DE69434367T2 - Heparinselektive polymermembran - Google Patents

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Description

  • ALLGEMEINER STAND DER TECHNIK
  • Die Erfindung betrifft allgemein eine ionenselektive Elektrode des Polymermembrantyps und insbesondere eine ionenselektive Elektrode des Polymermembrantyps, die für das Überwachen von polyionischen Makromolekülen wie Heparin geeignet ist.
  • Ionenselektive Elektroden vom Polymermembrantyp werden heute routinemäßig in im Handel erhältlichen biomedizinischen Instrumenten zum genauen Messen der Spiegel klinisch wichtiger kleiner Ionen wie beispielsweise Ca++, Na+, K+, Li+, H+ und Cl in unverdünntem Vollblut verwendet. Typischerweise umfassen diese ionenselektiven Elektroden ein stark weichgemachtes Polymermatrixmaterial mit einem sich darin befindlichen Ionenaustauschermaterial oder Ionenkomplexbildner. Bei dem Ionenaustauschermaterial kann es sich um ein quartäres Ammoniumsalz wie beispielsweise Tridodecylmethylammoniumchlorid (TDMAC) handeln.
  • Vinylchlorid (PVC) ist ein häufig anzutreffendes polymeres Membranmatrixmaterial, das im Stand der Technik der Festkörper- oder Flüssigmembranelektroden für das Erfassen kleiner Ionen verwendet wird (man vergleiche beispielsweise die US-Patentschrift Nr. 4,861,455 oder Hartman et al., „Chloride-Selective Liquid-Membrane Electrodes Based on Lipophilic Methyl-Tri-N-Alkyl-Ammonium Compounds and Their Applicability to Blond Serum Measurements, (chloridselektive Flüssigmembranelektroden auf der Basis von lipophilen Methyltri-N-alkylammonium-Verbindungen und ihre Anwendbarkeit auf Blutserummessungen)", Mikrochimica Acta (Wein), 1978 II 235-246).
  • Anstrengungen, ähnliche Sensoren, einschließlich Biosensoren auf Immunbasis, für das Erfassen großer Biomoleküle wie Proteine oder Arzneimittel zu entwickeln, sind bisher nicht erfolgreich gewesen. Eines der schwierigsten Probleme ist dabei das Identifizieren geeigneter Komplexbildner und von Membranchemien gewesen, die signifikante, spezifische und reversible elektrochemische Reaktionen auf den erwünschten Analyten hin ergeben. Selbst wenn ein spezifischer Komplexbildner für ein makromolekulares Biomolekül identifiziert wird, bleibt es fraglich, ob die Wechselwirkung mit dem makromolekularen Ion stark genug ist, die ziemlich geringe Mobilität eines großen Ions zu bezwingen, um eine signifikante elektrochemische Reaktion zu erzeugen. Theoretisch wird die Empfindlichkeit und Selektivität einer ionenselektiven Elektrodenmembran sowohl von der Mobilität des Analytenions als auch der Stärke der Wechselwirkung zwischen dem Ionenkomplexbildner und dem Analytenion bestimmt. Außerdem können starke Störungen, die von einer hohen Konzentration kleiner Ionen wie Chloridionen in einer Blutprobe herrühren, die Reaktion der Membran bestimmen.
  • Ein Analyt von besonderer klinischer Signifikanz ist das Heparin, ein polyanionisches Makromolekül. Heparin ist das Antikoagulanz-Arzneimittel, das bei chirurgischen Vorgängen und bei außerhalb des Körpers durchgeführten Therapien und für das Verhindern von Thromboembolien auf einen chirurgischen Eingriff oder die Entbindung hin allgemein verwendet wird. Heparin ist eine Gruppe von polydispersen (Molmasse im Bereich von 5.000 bis 30.000 Dalton) geradkettigen, anionischen Mucopolysacchariden, die Glykosaminoglykane genannt werden, die eine durchschnittliche Molmasse von 15.000 Dalton aufweisen. Glykosaminoglykane sind Copolymere sulfatierter (SO3 ) und unsulfatierter Uron-/Iduronsäuren, die mit Glukosaminresten alternieren.
  • Die stärkste Nebenwirkung der Heparinverabreichung ist Bluten. In der Tat hat eine Umfrage durch das Boston Collaborative Drug Surveillance Program (collaborative Arzneimittelüberwachungsprogramm von Boston) bezüglich mit Arzneimitteln verbundenen Todesfällen unter stationär behandelten Patienten ans Licht gebracht, dass Heparin das Arzneimittel ist, das für eine Mehrzahl an durch Arzneimittel hervorgerufene Todesfälle bei relativ gesunden Patienten verantwortlich ist. Angesichts dieses Morbiditätspotentials besteht ein starker Bedarf für Mittel zum kontinuierlichen und genauen Messen von Heparinspiegeln im Blutstrom während chirurgischer Eingriffe. Leider gibt es zur Zeit keine Methode, die zum direkten und schnellen Bestimmen der physiologischen Heparinspiegel geeignet ist. Die zur Zeit zur Verfügung stehenden Heparinassays, wie beispielsweise die aktivierte Blutgerinnungszeit, basieren alle auf der Blutgerinnungszeit. Des Weiteren sind Assays des Stands der Technik für Heparin nicht spezifisch und mangeln an Schnelle, Genauigkeit, Konsistenz und einer definierten Biochemie. Des Weiteren ist, da Heparinassays auf der Basis der Blutgerinnungszeit den Blutheparinspiegel nicht direkt messen können, die Rolle von Heparin bei den assoziierten Blutungskomplikationen und dem Mechanismus des „Heparin-Holmes"-Phänomens niemals identifiziert worden. Es besteht daher ein Bedarf für ein Mittel für das direkte Messen der Heparinspiegel im Blut sowohl in der klinischen Praxis als auch in der medizinischen Forschung.
