DE69016344T2 - Verwendung von wasserlöslichen ionenen Polymeren zur Verhütung von Bakterienansätzen und zum Reduzieren von biologischer Verschmutzung in wässerigen Systemen. - Google Patents

Verwendung von wasserlöslichen ionenen Polymeren zur Verhütung von Bakterienansätzen und zum Reduzieren von biologischer Verschmutzung in wässerigen Systemen.

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Description

    Hintergrund der Erfindung
  • Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung eines wasserlöslichen Ionenpolymers für die Verhinderung der Adhäsion von Bakterienzellen an Oberflächen in wäßrigen Systemen durch Behandlung des in Kontakt mit solchen Oberflächen stehenden Wassers mit sehr niedrigen Konzentrationen. Insbesondere betrifft sie dessen Verwendung zum Kontrollieren der biologischen Verschmutzung von solchen Oberflächen durch Hemmen der Bildung eines Bakterienbiofilms, der den üblichen Vorläufer für solche Verschmutzung darstellt.
  • Die biologische Verschmutzung von Oberflächen ist ein ernsthaftes ökonomisches Problem bei vielen kommerziellen und industriellen wäßrigen Verfahren und wasserbenutzenden Systemen. Die Verschmutzung wird verursacht durch den Aufbau von Mikroorganismen, Makroorganismen, extrazellulären Substanzen und Schmutz und Trümmer, die in die Biomassen eingeschlossen werden. Die beteiligten Organismen umfassen Bakterien, Pilze, Hefen, Algen, Diatomeen, Protozoen, Makroalgen, Krebse und kleine Mollusken, wie Asiatische Muscheln. Wenn sie nicht kontrolliert wird, kann die durch diese Organismen verursachte Bioverschmutzung den Verfahrensablauf beeinträchtigen, die Wirksamkeit der Verfahren erniedrigen, Energie verschwenden und die Produktqualität verringern.
  • Zum Beispiel begegnen Kühlwassersysteme, die in Energieerzeugungsanlagen, Raffinerien, chemischen Anlagen, Airconditionsystemen und anderen kommerziellen und industriellen Verfahren verwendet werden, regelmäßig den Problemen der Bioverschmutzung. Solche Wassersysteme sind üblicherweise mit Organismen aus der Luft kontaminiert, die aus Kühltürmen eingeleitet werden, wie auch mit aus dem Wasser stammenden Organismen, die von Systemen zur Wasserbereitstellung stammen. Das Wasser in solchen Systemen ist üblicherweise ein ausgezeichnetes Kulturmedium für diese Organismen, wobei aerobe und heliotrope Organismen auf den Kühltürmen gedeihen, und andere Organismen bevölkern und wachsen in solchen Bereichen wie dem Kühlturmsumpf, Pipelines, Wärmeaustauschern usw.. Falls nicht kontrolliert, kann die aus solchem Wachstum resultierende Bioverschmutzung die Türme verstopfen, die Pipelines blockieren und Oberflächen zur Wärmeübertragung mit Schichten aus Schleim überziehen und dadurch den richtigen Betrieb verhindern und die Kühlungswirksamkeit verringern.
  • Industrielle Verfahren, die Problemen mit der Bioverschmutzung unterliegen, umfassen solche, die eingesetzt werden zur Herstellung von Pulpe, Papier, Pappe und Textilien, insbesondere für nicht-gewebte Textilien. Zum Beispiel transportieren Papierherstellungsmaschinen große Volumina an Wasser in rezirkulierenden Systemen, sogenannte "Kreidewassersysteme". Die Zufuhr zu einer Papierherstellungsmaschine enthält typischerweise nur ungefähr 0,5 % faserartige und nicht-faserartige Festbestandteile zur Papierherstellung, was bedeutet, daß für jede Tonne Papier annähernd 200 Tonnen Wasser durch den Stoffauflaufkasten geleitet werden, von dem das meiste durch das Kreidewassersystem zurückgeführt wird.
