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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines
Formprodukts. Insbesondere betrifft die Erfindung ein Verfahren
zur Herstellung eines Formprodukts, wobei Profile aus einer thermoplastischen
Harzzusammensetzung extrudiert werden, die ein thermoplastisches
aromatisches Polycarbonatharz und ein Polyethylen umfasst, wobei
die Profile leichtgewichtig sind und eine ausgezeichnete Hitze- und Stoßbeständigkeit,
ein ausgezeichnetes Aussehen sowie ausgezeichnete Abzieh- und Quelleigenschaften
aufweisen. Ferner ist die Entstehung von Formablagerungen aus der
Matrize, besonders am spitzen Ende der Extrusionsmatrize, bei der
Profilextrusion in wirkungsvoller Weise unterbunden. Sogar bei etwaiger
Bildung von Formablagerungen durch die Matrize sind diese wieder
ganz leicht aus der Matrize zu entfernen.
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Es
ist bekannt, dass aromatische Polycarbonatharze ausgezeichnete mechanische
Festigkeit, Haltbarkeit und Dimensionsstabilität aufweisen. Demzufolge sind
solche Harze auf verschiedenen Gebieten wie in elektrischen und
elektronischen Apparaten, Büroautomatisierungsausrüstung, Präzisionsmaschinerieausrüstung, medizinischer
Behandlungsausrüstung,
Automobilausrüstung,
sonstigen Gütern
und in Baumaterialien und dgl. eingesetzt worden. Aromatische Polycarbonatharze
werden gewöhnlich
durch Spritzgussformung geformt, und es sind viele aromatische Polycarbonatharzzusammensetzungen
vorgeschlagen worden, die sich zur Spritzgussformung eignen. Aromatische
Polycarbonatharze, die als Baumaterialien zu verwenden sind, werden
einer Profilextrusion unterzogen, um kompliziert geformte Erzeugnisse
herzustellen. Allerdings verursacht eine derartige Profilextrusion
viele Probleme.
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Diese
Probleme entstehen, weil aromatische Polycarbonatharze eine stark
temperaturabhängige Schmelzviskosität zeigen
und eine nur niedrige Schmelzefestigkeit aufweisen. Dies führt zu nur
ungenügenden
Abzieh- und Formgebungseigenschaften bei der Profilextrusion.
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Zur Überwindung
dieser Mängel
sind hochviskose aromatische und verzweigte Polycarbonatharze vorgeschlagen
worden. Allerdings sind auch diese Harze noch unzureichend, um ein
kompliziert geformtes Erzeugnis durch Profilextrusion zu erhalten.
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Darüber hinaus
liegt die Formungstemperatur aromatischer Polycarbonatharze nicht
unterhalb 250°C. Als
Folge davon werden, wenn solche Harze einer kontinuierlichen Profilextrusion
bei so hohen Temperaturen unterzogen werden, unerwünschte Formablagerungen
aus der Matrize heraus am spitzen Ende gebildet. Derartige Formablagerungen
wachsen mit der Zeit an und haften schließen an der Oberfläche des
Formgegenstands. Dies verursacht für die geformten Erzeugnisse
ein nur geringwertiges Aussehen, wodurch es unmöglich gemacht ist, dass diese
in eine Verklebungsmatrize eingebracht werden. Somit entstehen Probleme
wie nur mangelhafte Formungseigenschaften sowie die fehlende Eignung
für kontinuierliche
Produktionsprozesse.
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Soll
ein aromatisches Polycarbonatharz in Baumaterialien angewandt werden,
für die
hohe mechanische Festigkeit und Härte erforderlich sind, kann
eine angemessene Menge eines Füllstoffs
(wie eines anorganischen Füllstoffs
(z.B. aus Glasfasern) oft zugegeben werden, um einen Biegemodul
von nicht weniger als 50.000 kg/cm2 zu ergeben.