  • Das quartäre Ammoniumsalz TDMAC ist dafür bekannt, dass es sich an Heparin bindet oder damit einen Komplex bildet. In der Tat ist es im Stand der Technik der Medizin allgemein bekannt, gegen Thrombose resistente Biomaterialien durch Heparinisieren der Oberfläche eines mit TDMAC beschichteten oder imprägnierten Polymers herzustellen. TDMAC hat eine signifikante strukturelle Ähnlichkeit mit Polybrene, einem synthetischen polyquartären Ammoniumsalz, das als eines der potentesten Heparinantagonisten angesehen wird, gemeinsam. Obwohl TDMAC bei herkömmlichen Membranelektroden für das Erfassen kleiner Ionen als Anionenaustauschermaterial verwendet worden ist, gibt es im Stand der Technik absolut keinen Vorschlag dafür, dass Makromoleküle wie Heparin direkt mit TDMAC-dotierten PVC- oder Siliconkautschukmembranen erfasst werden könnten.
  • Ma S et al., „ELECTROCHEMICAL SENSOR FOR HEPARIN: FURTHER CHARACTERIZATION AND BIOANALYTICAL APPLICATIONS" (Elektrochemischer Sensor für Heparin: weitere Charakterisierung und bioanalytische Anwendungen); Analytical Chemistry, Band 65, Nr. 15, Seite 2078-2084, 1993-08-01 offenbart eine Versuchssensoranordnung für das schnelle Prüfen von Membranen, die für das Abtasten von Heparin verwendet werden sollen. Der elektrochemische Sensor umfasst eine polymere Membran, die mit lipophilen quartären Ammoniumsalzen dotiert ist und durch Lösen der Membrankomponenten in THF und Zugeben der Lösung zu einem Glasring auf einem Glasobjektträger zubereitet wird.
  • Es ist daher eine Aufgabe dieser Erfindung, einen elektrochemischen Sensor für ionische Makromoleküle wie Heparin bereitzustellen.
  • Es ist eine weitere Aufgabe dieser Erfindung, einen elektrochemischen Sensor für das direkte Messen von Heparin in Vollblut oder Plasma bereitzustellen.
  • Es ist auch eine Aufgabe dieser Erfindung, einen elektrochemischen Sensor für das direkte Messen von Heparin in Vollblut oder Plasma bereitzustellen, der über den zu erwarteten klinisch relevanten Konzentrationsbereich genau ist.
  • Es ist eine weitere Aufgabe dieser Erfindung, einen elektrochemischen Sensor für das direkte Messen von Heparin in Vollblut oder Plasma bereitzustellen, der ausreichende dynamische Reaktionscharakteristiken aufweist, d.h. auf eine Änderung der Ionenkonzentration schnell anspricht und sofort auf die Basislinie zurückkehrt, so dass er für das kontinuierliche in Wvo-Überwachen geeignet ist.
  • Außerdem ist es eine Aufgabe dieser Erfindung, eine polymere Membranelektrode bereitzustellen, die eine spezifische Selektivität für Heparinmakromoleküle selbst in Gegenwart von Cl und anderen anionischen Verunreinigungen aufweist.
  • KURZDARSTELLUNG DER ERFINDUNG
  • Die obigen und anderen Aufgaben werden durch diese Erfindung, wie sie in den anhängenden Ansprüchen definiert wird, gelöst.
  • Es hat sich erwiesen, dass PVC oder Siliconkautschuk auf Heparin eine potentiometrische Reaktion ergibt, wenn es als Polymermatrixmaterial der erfindungsgemäßen Anionenaustauschermembran verwendet wird. Obwohl die hier angegebenen Beispiele hauptsächlich auf Rezepturen ausgerichtet sind, bei denen PVC als das polymere Matrixmaterial verwendet wird, sollte man sich spezifisch im Klaren darüber sein, dass andere filmbildende, hydrophobe Polymere geeignete Matrixmaterialien sind. Verschiedene polymere Materialien des Typs, der bei Elektrodenmembranen verwendet wird, können verwendet werden, einschließlich synthetische und natürlich polymere Materialien wie Polymere und Copolymere ethylenisch ungesättigter Monomere wie Polyethylene, Poly(1,2-butadiene) und dergleichen; Polykondensationspolymere wie Polyester, Polyamide, Polyurethane usw. Derartige verschiedene Polymere umfassen spezifisch, ohne Einschränkung, Polyurethane, Cellulosetriacetat und Polyvinylalkohol-/Poly(vinylchlorid)-Copolymer. Für körperinvasive Anwendungen sollte das polymere Matrixmaterial biokompatibel sein.
