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Die
Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Kunststoffrohren
der Art, bei der man einen Rohr-Vorformling, der auf eine Temperatur
nahe seiner Temperatur der Molekularorientierung gebracht wurde,
durch radiale Dehnung des Rohr-Vorformlings innerhalb eines Formschafts
einer biaxialen Streckung unterzieht, dessen Innendurchmesser bis
auf die Wärmedehnung
gleich dem gewünschten
Durchmesser des Rohrs aus Kunststoffmaterial ist, mit Bildung einer
Blase an einem Ende des Rohrs, kontrollierter Verschiebung dieser
Blase bis zum anderen Ende des Rohrs, und mit Längsstreckung.
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Ein
solches Verfahren ermöglicht
die Herstellung von molekularorientierten Kunststoffrohren mit verbesserten
mechanischen Eigenschaften.
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Die
Druckschrift GB-A-1 432 539 lehrt ein solches Verfahren in einer
Form, die sich aber bei Rohren großer Länge als schwierig anwendbar
erwiesen hat. Während
des Unterdrucksetzens entstehen nämlich das Aufblähen (Bildung
der Blase) und somit die Molekularorientierung oft gleichzeitig
an mehreren Stellen; dieser nur schwer kontrollierbare Vorgang bewirkt
große
Variationen der Dicke in Längsrichtung
und sogar Falten beim Aufeinandertreffen von zwei Dehnungsfronten.
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Die
Druckschrift US-A-4 098 857 bringt eine Verbesserung des oben erwähnten Verfahrens
der Biorientierung durch Verwendung eines den Vorformling umschließenden Futterals
innerhalb einer Form. Bei Beginn des Vorgangs grenzt das Futteral
die radiale Ausdehnung ein und wird dann nach und nach weggezogen, um
die Streckzone fortschreiten zu lassen.
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EP-B-0
072 064 verwendet auch ein solches einen Rohr-Vorformling umgebendes
Futteral; bei der Herstellung wird das Futteral nach und nach weggezogen,
und es ist ein Gegendruck-System zur Regelung der axialen Verschiebung
des Futterals vorgesehen, das an einem Ende (in Kontakt mit der
Wand des gerade gestreckt werdenden Rohr-Vorformlings) einen ringförmigen Kolben
mit ausgeweiteter Kegelstumpfform aufweist. Das Längsstrecken
des Rohr-Vorformlings wird hauptsächlich durch das Reiben des
Futterals auf dem Querschnitt des Rohrs bei seiner relativen Verschiebung
entlang des Rohres erhalten. Eine solche Lösung ermöglicht es zwar, die Verschiebung
der Blase zu steuern, nutzt aber Reibungskräfte zur Durchführung des Längsstreckens;
es ist aber bekannt, daß es
schwierig ist, die Reibungskräfte
zwischen zwei in Bewegung befindlichen Teilen genau zu steuern,
so daß die
Längsstreckung
möglicherweise
beträchtliche
Veränderungen entlang
des Rohrs aufweist. Außerdem
kann das Reiben des Futterals gegen die Außenfläche des Kunststoffrohrs zu
Schönheitsfehlern
auf dieser Fläche
führen.
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EP-A-0
404 557 liefert einen positiven Antrieb der Längsstreckung des Rohr-Vorformlings,
Antrieb, der bei dem oben erwähnten
Verfahren nicht vorhanden ist. Das Ende des Rohr-Vorformlings entgegengesetzt
zu dem, wo die Blase ursprünglich
entsteht, wird in einem Kolben festgeklemmt, der eine Streckkraft
auf den Rohr-Vorformling ausübt,
so daß die
Reibung zwischen Rohr-Vorformling und Futteral nicht mehr notwendig ist,
um eine solche Streckkraft zu gewährleisten. Das Verfahren gemäß EP-A-0 404 557 ermöglicht es
also, die Homogenität
des Längsstreckgrads über die
Länge des
Rohrs zu verbessern.
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Damit
das Strecken des Kunststoffrohrs unter guten Bedingungen stattfinden
kann, muß dieses
Rohr aber durch ein heißes
Fluid, das gemäß EP-A-0
404 557 nicht nur im Rohr-Vorformling aus Kunststoff, sondern auch
um das Futteral herum fließt,
auf eine geeignete Temperatur gebracht und gehalten werden, die
nahe seiner Temperatur der Molekularorientierung liegt. Das heiße Fluid,
das um das Futteral herum fließt, steht
in direktem Kontakt mit der Innenfläche des Formschafts, der so
auf einer relativ hohen Temperatur gehalten wird.
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Am
Ende der radialen Dehnung kommt gemäß EP-A-0 404 557 das Kunststoffmaterial
des Rohr-Vorformlings mit der heißen inneren Oberfläche des
Formschafts in Kontakt und erstarrt nicht schnell, selbst wenn, wie
vorgesehen, ein kaltes Fluid innerhalb des Kunststoffrohrs in Umlauf
gesetzt wird. Diese relative langsame Abkühlung der Außenschicht
des Rohrs trägt
dazu bei, die Dauer des Formzyklus zu verlängern und die Leistungsfähigkeit
des Verfahrens zu verringern.
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Die
Erfindung hat zum Ziel, die radiale Dehnung über die gesamte Länge des
Rohrs trotz des Ausmaßes
dieser Dehnung gleichmäßig zu gestalten.
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Die
Erfindung hat außerdem
zum Ziel, ein Verfahren anzugeben, das relativ einfach und wirtschaftlich in
der Anwendung bleibt.
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Vorzugsweise
hat die Erfindung ebenfalls zum Ziel, ein Verfahren anzubieten,
das es ermöglicht,
eine Einsteckverbindung an einem Ende des Rohrs auszubilden, mit
einer Kehle zur Aufnahme einer Dichtung, und gleichzeitig eine praktisch
konstante Dicke des Rohrs einschließlich in Höhe der Einsteckverbindung zu
gewährleisten.
