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Lagerstätte zur Aufbewahrung von Kartoffeln Es ist eine bekannte Tatsache,
daß in jedem Jahre :durch unsachgemäße Lagerung bzw. Aufbewahrung von Kartoffeln,
Gemüse u. dgl. ein beträchtlicher Teil an Nahrungsmitteln verdirbt, wodurch dem
Volksvermögen erhebliche Werte verlorengehen. Dabei handelt es sich hier weniger
um Vorkommnisse im ,großen als um solche in den einzelnen Haushaltungen. So ist
z. B. immer wieder festzustellen, daß eine große Zahl der Haushalte, die Kartoffeln
einkellern, bereits Anfang des Jahres stark keimende und daher welk und kraftlos
,gewordene oder infolge Frostes oder zü großen Feuchtigkeitsgehaltes der Kellerluft
arg faulende Kartoffeln besitzt. Der Grund hierfür liegt weniger in der Unachtsamkeit
der Einkellernden bezüglich der Verwendung entsprechender Aufbewahrungsbehälter
als fast ausschließlich in der schlechten Beschaffenheit bzw. Ungeeignetheit des
Kellers selbst, der in dem einen Falle meist zu warm und hell und im anderen Falle
gegen das Eindringen von Kälte und Feuchtigkeit ungeschützt ist. Das vorzeitige
Keimen der Kartoffeln setzt dabei in den Wohnhäusern besonders zeitig ein, wo eine
Dampf-oder Warmwasserheizung im Kellergeschoß untergebracht ist, weil dadurch ;die
Kellerräume einer gewissen Erwärmung ausgesetzt sind. Man hat- schon vorgeschlagen,
Kartoffeln, Gemüse u. dgl. .dadurch dem Verderb zu entziehen, daß man entlang .den
Tragwänden der zur Aufbewahrung dienenden Räume Behälter mit durchbrochenen Wandungen
z. B. aus Drahtgeflecht aufschichtet, die mit Bodenerde gefüllt werden. Diabei war
man von der Überlegung ausgegangen, daß sich Bodenfrüchte, wie Kartoffeln, Obst,
Gemüse u.djgl., in ,gewachsenen Kellerräumen besser frisch halten, da der gewachsene
Boden auf diese Früchte einen günstigen Einfluß ausübt. Insbesondere .sollen -derartige
Lehmbehälter bei Großstadthäusern zur Anwendung kommen. Es ist indessen eine Tatsache,
daß in besondere Behälter gefüllte Erde nach kurzer Zeit austrocknet, und zwar selbst
auch dann, wenn die Behälter durchbrochene Wandungen aufweisen. Solche ausgetrocknete
Erde ist aber als tot zu bezeichnen; jedenfalls kann diese Erde nach kurzer Zeit
die Eigenschaften verlieren, die die Frischhaltung der Früchte bedingen. Ferner
ist die Beschaffung solcher Erdbehälter und das Ein- und Auswechseln dieser mit
:großen Umständen verbunden.
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Für Großbetriebe, beispielsweise für Güter, die sich besonders mit
der Erzeugung von Saatkartoffeln befassen, hat man vorgeschlagen, Lagerhallen für
die Überwinterung vornehmlich
von Frühkartoffeln in die Erde einzubauen,
in denen besondere luftige Keimkästen aufgestellt werden, um auf diese Weise monatelang
eine gleichmäßig tiefe Temperatur zu erzielen. Dabei soll im Frühjahr ohne künstliche
Erwärmung nur unter dem Einfluß des Sonnenlichts in kurzer Zeit eine gleichmäßige
Vorkeimung, und -zwar die Entwicklung kurzer grüner Keime, erreicht werden. Es ist
also festzustellen, daß dieser Vorschlag nichts mit dem Gedanken zu tun hat, für
Haushaltungen insbesondere in Großstädten eine bessere Frischhaltung der eingekellerten
Feldfrüchte zu bewirken.
