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Anordnung zur Erhaltung der Konstanz oder zur Regelung von Spannung,
Stromstärke oder Leistung eines Stromsystems durch gesteuerte Entladungsröhren Die
Erfindung bezieht sich auf die Regelung von Stromstärke, Spannung oder Leistung
in einem Stromsystem oder in einem Teil eines solchen mit Hilfe von gesteuerten
Entladungsröhren. Die Regelung, insbesondere Konstanthaltung einer oder mehrerer
der genannten Größen läßt sich nach bekannten Vorschlägen vorteilhaft mit Gasentladungsröhren
durchführen, die mit Hilfselektroden gesteuert werden, da diese Röhren infolge ihres
verhältnismäßig kleinen inneren Widerstandes unmittelbar in den Hauptstromweg des
zu regelnden Stromes gelegt werden können und -gleichzeitig eine Umformung von einer
Stromart in die andere, z. B. von Wechselstrom in Gleichstrom, gestatten. Die Erfindung
ist in erster Linie ebenfalls auf Stromkreise mit gesteuerten Gasentladungsröhren
anwendbar. Sie ist jedoch nicht hierauf beschränkt, sondern kann in gleicher Weise
bei der Regelung von Stromkreisen durch Hochvakuumelektronenröhren angewendet werden.
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Es ist bekannt, ein Entladungsgefäß in Abhängigkeit von einer veränderlichen
Induktivität zu steuern, die in den Gitterkreis des Entladungsgefäßes, beispielsweise
in eine Brückenschaltung, geschaltet ist. Weiterhin ist es bekannt, die Vormagnetisierung
einer solchen Induktivität von der Differenzwirkung zweier Größen abhängig zu machen.
Bei einer bekannten Steueranordnung dieser Art wird eine im Gitterkreis eines gas-
oder dampfgefüllten Entladungsgefäßes liegende Induktivität gleichzeitig von dem
Strom und von der Spannung des von dem Entladungsgefäß gespeisten Gleichstromnetzes
geregelt. Es soll dadurch erreicht werden, daß sowohl Spannungsschwankungen .als
auch Stromschwankungen des gespeisten Netzes den Zündzeitpunkt des Entladungsgefäßes
beeinflussen. Bei der bekannten Anordnung wird die Spannung des vom Gleichrichter
gespeisten Netzes mit steigender Belastung erhöht, um den Spannungsabfall zwischen
dem Gleichrichter und dem Verbraucher zu berücksichtigen. .
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Gegenstand der Erfindung ist eine Regelanordnung für steuerbare Entladungsröhren,
bei der ebenfalls eine veränderliche Induktivität von der Differenzwirkung zweier
Größen abhängig ist. Die Erfindung unterscheidet sich jedoch dadurch von der bekannten
Anordnung, daß zum Zwecke der Steuerung der Entladungsröhre in Abhängigkeit von
nur einer Bestimmungsgröße, beispielsweise der
Spannung oder der
Stromstärke, die Vormagnetisierung der Induktivität durch die Differenzwirkung zweier
Größen beeinflußt wird. Die eine Größe ändert sich mit der konstant zu haltenden
bzw. zu regelnden Größe in gleichem Verhältnis oder stärker als diese, während die
andere Größe konstant ist oder im Verhältnis zu der konstant zu haltenden bzw. zu
regelnden Größe sich nur wenig ändert. Es wird dadurch erreicht, daß die Steuerung
der Entladungsröhre nur von den tatsächlichen Schwankungen der zu regelnden Größe
abhängig ist. Durch die Differenzbildung gemäß der Erfindung wird eine große Empfindlichkeit
der angestrebten Regelung erreicht. Außerdem werden genau definierte Verhältnisse
erzielt, und es ist ein einfacher und übersichtlicher Schaltungsaufbau möglich.
