung
von 0,2 Mrad/h (2 kGy/h) abgegeben. Für 250 Mrad (2500 kGy) war die
Dosisleistung 4 Mrad/h (40 kGy/h). Als Gammastrahlungsquelle wurde
Cobalt-60 verwendet. Eine Teilmenge der 8 mm dicken Probekörper, die
im Vakuum bestrahlt worden waren, wurde in einem Vakuumofen durch
langsames Erhitzen von Raumtemperatur auf 145°C (mit etwa 0,3°C/min) und
einstündiges
Halten der Temperatur auf 145°C
umgeschmolzen. Nach dem Umschmelzen wurden die Probekörper allmählich auf
Raumtemperatur abgekühlt.
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Die
physikalischen Eigenschaften der scheibenförmigen Probekörper vor
und nach der Bestrahlung und dem Umschmelzen wurden durch Digitalscanningkalorimetrie
(DSC), Gelgehaltsanalyse und FTIR-Spektroskopie analysiert.
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Gelgehaltsanalyse
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Der
Gelgehalt jedes Materials wurde als Funktion der Tiefe von der Oberfläche aus
analysiert. 100 μm dicke
Schnitte (etwa 50 mg) wurden quer über dem Probekörper durch
Mikrotomschnitt präpariert.
Die Extraktion der Sol-Fraktion wurde durch Sieden in p-Xylol über 24 Stunden
durchgeführt,
wobei zur Verhinderung der Oxidation 0,5 Gew.-% Antioxidationsmittel
(2,6-Di-t-butyl-4-methylphenol) zugesetzt wurde. Für stark
oxidierte Schnitte von der Oberflächenschicht aus, die beim Sieden
zum Bruch neigten, wurden die Probekörper in PTFE-Membranfilter
(0,5 μm
Porengröße) gewickelt,
um Gelverlust zu vermeiden. Nach der Extraktion wurden die Probekörper in
Aceton entquollen und bei 60°C
in einem Vakuumofen auf konstantes Gewicht getrocknet. Die Gelfraktion
wurde aus dem Gewichtsverhältnis
des getrockneten und extrahierten Materials zum getrockneten und
nicht extrahierten Material bestimmt.
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Differentialscanningkalorimetrie
(DSC)
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Für DSC-Messungen
wurden Proben entkernt und durch Mikrotomschnitt quer über die
Tiefe zu 200 μm
dicken Schnitten präpariert.
Probekörper
(~4 mg) wurden von 50°C
mit 10°C/min
in einem Differentialscanningkalorimeter (Perkin-Elmer DSC-4) auf
170°C erhitzt.
Die Schmelztemperatur wurde aus dem Maximum der Schmelzendotherme
ermittelt. Zur Eichung der Temperatur und der Schmelzwärme wurde
Indium verwendet. Die Schmelzwärme
wurde durch Vergleich der Fläche
unter der Schmelzendotherme mit der Schmelzfläche einer Indiumprobe mit bekannter
Schmelzwärme
von 28,4 J/g bestimmt und durch 292 J/g dividiert, die Schmelzwärme eines
idealen Polyethylenkristalls, um den Kristallinitätsgrad zu
erhalten.
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Ergebnisse
und Diskussion
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Wie
in 1 dargestellt, erhöhte die Bestrahlung die Kristallinität der 8
mm dicken Probekörper
aus UHMWPE von etwa 55% auf 60-66% mit erheblicher Überlappung
für die
unterschiedlichen Dosen.
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Ähnliche Änderungen
wurden bei den Proben beobachtet, die in Luft bestrahlt wurden.
Der Gelgehalt (d. h. der Vernetzungsgrad) (2) nahm
mit steigender Strahlungsdosis gleichfalls zu. Wichtig ist, daß die Vernetzung
beim Übergang
von der Oberfläche
zur Mitte jeder Probe deutlich zunahm und für die Dosis von 3,3 Mrad (33 kGy)
etwa 92% erreichte. Offenbar war der in der Vakuumkammer vorhandene
Sauerstoff ausreichend, um die erhöhte Oxidation und die verminderte
Vernetzung der Oberflächenschicht
zu verursachen. Daher ist unser Verfahren, d. h. die Bestrahlung
eines Stabs und das Entfernen der Oberfläche durch spanende Bearbeitung,
effektiver und rationeller als die Verwendung eines Vakuums oder
einer anderen sauerstoffarmen Atmosphäre bei der Herstellung eines
Endprodukts mit minimaler Oxidation der Auflagefläche. Zum
Vergleich (3) hat chemisch vernetztes Polyethylen
(PE) (1% Peroxid, bestrahlt in Luft) (Shen, F.W., et al., J. of
Poly. Sci. Teil B: Poly. Phys. 34: 1063-1077 (1996)), das einen
sehr niedrigen Verschleiß aufweist,
einen Gelgehalt von etwa 90% in einer Tiefe von etwa 100 μm von der
Oberfläche
aus, der in der Mitte auf ein Maximum von nahezu 100% ansteigt.
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In
einer zweiten Phase dieses Beispiels wurden die 8 mm dicken Scheiben,
die im Vakuum bestrahlt worden waren, durch einstündiges Erhitzen
auf 145°C
und allmähliches
Abkühlen
umgeschmolzen. Dadurch wurden die maximale Schmelztemperatur, der
Kristallinitätsgrad
und die Kristallgröße vermindert.
Zum Beispiel (4) wurde die Kristallinität der mit
3,3 Mrad (33 kGy) bestrahlten Probekörper durch Umschmelzen aus
dem Bereich von 60-65% in den Bereich von 50-53% reduziert.
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Außerdem rekombinierten
offenbar während
des Umschmelzens restliche freie Radikale, die durch die Bestrahlung
gebildet wurden, und erhöhten
die Gesamtvernetzung (wie aus dem erhöhten Gelgehalt ersichtlich, 5).
Die Vernichtung freier Radikale auf diese Weise führte ihrerseits
zu einer weiteren Verminderung der Oxidation, die andernfalls auftreten
würde,
wenn die Pfannen im Regal gelagert werden oder nach der Implantation
Körperflüssigkeiten
ausgesetzt sind.
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Der
niedrigere Gelgehalt (Vernetzung) in der Nähe der Oberfläche (3)
war auf die Oxidation der Oberflächenschicht
zur Zeit der Bestrahlung zurückzuführen. Daher
ist zu erwarten, daß das
Polymer der Oberflächenschicht
eine geringere Verschleißfestigkeit
aufweist als das Polymer in der Mitte des Probekörpers. Bei dem in der vorliegenden
Anmeldung dargestellten Verfahren war dieser Gradient nicht vorhanden, da
die Oberflächenschicht
beim Herausarbeiten des fertigen Implantats aus dem bestrahlten
Stab oder Block entfernt wurde.
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Die
Kristallinität
und der Gelgehalt der bestrahlten, 8 mm dicken Scheiben mit und
ohne Umschmelzen werden in den 4 bzw. 5
verglichen.