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Die
Erfindung stützt
sich auf eine Analyse des Vorgangs der Ausdehnung eines Rohr-Vorformlings durch
Erhöhung
des inneren Drucks und auf Betrachtungen bezüglich der tatsächlichen
Spannungen, die in der Dicke des Rohrs erzeugt werden. 1 der
beiliegenden Zeichnungen ist ein Diagramm, das die Durchmesserveränderungen,
ausgedrückt
in Prozent und in die Abszisse eingetragen, eines Kunststoffrohrs
(auf einer Temperatur nahe der Temperatur der Molekularorientierung)
angibt, das einem inneren Druck ausgesetzt ist, dessen Wert in die
Ordinate eingetragen ist. Es zeigt sich, daß die Durchmesserveränderungen
in mehrere Schritte zerfallen:
- – ein erster
Schritt, der einem aufsteigenden, im wesentlichen geradlinigen Bereich
entspricht, kennzeichnet eine homogene Vergrößerung des Durchmessers des
Rohrs bis auf etwa 30%, mit der Erhöhung des Innendrucks;
- – ein
zweiter Schritt, bei dem die Spannung in der Wand über einen
Höchstwert
geht und dann sehr geringfügig
sinkt, um sich auf einem konstanten Wert zu stabilisieren, während der
Durchmesser sich vergrößert: das
ist der Vorgang der Blasenbildung.
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Dieser
Vorgang kann in einem dritten Schritt enden, in dem der Wert der
tatsächlichen
Spannung in der Wand leicht sinkt.
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Für die Herstellung
ist es also unbedingt notwendig, den Innendruck des Rohrs bis auf
einen kritischen Wert zu erhöhen,
damit eine Blasenbildung beginnt, und dann diesen Druck zu stabilisieren,
um das schnelle Platzen des Rohrs zu verhindern.
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Im
ersten Schritt, entsprechend der gleichmäßigen Vergrößerung des Durchmessers des
Rohrs, bleibt die Umfangsverlängerung,
die durch die Dehnung hervorgerufen wird, unter oder gleich dem
Fließpunkt
des Materials des Rohrs. Im zweiten Schritt, entsprechend dem Vorgang
der Blasenbildung, überschreitet
die Umfangsverlängerung
den Fließpunkt
des Materials des Rohrs.
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Um
den Ausdehnungsvorgang so homogen wie möglich zu machen, ist das erfindungsgemäße Verfahren
dadurch gekennzeichnet, daß die
radiale Dehnung in mindestens zwei Phasen erfolgt, d.h.:
- – einer
ersten Phase, während
der der Rohr-Vorformling gleichmäßig bis
auf einen Zwischendurchmesser aufgebläht wird, der kleiner ist als
der Innendurchmesser des Formschafts, bei dem die Umfangsverlängerung
unter oder gleich dem Fließpunkt
des Materials des Rohrs bleibt, wobei diese erste Phase praktisch ohne
Längsstrecken
erfolgt, gefolgt von der Bildung einer Blase an einem Ende des Rohrs,
- – und
mindestens einer weiteren Phase für den Übergang auf den Innendurchmesser
des Formschafts, mit Längsstreckung.
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Vorzugsweise
wird der Zwischendurchmesser dadurch bestimmt, daß in den
Formschaft eine gleitende Hülle
eingeführt
wird, deren Innendurchmesser gleich dem Zwischendurchmesser ist,
und nach der ersten Dehnungsphase wird diese Hülle nach und nach aus dem Formschaft
entfernt, um die zweite Phase der radialen Dehnung zu ermöglichen.
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Vorteilhafterweise
ist die gleitende Hülle
eine Hülle
mit doppelter Wand, mit Umlauf eines heißen Fluids zwischen den beiden
Wänden
der Hülle.
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Vorzugsweise
wird der Formschaft außen
gekühlt.
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Das
Vorhandensein der Hülle
mit doppelter Wand mit innerem Umlauf eines heißen Fluids ermöglicht die
Aufrechterhaltung der Temperatur des Rohr-Vorformlings unter Vermeidung
einer direkten Erwärmung
der Innenfläche
des Formschafts, wodurch die Dauer des Formzyklus reduziert und
die Leistungsfähigkeit
erhöht wird.
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Das
Längsstrecken
des Rohrs, das hauptsächlich
während
der zweiten Phase erfolgt, wird erhalten durch Festklemmen der beiden
Enden des Rohr-Vorformlings in jeweiligen Klemmeinrichtungen, und
durch Entfer nen der Klemmeinrichtungen des einen Endes von den Klemmeinrichtungen
des anderen Endes des Rohrs.
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Vorteilhafterweise
wird ein Druckgas, insbesondere Druckluft, zwischen die Außenwand
des Kunststoffrohrs und die Innenwand der Hülle eingeblasen, um das relative
Gleiten dieser beiden Teile zum Zeitpunkt des Austritts aus der
Hülle zu
erleichtern und eine störende
Reibung zu vermeiden.
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Vorzugsweise
verbleibt ein Freiraum innerhalb des Formschafts zwischen dem Ende
der vollständig in
den Schaft eingeführten
gleitenden Hülle
und dem benachbarten Ende des Schafts, wobei dieser Freiraum die
Entstehung der Blase durch Erhöhung
des inneren Drucks im Rohr-Vorformling
ermöglicht,
ohne daß die gleitende
Hülle vorher
verschoben werden müßte.
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Das
Ende des Kunststoffrohrs, das von der Zone der Bildung der Blase
entfernt liegt, kann zum Zeitpunkt der Entstehung der Blase zu dieser
Zone gedrückt
werden, um eine Erhöhung
der Dicke des Materials zu bewirken, was es ermöglicht, eine Blase mit einer
Dicke im wesentlichen gleich der des restlichen Teils des Rohrs
zu erhalten.
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Vorteilhafterweise
wird bei der Bildung der Blase an einem Ende des Rohrs auf dem Kunststoffrohr eine
Einsteckverbindung mit einer Nut zur Aufnahme einer Dichtung ausgebildet.
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Vorzugsweise
wird beim Inkontakttreten der Wand der Blase mit der Einsteckverbindungs-Formwand das
benachbarte Ende des Rohrs zur Einsteckverbindung gedrückt, um
in Höhe
der Kehle eine Wandstärke für die Dichtung
zu erhalten, die im wesentlichen gleich der des Rests der Einsteckverbindung
und des Rohrs ist.
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Vorteilhafterweise
wird der Formschaft durch Berieselung oder Regelung außen gekühlt.