Allerdings führt
die Zugabe eines solchen anorganischen Füllstoffs oder verschiedener
Additive zu einem Anstieg des spezifischen Gewichts. Dadurch ist
es erschwert, leichtgewichtige Formerzeugnisse herzustellen. Ferner
bringt eine Zugabe anorganischer Füllstoffe oder verschiedener
Additive die Bildung von Formablagerungen aus der Matrize mit sich,
so dass es besonders schwierig wird, eine kontinuierliche Profilextrusion
der aromatischen Polycarbonatharze durchzuführen.
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Verschiedene
Lösungen
für die
vorgenannten Mängel
sind vorgeschlagen worden, einschließlich einer Optimierung des
Extruderschraubendesign, worin eine Lüftung im Extruder vorgesehen
ist, um die Materialeigenschaften und die Form für die Matrize des Extruders
und dgl. zu verbessern. Allerdings sind diese Lösungsversuche immer noch wenig
erfolgreich, um ein kompliziert geformtes Erzeugnis unter Anwendung
eines Profilextrusionsverfahrens herzustellen und zu ergeben.
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Als
Ergebnis intensiver Studien und Untersuchungen, die von den hier
auftretenden Erfindern zur Lösung
der vorgenannten technischen Probleme durchgeführt wurden, ist nun herausgefunden
worden, dass durch Vermischen eines Ethylen- und eines spezifischen Styrol-basierten
Harzes mit einem thermoplastischen aromatischen Polycarbonatharz
bei einem spezifischen Mischungsverhältnis eine Harzzusammensetzung
erhältlich
ist, die ein leichtes Gewicht und ausgezeichnete Hitzebeständigkeit,
Härte,
Stoßbeständigkeit
und Extrudierbarkeit aufweist. Ferner wird, wenn eine solche thermoplastische
Harzzusammensetzung einer kontinuierlichen Profilextrusion unterzogen
wird, die Bildung von Ablagerungen auf der Form aus der Matrize
nur selten festgestellt, und sogar wenn solche Formablagerungen
eventuell gebildet werden, sind diese ganz leicht von der Matrize
wieder zu beseitigen. Auf der Grundlage dieser Erkenntnis ist die
vorliegende Erfindung erfolgreich abgeschlossen worden.
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Somit
wird durch die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Herstellung
eines geformten Erzeugnisses angegeben und zur Verfügung gestellt,
wobei das Verfahren die Profilextrusion einer thermoplastischen Harzzusammensetzung
beinhaltet, die umfasst: (A1) 50 bis 95 Gew.-% thermoplastisches
aromatisches Polycarbonatharz; (A2) 3 bis 40 Gew.-% Styrol-basiertes
Harz, ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus Acrylnitril-Butadien-Styrol-harz (ABS), Acrylnitril-(Ethylen-Propylen-Dien-Terpolymer)-Styrol-Harz
(AES), Acrylnitril-Acryl-Styrol-Harz
(AAS) und aus Methylmethacrylat-Butadien-Styrol-Harz (MBS); (B)
0,5 bis 30 Gew.-% Polyethylen; und (C) 5 bis 30 Gew.-% Füllstoff.
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1 ist
ein Querschnitt, worin ein als Hohlprofil extrudierter Gegenstand
dargestellt ist, der gemäß der vorliegenden
Erfindung aus der thermoplastischen Harzzusammensetzung hergestellt
ist.
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Das
thermoplastische aromatische Polycarbonatharz als die Komponente
(A1) der in der vorliegenden Erfindung verwendeten thermoplastischen
Harzzusammensetzung ist ein Polymer, das durch Reaktion einer aromatischen
Dihydroxyverbindung oder einer Mischung aromatischer Dihydroxyverbindungen
und einer kleinen Menge Polyhydroxyverbindung mit Phosgen oder Dicarbonat
hergestellt wird, wobei das thermoplastische aromatische Polycarbonatpolymer
verzweigt sein kann. Beispiele der aromatischen Dihydroxyverbindungen können 2,2-Bis(4-hydroxyphenyl)propan
(= Bisphenol A), Tetramethylbisphenol A, Tetrabrombisphenol A, Bis(4-hydroxyphenol)-p-diisopropylbenzol,
Hydrochinon, Resorcinol, 4,4'-Dihydroxydiphenyl
oder dgl. einschließen.
