DE68848C - Membran-Stethoskop - Google Patents
Membran-StethoskopInfo
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Classifications
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- A—HUMAN NECESSITIES
- A61—MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
- A61B—DIAGNOSIS; SURGERY; IDENTIFICATION
- A61B7/00—Instruments for auscultation
- A61B7/02—Stethoscopes
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Das Membran-Stethoskop setzt sich zusammen aus folgenden Theilen: Ein hohles
Rohr α trägt an dem einen Ende aufgeschraubt einen Brusttrichter b, an dem anderen einen
Ohrtrichter c von den aus der Zeichnung ersichtlichen Abmessungen. Diese Trichter werden
der Leichtigkeit wegen am besten aus Aluminium hergestellt; jedoch können, da der
Schalllei tungscoefficient bei verschiedenen Medien fast stets der gleiche ist und der Unterschied
bei Verwendung kurzer Stücke gleich Null wird, auch Holz, Kautschuk, Neusilber . . . dazu
verwandt werden.
In die Höhlung des Trichterhalters. α wird
nun an jedem Ende je ein Messingtrichter d und e so eingeschraubt,- dafs seine Wandungen
nirgends diejenigen des ihn umgebenden Aufsentrichters berühren. Dadurch wird erreicht, dafs
die Innentrichter durch .auftreffende Schallwellen allseitig und gleichmäfsig in Schwingung versetzt
werden. Die Mündungen der Innentrichter d und e sind mit einer Pergamentmembrän straff
überspannt, aus welchen im Mittelpunkt je eine kleine Oeffnung ausgeschnitten ist. Durch
diese letzteren geht je ein mit nach innen sehender Oese versehener Schraubenstift, welcher
durch zwei Schraubenmuttern aus Aluminium , wie aus der Zeichnung ersichtlich ist
(dieselbe giebt die Längsschnitte an), an der Membran befestigt ist. Die beiden Schraubenmuttern
fassen zugleich die Membran fest in sich, wodurch wieder erreicht ist, dafs die Membranen, falls Schallwellen sie treffen, in
gleichmäfsige Schwingung gerathen. Die ä'ufsere Schraubenmutter auf der Membran des Innentrichters
d besitzt aufserdem eine kugelige Aushöhlung, um eine Metallkugel von etwas geringerem
Durchmesser aufnehmen zu können, welche ihrerseits wieder einen etwa 2 cm langen
Metallstift trägt, an dessen Ende ebenfalls eine Metallkugel aufgeschraubt ist. Der Kugelstift
ist so lang, dafs er in der Senkrechten die Mündung des Brusttrichters überragt und seine
Achse beim Aufsitzen auf dem Thorax infolge dessen. stets einen spitzen Winkel mit der
Waagrechten bildet. Durch das Kugelgelenk ist der Kugelstift im Stande, sich in allen
Ebenen zu drehen, wodurch eine freie Beweglichkeit gewonnen ist. Die beiden nach der
Höhlung des Haltrohres gerichteten Oesen sind durch einen straffgespannten Seidenfaden
oder einen senkrecht in der Mitte der Membranen aufsitzenden Stab mit einander verbunden. Die
Anwendung des Membran-Stethoskops geschieht stets in Rückenlage des Patienten, bezw. so,
dafs bei der Untersuchung das Stethoskop immer in der Senkrechten sich befindet, weil die
Leistungsfähigkeit des Instrumentes davon abhängt, dafs der Kugelstift auf dem Thorax aufliegt,
um so die Schallbewegungen des letzteren direct auf die Membran übertragen zu können.
In anderer als senkrechterHaltungdes Stethoskops würde der Stift nicht richtig aufliegen, sondern
frei hängen oder die Trichterwandungen berühren, was sehr störend wirken müfste. Das
Ohr wird behufs Untersuchung wie sonst auf den Ohrtrichter aufgelegt und dann die Hand
vom Halter entfernt, um keine störenden Nebengeräusche zu bekommen.
Die Wirkung des Instrumentes ist folgende:
Einmal werden die Schallbewegungen durch
die mitschwingenden Medien des Halters und
der Trichter unmittelbar zum Ohr des Untersuchenden geleitet, wie beim Trichter-, Platten-
und Schlauch-Stethoskop. Dann jedoch werden dadurch, dafs der Kugelstift unmittelbar auf
der durch die Herz- und Lungenbewegungen in Schwingungen versetzten Wandung des Brustkastens
aufliegt, die Bewegungen und Schwingungen desselben auf die Membran des Innentrichters
d übertragen.
