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In verschiedene Taschenformen umwandelbare Damenhandtasche Es sind
Damenhandtaschen bekanntgeworden, welche durch Inanspruchnahme oder Nichtgebrauch
der Faltung ihres Zuschnittes in eine andere Gestalt umgewandelt und unter Veränderung
ihres Fassungsvermögens einem anderen Bestimmungszweck dienstbar gemacht werden
können. Insbesondere ist bereits vorgeschlagen worden, eine für den Einkauf bestimmte
ßeuteltasche in eine Besuchstasche oder in eine sogenannte Pompadourtasche zu verwandeln.
Nach den bekannten Vorschlägen entstehen aber bei der Umwandlung der Einkaufs- oder
Beuteltasche in eine Besuchstasche unter Verkleinerung des Umfanges und Fassungsvermögens
zahlreiche Fächer und Faltungen in Nebeneinanderlage, wodurch die Dicke der Handtasche
in ungewöhnlichem Maße zunimmt.
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Auch der- Gegenstand der Erfindung fällt unter die in andere Taschenformen
verwandelbaren Damenhandtaschen. Das Neue besteht in der Vereinigung der an örtlich
verschiedenen Umfangswandungen vorgesehenen Mehrheit verschließbarer Öffnungsstellen
mit einer der Lage der letzteren entsprechenden Anbringung der- Aufhängeösen für
die an den Enden des gleichen Handgriffs angeordneten, in die Aufhängeösen eingreifenden
Tragmittel.
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Die Tasche nach der Erfindung wird trotz vielseitiger Verwendbarkeit
und Gestaltsveränderung in der Herstellung nicht teurer als eine nur auf eine Gattungsart
zugeschnittene Tasche, weil weder ein Mehrverbrauch an Baustoff für die Hüllengestalt
noch eine nennenswerte Vermehrung von Beschlagteilen erforderlich ist. Soweit zusätzliche
Beschlagteile nötig sind, wird ihre Anschaffung aufgewogen durch den Fortfall zahlreicher
sonst erforderlicher Arbeiten des Zuschnittes, des Vorzeichnens des Baustoffs, des
Köderns, Wendens; Ausdruckens der Ködernaht, Anpassens des Metallbügels, Vernietens
usw. Denn alle diese Arbeiten entfallen zufolge der für die Taschen erfindungsgemäß
anwendbaren einfachen; aber besonders sinnreichen und zweckentsprechenden Faltungsanordnung,
auf die im folgenden noch einzugehen sein wird.
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Die Eigenart der Gesamtausbildung mit ihrem im Endziel dreifachen
Taschenformwechsel ermöglicht außerdem die Anordnung
von 'Innentaschen
des Futterstoffs, die bei dem Austausch der einen Hüllengestalt zwangsläufig zur
Geheimtasche werden, mit dem Ergebnis, -daß selbst die Trägerin der' Tasche nicht
ohne einen vorherigen Gestalts= wechsel derselben vorzunehmen die Geheure tasche
offenlegen kann.
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In den Zeichnungen sind verschiedene Ausführungsbeispiele der Tasche
nach der Erfindung dargestellt, es zeigt: Fig. z eine Seitenansicht der in die Form
einer Besuchstasche gebrachten Tasche nach der Erfindung, -Fig.2 die in eine Beutelform
umgewandelte Tasche und -Fig. 3 die gleiche Tasche in Einkauf- oder Kofferform.
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Fig. q. stellt teilweise - eine Vorderansicht der Stirnfläche dar,
die abwechselnd als Keilstück der Einkaufstasche nach Fig. 3 oder als Bodenstück
der Beuteltäsche nach Fig. 2 Verwendung findet.
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Fig.5 zeigt eine Ansicht auf die andere mit zwei Öffnungen, zweckmäßig
in Form von Reißverschlüssen, versehene Stirnfläche, die bei Benutzung der Tasche
als Koffertasche gemäß Fig. 3 geschlossen bleiben, bei der Benutzung als Beuteltasche
gemäß Fig. 2 aber die Eingangsöffnung der Beüteltasche freilegen oder nach Wünsch
auch verschließen soll.
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Fig. 6 veranschaulicht eine Innenansicht auf die ausgebreitete Taschenzuschnittstafel
mit den auf die letztere gelegten, durch Wellpappe kaschierten Kartonstücken, den
beiden Innen- oder Geheimtaschen und dem im Bildfelde rechts neben den Kartonstücken
gelegenen Keil- bzw. Bodenstück: Fig. 7-ist ein Schaubild bzw. eine seitliche Teilansicht
der zusammengelegten Besuchstaschenach Fig. i und 3 bzw.-eine schaubildliche Bodenansicht
der zusammengelegten Beuteltasche nach Fig. 2.