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BEISPIEL 2: Verschleißtests von
strahlungsvernetzten (Hüftgelenk-)
Pfannen mit und ohne Umschmelzen
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Experimentelle Details
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Sechs
extrudierte Stäbe
aus UHMWPE (GUR 4150) mit einem Durchmesser von jeweils 7,62 cm
(3 Zoll) wurden mit Gammastrahlung von 3,3 oder 28 Mrad (33 oder
280 kGy) mit einer Dosisleistung von 0,2 Mrad (2 kGy) pro Stunde
in Umgebungsluft bestrahlt (SteriGenics, Inc., Tustin, CA). Für jede Strahlungsdosis wurden
dann zwei Stäbe
umgeschmolzen, indem sie in einem Ofen in Umgebungsatmosphäre von Raumtemperatur
auf 150°C
mit etwa 0,3°C/min
erhitzt und 5 Stunden lang auf 150°C gehalten wurden und dann allmählich auf
Raumtemperatur abgekühlt
wurden. Die Kristallinität
und der Gelgehalt dieser vier Materialien wurden an dem Querschnitt
von zusätzlichen
Proben jedes Stabs mittels Differenscanningkalorimetrie (DSC) und
Gelgehaltsanalyse gemessen. Die Ergebnisse sind in den Tabellen
1 und 2 zusammengefaßt.
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Vier
Gruppen von Hüftgelenkpfannen
wurden aus jedem der vier Materialien in Stabform in einer kommerziellen
Bearbeitungswerkstatt (Bradford and Meneghini Manufacturing Co.,
Santa Fe Springs, CA) herausgearbeitet. Jede Pfanne hatte einen
Außendurchmesser
(OD) von 5,08 cm (2 Zoll) und einen Innendurchmesser (ID) von 3,2
cm (1,26 Zoll), und einen Außenradius
von 2,54 cm (1 Zoll) sowie einen Innenradius von 1,61 cm (0,633
Zoll) (6). An zwei Gruppen von drei Pfannen für jede Strahlungsdosis,
die umgeschmolzen worden waren, und an zwei Gruppen von drei Pfannen
für jede
Dosis, die nicht umgeschmolzen worden waren, wurden Verschleißtests durchgeführt. Die
Stäbe wurden
absichtlich mit größeren Durchmessern
verwendet als denen der fertigen Pfannen, so daß durch den Bearbeitungsprozeß zum Entfernen
der äußeren 1,27
cm (0,5 Zoll) von jedem Stab die am stärksten oxidierte, am stärksten kristalline,
am wenigsten vernetzte Oberflächenschicht
entfernt wurde, die etwa 0,5 bis 1,0 mm dick ist. Auf diese Weise
bestand die Auflagefläche
jeder Pfanne aus Material in der Nähe der Mitte des Stabs, d.
h. aus dem am stärksten
vernetzten, am wenigsten kristallinen, am wenigsten oxidierten Bereich,
von dem vorausgesagt wird, daß er
die höchste
Verschleißfestigkeit aufweist.
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Da
Hüftgelenkpfannen,
die in Patienten eingesetzt werden, zunächst durch irgendein akzeptierbares Mittel
sterilisiert werden müssen,
wurden die Testpfannen in dieser Untersuchung unter Verwendung von
Ethylenoxid in der geeigneten Dosis für klinische Implantate vor
den Verschleißtests
sterilisiert. Ethylenoxid wurde anstelle zusätzlicher Gammastrahlung gewählt (z.
B. 2,5-4.0 Mrad (25-40 kGy)) um die Ergebnisse auf die Wirkungen
der ursprünglichen
Dosen von 3,3 oder 28 Mrad (33 oder 280 kGy) zu beschränken, die
zum Vernetzen der Materialien angewandt wurden.
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Vor
den Verschleißtests
wurden die Pfannen 3 Wochen lang in destilliertem Wasser eingeweicht,
um die zusätzliche
Flüssigkeitsaufnahme
während
des Verschleißtests
zu minimieren, wodurch die Genauigkeit des Gewichtsverlustverfahrens
für die
Verschleißmessung
erhöht
wurde. Für
den Verschleißtest
wurden die Pfannen in Polyurethanformen eingeschlossen und in Edelstahlhalterungen
gepreßt
(7). Jede Halterung war mit einer Acrylkammerwand
für die
Aufnahme des Schmiermittels ausgestattet. Die Kammern wurden an der
Hüftsimulator-Verschleißmaschine
montiert, wobei jede Pfanne an einer Kugel aus Cobalt-Chrom-Legierung
anlag (es wurden herkömmliche
Hüftprothesen-Oberschenkelkugeln
mit Implantat-Oberflächengüte verwendet).
Die Kugel-Pfannen-Paare wurden einer physiologischen Wechselbeanspruchung
mit einer Spitzenlast von etwa 2000 Newton ausgesetzt (Paul, J.
P., "Forces transmitted
by joints in the human body" (Kräfte, die
durch Gelenke im menschlichen Körper übertragen
werden), in Lubrication and Wear in Living and Artificial Human
Joints, Proc. Instn. Mech. Engrs. 1967; 181, Teil 3J: 8-15), und
die Pfannen wurden gegen die Kugeln über einen zweiachsigen 46°-Bogen mit 68 Zyklen
pro Minute in Schwingung versetzt. Jede Teststation auf dem Simulator
(7) enthält
eine selbstzentrierende Einheit 5, die Hüftgelenkpfanne 6, einen exzentrischen Doppelachsenantriebsblock
7, eine Testkammer 8, Serumschmiermittel 9 und eine Oberschenkelkugel
10. Der Pfeil zeigt die Richtung der computergesteuerten simulierten
physiologischen Last an, die an das simulierte Hüftgelenk angelegt wurde.
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Während des
Tests wurden die Auflageflächen
ständig
in Rinderblutserum getaucht, um die Schmierung im menschlichen Körper zu
simulieren. Dem Serum wurde 0,2% Natriumazid zugesetzt, um die bakterielle Zersetzung
zu verzögern,
und 20 mmol Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA) wurden zugesetzt,
um die Abscheidung von Calciumphosphat auf die Oberfläche der
Kugeln zu verhindern (McKellop, H. und Lu, B., "Friction and Wear of Polyethylene-metal
and Polyethylene-ceramic Hip Prostheses on a Joint Simulator" (Reibung und Verschleiß von Polyethylen-Metall-
und Polyethylen-Keramik-Hüftprothesen
auf einem Gelenksimulator), Transactions of the Fourth World Biomaterials
Congress, Berlin, Apr. 1992, S. 118). Eine Polyethylenschürze bedeckte
jede Testkammer, um luftübertragene
Verunreinigungen zu minimieren.
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In
Intervallen von 250.000 Zyklen wurden die Pfannen aus der Maschine
entfernt, gespült,
unter dem Lichtmikroskop untersucht und wieder in frisches Schmiermittel
eingesetzt. In Intervallen von 500.000 Zyklen wurden die Pfannen
entfernt, gereinigt, getrocknet und gewogen, um den Verschleißgrad anzuzeigen.
Nach der Untersuchung unter dem Lichtmikroskop wurden die Pfannen
wieder mit frischem Schmiermittel auf die Verschleißmaschine
aufgesetzt, und die Tests wurden bis zu insgesamt 3 Millionen Zyklen
fortgesetzt. Eine Million Zyklen entspricht annähernd einem Jahr Gehbewegungsaktivität eines
typischen Patienten.
