DE693640C - Geblaeseantrieb fuer Schlingertankanlagen - Google Patents
Geblaeseantrieb fuer SchlingertankanlagenInfo
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Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B63—SHIPS OR OTHER WATERBORNE VESSELS; RELATED EQUIPMENT
- B63B—SHIPS OR OTHER WATERBORNE VESSELS; EQUIPMENT FOR SHIPPING
- B63B39/00—Equipment to decrease pitch, roll, or like unwanted vessel movements; Apparatus for indicating vessel attitude
- B63B39/02—Equipment to decrease pitch, roll, or like unwanted vessel movements; Apparatus for indicating vessel attitude to decrease vessel movements by displacement of masses
- B63B39/03—Equipment to decrease pitch, roll, or like unwanted vessel movements; Apparatus for indicating vessel attitude to decrease vessel movements by displacement of masses by transferring liquids
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf Schlingerdämpfungsanlagen
für Schiffe mit zu beiden Seiten des Schiffes angeordneten Flüssigkeitstanks, bei denen 'die Tankflüssigkeit im Takt
. 5 der Schiff schwingungen hin und her verschoben und diese Flüssigkeitsbewegung durch
ein Gebläse künstlich aktiviert wird. Solche Schlingertankanlagen dienen in der Regel
nicht nur zur Schlingerdämpfung bei gleichzeitiger Berücksichtigung überlagerter Schräglagen,
sondern, bei nicht schlingerndem Schiff oder kleineren Schlingerwinkeln, auch zur
Bekämpfung reiner statischer Schräglagen, die etwa infolge einseitiger Lastenverteilung,
Winddruck, Kursänderungen o. dgl. auftreten können. Vorzugsweise werden die Anlagen
dabei derart betrieben, daß entweder das Schlingern mit überlagerten Schräglagen oder
die reinen Schräglagen bekämpft werden.
Die Gebläse derartiger Schlingertankanlagen wurden bisher nach den Kennlinien
gebaut, die im Diagramm der Zeichnung ausgezogen dargestellt sind. Auf der Abszissenachse
dieses Diagramms ist die Fördermenge je Zeiteinheit des Gebläses, z. B. in cbm/min,
aufgetragen; die Ordinäten stellen die Drehzahl,
die D'ruckhöhe und die Leistung des Gebläses dar, so daß das Diagramm drei
Kennlinien in Abhängigkeit von der Fördermenge zeigt. Die. Gebläse wurden also, wie
man aus dem Diagramm herausliest, mit konstanter Drehzahl betrieben. Diese konstante
Drehzahl wurde z. B. dadurch erreicht, daß als Antriebsmotor ein Gleichstromnebenschlußmotor
oder 'eine Dampfturbine mit
Fliehkraftregler für konstante Drehzahl benutzt wurde. Eine Anpassung der Gebläseleistung
an die Stärke der Schlingerbewegun-
(L
gen wurde bei konstanter Drehzahl des Gebläses durch Drosselregelung erreicht, indem
eine Reglerklappe im Luftkanal, mehr oder weniger geöffnet wurde. Eine anders bekannte
Möglichkeit der Leistungsregelung besteht darin, die Drehzahl des Gebläses in
Abhängigkeit von der gewünschten Leistung veränderlich zu machen. Beim Übergang auf
eine höhere Leistungsstufe wird die Drehzahl
in des Gebläses erhöht, was auch einen höheren
Gebläsedruck entsprechend der gegebenen - konstanten Charakteristik des Gebläses zur
Folge hat.
Der Erfindung liegt die Erkenntnis zu-
"5 gründe, daß, je nachdem ob die Schlingertankanlage
zum Schlingerdämpfen oder zur Bekämpfung reiner statischer Schräglagen benutzt wird, 'die Betriebsweise des Gebläses
verschieden sein muß. Ausgedehnte Versuche
ze haben nämlich ergeben, daß zum Zwecke des
" Schlingerdämpfens große Luftmengen bei kleiner Druckhöhe zu fördern sind; für die
reine Schräglagenbekämpfung werden kleine Luftmengen bei großen Druckhöhen benötigt.
Im ersteren Falle ist die aufzuwendende Leistung erheblich größer als im zweiten Falle.