Die konstante Größe, welche in der genannten Differenz gemäß der Erfindung vorhanden
sein soll und auch als. Vergleichsgröße bezeichnet und benutzt werden kann, kann
durch einebesondere unabhängige Stromquelle oder mit besonderem Vorteil durch einen
Widerstand mit entsprechender Kennlinie erhalten werden, welcher von einem Strom,
der von der zu regelnden bzw. sich ändernden Größe abgeleitet ist, durchflossen
wird. Es ist nicht unbedingt notwendig, wie z. B. im letztgenannten Fall, daß die
als konstant bezeichnete genannte Größe unbedingt durchaus konstant bleibt, sondern
diese kann auch gewissen Änderungen unterworfen sein. Wesentlich ist nur, daß diese
Änderungen kleiner als die tatsächlichen Änderungen der zu regelnden Größe sind.
Andererseits ist es vorteilhaft, die zweite zur Differenzbildung notwendige Größe
nicht nur proportional mit der zu regelnden Größe, sondern sogar stärker als diese
sich ändern zu lassen. Die Anordnung gemäß der Erfindung läßt sich sowohl in Gleichstromkreisen,
als auch in Wechselstromkreisen als auch in Gleich- und Wechselstromkreisen anwenden,
wie z. B. in den Fällen, wo es sich um die gleichzeitige Umformung des Stromes handelt.
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Eine besonders zweckmäßige Anordnung ergibt sich nach der Erfindung
bei der Gleichrichtung von Wechselstrom in Gleichstrom, wobei die Spannung, der
Strom oder die Leistung auf der Gleichstromseite geregelt werden. Weitere Einzelheiten
der Erfindung gehen aus der Beschreibung der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele
hervor. .
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Fig. i zeigt eine Gleichrichteranordnung, bei der die Spannung des
gleichgerichteten Wechselstromes konstant gehalten werden soll.
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Fig. 2 zeigt in vektorieller Darstellung die Spannungsverhältnisse
eines für die Steuerung wichtigen Schaltungsteils der Anordnung gemäß Fig. i, welcher
von Wechselstrom durchflossen wird.
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Fig. 2 a veranschaulicht die Verhältnisse bei Änderung der Phase der
Gitterspannung. Die Fig.3 und q. stellen andere Anwendungen des Erfindungsgedankens
entsprechend dem Beispiel der Fig. i dar.
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Die Fig. 5 und 5 a zeigen besonders zweckmäßige Anordnungen für die
Gleichrichtung eines Wechselstromes gemäß dem in Fig. i dargestellten Ausführungsbeispiel.
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In Fig. i ist eine selbstgesteuerte Gleichrichterranordnung dargestellt
mit zwei einanodigen gesteuerten Stromrichtergefäßen i und a. An der Wechselstromseite
liegt der Speisetransformator 3 mit der Primärwicklung 4. und der Sekundärwicklung
5. Letztere ist an ihren Endjdemmen mit den Anoden 6 und 7 der Gefäße i und 2 verbunden.
Die Mittelanzapfung 8 stellt den negativen Pol, die Glühkathoden g und io stellen
den positiver- Pol des Gleichstromnetzes dar. Die Schwankungen des durch die Gleichrichtung
der Wechselstromhalbwellen erhaltenen Stromes werden in bekannter Weise durch Längsdrosselspulen
ii und i2,und Querkapazitäten 13 und 1.4 gedämpft. Der Widerstand 15 stellt den
Verbraucher dar, zu dem eine Einrichtung parallel geschaltet ist, durch die die
Selbststeuerung des Gleichrichters und eine Regelung der Gleichspannung mit höchster
Genauigkeit erfolgt. Parallel zum Verbraucher 15 liegt zunächst eine Reihenschaltung,
welche aus einem Widerstand 16 und einer Glimmlampe 17 gebildet ist. Vor und hinter
der Glimmlampe 17 bzw. dem Widerstand 16 können Siebmittel, z. B. die Kondensatoren
qo und 4.1, die Widerstände .2, 4.3 und 44 und :die Induktivitäten 45 und 46, angeordnet
sein, um eine Selbsterregung (Regelschwingungen) des gesteuerten Gleichrichters
zu vermeiden. Sowohl parallel zum Widerstand 16 als auch parallel zur Glimmröhre
17 liegt je ein Stromkreis, der über eine Wicklung 18 bzw. 1g einer Drosselspule
2o geführt ist. Eine weitere dieser Drosselspule bildet mit einem in Reihe liegenden
Kondensator a2 einen Spannungsresonanzkreis, der an die Sekundärwicklung eines Transformators
23 angeschlossen ist. Gleichfalls an dieser Wicklung liegt ein weiterer Spannungsresonanzkreis-
mit dem Kondensator 2:4, der Induktivität 25 und dem Ohmschen (Dämpfungs-) Widerstand
26. Der Widerstand 16 und die Glimmlampe 17 sind so bemessen, daß der hindurchfließende
Strom trotz sich ändernder Gleichspannung einen konstanten Spannungsabfall an der
Glimmlampe hervorruft. Die Wicklungen 18 und i g sind gegeneinander geschaltet,
so daß der
Eisenkern der- Drosselspule 2o nur von der Differenz
der beiden durch, diese Wicklungen fließenden Ströme vormagnetisiert wird. Diese
Ströme entsprechen den Spannungen an dem Widerstand i6 bzw. an der Glimmlampe 17.