Die bevorzugte aromatische Dihydroxyverbindung ist Bisphenol A.
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Zur
Herstellung eines verzweigten aromatischen Polycarbonatharzes mit
der vorgenannten Reaktion kann ein Teil von z.B. 0,1 bis 2 mol-%
der aromatischen Dihydroxyverbindung durch die Polyhydroxyverbindung
oder eine Bisphenolverbindung ersetzt sein. Beispiele geeigneter
Polyhydroxyverbindungen können Chlorglycin,
4,6-Dimethyl- 2,4,6-tri(4-hydroxyphenyl)hepten-2,
4,6-Dimethyl-2,4,6-tri(4-hydroxyphenyl)heptan, 2,6-Dimethyl-2,4,6-tri(4-hydroxyphenyl)hepten-3,
4,6-Dimethyl-2,4,6-tri(4-hydroxyphenyl)heptan, 1,3,5-Tri(4-hydroxyphenyl)benzol,
1,1,1-Tri(4-hydroxyphenyl)ethan oder dgl. einschließen. Beispiele
der geeigneten Bisphenolverbindung können 3,3-Bis(4-hydroxyaryl)oxyindol
(= Isatinbisphenol), 5-Chlorisatinbisphenol, 5,7-Dichlorisatinbisphenol,
5-Bromisatinbisphenol oder dgl. einschließen.
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Der
Mischprozentsatz des thermoplastischen aromatischen Polycarbonatharzes
liegt im Bereich von 50 bis 95, bevorzugt von 60 bis 95 und noch
bevorzugter von 70 bis 95 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der thermoplastischen
Harzzusammensetzung.
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Ferner
kann eine einwertige aromatische Hydroxyverbindung zur Steuerung
des Molekulargewichts des thermoplastischen aromatischen Polycarbonatharzes
verwendet werden. Als bevorzugte einwertige aromatische Hydroxyverbindung
können
als Beispiele m-Methylphenol, p-Methylphenol, m-Propylphenol, p-Propylphenol,
p-Bromphenol, p-t-Butylphenol, p-langkettiges Alkyl-substituiertes
Phenol oder dgl. genannt werden. Typische Beispiele der thermoplastischen
aromatischen Polycarbonatharze können
Bis(4-hydroxyphenyl)alkan-basierte Verbindungen, insbesondere Polycarbonate,
hergestellt aus Bisphenol A als Hauptrohmaterial, ein Polycarbonatcopolymer,
hergestellt durch gemeinsame Verwendung von mindestens 2 aromatischen Dihydroxyverbindungen,
ein verzweigtes Polycarbonat, hergestellt durch Verwendung einer
kleinen Menge einer dreiwertigen Phenol-basierten Verbindung, oder
dgl. einschließen.
Die thermoplastischen aromatischen Polycarbonatharze können einzeln
oder in der Form einer Mischung aus 2 oder mehreren davon verwendet werden.
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Das
thermoplastische Harz schließt,
zusätzlich
zum thermoplastischen aromatischen Polycarbonatharz als Komponente
(A1) und zu Polyethylen als Komponente (B), eine Komponente (A2)
ein, die ein Styrol-basiertes Harz ist.
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Der
Mischprozentsatz der Komponente (A2) beträgt 3 bis 40 und vorzugsweise
3 bis 30 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der thermoplastischen Harzzusammensetzung.
