DE67282C - Apparat zur Streckung krumm versteifter Kniegelenke - Google Patents
Apparat zur Streckung krumm versteifter KniegelenkeInfo
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Classifications
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- A61H1/0237—Stretching or bending or torsioning apparatus for exercising for the lower limbs
- A61H1/024—Knee
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- A61H2201/00—Characteristics of apparatus not provided for in the preceding codes
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT\%,
Bei diesem Streckapparat wird zur Anlegung das krumm versteifte Knie so zwischen- die
den Flaschenzug tragenden Ständer Q gebracht, dafs nach Aufsetzen der Kniekappe K der Zug
möglichst senkrecht nach unten geht. Nachdem dann die Rollen W auf die Führungsschienen
R gestellt, wird der Fufs in ■ die Fufsruhe U gelegt, das Wadenstück T durch
den Ledergurt L unterhalb des Knies befestigt und das für den einzelnen Fall passende Gewicht
angehängt. Die Ferse sowie die Stelle, wo der halbkreisförmige Ausschnitt des Brettes
dem Oberschenkel anliegt, sind etwas mit Watte zu polstern.
Um nun die Wirkungsweise und die Vorzüge dieses Apparates gegenüber den bisher zur Beseitigung
der Kniegelenks-Contractur gebräuchlichen Maschinen richtig zu würdigen, ist es geboten, auf die Construction der letzteren kurz
einzugehen. Dieselben (von Bonnet, Busch, Bidder, Burow, Eulenburg, Seit, Strohmeyer)
bestehen sämmtlich ihren wesentlichen Theilen nach aus zwei mit einander gelenkig verbundenen
Hohlschienen für den Oberschenkel und den Unterschenkel und aus einer Schraubvorrichtung,
welche diese beiden Schienen aus einander treibt, indem er den Winkel zwischen
ihnen vergröfsert. Da der Oberschenkel wegen seiner Befestigung im Hüftgelenk und wegen
der sehr viel stärkeren Muskulatur nur ganz unbedeutend nachgeben kann, wirkt fast die ganze
Kraft auf den Unterschenkel, und zwar am meisten auf den unteren, weil nachgiebigeren
Theil desselben. Es wird demnach dieser gewissermafsen als langer Hebelarm benutzt und,
wenn die Verwachsung der Kniescheibe bezw.
die Verkürzung der vorderen Bänder das Nachvorngleiten des Schienbeines verhindern,
wie es ja oft der Fall ist, dadurch das letztere allmälig abgehebelt — subluxirt. Roser sagt
darüber: Treibt man die Schraube zu stark an, so kommt die Kniekehle hohl zu liegen und
die Enden der beiden Schienen erzeugen schmerzhaften Druck. Es scheint auch, dafs
bei zu rascher und ungeduldiger Streckung mehr Gefahr einer Subluxation der Tibia vorhanden
ist, indem die Tibia, wegen des langsameren Nachgebens der vorderen Gelenktheile,
nicht so schnell nach vorn zu rücken vermag, als nöthig wäre. Es geschieht dann um so
eher, dafs sie beim Strecken mit ihrer vorderen Gelenkskante sich anstemmt und abhebelt, sogar
Druckschwung erzeugt, und demnach mit ihrem Gelenkskopf hinten bleibt, während der
Unterschenkel nach vorn rückt. Um der Verschiebung des Tibiakopfes nach hinten vorzubeugen
und entgegenzuwirken, mufs der Druck der Kniekappe mehr auf den Schenkelknochen als auf die Tibia gerichtet werden (Roser,
Handbuch der anatomischen Chirurgie, S. 730). Auch bei übrigens vorsichtiger Streckung pflegt
dieses unangenehme Ereignifs nicht selten einzutreten, da die durch Anziehen der Schraube
gegebene Kraft ruckweise wirkt und in ihrer Stärke nicht mit genügender Sicherheit vorher
bestimmt werden kann.
Bei dem obigen, von mir ersonnenen Apparate sind diese Mängel vermieden: eine
Abhebelung der Knochen, wie oben, erscheint, da die streckende Kraft der Ro s er 'sehen
Forderung entsprechend hauptsächlich auf den Schenkelknochen' und erst durch diesen mehr
auf das hintere Ende des Tibiakopfes wirkt (s. Fig. B), völlig ausgeschlossen. Da die Kraft
nicht, wie bei der Schraube, ruckweise, sondern stetig in einer dem Einzelfalle stets genau
anzupassenden, gleichbleibenden Stärke wirkt, wird die Dehnung der verkürzten Theile erleichtert
und einer Zerreifsung derselben vorgebeugt. Während ferner bei den älteren Apparaten die ganze Extremität verdeckt bleibt
und der Erfolg durch unsichere und mühsame Winkelmessung festgestellt wird, auch bei dem
stets gleichen Angriffspunkte der Kraft leicht Druckstellen entstehen, bleibt hier der gröfste
Theil des Unterschenkels nebst Kniekehle und Oberschenkel für etwaige andere ärztliche Einwirkungen
frei (Massage, bei Fistelöffnungen u. s. w.); das Vorschreiten der Streckung kann
unmittelbar an dem Wege der Räder verfolgt werden, auch ist der Angriffspunkt der Kraft
durch einfaches Verschieben der Kniekappe leicht zu verlegen. Weitere Vorzüge sind, dafs der
Apparat vermöge der stellbaren Seitenschienen für jedes Knie pafst, dafs er, einmal angelegt,
weitere Bedienung nicht erfordert und auch ohne Gefahr dem Laien in die Hand gegeben
werden kann, dafs die Einfachheit der Einrichtung Ausbesserungen selten und leicht
ausführbar macht, endlich dafs er billiger ist als jene. Wesentlich begünstigt wird die
Streckwirkung des Flaschenzuges durch die Anwendung der den Widerstand des Fufses in
der denkbar vollkommensten Weise ausschaltenden Schienen und Rollen.
