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Schalldämpfer für Feuerwaffen Es sind Schalldämpfer für Feuerwaffen
bekannt, welche einen Durchgangskanal für das Geschoß frei lassen, der von Absorptionsstoffen,
wie Asbest, Metallwolle, Schlakkenwolle, Glaswolle o. ä., umgeben ist. Diesem Dämpfungsglied
wird der Gasstrom durch trichterähnliche, vom Absorptionsstoff selbst umgebene Leitflächen
zugeführt.
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Weiter ist es bekannt, bei Schalldämpfern für Feuerwaffen edenartigen
Leitflächen gegenseitig verschiedene Neigung zu geben und deren freien Durchlaßquerschnitt
in Flugrichtung des Geschosses zwecks Berücksichtigung der Geschoßstreuung allmählich
zu vergrößern.
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Wird das Gas durch die trichterförmigen Leitflächen dem Absorptionsteil
zugeführt, ohne durch öffnungen in der diesen umschließenden Außenwand ins Freie
abgießen zu können, so findet, nachdem der Absorptionskörper einmal mit Gas angefüllt
ist, kein Fließen des Gases mehr statt, sondern die Schallschwingungen pflanzen
sich im ruhenden Gas unter Verringerung ihrer Energie im Absorptionskörper fort.
Da bei ruhendem Gas auf die Schallschwingungen nicht wie bei Strömung eine Richtwirkung
ausgeübt wird, läßt es sich nicht vermeiden, daß Schalls@chwüigungen, die bei einer
Leitfläche eintreten, bei einer der nächstgelegenen wieder in den zum Geschoßdurchlaß
frei gehaltenen Raum -zurückkehren. Da hierbei nur ein geringer Teil des Absorptionsraumes
von den Schallschwingungen durchlaufen wird, sind die in den zum Geschoßdurchlaß
frei gehaltenen Raum zurückgelangenden Schallschwingungen nur unvollständig gedämpft,
gelangen also von dort aus ins Freie und werden als Geräusch empfunden.
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Wird das Gas der Dämpfungseinrichtung so zugeführt, daß es anschließend
durch seitliche oder an der Stirnseite des Außenmantels des Absorptionsteils befindliche
öffnungen abfließt, so füllt das Gas zunächst den ganzen Rauar an und strömt hierauf
auf dem kürzesten Weg durch diese öffnungen ins Freie. Es wird also in diesen Fällen
der Absorptionsteil nur längs einer geringen Strecke i radialer Richtung durchflossen,
infolgedessen sind auch bei solchen Ausführungen .die austretenden Schallschwingungen
nur wenig gedämpft und werden daher als verhältnismäßig starkes Geräusch wahrgenommen.
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Ähnlich sind die Vorgänge, wenn das Gas durch die trichterförmigen
Leitflächen in Teilströme zerlegt wird, welche je zwischen zwei derartigen Leitflächen
dem Absorptionsteil getrennt zugeführt werden, diesen getrennt durchströmen und
auch jeweils getrennt durch öffnungen in der Außenwand des Absorptionsteils austreten.
Auch hier wird der Absorptionsteil nicht auf seiner ganzen Länge, son-,dern nur
längs einer kurzen radialen Strecke vom Gas durchflossen und zur Schwingungsdämpfung
nutzbar gemacht, weshalb die nach außen gelangenden Schwingungen wiederum nur unerheblich
vermindert sind.
Der an sich bekannte, obenerwähnte Absorptionsstoff
dämpft seiner Beschaffenheit entsprechend weit weniger niederzahlige Schwingungen,
als hauptsächlich Schwingungen hoher Frequenz. Diese Eigens,-haft wirbt sich in
verstärktem Maß aus, wenn nicht nur die Gasschwingungen allein in den Absorptionsstoff
eindringen, sondern auch das diese Schwingungen enthaltende Gas, wie oben geschildert,
den Absorptionsstoff durchströmt, da dann das nachfolgende, noch in Schwingung befindliche
Gas die bereits gedämpfte, ruhige Gasmenge vor sich leer schieben und daher einen
großen Teil seiner Scli-,vingungs-und Strömungsenergie hierbei abgeben muß. Dasselbe
gilt für den Fall, wo an Stelle von Gas eine in Schwingungen befindliche Flüssigkeit
sich in dem Dämpfer befindet.
