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Kühlräume und Kühlschränke mit einer Einrichtung zur Vermeidung des
Eintritts von Warmluft während der Offenstellung der Tür Die Erfindung betrifft
'-Kühlräume und Kühlschränke beliebiger Art von der Kleinanlage für den Haushalt
bis zur Großkühlanlage und bezweckt eine Verbesserung der Wirkungsweise solcher
Kühlanlagen mit dem Ziele insbesondere der Vermeidung bzw. weitgehendsten Abdämpfung
von Temperaturschwankungen im Inneren des Kühlraumes.
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Diese Temperaturschwankungen, die vor allem bei Kühlanlagen mit kleinemKühlraum
verhältnismäßig groß sind, aber auch bei großräumigen Kühlanlagen noch recht hoch
sind, werden durch die beim Offnen der Kühlraumtür eintretenden Außenluftmengen
verursacht und wirken sich in sehr ungünstiger Weise auf die in dem Kühlraum befindlichen
Nahrungsmittel, insbesondere animalische Proteinprodukte, wie Fleisch, Fisch usw.,
aus, denn gerade durch Temperaturschwankungen entsteht ein Feuchtigkeitsniederschlag,
der den Zerstörungsprozeß an der Oberfläche dieser Nahrungsmittel begünstigt.
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Schon bei den Großraumkühlanlagen ist die Verhinderung dieser Erscheinungen
ein sehr wichtiges Problem. Selten ist ein großer Kühlraum voll mit Produkten beschickt.
Es findet ein ständiger Wechsel des Beschickens und Herausnehmens statt. Dieses
häufige Be-und Entladen des Kühlraumes und das damit verbundene Hinein- und Herausgehen
verursacht bedeutende Temperaturschwankungen, welche die lagernden Waren ungünstig
beeinflussen.
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Bei Kühlschränken ist die Sachlage noch viel ungünstiger, weil das
Verhältnis von Rauminhalt zur Türgröße noch ungünstiger ist. Bei jedem Offnen der
Tür entweicht die kalte Luft, die sich im Kühlschrank befindet und die schwerer
ist als die Außenltift, und die warme Außenluft tritt in den Kühlraum. Die warme
Luft hat viel mehr Feuchtigkeit, bringt diese Feuchtigkeit in den Kühlraum hinein,
und alle vorher abgekühlten Produkte, die im Kühlschrank verblieben sind, bedecken
sich dadurch sofort mit Feuchtigkeit, und dieser Vorgang wiederholt sich, nachdem
die Produkte wieder heruntergekühlt worden sind, bei jedem Offnen der Tür, mit dem
Ergebnis,
daß dieProdukte anfangen zu fermentieren und zu verderben,
und zwar so schnell, daß sie im Innern des Schrankes in viel kürzerer Zeit verderben,
als wenn sie sich in freier Luft befänden und ohne irgendwelchen Schutz wären.
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Es ist schon vorgeschlagen worden, diese Temperaturschwankungen und
das Eintreten von zudem mit Bakterien stark angereicherter Warmluft durch Anordnung
von Schleusen nach Möglichkeit zu verhindern. Auch hierdurch kann aber allenfalls
ein Teilerfolg erzielt werden.
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Ferner sind Vorrichtungen bekannt,, bei welchen mit dem Offnen der
Tür Klappen o. dgl. betätigt werden, die das Innere des Kühlraumes ganz oder teilweise
abschließen: Die Wirkungsweise dieser Vorrichtungen ist jedoch sehr unvollkommen;
insbesondere behindern sie auch den freien Zugang zum Kühlrauminneren.
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Die Erfindung löst die Aufgabe, den Zutritt von Warmluft bzw. den
Austausch zwischen der Atmosphäre im Inneren des Kühlraumes und der Außenatmosphäre
zu verhindern, in einer außerordentlich einfachen, trotzdem aber sehr vollkommenen
Weise.
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Sie besteht in der Anordnung eines Kaltgasschleiers, der während der
Offenstellung der Tür aus einem Kaltgasvorratsbehälter etwa in Richtung der Türebene
ausströmt. Hierdurch wird die Atmosphäre im Inneren des Kühlraumes gegen die Außenluft
isoliert.
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Dieser Kaltgasschleier besitzt zweckmäßig eine Temperatur, die noch
niedriger ist als die Innentemperatur des Kühlraumes, um so dem Kälte entziehenden
Angriff der Außenluft besser gewachsen zu sein.
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Beispielsweise wird der Kaltgasschleier dadurch erzeugt, daß beim
Offnen der Tür einzwangsläufig finit dieser gekoppeltes V entil geöffnet wird, das
durch eineAnzahl von über die gesamte Begrenzung des Türausschnittes verteilten
und im oder vor dem Türrahmen liegenden Düsen oder kleinen Löchern die Kaltluft,
und zwar unter einem Überdruck, in der Richtung der Ebene der Türöffnung ausströmt.
Gegebenenfalls kann die Ausströmrichtung schwach nach dem Inneren oder auch 'nach
der Außenseite der Kühlanlage hin neigen.
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Die unterkühlte Luft, statt welcher auch unter Umständen ein neutrales
Gas o. dgl. verwendet werden kann, wird aus einem Behälter zugeführt, beispielsweise
einer -flüssige Luft oder flüssige Kohlensäure enthaltenden Vorratsflasche, welche
zweckmäßig in dem Kühlraum bzw. einem von der Kältemaschine ebenfalls gekühlten
Sonderraum angeordnet ist und dadurch selbst gekühlt wird. Hierbei ergibt sich die
wünschenswerte weitere Erniedrigung der Temperatur des den - Schleier bildenden
Gases durch die beim Ausströmen aus der Flasche in bekannter Weise eintretende Abkühlung.
