DE69013365T2 - Verfahren zur herstellung eines wärmedämmenden geschäumten plastikmaterials und bei diesem verfahren verwendetes treibmittel. - Google Patents

Verfahren zur herstellung eines wärmedämmenden geschäumten plastikmaterials und bei diesem verfahren verwendetes treibmittel.

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DE69013365T2
DE69013365T2 DE69013365T DE69013365T DE69013365T2 DE 69013365 T2 DE69013365 T2 DE 69013365T2 DE 69013365 T DE69013365 T DE 69013365T DE 69013365 T DE69013365 T DE 69013365T DE 69013365 T2 DE69013365 T2 DE 69013365T2
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Description

    Bereich der Technik
  • Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines wärmedämmenden geschäumten Kunststoffmaterials durch Schäumen eines Kunststoffmaterials oder Kunststoffvorläufermaterials mittels eines Blasmittels, ein in dem Verfahren zu verwendendes Blasmittel, die Verwendung einer Mischung aus Krypton und Xenon als Blasmittel und ein wärmedämmendes geschäumtes nach dem Verfahren hergestelltes Material.
  • Allgemeiner Stand der Technik
  • Die Herstellung wärmedämmender Materialien von geschäumten Kunststoffen unter Verwendung von Blasmitteln, das dem Material Struktur mit gasgefüllten Zellen verleiht, ist als allgemeiner Stand der Technik bekannt. Bei geschäumten Kunststoffen zu Isolierzwecken ist die feste Phase häufig aus Polyurethan und die Gasphase, d.i. das Blasmittel, sind Chlorfluorkohlenstoffe (CFC-Substanzen), z.B. Trichlorfluormethan (CFC 11). Wegen ihrer niedrigen Wärmeleitfähigkeit machen CFC-Substanzen geschäumte Kunststoffe geeignet für Wärmedämmung. Zusätzlich hiezu haben sie einen entsprechend niedrigen Siedepunkt, der einen Vorteil für das Herstellungsverfahren mit sich bringt, sie sind chemisch inaktiv gegenüber den festen Kunststoffmaterialien des geschäumten Materials und sind in ihrem Anwendungsbereich stabil. Die Verwendung dieser CFC-Substanzen ist jedoch mit dem Nachteil behaftet, daß sie umweltschädlich sind. In den letzten Jahren kam ein schwerwiegendes Problem ans Licht, daß die ansonsten stabilen CFC-Substanzen, wenn sie ultravioletten Strahlen ausgesetzt werden, sich in der oberen Atmosphäre zersetzen, wodurch Halogene freigesetzt werden, die die Ozonschicht zerstören. Daher besteht eine zunehmende Notwendigkeit für alternative Isoliermaterialien, welche keine schädlichen halogenhaltigen Blasmittel umfassen, um so wohl die Wünsche von umweltbewußten Konsumenten zu erfüllen, als auch Probleme in Zusammenhang mit gesetzlichen Beschränkungen, Verboten oder zunehmenden Reinheitsanforderungen, die in Zukunft zu erwarten sind, vorwegzunehmen.
  • Als Ersatz solcher Substanzen wurde vorgeschlagen, ähnliche Substanzen zu verwenden, die zusätzlich zu einem Halogenatom oder Halogenatomen mindestens ein Wasserstoffatom enthalten, z.B. HCFC-Substanzen. Diese Substanzen unterscheiden sich von den herkömmlichen CFC-Substanzen darin, daß sie weniger stabil sind und daher zu erwarten ist, daß nur eine kleinere Menge die obere Atmosphäre erreicht. Die Zersetzungsprodukte dieser Materialien lassen jedoch die Verursachung anderer Umweltprobleme erwarten, wie beispielsweise salzsauren Regen und fluorwasserstoffsauren Regen. Weiters ist zu erwarten, daß die Herstellung von HCFC-Substanzen im wesentlichen teurer sein wird, als die Herstellung von CFC- Substanzen.
  • Da die Zellen der wärmedämmenden geschäumten Kunststoffmaterialien den Hauptteil des Volumens ausmachen, trägt die Wärmeleitung, die durch das im Hohlraum der Zellen vorhandene Gas stattfindet, wesentlich zur gesamten Wärmeleitfähigkeit des Isoliermaterials bei, wobei herkömmlicherweise dieser Beitrag ungefähr die Hälfte der Wärmeleitung in dem Fall ausmacht, wenn die Zellen mit CFC 11 gefüllt sind. Wenn daher ein geschäumtes Kunststoffmaterial mit einer guten Wärmedämmfähigkeit hergestellt wird, ist es wichtig, daß das in den Zellen vorhandene Gas selbst eine niedrige Wärmeleitfähigkeit hat.
  • Kurze Beschreibung der Erfindung
  • Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung eines wärmedämmenden geschäumten Materials zu schaffen, wobei ein alternatives Blasmittel verwendet wird, welches Blasmittel als Ersatz für die herkömmlicherweise verwendeten umweltschädlichen CFC-Substanzen zu dienen, wobei eine nachteilige Auswirkung auf die Umwelt vermieden wird, ebenso wie auch noch die Brandgefahr und der Aufwand bei der Herstellung vermieden wird und gleichzeitig die guten wärmedämmenden Eigenschaften erhalten werden.
  • Dieses Ziel wird erreicht mittels eines Verfahrens zur Herstellung eines wärmedämmenden geschäumten Materials durch Schäumen eines Kunststoffmaterials oder eines Kunststoffvorläufermaterials mit einem Blasmittel, welches Verfahren gekennzeichnet ist durch die Verwendung einer Mischung von Krypton und Xenon, gegebenenfalls zusammen mit einem oder mehreren andereen CFC-freien Blasmitteln als Blasmittel.