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Das
thermoplastische aromatische Polycarbonatharz wird mit dem Styrol-basierten
Harz zur Erniedrigung der Schmelztemperatur davon und dadurch zur
Absenkung der Formgebungstemperatur davon vermischt. Das Styrol-basierte
Harz ist aus der Gruppe ausgewählt,
bestehend aus Acrylnitril-Butadien-Styrol-Harz (ABS), Acrylnitril-(Ethylen-Propylen-Dien-Terpolymer)-Styrol-Harz
(AES), Acrylnitril-Acryl-Styrol-Harz (AAS)
und aus Methylmethacrylat-Butadien-Styrol-Harz (MBS). Ferner können zusätzlich ein
Polystyrolharz zum allgemeinen Gebrauch (general purpose polystyrene
(GPPS)-Harz), ein Polystyrolharz mit hoher Stoßbeständigkeit (high impact polystyrene
(HIPS)-Harz), ein Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR), ein Styrol-Ethylen-Butadien-Styrol-Harz (SEBS),
ein Styrol-Ethylen-Propylen-Styrol-Harz (SEPS) oder dgl. vorhanden
sein. Diese Styrolharze können
einzeln oder in der Form einer Mischung aus 2 oder mehreren davon
verwendet werden.
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Ferner
kann das thermoplastische aromatische Polycarbonatharz mit aromatischen
Polyesterharzen zur Verbesserung der chemischen Beständigkeit
davon vermischt werden. Das aromatische Polyesterharz ist z.B. ein
aus einer aromatischen Dicarbonsäure
und einem Diol hergestellter Polyester. Beispiele der geeigneten
aromatischen Polyesterharze können
Polyethylenterephthalat, Polyethylennaphthalat, Polybutylenterephthalat,
Polybutylennaphthalat, Polycyclohexanditerephthalat oder dgl. einschließen. Die
aromatischen Polyesterharze können
einzeln oder in der Form einer Mischung aus 2 oder mehreren davon
verwendet werden. Der Mischprozentsatz der aromatischen Polyesterharze
beträgt vorzugsweise
nicht mehr als 50 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht des thermoplastischen
aromatischen Polycarbonatharzes.
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Die
Komponente (B) der in der vorliegenden Erfindung verwendeten thermoplastischen
Harzzusammensetzung kann Polyethylen im Allgemeinen oder in spezifischer
Weise in der Gegenwart eines Chrom-Katalysators hergestellte Polyethylene
einschließen,
die hierin jeweils als Komponenten (B1) und (B2) bezeichnet sind.
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Die
Polyethylene (B1) wirken sich zur Verbesserung der Formbarkeit der
thermoplastischen Harzzusammensetzung aus, wenn diese einer Profilextrusion
unterzogen wird. D.h., im Vergleich mit dem Fall, bei dem das thermoplastische
aromatische Polycarbonatharz einzeln verwendet wird, verbessert
die Zugabe der Polyethylene zum thermoplastischen aromatischen Polycarbonatharz
die Temperaturabhängigkeit
seiner Schmelzviskosität
und erhöht
das Matrizen-Quellverhältnis, was
zur Verhinderung von Abziehmängeln
führt und
ausgezeichnete Formgebungseigenschaften bei der Profilextrusion
ergibt.
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Die
Polyethylene (B1) können
gemäß einem
Hochdruck-Verfahren (herkömmlichen
Verfahren), einem Mittel- oder Niederdruck-Verfahren hergestellt werden, die zur
Produktion von Polyethylen bekannt sind. Beispielsweise können die
Polyethylene langkettig-verzweigte, kurzkettig-verzweigte oder lineare
Polyethylene sein. Außerdem
können
als die Polyethylene (B1) Copolymere aus Ethylen und α-Olefin wie
von Buten-1-, Hexen-1, 4-Methylpenten-1 oder von Octen-1 verwendet
werden. Die Polyethylene (B1) weisen einen Schmelzindex (MI) von
0,01 bis 50 und eine Dichte von 0,88 bis 0,97 auf. Polyethylene
mit einem Schmelzindex von 0,01 bis 5 sind besonders bevorzugt.