  • Bei einigen erfindungsgemäßen Ausführungsformen kann/können ein oder mehrere Weichmacher wahlweise in der Membranzusammensetzung verwendet werden, um die Homogenität der Mischung beizubehalten. Ein besonders bevorzugter Weichmacher ist Dioctylsebacat (DOS). Jedoch sind andere Weichmacher zum Zubereiten von erfindungsgemäßen Anionenaustauschermembranen geeignet. Derartige andere Weichmacher umfassen ohne Einschränkung Isopropylpalmitat, Isopropylisostearat, Diisooctylphthalat und die anderen in Tabelle II unten angegebenen Weichmacher. Beim Auswählen eines Weichmachers für die polymere Membran ist es wichtig, dass der Weichmacher mit dein polymeren Matrixmaterial verträglich ist. Eine Unverträglichkeit macht sich beispielsweise als Ausschwitzen des Weichmachers während des Aushärtens bemerkbar.
  • Das Anionenaustauschermaterial, wie es in den hier anhängenden Ansprüchen beschrieben ist, ist bevorzugt ein quartäres Ammoniumsalz. Bei besonders bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung sind die quartären Ammoniumsalze, die zu optimalen Ergebnissen geführt haben, TDMAC und Aliquat 336 (Trioctylmethylammoniumchlorid). Andere quartäre Ammoniumsalze, die eine potentiometrische Reaktion hervorrufen, umfassen ohne Einschränkung Trimethylphenylammoniumchlorid, Dimethyldioctadecylammoniumbromid, Tetramethylammonium, Polybrene und die anderen quartären Ammoniumsalze, die in Tabelle III unten angegeben sind. Außer quartären Ammoniumsalzen können quartäre Phosphoniumsalze oder quartäre Arsoniumsalze bei der praktischen Ausführung der Erfindung verwendet werden.
  • Die Selektivität und Empfindlichkeit werden von den Gehalten der polymeren Membranen beeinflusst. Bei bevorzugten Ausführungsformen ist eine potentiometrische Reaktion auf Heparin bei Membranen beobachtet worden, die 30 – 70 Gew.-% polymeres Matrixmaterial, 30-70 Gew.-% Weichmacher und 0,1-12 Gew.-% quartäres Ammoniumsalz umfassen. Besonders bevorzugte Ausführungsformen umfassen ca. 65 Gew.-% PVC, ca. 33 Gew.-% DOS und 1,4 – 2,0 Gew.-% TDMAC.
  • Bei gewissen bevorzugten Ausführungsformen wird die Anionenaustauschermembran als homogene Lösung des polymeren Matrixmaterials, Weichmachers und Anionenaustauschermaterials in einem geeigneten organischen Lösungsmittel wie Tetrahydrofuran (THF) oder Dimethylformamid (DMF), das für das Gießen zu einem dünnen Film geeignet ist, zubereitet. Dünner Me Film kann für das Montieren auf einen Elektrodenkörper, wie weiter unten beschrieben werden wird, zurechtgeschnitten werden. Typischerweise liegt die Membrandicke im Bereich von ca. 100 μm bis 300 μm, bevorzugt 200 μm.
  • KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNG
  • Das Verständnis der Erfindung wird durch Lesen der folgenden genauen Beschreibung in Verbindung mit der beiliegenden Zeichnung erleichtert, wobei
  • 1 eine schematische Darstellung eines Systems zum Messen einer Analytenlösung mit einer heparinselektiven polymeren Membranelektrode ist.
  • 2 eine schematische Darstellung der Grenzfläche zwischen der heparinselektiven polymeren Membran und der Lösung während des Arbeitens mit der heparinselektiven polymeren Membranelektrode aus 1 ist;
  • 3 eine graphische Darstellung der Reaktionscharakteristiken einer heparinselektiven Elektrode auf Cl-Ionen (Linie A) und Heparin (Linie B) über ihren jeweiligen physiologischen Konzentrationsbereich ist. Die Potentialänderung (ΔE) in mV vom Originalzellenpotential wird gegen den Logarithmus der Konzentration der Analyten in klinischen Aktivitätseinheiten pro ml (E/ml) aufgetragen.
  • 4 ist eine graphische Darstellung der Reaktionscharakteristiken einer heparinselektiven Elektrode auf Heparin in mit Zitrat versetzten, frischen, menschlichen Plasmaproben.
  • 5 eine graphische Darstellung der Reaktionscharakteristiken einer heparinselektiven Elektrode auf unverdünnte menschliche Blutproben.
  • 6 ist eine vereinfachte schematische Seitenansicht, die beim Beschreiben eines Siebdruckverfahrens für das Bilden einer ionenselektiven Membran nützlich ist; und
  • 7 ist eine vereinfachte schematische Darstellung einer Festkörper-Mikroelektrode, die erfindungsgemäß konstruiert ist.
  • GENAUE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
  • Ein Verständnis der Erfindung kann unter Bezugnahme auf die folgenden Beispiele spezifischer Ausführungsformen verbessert werden.
  • Beispiel 1:
  • Bei einer besonders bevorzugten spezifischen Ausführungsform wird eine heparinselektive polymere Membran zubereitet, die folgendes umfasst:
    1,5 Gewichtsprozent TDMAC;
    65,7 Gewichtsprozent PVC und
    32,8 Gewichtsprozent Dioctylsebacat (DOS).
