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Zwei- oder mehrfarbiges Farbband für Schreibmaschinen o. dgl. Farbbänder
für Schreibmaschinen, Registrierkassen u. dgl. bestehen aus einem Farbträger, in
der Regel feines Baumwollgewebe, der mit Lösungen von öllöslichen Farbstoffen in
nicht trocknenden Ölen oder aber mit öligen Anreibungen ölunlöslicher Farbpigmente
bzw. mit Gemischen dieser beiden Farbarten getränkt ist. Die mit Farben, die zum
Teil oder ganz aus in Öl gelösten Farbstoffen bestehen, im nachfolgenden kurz gelöste
Farben benannt, getränkten Bänder sind im Gebrauch auf der Schreibmaschine viel
ergiebiger, d. h. von längerer Gebrauchsdauer, und daher wirtschaftlicher als die
nur mit Farben aus in Öl angeriebenen ölunlöslichen Farbpigmenten, im nachfolgenden
kurz ungelöste Farben benannt, getränkten Bänder. Aus diesem Grunde läge es nahe,
für Schreibbänder nur gelöste Farben zu verwenden. Das ist bisher jedoch nur bei
einfarbigen Bändern angängig, nicht dagegen bei zwei- oder mehrfarbigen, also bei
Bändern mit z. B. je einer schwarzen und roten, roten und violetten usw. Längszone
nebeneinander, weil bei solchen mehrfarbigen Bändern die gelösten Farben der verschieden
gefärbten Zonen in verhältnismäßig kurzer Zeit unter Bildung von Mischfarben ineinander
überlaufen.
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Man hat versucht, diesen Nachteil dadurch auszuschalten, daß zwischen
die verschiedenfarbigen Zonen eine sehr schmale Zone aus lackartigen Stoffen, ein
sogenannter Trennungsstrich, gelegt wurde. Aber auch diese Maßnahme hatte, gleichgültig,
aus welchen Stoffen dieser Trennungsstrich bisher bestand, keinen nennenswerten
Erfolg. Bei Verwendung gelöster Farben in zweifarbigen Bändern wurde nämlich clie
Trennungszone auch bei Anwendung des obenerwähnten Trennungsstriches der bisher
üblichen Art durch Ineinanderlaufen der beiden Farben allmählich unscharf. Auch
hatte es keinen 1---rfolg, z. B. bei zweifarbigen, wie etwa schwarzroten Farbbändern
für die erfahrungsgemäß weniger benutzte rote Nebenzone eine ungelöste
Farbe,
für die vielmehr benutzte schwarze Hauptzone dagegen eine gelöste Farbe zu verwenden.
Denn diese gelöste Farbe wandert, auch selbst bei Verwendung eines Trennungsstriches
bisher gebräuchlicher Art, in die benachbarte Nebenzone mit ungelöster Farbe hinein.
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Es sind auch schon die beiden verschiedenen Farben zweifarbiger Schreibbänder
derart zusammengesetzt worden, daß Anteile der einen Farbe mit Anteilen der zweiten
in der Berührungszone chemisch reagieren und dadurch eine Zwischenzone z. B. aus
einer Seife bilden, die das Ineinanderlaufen der beiden verschiedenen Farben verhindern
soll. Die auf diese Weise erreichbare Trennung der zwei Farben ist jedoch unzuverlässig,
weil die chemischen Bedingungen für eine rechtzeitige und gleichmäßige Bildung der
trennenden Seifenzone von ölsaurem Natrium nach dem bekannten Vorschlag recht ungünstig
sind. Denn die zur Bildung der trennenden Zone als eine Komponente erforderliche
Soda soll zusammen mit einem organischen Farbpigment in Mineralöl angerieben werden,
ist also nicht gelöst, sondern in fester Form in der Farbe vorhanden und setzt sich
in diesem Zustand schlecht mit der Ölsäure um, die in der benachbarten Zone an Farbbase
gebunden enthalten ist. Aber auch wenn die Ölseife wirklich gebildet ist, bietet
sie keinen zuverlässigen und auf die Dauer wirksamen Schutz gegen das Hineinfließen
der gelösten Farbe der einen Zone in die ungelöste Farbe der anderen, weil die Ölseife
nicht abstoßend auf die ölige Farbe der Zone mit gelösten Farbanteilen wirkt. Außerdem
wird die Schreibbandfarbe durch das Alkali der Seife allmählich zerstört.
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Es mußten infolgedessen bisher für zwei- oder mehrfarbige Farbbänder
wohl oder übel die ungelösten Farben verwandt «erden mit oder ohne zwischen den
Zonen liegendem Trennungsstrich, also Farben, deren Pigmente nicht in die Nachbarzone
hineinwandern. Damit muß jedoch als großer Nachteil die im Verhältnis zu den gelösten
Farben viel geringere Ergiebigkeit namentlich der Hauptzone, also der am meisten
beschriebenen Zone, in Kauf genommen werden.
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Erfindungsgemäß wird diesem Nachteil bei zwei- oder mehrfarbigen Bändern
dadurch abgeholfen, daß zwischen je zwei benachbarte Farbzonen, von denen die eine,
Hauptzone, ganz oder zum Teil aus in Öl gelöstem Farbstoff, die andere, Nebenzone,
aus in 01 unlöslichem, mit Öl angeriebenem Farbpigment besteht, noch eine
schmale Zwischenzone aus in Öl unlöslichem, mit Öl angeriebenem Farbpigment gelegt
ist, die den gleichen Farbton hat wie die benachbarte ganz oder zum Teil mit in
Öl gelöstem Farbstoff getränkte Hauptzone.
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Diese Anordnung bietet den großen Vorteil, daß die im Laufe langer
Lagerzeiten des fertigen, z. B. schwarzroten Schreibbandes in Richtung der roten
Nebenzone wandernden Anteile der schwarzen gelösten Farbe der Hauptzone durch die
schmale gleichfalls schwarze Zwischenzone vollkommen abgefangen werden, so daß sie
überhaupt nicht bis an die rote Nebenzone herankommen und infolgedessen auch nicht
in diese Zone eindringen und sie nicht verfärben können.
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In Fällen, wo trotz dieser schmalen Zwischenzone auf die Dauer keine
schaffe Trennung der schwarzen und roten Zone des Bandes bestehen bleibt, kann man
sich dadurch helfen, daß zwischen die rote Nebenzone und die schwarze schmale Zwischenzone
noch ein Trennungsstrich gelegt wird, der unter anderem hydrophile, also ölabstoßende
Stoffe, wie z. B. Kapillärsirup oder Glycerin, enthält, und zwar in -Mengen, die
etwa 5o°/, der Substanz des Trennungsstriches betragen.
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Darüber hinaus läßt sich eine bleibende scharfe Trennung benachbarter
Farbzonen in manchen Fällen bei zwei- und mehrfarbigen Schreibbändern in erhöhtem
-Maße noch dadurch sichern, daß für die in der Hauptzone enthaltenen Farben Öle
genommen werden, welche sich mit den Ölen der Farben der Zwischenzone und der Nebenzone
nicht mischen.
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Was im vorstehenden an dem Beispiel eines Bandes mit schwarzer Hauptzone
und roter Nebenzone erläutert ist, gilt sinngemäß auch für Bänder mit anderen verschiedenen
Farbzonen, z. B. mit violetter Hauptzone und roter Nebenzone usw., sowie auch für
mehr als zweifarbige Bänder, z. B. schwarze Hauptzone in der Mitte des Bandes und,
an beiden Seiten angrenzend, je eine blaue und eine rote Nebenzone USW.