Im allgemeinen ist anzustreben, daß die Luftmenge für Schräglagenbekämpfung auf einen
Bruchteil, z. B. auf etwa V3 der Luftmenge für
■ 30 Schlingerdämpfungsbetrieb, erniedrigt wird.
Bei einem Schiff mittlerer Größe zeigte es sich als erforderlich, die Luftmenge von
200 cbm/min auf 60 cbm/min zu verringern und dafür die .Druckhöhe von 2 m Wassersäule
auf 3 m Wassersäule zu erhöhen. Eine derartige Arbeitsweise ist mit den bisher verwandten
Gebläsen nicht möglich, wie auch das Diagramm zeigt, da die Druckhöhe in
dem in Frage kommenden Arbeitsbereich des Gebläses bei gleichbleibender Drehzahl mit
sinkender Fördermenge nicht zunimmt, vielmehr sogar etwa abfällt. Auch bei Leistungsregelung
durch Veränderung der Gebläsedrehzahl kann die gewünschte Arbeitsweise nicht
.„ erreicht werden, weil dabei die Drehzahlregelung
ja in Abhängigkeit von der Leistung erfolgt, die sich aber beim Übergang von
der einen Betriebsart auf 'die andere nicht zu
ändern braucht. Tm allgemeinen wird sogar beim Wechsel voon Schlingerdämpfen auf die
Schräglagenbekämpfung die Leistung zurückgehen, was .eine kleinere Drehzahl und somit"
einen geringeren Gebläsedruck bedeuten würdes Die neue Erkenntnis läßt sich nur
dadurch verwirklichen, daß beim Übergang von der. einen auf die andere Betriebsart eine
Änderung in der Charakteristik des Gebläses vorgenommen wird. Die Erfindung betrifft
demgemäß einen Gebläseantrieb für Sehlingertankanlagen, deren Tankflüssigkeitsbewegung
durch Gebläse aktiviert wird und die wahlweise zur Schlingerbekämpfung, gegebenenfalls
unter gleichzeitiger Berücksichtigung statischer Schräglagen, oder zur reinen
Schräglagenbekämpfung dienen, mit Druckhöhenregelung des Gebläses durch Änderung
seiner Drehzahl, und das erfinderische Kennzeichen dieses Gebläseantriebes besteht darin,
daß die Drehzahl des Gebläses beim Übergang von der Schlingerbekämpfung auf Schräglagenbekämpfung von einem niedrigeren
auf einen höheren Wert bzw. beim Übergang von Schräglagenbekämpfung auf Schlingerbekämpfung
im entgegengesetzten Sinne einregelbar ist. Um eine derartige Regelung zu erreichen, kann für den Antrieb des Gebläses
ein Motor vorgesehen werden, dessen Drehzahl sehr belastungsabhängig ist und mit
abnehmender Leistung stark zunimmt. Steht Gleichstrom zur Verfugung, so kann der Antrieb
z. B. von einem Elektromotor mit Hauptstrom- oder Verbundwicklung erfolgen. Sollte
diese Regelung allein nicht empfindlich genug sein, z. B. weil die Leistungsunterschiede
der beiden Betriebsarten zu gering sind oder beim Schlingerdämpfen stören, dann können
von einem Steuerorgan der Anlage zusätzlich oder auch allein besondere Mittel zur Erhöhung
der Drehzahl des Gebläsemotors eingeschaltet werden. Zu diesem Zweck können
z.B. die aus den Patentschriften 645658 und 682 232 bekannten Periodenmeßgeräte
(Phasenwähler) dienen, die bekanntlich so arbeiten, daß sie, sobald die Eigenschwingungszahl
des Schiffes ihren Regelwert um einen gewissen Betrag, beispielsweise 2ο o/o,
überschreitet, die Anlage selbsttätig, auf eine bei i8o° liegende Phasenverschiebung, d.h.
auf Schräglagenbekämpfung, umschalten. Dieser Phasenwähler wird dann gleichzeitig z. B.
über einen Magneten einen Drehzahlregler für die Erhöhung der Drehzahl des Gebläseantriebsmotors
betätigen. Bei einem Elektromotor kann z. B. das Feld geändert, bei einer
Dampfturbine das Regelgestänge des Fliehkraftreglers verstellt werden. Schließlich kann
man ,auch noch bei statischen Schräglagen die Drehzahl zusätzlich in Abhängigkeit von
der Größe des Schräglagen winkeis weiterhin
steigern, um die Niveauunterschiede der Tanks in der Gebläsewirkung ebenfalls zu berücksichtigen.