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Der
Gewichtsverlust wurde bezüglich
der Wirkungen der Fluidabsorption (die den Verschleiß maskiert) korrigiert,
indem der scheinbare Gewichtsverlust der Verschleißtestpfannen
um die mittlere Gewichtszunahme der drei Kontrollpfannen aus jedem
Material erhöht
wurde, die gleichfalls in Serum eingetaucht und auf einem getrennten
Rahmen zyklisch belastet wurden, aber ohne Schwingung. Die korrigierte
Gewichtsverlustrate wurde in Volumenverlust umgerechnet, indem sie
durch die angenäherte
Dichte von UHMWPE (0,94 g/cm3) dividiert
wurde. Der mittlere Gewichtsverlust (nach der Einweichkorrektur)
und die Standardabweichung wurden für jeden der vier Materialtypen
in jedem Wägeintervall
berechnet. Die Verschleißrate
jeder Pfanne wurde durch Anwendung der linearen Regression auf die
Verschleißdaten
für die
gesamten drei Millionen Zyklen berechnet. Die mittleren Verschleißraten und
Standardabweichungen wurden außerdem
für jeden
Materialtyp berechnet.
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Ergebnisse
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8 zeigt
den einweichkorrigierten Verschleiß (Volumenverlust) der drei
Pfannen aus jedem Material als Funktion der Verschleißzyklen. 9 zeigt
den mittleren Verschleiß (Volumenverlust)
der drei Pfannen aus jedem Material als Funktion der Verschleißzyklen.
Die individuellen Verschleißraten
und die Mittelwerte für
jeden Materialtyp sind in Tabelle 3 aufgeführt. Der stärkste Verschleiß trat bei
den Pfannen auf, die einer Strahlung von 3,3 Mrad (33 kGy) ohne
Umschmelzen ausgesetzt wurden. Diese hatten einen mittleren Verschleiß von 21,1
mm3 pro Million Zyklen.
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Der
Verschleiß der
Pfannen, die 3,3 Mrad (33 kGy) mit Umschmelzen ausgesetzt wurden,
betrug im Mittel 18,6 mm3 pro Million Zyklen,
oder der Verschleiß war
um 12% niedriger als für
die nicht umgeschmolzenen Pfannen mit 3,3 Mrad (33 kGy). Die Pfannen,
die 28 Mrad (280 kGy) ausgesetzt wurden, wiesen viel niedrigere
Verschleißraten
als die Pfannen mit 3,3 Mrad (33 kGy) auf, und die Raten waren ähnlich,
gleichgültig
ob das Material umgeschmolzen worden war oder nicht. Das heißt, die
mittlere Verschleißrate
der nicht umgeschmolzenen Pfannen mit 28 Mrad (280 kGy) betrug etwa
1,2% derjenigen der nicht umgeschmolzenen Kontrollen mit 3,3 Mrad
(33 kGy), und die mittlere Verschleißrate der umgeschmolzenen Pfannen
mit 28 Mrad (280 kGy) betrug etwa 1,7% der gleichen Kontrollen.
-
Diskussion
-
Die
Ergebnisse des Verschleißtests
demonstrierten klar die verbesserte Verschleißfestigkeit der UHMWPE-Hüftgelenkpfannen,
die durch das Bestrahlen mit Gammastrahlung von 28 Mrad (280 kGy)
entstand. Offensichtlich verminderte die durch die höhere Strahlungsdosis
erzeugte Vernetzung die Verschleißraten auf weniger als einige
Prozent des Kontrollwerts (3,3 Mrad (33 kGy)). Die minimale Abriebmenge,
die zur Auslösung
einer klinisch signifikanten Osteolyse und anderer Probleme bei
einem bestimmten Patienten notwendig ist, ist nicht ermittelt worden,
und kann zwischen Patienten variieren. Nichtsdestoweniger würde ein
Material, das die Verschleißrate
auf die sehr niedrigen Werte reduziert, welche die Pfannen mit 28
Mrad (280 kGy) in dieser Untersuchung aufwiesen, sehr wahrscheinlich
eine große
Sicherheitsspanne gegenüber
gegenwärtig verwendeten
Materialien bieten.
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Die
Verschleißkurven
für beide
Probekörper
mit 28 Mrad (280 kGy) (8 und 9) waren
beim ersten Wägen
nach 0,5 Millionen Zyklen leicht negativ. Dies war höchstwahrscheinlich
auf eine leichte Unterkorrektur der Fluidabsorption zurückzuführen (d.
h., die Verschleißtestpfannen
absorbierten etwas mehr Wasser als die Einweichkontrollen, und der
Fehler zwischen den beiden war größer als der Gewichtsverlust
durch Verschleiß,
so daß ein
negativer Verschleißwert
erzeugt wurde). Wenn diese Annahme richtig ist, dann waren die Gesamtverschleißraten für die beiden
Gruppen mit 28 Mrad (280 kGy) etwas niedriger und lagen
möglicherweise
dichter zusammen als die in Tabelle 3 angegebenen Werte.
-
BEISPIEL 3: Künstliche
Alterung von strahlungsvernetztem UHMWPE
-
Materialien
-
Sechs
extrudierte UHMWPE-Stäbe
(GUR 4150) (Durchmesser 7,62 cm (3 Zoll)) wurden in Luft mit Gammastrahlung
behandelt, je drei Stäbe
mit 3,3 bzw. 28 Mrad (33 bzw. 280 kGy), mit einer Dosisleistung
von 0,2 Mrad (2 kGy). Für
jede Strahlungsdosis wurden dann zwei Stäbe umgeschmolzen, indem sie
in einem Ofen in Umgebungsatmosphäre von Raumtemperatur mit etwa
0,3°C/min
auf 150°C
erhitzt, 5 Stunden auf 150°C gehalten
und allmählich
auf Raumtemperatur abgekühlt
wurden, und der dritte Stab wurde nicht umgeschmolzen. Eine 13 mm
(0,5 Zoll) dicke Schicht des Außendurchmessers
der behandelten (umgeschmolzenen) und unbehandelten (nicht umgeschmolzenen)
Stäbe wurde
abgetragen, um die am stärksten
oxidierte, am wenigsten vernetzte Oberflächenschicht zu entfernen. Die
Stäbe wurden
zur Herstellung von Probekörpern
für die hier
beschriebenen künstlichen
Alterungstests und für
die in Beispiel 2 beschriebenen Verschleißtests verwendet.
-
Um
die Wirkung der künstlichen
Alterung auf diese vier Materialien (3,3 und 28 Mrad (33 und 280
kGy), umgeschmolzen und nicht umgeschmolzen) zu untersuchen, wurden
8 mm dicke Scheiben aus diesen Kernen von 5,08 cm (2 Zoll) Durchmesser
ausgeschnitten und in einem Ofen langsam (~0,2°C/min) in Umgebungsatmosphäre auf 80°C erhitzt
und 10, 20 oder 30 Tage lang auf 80°C gehalten. Außerdem wurde
für jede
der vier Bedingungen (3,3 und 28 Mrad (33 und 280 kGy), umgeschmolzen
und nicht umgeschmolzen) eine Hüftgelenkpfanne,
die gleichzeitig mit den Verschleißtestpfannen von Beispiel 2
hergestellt und etwa 5 Monate lang in Luft gelagert worden war,
in vier Stücke
geschnitten und über
die gleichen Zeiträume
bei 80°C
gealtert.