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Die
Erfindung betrifft auch eine Anlage zur Anwendung des oben definierten
Verfahrens, wobei diese Anlage einen Formschaft, in den der Rohr-Vorformling
eingeführt
ist, und Einrichtungen zum Verschließen und Einklemmen jedes Endes
des Rohr-Vorformlings, sowie Einrichtungen für den Kreislauf eines Fluids,
insbesondere einer Flüssigkeit,
im Rohr-Vorformling, und zur Veränderung
des Drucks dieses Fluids aufweist, und sie ist dadurch gekennzeichnet,
daß sie
eine Hülle
mit doppelter Wand und Einrichtungen aufweist, um ein heißes Fluid,
insbesondere mit einer Temperatur nahe der Temperatur der Molekularorientierung,
in dieser Hülle fließen zu lassen,
die gleitend im Formschaft angeordnet ist und über ihren Innendurchmesser
einen Zwischen-Dehnungsdurchmesser bestimmt, wobei diese Hülle ein
Ende des Rohr-Vorformlings
umgibt, das mit Klemmeinrichtungen versehen ist, die einen Kolben
bilden, der gleitend in der Hülle
angeordnet und fest mit einem Zylinder verbunden ist, der sich über das
Ende der Hülle
hinaus verlängert,
wobei unabhängige
Einrichtungen zum Gleitantrieb für
die Hülle
bzw. den mit dem Kolben versehenen Zylinder vorgesehen sind.
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Der
am Ende des Zylinders angebrachte Kolben weist vorzugsweise Durchlaßeinrichtungen
auf, um ein Druckgas, insbesondere Druckluft, zwischen die Außenwand
des Kunststoffrohrs und die Innenwand der Hülle einzublasen und ihr relatives
Gleiten zu erleichtern.
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Vorteilhafterweise
weist die Anlage an dem dem mit dem Kolben versehenen Zylinder entgegengesetzten
Ende des Formschafts Einrichtungen zum Einklemmen des Endes des
Kunststoffrohrs auf, die auch Ver schlußeinrichtungen für den Formschaft
bilden und eine Form für
eine Einsteckverbindung am Ende des Kunststoffrohrs definieren.
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Die
so definierte Form für
die Einsteckverbindung weist mindestens zwei Teile auf, die eine
Nut für
eine Dichtung abgrenzen und zueinander gleitend angeordnet sind,
wobei der Teil, der sich axial zur Außenseite des Kunststoffrohrs
hin befindet, sich dem anderen Teil annähern kann, um Material in Höhe der Kehle
für die Dichtung
zu bringen und es zu ermöglichen,
eine Wand mit im wesentlichen konstanter Dicke entlang der ganzen
Einsteckverbindung zu erhalten.
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Vorteilhafterweise
sind Einrichtungen zur Erfassung des Anlegens der Wand der Einsteckverbindung gegen
den entsprechenden Teil der Form vorgesehen, um die Verschiebung
des anderen Teils der Form auszulösen, wenn der Kontakt hergestellt
wird.
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Abgesehen
von den oben erwähnten
Maßnahmen
besteht die Erfindung aus einer gewissen Zahl weiterer Maßnahmen,
die nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels genauer erläutert werden,
das unter Bezugnahme auf die beiliegenden Zeichnungen beschrieben
wird, aber keineswegs einschränkend
zu verstehen ist.
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1 dieser
Zeichnungen ist ein Diagramm, das die Durchmesservergrößerung eines
Kunststoffrohrs in der Abszisse in Prozent ausgedrückt darstellt,
während
der Druck innerhalb des Rohrs, ausgedrückt in Bar (1 Bar = 105 Pa) in die Ordinate eingetragen ist,
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2 ist
ein vereinfachtes Schema einer erfindungsgemäßen Anlage, von der Teile im
Aufriß dargestellt
sind,
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3 zeigt
im Schnitt in vergrößertem Maßstab das
Ende des Formschafts, das mit Einrichtungen versehen ist, um eine
Form für
eine Einsteckverbindung zu definieren,
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4 ist
ein vereinfachtes Schema, das im Schnitt den im Inneren des Formschafts
angeordneten Rohr-Vorformling zeigt,
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5 zeigt ähnlich wie 4 das
aufgeblähte
Rohr am Ende der ersten Phase der radialen Dehnung,
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6 zeigt ähnlich wie 5 einen
folgenden Schritt des Verfahrens vor der Bildung der Einsteckverbindung,
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7 zeigt
die Bildung der Einsteckverbindung,
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8 zeigt
im Schnitt und in vergrößertem Maßstab ein
Detail der Herstellung der Einsteckverbindung.
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9 ist
ein Schema ähnlich
dem der 7, das die Ausbreitung der Blase
und die komplementäre radiale
Dehnung des Rohrs darstellt,
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10 ist
eine schematische Schnittansicht der Anlage, die ein Einblasen von
Druckluft während
der in 9 dargestellten Phase zeigt,
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11 ist
ein Diagramm, das den Formzyklus darstellt,
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12 ist
schließlich
ein Teilabschnitt der Einsteckverbindung in vergrößertem Maßstab.
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In
Bezug auf die Figuren findet man in 1 das bereits
beschriebene Diagramm.
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2 zeigt
schematisch und teilweise eine Anlage 1 zur Herstellung
von biorientierten Kunststoffrohren. Diese Anlage enthält einen
Formschaft 2, bestehend aus einem zylindrischen Metallrohr,
zum Beispiel aus Stahl, das als Form für das zu erhaltende Endprodukt
dient; der Innendurchmesser des Formschafts 2 ist geringfügig größer als
der Außendurchmesser
des fertigen Rohrs aus biorientiertem Kunststoff, um den Wärmeschwund
zu berücksichtigen.
Der Formschaft 2 ist an einem seiner Enden (dem rechten
Ende in 2) mit einer Muffe 3 versehen,
die einen Teil einer Form zum Formen einer Einsteckverbindung E
(7 bis 10) am entsprechenden Ende des
Kunststoffrohrs T bildet.
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Die
Außenwand
des Formschafts 2 wird durch Zerstäubung von Wasser auf die Außenfläche des Schafts 2 mit
Hilfe einer Berieselungsrampe R gekühlt. Die Kühlung der Außenwand
der Muffe 3 wird ebenfalls gewährleistet, vorzugsweise mit
einer Wärmeregulierung
auf eine Temperatur, die im Bereich von 20°C bis 30°C liegt.
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Wie
genauer in 3 dargestellt, weist die Muffe 3 an
ihrem zum Schaft 2 weisenden Ende eine Bohrung 4 mit
einem Durchmesser gleich dem Außendurchmesser
des Schafts 2 auf, der in diese Bohrung eingeführt ist.