Der Strom in der Wicklung i9 bleibt infolge der bereits beschriebenen Bemessung
des Widerstandes 16 und der Glimmlampe i 7 trotz Änderungen der Gleichspannung
konstant, während der Strom durch die Wicklung 18 sich in stärkerem Maße als die
Gleichspannung ändert, da der Spannungs:a'bfall am Widerstand 16 nur einen um einen
konstanten Betrag verminderten Teil der Gleichspannung darstellt und da somit die
tatsächlichen Schwankungen der Gleichspannung in voller Größe an diesem Widerstand
auftreten. Bei richtiger Wahl der Verhältnissb- wirken auf den Eisenkern der Drosselspule
2o lediglich die tatsächlichen Schwankungen der Gleichspannung. Diese Wirkung kann
beispielsweise durch Abgleich der Wicklungen i8 und ig erreicht werden.
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Durch die Schwankungen des einen Vormagnetisierungsstromes der einander
entgegen wirkenden Vormagnetisierungsströme wird die endgültige Vormagnetisierung
der Drosselspule 2o entsprechend beeinflußt, so daß sich der Wechselstromwiderstand
der Drosselspule (Wicklung 2i) bzw. die Abstimmung des Spannungsresonanzkreises
21, 22 ändert. Das Gitter 27 des Gefäßes i ist über einen nicht näher bezeichneten
Widerstand zwischen dem Kondensator 24 und der Drosselspulenwicklung 25 angeschlossen,
und die Kathode 9 ist mit dem Verbindungspunkt des Kondensators 22 mit der Drosselspulenwicklung
21 verbunden. Die Gitterspannung des Gefäßes i ist also die Spannung eines Brückenzweiges
zwischen'den beiden Spannungsresonanzkreisen. Ähnliches gilt für die Gitterspannung
des Gefäßes 2, wobei lediglich zur Umkehrurig der Phase der Gitterspannung gegenüber
der Phase der Gitterspannung des Gefäßes i eine induktive Kopplung 29 bzw.
30 vorgenommen ist. Bei Beeinflussung der Induktivität der Wicklung 2i durch
die Ströme der Wicklungen 18 und i9 ändert sich der Wechselstromwiderstand eines
Zweiges der Brückenschaltung, wobei Größe und Phase der Gitterspannung des Gefäßes
i in starkem Maße geändert werden. Diese Verhältnisse sind in Fig.2 vektoriell dargestellt.
Es bezeichnen AB- die an der Sekundärwicklung des Transformators 23 bzw.
an den Spannungsresonanzkreisen liegende Spannung, AM die Spannung an der Wicklung
25, BM die Spannung am Widerstand ,26 und an dem Kondensator 24. Die . Spannung
an der Drosselspulenwicklung 21 sei beispielsweise durch den Vektor AC2 dargestellt,
die Spannung an dem Kondensator 22 durch den Vektor BC, Bei Änderung der Induktivität
der Wicklung 21 bewegt sich der Endpunkt des Vektors ihrer Klefmenspannung auf einem
Kreise, so daß dieser Vektor je nach der Beeinflussung gegenüber dem ursprünglichen
Vektor AC2 vor- (AC3) oder nacheilt (ACl). Die auf das Gitter des Ge= fäßes i wirkende
Spannung nimmt dabei die Werte 111C2 bzw. MC3 bzw. MCl an. Wie aus dem Vektordiagramm
zu ersehen ist, sind auf diese Weise Phasenänderungen über i8oo möglich. Für das
Gefäß 2 gilt Entsprechendes. Da die Anodenströme bei Änderung der Phase der Gitterspannung.