-
Die Gelgehaltsanalyse
und das DSC-Verfahren entsprechen der Beschreibung im obigen BEISPIEL
1.
-
Fourier-Transform-Infrarotspektroskopie
(FTIR)
-
An
den obigen Probekörpern
wurden FTIR-Messungen durchgeführt.
Segmente von etwa 5 min Breite wurden aus jedem Polyethylen-Probekörper ausgeschnitten,
und die Segmente wurden durch Mikrotomschnitt zu 200 μm dicken
Scheiben präpariert.
Die Oxidationsprofile, wie durch die Carbonylkonzentration angezeigt, wurden
unter Verwendung eines Mattson Polaris FTIR (Modell IR 10410) mit
einem Spectra-Tech IR-Planmikroskop gemessen. Spektren wurden in
Schritten von 100 μm
von der Oberfläche
bis zur Mitte des Probekörpers
erfaßt,
wobei über
64 Abtastungen mit einer Auflösung
von 16 cm-1 mit einem MCT-(Quecksilber-Cadmiumtellurid-)Detektor
summiert wurde. Die Carbonylgruppenkonzentration wurde durch das
Verhältnis
der Peakhöhe
der Keton-Absorptionsbande bei 1717 cm-1 zur
Höhe der
Bezugsbande bei 2022 cm-1 (-CH2-Vibration)
angezeigt.
-
Ergebnisse
-
Die
Oxidationsprofile als Funktion der Tiefe sind in den 10–13 dargestellt.
Wie in 10 für das nicht umgeschmolzene
Material mit 3,3 Mrad (33 kGy) dargestellt, nahm die Oxidation
mit zunehmender Alterungszeit zu. Im Gegensatz dazu zeigte das umgeschmolzene
Material mit 3,3 Mrad (33 kGy) (11) fast keine
Oxidation für
die Alterung über
10 und 20 Tage, aber eine gewisse Oxidation für die Alterung von 30 Tagen.
Das Oxidationsmaximum an der Oberfläche mit Umschmelzen betrug
jedoch 50% der maximalen Oxidation an der Oberfläche ohne Umschmelzen (10).
Für das
nicht umgeschmolzene UHMWPE mit 28 Mrad (280 kGy) (12)
zeigte die Oxidation mit zunehmender Alterungszeit eine stärkere Zunahme
als für
das nicht umgeschmolzene Material mit 3,3 Mrad (33 kGy). Wieder
war die Oxidation mit Umschmelzen viel niedriger, d. h. das umgeschmolzene
UHMWPE mit 28 Mrad (280 kGy) (13) wies
im wesentlichen keine Oxidation nach 20 Tagen Alterung auf (11),
und das Oxidationsmaximum an der Oberfläche nach 30 Tagen betrug nur
etwa 1/3 der Oxidation ohne Umschmelzen (12).
-
Entsprechend
zeigten bei den Hüftgelenkpfannen,
die 5 Monate in Luft gelagert und dann 20 Tage bei 80°C gealtert
wurden, die umgeschmolzenen Materialien (3,3 oder 28 Mrad (33 oder
280 kGy)) keine Oxidation (14), während die
nicht umgeschmolzenen Pfannen (3,3 oder 28 Mrad (33 oder 280 kGy))
eine beträchtliche
Oxidation zeigten (14), besonders für UHMWPE
mit 28 Mrad (280 kGy), und mit einem unter der Oberfläche liegenden
Oxidationsmaximum in beiden nicht umgeschmolzenen Materialien.
-
Da
die Vernetzung von UHMWPE seine Löslichkeit reduziert, ist der
Gehalt an ungelöstem
Material (Gelgehalt) eine indirekte Anzeige des Vernetzungsgrades.
Der Gelgehalt als Funktion der Tiefe für verschiedene Bedingungen
ist in den 15 bis 18 dargestellt.
Wie in 15 für 3,3 Mrad (33 kGy), nicht
umgeschmolzenes Material, dargestellt, nahm der Gelgehalt (d. h.
die Vernetzung) mit zunehmender Alterungszeit ab. In den stark oxidierten
Oberflächenbereichen
trat nach 30 Tagen Alterung ein starker Gradient des Gelgehalts
auf, d. h. eine Zunahme von einem Minimum an der Oberfläche zu einem
Maximum etwa 2 mm unter der Oberfläche. In der Nähe der Oberfläche war
der Gelgehalt in dem nicht gealterten Probekörper am höchsten (91%) und nahm für den 30
Tage gealterten Probekörper
im gleichen Bereich mit zunehmender Alterungszeit auf weniger als
5% ab. Im Gegensatz dazu zeigten die umgeschmolzenen Materialien
(16) eine viel geringere Reduktion des Gelgehalts
in den Oberflächenbereichen
als die nicht umgeschmolzenen Materialien. Das heißt, ein
Vergleich von 17 (28 Mrad (280 kGy), nicht
umgeschmolzen) und 18 (28 Mrad (280 kGy), umgeschmolzen)
zeigte, daß das
umgeschmolzene UHMWPE eine viel höhere Retention des Gelgehalts
(d. h. der Vernetzung) aufwies.
-
Die
Ergebnisse der DSC-Messungen zeigten den Kristallinitätsgrad als
Funktion der Tiefe für
verschiedene Materialien an, die 30 Tage bei 80°C gealtert wurden, wie in 19 dargestellt.
In der Nähe
der Oberfläche
betrug der Kristallinitätsgrad
83% für
das nicht umgeschmolzene Material mit 28 Mrad (280 kGy) nach der Alterung,
im Vergleich zu 65% vor der Alterung. Der hohe Kristallinitätsgrad und
die erhöhte
Sprödigkeit
der Oberflächenzone
des gealterten Materials führten
oft zur Fragmentierung einer Schicht von etwa 1 mm Dicke während der
Mikrotombearbeitung. Im Gegensatz dazu zeigte das umgeschmolzene
Material mit 28 Mrad (280 kGy) eine geringere Zunahme der Kristallinität in den
Oberflächenbereichen
infolge der Alterung, und es wurde keine spröde Zone beobachtet. Entsprechend
wies das nicht umgeschmolzene Material mit 3,3 Mrad (33 kGy) infolge
der Alterung eine Zunahme der Kristallinität von 60% auf etwa 78% auf,
und die Oberflächenschicht war
wieder spröde,
obwohl nicht so spröde
wie bei dem nicht umgeschmolzenem Material mit 28 Mrad (280 kGy).
-
Diskussion
-
Die
Bestrahlung von UHMWPE führt
zu Vernetzung, Kettenspaltung und zur Bildung freier Radikale. Wenn
Sauerstoff anwesend ist, kann er mit den freien Radikalen zu oxidierten
Spezies reagieren, was zu einer zusätzlichen Kettenspaltung (Reduktion
des Molekulargewichts) und einer Zunahme der Kristallinität führt. Da Polymerkristallite
oberhalb der Schmelztemperatur schmelzen und amorph werden, verstärken sich
die Bewegungen und Drehungen der Molekülkette und begünstigen
die Rekombination freier Radikale. Die Ergebnisse der vorliegenden
Experimente zeigten, daß das
Umschmelzen bei 150°C
offenbar dazu führte,
daß die
restlichen freien Radikale zerfielen und/oder zu Vernetzungen rekombinierten,
was zu einem erhöhten
Gelgehalt führte.