  • Diese Wassersysteme stellen ausgezeichnete Kulturmedien für Mikroorganismen dar, wobei dies zu der Bildung von mikrobiellem Schleim auf den Stoffauflaufkästen, den Wasserlinien und der Papiererzeugungsausrüstung führen kann. Solche Schleimmassen können nicht nur den Wasser- und Materialfluß beeinträchtigen, sondern sie können auch Flecken, Löcher und schlechten Geruch in dem Papier wenn sie sich ablösen, wie auch Papierrisse verursachen, die eine teure Unterbrechung des Betriebs der Papierherstellungsmaschine verursachen.
  • Zum Kontrollieren der biolgischen Verschmutzung war es im Stand der Technik üblich, die betroffenen Wassersysteme mit bestimmten chemischen Substanzen in Konzentrationen zu behandeln, die ausreichen, um die ursächlichen Organismen abzutöten, oder deren Wachstum stark zu hemmen. Zum Beispiel wurde Chlorgas und mit dem Gas hergestellte Hypochloritlösungen für lange Zeit den Wassersystemen zugesetzt, um Bakterien, Pilze, Algen und andere Schwierigkeiten bereitende Organismen abzutöten, oder deren Wachstum zu hemmen. Jedoch sind Chlorverbindungen nicht nur schädlich für die herzustellenden Materialien, sie reagieren auch mit organischen Verbindungen, um unerwünschte Substanzen in den Abflußströmen zu bilden, wie carcinogene Chlormethane und chlorierte Dioxine.
  • Bestimmte organische Verbindungen, wie Methylenbis(thiocyanat), Dithiocarbamate, haloorganische Verbindungen und quarternäre Ammonium-haltige oberflächenaktive Mittel sind ebenfalls verwendet worden. Während zahlreiche von diesen recht wirksam sind zum Abtöten von Mikroorganismen oder deren Wachstumshemmung, neigen sie auch dazu, toxisch oder schädlich für Menschen, Tiere oder andere, nicht-Zielorganismen zu sein.
  • Von Ionenpolymeren ist auch gezeigt worden, daß sie zur Kontrolle der Verschmutzung durch Mollusken wirksam sind (siehe EP-A-330494).
  • Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, daß die erste Stufe der biologischen Verschmutzung in wäßrigen Systemen üblicherweise die Bildung eines dünnen Bakterienfilms auf der dem Wasser ausgesetzten Oberfläche ist. Die Bakterien initiieren die Anhaftung und erste Besiedlung der Oberfläche und modifizieren sie in einer Weise, die die Entwicklung komplexerer Gemeinschaften an Mikroorganismen begünstigt, die die fortgeschrittene Verschmutzung der Oberfläche bewirken. Zum Beispiel hat P.E. Holmes (Appl. Environ. Microbiol. 52(6): Seiten 1391 bis 1393, Dezember 1986) gefunden, daß das Bakterienwachstum auf den eingetauchten Oberflächen von Swimmingpoolbegrenzungen aus Vinyl ein beträchtlicher Faktor in der Verschmutzung dieser Oberflächen durch Algen darstellte. Wenn sie gemeinsam vorlagen, hefteten sich die Bakterien innerhalb von 24 Stunden und die Algen innerhalb von 48 Stunden an das Vinyl an. Bei der Abwesenheit von Bakterien jedoch heftete sich eine Algenart selbst nach 7 Tagen nicht an, und andere Algenarten begannen mit dem Anheften um Tag 7, aber in einer größenordnungsmäßig geringeren Anzahl als das durch Bakterien kontaminierte Gegenstück. Ein allgemeiner Überblick über die Mechanismen der biologischen Verschmutzung und die Bedeutung des bakteriellen Biofilms als dem Anfangsstadium wird bei C.A. Kent in "Biological Fouling: Basic Science and Models" (in Melo, L.F., Bott, T.R., Bernardo, C.A. (Herausgeber), Fouling Science and Technology, NATO ASI Series, Series E, Applied Sciences: Nr. 145, Kluwer Acad. Publishers, Dordrecht, Niederlande, 1988) gegeben.