Der Stab oder gespannte Faden leitet dieselben auf die Membran des Innentrichters e;
sie versetzen letztere .ebenfalls in Schwingung und von da gelangen die durch die schwingende
Membran im Innern des Ohrtrichters mitschwingenden Luftwellen unmittelbar zum Trommelfell des Untersuchenden.
Durch gegebene Anordnung ist erreicht, dafs das Ohr auf dieselbe Weise und ebenso gut
hört, als ob es unmittelbar auf der Wand des Brustkastens aufläge, während ja bei Verwendung
des bisherigen Stethoskops die Töne nicht so deutlich gehört werden. Die bisherigen
Stethoskope fanden ja eigentlich nur aus Gründen der Reinlichkeit, eventuell der Delicatesse Verwendung
oder um gewisse localisirte Töne und Geräusche, wie Herztöne, kindliche Herztöne
beim Embryo, Nabelschnurgeräusche ... zu isoliren, von denen der Umgebung, z. B. der
Lunge, oder um gewisse dem Ohr schwer zugängliche Theile, wie die fossa supraclavicu-
laris, gut untersuchen zu können.
Durch die Einrichtung der bisherigen Stethoskope könnte aber der Fehler nicht ausgeglichen
werden, dafs die Töne nicht mehr mit derselben Deutlichkeit, wie ohne Stethoskop
mit aufliegendem Ohr gehört werden können, da die Schallwellen blos durch Vermittelung
der Kopfknochen zum Trommelfell gelangen. Beim Membran-Stethoskop ist dieser Fehler
ausgeglichen, indem die durch kleine Schallwellen schon in Schwingungen gerathenden
Membranen den Eintritt der Schallwellen ins Ohr so günstig machen, dafs kein Unterschied
mehr besteht, ob mit aufgelegtem Ohr oder mit dem Membran-Stethoskop untersucht wird.
Das Membran - Stethoskop arbeitet eigentlich wie der Phonograph, der bereits festgelegte
Tonwellen wieder hervorbringt. Der Kugelstift überträgt die Schwingungen des Brustkastens
auf die Membran I, wie der Stift des Phonographen die Schwingungen, die ihn beim Hinübergleiten
über die Eindrücke des sich drehenden Wachs- oder mit Stanniol belegten Cylinders
erschüttern. Der Brustkasten übernimmt dabei die Rolle des Cylinders, nur mit dem Unterschied,
dafs die Schwingungen selbstthätig vom ersteren erzeugt werden, während sie beim
letzteren durch die Eindrücke des Stiftes gleichsam vorgebildet sind. Der gespannte, mit der
Membran II in Verbindung stehende Faden überträgt die Schwingungen auf letztere und
von hier aus setzen sie wie beim Phonographen die im Schalltrichter befindliche Luft in Wellenbewegung,
die als Ton zum Bewufstsein kommt.
Das sorgfältig ausgeführte Membran-Stethoskop vereinigt nach Obigem die Vorzüge des
Schlauch-Stethoskops, wo die Töne ohne Weiteres in den Gehörgang geleitet werden,
jedoch durch den baumelnden Schlauch störende Nebengeräusche entstehen, mit der Sicherheit
des Ausschlusses letzterer. Dieses Stethoskop gestattet aufserdem gesondertes. Hören örtlicher
(localisirter) Geräusche, was dem aufliegenden Ohr nicht gut möglich ist.
Claims (1)
- PatEnt-Anspruch:Ein Membran-Stethoskop, gekennzeichnet durch zwei Schalltrichter, welche als Schutzgestell für zwei im Innern derselben angebrachte Metalltrichter mit Membranen dienen, welch letztere durch einen festen Stab oder einen straff gespannten Seidenfaden unter einander verbunden sind, zur Uebertragung der durch einen in einem Kugelgelenk beweglichen Kugelstift auf der Membran des Brusttrichters aufgenommenen Thoraxschwingungen auf die Membran des Hörtrichters.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE68848C true DE68848C (de) |
Family
ID=342359
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT68848D Expired - Lifetime DE68848C (de) | Membran-Stethoskop |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE68848C (de) |
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