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Fig. 8 zeigt ein Schaubild einer anderen Ausführung des Keil- bzw.
Bodenstückes nach Fig. q.,. bei dem die mittlere Steppnaht durch eine Geflechtverbindung
ersetzt ist.
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Fig. g zeigt wiederum eine andere Ausführung des Keil- und Bödenstückes,
bei welcher der Verschluß nach dem Beispiel der sogenannten englischen Beuteltüte
durch Kreuzfaltung und Hohlnieten ausgeführt ist.
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Fig. io zeigt das gleiche Keilbodenstück, bei dem die mittlere Verschlußstelle
durch einen Reißverschluß gebildet wird.
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Fig. i i veranschaulicht,die Befestigung des Tragriemens.
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Wie aus den Zeichnungen, insbesondere aus Fig. 6; ersichtlich, wird,die
Tasche. erfindungsgemäß aus einem rechteckigen Baüstoffzu= schnitt, beispielsweise.einerLederplatte
i, gebildet; deren Innenseite mit sechs Kartonstücken 2"211 , 2b belegt ist, die
in bestimmter :Weise 'durch Futterstoff, welcher nicht besc n`ders dargestellt ist,
kaschiert werden.
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,Die Kartonstücke 2 versteifen die breiten Seitenwände a, die
Pappeinlagen 2a; wenn die "Tasche in die Form nach Fig. i und 3 gebracht
wird, den Boden links und rechts vom Längskniff a1. Wird die Tasche hingegen in
die Form nach Fig. 2 gebracht; so versteifen die Einlagen 211 eine der beiden schmalen
Längswände, `nährend die Einlagen 2b bei der Formgebung nach Fig. i und 3 die sich
an die beiden Seitenwände a anschließenden, von ihnen durch die Faltlinien bi getrennten
Oberteile b der Seitenwände a versteifen: Die z. B. in dem Bildfelde der
Fig._6 unterhalb der Mittellinie dl befindliche rechts der Kartonbeläge 2, 2a, 2b
gelegene Baustoffhälfte c dient zur Bildung eines der nicht wersteiften, mit dem
gleichen Bezugszeichen c bezeichneten Keilstückes, während der oberhalb der Mittellinie
a1 gelegene Baustoffteil d zur Bildung des anderen Keilstückes d Verwendung findet.
-Auf jede der durch Futterbelag kaschierten Innenfläche derKartonteile 2 wird eineTasche
aufgearbeitet, welche z. B. auf dem unteren Stück als Falttasche e ausgeführt sein
kann; deren Vorderfläche am freien Rande mit einem Druckknopf g oder einem andern
Sehnellverschluß ausgestattet sein mag, während die andere Tasche als ungefaltete,
dreiseitig am Futterboden angesteppte Tasche f gearbeitet wird, die bei f1 zugänglich
ist. Die äußeren Kanten 3 der Wandteile b bilden nach der fertigen Bearbeitung und
Faltung des in Fig.6 dargestelltenZwischenbearbeitungsstücks eine mit Verschlußmitteln
zu versehende Stoßstelle, welche bei der Formgebung der Tasche gemäß Fig. i an der
Unterkante der um die Faltlinien b1 nach innen geschlagenen Wandteile b waagerecht
liegt, -während sie bei der Formbildung im Bildfelde der Fig. 2 auf der den Faltlinien
a1- entgegengesetzten Schmal-Seite senkrecht und gemäß der Taschenform nach Fig.
3 wieder waagerecht, - jetzt aber längs der Oberkante der hierbei nach oben vorgeklappten
Flächen b verläuft. Sie ist daher mit Verschlußmitteln zweckmäßig in Gestalt eines
Reißverschlusses k versehen, der in der ganzen Breite bzw. gemäß Fig. 2 in ganzer
Höhe der Wandteile b freigelegt werden kann.
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Die Warndteile b sind ferner auf jeder Taschenseite an den Stellen
.I mit je einem Laschenpaar, z. B. aus an einer Stelle eine Schlaufe q# bildenden
Lederscheiben 4.b bestehend, versehen, wobei jede Schlaufe 4.a von einem Drahtbügels
durchquert wird. In den Bügel 5 jedes einander gegenüberliegenden
Schlaufenpaares
kann z. B. das zangenartige Ende 6 eines an sich bekannten Karabinerhakens 7 eingehängt
werden, dessen anderes Ende durch ein Kettengliedgehänge 7d mit einem derEnden eines
sich unter derTaschenlast zu einem Bügel ausbiegenden Tragriemens 8 verbunden wird.