  • Eine polymere Gießlösung wird durch Lösen von 132 mg PVC; 66 mg DOS und 3 – 4 mg TDMAC in ca. 1,5 ml THF-Lösungsmittel zubereitet. Die Lösung wird in einen Glasring (Innendurchmesser = 22 mm) auf einem Glasobjektträger gegossen. Man lässt das Lösungsmittel verdampfen, beispielsweise über Nacht, unter Bildung eines dünnen Films einer Dicke von ca. 200 μm.
  • 1 ist eine schematische Darstellung eines Systems für das Messen einer Analytenlösung mit einer heparinselektiven polymeren Membranelektrode 10. Eine dünne heparinselektive Polymermembran 15 wird auf die Spitze eines herkömmlichen Philips ISW-561 Elektrodenkörpers 16 (von Glasblaserei Moller, Zürich, Schweiz erhältlich) montiert. Der Elektrodenkörper 16 umfasst ein Gehäuse 14 für das Halten einer Bezugslösung 17, in diesem Falle von 0,015 M NaCl, und eine Ag/AgCl-Elektrode 18, die in die Bezugslösung 17 eingebracht und durch den Draht 12 elektrisch an das Potentiometer 11 und die Bezugselektrode 20, in diesem Falle eine Ag/AgCl-Kreuzungsbezugselektrode, angeschlossen ist.
  • Mit Bezug auf 1 wurde eine potentiometrische Reaktion eines Analyten in der Probelösung 13, die in einem Probengefäß 19 enthalten ist, mit Bezug auf die äußere Ag/AgCl-Kreuzbezugselektrode 20 bei Raumtemperatur (ca. 22 °C) gemessen. Die Probelösung 13 wurde mit einem Magnetrührerstab 21 während allen Versuchen gerührt.
  • Die heparinselektive Polymermembran 15 dient als Grenzfläche zwischen der Probelösung 13 und der Bezugslösung 17. 2 ist eine schematische Darstellung der Grenzfläche zwischen der heparinselektiven polymeren Membran und der Lösung während des Arbeitens mit der heparinselektiven polymeren Membranelektrode aus 1.
  • 3 ist eine graphische Darstellung der Reaktionscharakteristiken einer heparinselektiven Elektrode (wie in Beispiel 1) auf Cl-Ionen und Heparin über ihren jeweiligen physiologischen Konzentrationsbereich. ΔE stellt die Potentialänderung (d.h. das Zellpotential) in mV mit Bezug auf die absolute Potentialablesung in 0,12 NaCl (d.h. ohne zugesetztes Heparin oder Ändern der Chloridkonzentration) dar. ΔE wird gegen den Logarithmus der Konzentration der Analyten in E/ml aufgezeichnet. Die Daten wurden doppelt von zwei verschiedenen Elektroden erhalten und als ± – Mittelwert-Standardabweichung (SD) aufgezeichnet. Mit Bezug auf 3 ist die Linie (A) die Reaktion auf Lösungen von NaCl in Konzentrationen im Bereich von 0,09 bis 0,12 M (als „⎕" angegebene Datenpunkte) und die Linie (B) ist die Reaktion auf wässrige Lösungen von Heparin und 0,12 M NaCl (als „o" angegebene Datenpunkte).
  • Trotz des Vorliegens eines hohen Niveaus an Chloridionen (0,12 M) in der Probe, wies die heparinselektive Elektrode eine Empfindlichkeit gegen sehr geringe Niveaus von Heparin in der wässrigen Lösung auf. Ein linearer Bereich, der den Konzentrationsbereich von 0,1 bis 1,0 E/ml Heparin deckt, ist in 3, Linie (B) beobachtbar. Mit 30 – 40 Gew.-% Weichmacher formulierte Membranen weisen eine selektive potentiometrische Reaktion auf das stark sulfatierte Heparinmakromolekül mit Bezug auf das Chlorid über ihren jeweiligen physiologischen Konzentrationsbereiche auf. Die Elektrode erfasst selbst in Gegenwart von 0,12 M Chlorid geringe Mengen von Heparin (0,2 – 1,0 E/ml).
  • Keine Reaktion wurde dann auf Heparin beobachtet, wenn eine dünne Dialysemembran (Molmassengrenze = 12.000 Dalton) über die Außenfläche der Polymermembran zum Blockieren der Heparin-TDMAC-Wechselwirkung aufgebracht wurde. Des weiteren wurde durch Zusetzen von Protamin zu einer Heparinprobe das Potential der Elektrode sofort in eine positivere Richtung verschoben. Protamin ist ein klinisch verwendeter Heparinantagonist, der Heparin durch elektrostatische Wechselwirkung bindet und dadurch die Aktivität von freiem Heparin in der Lösung reduziert. Diese Beobachtungen zeigen, dass die heparinselektive Elektrode direkt auf Heparinmakromoleküle und nicht auf geringe ionische Verunreinigungen, die in den Heparinproben vorliegen können, reagiert.
  • 4 ist eine graphische Darstellung der Reaktionscharakteristiken einer heparinselektiven Elektrode auf Heparin in mit Zitrat versetzten frischen menschlichen Plasmaproben. Die Potentialänderung ΔE in mV wird gegen den Logarithmus der Heparinkonzentration in E/ml aufgezeichnet. Die Aufzeichnung in 4 weist einen linearen Zusammenhang (r2 = 0,99) zwischen der Spannungsänderung und dem Logarithmus der Heparinkonzentration über den untersuchten Konzentrationsbereich (1,0 bis 9,8 E/ml) auf. Die Heparinspiegel, auf die man bei den meisten chirurgischen Vorgängen trifft, liegen innerhalb des Bereichs von 1,0 bis 8.0 E/ml. So ist die Empfindlichkeit der heparinselektiven Elektrode für klinische Zwecke ausreichend.