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Der
Mischprozentsatz der Polyethylene (B1) liegt im Bereich von 2 bis
30 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der thermoplastischen Harzzusammensetzung.
Beträgt
der Mischprozentsatz der Polyethylene (B1) weniger als 2 Gew.-%,
zeigt die thermoplastische Harzzusammensetzung wahrscheinlich Abziehmängel bei der
Profilextrusion, so dass eine Verbesserung der Formgebungseigenschaften
zur Profilextrusion nicht genügend
gut erzielbar wird. Übersteigt
der Mischprozentsatz der Polyethylene (B1) 30 Gew.-%, ist die thermoplastische
Harzzusammensetzung bei der Hitzebeständigkeit und der mechanischen
Festigkeit unterlegen. Der Mischprozentsatz der Polyethylene (B1)
liegt vorzugsweise im Bereich von 5 bis 20 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht
der thermoplastischen Harzzusammensetzung.
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Die
in der Gegenwart des Chrom-Katalysators erhaltenen Polyethylene
sind gemäß einem
Mittel- oder Niederdruck-Polymerisationsverfahren
herstellbar, wobei eine Chrombasierte Verbindung als Polymerisationskatalysator
verwendet wird. Beispiele der Chromverbindungen können Cr
203, gestützt
auf einen Träger
wie Silika oder Silika/Aluminiumoxid, oder organische Chromverbindungen
wie Silylchromat oder Chromocen, gestützt auf Silika, einschließen. Das
Polymerisationsverfahren zur Herstellung der Polyethylene (B2) kann
mit einem Aufschlämmungsverfahren,
einem Lösungsverfahren,
einem Verfahren in Gasphase oder dgl. durchgeführt werden. Die in der vorliegenden
Erfindung verwendeten Polyethylene (B2) weisen einen Schmelzindex (MI)
von 0,01 bis 50 und eine Dichte von 0,90 bis 0,97 auf. Die Polyethylene
(B2) weisen vorzugsweise einen Schmelzindex (MI) von 0,01 bis 5
auf.
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Der
Mischprozentsatz der Polyethylene (B2), die mit dem Chrom-basierten
Polymerisationskatalysator hergestellt sind, beträgt 0,5 bis
30 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der thermoplastischen Harzzusammensetzung.
Beträgt
der Mischprozentsatz der Polyethylene (B2) weniger als 0,5 Gew.-%,
kann die Bildung von Formablagerungen bei der Profilextrusion nicht
hinreichend gut verhindert werden. Übersteigt der Mischprozentsatz
der Polyethylene (B2) 30 Gew.-%, verschlechtern sich die Hitzebeständigkeit
und mechanische Festigkeit der thermoplastischen Harzzusammensetzung
in unerwünschter
Weise. Der Mischprozentsatz der mit der Chromverbindung hergestellten
Polyethylene (B2) liegt vorzugsweise im Bereich von 5 bis 20 Gew.-%,
bezogen auf das Gewicht der thermoplastischen Harzzusammensetzung.
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Durch
Vermischen der mit dem Chrom-basierten Polymerisationskatalysator
hergestellten Polyethylene (B2) mit dem thermoplastischen aromatischen
Polycarbonatharz wird die Bildung von Formablagerungen aus der Matrize
in wirkungsvoller Weise verhindert, und sogar wenn Formablagerungen
aus der Matrize gebildet werden sollten, ist das entsprechende Beseitigungsverfahren
ganz einfach durchführbar,
wodurch es ermöglicht
ist, die thermoplastische Harzzusammensetzung kontinuierlich in
kompliziert geformte Erzeugnisse unter Anwendung einer Profilextrusion
zu extrudieren.