  • Die Elemente Krypton und Xenon und Mischungen hievon sind an sich bekannt, siehe z.B. CRC Handbook of Chemistry and Physics, 70. Ausgabe, 1989-1990, Seiten B-22, B-41, E-2, E-3 und E-13 bis E-16; Kirk Othmer, "Encyclopedia of Chemical Technology", 3. Ausgabe, 1982, Band 12, Seiten 249-255 und 264-268, und Otto-Albrecht Neumüller, "Römpps Chemie- Lexikon", 8. Ausgabe, Band 3, Seite 2262 und Band 6, Seiten 4658 und 4659. Die Elemente werden als nicht-toxisch beschrieben und es scheint, daß sie eine niedrige Wärmeleitfähigkeit haben. Aus den Tabellen des oben angegebenen Handbuches geht hervor, daß die Wärmeleitfäigkeit in der gleichen Größenordnung ist, wie die Wärmeleitfähigkeit von Trichlorfluorkohlenwasserstoff.
  • Krypton und Xenon könnten so geeignet sein, CFC-Gase zu ersetzen. Der Fachmann wird jedoch finden, daß der Marktpreis für Krypton bzw. Xenon per se prohibitiv zur Verwendung hierfür in einem großen technischen Maßstab ist.
  • Die hohen Marktpreise sind jedoch von der Reinheit von Krypton bzw. Xenon bestimmt, die heute für die herkömmlichen technischen Anwendungsbereiche erforderlich ist. Hauptsächlich ist der Preis so die Folge der Schwierigkeiten bei der Trennung von Krypton und Xenon voneinander. Da sowohl Krypton als auch Xenon die geforderte niedrige Wärmeleitfähigkeit haben, besteht daher keine Notwendigkeit für eine solche kostspielige Trennung von Krypton und Xenon. Im Gegenteil, beträchtliche Mengen von sekundären Gasen können in der verwendeten Mischung toleriert werden, ohne irgendeine wesentliche Zerstörung der Wärmeleitfähigkeit. So kann eine aus atmosphärischer Luft gewonnene Fraktion mit einem hohen Gehalt an Krypton und Xenon direkt verwendet werden, z.B. die hochkonzentrierten Kr-Xe Crudes, beschrieben in Kirk-Othmer "Encyclopedia of Chemical Technology, 3. Ausgabe, 1982, Band 12, Seite 267.
  • Die Wärmeleitfähigkeit einer Mischung mehrerer Gase wird üblicherweise niedriger als die durch Interpolation der Wärmeleitfähigkeit der einzelnen Bestandteile berechneten Wärmeleitfähigkeit sein. Das ist der Grund, warum die verwendete Mischung von Xenon und Krypton nicht einen besonders hohen Reinheitsgrad haben muß, und dies auch der Grund, warum die Mischung vorteilhafterweise in Kombination mit herkömmlichen, umweltzulässigen Blasmitteln verwendet werden kann und eine wesentlich verbesserte niedrige Wärmeleitfähigkeit, vergleichbar mit den herkömmlichen umweltzulässigen Blasmitteln erhalten wird.
  • Die vorliegende Erfindung betrifft auch ein in obigem Verfahren verwendetes Blasmittel, daß dadurch gekennzeichnet ist, daß es eine Mischung von Xenon und Krypton enthält.
  • Die Erfindung betrifft auch ein wärmedämmendes geschäumtes Kunststoffmaterial, das gasgefüllte Zellen, eingeschlossen in einer Kunststoffmatrix aufweist, die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellt ist.
  • Die Vorteile der Verwendung einer Mischung von Krypton und Xenon als Blasmittel sind vielfältig. Sie haben einmal eine niedrige Wärmeleitfähigkeit in der gleichen Größenordnung wie die Wärmeleitfähigkeit von Trichlorfluormethan (CFC 11). Im Gegensatz zu den CFC-Substanzen sind Krypton und Xenon, in der vorliegenden Beschreibung auch KX-Gase genannt, natürliche Materialien, die chemisch nicht reaktiv sind. Diese Substanzen verursachen daher keine Verunreinigung und sie sind nicht entzündbar oder schädlich für Mensch und Umwelt. Solche Eigenschaften haben große Vorteile für die Herstellung, die Verwendung der geschäumten Materialien und die Verwendung der Materialien. Die mit den CFC-Substanzen in Verbindung mit der Emission von Blasmitteln aus Abfallschaumprodukten verbundenen Probleme treten so nicht auf. Eine solche Emission wird im Gegenteil einen Teil eines natürlichen Kreislaufes bilden, da die KX-Gase direkt aus atmosphärischer Luft gewonnen werden. Das Fehlen einer chemischen Reaktionsfähigkeit ist weiters ein Vorteil für die Herstellung geschäumter Kunststoffe, da die KX-Gase das Kunststoffmaterial nicht nachteilig beeinflussen. Schließlich besteht ein Vorteil darin, daß die KX-Gase einen niedrigen Siedepunkt haben, so daß sie auch bei extrem niederen Temperaturen nicht kondensieren. Eine solche Kondensation würde die Wärmeleitfähigkeit des geschäumten Materials verringern.
  • Das geschäumte Kunststoffmaterial kann Zellen aufweisen, die mit KX-Gas allein oder mit KX-Gas in Mischung mit anderen Blasmitteln gefüllt sind. Wegen der niedrigen Wärmeleitfähigkeit wird es häufig auch von Vorteil sein, KX-Gas allein zu verwenden, doch da der λ - Wert einer Mischung von mehreren Gasen üblicherweise niedriger ist als die durch Interpolation berechnete Wärmeleitfähigkeit, werden wesentliche Vorteile noch durch Verwendung von KX-Gasen in Mischung mit anderen Blasmitteln erreicht. KX-Gas wird dabei gespart. Prinzipiell kann das zusammen mit KX-Gas verwendete Blasmittel irgendein bekanntes Blasmittel sein und kann vorteilhafterweise unter Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, Stickstoff, Atmosphärenluft, Argon, flüchtige Kohlenwasserstoffe oder Mischungen hievon ausgewählt werden.
