DE688461C - Reinigungsverfahren von Schutzgas fuer die Waermebehandlung von metallischem Gut - Google Patents

Reinigungsverfahren von Schutzgas fuer die Waermebehandlung von metallischem Gut

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DE688461C
DE688461C DE1936W0098971 DEW0098971D DE688461C DE 688461 C DE688461 C DE 688461C DE 1936W0098971 DE1936W0098971 DE 1936W0098971 DE W0098971 D DEW0098971 D DE W0098971D DE 688461 C DE688461 C DE 688461C
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Description

  • Reinigungsverfahren von Schutzgas für die Wärmebehandlung von metallischem Gut Den Gegenstand der Erfindung bildet ein Verfahren zur Reinigung von Schutzgas für die Wärmebehandlung (z. B. Glühen, Hartlöten, Schmelzschweißen) von metallischem Gut, welches sich dadurch auszeichnet, daß das beispielsweise aus Wasserstoff oder Helium bestehende Schutzgas in dem elektrisch beheizten Behandlungsraum in außergewöhnlicher Reinheit erhalten wird. Dies. wird gemäß der Erfindung dadurch erreicht, daß das Schutzgas -unmittelbar vor seiner Verwendung veranlaßt wird, durch eine hocherhitzte, bei Raumtemperatur gasundurchlässige metallische oder keramische Masse hindurch zu diffundieren. Zweckmäßig wird dabei das Wärmegut und gegebenenfalls auch Hartlöt-oder Sch-,veißmetall in eine bei Raumtemperatur gasundurchlässige, elektrisch beheizte Kammer aus nur in der Hitze gasdurchlässigem metallischem oder k eramischern Stoff-,eingebracht, darauf zwischen der Innen- und Außenseite der Kammerwandung ein Druckunterschied z. B. durch Evakuieren der Kammer hergestellt und sodann die Temperatur innerhalb des sie umschließenden Ofens mit dem Schutzgas umgeben sowie darauf auf die zur Behandlung des Wärmegutes erforderliche Temperatur erhitzt. Es ist bekannt, Ofenschutzgase vor ihrer Einführung in den Ofenraum durch eine aus Wärmeisoliermasse bestehende Mantelfüllung hindurchzuleiten, es handelt sich aber bei der bekannten Einrichtung nicht, wie beim Erfindungsgegenstand, um eine bei Raumtemperatur gasundurchlässige, nur in der Hitze gasdurchlässig werdende Masse, sondern um eine aus lose aufeinandergesetzten porösen Steinen bestehende Füllung eines doppelwandigen metallischen Ofenmantels, aus deren Poren und Fugen die Luft durch das eingeleitete Schutzgas verdrängt werden soll, um schädliche Oxydationswirkungen auszuschließen. Zur Durchführung des Gasreinigungsverfahrens gemäß der Erfindung wäre eine solche schon bei Raumtemperatur gasdurchlässige Masse nicht geeignet. Der Vorteil dieses Reinigungsverfahrens besteht vor allem darin, daß es mit einer nur in der Hitze gasdurchlässigen metallischen oder keramischen Masse, durch welche das zu reinigende Schutzgas hindurchdiffundiert, gelingt, dieses bis zu einem außergewöhnlich hohen Grade zu reinigen, da die angegebenen Filterstoffe für reduzierende oder inerte Gase, wie z. B. Wasserstoff oder Helium, eine wesentlich höhere Durchlässigkeit besitzen als für Sauerstoff, Wasserdampf und andere das Schutzgas verunreinigende Bestandteile. a In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel einer derartigen Einrichtung abgebildet, und zwar zeigt Fig. i einen elektrisch beheizten Kammerofen, während Fig. 2 bis 6 einige in dem Ofen behandelte Teile, teils in Ober-, teils in Seitenansicht, wiedergeben.
  • Der Ofen (Fig. i) enthält 'eine Behandlungskammer io, die durch ein von einem Metallmantel i z umgebenes, aus keramischem Stoff bestehendes Gehäuse gebildet wird. Die keramische Masse ist so ausgewählt, daß sie imstande ist, bei der Behandlungstemperatur des Gutes ein von außen zugeführtes Gas zu filtrieren und zu reinigen. Für diesen Zweck eignen sich gewisse Metalle, wie Chrom, Nickel, Stahl, oder auch keramische Stoffe, wie z. B. Sillimanit oder Porzellan. Zur Aufnahme des reduzierenden Schutzgases dient ein die Kammer i i innerhalb der Ofenwandung umgebender ringförmiger Raum 13. In diesen Raum wird das Schutzgas aus einem Vorratsbehälter mittels der Leitung 9 eingeführt. Der ringförmige Raum 13 ist von einer Anzahl elektrischer Heizelemente 15 umgeben, die in der Isoliermasse 16 angeordnet sind, welche den Metallmantel 12 ausfüllt. Die Leitungsanschlüsse 17 und i8 verbinden die Heizkörper 15 mit einer nicht dargestellten Stromquelle.
