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Die vorliegende Erfindung betrifft eine Öffnungs- und
Verschlußvorrichtung für die Hintertür eines Anhängers, insbesondere
eines landwirtschaftlichen Anhängers.
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Durch die am 29. Februar 1988 eingereichte Patentanmeldung
Nr. 8 802 825 des Anmelders, die der EP-A-0 331 597 entspricht,
ist eine Öffnungs- und Verschlußvorrichtung für die Tür eines
Kipp-Laderaumes bekannt, die auf jeder Längsseite des Laderaumes
einen ersten Längsarm aufweist, an dessen Ende die entsprechende
senkrechte Kante der Tür des Laderaumes aufgehängt ist, wobei
dieser erste Arm um eine erste Querachse schwenken kann, die
durch den Kipp-Laderaum getragen ist, und deren anderes Ende
über ein Gelenk mit dem freien Ende eines zweiten Armes
verbunden ist, der um eine zweite Querachse schwenken kann, die durch
das Chassis des Laderaumes getragen ist, wobei der Laderaum um
eine dritte Kippachse kippbar ist, die ebenfalls durch das
Chassis getragen ist. Jede erste Achse ist in einem Längs-
Langloch der Seitenwand des Kipp-Laderaumes gelagert, wobei
Mittel vorgesehen sind, um jede erste Achse in ihrem Langloch zu
verschieben, und zwar nach hinten mit Beginn des Anfangs des
Wiederaufrichtens des Laderaumes und nach vorne am Ende des
Absenkens des Laderaumes.
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Bei der in diesem Dokument beschriebenen Vorrichtung steuert die
Laderaum-Wirkung, die das Anheben des Laderaumes bewirkt, die
Öffnung der Hintertür des Laderaumes.
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In bestimmten Fallen kann die Tatsache, daß das Öffnen des
Laderaumes und die Beladung gleichzeitig durchgeführt werden,
Nachteile bewirken. Insbesondere kann dann, wenn die Beladung
beginnt, der Druck der Ladung gegen die Hintertür des
Laderaumes, die zunachst nur wenig geöffnet ist, derart sein, daß der
Mechanismus blockiert. Es kann dann ein menschlicher Eingriff
notwendig werden, um den Mechanismus wieder zu deblockieren, was
eine Gefahr für die ausübende Person darstellen kann.
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Außerdem sind bestimmte Anhänger mit einer festen Ladeplatte
versehen, und ein Mechanismus mit einem Förderungs-Rollbelag,
der auf der Platte montiert ist, ermöglicht die Entladung des
Laderaumes. Die Hintertür eines derartigen Anhängers muß daher
mit einer unabhängigen Vorrichtung zum Öffnen und Schließen
versehen sein.
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Durch das Patentdokument FR-A-2 134 925 ist eine Vorrichtung zum
Öffnen und Schließen der Hintertür eines Kipp-Laderaumes
bekannt, die für die Entladung keine Kippbewegung des Laderaumes
benötigt. Dieser Mechanismus wird im wesentlichen durch einen
Längsarm gebildet, auf dessen hinteren Kante die Hintertür
befestigt ist. Die Einheit aus diesen Armen und dieser Hintertür
kann um eine Querachse schwenken, die Bestandteil des Armes
bildet und in einem Langloch der Seitenwand des Laderaumes
gelagert ist. Eine hydraulische Winde, deren eines Ende mit
einem ersten Gelenk verbunden ist, das auf der entsprechenden
Seitenwand des Ladenraumes befestigt ist, und dessen anderes
Ende mit einem zweiten Gelenk verbunden ist, das auf dem Arm
vorgesehen ist, ermöglicht die Wirkung dieses Mechanismus und
die Steuerung der Öffnung und der Schließung der Hintertür.
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Ein Nachteil dieses besonderen Mechanismus besteht darin, daß
das Schwenken des Laderaumes es nicht gestattet, die Hintertür
zu öffnen.
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Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Öffnungs- und
Verschlußvorrichtung für die Hintertür eines Anhängers zu schaffen,
deren Funktion unabhängig ist von allen anderen Funktionen
(Entladung, Beladung usw.) und von der Beladung abhängig sein
kann.
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Wenn man andererseits auf dem Laderaum Elemente für eine
Erhöhung anbringt, macht es das Öffnen der Türen der bekannten
Mechanismen notwendig, daß das hintere Ende der Elemente für
eine Erhöhung mit einer Schräge abgeschrägt ist. Es besteht dann
keine Wasserdichtigkeit mehr zwischen der Tür und den Elementen
für die Erhöhung über die Kanten der Schräge hinaus.
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Eine weitere Aufgabe der Erfindung besteht darin, einen
Mechanismus zum Öffnen und Schließen der Hintertur eines Anhängers zu
schaffen, die es ermöglicht, auf den Wagenaufbauten Elemente für
eine Erhöhung vorzusehen und dabei eine gute Wasserdichtigkeit
in der Höhe dieser Elemente sicherzustellen.