  • Die Kunststoffmatrix, die einen Teil des geschäumten Kunststoffmaterials bildet, kann ein Material jeder Art sein, das als Kunststoffschaum geeignet ist.
  • Beispiele für geeignete Kunststoffmaterialien umfassen sowohl wärmehärtbare und thermoplastische. Beispiele von wärmehärtbaren Materialien umfassen Polyurethan, Polyisocyanurat, ungesättigte Polyester, einschließlich Vinylester, Allylkunststoffe, Phenolkunststoffe u.dgl. ebenso wie Kunststoffe, die durch Kondensation von Formaldehyd mit monovalenten oder polyvalenten Phenolen oder Furanolen hergestellt sind, Aminokunststoffe, einschließlich Harnstofformaldehydkunststoffe und Melamin-Formaldehydkunstoffe, Amidkunststoffe, Imidkunststoffe, Epoxidkunststoffe ebenso wie vulkanisierte Elastomere, z.B. natürlichen Gummi und Athylen- Propylen-Terpolymergummi Beispiele für geeignete Thermoplasten umfassen Vinylkunststoffe, wie Polystyrol, Polyvinylchlorid und Acrylesterkunststoffe, Polyolefine, wie Polyäthylen und Polypropylen, einschließlich Polyolefine, die im Zusammenhang mit oder nach dem Schäumen vernetzt werden, Amidkunststoffe, Imidkunststoffe, Polyurethan, Esterkunststoffe, Polycarbonat, Acetalkunststoffe, Polyphenylenoxid, verschiedene Copolymere, wie beispielsweise ABS (Acrylat-Butadien-Styrol) und thermoplastische Elastomere.
  • Besonders vorteilhafterweise werden als Kunststoffmatrix Polyurethankunststoffe verwendet. Dieses Material ist besonders geeignet zur Verwendung zur Herstellung von wärmedämmenden geschäumten Materialien, da Polyurethan besonders günstige Möglichkeiten schafft, ein Produkt zu formen durch Variieren der Menge und der Art der eingesetzten Kunststoffausgangsmaterialien.
  • Krypton und Xenon haben eine Wärmeleitfähigkeit von 9,5 bzw. 5,5 mW/mºK, die gleich hoch ist, wie diejenige für CFC 11, die 8 mW/mºK ist. Es ist so möglich, ein wärmedämmendes Material mit im wesentlichen den gleich guten wärmedämmenden Eigenschaften, wie bei der Verwendung von CFC-Substanzen zu erhalten.
  • Der weite Bereich der Anwendbarkeit der vorliegenden Erfindung geht aus der nachfolgenden ausführlichen Beschreibung hervor. Es soll jedoch festgehalten werden, daß die ausführliche Beschreibung und die speziellen Beispiele, die bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung angeben, nur zur Erläuterung angegeben sind, zumal verschiedene Anderungen und Modifikationen innerhalb des Umfanges der Ansprüche für den Fachmann aus der ausführlichen Beschreibung hervorgehen werden.
  • Ausführliche Beschreibung der Erfindung
  • Das Schäumen kann ausgeführt werden nach dem an sich bekannten Stand der Technik für das Schäumen, wobei nur Gas als Blasmittel oder Gas in Kombination mit anderen herkömmlichen Blasmitteln verwendet wird. Die zum Schäumen verwendete Vorrichtung kann eine an sich bekannte Vorrichtung zur Verwendung in solchen Schäumverfahren sein.
  • Zur Herstellung des wärmedämmenden geschäumten Kunststoffmaterials gemäß der Erfindung wird eine Mischung von Krypton und Xenon oder eine Mischung von Krypton und Xenon mit einem oder mehreren bekannten Blasmitteln, z.B. H&sub2;O/CO&sub2;, HCOOH/CO, Argon, Stickstoff, Sauerstoff, Atmosphärenluft, flüchtige Kohlenwasserstoffe od. dgl. bekannte Blasmittel, als Blasmittel verwendet werden. In der vorliegenden Beschreibung und den Ansprüchen bedeutet "KX" oder "KX-Gas eine Mischung von Krypton und Xenon. Gemäß der vorliegenden Erfindung wird vorzugsweise KX oder, wenn das verwendete Kunststoffmaterial Polyurethan ist, eine Kombination von KX und H&sub2;O/CO&sub2; verwendet.
  • Wenn zusätzlich zu KX-Gas das gesamte Blasmittel flüssige oder feste Stoffe umfaßt, werden diese Stoffe dem Kunststoffmaterial in herkömmlicherweise zugesetzt, d.h. üblicherweise vor dem Zusetzen der Gaskomponenten des Blasmittels. Wenn H&sub2;O/CO&sub2; als Teil des Blasmittels verwendet wird zum Schäumen von Polyurethan, wird das Wasser vorher der Polyolkomponente zugesetzt. In ähnlicher Weise kann Ameisensäure der Polyolkomponente zugesetzt werden, wobei Kohlenmonoxid durch Umsetzung mit der Isocyanatkomponente entwickelt wird.
  • Die Gaskomponente(n) des Blasmittels, d.i. KX-Gas und mögliche zusätzliche gasförmige Blasmittel, kann (können) im Kunststoffrohmaterial durch Lösen oder Dispergieren zugesetzt werden. Im Fall von Kunststoffmaterialien auf zwei Komponentenbasis können gasförmige Blasmittel entweder zu einer der Komponenten oder zu beiden zugesetzt werden. Eine Dispersion eines gasförmigen Blasmittels kann beispielsweise erfolgen durch Schlagen oder durch-Zusetzen des Blasmittels unter Druck durch ein poröses Material oder in einer Kombination von beiden.
  • Die Zugabe des Blasmittels sowohl durch Lösen als auch durch Dispergieren kann unter Druck erfolgen, der den Druck übersteigt, unter welchem das Gießen stattfindet.