Daher ist das Umschmelzen eine wirksame Möglichkeit zur Vernichtung von
freien Radikalen und macht die Materialien weniger empfindlich gegen
langfristige Oxidation und verbessert möglicherweise die langfristige
Verschleißfestigkeit,
wie aus den Ergebnissen der künstlichen
Alterungsversuche ersichtlich ist, wo eine viel geringere Oxidation
der umgeschmolzenen Materialien auftrat.
-
Für ein vernetztes
Polymer spaltet die oxidative Zersetzung die Moleküle und führt zu einer
Reduktion des Gelgehalts. Dies war in den vorliegenden Experimenten
aus dem reduzierten Gelgehalt nach der Alterung ersichtlich, besonders
bei den nicht umgeschmolzenen Materialien (15 bis 18).
Das heißt,
die Verteilung der Oxidation, wie sie durch die mittels FTIR-Spektroskopie
gemessenen Profile angezeigt wird, war invers zum Gelgehalt innerhalb
des Materials; je höher
die Oxidation, desto niedriger der Gelgehalt (die Vernetzung). Da
das Umschmelzen freie Radikale vernichtet und den Gelgehalt erhöht, wodurch
die Empfindlichkeit gegen Oxidation reduziert wird, hatten die umgeschmolzenen
Materialien (3,3 und 28 Mrad (33 und 280 kGy)) nach der künstlichen
Alterung einen viel höheren
Gelgehalt als die nicht umgeschmolzenen Materialien.
-
Ein
angemessener Vernetzungsgrad von UHMWPE kann seine Verschleißfestigkeit
verbessern. Der hohe Vernetzungsgrad in dem UHMWPE, der durch die
Gammastrahlung von 28 Mrad (280 kGy) verursacht wurde, wie aus dem
hohen Gelgehalt (BEISPIEL 2) ersichtlich, trug offenbar zu der viel
höheren
Verschleißfestigkeit
bei, die durch die in BEISPIEL 2 getesteten Hüftgelenkpfannen aufgewiesen
wurde.
-
Wie
in BEISPIEL 3 gezeigt, reduzierte außerdem das Umschmelzen des
bestrahlten UHMWPE deutlich die restlichen freien Radikale und machte
das Material viel beständiger
gegen spätere
Oxidation und daher beständig
gegen eine Verminderung der Vernetzung, was für Implantate im langfristigen
klinischen Gebrauch von erheblichem Vorteil sein kann.
-
BEISPIEL 4: Verschleißtest von
bestrahlten Hüftgelenkpfannen
mit und ohne künstliche
Alterung
-
Materialien und Methoden
-
Der
Verschleißtest
von bestrahlten Hüftgelenkpfannen
mit und ohne Umschmelzen wurde in BEISPIEL 2 beschrieben. Auswirkungen
der künstlichen
Alterung auf die physikalischen Eigenschaften von bestrahltem UHMWPE
mit und ohne Umschmelzen wurden in BEISPIEL 3 beschrieben. Um die
Beständigkeit vernetzter
Hüftgelenkpfannen
gegen thermisch induzierte Oxidation und den Effekt dieser Oxidation
auf den Verschleiß von
bestrahlten Hüftgelenkpfannen
mit und ohne Umschmelzen zu untersuchen, wurden zwei Hüftgelenkpfannen
für jede
der vier Bedingungen (3,3 und 28 Mrad, umgeschmolzen und nicht umgeschmolzen), deren
Verschleiß für 3 Millionen
Zyklen getestet worden war, wie in BEISPIEL 2 beschrieben, in einem
Ofen langsam (~0,2°C/min)
in Umgebungsatmosphäre
auf 80°C
erhitzt und 20 Tage lang auf 80°C
gehalten, wobei eine Hüftgelenkpfanne
für jede
der vier Bedingungen in Umgebungsluft gelagert wurde. Das Oxidationsprofil nach
20 Tagen Alterung für
jede Bedingung wurde in 14, BEISPIEL
3, dargestellt.
-
Vor
dem Verschleißtest
wurden die Pfannen vier Wochen lang in destilliertem Wasser eingeweicht,
um zusätzliche
Fluidabsorption während
des Verschleißtests
zu minimieren, wodurch das Gewichtsverlustverfahren für die Verschleißmessung
genauer wurde. Die Details für
den Verschleißtest
wurden in BEISPIEL 2 beschrieben.
-
Ergebnisse
-
20 zeigt
den kombinierten einweichkorrigierten Verschleiß (Volumenverlust) für die Pfannen
vor der Alterung (3,3 und 280 Mrad (33 und 280 kGy), umgeschmolzen
und nicht umgeschmolzen) während
der ersten 3 Millionen Zyklen (gleiche Daten wie in BEISPIEL 2)
und für
die gleichen Pfannen, nachdem zwei Pfannen aus jedem Material künstlich
gealtert worden waren, von 3 bis 7 Millionen Zyklen. Die individuellen
Verschleißraten
und die Mittelwerte für
jeden Materialtyp, berechnet durch lineare Regression, sind in Tabelle
4 aufgeführt.
-
Alle
Pfannen, die einer Bestrahlung von 3,3 Mrad (33 kGy) mit Umschmelzen
ausgesetzt wurden, zeigten vergleichbare Verschleißraten,
gleichgültig
ob das Material umgeschmolzen oder umgeschmolzen und gealtert wurde
oder nicht. Der Verschleiß war
für alle
Pfannen, die 28 Mrad (280 kGy) ausgesetzt wurden, vernachlässigbar,
gleichgültig
ob diese umgeschmolzen wurden oder nicht, und ob sie gealtert worden
oder nicht.
-
Diskussion
-
Die
Ergebnisse des Verschleißtests
demonstrierten deutlich die verbesserte Verschleißfestigkeit
von UHMWPE-Hüftgelenkpfannen,
die sich aus der Bestrahlung mit 28 Mrad (280 kGy) Gammastrahlung
ergab. Offenbar hatte die durch die künstliche Alterung ausgelöste geringere
Oxidation an der Oberfläche
(14) der stark vernetzten Hüftgelenkpfannen (28 Mrad (280
kGy), ohne Umschmelzen) eine sehr begrenzte Wirkung auf die Verschleißfestigkeit.
Obwohl ein erhebliches Oxidationsmaximum etwa 0,4 mm unter der Oberfläche auftrat,
war wegen der sehr hohen Verschleißfestigkeit der Pfannen mit
28 Mrad (280 kGy) die gesamte Eindringtiefe infolge Verschleiß zu flach,
um diese oxidierte Zone unter der Oberfläche zu erreichen, auch nach 4
Millionen Zyklen.