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Beispiele
geeigneter Füllstoffe
(C), die in der erfindungsgemäß verwendeten
thermoplastischen Harzzusammensetzung verwendet werden, können Glasfasern,
Glasflocken, Glasperlen, Kohlefasern, nadelartiges Titanoxid, Kaliumtitanat-Whisker,
Aluminiumborat-Whisker, Zinkoxid-Whisker,
Magnesiumsulfat, Calciumsulfat, Wollastonit, Ton, Talkum, Glimmer,
Siliziumcarbid und Siliziumnitrid einschließen. Die vorgenannten Füllstoffe
können
einzeln oder in der Form einer Mischung von 2 oder mehreren davon
verwendet werden.
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Die
Glasfasern zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung können geschnittene
Stränge
mit einem Durchschnittsfaserdurchmesser von 2 bis 30 μm und insbesondere
mit einer Durchschnittsfaserlänge
von 3 bis 10 mm, gemahlene Stränge
mit einer Länge
von 30 bis 1.000 μm,
Roving-Typ-Stränge
oder dgl. einschließen.
Die Glasflocken zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung weisen
eine Durchschnittsdicke von 0,1 bis 50 μm und eine Durchschnittsmaximallänge von
10 bis 2.000 μm
auf. Die Glasperlen zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung
weisen eine Durchschnittspartikelgröße von 5 bis 500 μm auf. Außerdem können die
Kohlefasern zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung im Handel
erhältliche
Produkte mit einem Faserdurchmesser von 1 bis 30 μm, wie Polyacrylnitril
(PAN)-basierte oder Pech-basierte geschnittene oder gemahlene Stränge oder
dgl., sein. Die Kohlefasern sind in geeigneter Weise mit einem Kupplungsmittel,
Oxazolinring-haltigen organischen Verbindungen oder mit weiteren
Oberflächenbehandlungsmitteln
behandelt. Durch Polycarbonatharz gebündelte Kohlefasern eignen sich
ebenfalls zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung.
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Die
Kaliumtitanat-Whisker zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung
weisen einen Durchschnittsfaserdurchmesser von 0,1 bis 2 μm und eine
Durchschnittsfaserlänge
von 5 bis 50 μm
auf. In geeigneter Weise sind die Kaliumtitanat-Whisker mit einem
Kupplungsmittel oder weiteren Oberflächenbehandlungsmitteln behandelt.
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Die
Aluminiumborat-Whisker zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung
weisen einen Durchschnittsfaserdurchmesser von 0,1 bis 2 μm und eine
Durchschnittsfaserlänge
von 5 bis 50 μm
auf. In geeigneter Weise sind die Aluminiumborat-Whisker mit einem
Kupplungsmittel oder weiteren Oberflächenbehandlungsmitteln behandelt.
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Der
Mischprozentsatz der Füllstoffe
(als Komponente (C)) beträgt
5 bis 30 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der thermoplastischen Harzzusammensetzung.
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Abhängig davon,
ob in der Gegenwart eines Chrom-Katalysators hergestellte Polyethylene
als Komponente (B) verwendet werden oder nicht, wird der bevorzugte
Mischprozentsatz der Füllstoffe
wie folgt festgelegt.
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Der
Mischprozentsatz des zugegebenen Füllstoffs liegt im Bereich von
5 bis 30 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der thermoplastischen Harzzusammensetzung.
Beträgt
der Mischprozentsatz des Füllstoffs
in der thermoplastischen Harzzusammensetzung weniger als 5 Gew.-%,
können
sich die Dimensionsstabilität
(das niedrige Schrumpfverhältnis),
die mechanische Festigkeit oder Härte des entstandenen Formprodukts
verschlechtern, so dass der Füllstoff
nicht mehr die Funktion als Verstärkungsmaterial zu ergeben vermag. Übersteigt
andererseits der Mischprozentsatz des Füllstoffs 30 Gew.-%, ist das
Fließvermögen der
thermoplastischen Harzzusammensetzung ungenügend, so dass die Extrusion
der thermoplastischen Harzzusammensetzung schwierig wird und deutlicher
Abrieb am Extrusionszylinder wahrscheinlich auftritt. Der Mischprozentsatz des
Füllstoffs
liegt bevorzugter im Bereich von 8 bis 20 Gew.-%, bezogen auf das
Gewicht der thermoplastischen Harzzusammensetzung.