  • Nach dem Zusetzen des Blasmittels oder der Blasmittel müssen die Rohmaterialien auf einem entsprechend hohen Druck gehalten werden, damit verhindert wird, daß das Blasmittel vorzeitig freigesetzt wird. Das Zusetzen des Blasmittels kann vorteilhafterweise in einer Mischvorrichtung in Verbindung mit dem Gießen per se erfolgen.
  • Das Zusetzen des Blasmittels findet bei geeigneten Temperaturen statt, die von dem verwendeten Material und der verwendeten Vorrichtung abhängen, z.B. bei einer Temperatur zwischen 10ºC und 70ºC.
  • Die eingesetzte Menge an gasförmigem Blasmittel bestimmt sich nach den geforderten Eigenschaften des fertigen wärmedämmenden Schaumes, wie die Rohdichte des Schaumes und durch die Menge möglicher zusätzlicher Blasmittel, z.B. H&sub2;O/CO&sub2;. Die zu verwendende Menge an gasförmigem Blasmittel zur Herstellung des wärmedämmenden geschäumten Kunststoffmaterials gemäß der Erfindung kann leicht von einem Fachmann festgelegt werden. Zur Herstellung von Schaum mit einer Dichte von 50 g/l unter Verwendung nur von KX-Gas als Blasmittel werden etwa 19 Vol.-Teile KX Gas pro Vol.-Teil Kunststoffrohmaterial verwendet. Das oben angegebene Volumen ist berechnet bei einem Druck von 1 bar. Bei Verwendung eines solchen Volumsverhältnisses wird ein geschäumtes Material erhalten, bei dem etwa 95 % des Volumens aus Blasmittel enthaltenden Zellen gebildet ist. Die obigen Berechnungen sind jedoch theoretisch, da in der Praxis eine Anpassung an einen Verlust von Blasmittel und den Enddruck in den Zellen, der von 1 bar abweichen kann, vorgenommen werden. Solche Anpassungen sind jedoch auf Basis einfacher Versuche, die in Verbindung mit der in Frage kommenden Herstellung ausgeführt werden, festzulegen.
  • Wenn eine Dispersion verwendet wird, sollte dajauf geachtet werden, daß so kleine Blasen, wie möglich, erhalten werden, da üblicherweise so kleine Zellen wie möglich, im fertigen Schaum wünschenswert sind. Um eine gute Wärmeleitfähigkeit zu erhalten, sollte der fertige Schaum einen durchschnittlichen Zellendurchmesser unter 1,5 mm, vorzugsweise unter 0,5 mm haben. Auf Basis dieser Forderung kann die zulässige Bläschengröße auf Basis solcher Parameter, wie dem verwendeten Dispersionsdruck und Gießdruck festgelegt werden.
  • Das Gießen kann beispielsweise in der Weise erfolgen, wie es üblicherweise für das Schäumen bekannt ist. Sobald die Reaktionsmischung die Mischvorrichtung verläßt und dabei einem Druckabfall ausgesetzt ist, wird das gelöste oder dispergierte Blasmittel eine Schäumung verursachen, da gelöstes Blasmittel frei gesetzt wird und dispergierte Bläschen expandieren werden. Die durch die Reaktion zwischen den gerade vermischten Kunststoffmaterialien entstehende Wärme beschleunigt überdies noch das Freisetzen und die Expansion der Bläschen und unterstützt somit die Bildung von Schaum. Wenn ein chemisch reagierendes Blasmittel zusätzlich zusammen mit dem gasförmigen Blasmittel verwendet wird, findet die Entwicklung von aus der chemischen Reaktion entstehendem Gas gleichzeitig mit oder geringfügig nach dem physikalischen determiniertem Schäumen statt. Mit der Toluolkomponente von Polyurethan beigemischtes Wasser kann als Beispiel für ein chemisch reagierendes Blasmittel erwähnt werden. Während der Reaktion reagiert das zugesetzte Wasser mit der Isocyanatkomponente, wobei sich CO&sub2; entwickelt, das zum Schäumen beiträgt.
  • Grundsätzlich kann jede Art von Kunststoffmaterial, die zur Herstellung von geschäumten Kunststoffen geeignet ist, als Kunststoffmaterial verwendet werden, daß zum Teil das wärmedämmende geschäumte Kunststoffmaterial gemäß der Erfindung bildet.
  • Die Herstellung eines Materials aus Kunststoffen wird üblicherweise ausgeführt in einer Phase, in der das Material ausreichend plastisch ist, um mittels Gießens, Spritzgießens, Druckgießens geformt oder vergossen zu werden. Herkömmliche Kunststoffmaterialien werden üblicherweise unterteilt in zwei Hauptgruppen, thermoplastische und wärmehärtbare.
  • Thermoplasten sind dadurch gekennzeichnet, daß ein plastischer Zustand erhaltbar ist durch Erhitzen des Materials. Nach dem Vergießen hat das Material eine im wesentlichen unveränderte chemische Struktur, wobei es möglich ist, die Materialien zusammenzuschmelzen.
  • Wärmehärtbare Kunststoffmaterialien sind dadurch gekennzeichnet, daß das Vergießen eine chemische Reaktion umfaßt die üblicherweise ein Vernetzen der Molekülketten in einer solchen Weise einschließt, daß das Produkt nicht thermoplastisch ist. Das Rohmaterial zur Herstellung von wärmehärtbarem Material kann als eine oder mehrere Komponente(n) vorliegen, das (die) im gelieferten Zustand flüssig oder fest sein kann (können). Die Aushärtreaktion kann thermisch oder chemisch gestartet werden. Beispiele solcher Aushärtreaktionen sind unten beschrieben.