  • Basierend auf diesen Befunden wäre ein möglicher Weg zur Kontrolle der biologischen Verschmutzung auf Oberflächen das Vermeiden oder Hemmen der Bildung des anfänglichen bakteriellen Biofilms. Dies kann natürlich durch die Verwendung von bakteriziden Substanzen erreicht werden, aber diese besitzen üblicherweise die oben erwähnten Nachteile. Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zum Kontrollieren der biologischen Verschmutzung auf Oberflächen bereitzustellen, das die Nachteile aus dem Stand der Technik überwindet. Andere Aufgaben und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden aus dem Studium der Beschreibung und den angefügten Ansprüchen deutlich.
  • Zusammenfassung der Erfindung
  • Die Erfinder haben gefunden, daß die Verwendung von Ionenpolymeren in wäßrigen Systemen die Adhäsion von Bakterienzellen an Oberflächen in den wäßrigen Systemen verhindert oder hemmt und dadurch die biologische Verschmutzung auf den Oberflächen kontrolliert. Die Erfindung betrifft somit die Verwendung eines wasserlöslichen Ionenpolymers zum Hemmen der Adhäsion von Bakterienzellen an feste Oberflächen und zur Kontrolle der biologischen Verschmutzung in wäßrigen Systemen, wobei das Ionenpolymer dem wäßrigen System zugesetzt wird in einer Menge von 0,1 ppm bis 50 ppm, basierend auf dem Gewicht der wäßrigen Flüssigkeit in dem System.
  • Eine solche Verwendung hemmt wirkungsvoll die Adhäsion der Bakterienzellen an die exponierten Oberflächen, ohne die die Verschmutzung verursachenden Organismen abzutöten und auch ohne nicht-Zielorganismen zu schädigen. Weiterhin verursacht die Verwendung des Ionenpolymers gemäß der vorliegenden Erfindung vorteilhafterweise nicht die Bildung von schädlichen Substanzen in dem Abfluß aus den behandelten Systemen.
  • Kurze Beschreibung der Figuren
  • Figur 1 zeigt ein Flußdiagramm eines kontinuierlich arbeitenden Pumpenflußsystems.
  • Ausführliche Beschreibung der Erfindung
  • Ionenpolymere, wie in der vorliegenden Erfindung verwendet, sind kationische Polymere, in denen ein beträchtlicher Anteil der die positive Ladung bereitstellenden Atome quarternäre Stickstoffatome sind, die sich eher in der Polymerhauptkette oder dem Backbone befinden, als in den anhängenden Gruppen. Die Polymere in dieser Erfindung können aus der Kondensationspolymerisation einer organischen Dihaloalkylverbindung und/oder einem Epihalohydrin mit einem oder mehreren Aminen, Aminverbindungen oder Ammoniak stammen.
  • Die Alkylgruppen der Dihaloalkylverbindung besitzen von 1 bis ungefähr 20 Kohlenstoffatome, und das Halogen wird ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus Brom, Chlor und Jod. Geeignete organische Dihaloalkylverbindungen umfassen 1,2-Dichlorethan, 1,3-Dichlorpropan, 1,4-Dichlorbutan, 1,5-Dichlorpentan, 1-6-dichlorhexan und 1,1'-Oxybis(2-Chlorethan). Geeignete Epihalohydrine umfassen Epichlorhydrin und Epibromhydrin.
  • Die Alkylgruppen der Amine und Aminoverbindungen besitzen von 1 bis ungefähr 20 Kohlenstoffatome. Geeignete Amine oder Aminoverbindungen umfassen Dialkylaminotrialkylamine, Dialkylaminoalkylamine, Alkyldiamine, Dialkylamine und tertiäre Diamine.