Selbstverständlich kann an Stelle der Torbeschriebenen Hakenverbindung auch jede
andere leicht lösbare Verbindung Anwendung finden.
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Werden die Laschen q. b um ihren ortsfesten Drehzapfen 4. in die durch
Fig.3 ausgewiesene Lage gedreht, so vervollständigen sie in Verbindung mit den Teilen
5, 6, 7, 8 den vollkolmnenen äußeren Eindruck und den-Zweck -einer Einkaufs- oder
Koffertasche.
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Werden die Laschen 4.b aber, nachdem die Wandteile b um die Kanten
b1 einwärts zwischen die sie dann begrenzenden und äußerlich abdeckenden Wände a
eingeschlagen worden sind, so weit gedreht, daß die Bügel 5 im Sinne der Abb. i
aus der Faltstelle nach oben an den Kanten b1 hervorschauen, und von den Zangen
6 der Karabinerhaken 7 erfaßt und zusammengehalten, dann ergibt sich eine Besuchstasche.
Soll die Tasche dabei ohne Tragbügel 8 in Benutzung genommen werden, dann bedarf
es nur derLösung derKarabinerhaken 6 aus den. Bügeln 5. Letztere können gewünschten
Falles paarweise mittels je eines Kneif- oderSchieberringes zusammengehalten werden,
stören aber, einwärts in die Falte zwischen die Wände b gelegt, überhaupt nicht
mehr, da sie äußerlich in dieser Lage nicht mehr sichtbar sind.
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Wenn die Tasche nach Fig. i oder 3 in .eine Beuteltasche nach Fig.2
umgewandelt werden soll, wird dasjenige Ende des Tragriemens 8, welches an dem dem
als Boden dienenden Keilstück benachbarten Laschenbiigel 5 angreift, aus ihm ausgehakt
und dafür in einen Tragring i eingehakt, welcher hei der Form der Tasche nach Fig.
i und 3 einseitig am Boden, nach der Form der Tasche gemäß Fig. 2 dagegen am oberen
Teil der Schmalwand des Taschenkörpers angelascht ist. In diesem Falle bildet also
das Keilstück c jetzt den Boden des Beutels, während der Beuteldeckel durch das
mit zwei Reißverschlußbahnen 9 ausgestattete Keilstück d gebildet wird. Zweckmäßig
werden die Schieber io beider Reißverschlüsse durch eine Kette i i oder eine Schnur
verbunden, so daß durch einen Zug an der Kette i i zu gleicher Zeit beide Schieber
bewegt werden können. Die durch die Verschlüsse 9 gebildete Zunge wird, solange
der Beutel geöffnet bleiben soll; in das Beutelinnere geschlagen, wobei sie sich
gegen die Innenfläche derjenigen Wandung anlegt, welche bei der Taschenform nach
Fig. i und 3 als Boden, bei der Beuteltasche aber als eine der Schmalwände wirkt.
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Bei der Benutzung der Tasche in Gestalt der Abb. i und 3 liegt die
Linie der Zugangsöffnung zur Innentasche e waagerecht, wäh-.,rend die Linie der
Zugangsöffnung f1 zur Innentasche f senkrecht verläuft. Letztere Tasche bildet also
in diesem Falle eine Geheimtasche zur Unterbringung flacher Gegenstände, an die
selbst die Trägerin erst .herangelangen kann, nachdem sie zuvor eine Gestaltsveränderung
aus den Formen gemäß Fig. 1 und 3 in die Form nach Fig.2 vorgenommen hat. Hat die
Tasche aber die Gestalt -nach--Fig. 2, so wirkt die Innentasche e als Geheimtasche,
und die Innentasche f ist frei von oben her zugänglich.
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Statc die Wandbestandteile des Keilstückes c nach Fig. 4. in der Mittellinie
durch eine gesteppte Naht 12 oder mehrgliedrige Metallzwingen 16 zu verbinden, kann
die Stoßlinie auch nach Fig.8 :durch einen Geflechtriemen 13 oder nach Fig. io durch
einen Reißverschluß 1.4 zusammengehalten werden. Dabei kann man :den Schieber des
Reißverschlusses 1.4 zweckmäßig so ausführen, d.aß er an beiden Enden der Reißbahn
völlig außerhalb der letzteren gelangt, um eine vollständige Öffnung der Wandungen
c zu ermöglichen.
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Schließlich kann die Anordnung nach Fig.9 auch so getroffen werden,
daß die Wandteile c bei entsprechendem Zuschnitt durch Kreuzfalte und Nieten 15
geschlossen werden.