in einem Bereich von i8o° von Null bis zum Höchstwert ansteigen, sind praktisch
so große Phasenänderungen nicht notwendig, zumal da die Belastung im allgemeinen
nicht derart schwanken wird. Aus der Darstellung geht jedoch hervor, däß bei äußerst
kleinen Änderungen der Induktivität der Wicklung 21 schon beträchtliche Änderungen
der Phase der Gitterspannungen der Gefäße i und 2 erreicht werden können. Der parallel
zu der Primärseite des Transformators 23 liegende Kondensator i29 bzw. der dieser
Parallelschaltung vorgeschaltete Widerstand 13o dienen der willkürlichen. Einstellung
einer normalen Gitterspannungsphase.
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In Fig.2a ist an Hand der Anödenspannungskurve und der Gitterzündkennlinie
der Regelvorgang durch Verschiebung des Zündeinsatzes -anschaulich dargestellt.
Mit Eal sei der Sollwert der Netzspannung, die sinusförmig verlaufen möge, bezeichnet,
und Zgl sei die zugehörige Gitterzündkennlinie. Es sei angenommen, daß die Zündung
im Scheitelpunkt der Anodenspannung stattfindet, daß also die Gitterspannung Egl
die Gitterzündkennlinie Zgl ebenfalls in deren Scheitel schneidet.` Erhöht sich
die gleichgerichtete Spannung auf einen dem Wert Ea2 entsprechenden Wert und verlagert
sich infolgedessen die Gitterzündkennlinie nach Zg2, so würde bei unveränderter
Phase der Gitterspannung die Zündung ein wenig früher einsetzen, d. h. es würde
erstens wegen des größeren Scheitelwertes und zweitens wegen der früheren Zündung
ein größerer Strom fließen bzw. eine größere Spannung auftreten. Durch geeignete
Verschiebung der Gitterspannung Egl nach L'g2 um den Winkel Ag läßt sich erreichen,
daß auch bei erhöhter Anodenspannung Ea2 infolge später einsetzender Zündung der
Anodenstrom wieder denselben oder einen innerhalb der zulässigen Abweichungen liegenden
Wert erreicht.
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Durch Vereinigung der beschriebenen Differenzbildung zweier Größen
mit der vektoriel.l erläuterten Änderung der Phase der
Gitterspannung
ergibt sich eine außerordentlich hohe Empfindlichkeit.
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Zur Herstellung des konstanten Anteils bei der Differenzbildung können
auch andere Mittel und Wege gewählt werden; z. B. kann an Stelle der Glimmlampe
17 eine besondere unabhängige Stromquelle, z. B. eine Sammlerbatterie, vorgesehen
sein, oder es kann ein Widerstand, welcher Stromkonstanz bedingt, im Kreise der
Wicklung ig vorhanden sein, wobei die Glimmlampe 17 durch einen gewöhnlichen Widerstand
ersetzt sein kann. Die Stromschwankungen im Kreise der Wicklung i ä können durch
einen in diesem Kreise enthaltenen Widerstand mit fallender Kennlinie weiter gesteigert
werden. Die Wicklung 18 kann auch unmittelbar an die Netzgleichspanneng oder einen
Teil derselben gelegt werden, wobei dann im Kreise dieser Wicklung die Stromschwankungen
nur im gleichen Maße auftreten wie die Schwankungen der Netzspannung. Schließlich
kann auch von Brückenschaltungen Gebrauch gemacht werden, bei denen in einen Zweig
ein Spannungs-oder Stromkonstanz bedingender Widerstand gelegt wird, während im
anderen Zweig gewöhnliche Widerstände oder solche mit steigender Kennlinie angeordnet
sind. Als Mittel, welche sich wie Widerstände mit fallender Kennlinie verhalten
und die für die Steigerung der Stromschwankungen geeignet sind (Wicklung 18, Fig.
z), können auch in bekannter Weise Glühkathodenröhren dienen, deren Heizstrom von
dem zu regelnden Stroh, geliefert wird und deren Anodenstrom den veränderlichen
Artteil der der Erfindung zugrunde liegenden Differenzbildung hervorbringt. Letztere
kann z. B. auch- schon im Heizstromkreise selbst vorgenommen werden, so daß lediglich
die Schwankungen der zu regelnden Größe einen entsprechenden Emissionsstrom bedingen.