  • Die Wirksamkeit von Ionenpolymeren für die Zwecke dieser Erfindung steht enger in Beziehung zu der Struktur des Polymers als zu dessen Molekulargewicht. Somit sind Ionenpolymere mit Molekulargewichten in dem Bereich von ungefähr 1000 bis 2000000 geeignet, vorzugsweise von ungefähr 1000 bis 100000.
  • Die in der vorliegenden Erfindung verwendeten Ionenpolymere sind gewerblich erhältlich oder leicht synthetisierbar aus gewerblich erhältlichen Rohmaterialien. Die Verfahren zur Herstellung solcher Polymere sind beschrieben in US-PS-2,261,002 von Ritter, US-PS-2,271,378 von Searle, US-PS-3,489,663 von Bayer et al., US-PS Reissue-Nr. 28,807 und 28,808 von Panzer, US-PS-4,054,542 von Buckman et al., US-PS-4,506,081 von Fenyes et al. und US-PS-4,581,058 von Fenyes et al..
  • Die Polymere dieser Erfindung werden von einer Vielzahl von Herstellern hergestellt und verkauft. Einige Beispiele für Ionenpolymere, die von Buckman Laboratories, Inc. hergestellt und unter verschiedenen Warenzeichen verkauft werden, und die als besonders wirksam zur Durchführung dieser Erfindung befunden wurden, umfassen:
  • N,N,N',N'-Tetramethyl-1,2-ethandiaminpolymer mit 1,1'-Oxybis[2-chlorethan] (CAS Reg. Nr. 31075-24-8)
  • N,N,N',N'-Tetramethyl-1,2-ethandiaminpolymer mit (Chlormethyl)oxiran (CAS Reg. Nr. 25988-98-1)
  • N-Methylmethanaminpolymer mit (Chlormethyl) oxiran (CAS Reg. Nr. 25988-97-0)
  • 1,1'-(Methylimino)bis[3-chlor-2-propanol]polymer mit N,N,N',N'-Tetramethyl-1,2-ethandiamin (CAS Reg. Nr. 68140-76-1)
  • Von diesen Polymeren ist gefunden worden, daß sie in Wasser im wesentlichen nicht schäumen, keine Irritationen der Haut hervorrufen, und extrem gering hinsichtlich ihrer Toxizität auf warmblütige Tiere sind. Von diesen Polymeren ist gezeigt worden, daß sie bei bestimmten Spiegeln und unter bestimmten Bedingungen mikrobizid sind, wie durch folgende US-Patente bestätigt: 3,771,989 von Pera et al., 4,018,592 von Buckman et al., 4,054,542 von Buckman et al., 4,506,081 von Fenyes et al., 4,111,679 von Shair et al., 4,089,977 von Green et al. und 4,140,798 von Merianos et al.. Während diese Polymere bakterizid bei Konzentrationen oberhalb bestimmter Grenzwertspiegel sind, haben die Erfinder gefunden, daß sie die Adhäsion von Bakterien wirksam hemmen, selbst bei Konzentrationen, die beträchtlich unterhalb dieser Grenzwertspiegel liegen.
  • Um die Natur der Erfindung deutlicher zu offenbaren, werden die folgenden Beispiele zur Erläuterung gegeben. Es ist jedoch selbstverständlich, daß die Erfindung nicht auf die speziellen, in den folgenden Beispielen ausgeführten Bedingungen oder Einzelheiten beschränkt ist.