  • Die Reaktion der heparinselektiven Elektrode auf eine umfangreiche Reihe damit verbundener Molekularspezies wurde gemessenen und die Ergebnisse sind in Tabelle I aufgezeigt. Derartige damit verbundene Spezies umfassen die Glykosaminoglykananaloge Dermantinsulfat (Derm-S), Chondroitinsulfat A (Chon-A) und Hyaluronsäure (Hya). Andere geprüfte Spezies bestanden aus einem stark sulfatierten anionischen Polymer, Poly(vinylsulft) (PVS) und sulfatierten und nichtsulfatierten Glykosaminresten (wichtige Monosaccharidbausteine von Heparin). Alle geprüften Verbindungen wurden in 0,12 M NaCl-Lösung in der gleichen Konzentration (12 μm/ml) zubereitet. Für Heparin ist 12 μg/ml ungefähr einer klinischen E/ml-Aktivität von 1,2 äquivalent. Wenn nichts anderes angegeben wird, so befanden sich Verbindungen in ihrer Natriumsalzform.
  • TABELLE I POTENTIOMETRISCHE REAKTION DES HEPARINSENSORS AUF VERSCHIEDENE VERBINDUNGEN HIN.
    Figure 00100001
  • Mit Bezug auf Tabelle I war die potentiometrische Reaktion auf Heparin der Reaktion überlegen, die auf die anderen Spezies mit reduzierter Reaktion auf andere Glyosaminoglykananaloge beobachtet wurde, in direkter Korrelation zu dem Sulfatgehalt dieser Verbindungen. Jedoch stellte die Elektrode keine messbare Reaktion auf PVC zur Schau trotz der Tatsache, dass PVC bis zu 62 Gew.-% Sulfat enthält. Desgleichen ergaben keine der Glukosaminreste erfassbare potentiometrische Signale. Obwohl man nicht durch irgendeine Theorie gebunden sein möchte, ist die bevorzugte Extraktion von Heparin auf sulfatierte Glukosaminreste eventuell der Fähigkeit von Heparin zuzuschreiben, gleichzeitig mit einer großen Anzahl von immobilien positiv geladenen Tridodecylammoniumstellen in der hydrophoben Membran (2) in Wechselwirkung zu treten, während der Mangel an Reaktion auf PVS der ziemlich hydrophilen Natur von PVS zuzuschreiben ist, die seine Extraktion durch die hydrophobe organische Membran verbietet. Frühere Studien mit Membranelektroden auf der Basis von Ionenaustauschern haben nahegelegt, dass der Reaktionsmechanismus die Extraktion des Substrats in die organische Membranphase und die gleichzeitige Ionenpaarung des Substrats an den Stellen des Komplexmittels involviert. Die Gleichgewichtskonstante bei der Ionenaustauscherextraktion scheint die beobachtete Elektrodenselektivität zu bestimmen.
  • Beispiel 2:
  • Die potentiometrische Reaktion auf Heparin bei verschiedenen heparinselektiven Polymermembranzusammensetzungen, die mit verschiedenen Weichmachern weichgemacht sind, sind in Tabelle II unten zusammengefasst. Die Zusammensetzungen von Tabelle II umfassen grundsätzlich 66 mg PVC, ca. 132 mg Weichmacher und 6 mg Aliquat 336 als quartäres Ammoniumsalz. Die Gewichtsprozente der verschiedenen Komponenten sind in Klammern in der Tabelle angegeben. Die Potentialreaktion ist in der Tabelle als ΔE (mV) zwischen einer wässrigen 0,15 M NaCl-Lösung und 6.9 E/ml Heparin in einer wässrigen Lösung von 0,15 M NaCl gezeigt.
  • TABELLE II
  • Potentiometrische Reaktion auf Heparin und Zusammensetzungen von Membranen, die aus 66 mg PVC, 132 mg Weichmacher und 6 mg Aliquat 336 bestehen.
  • Figure 00120001
  • Tabelle II zeigt, dass signifikante potentiometrische Reaktionen in PVC-Membranen, die mit verschiedenen Weichmachern weichgemacht sind, erreicht werden können. Besonders ausgezeichnete Reaktionen wurden bei den Membranen (i), (o) und (p) beobachtet.
  • Beispiel 3:
  • Die potentiometrische Reaktion verschiedener heparinselektiver Polymermembranzusammensetzungen, die mit verschiedenen quartären Ammoniumsalzen dotiert sind, sind in Tabelle III unten zusammengefasst. Die Zusammensetzungen in Tabelle III umfassten prinzipiell 66 mg PVC, ca. 132 mg DOS und 6 mg quartäres Ammoniumsalz. Die Gewichtsprozentsätze der verschiedenen Komponenten in der dabei entstehenden Membran sind in Klammern in der Tabelle angegeben. Die potentielle Reaktion ist in der Tabelle als ΔE (mV) zwischen einer wässrigen 0,15 M NaCl-Lösung und 6,9 E/ml Heparin in einer wässrigen Lösung von 0,15 M NaCl gezeigt. Die Tabelle III zeigt, dass signifikante potentiometrische Reaktionen mit verschiedenen quartären Ammoniumsalzen erreicht werden können. Eine ausgezeichnete Reaktion wird mit den Membranen (j) und (k) erreicht.