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Für die Erhaltung der Konstanz eines Gleichstromes zeigt Fig.3 in
schematischer Darstellung ein Beispiel. Die Zweige 31, 32, 33 und 34 einer
Brückenanordnung werden vom Hauptstrom durchflossen, wobei der Strom im Zweig 33
durch einen Stromkonstanz bedingenden Widerstand; z. B. einen Eisenwasserstoffwiderstand,
konstant gehalten wird. Im Brückenzweig, in welchem die die . Drosselspule 2o beeinflussende
Wicklung liegt, fließt ein Strom, der in erster Annäherung der Differenz der Spannungen
der Zweige 3 i und 33 proportional, d: h. -den Schwankungen des Netzstromes proportional
ist.
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In ähnlicher Weise kann die abgegebene Gleichstromleistung mit äußerster
Genauigkeit auf dem gleichen Wert gehalten werden, indem ein Regelstrom, der dem
Produkt aus Spannung und Stromstärke entspricht, auf geeignete Weise hergestellt
wird. Dies ist -in Fig. q. angedeutet. Es wird beispielsweise eine Entladungsröhre
35 verwendet, deren Anodenspannung von dem Gleichstronmetz und deren Heizung von
dem Netzstrom geliefert wird. Die Emission einer solchen Entladungsröhre vergrößert
sich allgemein sowohl mit zunehmendem Heizstrom als auch mit zunehmender Anodenspannung.
Da sich die Emission normalerweise nicht proportional mit dem Heizstrom ändert,
muß durch eine geeignete Schaltung dafür besonders gesorgt werden; beispielsweise
kann dies durch eine Gittergegensteuerung oder auch dadurch geschehen, daß mit Hilfe
einer geeigneten Schaltung die stromabhängige Steuerung nur durch das Gitter vorgenommen
wird. In dem Beispiel gemäß Fig. q. liegt im Heizkreis ein nicht näher bezeichneter
Widerstand, der bewirkt, daß der Heizstrom schwächer als der Netzstrom ansteigt.
Die konstante Größe wird wie bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. i zweckmäßig
auf die dort beschriebene Weise abgeleitet. Zwischen der Entladungsröhre und dem
-einen. Leiter des Gleichstromnetzes ist in der Anordnung nach Fig. q. ein nicht
näher bezeichneter Widerstand angeordnet, der als Nebenschlußwiderstand für die
Wicklung 2o dient. Im wesentlichen übernimmt jedoch in dem betrachteten Ausführungsbeispiel
die Entladungsröhre allein die Differenzbildung. Die Wicklung :2o in den Schaltungen
nach Fig. 3 und q. übt also die gleiche Wirkurig wie die Wicklungen 18 und rg in
der Anordnung nach Fig. i aus und ist somit auch an deren Stelle in die Anordnung
gemäß Fig. i einzufügen.
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Bei der Gleichrichterschaltung nach dem Ausführungsbeispi8l gemäß
Fig. i sind für die Gleichrichtung des Wechselstromes und die gleichzeitige Regelung
des Gleichstromes zwei einanodige gesteuerte Stromrichtergefäße verwendet. Bei der
außerordentlich hohen Empfindlichkeit, die bei der Anordnung nach der Erfindung
erreicht werden kann, ist es von Nachteil, daß- beide Gefäße genau die gleichen
Steuereigenschaften besitzen müssen: Die Bedingung der Auswechselbarkeit stellt
an die Herstellung der Gefäße äußerst hohe Anforderungen, die sich nur schwer einhalten
lassen. Werden dagegen Gefäße von ungleichen Eigenschaften verwendet, so ist es
notwendig, für jedes Gefäß eine besondere regelbare Gittervorspannung vorzusehen,
was auch wiederum von Nachteil ist.