  • Die Ionenpolymere dieser Erfindung wurden beurteilt nach ihrer Wirksamkeit bei der Verhinderung der Adhäsion von Bakterienzellen unter Verwendung einer geschlossenen Vorrichtung mit kontinuierlicher Zirkulation, die wie in Figur 1 gezeigt aufgebaut war. Jeder Aufbau bestand aus einem Vorratsbehälter 1, einem Behälter 2 mit laminarer Strömung, in dem rechtwinkelige Probestücke 3 aus rostfreiem Stahl vom Typ 304 angebracht waren, und einer Pumpe für den zirkulierenden Umlauf. Alle Bestandteile in der Schleife waren wie gezeigt mit Hilfe flexibler Latexröhren verbunden. Die Metallprobestücke in dem Behälter waren an der Stelle befestigt, so daß beim Zirkulieren von Flüssigkeit durch die Schleife eine laminare Strömung der Flüssigkeit über die Oberfläche der Probestücke erhalten wurde. Beim Betrieb wurde eine wäßrige Lösung mit bakteriellen Nährstoffen in den Vorratsbehälter eingebracht und von dem Vorratsbehälter zu dem Behälter mit der laminaren Strömung, dann durch die Pumpe und zurück in den Vorratsbehälter zirkuliert. Die zirkulierende Flüssigkeit wurde mit einer abgemessenen Menge einer Bakterienkultur angeimpft, und geeignete Konzentrationen der zu testenden Produkte wurden der Flüssigkeit zugesetzt.
  • Für die Tests wurde ein als Bushnell-Haas-Minerallösung bekanntes, wäßriges Kulturmedium hergestellt und mit Pepton gemäß der folgenden Formel modifiziert:
  • Magnesiumsulfat 0,2 g
  • Calciumchlorid 0,02 g
  • Monokaliumphosphat 1,0 g
  • Dikaliumphosphat 1,0 g
  • Ammoniumnitrat 1,0 g
  • Eisenchlorid 0,05 g
  • Bactopepton 0,250 g
  • Entionisiertes Wasser 1,0 l
  • Der endgültige pH betrug 7,0 ± 0,2 bei 25ºC.
  • Alle Bestandteile wurden in entionisiertem Wasser gelöst und in einem Autoklaven für 20 Minuten bei 120ºC sterilisiert.
  • Das Inokulum für die Tests wurde hergestellt durch Kultivieren einer bekannten anhaftenden Art von Bakterien auf tryptischen Sojaagarplatten. Diese Platten wurden mit normaler Kochsalzlösung (0,85 %) gewaschen und in geeigneter Weise verdünnt auf 1 x 10&sup9; cfu/ml (koloniebildende Einheiten pro Milliliter). Dieses gemischte Stockinokulum wurde zu jedem Vorratsbehälter in einer Menge zugesetzt, die eine anfängliche Konzentration von 1 x 10&sup6; cfu/ml in der zirkulierenden Flüssigkeit bereitstellte.
  • Jeder Test wurde durchgeführt unter kontinuierlicher Zirkulation der behandelten Flüssigkeit für sieben Tage. Dann wurde das System abgestellt, und die Probestücke aus rostfreiem Stahl wurden aus dem Behälter entfernt und auf anhaftende Bakterienzellen hin untersucht. Zählungen der Bakterienkolonien wurden auch durchgeführt mit der zirkulierenden wäßrigen Flüssigkeit anhand von herkömmlichen Verfahren der Auszählung auf Petrischalen, um eine mögliche hemmende Wirkung der Polymere auf das Wachstum der Bakterien in der Flüssigkeit selbst zu ermitteln.
  • Die Bestimmung der anhaftenden Zellen auf den Probestücken wurde durchgeführt unter Verwendung des Reagenzes 2-(p-Jodophenyl)-3-(p-nitrophenyl)-5-phenyltetrazoliumchlorid, bekannt als INT. Es ist bekannt, daß lebende, atmende Bakterienzellen INT reduzieren und rote Formazankristalle in den Zellen ablagern. Diese Kristalle können dann extrahiert und quantitativ bestimmt werden durch Spektrophotometrie mit sichtbarem Licht.