  • Tabelle III
  • Potentiometrische Reaktion auf Heparin und Zusammensetzungen von Membranen, die aus 66 mg PVC, ca. 132 mg DOS und 6 mg quaternärem Ammoniumsalz bestehen.
  • Figure 00130001
  • Beispiel 4:
  • Eine heparinselektive Polymembranelektrode wurde in Proben, die menschliches Vollblut umfassen, geprüft. Die Ergebnisse sind in 5 gezeigt, bei der es sich um eine graphische Darstellung der Reaktionscharakteristiken der heparinselektiven Elektrode auf Proben von unverdünntem menschlichem Blut, das verschiedene Heparinspiegel enthält, handelt. Das Potential in mV ist als Funktion der Zeit aufgezeichnet. Zu Vergleichszwecken wird eine 15 minütige Erhöhung auf dem Diagramm aufgezeichnet.
  • Die Proben, die durch die Buchstaben (a) bis (i) angegeben sind, wurden als klinische Proben von einem Patienten erhalten. Eine Menge Vollblut wurde von dem Patienten abgenommen und in Proben ohne Heparin (a) und Heparin mit verschiedenen zugegebenen Mengen (b) bis (g) geteilt. Daraufhin wurde Heparin dem Patienten verabreicht und eine zweite Probe (h) für die klinische Beurteilung der Heparinkonzentration des Bluts unter Zuhilfename der heparinselektiven Polymermembranelektrode abgezogen. Als nächstes wurde Protamin dem Patienten zum Neutralisieren des Heparins verabreicht und eine dritte Probe (i) entzogen. Die Probeninhalte sind wie folgt zusammengefasst:
    • (a) Vollblut, kein Heparin
    • (b) Vollblut, Heparinkonzentration von 1,00 E/ml
    • (c) Vollblut, Heparinkonzentration von 1,58 E/ml
    • (d) Vollblut, Heparinkonzentration von 2,51 E/ml
    • (e) Vollblut, Heparinkonzentration von 3,98 E/ml
    • (f) Vollblut, Heparinkonzentration von 6,31 E/ml
    • (g) Vollblut, Heparinkonzentration von 10 E/ml
    • (h) Vollblut, Heparinkonzentration unbekannt
    • (i) Vollblut, Protamin-neutralisiert, verbleibende Heparinkonzentration unbekannt
  • Mit Bezug auf 5 ist die Elektrodenreaktion auf Heparin in den Proben (h) und (i) innerhalb von weniger als 1 Minute stabil. Schätzungen auf der Basis der Gerinnungszeit des tatsächlichen Heparingehalts der Proben (h) und (i) korrelieren gut mit der Heparinkonzentration, die durch Verwendung der Elektrode mit einer vorkonstruierten Kalibrierungskurve bestimmt worden ist.
  • Die Auswaschzeit oder die Zeit, die erforderlich ist, bis das Signal zur Basislinie zurückkehrt, unter Zuhilfenahme einer 2 M NaCl-Lösung zum Dissoziieren des Heparins, das an die Elektodenoberfläche gebunden ist, betrug weniger als 5 Minuten bei den in 5 aufgezeichneten Ergebnissen. Kürzere Auswaschzeiten sind bei NaCl-Lösungen höherer Konzentration möglich.
  • 6 ist eine vereinfachte schematische Darstellung eines Siliciumwafers, auf dem eine polymere Membran 110 angebracht ist. In der Praxis der Erfindung ist die polymere Membran 110, wie hier beschrieben, ionenselektiv.
  • In der Praxis der Erfindung wird eine Maske 120 auf den Siliciumwafer 100 installiert. Die Maske weist eine Öffnung 113 auf, in die das polymere Membranmaterial als abgesetzt gezeigt ist. Die Maske 120 kann aus Edelstahlmaschendraht gebildet sein, der mit einer photoreaktiven Emulsion (nicht gezeigt) beschichtet ist. Als Alternative kann die Maske als Metallfolienschablone ausgebildet sein. Bei einer anderen Ausführungsform ist die Maske mit den erwünschten Merkmalen für das Membrandrucken bemustert.
  • Ein Siebdrucker (nicht gezeigt) bringt die Membranpaste gleichmäßig auf, wobei der Überschuss derselben als Paste 150 angezeigt ist, und reiht die Paste mit einem Gummiquetscher 160, der die Paste durch die Öffnung 113 und auf den Siliciumwafer 100 drückt, der als Substrat funktioniert. Der Gummiquetscher 160 wird bei dieser Ausführungsform in die Richtung des in der Figur gezeigten Pfeils bewegt.
  • Wie aus dieser Figur zu sehen ist, reagiert die Dicke der polymeren Membran 110 auf die Dicke der Maske 120. Bei erfindungsgemäßen Ausführungsformen kann die Maske eine Dicke von ca. 25 Mikron bis 250 Mikron aufweisen. Ein moderner, optisch ausgerichteter Siebdrucker, wie beispielsweise Modell LS-15TV, das im Handel von New Long Seimitsu Kogyo Company erhältlich ist, erlaubt das Ausrichten und die Reproduzierbarkeit auf ca. ± 5 Mikron.