Diese zusätzliche Regelung kann natürlich auch dann vorgesehen werden, wenn an sich schon der Gebläsemotor in seiner
Drehzahl belastungsabhängig ist. '"
Bei einem erfindungsgemäßen Gebläseantrieb 'ergibt sich für den Bereich geringer
Fördermengen der aus dem Diagramm ersichtliche, gestrichelt gezeichnete Verlauf der
Kennlinien· Sobald im Punkte die Anlage
von Schlingerdämpfen auf Schräglagenbekämpfung umgeschaltet wird, erhöht sich
durch 'die 'erfindungsgemäßen Maßnahmen die
Drehzahl des Gebläses, und das hat eine beträchtliche Steigerung des Druckgefälles zur
Folge. Ebenfalls wird 'die Leistung gegenüber
dem Falle gleichbleibender Drehzahl erhöht. Die praktischen Erfahrungen haben gezeigt,
daß mit derartig erhöhten Drehzahlen eine wesentlich schnellere und bessere Schräglagenbekämpfung
erreicht wurde.
ίο Der Punkt i? im Diagramm bezeichnet einen
Zustand der Schlingerdämpfung bei normaler Belastung. Hierbei ergeben sich sowohl mit
den bisher benutzten wie auch mit den nach den neueren Erkenntnissen eingerichteten Gebläseantrieben
die gleichen Verhältnisse. Hingegen zeigt eine Betrachtung des Betriebszustandes
bei der Schräglagenbekämpfung im Punkt C, daß .sich mit den erfmdungsgemäßen
Gebläseantrieben weitaus bessere Ergebnisse erzielen lassen. Trotz der bei Schräglagen-
.' -bekämpfuing wesentlich geringeren Gebläseleistung
erhält man 'eine beträchtliche Zunahme der Di-uckhöihe.
Claims (4)
- Patentansprüche:i. Gebläseantrieb für Schlingertankanlagen, deren Tankflüssigkeitsbewegung durch Gebläse aktiviert wird und die wahl-3c weise zur Schlingerbekämpfung, gegebenenfalls unter gleichzeitiger Berücksichtigung statischer Schräglagen, oder zur reinen Schräglagenbekämpfung dienein, mit Druckhöhenregelung des Gebläses durch Änderung seiner Drehzahl, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehzahl des Gebläses beim Übergang von der Schlingerbekämpfung auf Schräglagenbekämpfung von einem niedrigeren auf leinen höheren Wert bzw. bei Übergang von Schräglagenbekämpfung auf Schlingerbekämpfung im entgegengesetzten Sinne eiimiegelbar ist.
- 2. Gebläseantrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß für den Antrieb' des Gebläses ein Motor (Elektromotor, Dampf turbine o. dgl.) solcher Charakteristik dient, daß seine Drehzahl mit abnehmender Leistung zunimmt.
- 3. Gebläseantrieb nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzliche, von einem Steuerorgan der Anlage, z. E. Periodenmeßgerät, gesteuerte Organe zur Änderung der für die Schlingerbekämpfung gültigen Charakteristik im Sinne einer Erhöhung der Drehzahl des Gebläsemotors bei Schräglagenbekämpfung vorgesehen sind.
- 4. Gebläseantrieb nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehzahl in an sich bekannter Weise in Abhängigkeit vom Schräglagenwinkel des Schiffes regelbar ist.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1938S0131946 DE693640C (de) | 1938-05-04 | 1938-05-04 | Geblaeseantrieb fuer Schlingertankanlagen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1938S0131946 DE693640C (de) | 1938-05-04 | 1938-05-04 | Geblaeseantrieb fuer Schlingertankanlagen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE693640C true DE693640C (de) | 1940-07-16 |
Family
ID=7538908
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1938S0131946 Expired DE693640C (de) | 1938-05-04 | 1938-05-04 | Geblaeseantrieb fuer Schlingertankanlagen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE693640C (de) |
-
1938
- 1938-05-04 DE DE1938S0131946 patent/DE693640C/de not_active Expired
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