  • Damit das Schutzgas durch die Kammerwandung hindurch in den Innenraum der Kammer eindringen kann, muß in diesem zunächst ein Unterdruck hergestellt werden. Hierzu dient das Rohr i9, das an eine nicht dargestellte Vakuumpumpe angeschlossen ist und mittels eines einen Fortsatz der Kammerwandung i i bildenden Flüssigkeitsverschlusses 2o an die Kammer io angeschlossen ist.
  • In der Kammer io kann entweder Glühgut behandelt werden, das aus einer chrom-, titan-oder siliciumhaltigen Legierung besteht und daher zum Blankglühen eines ganz besonders reinen, red,4zierenden. Schutzgases bedarf, damit sich während des Glühvorganges Oxydschichten an der Oberfläche des Glühgutes -nicht bilden können. Beispielsweise können in der Einrichtung gemäß der Erfindung Metallteile zur Herstellung von evakuierten Gefäßen behandelt werden, ferner Chromnickelstähle, welche sonst bei der Glühtemperatur von iooo° C zur Bildung einer Oxydhaut neigen.
  • Ein anderes Anwendungsgebiet des erfindungsgemäßen Verfahrens ist das Hartlöten und Schmelzschweißen gewisser Metalle und Metallegierungen, besonders der Chromlegierungen und anderer Metallegierungen, welche einen Titan- oder Siliciumzusatz aufweisen. Es hat sich gezeigt, daß derartige Legierungen nach den bisherigen bekannten Verfahren nicht einwandfrei gelötet oder geschweißt werden konnten, da sich an den Verbindungsstellen infolge der Anwesenheit poröser Oxyde Undichtheiten und zu geringe Festigkeit ergab. Es hat sich ferner gezeigt, daß bei dem bisher üblichen Verfahren ein Teil des Löt- oder Schweißmetalls nicht mit dem züi behandelnden Gut verschmolz, sondern in reinem Zustande zurückblieb und bei der Berührung mit Quecksilber Amalgame bilden konnte.
  • Bei der Durchführung einer Hartlötung oder Schweißung gemäß der Erfindung werden die zu verbindenden Metallteile so hergestellt, daß sie an den Verbindungsstellen dicht aneinander anschließen. Das Lötmetall, das vorzugsweise aus Kupfer besteht, aber beispielsweise auch eine Kupfer-Silber-Legierung sein kann, wird in der Nähe der Fugen der zu verbindenden Metallstücke angebracht und dann das ganze in die Behandlungskammer eingesetzt.
  • Zum Abschluß der Behandlungskammer io gegen die Außenatmosphäre dient eine Kappe B. Um die Kammer für die Anwendung des Verfahrens vorzubereiten, wird sie bis auf einen Druck von etwa i o-4 mm evakuiert und gleichzeitig das reduzierende oder inerte Schutzgas (Wasserstoff oder Helium) in den Ringraum 13 eingelassen. Sodann wird mittels der Heizkörper 15 die Ofentemperatur bis auf einen Punkt gesteigert, der zwischen der Schmelztemperatur des Lötmetalls und igoo° O liegt. Hierbei diffundiert das Schutzgas aus dem ringförmigen Raum 13 durch die heiße Kammerwandung i i und tritt mit den zu behandelnden Teilen in Berührung. Auf diese Weise wird während des Löt- oder Schweißvorganges beständig neues reduzierendes Schutzgas der Kammer io zugeführt.
  • Indem das Gas durch die Kammerwandung i i hindurchdiffundiert, wird es bis zu einem außergewöhnlich hohen Grade gereinigt, indem alle ursprünglich vorhandenen Verunreinigungen in der als Filter wirkenden Kammerwandung zurückbleiben. Diese Reinigungs- oder Filterwirkung beruht darauf, daß die Kammerwandung, wenn sie aus einem der angegebenen Stoffe hergestellt ist, für das reduzierende Gas eine wesentlich höhere Durchlässigkeit besitzt als für Sauerstoff, Wasserdampf und andere Gase. Das auf diese Weise gereinigte reduzierende Gas ist äußerst aktiv und imstande, mit Leichtigkeit die stabilsten Oxyde zu reduzieren.