Es gründet sich also nach dem Vorstehenden der Patent-Anspruch für diesen Apparat
zur Streckung krumm - versteifter Kniegelenke im wesentlichen darauf, dafs durch das Zusammenwirken
der einzelnen genannten Theile die Streckung in einer Weise vor sich geht, die von der an den bekannten Kniestreckvorrichtungen
üblichen darin abweicht, dafs die streckende Kraft am kurzen Hebelarm und unmittelbar
am Sitz der Krankheit angreift, daher theoretisch richtiger wie praktisch sicherer
wirkt und gleichzeitig in einfacher Weise die verschiedenen bei dem Gebrauch der älteren
Maschinen unliebsam hevortretenden Mangel vermeidet.
Claims (3)
1. ein am oberen Ende halbkreisförmig ausgeschnittenes
Brett X, an dessen mittlerem Theil zwei je eine Rolle O tragende Ständer
Q, zwei Rollen N vor den letzteren, sowie zwei Führungsschienen R mittelst
Schrauben befestigt sind;
2. zwei der Länge nach verstellbare, oben mit gemeinsamem Wadenstück T, unten mit
Fufslager U versehene Seitenschienen, deren bogenförmig nach unten verlaufende Enden
durch eine Achse V verbunden sind, an welcher sich zwei in den unter i. genannten
Führungsschienen R laufende Rollen W befinden;
3. ein Ledergurt L, der zur Feststellung des Wadenstückes T der Seitenschienen dient,
und die Kniekappe K, mit welcher auf beiden Seiten der Flaschenzug MNOP
verbunden ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE67282T | 1892-02-23 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE67282C true DE67282C (de) | 1893-03-15 |
Family
ID=340920
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE189267282D Expired DE67282C (de) | 1892-02-23 | 1892-02-23 | Apparat zur Streckung krumm versteifter Kniegelenke |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE67282C (de) |
Cited By (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE919428C (de) * | 1952-01-16 | 1954-10-21 | Fritz Hartig | UEbungsgeraet zur Beseitigung von Ellbogen- oder Kniegelenkversteifungen |
| EP0329222A3 (en) * | 1988-02-17 | 1990-09-05 | Urbain De Moor | Exercise device for a knee or a coxofemural articulation |
| EP0588464A1 (de) * | 1992-09-16 | 1994-03-23 | Sutter Corporation | Übungsgerät für die Kniescheibe |
| AT520510A1 (de) * | 2017-08-08 | 2019-04-15 | Gregor Schaffarik | Vorrichtung zur Anwendung in der Therapie |
| EP4094741A4 (de) * | 2020-01-23 | 2024-06-12 | Biomotion Indústria E Comércio De Equipamentos Para Reabilitação Ltda. | Vorrichtung zur passiven bewegung des kniegelenks |
-
1892
- 1892-02-23 DE DE189267282D patent/DE67282C/de not_active Expired
Cited By (6)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE919428C (de) * | 1952-01-16 | 1954-10-21 | Fritz Hartig | UEbungsgeraet zur Beseitigung von Ellbogen- oder Kniegelenkversteifungen |
| EP0329222A3 (en) * | 1988-02-17 | 1990-09-05 | Urbain De Moor | Exercise device for a knee or a coxofemural articulation |
| EP0588464A1 (de) * | 1992-09-16 | 1994-03-23 | Sutter Corporation | Übungsgerät für die Kniescheibe |
| AT520510A1 (de) * | 2017-08-08 | 2019-04-15 | Gregor Schaffarik | Vorrichtung zur Anwendung in der Therapie |
| AT520510B1 (de) * | 2017-08-08 | 2019-09-15 | Gregor Schaffarik | Vorrichtung zur Anwendung in der Therapie |
| EP4094741A4 (de) * | 2020-01-23 | 2024-06-12 | Biomotion Indústria E Comércio De Equipamentos Para Reabilitação Ltda. | Vorrichtung zur passiven bewegung des kniegelenks |
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