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Ist
die Komponente (B) in spezifischer Weise ein Polyethylen, das in
der Gegenwart des Chrom-Katalysators hergestellt ist, liegt der
Mischprozentsatz des Füllstoffs
dann bevorzugter im Bereich von 5 bis 20 Gew.-%, bezogen auf das
Gewicht der thermoplastischen Harzzusammensetzung.
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In
der vorliegenden Erfindung können
gegebenenfalls verschiedene Additive wie Ultraviolett (UV)-Absorber,
Stabilisiermittel, Pigmente, Farbstoffe und Schmiermittel und/oder
Verstärkungsmaterialien
wie organische Fasermaterialien zur thermoplastischen Harzzusammensetzung
gegeben werden. In diesem Fall beträgt der Mischprozentsatz der
zugefügten
Additive und/oder Verstärkungsmaterialien nicht
mehr als 30 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der thermoplastischen
Harzzusammensetzung.
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Ferner
können
Harzmaterialien, die sich von den vorgenannten Harzkomponenten (A1),
(A2) und (B) unterscheiden, nötigenfalls
zur erfindungsgemäß verwendeten
thermoplastischen Harzzusammensetzung gegeben werden. In diesem
Fall beträgt
der Mischprozentsatz der zugegebenen Harzmaterialien nicht mehr
als 30 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der thermoplastischen Harzzusammensetzung.
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Die
Extrusion der thermoplastischen Harzzusammensetzung kann mit bekannten
Verfahren durchgeführt
werden, wobei die thermoplastische Harzzusammensetzung unter entsprechendem
Einsatz von Extrudern, Mischern wie einem Banbury-Mischer oder dgl.,
von Walzen oder dgl. verknetet wird.
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Das
gemäß der vorliegenden
Erfindung aus der thermoplastischen Harzzusammensetzung erzeugte Formprodukt
weist in geeigneter Weise eine Biegefestigkeit von nicht weniger
als 1.300 kg/cm2 und einen Biegemodul von
50.000 kg/cm2 auf.
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Wird
gemäß der vorliegenden
Erfindung die thermoplastische Harzzusammensetzung, die in der Gegenwart
des Chrom-Katalysators
hergestellte Polyethylene enthält,
einer Profilextrusion in einem 65 mm ∅-Extruder unterzogen,
kann die erstmalige Bildung von Formablagerungen aus der Matrize
heraus auf mindestens 30 min vom Beginn des Extrusionsprozesses
an ganz spezifisch verzögert
werden. Ferner beträgt
die Zeit, die es braucht, bis die Formablagerungen aus der Matrize
heraus auf 3 mm Länge
angewachsen sind, nicht weniger als 60 min.
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Mit
der in der vorliegenden Erfindung verwendeten thermoplastischen
Harzzusammensetzung zur Profilextrusion werden die Probleme des
Standes der Technik gelöst,
und die Zusammensetzung ist bezüglich ihres
leichten Gewichts, der Härte,
der Abriebbeständigkeit,
der Hitzebeständigkeit
und den Profilextrusionseigenschaften überlegen, wodurch sich die
thermoplastische Harzzusammensetzung zur Verwendung als Baumaterialien,
insbesondere als Fensterrahmen, Schiebetürrahmen oder dgl., eignet,
wenn sie zu einem Formprodukt durch Profilextrusion extrudiert wird.