  • Sobald die Ofentemperatur die Schmelztemperatur des Lötmetalls überschritten hat, schmilzt dieses und fließt in die Fugen zwischen den miteinander zu verbindenden Metallstücken. Dort diffundiert es in diese. Metallstücke hinein und bildet eine Legierung mit denselben. Wird der Ofen nunmehr abgekiihlt, so sind die Metallstücke fest und einwandfrei miteinander verbunden. Es hat sich gezeigt, daß derartig gelötete oder geschweißte Metallteile schweren Stößen oder sonstigen Beanspruchungen gewachsen sind und wenn sie zum Bau von Vakuumbehältern verwendet werden, dicht genug-sind, um das Vakuum zu halten. Bestehen die Metallteile aus Eisen oder Stahl, so findet man, daß die durch die Diffusion des Lötmetalls gebildeten Legierungen mit Quecksilber keine Amalgame bilden.
  • Es ist nicht unbedingt notwendig, die Fugen mit dem Schweißmetall auszufüllen; man kann vielmehr auch, wie es in Fig. 3 und 5 in der Zeichnung gezeigt ist, sich mit Vorteil des Umstandes bedienen, daß die Oberflächen der zu schweißenden Metalle zunächst durch Reduktion der Oxyde gereinigt werden und daß derart gereinigte Oberflächen von dem Löt- oder Schweißmetall vollständig benetzt werden. Es hat sich gezeigt, daß die feuerbeständigen Oxyde bei Temperaturen über 8oo° C reduziert werden können. Dieser Reinigungsvorgang kann als besondere Stufe des Verfahrens oder in Verbindung mit der Erhitzung des Ofens auf die Schweißtemperatur durchgeführt werden.
  • In Fig. 2, 3 und q. besteht der zu schwei-U(-Ti de Gegenstand aus einer Reihe von Metallplatten 22, 23, 2d., die stufenförmig aufeinandergelegt werden, und einem senkrecht darauf stehenden offenen Gefäß, das aus Platten 25, 26, 27 und 28, die rechtwinklig.aneinander anstoßen, zusammengesetzt ist. Wie Fig. 3 zeigt, kann ein dünner, schmaler Streifen Lötmetall 29, vorzugsweise Kupfer, zwischen die Platten 22 und 23 gebracht werden, während um die Platten 25,:26, 27 und 28 ein dünner Kupferdraht 30 geschlungen wird.
  • Wenn der so zusammengestellte Gegenstand im Ofen auf die Schweißtemperatur erhitzt wird, schmilzt das Lötkupfer und diffundiert durch die Berührungsflächen der Platten 22 und 23; ferner fließt das Kupfer uin die Kante der Platte 23 zur Berührungsstelle zwischen den Platten 23 und 2¢ und dringt infolge der kapillaren Anziehung der dazwischenliegenden Fuge in diese ein, worauf es in die Berührungsflächen diffundiert. Dadurch wird ein völlig fester Verband der Metallplatten hergestellt, da das Kupfer nunmehr mit ihnen eine Legierung bildet. Entsprechendes gilt von dem Kupferdraht 30, der die Teile 25, 26, 27 und 28 umgibt.
  • Beim Gegenstand, der durch Fig. 5 und 6 veranschaulicht ist, werden die verschiedenen Fugen zwischen der metallischen Oberfläche mittels eines ganz dünnen, schmalen Kupferstreifens 31 verlötet oder verschweißt. Hier handelt es sich um das Aufschweißen einer Anzahl metallischer Ziffern 33 auf eine Metallplatte 32. Der dünne Kupferstreifen 31 wird zwischen die Metallplatte und die Ziffer 33 gelegt, so daß nur ein kleiner Teil des Streifens die Ziffern berührt.
  • Bei der Behandlung des zuletzt erwähnten Gegenstandes im Schweißofen zeigt es sich, daß die Oxyde der Oberfläche der Metallplatte 32 und der metallischen Ziffern 33 restlos reduziert werden und daß das Kupfer die Oberflächen völlig benetzt und in die Fugen eindringt, die sich zwischen der Platte und den Ziffern befinden, und dann in das Metall hineindiffundiert.