Die Muffe 3 wird mit dem Schaft 2 durch ein beliebiges
bekanntes Mittel zusammengebaut, insbesondere durch Schweißen. Die
Bohrung 4 wird innen durch eine radiale Schulter 5 begrenzt,
die den Übergang
zu einer weiteren Bohrung 6 kleineren Durchmessers als
die Bohrung 4, aber größer als
der Innendurchmesser des Schafts 2 gewährleistet. Ein radialer Absatz 7 gewährleistet
den Übergang
zwischen der Bohrung 6 und einer Endbohrung größeren Durchmessers
und größerer Länge, die
sich bis zum äußeren Ende
der Muffe 3 erstreckt.
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Zwischen
dem Ende des Schafts 2 und der Schulter 5 befindet
sich ein Metallring 8, dessen Innendurchmesser auf der
dem Schaft 2 zugewandten Seite gleich dem Innendurchmesser
dieses Schafts ist, und dann nach und nach größer wird, um eine kegelstumpfförmige Schräge 9 zu
bilden, deren großer
Durchmesser gleich dem Durchmesser der Bohrung 6 ist. Diese
Bohrung 6 bestimmt die Außenfläche der Einsteckverbindung
E; ihr Durchmesser ist so gewählt,
daß der
Innendurchmesser der Einsteckverbindung E in Höhe der Bohrung 6 es
ermöglicht,
mit sanfter Reibung den Außendurchmesser
eines fertigen Kunststoffrohrs T aufzunehmen, das dem mit der Einsteckverbindung
E versehenen gleich ist.
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Ein
weiterer Ring 10 liegt axial gegen den Absatz 7 an.
Die Innenbohrung dieses Rings 10 hat den gleichen Durchmesser
wie die Bohrung 6 und öffnet
sich auf der der Bohrung 6 entgegengesetzten Seite mit einer
kegelstumpfförmigen
Schräge 11,
die eine Formwandzone bildet, welche dazu dient, eine Außenrippe auf
dem fertigen Rohr T auszubilden. Dieser Rippe entspricht auf der
Innenwand des Rohrs eine Nut k (7) zur Aufnahme
einer Dichtung. Der Ring 10 weist auf seiner zylindrischen
Außenfläche einen
Umfangsausschnitt 12 in Höhe seines mit der Schräge 11 versehenen
Endes auf. Dieser Ausschnitt 12 ermöglicht es, einen ringförmigen Raum
zu definieren, der eine zylindrische Krone 13 aufnehmen
kann, mit der Möglichkeit
eines axialen Gleitens. Diese vorstehende Krone 13 ist
fest mit dem Ende einer Muffe 14 verbunden, die in die
Bohrung der Muffe 3 mit sanfter Reibung eingeführt ist.
Die Muffe 14 besitzt eine Innenbohrung 14a mit
dem gleichen Durchmesser wie die Bohrung 6.
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Das
Innenprofil der Muffe 14 in Kombination mit dem der Muffe 3 und
der zylindrischen Innenfläche der
Krone 13 definiert den Formabdruck G für die Einsteckverbindung E.
Im Ausführungsbeispiel
der 2 ist das Innenprofil der Muffe 14 im
wesentlichen symmetrisch zum Profil des Teils der Muffe 3,
der sich in bezug auf die Mittelebene der Krone 13 links
von ihr befindet. Der Querschnitt der Nut k für die Dichtung kann eine andere
Form haben als die in den Zeichnungen dargestellte V-Form, zum Beispiel
eine rechteckige Form.
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Eine
Kehle 15 ist auf der Außenfläche der Muffe 14 zum
Einsetzen einer Dichtung zwischen die Muffen 3 und 14 vorgesehen.
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Eine
Vorrichtung 16 zum Verschließen und Einklemmen des benachbarten
Endes des Rohr-Vorformlings Te ist vorgesehen, um dicht am äußeren Ende
der Muffe 14 befestigt zu werden. Die Verschlußvorrichtung 16 kann
so ausgebildet sein, daß sie
durch axiales Zusammendrücken
eines Rings aus Elastomermaterial ein radiales Einklemmen des Endes
des Rohr-Vorformlings Te gewährleistet,
wodurch die Dichtheit und der Halt durch Einklemmen dieses Endes
gewährleistet
werden. Nicht dargestellte Einrichtungen sind vorgesehen, um die
Muffe 14 in bezug auf die Muffe 3 gleitend zu
verschieben, und um sie in der gewünschten Stellung zu blockieren.
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Das
andere Ende des Rohr-Vorformlings Te wird in einer Verschluß- und Einklemmvorrichtung 17 (2) ähnlich der
Vorrichtung 16 dicht verschlossen und blockiert, die einen
fest mit dem Ende eines zylindrischen Metallrohrs 18 verbundenen
Kolben bildet, der sich auf der der Muffe 3 entgegengesetzten
Seite erstreckt.
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Die
beiden Verschlußvorrichtungen 16, 17 werden
zur Einführung
eines Fluids, im allgemeinen Wasser, ins Innere und/oder für einen
Kreislauf von Fluid im Inneren des Rohrs Te axial von einem Kanal 16a bzw. 17a durchquert.
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Das
zum Formschaft 2 koaxiale Rohr 18 kann in einer
Führung 19 auf
der Seite seines vom Schaft 2 entfernten Endes gleiten
und wird von einer Antriebsvorrichtung B eingeklemmt, die es in
axialer Richtung verschieben kann. Eine Leitung C1, insbesondere
eine flexible Leitung, erstreckt sich innerhalb des Rohrs 18 und ist
an den Kanal 17a angeschlossen, um das Fluid in das Rohr
Te einzuführen.
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Eine
weitere Leitung C2, zum Beispiel auch aus einem flexiblen Schlauch
bestehend, erstreckt sich im Rohr 18 und ist an einen Kanal 20 angeschlossen
(2 und 10), der in der einen Kolben
bildenden Verschlußvorrichtung 17 vorgesehen
ist; dieser Kanal 20 weist einen radial ausgerichteten
Bereich auf, der an der äußeren zylindrischen
Umfangsfläche
des Kolbens 17 mündet.
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Eine
Hülle 21 (oder
Futteral) mit zwei koaxialen zylindrischen Wänden unterschiedlichen Durchmessers,
die zwischen sich eine Ringkammer bilden, ist gleitend in den Formschaft 2 eingesetzt.