  • Polyurethan
  • Polyurethan wird hergestellt durch Umsetzung eines Polyols mit einem Isocyanat, wobei unter anderem Urethanbindungen zwischen der Polyolkomponente und der Isocyanatkomponente gebildet werden. Die Rohmaterialkomponenten werden in flüssigem Zustand geliefert und haben eine gute Lagerfähigkeit, auch nach der Zugabe von möglichen Hilfsmitteln. Die zwei Komponenten werden üblicherweise bei Raumtemperatur oder bei einer geringfügig erhöhten Temperatur gemischt. Die Kettenlänge und der Vernetzungsgrad des Reaktionsproduktes hängt von der Anzahl funktioneller Gruppen der Polyolkomponente und der Isocyanatkomponente und den verwendeten Katalysatoren, ebenso wie von der Temperatur und anderen Bedingungen während der Reaktion ab. Die mechanischen Eigenschaften des gebildeten Polyurethanmaterials können innerhalb weiter Grenzen gesteuert werden und es ist für den Fachmann allgemein bekannt, wie die erforderlichen Schäumbedingungen und die gewünschten Eigenschaften des fertigen Schaumproduktes sichergestellt werden durch die Auswahl von Ausgangskomponenten und Reaktionsbedingungen. Polyurethan ist vorteilhaft, da es ein relativ billiges Material ist. Eine andere Art von Polyurethan ist Polyisocyanurat, dessen chemische Struktur durch heterocyclische Gruppen gekennzeichnet ist. Polyisocyanurat ist zum Schäumen geeignet und besitzt besonders gute Feuerfesteigenschaften.
  • Das Ausgangsmaterial zur Herstellung von Polyurethan oder Polyisocyanurat ist dem Fachmann bekannt. Eine nicht einschränkende Auflistung solcher Ausgangsmaterialien ist in der US-PS Nr. 4,120,923 und den darin zitierten Dokumenten angegeben.
  • Polyesterkunststoffe
  • Polyesterkunststoffe können hergestellt werden durch Reaktion ungesättigter Polyesterharze und damit copolymerisierbaren Verbindungen. Beispiele umfassen Vernetzen von ungesättigten Oligoestern, die in Styrol als copolymerisierbares Material gelöst sind. Diese Reaktion kann erfolgen durch Reaktion von freien Resten, z.B. durch Zusetzen organischer Peroxide, die Doppelbindungen in den Esterketten und im Styrol öffnen. Herkömmlicherweise werden solche flüssige, kalt-härtbare Polyester zur Herstellung von glasfaserverstärkten Konstruktionen verwendet. Das Material ist jedoch auch zum Schäumen geeignet. Der Bereich möglicher Veränderungen der Eigenschaften ist jedoch wesentlich enger als für Polyurethan. Polyester sind auch ein billiges Material.
  • Ein nicht einschränkender Überblick von Beispielen von ungesättigten Polyesterharzen, die zusammen mit copolymerisierbaren Esterverbindungen zur Herstellung von geschäumten Kunststoffen verwendet werden können, ist in dem oben genannten US-Patent Nr. 4,120,923 und den darin genannten Dokumenten angegeben.
  • Phenolkunststoffe
  • Phenolkunststoffe können durch Kondensation von Phenol mit Formaldehyd hergestellt werden. Als Kunststoffrohmaterial wird ein nicht vollständig kondensiertes Zwischenprodukt verwendet, dessen Eigenschaften unter anderem davon abhängen, ob ein Überschuß von Phenol oder Formaldehyd verwendet wurde. Es ist möglich, sowohl flüssige als auch feste Phenolkunststoffrohmaterialien zu verarbeiten. Aushärten eines flüssigen Rohmaterials wird ausgeführt durch Säurezugabe oder durch Erwärmen, während feste Rohmaterialien, die vor der Endreaktion thermoplastisch sind, werden üblicherweise durch Heiß verformung verformt. Insbesondere ist der Typ von Phenolkunststoffen, bei welchen das Rohmaterial flüssig ist, zum Schäumen geeignet. Es ist auch möglich, geschäumte Kunststoffe aus Phenolkunststoffen durch direkte Reaktion zwischen Phenol und Formaldehyd während des Schäumens herzustellen.
  • Der mögliche Umfang von Möglichkeiten ist wesentlich enger als dies der Fall mit Polyurethan ist. Der Preis ist jedoch gering und die Feuerfesteigenschaften sind extrem gut, da Phenolkunststoffe selbstlöschend sind.
  • Resorcin, Melamin und Harnstoff kann auch mit Formaldehyd kondensiert werden, um Zwischenprodukte mit entsprechenden Anwendungsmöglichkeiten, wie Phenolkunststoffrohmaterialien zu bilden. Die Preise solcher Materialien sind jedoch höher als jene von Phenolkunststoffen.
  • Ein oder mehrere Blasmittel können zur Herstellung von geschäumten Kunststoffen verwendet werden. Die Wirkung eines Blasmittels erfolgt durch sein Auftreten zu einer geeigneten Zeit während der Verarbeitung des Kunststoffrohmaterials bei solchen physikalischen und/oder chemiscen Bedingungen in der Kunststoffmasse, daß ein Freisetzen von Gas in einer großen Anzahl von gleichmäßig über die Masse verteilten Punkten stattfindet. Diese Gasfreisetzung, die dem Material eine Zellstruktur verleiht, kann nur auf physikalischen Bedingungen oder auf einer chemischen Reaktion basieren.
  • Zum rein physikalischen Schäumen werden flüssige oder gasförmige Blasmittel verwendet, die in die Kunststoffmasse oder in ein oder mehrere Kunststoffrohmaterialien vorher eingeführt werden. Die physikalischen Bedingungen, die das Freisetzen von Gas und damit das Schäumen verursachen, sind üblicherweise ein Ansteigen der Temperatur (üblicherweise als Reaktionswärme) und/oder ein Druckabfall, doch können auch die Löslichkeitsbedingungen zufolge chemischer Reaktionen verändert werden oder die Gasfreisetzung kann durch die Einführung von Teilchenmaterial, das eine Propfung bewirkt verursacht werden. Die KX-Gase schließen auch die Blasmittel ein, deren Wirkung rein physikalisch ist.