  • Die Menge Löt- oder Schweißmetall, das in das Metall diffundiert, hängt von der Behandlungsdauer ab. Es ist festgestellt worden, daß eine vollständige Diffusion eine Zeit von 4 Minuten bis zu q. Stunden erforderte, j e nach der Menge und Art des verwendeten Schweißmetalls. Wenn es sich um einfache Schweißverbände handelt, so kann die Erhitzung auf die Schweißtemperatur nach weniger als i Minute beendet werden.
  • Wird das beschriebene Verfahren zum Blankglühen von Metallen verwendet, so werden durch das auf die angegebene Weise gereinigte Schutzgas die stabilen Oxyde der Metalle oder Legierungen, die die Elemente Chrom, Titan oder Silicium enthalten, restlos reduziert, so, daß eine völlig einwandfreie blanke Oberfläche erhalten wird.
  • Werden bei der Behandlung des Wärmegutes Temperaturen von iooo° C nicht überschritten, so kann die Kammerwandung aus einer Chrom-Nickel-Stahl-Legierung oder aus einer silicathaltigen keramischen Masse bestehen. Liegt aber die Behandlungstemperatur etwa zwischen i2oo und 1300° C, so ist es ratsam, Sillimanit zu verwenden, da in diesem Temperaturbereich der glasige Zustand dieses Stoffes bestehen bleibt. Für noch höhere Temperaturen erweist sich Porzellan als geeigneter Baustoff für die Kammerwandung.
  • Es ist an sich bekannt, zur Wärmebehandlung metallischen Gutes, beispielsweise in einem elektrisch beheizten Ofen, dienendes Schutzgas unmittelbar vor seiner Verwendung durch wärmeisolierende Stoffe, insbesondere durch Filterrohre aus porösem Ton oder durch lose aufeinandergesetzte feuerfeste poröse Steine, hindurchzuleiten, die einen doppelwandigen luftdichten Ofenmantel erfüllen. Diese Maßnahme dient jedoch nicht zur hochgradigen Gasreinigung, sondern hat lediglich den Zweck, die elektrischen Heizkörper sowie die Außenseite des Metallbehälters, der den Behandlungsraum umschließt, und die Innenseite des Ofenmantels selbst vor Oxydation zu schützen. Wenn auch diese porösen Massen eine gewisse Filterwirkung auszuüben vermögen, so findet doch bei den bekannten Einrichtungen ein Diffundieren des Schutzgases bereits bei gewöhnlicher Temperatur statt. Um außergewöhnliche Reinheitsgrade des Schutzgases zu erzielen, ist es aber gemäß der Erfindung notwendig, daß das Schutzgas veranlaßt wird, durch eine hocherhitzte, bei Raumtemperatur undurchlässige metallische oder keramische Masse hindurchzudiffundieren.
  • Das neue Verfahren weist gegenüber dem Bekannten den weiteren Vorteil auf, daß bei dem Filtervorgang nicht nur Schwebeteilchen aus dem Gas entfernt werden sollen, sondern auch alle unerwünschten Gas- und Dampfbeimengungen zurückgehalten werden, wodurch ein äußerst aktives Schutzgas für z. B. Blankglühzwecke erhalten wird, das infolge seines ungewöhnlich hohen Reinheitsgrades imstande ist, mit Leichtigkeit auch die stabilsten Oxyde zu reduzieren.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: r. Reinigungsverfahren von Schutzgas für die Wärmebehandlung von metallischem Gut, dadurch gekennzeichnet, daß das Schutzgas, beispielsweise Wasserstoff oder Helium, unmittelbar vor seiner Verwendung veranlaßt wird, durch eine hocherhitzte, bei Raumtemperatur gasundurchlässige metallische oder keramische Masse hindurchzudiffundieren.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch z, dadurch gekennzeichnet, daß Wärmegut und gegebenenfalls auch Hartlöt- oder Schweißmetall in eine bei Raumtemperatur gasundurchlässige, elektrisch beheizte Kammer aus nur in der Hitze gasdurchlässigem metallischem oder keramischem Stoff eingebracht, darauf zwischen der Innen-und Außenseite der Kammerwandung ein Druckunterschied z. B. durch Evakuieren der Kammer hergestellt und sodann die Kammer innerhalb des sie umschließenden Ofens mit dem Schutzgas umgeben sowie darauf auf die zur Behandlung des Wärmegutes erforderliche Temperatur erhitzt wird.
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