-
Für die nicht
umgeschmolzenen Pfannen mit 3,3 Mrad (33 kGy) trat die oberflächennahe
Oxidation, die ihr Maximum bei etwa 1 mm unter der Oberfläche erreichte
(14) nach Alterung in Luft bei 80°C über 20 Tage
auf. Da die Gesamteindringtiefe dieser Pfannen etwa 300 μm (bei 7
Millionen Zyklen) betrug, wurde die volle Wirkung dieser oberflächennahen
Oxidation bis zu einer viel höheren
Anzahl von Verschleißzyklen nicht
offensichtlich.
-
Nichtsdestoweniger
führt die
oberflächennahe
Oxidation in den nicht umgeschmolzenen Pfannen (BEISPIEL 3, besonders
für die
Probekörper
mit 28 Mrad (280 kGy)) zu einem reduzierten Molekulargewicht, einer
Verminderung der Vernetzung (wie durch den Gelgehalt angezeigt)
und einer erhöhten
Kristallinität
und Sprödigkeit,
die alle zu Verminderungen der mechanischen Eigenschaften beitragen
können,
wie z. B. der Ermüdungsbeständigkeit,
und schließlich
zu einer Verminderung der Verschleißfestigkeit. Obwohl im vorliegenden
BEISPIEL das Umschmelzen keine offensichtliche Wirkung auf die Verschleißfestigkeit
der gealterten Pfannen hatte, verbessert die Beseitigung der freien
Radikale durch Umschmelzen die langfristige Oxidationsbeständigkeit
und verbessert dadurch die langfristige Verschleißfestigkeit
in vivo.
-
BEISPIEL 5: Verschleißtest von
gammabestrahltem UHMWPE mit Mehrfachdosen
-
Materialien und Methoden
-
In
BEISPIEL 2 demonstrierten wir die verbesserte Verschleißfestigkeit
von UHMWPE-Hüftgelenkpfannen,
die sich aus der Bestrahlung mit 28 Mrad (280 kGy) Gammastrahlung
ergab, im Vergleich zu Pfannen, die mit 3,3 Mrad (33 kGy) bestrahlt
wurden. Die mittlere Verschleißrate
der Pfannen mit 28 Mrad (280 kGy) war niedriger als 2% der Verschleißrate der
Pfannen mit 3,3 Mrad (33 kGy) (d. h. eine Dosis innerhalb des normalen Bereichs
von 2,5 bis 4,0 Mrad (25 bis 40 kGy)), die zur Sterilisation von
Implantaten verwendet wird. Um den Verschleiß als Funktion der Strahlungsdosis
zu untersuchen und dadurch eine optimale Dosis für die Verschleißminderung
zu ermitteln, wurden extrudierte Stäbe aus GUR 4150 UHMWPE von
7,62 cm Durchmesser × 38,1
cm Länge
(3 Zoll × 15
Zoll) in Luft mit Gammastrahlung bestrahlt, drei Stäbe mit jeder
Dosis von 4,5, 9,5, 14,5, 20,2 oder 24 Mrad (45, 95, 145, 202 oder
240 kGy) (SteriGenics, Inc., Corona, CA), mit einer Dosisleistung
von 0,45 Mrad/h (4,5 kGy/h). Zusätzliche
Stäbe wurden
in Luft mit 50 oder 100 Mrad (500 oder 1000 kGy) bestrahlt (SteriGenics,
Inc., Tuscin, CA), mit einer Dosisleistung von 0,67 Mrad/h (6,7
kGy/h). Für
jede Strahlungsdosis wurden dann zwei Stäbe umgeschmolzen, indem sie
in einem Ofen in Umgebungsatmosphäre von Raumtemperatur mit etwa
0,3°C/min
auf 150°C
erhitzt worden, 5 Stunden auf 150°C
gehalten und dann langsam auf Raumtemperatur abgekühlt wurden,
wobei der dritte Stab nicht umgeschmolzen wurde. Die bestrahlten
und umgeschmolzenen Stäbe
wurden zur Herstellung von Hüftgelenkpfannen
für die
Verschleißtests verwendet.
-
Sieben
Gruppen von Hüftgelenkpfannen
wurden in einer kommerziellen Bearbeitungswerkstatt (Bradford and
Meneghini Manufacturing Co., Santa Fe Springs, CA) aus den bestrahlten
und umgeschmolzenen Stäben
für jede
der sieben Dosen herausgearbeitet. Jede Pfanne hatte einen Außendurchmesser
von 5,08 cm (2 Zoll) und einen Innendurchmesser von 3,2 cm (1,26
Zoll), mit einem Außenradius
von 2,54 cm (1 Zoll) und einem Innenradius von 1,6 cm (0,63 Zoll)
(6). Verschleißtests
wurden auch an den umgeschmolzenen Probekörpern unter Verwendung von
zwei Pfannen für
jede Strahlungsdosis von 4,5 bis 24 Mrad (45 bis 240 kGy) und je
einer Pfanne für
50 und 100 Mrad (500 und 1000 kGy) durchgeführt. Die Stäbe wurden absichtlich mit größeren Durchmessern
verwendet als die fertigen Pfannen, so daß der Bearbeitungsprozeß zum Entfernen
der äußeren Schicht
jedes Stabs von etwa 1,27 cm (0,5 Zoll) Dicke die am stärksten oxidierte,
am stärksten
kristalline, am wenigsten vernetzte Oberflächenschicht (etwa 0,5 bis 1,0
mm) wirksam entfernte. Auf diese Weise bestand die Auflagefläche jeder
Pfanne aus Material aus der Nähe
der Mitte des Stabs, d. h. dem am stärksten vernetzten, am wenigsten
kristallinen, am wenigsten oxidierten Bereich, von dem die höchste Verschleißfestigkeit
erwartet wurde.
-
Da
Hüftgelenkpfannen,
die in Patienten eingesetzt werden, zunächst durch irgendein akzeptierbares Mittel
sterilisiert werden müssen,
wurden die Testpfannen in dieser Untersuchung vor dem Verschleißtest mittels
Ethylenoxid in der geeigneten Dosis für klinische Implantate sterilisiert.
Ethylenoxid wurde anstelle zusätzlicher
Gammastrahlung (z. B. 2,5-4,0 Mrad (25 bis 40 kGy)) gewählt, um
die Ergebnisse auf die Wirkungen der Strahlungsdosen zu konzentrieren,
die angewandt wurden, um die Materialien zu vernetzen. Vor dem Verschleißtest wurden
die Pfannen 4 Wochen lang in destilliertem Wasser eingeweicht, um
die zusätzliche
Flüssigkeitsabsorption
während
des Verschleißtests
zu minimieren, wodurch das Gewichtsverlustverfahren für die Verschleißmessung
genauer wurde. Die Details für
das Verschleißtestverfahren
wurden in BEISPIEL 2 beschrieben.
-
Ergebnisse
-
21 zeigt
den einweichkorrigierten Verschleiß (Volumenverlust) jedes Materials
(drei Pfannen für 3,3
Mrad (33 kGy) aus BEISPIEL 2, jeweils zwei Pfannen für eine Strahlungsdosis
von 4,5 bis 24,5 Mrad (45 bis 245 kGy), und je eine Pfanne für 50 und
100 Mrad (500 und 1000 kGy)). Die individuellen Verschleißraten, die
durch lineare Regression ermittelt wurden, und die Mittelwerte für jeden
Materialtyp sind in Tabelle 5 aufgeführt. Bei etwa 2,1 Millionen
Zyklen trat eine zeitweilige Überlastung
der Testpfannen infolge Funktionsstörung der Computersteuereinrichtung
auf. Obwohl diese Überlastung
nur eine geringe Wirkung auf die Verschleißraten der Pfannen hatte, platzte
die mit 100 Mrad (1000 kGy) bestrahlte Pfanne und wurde daher aus dem
Test entfernt.