Es wäre aber auch denkbar, beispielsweise mit der Kältemaschine verbunden oder in
deren Betriebspausen einen kleinen Verdichter oder sonstigen Druckerzeuger zu betreiben,
der auf einen in diesem Falle natürlich entsprechend größeren Sonderraum arbeitet
und aus diesem im Augenblick des Offnens der Tür über entsprechende Verbindungsleitungen
(las auf -, bis 3 atü verdichtete Kaltgas durch die möglichst zahlreich anzuordnenden
Düsen über den Türquerschnitt ausströmen zu lassen. plan kann ferner auch eine Gasflasche
zunächst auf den Sonderraum arbeiten lassen und aus diesem die Ausströmdüsen beschicken.
Beim Austritt aus den Düsen entspannt sich die Luft; diese erfährt hierdurch eine
Temperaturverringerung und ist somit viel kälter als die imKühlraum befindliche
Luft, deren Austritt aus dem Kühlraum sie versperrt.
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Der Sonderraum muß einen solchen Vorrat an -kalter Luft enthalten,
daß die Tür notfalls 5 bis io Minuten je nach Einrichtung der Anlage offen gehalten
werden kann, ohne daß die äußere Temperatur eindringen kann. Wenn man einen mit
der v orbeschriebenen Einrichtung ausgerüsteten Kühlraum mit Waren beschickt oder
entlädt, so kann jedesmal, wenn man die Schwelle überschreitet, die Tür geschlossen
werden. Infolge des gebildeten Kälteschleiers kann man fast i Stunde laden und entladen,
ohne daß die Temperatur im Kühlraum geändert wird. Durch elektrische oder akustische
Signal.., die. beispielsweise wirksam werden, sobald der Luftdruck im Sonderraum
auf einen bestimmten Grad abgesunken ist, kann kontrolliert werden, ob die Bildung
bzw. Aufrechterhaltung des Kälteschleiers noch gesichert ist.
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Wird eine Vorratsflasche für Kaltgas unter Druck für die Lieferung
der benötigten Kaltgasmengen verwendet, so kann unter Umständen auf den Sonderraum
verzichtet und die Flasche unmittelbar im Kühlraum untergebracht werden.
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Eine beispielsweise Ausführungsform mit den Merkmalen der Erfindung
ist in den Abbildungen schematisch dargestellt, und zwar zeigt: Abb. i die Vorderansicht
eines Kühlschrankes mit geöffneter Tür, Abb. z einen Horizontalschnitt gemäß Linie
A-B der Abb. i.
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In den Abbildungen ist mit d der Kühlschrank, mit b der Kühlraum bezeichnet.
c ist die Tür, an der in geeigneter Weise ein Len-ker d angeordnet ist, der
mechanisch beim Offnen der Tür gegebenenfalls über ein Ver-
Bindungsgestänge
das Ausströmventil e der das Gas unter Druck vorzugsweise in flüssigem Zustande
enthaltenden Vorratsflasche f öffnet und hierdurch das Gas über die Leitungen g
zum Ausströmen aus den Düsen h. bringt. Die Vorratsflasche, an deren Stelle auch
ein beliebiger anderer Vorratsbehälter, eventuell in Verbindung mit einem nicht
dargestellten Verdichter treten kann, befindet sich in dem von dem eigentlichen
Kühlraum abgetrennten, jedoch gleichfalls gekühlte Luft enthaltenden Raum i.
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Selbstverständlich kann statt der dargestellten mechanischen Steuerung
der Luftzuströmung auch eine solche beispielsweise auf elektrischem Wege mittels
eines selbsttätig beim Offnen der Tür geschlossenen Kontaktes, der beim Wiederschließen
der Tür wieder geöffnet wird, erfolgen.
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Die Arbeitsweise ist nach den vorstehenden Darlegungen ohne weiteres
verständlich; beim Offnen der Tür wird das Ventil e geöffnet, und die Luft strömt
durch die Düsen dc aus, bis mit dem Wiederschließen der Tür auch das Ventil wieder
geschlossen wird. Der gebildete Kaltluftschleier riegelt den Innenraum der Kühlanlage
gegen die Außenluft ab und wird, da er durch die ständig weitergehende Ausströmung
immer wieder ergänzt, wird, auch durch das Hindurchgreifen beispielsweise mit der
Hand nicht zerstört.
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Ein außer dem der Aufrechterhaltung einer gleichmäßig tiefgekühlten
Atmosphäre noch vorhandener Vorteil ist auch der, daß die Temperatur im Innern des
Kühlraumes ständig wesentlich höher gehalten werden kann, als es bisher notwendig"war,
wenn man bei dem häufigen Offnen und Schließen der Türen schnell wieder auf Untertemperatur
kommen wollte. Es wird also an Kosten, die für die Kälteerzeugung aufzuwenden sind,
d. h. an Strom oder Gas, gespart. Trotzdem bleiben die Speisen, Nahrungsmittel usw.
erheblich länger frisch, denn sie sind nicht mehr den schädlichen Temperaturschwankungen
unterworfen.
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Die Erfindung ist nicht auf die vorstehend im einzelnen beschriebenen
und die in den Abbildungen dargestellte Ausführungsform beschränkt, sondern kann
in verschiedener Weise abgeändert werden, ohne von ihrem Grundgedanken abzuweichen.
Die für Großanlagen gegenüber Kleinkühlanlagen sich ergebenden Ausführungsformen
zeigen nur graduelle, keine grundsätzlichen Abweichungen; so wird man bei Großanlagen
mit höheren Überdrücken sowohl in dem Vorratsbehälter für Kaltluft wie auch beim
Ausströmen der Luft aus den Düsen im Sinne der Erzielung größerer Reichweiten arbeiten.