  • Die Siebdruckmethode des Herstellens erfindungsgemäßer ionenselektiver Festkörpersensoren, erlegt rheologische Einschränkungen auf das Membranmaterial auf. Lösungsmittel und Zusatzmittel (nicht gezeigt) werden zum Bilden der Membranpaste, wie beispielsweise Paste 150, verwendet, die eine geeignete Viskosität und Thixotropie aufweist, um eine gute Musterdefinition zu erzielen.
  • Die Konstruktion und Konfiguration des Siliciumchip ist in 7 gezeigt. Die Polymermembran-Gießlösung wurde durch Zusetzen von 1,5 Gew.-% TDMAC direkt zu einer gelösten Siliciumkautschuklösung, ohne Zusatz eines Weichmachers, hergestellt. Nach dem Reinigen der Oberfläche des Siliciumchip mit Isopropylalkohol in einem Ultraschallbad für ca. 20 Minuten wurde die Polymermembran-Gießlösung auf die Oberfläche der Silberepoxidstelle aufgegeben. Der Oberflächenbereich des Silberoxidfeststoffkontakts betrug 0,41 mm2, während der Bereich der Membran ca. 4,9 mm2 bei einer Dicke von ca. 150 μm betrug. Die elektromotorische Kraft des Festkörperheparinsensors wurde in einer 0,12 M NaCl-Lösung durch Zugabe verschiedener Konzentrationen von Heparin überwacht. Vorläufige Daten haben die Möglichkeit dieser Ausführungsform demonstriert.
  • Weitere Studien zeigen, dass die Heparinsensorelektrode durch Spülen der Sensormembran mit 1 – 2 M NaCl-Lösung regeneriert werden kann. Es ist daher möglich, die Elektrode in einer einfachen Durchflussanordnung zu verwenden, wie diejenige, die in den meisten zur Zeit erhältlichen Ionenanalysatoren verwendet wird, wo eine automatische Spülmöglichkeit zur kontinuierlichen Regenerierung des Sensors eingebaut werden kann.
  • Bei einer alternativen Ausführungsform wird ein als Massenfabrikat hergestellter, wegwerfbarer Festkörperheparinsensor für eine einzige Anwendung durch Siebdrucken einer Siliconkautschukpolymermembran hergestellt, die die entsprechende Menge TDMAC (d.h. ca. 1,5 Gew.-%) auf der Oberfläche eines vorher schon konstruierten mikroelektronischen Siliciumchip der Größe 1 cm × 1 cm × 0,5 mm enthält. Die elektrochemische Reaktion auf Heparin hin wurde in einer Lösung geprüft, die 0,12 M NaCl enthielt und eine gute Korrelation zu den vorhergesagten Ergebnissen aufwies.
  • 7 ist eine vereinfachte schematische Darstellung einer Festkörpermikroelektrode 200, die durch das erfindungsgemäße Siebdrucksystem mit einer mit dem Kommunikationsnetzwerkkoppler kompatiblen Technologie hergestellt wurde. Es wird gezeigt, dass die Festkörpermikroelektrode 200 ein Siliciumsubstrat 210 mit einer Schicht Siliciumdioxid 220 darauf aufweist. Eine Aluminiumelektrode 230 wird auf der Siliciumdioxidschicht aufgebracht und eine Schicht Siliciumnitrid 250 wird über der Aluminiumelektrode und der Siliciumdioxidschicht angeordnet. Ein Siebdruckverfahren, das demjenigen, das dem oben mit Bezug auf 6 beschriebenen ähnlich ist, wurde zum Herstellen eines Silberepoxidkontakts 260 verwendet. Das Epoxid kann vom Typ sein, der im Allgemeinen unter dem Handelsnamen Epotek H20E erhältlich ist. Außerdem wurde eine Membran auf Siliciumkautschukbasis 270 ebenfalls mit Hilfe des Siebdruckverfahrens hergestellt und so angeordnet, dass sie über dem festen Silberepoxykontakt lag. So ist die Siebdrucktechnologie auf die Herstellung der Kontakte und Membranen anwendbar.
  • Es ist äußerst wünschenswert, dass die ioneneselektive Membran 270 von einem Typ sein sollte, der gut an Materialien auf Siliciumbasis wie die Siliciumnitridschicht 250 anhaften kann. Ein derartiges Anhängen reduziert die Wahrscheinlichkeit, dass Elektrolytennebenanschlüsse hinter der Membran gebildet werden, was die Festkörpermikroelektrode funktionsunfähig macht.
  • Der erfindungsgemäße heparinselektive Polymermembransensor ergibt eine schnelle und verlässliche potentiometrische Reaktion auf Heparin. Die dynamische Reaktionszeit beträgt weniger als 1 Minute bei klinisch wichtigen Heparinkonzentrationen in unverdünnten menschlichen Plasma- oder Blutproben. Die Rückkehr zur Basislinienpotentialzeit beträgt weniger als 5 Minuten. So ist der heparinselektive Polymermembranensensor zur Verwendung als einmaligem wegwerfbarem Gerät oder als permamenterer Sensor innerhalb eines Systems auf Instrumentbasis geeignet, wobei die Reaktion auf das heparinisierte Blut durch Spülen mit einer hochkonzentrierten Salzlösung zwischen einzelnen Probemessungen umgekehrt werden kann. Bei gewissen Ausführungsformen kann der heparinselektive Polymermembranensensor für das kontinuierliche in-vivo Abtasten adaptiert werden.