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Gemäß der Erfindung läßt sich weiterhin dieser Nachteil dadurch vermeiden,
daß nur ein gesteuertes Gasentlädungsgefäß verwendet wird und diesem durch eine
besondere Gleichrichteranordnung beide Halbwellen der
Wechselspannung
im gleichen Sinne zugeführt werden.- Am einfachsten läßt sich dies in der in Fig.
5 angegebenen Weise dadurch erreichen, daß in Reihe mit einem gittergesteuerten
Entladungsgefäß -ein Doppelweggleichrichter oder auch zwei Einweggleichrichter
vorgesehen sind. In Fig. 5 bedeuten 36 den Doppelweggleichrichter, 37 das gittergesteuerte
Gasentladungsgefäß und 38 den Verbraucherwiderstand. Zweckmäßig wird parallel zu
dem Doppelweggleichrichter 36 ein großer Widerstand 39 geschaltet, damit an dem
gesteuerten Gefäß 37 vor `dem Zünden eine definierte Spannung vorhanden ist. Der
Widerstand 39 wird am besten so- gewählt, daß vor der Zündung des* Gefäßes
37 der Arbeitspunkt des Gleichrichters auf dem stark abfallenden Teil seiner Kennlinie
(bei sehr kleinen Stromstärken) liegt. Dadurch wird, wie ohne weiteres erkennbar
ist, die Spannung an dem Gefäß 37 vor der Zündung stabilisiert, ' was für sehr empfindlichen
Betrieb, wo die Schwankungen der Anodenscheitelspannung ungewollte Zündungen erzeugen
können, wesentlich sein kann. Obgleich der Wirkungsgrad der in Fig. 5 dargestellten
Anordnung kleiner als z. B. bei' der Anordnung nach Fig. i ist, ist der Unterschied
doch so gering, daß .die Vorzüge, die sich durch die vorangehende Gleichrichtung
der Wechselstromhalbwellen ergeben, nicht aufgehoben werden. Da die Brennspannung
der Entladungsstrecken mit größer werdender Sperrspannung nur wenig ansteigt, wird
der genannteUnterschied bei höheren Anodenspannungen für .die Gleichrichterschaltung
noch geringer.
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Die beschriebene Anordnung bietet also allgemein den Vorteil, daß
bei Anschluß eines Verbrauchers an eine mehrphasige Wechselspannung, wozu normalerweise
mehrere gesteuerte Entladungsstrecken erforderlich sind, nur eine gesteuerte Entladungsstrecke
und mehrere ungesteuerte Entladungsstrecken benutzt werden und überdies eine besonders
genaue Regelung der von der Entladungsstreckenanordnung abgegebenen Leistung erreicht
wird. Besonders vorteilhaft ist diese Anordnung in Verbindung mit der im vorstehenden
beschriebenen hochempfindlichen Steuerung. Man kann in diesem Fall z. B. an das
Steuergitter der Entladungsröhre 37 in der Anordnung nach Fig. 5 dieselbe Steuerschaltung
anschließen, wie sie beispielsweise gemäß Fig. i an das Steuergitter 28 der Entladungsröhre
2 angeschlossen ist und deren Wirkungsweise oben näher erläuterf ist.
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An die Stelle der in Fig. 5 dargestellten Anordnung kann auch eine
Anordnung nach Fig. 5a treten, bei der neben dem gesteuerten Gasentladungsgefäß
37 zwei Gleichrichtergefäße 36 bzw. entsprechende gleichrichtende Mittel angeordnet
sind und die Anode des Gefäßes 37 über einen Widerstand 38, der den Verbraucher
darstellt, an die Mitte der Sekundärwicklung des Netztransformators gelegt ist.
Die Heizung der Kathoden der Gleichrichtergefäße geschieht zweckmäßig ebenfalls
vom Wechselstromnetz aus. Auch bei dieser Schaltung kann, wie vorerwähnt, an das
Steuergitter der Entladungsröhre 37 eine der vorgeschriebenen Steuerschaltungen
zur Erzielung einer hochempfindlichen Regelung angeschlossen werden.