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Die Erfindung dagegen bezieht sich auf eine Lagerstätte, wie sie in
erster Linie für Haushaltungen, so auch Großstadtwohnungen eingerichtet werden soll,
um die eingekellerten Früchte vor dem Verderb zu schützen. Dabei wird ebenfalls
von der Erkenntnis ausgegangen, daß die ins Erdreich eingelagerten Früchte sich
monatelang frisch halten, wie auch im Landwirtschaftsbetrieb im allgemeinen solche
Früchte zur überwinterung in Mieten aufbewahrt werden. Der grundsätzliche Unterschied
der Erfindung gegenüber den bekannten Vorschlägen besteht darin, daß :gemäß .der
Erfindung die Lagerstelle außerhalb der ,äußeren Fundamentmauern eines Hauses angelegt
wird, so daß sie eine in Tiefe, Breite und Höhe .dem zugedachten Fassungsvermögen
entsprechende Nebenkammer des Kellers bildet, die durch eine verschließbare öffnung
vom Keller aus zugängig ist. Das Besondere besteht dabei ferner noch darin, daß
die Grundfläche dieser Nebenkammer von der Sohle des ausgeschachteten Erdreichs
gebildet wird, die auch dauernd mit dem um das. Mauerwerk hertun anstehenden Erdreich
in unmittelbarer Verbindung bleibt, so daß .die die Grundfläche bildende Erde dauernd
die richtige Feuchtigkeit erhält, d. h. weiter lebt, und so auf die Duner :die zur
Frischhaltung der Früchte erforderlichen Eigenschaften besitzt. Die Seitenwände
und die Decke der Lagerstätte werden aus Ziegelmauerwerk oder Beton ,gebildet, wobei
die Decke wenigstens 1/,m unter der Erdschicht zu liegen kommt, so daß die Lagerstätte
wie ein Berg- oder Felsenkeller nur geringen Temperaturschwanklingen unterworfen
isst. Die Seitenwände der Kellernebenkammer werden dabei tiefer als die Bodenfläche
der Kammer in das Erdreich herabgeführt, um eine Ansammlung von Wasser in der Kammer
zu verhüten. Durch Vorsehung einer entsprechenden Lüftungsanlage werden auf diese
Weise insgesamt die besten Voraussetzungen für eine einwandfreie Aufbewahrung insbesondere
von Feldfrüchten ;geschaffen, wobei der besondere Wert darin gesehen wird, daß eine
solche L agcrstätte in den weitaus meisten Fällen auch schon bei bestehenden Wohnhäusern
nachträglich noch vorgesehen werden kann.
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In der Zeichnung ist ein A.usführungsheispiel des Erfindungsgegenstandes
in Abb. i im Querschnitt und in Abb. 2 im Grundrlß (Schnitt nach Linie A-A der Abb.
i) wiedergegeben.
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Der Keller a ist durch die z. B. durch einen Unterzug abgestützte
öffnung b in der äußeren Hausfundainentwand c mit dem Raum d verbunden, der durch
den Boden e,
Seiten- wände f, Längswand u und Decke h begrenzt wird
und gänzlich innerhalb des das Fundamentmauerwerl> umgebenden Erdreichs liegt. Während
Längswand, Decke und Seitenwände vollkommen wasserdicht und auch in Rücksicht auf
ihre Entlastungsmöglichkeit .ausgebildet sind, wird die Boden$ächee von der Sohle
des ausgeschachteten Erdreichs gebildet und ohne jeden Belag gelassen. Zweck-mäßig
sind die Längswand o- und Seitenwände fbis ein Stück unter die Schachtsohle e durchgeführt
und ist die Bodenfläche e so im Gefälle angelegt, daß z. B. bei starker Regenzeit
eindringendes Wasser zu einer Sammelrinne und von hier durch entsprechende Leitung
zu einem Entwässerungskanal des Kellers abfließen kann, -während durch eine gering
ansteigende Schräglage der Decke k zur öftnung b für eine Entlüftungsmöglichkeit
gesorgt wird.
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Dieser Aufbewahrungsraum d kann nun sowohl für die gleichzeitige Aufbewahrung
von Kartoffeln als auch anderen Feldfrüchten oder sonstigen Dingen dienen, indem
er in mehrere Räume unterteilt wird. Die Kartoffeln können einfach auf den etwas
schrägen Erdbodene gelagert werden, während anderes Lagergut z. B. auch finit Hilfe
von auf den Boden aufgesetzten Rosten aufb.eivahrt werden kann. Dabei kann die öffnung
b auf verschiedene Weise verschlossen werden. Für den Raum zur Kartoffelaufbewahrung
gelangen zweckmäßig sich in bekannter Weise seitlich in U-Eisein i führende Bretter
k zur Anwendung, die hochkant aufeinandergelegt werden und so eine jeweils leicht
auf- und ab. baubare Wand bilden, in der das. unterste Brett -eine verschließbare
Schurrel zur Entnahme der Kartoffeln aufweist.