  • Das Vorhandensein von Blasmitteln kann die Eigenschaften des festen Kunststoffmaterials dadurch beeinflussen, daß es als Weichmacher wirkt. Dieser Effekt ist üblicherweise ungünstig und unerwünscht. Da die KX-Gase chemisch inaktiv sind, verursachen sie keine solchen ungünstigen Effekte. Die mechanischen Eigenschaften und die Dimensionen eines gebildeten geschäumten Materials können sioh weiters mit der Zeit ändern, da das Blasmittel sich verflüchtigt, außer wenn dies durch Abdichten der Oberfläche verhindert wird.
  • Herkömmlicherweise wurde eine Kombination von physikalischem Schäumen mittels CFC 11 mit chemischem Schäumen mittels H&sub2;O, das der Polyolkomponente zugesetzt wurde und das CO&sub2; entwickelt, wenn es mit der Isocyanatkomponente reagiert, für Polyurethanschaum verwendet. Eine entsprechende Kombination, bei der KX-Gas an Stelle von CFC 11 verwendet wird, kann vorteilhafterweise eingesetzt werden. Schäumen unter Verwendung nur von H&sub2;O/CO&sub2; ist möglich, doch kann dies eine Reihe von Nachteilen haben.
  • Unter den Techniken zur Bildung von Polyurethanschaum kann eine Vorschäumtechnik angewendet werden, bei der CFC 11 in Kombination mit einem Blasmittel mit niedrigem Siedepunkt, wie CFC 12, Stickstoff oder CO&sub2;, gelöst unter Druck in den Rohmaterialien herkömmlicher Weise verwendet werden. Das niedrig siedende Blasmittel bildet unmittelbar einen Pre-Schaum, wenn die Rohmaterialmischung den Mischkopf verläßt, worauf die Reaktionswärme fortschreitend den Teil des Blasmittels mit einem höheren Siedepunkt freisetzt, wobei die Gießform oder das erforderliche Volumen gefüllt wird. KX-Gase können auch in einer solchen Drehschäumtechnik verwendet werden, möglicherweise in Kombination mit anderen umweltverträglichen Blasmitteln.
  • Die Herstellung von geschäumten Kunststoffen für Wärmedämmzwecke kann mittels einer herkömmlichen Einrichtung erfolgen. Die verwendete Einrichtung wird natürlich vom Typ des in Frage kommenden Kunststoffes bestimmt.
  • Polyurethanschaum wird entweder hergestellt als Blockschaum oder durch Ausgießen der Hohlräume, die zu isolieren gewünscht werden. Beim Blockschäumen, das gegebenenfalls als kontinuierliches Verfahren durchgeführt werden kann, wird die Rohmaterialmischung mittels einer Lanze (d.i. eine lanzenoder speerförmigen Stange mit einer Düse), eingeführt, die nach einem vorgegebenen Muster bewegt wird. Auf diese Weise werden große Schaumblöcke hergestellt, die zu Platten verschnitten werden, beispielsweise zur Verwendung zur Wärmedämmung von Gebäuden. Direktes Schäumen, wobei Hohlräume ausgefüllt werden, wird unter anderem angewendet, bei der Herstellung von Kühlanlagen und Rohren für Fernwärme. Das Mischen der Rohmaterialien vor dem Vergießen erfolgt in Mischvorrichtungen nach an sich bekannten Grundsätzen. Das Zumischen eines gasförmigen Blasmittels zum Vorschäumen erfolgt typischerweise unter Rühren des Rohmaterials, wobei das Blasmittel auf dem Boden des Behälters bei einem Überdruck von wenigen bar eingeführt wird.
  • Wesentliche Beispiele für zum Schäumen geeignete Thermoplasten umfassen Polystyrol, Polyvinylchlorid und Polyolefine. Zur Zeit ist Polystyrolschaum der wichtigste zur Wärmedämmung verwendete thermoplastische Schaum. Viele Verfahren sind zur Herstellung von Polystyrolschaum bekannt. Die beiden bekanntesten Verfahren sind 1) Expansion von preexpandiertem Granulat in einem Gießformhohlraum und 2) Schäumen in Verbindung mit Extrusion. Das im Verfahren 1) verwendete pre-expandierte Granulat wird auf Basis von Polystyrolkörnchen hergestellt, die ein Blasmittel enthalten, daß das Schäumen möglich macht, wobei die pre-Expansion des Korns durch Erwärmen erfolgt. Ein bekanntes Blasmittel ist Pentan. Daraufhin kann das pre-expandierte Granulat in eine Gießform gefüllt werden, in die Dampf eingeleitet wird, welcher Dampf eine weitere Expansion und ein Schmelzen des Granulates verursacht. Beim Schäumen nach Verfahren 2) muß das Polystyrolmaterial entweder ein chemisches Blasmittel enthalten, das bei einer Temperatur unterhalb der Extrusionstemperatur gespalten wird, oder ein physikalisches Blasmittel, das unter Druck im geschmolzenen Polystyrol im Extruder gelöst ist. Wenn die Schmelze den Extruder verläßt, verursacht der Druckabfall das Schäumen. Es zeigt sich, daß bei beiden Schäumverfahren für Polystyrol und entsprechend beschriebene Thermoplasten gemäß der vorliegenden Erfindung möglich ist, zur Gänze oder teilweise KX-Gas als Blasmittel zu verwenden.
  • Um die Wärmedämmeigenschaften eines geschäumten Kunststoffes zu bewerten, wird die gesamte Wärmeleitfähigkeit λ gemessen. Die Leitfähigkeit eines geschäumten Kunststoffmaterials setzt sich aus drei Beiträgen zur Wärmeleitung zusammen:
  • 1) Wärmeleitung durch das in den Hohlräumen der Zellen vorhandene Gas,
  • 2) Gewöhnliche Wärmeleitung durch das feste Kunstoffmaterial und
  • 3) Wärmestrahlung.