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Eine weitere Aufgabe der Erfindung besteht darin, die
Wasserdichtigkeit zwischen der Hintertür und dem Anhänger selbst zu
verbessern.
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Diese Aufgabe wird durch die Kombination der Mittel erreicht,
die im Anspruch 1 angegeben sind. Bevorzugte Merkmale sind in
den abhängigen Anspruchen angegeben.
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Diese Merkmale sowie weitere ergeben sich im einzelnen aus der
folgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels. Diese
Beschreibung erfolgt anhand der beigefügten Zeichnung. Darin
sind:
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Fig. 1 eine schematische Seitenansicht eines Anhängers mit
einem Laderaum, der mit einer Öffnungs- und
Verschlußvorrichtung für die Hintertür gemäß der
Erfindung versehen ist, wobei diese Tür geschlossen
ist, und
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Fig.2-4 schematische Seitenansichten des Anhängers gemäß Fig.
1, wobei sich die Hintertür in Stellungen mit
steigender Öffnung befindet.
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Die folgende Beschreibung erfolgt unter der Annahme, daß die
Öffnungs- und Verschlußvorrichtung gemäß der vorliegenden
Erfindung auf einem Kipp-Laderaum eines landwirtschaftlichen
Anhängers montiert ist. Sie kann jedoch ebenso auf einem Anhänger
montiert sein, dessen Ladeplatte fest ist, wobei dieser Anhänger
dann keine Mittel aufweist, die eine Kippbewegung der Ladeplatte
ermöglichen.
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Der Anhänger gemäß Fig. 1 enthält ein Chassis 1 und einen
Laderaum 2, der durch eine Hintertür 3 abgeschlossen ist. Die
Räder der Achsen des Chassis sind zur Vereinfachung der
Zeichnung nicht dargestellt. Die Kippachse 5 des Laderaumes 2 ist am
hinteren Ende des Chassis gezeigt. Für einen Anhänger, dessen
Laderaum nicht kippbar ist, sei bemerkt, daß diese Achse nicht
existiert. In dem beschriebenen Beispiel ist das Chassis mit
einer Deichsel 4 versehen. Die Erfindung ist jedoch ebenso
anwendbar bei selbstfahrenden Anhängern.
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Die Tür 3 wird durch zwei symmetrische Steuermechanismen
getragen, von denen eine in der Zeichnung sichtbar ist und die
andere sich symmetrisch auf der anderen Seite des Anhängers
befindet. Jeder Mechanismus enthält einen Arm 6 mit
dreieckförmiger Gestalt, um eine ausreichende Festigkeit sicherzustellen.
Das Dreieck des Armes 6 enthält eine kurze Seite 7, an der die
Tür 3 aufgehängt ist, eine lange Seite 8 praktisch horizontal,
wenn sie sich in der geschlossenen Lage befindet, und eine lange
schräge Seite 9, die die beiden anderen Seiten verbindet. In der
Nähe der Seite 8 ist eine kurze Achse 10 vorgesehen, die in ein
Langloch 11 einer nicht dargestellten Platte eingreift, die auf
entsprechenden Wagenaufbauten des Laderaumes 2 befestigt ist. Im
Ruhestand erstreckt sich das Langloch 11 in horizontaler
Richtung.
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Außerdem ist in dem Nachbarbereich der Kante 7 des Dreiecks,
zwischen den Kanten 8 und 9, eine Nut 12 vorgesehen, die schräg
von hinten nach vorne abfällt. Im Ruhezustand ruht in der Nut 12
eine Leitrolle 13, deren Durchmesser mit geringem Spiel gleich
dem Abstand zwischen der Vorderkante 14 und der Hinterkante 15
der Nut 12 ist. Die Leitrolle 13 ist auf einer entsprechenden
Seitenwand des Laderaumes 2 befestigt.
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Die Nut 12 bildet einen Winkel von etwa 35º mit der Vertikalen.
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Auf der Seite 9 des Rechtecks 6, und zwar in einem Punkt vor der
Achse 10, zwischen dieser Achse und dem durch die Seiten 8 und 9
gebildeten Scheitel, ist ein Gelenk 16 vorgesehen, das die
Kolbenstange einer Winde 17 mit beidseitiger Arbeitsrichtung
aufnimmt. Das hintere Ende dieser Winde 17 ist auf einer Achse
18 befestigt, die auf jeder Seitenwand des Laderaumes 2
befestigt ist und unterhalb einer horizontalen Linie liegt, die
durch das Gelenk 16 und hinter der Schwenkachse 10 verläuft.
Vorzugsweise befindet sich die Achse 18 etwas über und vor der
unteren hinteren Kante des Laderaumes 2. Die Befestigungspunkte
16 und 18 der Winde 17 sind so positioniert, daß ihre Achse im
wesentlichen parallel zu der langen Seite 9 des Rechtecks 6
verläuft, wenn die Tür geschlossen ist.