  • Obwohl die Erfindung als spezifische Ausführungsformen und Anwendungen beschrieben worden ist, können mit dem Stand der Technik vertraute Fachleute im Lichte dieser Lehre zusätzliche Ausführungsformen erzeugen, ohne den Umfang der beanspruchten Erfindung zu überschreiten. Dementsprechend ist zu verstehen, dass die Zeichnung und Beschreibung bei dieser Offenbarung zum Erleichtern des Verständnisses der Erfindung geboten werden und nicht als den Umfang derselben begrenzend ausgelegt werden sollten.

Claims (14)

  1. Methode für das Bilden einer Festkörper-Sensoranordnung umfassend eine ionenselektive Elektrodenmembran, die Heparin gegenüber selektiv ist, wobei das Verfahren folgende Schritte umfasst: Lösen eines Siliconkautschuks in einem Lösungsmittel unter Bildung einer Lösung; Zusetzen eines Heparin gegenüber ansprechfähigen Anionenaustauschermaterials zu der gelösten Siliconkautschuklösung; Aufbringen der Siliconkautschuklösung mit dem Anionenaustauschermaterial auf einen Chip auf Siliciumbasis mit einer integrierten Schaltung; und Verdampfen des Lösungsmittels unter Bildung der ionenselektiven Elektrodenmembran.
  2. Methode nach Anspruch 1, wobei ca. 0,1 – 12 Gewichtsprozent des Anionenaustauschermaterials der Lösung von gelöstem Siliconkautschuk zugesetzt wird.
  3. Methode nach Anspruch 1 oder 2, wobei vor dem Durchführen des Aufbringschritts der weitere Schritt des Reinigens des Chip auf Siliciumbasis mit der integrierten Schaltung in einem Alkoholbad bereitgestellt wird.
  4. Methode nach einem der Ansprüche 1 – 3, wobei der Schritt des Aufbringens durch Siebdruck stattfindet.
  5. Methode nach einem der Ansprüche 1 – 4, wobei das Anionenaustauschermaterial aus der Gruppe ausgewählt wird bestehend aus guartären Ammoniumsalzen, quartären Phosphoniumsalzen und quartären Arsoniumsalzen.
  6. Methode nach Anspruch 1, wobei ein Anionenaustauschermaterial quartäres Ammoniumsalz ist.
  7. Methode nach Anspruch 6, wobei das quartäre Ammoniumsalz aus der Gruppe ausgewählt wird bestehend aus Triethylphenylammoniumiodid, Tetrapentylammoniumbromid, Trimethylphenylammonium, Dimethyldioctadecylammoniumbromid, Tetraoctylammoniumbromidchlorid, Hexadecyltrimetylammoniumbromid, Tetraethylammoniumperchlorat, Tetramethylammoniumbromid, Tetrabutylammoniumiodid, Tridodecylmethylammoniumchlorid, Polybrene und Trioctylmethylammoniumchlorid.
  8. Methode nach Anspruch 7, wobei das guartäre Ammoniumsalz Tridodecylmethylammoniumchlorid ist.
  9. Anordnung von integrierter Schaltung/chemischem Sensor umfassend: eine Eingabeelektrode in der Nähe eines Halbleitermaterials auf Siliciumbasis und eine halbselektive Membran, die einen Heparin-selektiven Charakter aufweist und einem der Ansprüche 1 – 4 entsprechend gebildet ist, wobei die halbselektive Membran so angeordnet ist, dass sie in Haftungsbeziehung mit dem Halbleitermaterial auf Siliciumbasis und in elektrischer Kommunikation mit der Eingabeelektrode steht, zum Erzeugen einer Spannung an der Eingabeelektrode, die auf eine Heparinkonzentration anspricht.
  10. Anordnung von integrierter Schaltung/chemischem Sensor nach Anspruch 9, wobei die Eingabeelektrode einen festen Silberepoxidkontakt enthält.
  11. Anordnung von integrierter Schaltung/chemischem Sensor nach einem der Ansprüche 9 – 10, wobei das Anionenaustauschermaterial aus der Gruppe ausgewählt wird bestehend aus quartären Ammoniumsalzen, quartären Phosphoniumsalzen und quartären Arsoniumsalzen.
  12. Anordnung von integrierter Schaltung/chemischem Sensor nach Anspruch 11, wobei das Anionenaustauschermaterial ein quartäres Ammoniumsalz ist.
  13. Anordnung von integrierter Schaltung/chemischem Sensor nach Anspruch 12, wobei das quartäre Ammoniumsalz aus der Gruppe ausgewählt wird bestehend aus Triethylphenylammoniumiodid, Tetrapentylammoniumbromid, Trimethylphenylammonium, Dimethyldioctadecylammoniumbromid, Tetraoctylammoniumbromidchlorid, Hexadecyltrimetylaminoniumnbromid, Tetraethylammoniumperchlorat, Tetramethylammoniumbromid, Tetrabutylammoniumiodid, Tridodecylmethylammonioumchlorid, Polybrene und Trioctylmethylammoniumchlorid.
  14. Anordnung von integrierter Schaltung/chemischemn Sensor nach Anspruch 13, wobei das guartäre Ammoniumsalz Tridodecylmethylammoniumchlorid ist.
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