Der Innendurchmesser Di der Hülle 21 ist
gleich dem Außendurchmesser
des Verschlußkolbens 17,
der mit sanfter Reibung gleiten kann. Der Außendurchmesser der Hülle 21 ist
geringfügig
kleiner als der Innendurchmesser des Schafts 2.
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Die
Hülle 21 begrenzt
eine axial an ihren beiden Längsenden
geschlossene und mit zwei schematisch in 2 dargestellten
Anschlußstutzen 22, 23 ausgestattete
Innenkammer für
einen Kreislauf von heißem
Fluid, insbesondere für
einen Kreislauf von Öl
auf einer Temperatur nahe der Temperatur der Molekularorientierung
des Kunststoffs des Rohrs Te. Wenn das Kunststoffrohr aus PVC ist,
bei dem die Temperatur der Molekularorientierung sich in einem Bereich
von etwa 90°C
bis 110°C
befindet, läßt man vorteilhafterweise
in der Hülle 21 heißes Öl mit einer
Temperatur von etwa 100°C
fließen.
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An
ihrem äußeren Ende
ist die Hülle 21 an
einer Vorrichtung zum Halt und zum Antrieb 24 befestigt, die
einen elektrischen Getriebemotor 25 aufweist, der ein Ritzel 26 antreiben
kann, welches mit einer Zahnstange 27 zusammenwirkt, die
in bezug auf den Formschaft 2 parallel zur Achse dieses
Schafts ortsfest eingebaut ist.
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Der
Innendurchmesser Di der Hülle 21 wird
festgelegt, um dem Außendurchmesser
des Rohr-Vorformlings Te zu entsprechen, wenn dieser eine Ausdehnung
erfahren hat, die eine Umfangsverlängerung des Kunststoffmaterials
höchstens
gleich dem Fließpunkt
des Kunststoffmaterials nach sich zieht.
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Wie
bereits in bezug auf 1 beschrieben, entspricht dieser
Durchmesser einer Vergrößerung des Ausgangs-Außendurchmessers
H des zylindrischen Rohr-Vorformlings Te um etwa 30%.
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Die
Länge der
Hülle 21 wird
so gewählt,
daß, wenn
diese Hülle 21 praktisch
vollständig
in den Formschaft 2 eingeführt ist, wie in 4 dargestellt,
sie fast die ganze Länge
des Rohr-Vorformlings Te überdeckt, mit
Ausnahme der Endzone, die sich in Höhe des Hohlraums G zur Formung
der Einsteckverbindung E befindet, und einer zylindrischen Zone
verringerter Länge
e, die sich ausgehend von diesem Hohlraum G auf der der Verschlußvorrichtung 16 entgegengesetzten
Seite erstreckt.
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Vorzugsweise
hat das Stirnende 28 der Hülle 21, das zur Zone
der Einsteckverbindung hin gerichtet ist, eine ausgeweitete Kegelstumpfform,
die einen progressiven Übergang
zwischen dem Innendurchmesser der Hülle 21 und dem Innendurchmesser
des Formschafts 2 gewährleisten
kann.
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Vorteilhafterweise
wird in der Muffe 3 (3) eine
Vorrichtung S vorgesehen, um die Zufuhr von in Dehnung befindlichem
Kunststoffmaterial gegen die Schräge 11 zu erfassen.
Diese Vorrichtung S enthält
vorzugsweise eine Lichtleitfaser, die mit einem Lichtaussende- und
Empfangsgerät
(nicht dargestellt) verbunden ist, welches die optische Erfassung
der Annäherung
des Kunststoffmaterials ermöglicht.
Der für
den Durchgang der Lichtleitfasern vorgesehene Raum mündet über eine Öffnung O
in den inneren Durchlaß des
Rings 10 in der Nähe
der Schräge 11.
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In
einer Variante kann eine Erfassung durch Ultraschall vorgesehen
werden.
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Unter
diesen Umständen
ist der Betrieb der das erfindungsgemäße Herstellungsverfahren anwendenden
Anlage wie folgt.
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Ein
zylindrischer Rohr-Vorformling Te aus Kunststoff wird zunächst innerhalb
des Formschafts 2 angeordnet. Dieser Vorformling Te hat
einen Außendurchmesser
H kleiner als der Durchmesser des gewünschten fertigen Rohrs und
eine relativ große
Dicke, größer als
die des fertigen Rohrs. Zum Beispiel kann ein Rohr-Vorformling Te
aus PVC einen ursprünglichen
Außendurchmesser
von 85 mm mit einer Dicke von 20 mm haben, während das fertige, biorientierte
Rohr einen Durchmesser von 160 mm hat; der Zwischendurchmesser Di,
entsprechend der homogenen radialen Dehnung, beträgt für dieses
Beispiel etwa 125 mm.
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Vorzugsweise
wird der Rohr-Vorformling Te mit einer Temperatur nahe seiner Temperatur
der Molekularorientierung zugeführt,
zum Beispiel aus einer Anlage zur Verarbeitung von Kunststoffrohren.
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Zum
Einsetzen des Rohr-Vorformlings Te wird die Muffe 14 (3)
aus der Muffe 3 herausgezogen, und das zylindrische Rohr 18 wird
nach rechts gedrückt,
so daß die
Verschluß-
und Einklemmvorrichtung 17 jenseits der Muffe 3 zugänglich ist,
um das Erfassen des linken Endes des Vorformlings Te zu ermöglichen.
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Wenn
die Befestigung des Endes des Vorformlings Te in der Vorrichtung 17 durchgeführt wurde,
werden das Rohr 18 und sein Verschlußkolben 17 nach links
in 2 verschoben und ziehen den Vorformling Te ins
Innere des Schafts 2 und der Hülle 21, deren Position
die in 4 dargestellte ist.
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Dieses
Einsetzen des heißen
Vorformlings Te wird durchgeführt
unter Vermeidung jedes Kontakts des Vorformlings Te mit kalten,
zum Beispiel Umgebungstemperatur aufweisenden Bauteilen.