  • Am Ende der sieben Tage Testperiode wurden die Probestücke aus rostfreiem Stahl aus dem rezirkulierendem Schleifensystem entfernt, mit Wasser abgespült und für 30 Minuten in eine 0,02 % wäßrige Lösung an INT eingetaucht. Die Probestücke wurden aus der Lösung entfernt, und die gefärbten Formazankristalle auf jedem Probestück wurden mit 5,0 ml Methylenchlorjd extrahiert. Die erhaltene Lösung wurde durch einen Filter mit 0,45 um Porengröße filtriert, um Zelltrümmer zu entfernen, die gefilterte Lösung wurde auf 3-ml Standardküvetten übertragen, und die optische Durchlässigkeit der Lösung wurde bei 490 nm mit Hilfe eines Spektrophotometers gemessen. Da die Durchlässigkeit in umgekehrter Beziehung zu der Menge an Zellmasse auf dem Probestück steht, ist die Menge an Bakterienzellen, die an den Probestücken haftet, umso niedriger je höher die Durchlässigkeit ist.
  • Beispiele 1 bis 4
  • Die folgenden vier Polymerprodukte wurden untersucht hinsichtlich ihrer Wirksamkeit bei der Verhinderung der bakteriellen Adhäsion durch zwei bekannte anhaftende Bakterienarten, Klebsiella oxytoca und Pseudomonas aeruginosa, unter Verwendung der in den folgenden Abschnitten ausgeführten Verfahren:
  • Produkt A: N,N,N'N'-Tetramethyl-1,2-ethandiaminpolymer mit 1,1'-Oxybis[2-chlorethan], 60 % (Gew./Gew.) wäßrige Lösung, 3000 mittleres Molekulargewicht.
  • Produkt B: N,N,N',N'-Tetramethyl-1,2-ethandiaminpolymer mit (Chlormethyl) oxiran, 60 % (Gew./Gew.) wäßrige Lösung, 3000 mittleres Molekulargewicht.
  • Produkt C: N-Methylmethanaminpolymer mit (Chlormethyl)-oxiran, 60 % (Gew./Gew.) wäßrige Lösung, 3000 mittleres Molekulargewicht.
  • Produkt D: 1,1'-(Methylimino)[3-chlor-2-propanol]- polymer
  • mit N,N,N',N'-Tetramethyl-1,2-ethandiamin, 25 % (Gew./Gew.) wäßrige Lösung 60000 mittleres Molekulargewicht.
  • Für jedes Polymer wurden vier getrennte Zirkulationssysteme aufgebaut. Ein Liter der sterilisierten Bushnell-Haas-Minerallösung wurde jedem Vorratsbehälter zugesetzt, die Flüssigkeit wurde mit der Bakterienkultur wie zuvor angeimpft, die Menge an unten angegebenem Polymerprodukt wurde Zugesetzt, die Zirkulationspumpe wurde gestartet, und die Zirkulation der Flüssigkeit wurde für sieben Tage fortgesetzt. Für jedes Polymer wurden die folgenden Konzentrationen in Gewicht pro Gewicht verwendet: 0 ppm ("Kontrolle"), 1,0 ppm, 5,0 ppm und 10 ppm.
  • Die Ergebnisse, die in Tabellen 1 bis 4 zusammengefaßt sind, zeigen, daß diese Ionenpolymere, wenn sie gemäß der vorliegenden Erfindung verwendet werden, wesentliche Verringerungen in der Adhäsion von Bakterienzellen an die Probestücke aus rostfreiem Stahl gewährleisten, wie durch die größere Durchlässigkeit (geringere Mengen an Formazan) mit steigenden Dosierungen des Polymers bewiesen. Die nahezu 100 % Durchlässigkeit bei dem 10 ppm Spiegel zeigt die nahezu vollständige Abwesenheit von Formazan und somit die nahezu vollständige Abwesenheit von Bakterienzellen auf den Probestücken aus rostfreiem Stahl an. Weiterhin zeigen die Daten, daß selbst bei den maximalen getesteten Konzentrationen die die Verschmutzung hervorrufenden Organismen in der zirkulierenden wäßrigen Flüssigkeit nicht abgetötet wurden, und daß somit die Gesamtbakterienpopulation nicht beeinflußt wurde.