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Der dargelegte Erfindungsgedanke läßt sich in gleicher Weise für die
Regelung der Stromstärke, der Spannung oder der Leistung in Wechselstromkreisen
verwenden. Eine Regelung gemäß der Erfindung für einen Wechselstrom könnte beispielsweise
in einer Anordnung gemäß Fig. i auf folgende Weise erfolgen: Die Gefäße i und 2
werden in den Wechselstromkreis in bekannter Weise so gelegt, daß die Anode des
einen Rohres mit der Kathode des anderen Rohres verbunden ist. Ein gewisser kleiner
Betrag des Wechselstromes, der nur für die Regelung dient, wird über einen Gleichrichter
beliebiger Bauart gleichgerichtet und gegebenenfalls unter Zwischenschaltung von
Siebmitteln einer Schaltung zugeführt, wie sie im Ausführungsbeispiel nach Fig.
i. durch die Glimmröhre 17 bzw. den Widerstand 16 und den links von diesen liegenden
Schaltungsteil gekennzeichnet ist. Durch die Wicklungen 18 und i9 werden mittelbar
die Gitter der Entladungsgefäße i und .2 im Wechselstromkreis beeinflußt. Auch jede
andere Möglichkeit, wie sie für die Regelung von Gleichstrom oben angegeben ist,
kann in gleicher Weise angewendet werden.' Es ist jedoch auch möglich, nur durch
Wechselstromwiderstände allein die Bildung der Differenz aus einer konstanten Größe
und einer Größe, welche sich mit der zu regelnden Größe im gleichen Sinn ändert,
vorzunehmen. Als Wechselstromwiderstände zur Erhaltung der Konstanz einer Spannung
oder eines Stromes können die für Gleichstrom geeigneten Widerstände in gleicher
Weise bis zu einem gewissen Grade verwendet werden. Bei Herstellung der konstanten
Größe durch einen unabhängigen Generator muß dieser synchronisiert sein. Mit Vorteil
lassen sich jedoch auch reine Wechselstromwiderstände, z. B. gesättigte Eisendrosselspulen
oder Kondensatoren, anwenden. So können z.B. Brückenanordnungen hergestellt werden,
in denen ein Zweig aus einem solchenWiderstand gebildet ist, während die übrigen
Zweige normale Wechselstromwiderstände enthalten, die sich mit dem Strom nicht oder
nur in einem
solchen Maße ändern, daß die Wirkung gemäß der Erfindung
erzielt wird. Auch eine Anordnung, wie sie das Beispiel der Fig. i zur Erzeugung
einer Differenzwirli:ung zeigt, kann entsprechend für einen Wechselstromkreis angewendet
werden. Die Anordnungen für Gleichstrom und Wechselstrom können auch miteinander
vereinigt werden; z. B. kann nach Fig, i der Schaltungsteil, der auf der Beeinflussung
des Wechselstromes beruht, ebenfalls auf dem Differenzprinzip nach der Erfindung
aufgebaut sein, so daß auch auf der Wechselstromseite die Differenz aus einer konstanten
Wechselstromgröße und einer mit der konstant zu haltenden Größe veränderlichen Wechselstromgröße
gebildet wird.
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Es liegt im Rahmen der Erfindung, daß der dargelegte Grundsatz nicht
nur für die Erhaltung der Konstanz von Spannung; Strom oder Leistung, sondern auch
für die Regelung einer dieser Größen in Abhängigkeit von einer anderen beliebigen
dritten, z. B. nach einer .beliebigen Kennlinie, z. B. für Kompoundierungszwecke,
verwendet werden kann. Die Erfindung ist insbesondere geeignet, bekannte konstante
Stromquellen, wie z. B. Akkumulatoren, zu ersetzen, vorzugsweise im Bereich höherer
Spannungen, wobei sogar noch eine bedeutend höhere Konstanz erzielt werden kann:
Es können ferner nicht nur Netzspannungsschwankungen ausgeregelt wer den, die durch
die Generatorseite bedingt sind, sondern auch solche, die von der Verbraucherseite
herrühren (veränderlicher Verbraucherwiderstand 15, Fig. i).