  • Theoretisch erfolgt auch ein Beitrag von der Konvektion in den Zellen, doch da dieser Beitrag wesentlich geringer ist als die anderen Beiträge, wenn die Zellen die übliche Größe haben, kann der Beitrag bei praktischen Berechnungen ausgelassen werden. Für einen herkömmlichen Polyurethanschaum, in welchem die Zellen mit CFC 11 gefüllt sind, wird das Verhältnis zwischen den anderen drei Beiträgen herkömmlicherweise mit 2:1:1 bewertet.
  • Einige λ - Werte für verschiedene Materialen sind unten angegeben. Isoliermaterialen (instruktive) Werte) Mineralwolle Polyurethanschaum g/l hergestellt mit CFC Polyurethanschaum g/l hergestellt mit H&sub2;O/CO&sub2; Blasmittel usw. (für flüssige Blasmittel wird der Wert für Dampf genommen) Atmosphärische Luft Kohlendioxid Helium Neon Argon Krypton Xenon Kohlenmonoxid etwa
  • a) Aufgerundet auf eine Dezimale von Werten in J. Kestin, W.A. Wakeham: "Transport Properties of Fluids", Hemisphere Publishing Corp., New York usw. 1988.
  • b) Umgewandelt aus Werten in K.T. Dishart. J.A. Creazzo, M.R. Ascough, Seite 59 des Beitrages aus "Polyurethanes World Congres 1987", 29. September bis 2. Oktober 1987, Aachen.
  • λ für eine Mischung von zwei Gasen entspricht nicht dem einen, das mittels Linearinterpolation gefunden wurde. Der erhaltene λ- Wert wird so meistens mit dem einen der Gase bestimmt, das die niedrigste Wärmeleitfähigkeit hat. Dies kann in der Praxis angewendet werden, wenn aus Umwelt- oder wirtschaftlichen Gründen es erwünscht ist, ein Blasmittel mit niedrigem λ - Wert zu sparen. Es ist auch bekannt, daß Polyurethanschaum mit CFC 11 auch noch einen annehmbaren niedrigen λ- Wert hat, auch mit einem beträchtlichen CO&sub2;- Gehalt. CO&sub2; kann auch mit KX-Gasen kombiniert werden.
  • Aus obigem ergibt sich, daß es nicht für die Verwendung des KX-Gases notwendig ist, daß es einen besonders hohen Reinheitsgrad aufweist. Daher ist es möglich, KX-Gas mit einem technisch annehmbaren Preis auf Basis von Atmosphärenluft herzustellen, obwohl der Gehalt in Atmosphärenluft nur 10,8 x 10&supmin;&sup5; Vol.-% Krypton und 0,8 x 10&supmin;&sup5; Vol.-% Xenon ist. Da gemäß der Erfindung das Wärmedämmaterial beispielsweise zur Isolierung von Fernwärmerohren verwendet werden kann, kann angenommen werden, daß eine große Nachfrage nach KX- Gasen entstehen wird, was wiederum einen Anreiz zur Entwicklung billigerer Verfahren zur Isolierung von KX-Gasen aus der atmosphären Luft führen wird.
  • Da Xenon das eine der KX-Gase mit der niedrigsten Wärmeleitfähigkeit ist, ist es auch vorstellbar, daß KX-Gasmischungen mit einem höheren Gehalt an Xenon als dem einen entsprechend einem Volumsverhältnis zwischen Krypton und Xenon von 27:2 entsprechend dem Verhältnis atmosphärischer Luft vorteilhafterweise verwendet werden kann. So können auch andere Quellen, insbesondere mehr Xenon enthaltende Quellen als Atmosphärenluft bedeutsam werden.
  • Der Anteil geschlossener Zellen im Schaum ist entscheidend für die Wärmedämmwirkung eines Blasmittels. Bei Polyurethanschaum (ausschließlich integralem Schaum) werden üblicherweise 85 % geschlossener Zellen erhalten. Die anderen Zellen sind mit der Oberfläche des Schaumes verbunden und wenn die Oberfläche nicht verschlossen ist, ermöglichen diese Zellen den Zutritt zur atmosphärischen Luft mit einem hohen λ- Wert.
  • Abdichten ist so ein wesentlicher Faktor für die Aufrechterhaltung des Wärmedämmeffektes der geschlossenen Zellen, da Diffusion in diese und aus diesen durch die Zellwände niemals vollständig vermieden werden kann. Dieses Problem ist speziell bekannt von CO&sub2; enthaltendem Polyurethanschaum, der ein schlechtes Isolationsvermögen hat als CFC 11, jedoch ein besseres als atmosphärische Luft. So wird in nicht abgedichtetem Schaum CO&sub2; sehr rasch durch Atmosphärenluft ersetzt, wobei der λ- Wert des Schaumes ansteigt. Das Diffusionsausmaß für Blasmittel durch Kunststoffmatrix wird gewöhnlich beschleunigt, wenn eine chemisch bedingte Absorption stattfindet. So ist es auch ein Vorteil, in diesem Fall, daß die KX-Gase chemisch inert sind.
  • Probleme mit dem Abdichten treten jedoch nicht auf während aller Schäumverfahren. Wenn das Schäumen während des Füllens eines Hohlraumes stattfindet, beispielsweise bei der Herstellung eines Mantels für einen Kühlschrank oder ein Fernwärmerohr, wird ein Abdichten des Kunststoffmaterials für sich häufig durch dieses selbst gebildet, während des Abbindens oder Aushärtens, wogegen die Wand des gefüllten Hohlraumes oder der Hohlraum eine Abdichtung für sich bildet.
  • In den unten angegebenen Beispielen 1-4 wird das Verfahren gemäß der Erfindung an Hand von Laborversuchen näher erläutert. Wenn das Verfahren gemäß der Erfindung auf industrielle Maßstäbe gebracht wird, kann eine statische Langzeitvergasung der Rohmaterialien nicht angewendet werden, sondern an Stelle dessen ein Verfahren auf Rühren und Einführen von Bläschen basierend, was immer unter einem geeigneten Druck stattfinden muß.