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Wenn
das rechte Ende (gemäß den Zeichnungen)
des Vorformlings Te in die Nähe
der Muffe 3 gelangt, wird die Verschlußvorrichtung 16 am
Ende des Vorformlings befestigt und anschließend in der Muffe 14 blockiert,
die schließlich
in die Muffe 3 eingesetzt wird; es verbleibt ein Spiel
in Längsrichtung
im Raum 12 zwischen dem Ring 10 und der Krone 13,
das ein späteres
Gleiten der Muffe 14 ermöglicht.
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Am
Ende der Einführung
des Rohr-Vorformlings Te ist die Konfiguration wie in 4 dargestellt.
Man sieht, daß die
Hülle 21 die
innere Zone G freiläßt.
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In
den Vorformling Te wird über
die Leitung C1 und den Kanal 17a ein heißes Fluid
mit einer Temperatur nahe der Temperatur der Molekularorientierung
des Kunststoffmaterials des Vorformlings eingeleitet. Im Fall von
PVC wird das in den Vorformling Te eingeleitete Fluid von heißem Wasser
mit einer Temperatur von nahe 100°c
gebildet. Nachdem der Verschluß des
Kanals 16a durch ein Ventil (nicht dargestellt) gewährleistet wurde,
erhöht
man den Wasserdruck im Vorformling Te, um die erste Phase der homogenen
radialen Ausdehnung des Rohrs zu bewirken, das sich gegen die Innenfläche der
Hülle 21 legt,
die selbst aufgrund des Ölkreislaufs
im Inneren heiß ist.
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Wie
bereits erklärt,
entspricht diese erste Phase der radialen Dehnung des Rohrs einer
Ausdehnung mit einer Umfangsverlängerung
des Materials, die den Fließpunkt
des Kunststoffmaterials nicht überschreitet. In
der dem Formabdruck der Einsteckverbindung entsprechenden Zone,
in der der Vorformling Te nicht von der Hülle bedeckt ist, bleibt die
Dehnung homogen. Bei dieser ersten Phase der radialen Dehnung bleiben
die Verschlußvorrichtungen 16 und 17 in
axialer Richtung ortsfest. Die Dicke des Vorformlings verringert
sich, und das Material erfährt
praktisch keine Längsstreckung.
Die Situation ist in 5 dargestellt.
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Wie
in 6 schematisch dargestellt, wird dann über den
Verschlußkolben 17 und
das zylindrische Rohr 18, das von der Vorrichtung B (2)
zur Zone der Einsteckverbindung gedrückt wird, auf das linke Ende des
Rohr-Vorformlings Te ein axialer Schub ausgeübt. Gleichzeitig wird ein axialer
Schub auf die Hülle 21 ausgeübt, um sie
ebenfalls in die Zone der Einsteckverbindung zu schieben, um die
Strecke e zu kompensieren. Die gleichzeitige Verschiebung des Rohr-Vorformlings
Te und der Hülle 21,
vorzugsweise mit gleicher Geschwindigkeit, vermeidet jede störende Reibung,
die die Außenfläche des
Vorformlings Te beschädigen
könnte.
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Das
Material der nicht vom Rohr-Vorformling Te bedeckten Zone N wird
somit komprimiert und seine Dicke vergrößert.
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Der
Druck des heißen
Wassers innerhalb des Vorformlings Te wird dann erhöht, um das
Auftreten einer Blase in der Zone N und die Bildung der Einsteckverbindung
E zu verursachen, wie in 7 dargestellt ist. Während dieser
Dehnungsphase überschreitet
die Umfangsverlängerung
des Materials den Fließpunkt
des Kunststoffmaterials. Die während
des Schritts der 6 erhaltene Vergrößerung der
Dicke in der Zone N ermöglicht
es, für
die Wände
der Einsteckverbindung E eine praktisch konstante Dicke gleich der
Dicke des fertigen Rohrs T in dem nicht zur Einsteckverbindung gehörenden Bereich
zu erhalten, Dicke, die ausreicht, um die Druckfestigkeitseigenschaften
der Einsteckverbindung zu erhalten.
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Wie
bereits erklärt,
wird in dieser Einsteckverbindung eine Kehle k ausgebildet, die
eine Dichtung aufnimmt. Die Herstellung der diese Kehle k begrenzenden
Wand ist schwierig, insbesondere in bezug auf die Form, die Abmessungen
und die Dicke der Wand in Höhe
dieser Kehle.
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Erfindungsgemäß geht man
zum Erhalt einer Kehle k, die so genau wie möglich ausgeführt ist,
folgendermaßen
vor. Kurz vor dem Kontakt der Wand der Blase während des Dehnens mit der kalten
Fläche
des Formrohrs 2 in Höhe
seiner Muffe 3 (3) wird ein axialer Schub auf
die Muffe 14 in Richtung des Kolbens 17 ausgeführt, wie
durch einen Pfeil in 7 dargestellt ist. Die Krone 13 fügt sich
dann tiefer in den Raum 12 der 3 ein. Das
Ergebnis ist eine Verdickung der Wand der gerade entstehenden Blase,
und hauptsächlich in
Höhe der
späteren
Kehle k, die am Ende der Herstellung die gewünschte, korrekte Dicke haben
wird.
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Die
Anwendung des Schubs auf die Muffe 14 wird vom Detektor
S mit Lichtleitfaser gesteuert. 8 zeigt
in vergrößertem Maßstab die
Situation am Ende des Vorschubs der Muffe 14.
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Die
Wand der Einsteckverbindung E wird in Kontakt mit der kalten Wand
des Formschafts 2 formgekühlt.
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Dann
wird der Druck innerhalb des Vorformlings Te verringert, um ihn
von der Innenwand der Hülle 21 zu
lösen.
Diese Hülle 21 wird
dann nach links verschoben, wie in 9 dargestellt,
um nach und nach die Oberfläche
des Vorformlings Te freizulegen. Der Druck im Inneren dieses Vorformlings
bleibt groß genug,
um die zweite Phase der radialen Dehnung und die Ausbreitung der
Blase zu gewährleisten.
Kurz nach dem Beginn der Bewegung der Hülle 21 nach links
(gemäß 9)
wird die Verschiebung des zylindrischen Rohrs 18, das die
Verschlußvorrichtung 17 und
den Vorformling Te zieht, in gleicher Richtung gesteuert. Man erzeugt
so ein Längsstrecken
des Vorformlings Te gleichzeitig mit einer Durchmesserausdehnung.
Der Antrieb der Hülle 21 wird
durch den Start des Motors 25 (2) gewährleistet,
der das Ritzel 26 antreibt, das mit der Zahnstange 27 zusammenwirkt.