  • Diese Versuche zeigen, daß die für die in der vorliegenden Erfindung vorgesehenen Polymere die Anhaftung von Bakterienzellen an Oberflächen in wäßrigen Systemen in Konzentrationen unterhalb des toxischen Grenzwerts der Polymere hemmen können. Tabelle 1 Polymerprodukt A Dosisspiegel, ppm gezählte Bakterien (cfu/ml) x 10&sup6; (wäßrige Phase) Durchlässigkeit, % (extrahiertes Formazan) Tabelle 2 Polymerprodukt B Dosisspiegel, ppm gezählte Baktgrien (cfu/ml) x 10&sup6; (wäßrige Phase) Durchlässigkeit, % (extrahiertes Formazan) Tabelle 3 Polymerprodukt C Dosisspiegel, ppm gezählte Baktgrien (cfu/ml) x 10&sup6; (wäßrige Phase) Durchlässigkeit, % (extrahiertes Formazan) Tabelle 4 Polymerprodukt D Dosisspiegel, ppm gezählte Bakterien (cfu/ml) x 10&sup6; (wäßrige Phase) Durchlässigkeit, % (extrahiertes Formazan)

Claims (13)

1. Verwendung eines wasserlöslichen Ionenpolymers zum Hemmen der Adhäsion von Bakterienzellen an feste Oberflächen und zur Kontrolle der biologischen Verschmutzung in wäßrigen Systemen, worin das Ionenpolymer dem wäßrigen System zugesetzt wird in einer Menge von 0,1 ppm bis 50 ppm, basierend auf dem Gewicht an wäßriger Flüssigkeit in dem System.
2. Verwendung nach Anspruch 1, worin das Ionenpolymer dem wäßrigen System zugesetzt wird in einer Menge von 0,1 bis 10 ppm.
3. Verwendung nach Anspruch 2, worin das Ionenpolymer dem wäßrigen System zugesetzt wird in einer Menge von 0,5 bis 5 ppm.
4. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, worin das Ionenpolymer ein Molekulargewicht von 1000 bis 2000000 besitzt.
5. Verwendung nach Anspruch 4, worin das Ionenpolymer ein Molekulargewicht von 1000 bis 100000 besitzt.
6. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, worin das Ionenpolymer ein kationisches Polymer ist.
7. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, worin das Ionenpolymer aus einer Reaktion einer organischen Dihaloalkylverbindung und/oder einem Epihalohydrin mit einem oder mehreren Aminen, Aminoverbindungen oder Ammoniak stammt.
8. Verwendung nach Anspruch 7, worin die Alkylgruppen der organischen Dihaloalkylverbindung und/oder das Amin zwischen 1 bis 20 Kohlenstoffatomen besitzen.
9. Verwendung nach Anspruch 7, worin das Halogenatom der organischen Dihaloalkylverbindung Brom, Chlor oder Jod ist.
10. Verwendung nach Anspruch 7, worin die organische Dihaloalkylverbindung oder das Epihalohydrin Epichlorhydrin, Epibromhydrin oder 1,1'-Oxybis(2-chlorethan) ist.
11. Verwendung nach Anspruch 7, worin das Amin N-Methylmethanamin oder N,N,N',N'-Tetramethyl-1,2-ethandiamin ist.
12. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, worin das wäßrige System ein Kühlwassersystem ist.
13. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, worin das wäßrige System ein Kreidewassersystem einer Papierherstellungsmaschine ist.
DE69016344T 1989-10-12 1990-10-12 Verwendung von wasserlöslichen ionenen Polymeren zur Verhütung von Bakterienansätzen und zum Reduzieren von biologischer Verschmutzung in wässerigen Systemen. Revoked DE69016344T2 (de)

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