-
22 zeigt
die mittlere Verschleißrate
(Volumenverlust nach 1 bis 5 Millionen Zyklen) jedes Materialtyps,
der umgeschmolzen (in der Figur durch dunkle Kreise bezeichnet)
bzw. nicht umgeschmolzen worden war (in der Figur durch einen leeren
Kreis bezeichnet) als Funktion der Dosis.
-
Der
Verschleiß der
Pfannen, die 3,3 oder 4,5 Mrad (33 oder 45 kGy) ausgesetzt wurden,
betrug im Mittel 17,5 bzw. 9,3 mm3 pro Million
Zyklen, was einen um etwa 13% bzw. 54% niedrigeren Verschleiß als für die nicht
umgeschmolzenen Becher mit 3,3 Mrad (33 kGy) zeigt (20,1 mm3 pro Million Zyklen). Im Gegensatz dazu
betrug die Verschleißrate
der umgeschmolzenen Pfannen mit 9,5 Mrad (95 kGy) im Mittel 2,2
mm3 pro Million Zyklen, d. h. etwa 89% weniger
als für
die nicht umgeschmolzenen Pfannen mit 3,3 Mrad (33 kGy). Für höhere Strahlungsdosen
als 9,5 Mrad (95 kGy) trat ein minimaler systematischer Verschleiß auf, so
daß im Vergleich
zu dem Wert bei nicht umgeschmolzenen Pfannen mit 3,3 Mrad (33 kGy)
die Verschleißraten
für die umgeschmolzenen
Pfannen mit 14,5 Mrad (145 kGy) um etwa 94% niedriger waren, und
ein minimaler Verschleiß (> 99% Minderung) trat
für die
umgeschmolzenen Pfannen mit 20,2 Mrad (202 kGy) auf.
-
Für die mit
24 Mrad (240 kGy) oder höheren
Dosen bestrahlten Pfannen wurden "negative" Verschleißraten berechnet. Offensichtlich
absorbierten diese Pfannen mehr Wasser als die Einweichkontrollpfannen,
und der Fehler zwischen den beiden war größer als der Gewichtsverlust
durch Verschleiß,
so daß sich
eine Netto-Gewichtszunahme ergab.
-
Diskussion
-
Die
Ergebnisse demonstrierten deutlich, daß die Verschleißfestigkeit
von UHMWPE-Hüftgelenkpfannen
mit zunehmender Strahlungsdosis über
den Bereich von 4,5 bis 9,5 Mrad (45 bis 95 kGy) (d. h. mit zunehmender
Vernetzung) verbessert wurde, so daß der Verschleiß zu gering
war, um ihn für
Dosen über
etwa 20 Mrad (200 kGy) genau quantitativ zu bestimmen. Da die strahlungsinduzierte
Vernetzung außer
der Verbesserung der Verschleißfestigkeit
andere physikalische Eigenschaften verschlechtern kann, wie z. B.
die Reißdehnung
und die Ermüdungsbeständigkeit,
bietet die in dem vorliegenden BEISPIEL entwickelte Dosis-Wirkungs-Kurve
die Gelegenheit, eine optimale Dosis auszuwählen, d. h. eine Dosis, die
den gewünschten
Verbesserungsgrad der Verschleißfestigkeit
bei minimaler Verminderung anderer physikalischer Eigenschaften liefert.
Das Verfahren, um für
eine bestimmte In-vivo-Anwendung zur Auswahl einer Dosis zu gelangen,
wird in der vorliegenden Patentanmeldung beschrieben.
-
UHMWPE-Hüftgelenkpfannen,
die formgepreßt
und dann einer Gammastrahlung von 3,1 Mrad (31 kGy) in Luft ausgesetzt
worden waren, aber nicht wärmebehandelt
wurden (d. h. die typisch für
kommerziell eingesetzte Implantate während der letzten zwei Jahrzehnte
sind) zeigten eine angenäherte
Verschleißrate von
33,1 mm3/Million Zyklen bei Anwendung des
im obigen BEISPIEL 2 beschriebenen Verschleißtestverfahrens. Im Vergleich
mit diesen herkömmlichen
UHMWPE-Hüftgelenkpfannen
zeigen die Hüftgelenkpfannen
gemäß der vorliegenden
Erfindung (d. h. bestrahltes Stabmaterial, das umgeschmolzen und
zu Pfannen verarbeitet wurde) die folgende prozentuale Minderung
der Verschleißrate:
für die
umgeschmolzene Hüftgelenkpfanne
mit 3,3 Mrad (33 kGy) aus dem obigen BEISPIEL 2 (etwa 47% Minderung
der Verschleißrate);
die umgeschmolzene Hüftgelenkpfanne
mit 4,5 Mrad (45 kGy) aus dem obigen BEISPIEL 5 (etwa 72% Minderung der
Verschleißrate);
die umgeschmolzene Hüftgelenkpfanne
mit 9,5 Mrad (95 kGy) aus dem obigen BEISPIEL 5 (etwa 93% Minderung
der Verschleißrate).
-
BEISPIEL 6: Physikalische
Charakterisierung von gammabestrahltem UHMWPE mit oder ohne Umschmelzen
-
Materialien
und Methoden
-
Die
Materialien für
die physikalische Charakterisierung waren die gleichen wie die in
BEISPIEL 5 beschriebenen, auf Verschleiß getesteten Materialien. Zu
den Materialien gehörten
extrudierte UHMWPE-Stäbe (Durchmesser
7,62 cm (3 Zoll)), die mit Gammastrahlung (3,3, 4,5, 9,5, 14,5,
20,2, 24, 50 und 100 Mrad (33,45, 45, 95, 145, 202, 240, 500 und
1000 kGy) bestrahlt wurden, mit oder ohne Umschmelzen, und die nicht
bestrahlten Stäbe.
8 min dicke Scheiben wurden aus den bestrahlten Stäben mit
oder ohne Umschmelzen ausgeschnitten und mit Ethylenoxid sterilisiert.
Die Probekörper
für DSC-
und Quellungsmessungen wurden aus der Mitte der 8 mm dicken Scheiben
ausgeschnitten. Die DSC-Messung für Kristallinität und Schmelztemperatur
mit einem Probengewicht von etwa 4 mg wurde in BEISPIEL 1 beschrieben.
