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Verfahren zur Unterdrückung von Moireeffekten beim Kopieren von Linsenrasterfilmen
auf Linsenrasterfilme Beim Kopieren von Linsenrasterfilmen auf Linsenrasterfilme
tritt bekanntlich sehr häufig eine gewisse Streifigkeit der Kopien auf, welche durch
Überlagerung des Originalrasters auf das Raster der Kopie zustande kommt. Zur Beseitigung
der Streifigkeit wurden bereits zahlreiche Mittel vorgeschlagen, welche dazu dienen,
den Strahlengang zwischen Original und Kopie zu beeinflussen. Aber auch bei Anwendung
der bisher bekannten Mittel beobachtet man häufig noch eine Streifigkeit, deren
Ursache nicht ohne weiteres feststellbar ist.
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Bei näherer Untersuchung dieser Verhältnisse zeigte sich, daß zwischen
dem Auftreten der Streifigkeit und der Brennweite der Rasterlinsen des Kopiefilms
gewisse Zusammenhänge bestehen. Bei normaler Brennweite der Rasterlinsen des Kopiefilms,
d. h. wenn die Brennweite der Rasterlinsen mit dem Abstand der Rasterlinsenscheitel
von der photographischen Schicht übereinstimmt, beobachtet man trotz Anwendung der
bekannten Mittel noch Streifigkeit. In verstärktem Maße tritt die Streifigkeit auf,
wenn ein Kopiefilm mit Rasterlinsen von kürzerer Brennweite als die normale benutzt
wird. Dagegen wird die Streifigkeit geringer oder verschwindet vollständig, wenn
man einen Kopiefilm mit Rasterlinsen verwendet, deren Brennweite um etwa r z bis
2o °/o größer bemessen ist als der Abstand der Linsenrasterscheitel von der- photographischen
Schicht, also merkbar aus den üblichen, durch Dickenschwankungen des Films bedingten
Brennweitentoleranzen bei Filmen, bei denen die Brennweite der Rasterlinsen gleich
der Filmdicke sein soll, herausfällt. Diese Erscheinungen lassen sich auf folgende
Weise erklären: Moire kann bevorzugt dann entstehen, wenn man mit wenig gebüscheltem
Licht kopiert und das schmale Lichtbüschel, das von dem Punkte irgendeiner Stelle
des Originals ausgeht, die Randzonen der Rasterlinsen trifft. Die Randzonen zwischen
den Rasterlinsen sind häufig nicht scharf ausgebildet, bilden also keine scharfen
Stoßstellen, sondern wohl gar auf einen gewissen Bereich eines jeden Übergangs von
einer Linse zur anderen eher Konkavlinsen. Das schmale Lichtbüschel aber, das gerade
auf eine solche Stelle trifft, wird dann nach allen Seiten auseinandergestreut und
fällt für eine richtige 'Farbwiedergabe aus. Da dieser Fehler mit der Neigung der
Raster zueinander periodisch wiederkehrt, muß auch dieser Farbausfall sich als streifenförmig
wiederkehrender Fehler äußern.
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Die mangelhafte Ausbildung der Stoßstellen der Rasterlinsen ist nun
nicht der einzige Fehler, der auftreten kann. Treffen auf eine Linse L in Abb. z
drei Strahlen S1, S2, S3 auf, so wird bekanntlich der im Zentrum der
Linse
auftreffende Strahl an der Stelle O in der Schicht Sch abgebildet, während die auf
den Rändern der Linse auftreffenden Strahlen 5l und SS in einem Punkte q vereinigt=
werden, der näher der Linse liegt. Die für die ` Aberration charakteristische Strecke
C ist uüi; so größer, je größer die Öffnung *und je stärker gekrümmt die Linse ist,
mit anderen Worten: der Fehler der sphärischen Aberration ist um so geringer, je
länger die Brennweite ist.
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Bei dem Kopierprozeß kann nun, wie in Abb. 2 gezeigt, das durch den
Punkt D hindurchtretende Lichtbüschel die mittleren Teile der gegenüberliegenden
Linse des Kopiefilms treffen; dann wird sich die sphärische Aberration nicht weiter
bemerkbar machen. Es kann aber auch der in Abb. 3 gezeichnete Fall eintreten, bei
dem die von den Punkten Dl oder D2 ausgehenden Lichtbüschel nach dem Austritt aus
den Linsen L1 und L. des Originals gerade die Grenzgebiete zwischen den Linsen L3,
L4 bzw. L4, L;, treffen, so daß das Büschel geteilt wird und ein Teil unter der
einen Linse, ein anderer Teil unter der Nachbarlinse zur Abbildung gelangt. Betrachtet
man die Linse und vergleicht sie mit der Abb. i, so sieht man, daß diese Randstrahlen
sich in q, also näher der Linsenfläche vereinigen müssen. Da die Schicht weiter
entfernt liegt, spalten sich die Bündel wieder auf und beeindrucken die Schichten
in den voneinander getrennt liegenden Punkten Qr und Q2. Da nun die sphärische Aberration
als Ursache dieser Erscheinung, wie oben erwähnt, um so weniger stark eintritt,
je länger die Brennweite der Rasterlinsen ist, muß sich ergeben, daß das Moire um
so weniger stark in Erscheinung tritt, je länger man die Brennweite der Rasterlinsen
nimmt.
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Erfindungsgemäß werden daher zur Unterdrückung solcher Moireeffekte
beim Kopieren von Linsenrasterfilmen auf Linsenrasterfilme für die Kopie Linsenrasterfilme
verwendet, bei denen die Brennweite der Rasterlinsen etwa i i bis 2o11/0 größer
ist als .der Abstand der Rasterlinsenscheitel von der photographischen Schicht.
Der zulässige Betrag der Überschreitung der normalen Brennweite hängt von der Rasterbreite
und der Filmdicke ab, °tznd zwar derart, daß die Abweichung von @It:r #nornialen
Brennweite um so größer sein knn, je größer das Verhältnis von Brennweite zu Durchmesser
der Rasterlinie ist. Eine allzu große Abweichung von der normalen Brennweite muß
vermieden werden, weil schließlich sonst die Farbwiedergabe leiden würde. Innerhalb
der oben angegebenen Grenzen tritt keine ins Gewicht fallende Verfälschung der Farbwiedergabe
ein. Ein Betrag unterhalb i z °/o liegt innerhalb der üblichen Dickenschwankungen
der Emulsionsschicht und ist schwer so reproduzierbar, daß eine gleichmäßig gute
Wirkung auftritt.
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Die Brennweite der Rasterlinsen kann sehr leicht bestimmt werden;
beispielsweise ist die Brennweite der Rasterlinsen normal, d. h. die Brennweite
stimmt mit der Filmdicke überein, wenn die scharfe Abbildung eines praktisch unendlich
weit entfernten Gegenstandes in der photographischen Schicht liegt.
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Das vorgeschlagene Verfahren kann sowohl beim optischen Kopieren wie
beim Kopieren im Kontakt mit Vorteil angewendet werden.