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Di,e Erfindung bezieht sich auf einen Schalldämpfer für Feuerwaffen,
bei welchem der Gasstrom durch trichterähnliche, mit dem engen Ende der Gaseintrittsöffnung
zugekehrte Leitflächen zu einem diese Leitflächen umgebenden, durch Absorption wirkenden
Dämpfungsglied geleitet wird, wobei der Absorptionsteil an seinem in Flußrichtung
gelegenen Ende Auslaßöffnungen aufweist, durch welche die von- den einzelnen Leitflächen
kommenden Gasteilströme, nachdem sie im Absorptionsteil sich aneinanderreihende
Schichten gebildet und den Absorptionsteil durchflossen haben, aus dem Schalläämpfer
austreten. Bei dieser Einrichtung werden einerseits die zu dämpfenden Schwingungen
durch die ganze Länge eines Absorptionskörpers geleitet, andererseits zugleich eine
Erhöhung der Zahl der in den Absorptionskörper geleiteten Schwingungen erzielt und
außerdem die gesamte Masse des Trägers der bereits ,gedämpften Schwingungen zur
Dämpfung der nachfolgenden noch ungedämpften Schwingungen benutzt.
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Die Abbildung zeigt ein Ausführungsbeispiel, dessen Wirkungsweise
nachstehend in Hinblick auf Verwendung zur Schalldämpfung und Mündungsflammenbeseitigung
sowie Rückstoßminderung bei Feuerwaffen erörtert ist.
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Das Gerät ist mit dem Ansatzstück a der Mündung der Feuerwaffe aufgesetzt.
Die an ihrem mit öffnungen b versehenen Vorderende gewölbt zulaufende Außenwand
c umschließt einen schraffiert dargestellten Absorptionskörper d von Hohlzylinderform.
Dem Absorptionskörper legen sich, innen stützend, Leitringe e, f, g und lt an; die
Neigung dieser Leitflächen nimmt gegen die öffnung i, wo das das Gerät in Längsrichtung
durchfliegende Geschoß ins Freie tritt, ab. Zweckmäßig wird für unter Umständen
auftretende Geschoßstreuung mit zunehmender Entfernung von der Mündung der freie
Durchmesser dieser Leitringe größer werdend gewählt. Die an der Laufmündung austretenden
Treibgase dehnen sich nach allen Seiten a-ds,, ebenso verbreiten sich die darin
@enthalten.en außerordentlich starken Schwingungen nach allen Richtungen. Der Hauptteil
der an der Mündung austretenden Treibgase wird von der Leitfläche e, die zu. diesem
Zweck steil gerichtet ist, gefaßt und in den Absorptiorisk@örper d geleitet; in
diesem strömt das Gas in Richtung zu den üffnungen b weiter. Der hinter dem Geschoß
weiterströmende Teil der Treibgase wird durch die allmählich flacher werdenden Leitflächen
f, g und 1i ebenfalls in den Absorptionskörper d gelenkt, ein Teil des Treibgases
gelangt auch hinter dem Ge- -schoß unmittelbar ins Freie. Der Grad des ,allmählichen
Abnehmens der _Neigung der Ledtflächenentspricht der Neigung der Treibgase, in dem
Gerät immer mehr in Längsrichtung zu strömen, je weiter sie sich von der
Laufmündung entfernen. Die von den Flächen f bis li abgeleiteten Gasströme kommen
zu dem von Fläche e in den Absorptionsteil geleiteten Strom hinzu, es entsteht daher
im Absorptionsteil .eine außerordentlich starke Verdichtung des Gases. Da die Eigen-;schwi;ngungszahl
eines in einem Raure befindlichen Gases mit dessen Dichte wächst, wird die Schwingungszahl
des aus der Laufmändung austretenden Treibgasinhaltes, die ja durch die Eigenschwingungszahl
des Gases im Dämpfungsgerät dargestellt ist, im Absorptionskörper erhöht und dadurch
eine wesentliche Verbesserung der Dämpfungswirkung des Absorptionsstoffes infolge
gesteigerten Schwingungsenergieentzugeserzielt. Diese Wirkung ist um so stärker,
als das Gas nicht an der Innenfläche des Absorptionskörpers zunächst nur vorbeistreichen
kann, sondern von Anfang an dessen ganze Länge durchfließen muß. Zugleich wird damit
erreicht, daß der Teil der im Absorptionskörper d strömenden Gasmenge, deren Schwingungen
schon gedämpft sind, von den nachfolgenden noch ungedämpften Schwingungen wieder
angeregt wird und daher diesen ehenfalls von Beginn an Energie entzieht. Außerdem
muß dieser bereits in schwingungslosem Zustand befindliche Gasteil von dem noch
unge.dämpften weitergeschoben werden, wodurch auch dessen Strömungsenergie vernichtet
wird. Die Gesamtmasse der bereits gedämpften Gase wird auf diese Weise zur Dämpfung
des noch ohne Schwingungsminderung folgenden Teiles mittels Entzuges der Schwingungs-
und Strömungsenergie benutzt. Das nach Durchströmen des Absorptionskörpers d schwingungsfreie
Gas tritt durch die öffnungen b des Gerätes ins Freie.
Die beschriebene
Einrichtung kann, wie schon eingangs gesagt, nicht nur für Gase, sondern in gleicher
Weise auch zur Dämpfung von in Flüssigkeiten auftretenden Schwingungen benutzt werden.