Für Quellungsmessungen wurde
eine 1 mm dicke Tafel mit einem Gewicht von etwa 0,5 g aus der Mitte
der 8 mm dicken Scheibe ausgeschnitten, und die Extraktion der Sol-Fraktion
wurde 72 Stunden in siedendem p-Xylol durchgeführt, wobei 0,5 Gew.% Antioxidationsmittel
(2,6-Di-t-butyl-4-methylphenol)
zur Verhinderung der Oxidation zugesetzt wurde. Nach der Extraktion
wurde das Gel in frisches p-Xylol übertragen und 2 Stunden zur
Gleichgewichtseinstellung bei 120°C
stehengelassen. Das gequollene Gel wurde dann schnell in ein Wägeglas übertragen,
abgedeckt und gewogen. Die Daten wurden als Mittelwert aus fünf Messungen
ermittelt. Nach den Messungen wurden die Proben in Aceton entquollen
und dann bei 60°C
in einem Vakuumofen bis zum Erreichen eines konstanten Gewichts
getrocknet. Die Gelfraktion wurde als das Verhältnis des Gewichts des getrockneten
extrahierten zum ursprünglichen
nichtextrahierten Netzwerk bestimmt. Der Quellungsgrad wurde als
das Gewichtsverhältnis
des gequollenen Gels zu dem getrockneten extrahierten Gel berechnet.
Der Quellungsgrad wurde benutzt, um entsprechend der Theorie von
Flory und Rehner (Shen et al., J. Polym. Sci., Polym. Phys., 34:
1063-1077 (1996) die Kettendichte des Netzwerks, das zahlengemittelte
Molekulargewicht zwischen Vernetzungen und die Vernetzungsdichte
zu berechnen. Für
die Untersuchung der Oxidationsprofile der bestrahlten und in Luft
umgeschmolzenen extrudierten Stäbe
wurde ein hundert Mikrometer dicker Schnitt mittels Mikrotom senkrecht
zur Staboberfläche
hergestellt und durch FTIR-Spektroskopie als Funktion der Tiefe
von der Staboberfläche
aus untersucht.
-
Ergebnisse
und Diskussion
-
Die
Schmelztemperatur und die Kristallinität für nicht bestrahlte und bestrahlte
Materialien (mit und ohne Umschmelzen) sind in Tabelle 6 dargestellt.
Quellungsgrad, mittleres Molekulargewicht zwischen Vernetzungen,
Vernetzungsdichte und Gelgehalt sind in Tabelle 7 dargestellt. Nach
der Bestrahlung nahmen die Schmelztemperatur und die Kristallinität zu und
lagen über
den untersuchten Dosisbereich im Bereich von 135,3 bis 140,2°C bzw. 60
bis 70%. Das Umschmelzen der bestrahlten Stäbe führte zu Verminderungen der Schmelztemperatur
und der Kristallinität,
die im Bereich von etwa 131 bis 135°C bzw. etwa 51 bis 53% lagen.
-
Wie
in Tabelle 7 dargestellt, nahmen mit steigender Strahlungsdosis
der Quellungsgrad und das mittlere Molekulargewicht zwischen Vernetzungen
ab, während
die Vernetzungsdichte zunahm. Der Gelgehalt nahm im allgemeinen
mit der Strahlungsdosis zu, erreichte aber bei etwa 9,5 Mrad (95
kGy) einen Plateaubereich. Mit Umschmelzen wurden der Quellungsgrad
und das mittlere Molekulargewicht zwischen Vernetzungen für bestrahlte
Stäbe bis
zu 9,5 Mrad (95 kGy) signifikant reduziert, blieben aber oberhalb
9,5 Mrad (95 kGy) nahezu unverändert.
Die Vernetzungsdichte nahm nach dem Umschmelzen mit der Dosis bis
zu 9,5 Mrad (95 kGy) zu und blieb dann nahezu unverändert. Der
Gelgehalt nahm im allgemeinen nach dem Umschmelzen zu.
-
Die
Oxidationsprofile für
die mit 9,5 und 24 Mrad (95 und 240 kGy) bestrahlten Materialien
nach 5-stündigem
Umschmelzen in Luft bei 150°C
sind als Funktion der Tiefe von der Staboberfläche aus in 24 dargestellt.
Die Ergebnisse zeigten deutlich, daß nach Bestrahlung und Umschmelzen
in Luft die Oxidation innerhalb 1 mm enorm abnimmt und die am stärksten oxidierte
Schicht etwa 1 mm tief unter der Oberfläche liegt.
-
BEISPIEL 7: Zugfestigkeitseigenschaften
von gammabestrahltem UHMWPE bei verschiedenen Dosen, mit und ohne
Umschmelzen
-
Materialien
und Methoden
-
Die
Materialien für
die Zugfestigkeitsprüfung
waren die gleichen wie die im obigen BEISPIEL 5 beschriebenen Materialien
für den
Verschleißtest.
Zu den Materialien gehörten
extrudierte UHMWPE-Stäbe (Durchmesser
7,62 cm (3 Zoll)), die mit Gammastrahlung von 4,5, 9,5, 14,5, 20,2
und 24 Mrad (45,45, 145, 202 und 240 kGy) ohne Umschmelzen bestrahlt
wurden, und nicht bestrahlte Stäbe.
Gemäß ASTM F648-96 und
D-638 (Typ IV) wurden jeweils fünf
Probekörper
für Zugversuche
aus der Mitte der Stäbe
von 7,62 cm (3 Zoll) Durchmesser herausgearbeitet. Zugversuche wurden
unter Verwendung einer servohydraulischen Zugprüfmaschine mit einer Geschwindigkeit
von 5,08 cm/min (2 Zoll/min) durchgeführt.
-
Ergebnisse
und Diskussion
-
Die
Zugfestigkeit, Reißdehnung
und Reißfestigkeit
sind in Tabelle 8 dargestellt. Die mittleren Zugfestigkeitseigenschaften
als Funktion der Strahlungsdosis sind in den 25-27 dargestellt.
Die Zugfestigkeit nach dem Bestrahlen war höher als die des unbestrahlten
Materials und nahm mit der Strahlungsdosis leicht zu. Umschmelzen
der bestrahlten Stäbe
filterte zu einer Verminderung der Zugfestigkeit, und die Festigkeit
blieb über
den untersuchten Dosisbereich nahezu konstant (25).
Die Reißfestigkeit
und die Reißdehnung
nahmen mit steigenden Dosen ab (26-27).
Umschmelzen führte
zu einer weiteren Verminderung der Reißfestigkeit über den
Dosisbereich. Umschmelzen hatte jedoch über den gleichen Dosisbereich fast
keine Wirkung auf die Reißdehnung.
-
Die
vorstehende Erfindung ist zwar zu Zwecken der Klarheit und des Verständisses
durch Erläuterung und
BEISPIELe einigermaßen
ausführlich
beschrieben worden, aber es ist offensichtlich, daß verschiedene, vom
Fachmann ausführbare
Modifikationen und Änderungen
als zum Umfang der beigefügten
Patentansprüche
gehörend
angesehen werden. Zukünftige
technologische Fortschritte, die offensichtliche Änderungen
an der hier zugrunde liegenden Erfindung ermöglichen, sind gleichfalls in
den Ansprüchen
einbegriffen. TABELLE
1: 3,3 Mrad (33 kGy)
TABELLE
2: 2,8 Mrad (28 kGy)
TABELLE
3
TABELLE
4
TABELLE
5 (1-5 Millionen Zyklen)
- * Die Verschleißdaten der Materialien mit
3,3 Mrad (33 kGy) in BEISPIEL 2.
- ** Die Verschleißrate
im Zeitraum von 1-2 Millionen Zyklen.
TABELLE
6 TABELLE
8