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Ferner
wird, sogar wenn die in der vorliegenden Erfindung verwendete thermoplastische
Harzzusammensetzung kontinuierlich der Profilextrusion unterzogen
wird, um Profilextrusionserzeugnisse mit komplizierten Formen zu
erhalten, die Bildung von Formablagerungen aus der Matrize heraus
nur selten festgestellt. Außerdem
können,
sogar wenn Formablagerungen auftreten sollten, diese ganz einfach
aus der Matrize wieder entfernt werden. Ferner zeichnet sich die
in der vorliegenden Erfindung verwendete thermoplastische Harzzusammensetzung
ganz besonders bei den Profilextrusionseigenschaften und der Massen-Produktion
aus, wodurch es ermöglicht
ist, die thermoplastische Harzzusammensetzung in geeigneterer Weise
zur Herstellung von Baumaterialien, besonders von Fensterrahmen,
Schiebetürrahmen
oder dgl., zu verwenden, wenn diese zu Formprodukten durch Profilextrusion
extrudiert werden.
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Beispiele
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Die
vorliegende Erfindung wird nun noch detaillierter durch die folgenden
Beispiele beschrieben, in denen "%" "Gew.-%" bedeutet.
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Beispiel 1 und Vergleichsbeispiele
1 bis 3:
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Ein
aromatisches Polycarbonat (PC)-Harz (A1) aus hauptsächlich Bisphenol
A (Iupilon E-2000, erzeugt von Mitsubishi Gas Chemical Company Inc.
und mit einem viskositätsdurchschnittlichen
Molekulargewicht von 28.000), Polyethylen (B2) (MITSUBISHI-POLETHY-HD
HB420R, erzeugt von Mitsubishi Chemical Corporation), geschnittene
Glasfaserstränge
(C1) (ECS03T531DE, erzeugt von Nippon Electric Glass Co. Ltd., mit
einem Faserdurchmesser von 6 μm
und einer Länge
von 3 mm) und ein Acrylnitril-Butadien-Styrol-Harz (A2) (DIAPET-ABS SE-3, erzeugt
von Mitsubishi Rayon Co. Ltd.) wurden gemeinsam in einem Kippmischer
bei den in Tabelle 1 angegebenen Mischprozentsätzen vermischt. Die entstandene
Mischung wurde zu Pellets in einem belüfteten Einzelschraubenextruder
extrudiert. Die Pellets wurden in einem Heißluft-Trockner bei einer Temperatur
von 120°C
nicht weniger als 5 h lang getrocknet. Dann wurden die Pellets einer
Profilextrusion bei einer Harztemperatur von 260°C unterzogen, um das in 1 dargestellte
Formprodukt 1 zu erhalten. Teststücke wurden aus dem Formprodukt 1 geschnitten
und bezüglich
ihrer physikalischen Eigenschaften gemessen. Die Ergebnisse sind
in Tabelle 1 angegeben.
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Die
Biegefestigkeit und der Biegemodul der Teststücke wurde gemäß ASTM D-790
gemessen.
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Die
Matrizen-Quellung des Formprodukts 1 wurde auf folgende
Weise gemessen. Das aus der Matrize extrudierte Formprodukt wurde
an der Umgebungsluft zur Abkühlung
stehen gelassen. Die Dicke des oberen Wandteilstücks 2 des Formprodukts 1 wurde
gemessen. Die Matrizen-Quellung wurde als Verhältnis der Dicke des Formprodukts
zur Dicke der Matrize bestimmt. Ferner wurde das Abziehverhalten
des Formprodukts bei der Profilextrusion durch Feststellung einer
Deformation des zentralen Rippenteilbereichs 3 des Profilgegenstands,
wie dargestellt in 1, bewertet:
Das Abziehverhalten
wurde wie folgt eingestuft:
- ⦾:
- Keine Deformation
durch Abzug trat auf;
- o:
- Deformation durch
Abzug lag innerhalb 2 mm;
- Δ:
- Deformation durch
Abzug lag innerhalb 5 mm; und
- x:
- Deformation durch
Abzug betrug nicht weniger als 5 mm.
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Es
ist erwünscht,
dass das Abziehverhalten mit ⦾ oder
o im Hinblick auf eine Anwendung in der Praxis eingestuft ist.
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