Jede andere gleichwertige Vorrichtung, die eine Längsbewegung
erlaubt, wie zum Beispiel eine Kugelführung oder ein Hydrauliksystem,
kann verwendet werden.
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Die
Hülle 21 verschiebt
sich mit einer Geschwindigkeit, die größer ist als die der Verschlußvorrichtung 17,
und am Ende des Formzyklus gelangt die Blase in die Nähe der Verschlußvorrichtung 17.
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Um
jede Reibung zwischen dem Vorformling Te und der Hülle 21 zu
vermeiden, wird, wie in 10 dargestellt,
Druckluft über
den Kanal 20 in den zwischen dem Vorformling Te und der
Innenfläche
der Hülle 21 liegenden
Raum eingeblasen. Die Luft bewegt sich zum Ende 28 der
Hülle 21,
fließt
um dieses Ende herum und kommt in umgekehrter Richtung zwischen
die Außenfläche der
Hülle 21 und
die Innenfläche
des Formschafts 2 zurück,
um in die Außenluft
zu entweichen. Dieses Einblasen von Luft kann ab dem Beginn der
Bewegung der Hülle 21 nach
links erfolgen. Der in dieser Phase verwendete Luftdruck ist relativ
niedrig, insbesondere in der Größenordnung
von 4 Bar.
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Die
Längsstreckung
des Vorformlings Te wird also durch die gesteuerte Verschiebung
der Verschlußvorrichtung 17 perfekt
kontrolliert, und die Außenfläche des
Vorformlings Te erfährt
keinerlei Beschädigung durch
Reibung.
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Da
der Formschaft 2 kalt gehalten wird, kommt die Wand des
Rohrs aus Kunststoffmaterial bei der Ausbreitung der Blase, die
in 9 dargestellt ist, also direkt mit einer kalten
Wand in Kontakt und erstarrt schnell, wodurch die Dauer des Formzyklus
beträchtlich
verkürzt
werden kann. Es ist anzumerken, daß die Innenfläche des
Formschafts 2 auf einer relativ niedrigen Temperatur bleibt,
da der Kreislauf von heißem Öl innerhalb
der Hülle 21 stattfindet;
eine mögliche
Wärmeübertragung
zwischen der Außenwand
der Hülle 21 und der
Innenwand des Formschafts 2 kann nur durch Kontakt zwischen
festen Wänden
oder über
ein radiales Spiel und eine Luftschicht geringer Dicke erfolgen.
Die Wärmeübertragung
ist also im Vergleich mit dem Fall, in dem das heiße Fluid,
das den Vorformling Te auf einer für den Formvorgang der Blase
geeigneten Temperatur halten soll, direkt gegen die Innenwand des
Formschafts 2 fließt,
wesentlich verringert. In diesem letzteren Fall wäre die Kühlung des
gerade gebildeten Rohrs T länger,
was die Dauer des Formzyklus erhöhen
und zu einer wesentlich geringeren Leistungsfähigkeit führen würde als gemäß der Erfindung.
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Wenn
der Formzyklus beendet ist, führt
man kaltes Wasser in das fertige Rohr T ein, um seine Temperatur
zu verringern und das Material erstarren zu lassen, ehe es aus dem
Formschaft 2 entnommen wird.
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Da
die Durchmesservergrößerung des
Rohrs aus Kunststoffmaterial während
der Phase der Ausbreitung der Blase, die in 9 dargestellt
ist, relativ gering ist, ist es nicht notwendig, am Ende 28 der
Hülle 21 eine
besondere Geometrie vorzusehen. Die Wand der Blase hat eine ausreichende
Druckfestigkeit, um sich alleine zu halten, ohne sich gegen eine
bestimmte Fläche
anlegen zu müssen.
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Der
Verschlußkolben 17 ermöglicht es,
der axialen Ausdehnung des Rohrs während der Entwicklung der Blase
zu folgen und/oder sie zu steuern.
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11 ist
ein Diagramm, das die Variationen verschiedener Parameter während des
Formzyklus darstellt. In diesem Diagramm zeigen drei Kurven L1,
L2, L3 jeweils:
- – L1 die Variationen des Drucks
innerhalb des Vorformlings,
- – L2
die Variationen des Wasserpegels in einem Behälter, aus dem heißes Wasser
entnommen wird, um in den Vorformling Te eingespritzt zu werden,
und in den es zurückgeschickt
wird bei der Einführung
von kaltem Wasser in den Vorformling,
- – und
L3 die Verschiebung des Verschlußkolbens 17 und des
entsprechenden Endes des Vorformlings.
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Für L1 sind
die in Bar (oder in 105 Pa) ausgedrückten Druckveränderungen
in der Ordinate eingetragen in Abhängigkeit von der Zeit, ausgedrückt in Sekunden,
die in die Abszisse eingetragen ist. Das erste waagrechte Segment
L1a mit einem Druck von im wesentlichen Null entspricht dem Füllen des
Rohr-Vorformlings; es wird gefolgt von einem ansteigenden Segment
L1b entsprechend der Druckerhöhung
im Rohr. Das folgende waagrechte Segment L1c entspricht dem Wasserkreislauf
im Rohr-Vorformling mit konstantem Druck. Das folgende ansteigende
Segment L1d entspricht der Druckerhöhung zur Bildung der Blase;
der Druck wird im waagrechten Segment L1e aufrechterhalten und wird
dann verringert, um während
der Ausbreitung der Blase über
die ganze Länge
des Rohrs (Schritt der 9) auf dem Pegel der Stufe L1f
zu bleiben. Am Ende des Formvorgangs kann der Druck erneut gemäß der Spitze
L1g erhöht
werden, um das Anlegen der Einsteckverbindung E gegen die Form zu
gewährleisten.
Der Druck sinkt anschließend
auf den Pegel der waagrechten Stufe L1h, im wesentlichen auf den
gleichen Druckwert wie die Stufe L1c, für den Kreislauf von Kühlwasser und
die Evakuierung des heißen
Wassers. Der Druck kommt durch das absteigende Segment L1i wieder
auf den relativen Wert Null zurück.