  • Beispiel 1
  • Das vorliegende Beispiel erläutert die Herstellung von Polyurethanschaum im Labormaßstab durch Schäumen mit KX-Gas. Das verwendete KX-Gas enthält Krypton und Xenon in einem Vol.-Verhältnis von etwa 27:2.
  • Eine Polyolmischung mit folgender Zusammensetzung wird hergestellt:
  • CARADOL 555-1 100 g
  • DIME 6 1 g
  • TEGOSTAB B8404 1 g
  • Wasserfreies Glycerin 3 g
  • CARADOL ist eine von Shell erhältliche Polyolkomponente. DIME 6 ist ein von Shell erhältlicher Katalysator in der Form von N,N-Dimethylcyclohexylamin. TEGOSTAB ist eine in Dänemark nicht registrierte Marke für ein von Th. Goldschmidt AG, Essen erhältliches Schaumsteuermittel.
  • 200 g der obigen Mischung werden in einer Kalorimeterbombe angeordnet und ein KX-Gasdruck von 10 bar für 96 h bei 20º angelegt. 350 g Isocyanatkomponente (CARADATE 30, erhältlich von Shell) wird auf die gleiche Weise behandelt. Nach schnellem Vermischen der zwei mit KX-Gas behandelten Komponenten werden 500 g der gebildeten Mischung in eine 4 l behälterförmige Aluminiumform gegossen, die unmittelbar mit einem Deckel verschlossen wird. Nach dem Schäumen und Kühlen wird das Material aus der Form genommen. Der λ- Wert des Materials und die Druckfestigkeit parallel zur Neigungsrichtung werden gemessen und das Material wird weiter analysiert, um die Dichte und das Verhältis geschlossener Zellen zu bestimmen.
  • Beispiel 2
  • Schäumen von Polyurethan im Laborversuch unter Verwendung des in Beispiel 1 angewendeten KX-Gases in Kombination mit H&sub2;O/CO&sub2; als Blasmittel.
  • Eine Polyolmischung folgender Zusammensetzung wird hergestellt:
  • CARADOL 555-1 100 g
  • DIME 6 1 g
  • TEGOSTAB B8404 1 g
  • Wasser 1 g
  • 200 g der obigen Mischung werden in einer Kalorimeterbombe behandelt zur Absorption KX-Gas in gleicher Weise wie in Beispiel 1. 350 g Isocyanatkomponente (CARADATE 30) wird in gleicher Weise behandelt. Die Komponenten werden rasch vermischt und 500 g der Mischung werden in eine 4 l behälterförmige Aluminiumform gegossen, die unmittelbar mit einem Deckel verschlossen wird. Nach Schäumen und Kühlen wird das Material aus der Form genommen und das Material in gleicher Weise wie in Beispiel 1 beschrieben, analysiert.
  • Beispiel 3
  • Das vorliegende Beispiel erläutert freies Schäumen von Polyurethan unter Verwendung des in Beispiel 1 angewendeten KX-Gases als Blasmittel in einem Laborversuch.
  • Der Versuch wird in gleicher Weise wie in Beispiel 1 ausgeführt, abgesehen davon, daß 100 g der Mischung der Komponenten in eine offene 1 l Kunststoffschale zum freien Schäumen gegossen werden. Im Versuch werden die Zeit bis zum Schäumen, die Aufschäumzeit und die Zeit bis zur Nichtklebrigkeit bestimmt.
  • Beispiel 4
  • Das vorliegende Beispiel erläutert die Herstellung von Polyurethanschaum während freien Schäumens mit dem in Beispiel 1 verwendeten KX-Gas in Kombination mit H&sub2;O/CO&sub2; in Labormaßstab.
  • Das Verfahren ist wie in Beispiel 3 beschrieben, nur daß die in Beispiel 2 angegebenen Rohmaterialien verwendet werden.
  • Beste Ausführungsform der Erfindung
  • Die zur Zeit am besten bekannte Ausführungsform der Erfindung ist die Herstellung eines wärmedämmenden geschäumten Kunststoffmaterials in Form von geschäumtem Polyurethan.
  • Es ist klar, daß die so beschriebene Erfindung in vielfacher Weise abgeändert werden kann. Solche Abänderungen sind jedoch offensichtlich vom Schutzumfang der folgenden Ansprüche umfaßt.

Claims (8)

1. Verfahren zur Herstellung eines wärmedämmenden geschäumten Kunststoffmaterials durch Schäumen eines Kunststoffmaterials oder Kunststoffvorläufermaterials mittels eines Blasmittels, dadurch gekennzeichnet, daß eine Mischung von Krypton und Xenon, gegebenenfalls zusammen mit einem oder mehreren anderen CFC-freien Blasmitteln als Blasmittel verwendet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, däß Krypton und Xenon in Kombination mit einem herkömmlichen Blasmittel als Blasmittel verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Kunststoffmaterial oder Kunststoffvorläufermaterial ein Kunststoffprodukt ist ausgewählt aus Polyurethan, Polyisocyanurat, ungesättigtem Polyester, Allylkunststoffen, lmidkunststoffen, Epoxidkunststoffen, vulkanisierten Elastomeren, Vinylkunststoffen, Polyolefinen, Esterkunststoffen, Polycarbonat, Acetalkunststoffen, Polyphenylenoxid und ABS- Kunststoffen.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Kunststoffvorläufermaterial ein Vorläufermaerial für Polyurethankunststoffe ist.
5. Blasmittel, das im Verfahren nach Anspruch 1 einsetzbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß es eine Mischung von Krypton und Xenon enthält.
6. Blasmittel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischung von Krypton und Xenon ungereinigt ist.
7. Verwendung einer Mischung von Krypton und Xenon als Blasmittel.
8. Wärmedämmendes geschäumtes Kunststoffmaterial, das gasgefüllte Zellen, eingeschlossen in einer Kunststoffmatrix aufweist, die nach dem Verfahren nach Anspruch 1 hergestellt ist.
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