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In der Zeichnung wurde angenommen, daß die obere Kante 19 jedes
Rahmens gerade oberhalb des Langloches 11 liegt und daß auf den
Wagenaufbauten ein Element zur Erhöhung montiert ist, das seine
obere Kante 20 etwas höher als die Kante 19 hat.
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Die Wirkungsweise des Steuermechanismus zum Öffnen und Schließen
wird anhand der Figuren 1 - 4 erläutert.
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In der Ruhestellung, Fig. 1, befindet sich die Leitrolle 13 in
der Höhe der Nut 12 und die Achse 10 am vorderen Ende des
Langloches 11. Die Winde 17 übt auf jede der Befestigungsachsen
17 und 18 eine Kraft aus, die dahingehend wirkt, diese beiden
voneinander zu entfernen. Der Arm 6 hat demzufolge die Neigung,
um die Achse 10 zu schwenken, und die Tür 3 wird zwischen die
hinteren Kanten der Seitenwände des Laderaums 2 gedrückt,
wodurch eine gute Wasserdichtigkeit zwischen der Tür und dem
Laderaum sichergestellt wird.
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Wenn die Öffnung gewünscht wird, wird die Druckrichtung in der
Winde 17 umgekehrt, derart, daß die von ihr ausgeübte Kraft auf
jede ihrer Achsen 16 und 18 diese dazu bringt, einander
anzunähern. Der Arm 6 schwenkt daraufhin um die Achse 10 und bewirkt
dadurch eine Translationsbewegung nach hinten. Durch die
Schwenkbewegung gelangt der Arm 6 durch die Kante 15 der Nut 12
in Kontakt mit der Leitrolle 13. Diese gleitet über den unteren
Teil der Nut, deren Neigung gegenüber der Vertikalen die Tür
dazu zwingt, eine Translationsbewegung nach hinten durchzuführen.
Diese Bewegung wird ermöglicht auf Grund des Langloches 11, in
dem die Achse 10 sich nach hinten verschiebt. Die Hintertür 3
löst sich demzufolge von dem Laderaum 2 und beginnt ihre Öffnung
(Fig. 2).
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Fig. 3 zeigt die Neigung der Tür 3, bei der die Achse 10 ganz am
hinteren Ende des Langloches 11 angekommen ist. Von diesem
Moment ab gelangt die Leitrolle 13 nach unten aus der Nut 12
heraus, und der Arm 6 kann nur noch um die Achse 10 schwenken,
und zwar bis in die vollständige Öffnungsposition (Fig. 4).
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Es sei jetzt bemerkt, daß die Tatsache, daß die Tür zusätzlich
zu ihrer Schwenkbewegung um die Achse 10 eine
Translationsbewegung nach hinten ausübt, es ihr ermöglicht, während ihrer
Öffnung von dem hinteren eckigen Ende des Erhöhungselementes 20
freizuzukommen.
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Während die Tür jetzt geöffnet ist, kann der Entladevorgang
stattfinden. Bei einem Kipp-Laderaum erfolgt dieser Vorgang
dadurch, daß man den Laderaum anhebt und ihn um die Achse 5
schwenken läßt. Wenn dieser Vorgang einmal stattgefunden hat,
wird der Laderaum in die in Fig. 4 dargestellte Lage
zurückgebracht.
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Um wieder in die Ruhestellung mit geschlossener Tür
zurückzukommen, muß man den Flüssigkeitsdruck in der Winde 17 umkehren,
derart, daß die auf jede ihrer Achsen 16 und 18 ausgeübte Kraft
diese voneinander entfernt. Die Tür 3 und der Arm 6 gehen daher
von der in Fig. 4 dargestellten Lage in die in Fig. 3
dargestellte Lage über. Zwischen der Lage gemäß Fig. 3 und der Lage
gemäß Fig. 2 stützt sich die in die Nut 12 eingetretene
Leitrolle 13 auf der Kante 14 der Nut ab, um den Arm 6 wieder nach
vorne und demzufolge die Achse 10 zum vorderen Ende des
Langloches 11 zu stoßen. Wenn die in Fig. 1 dargestellte Stellung
einmal erreicht ist, ermöglicht der Flüssigkeitsdruck in der Winde
17 es der Tür, gegen den Laderaum 2 gedrückt zu werden, wodurch
die Wasserdichtigheit zwischen dieser Tür und dem Laderaum
sichergestellt wird.
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In der Praxis bilden die Seitenkanten 15 und 14 der Nut 12 die
Oberflächen von zwei Führungsarmen, auf die die Leitrolle 13
einwirkt. Es sei bemerkt, daß in dem dargestellten
Ausführungsbeispiel diese Führungsarme parallel verlaufen. Das ist jedoch
nicht obligatorisch. Insbesondere kann der untere Teil zwischen
den Führungsarmen mehr aufgeweitet sein, z.B. derart, daß ein
Gleiten der Leitrolle 13 mit Beginn des Absenkens der Tür
sichergestellt ist. In einer Variante können die unteren Punkte
dieser Führungsarme auch nicht mit der schrägen Kante 9 des
Armes 6 zusammenfallen.