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Für L2 wird
der Wasserpegel im Behälter
in die Ordinate eingetragen, und die in Sekunden ausgedrückte Zeit
ist in die Abszisse eingetragen. Die homogene radiale Ausdehnung
des Vorformlings, entsprechend dem Segment L1b, L1c wird von einer
Erhöhung
des Wasservolumens innerhalb des Rohr-Vorformlings und somit einer
Absenkung des Wasserpegels im Behälter begleitet.
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Diese
Erhöhung
des Wasservolumens innerhalb des Rohr-Vorformlings setzt sich während der
Formung der Blase und der Ausbreitung dieser Blase bis zum Ende
des Formens fort, das sich am Anfang der Spitze L1g befindet.
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Wenn
das Kühlwasser
am Anfang der Stufe L1h eingeführt
wird, wird das heiße
Wasser in den Behälter
zurückbefördert und
der Wasserpegel in diesem Behälter
steigt gemäß dem Segment
L2h an.
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Für L3 ist
die Amplitude der Bewegung des Verschlußkolbens 17 in die
Ordinate eingetragen, in Abhängigkeit
von der Zeit in Sekunden, die in die Abszisse eingetragen ist. Ein
erstes waagrechtes Segment L3a entsprechend einer Verschiebung Null
wird gefolgt von einem abfallenden Segment L3b, das eine negative Verschiebung
darstellt, d.h. die Verschiebung des Verschlußkolbens 17 zur Zone
der Einsteckverbindung G für den
Schritt der 6. Die Verschiebung vergrößert sich
anschließend
gemäß dem Segment
L3c, was der Ausbreitung der Blase entspricht, bis zum Anhalten
des Kolbens 17 entsprechend dem waagrechten Segment L3d.
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Das
biorientierte Rohr T wird schließlich aus dem Schaft 2 herausgezogen,
wird ggf. noch durch Aufsprühen
von Wasser auf seine Außenfläche gekühlt, und
die Verschlußvorrichtungen 16 und 17 werden
abgebaut. Die nicht ausgedehnten Enden des Rohrs T, die in den Verschlußvorrichtungen 16 und 17 gehalten
wurden, werden abgeschnitten, während
ein neuer Vorformling Te in den Formschaft 2 eingeführt wird.
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Die
Eigenschaften eines durch das erfindungsgemäße Verfahren erhaltenen Rohrs
wurden analysiert, insbesondere in Höhe der Einsteckverbindung oder
Aufweitung E, die zu Analysezwecken, wie in 12 dargestellt,
virtuell in mehrere Segmente Ea, Eb, usw. zerlegt wurde.
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Ea
entspricht der Anfangszone der Einsteckverbindung, Zone, in die
das Ende eines anderen Rohrs zuerst eindringt, das mit dem mit der
in 12 dargestellten Einsteckverbindung versehenen
Rohr zusammengebaut werden soll.
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Eb
entspricht der ersten schrägen
Wand der Kehle k und im wesentlichen der Hälfte des Bodens der Kehle.
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Die
Zone Ec entspricht der anderen Hälfte
des Bodens der Kehle k und der anderen schrägen Wand.
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Ed
entspricht der zylindrischen Zone des Bodens der Einsteckverbindung,
die sich zwischen der Kehle k und der kegelstumpfförmigen Übergangszone
Ee befindet.
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Schließlich entspricht
die Zone f (Schaft) dem Anfang des zylindrischen Rohrs und ist nicht
Teil der eigentlichen Einsteckverbindung E.
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Um
die Veränderungen
der axialen Länge
zwischen den verschiedenen Zonen des Vorformlings entsprechend denen
der fertigen Einsteckverbindung E zu analysieren, wurde folgendermaßen vorgegangen: Eine
Probe einer Aufweitung oder Einsteckverbindung E, die erfindungsgemäß aus PVC
hergestellt wurde, wurde ausgeschnitten und dann während einer
Stunde bei 150°C
in einen Trockenofen eingesetzt.
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Nach
Beendigung dieses Vorgangs wurde die Erwärmung des Trockenofens unterbrochen,
und die Temperatur bis auf Umgebungstemperatur des Teils sinken
lassen; dieser Vorgang wurde in etwa 15 Stunden durchgeführt.
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Nach
einer solchen Behandlung nimmt die Einsteckverbindung E wieder ihre
ursprüngliche
zylindrische Vorformlings-Form an (da die Temperatur den Glasübergang
des Polymers überschritten
hat). Die Grenzen zwischen den verschiedenen Zonen Ea, Eb, ... Ee,
f wurden vorher mit n1, n2, ... n6 gekennzeichnet.
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Vor
der Wärmebehandlung,
die zur Rückführung zum
Vorformling führt,
wurden die entwickelten Längen
der verschiedenen Zonen Ea, ... Ee, f an der fertigen Einsteckverbindung
gemessen; diese Längen
entsprechen den entwickelten Strecken zwischen den Markierungen
n0 ... n6.
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Im
Bereich der Einsteckverbindung, die nach der Wärmebehandlung wieder die Form
des Vorformlings angenommen hat, wurden die Längen der gleichen Zonen gemessen.
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Die
relative axiale Streckung Δ1/1
wird definiert als gleich:
(entwickelte Länge einer Zone auf dem fertigen
Rohr – entwickelte
Länge auf
dem wiederhergestellten Vorformling)/entwickelte Länge auf
dem wiederhergestellten Vorformling
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Es
wurden die folgenden Ergebnisse erhalten (Längen in mm):
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Man
sieht, daß die
axiale Streckung der Einsteckverbindung alleine über ihre ganze Ausdehnung,
das heißt, über die
Zonen Ea bis Ee, etwa 15% beträgt,
während
auf dem Rohr (entsprechend der Zone f) diese axiale Streckung nur
etwa 9% beträgt.
Anders gesagt, ist die axiale Streckung in Höhe der Gesamtheit der Einsteckverbindung
größer als
das des übrigen
Teils des Rohres, und sie ist sogar größer als 1,5 mal die axiale Streckung
des übrigen
Teils des Rohrs.
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Diese
axiale Streckung trägt
zu einer verstärkten
Biorientierung in Höhe
der Einsteckverbindung und zu guten mechanischen Eigenschaften dieser
Einsteckverbindung bei.
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Außerdem ist
mit dem erfindungsgemäßen Verfahren,
obwohl die axiale Streckung in Höhe
der Einsteckverbindung größer ist,
die Dicke der Wand dieser Einsteckverbindung im wesentlichen gleich
der des restlichen Teils des Rohrs.