DE65670C - - Google Patents

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DE65670C
DE65670C DENDAT65670D DE65670DA DE65670C DE 65670 C DE65670 C DE 65670C DE NDAT65670 D DENDAT65670 D DE NDAT65670D DE 65670D A DE65670D A DE 65670DA DE 65670 C DE65670 C DE 65670C
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bleaching
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Classifications

    • DTEXTILES; PAPER
    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
    • D21CPRODUCTION OF CELLULOSE BY REMOVING NON-CELLULOSE SUBSTANCES FROM CELLULOSE-CONTAINING MATERIALS; REGENERATION OF PULPING LIQUORS; APPARATUS THEREFOR
    • D21C9/00After-treatment of cellulose pulp, e.g. of wood pulp, or cotton linters ; Treatment of dilute or dewatered pulp or process improvement taking place after obtaining the raw cellulosic material and not provided for elsewhere
    • D21C9/10Bleaching ; Apparatus therefor

Landscapes

  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Wood Science & Technology (AREA)
  • Paper (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT. Y&
KLASSE 55: Papierfabrikation.
Die directe Anwendung voh Chlor in gasförmigem Zustande zum Bleichen von Papierzeug ist in der letzteren Zeit immer mehr abgekommen und durch die einfachere Anwendung einer Chlorkalklösung verdrängt worden.
Denn obgleich die sogenannte Gasbleiche entschiedene Vortheile gegenüber der Nafsbleiche besitzt, waren die mit deren Ausführung verbundenen Vorrichtungen so unangenehm, so gesundheitsschädlich für die Arbeiter, erforderten so viel Arbeitskraft und so viel Manipulationsraum, dafs dieses allgemeine Verlassen eines früher beliebten Bleichverfahrens vollkommen begründet erscheint.
• Es ist mir nun gelungen, ein Verfahren zu erfinden, welches alle die angeführten Uebelstände auf einen Schlag beseitigt und der Papierindustrie einen ebenso rationellen, als ökonomischen neuen Bleichprocefs aus einem alten verlassenen Verfahren bietet.
Statt, wie dies bisher geschehen mufste, das zu bleichende Zeug vermittelst Pressen in Rollen oder vermittelst Centrifugen in Kuchen zu formen, vom überschüssigen Wasser zu be-' freien, ferner diese Rollen oder Kuchen zu den Bleichkammern zu führen, dann auf die Etagen in diesen Kammern zu setzen, die Thüren der Gaskammern mit Kitt zu verschliefsen und mit Papier zu verkleben, wodurch ein enormer Zeit- und Chlorverlust bedingt ist, bevor die Arbeiter die fertig gebleichte und geöffnete Kammer betreten können, wird durch vorliegende Erfindung ermöglicht, den ganzen Bleichprocefs in einem continuirlichen Arbeitsgang durchzuführen und dadurch die oben aufgezählten Vornahmen sämmtlich in Wegfall zu bringen.
Zu diesem Zweck wird das Papierzeug bezw. andere Bleichgut nach dem Gegenstromprincip ununterbrochen einem dauernd unterhaltenen Chlorgasstrom unter solchen Bedingungen entgegengefahrt, dafs beide Stoffe sich möglichst andauernd und durchdringend berühren, was dadurch erzielt wird, dafs man das Bleichgut auf einem spiral- oder zickzackförmigen Wege mit dem ihm entgegenströmenden Chlorgas zusammenbringt.
Die zur Ausführung des Verfahrens dienende Vorrichtung kann stehend, geneigt oder auch liegend angeordnet werden, in welch letzterem Falle dann die Fortbewegung des Gutes mittelst Fördervorrichtung zu bewirken ist.
Auf den beiliegenden Zeichnungen ist· als ein Beispiel der Ausführungsweise der Erfindung eine Vorrichtung veranschaulicht, welche sich als sehr zweckentsprechend ergeben hat.
Ein aus chlorbeständigem. Material hergestellter, oben und unten geschlossener cylindrischer Thurm A ist durch waagrechte Zwischenböden α in eine Anzahl von niedrigen Kammern A1 abgetheilt. , Jede der letzteren steht durch einen im Boden befindlichen radialen Schlitz d in Verbindung mit der nächsten Kammer, und zwar sind die Schlitze d so zu einander verrückt, dafs sie sich schraubengangförmig um eine in der Thurmachse angeordnete stehende und gegen den Angriff durch das Chlor gesicherte Welle e
gruppiren, die durch Schneckenradgetriebe g in langsame Drehung versetzt wird und in jeder Kammer mit einem rechenartigen Abstreicher/ besetzt ist. Letztere ordnen sich ebenfalls im Schraubengang um ihre Welle herum an. Das Papierzeug wird ununterbrochen durch den mit Quetschwalzen Z versehenen Trichter k der obersten Kammer zugeführt, während das Streichwerk sich dreht. Das Papierzeug bewegt sich infolge der angeordneten Schlitze d in Gestalt einer schraubengangförmigen dünnen Lage von oben nach unten, die dem Chlorgas zwei breite Berührungsflächen darbietet. Hierbei befördern die über die Kammerböden hinstreichenden Arme regelmäfsig den auf ersteren sich ansammelnden Ueberschufs Zeug den Schlitzen unter Durchmischung mit dem die Kammern erfüllenden Chlor wieder zu. Aus der letzten Kammer befördert das Streichwerk das gebleichte Gut auf eine schiefe Ebene m, welche es nach der Austrittsöffnung m leitet.
Die Zuleitung des Chlorgases erfolgt durch das Rohr h in die unterste Kammer, und strömt dasselbe durch die Schlitze d von Kammer zu Kammer dem Bleichgut entgegen nach dem Abzug i hin.
Die Höhe des Thurmes A und die Zufuhr des Chlorgases, sowie des nassen Bleichgutes müssen in ein solches Verhältnifs zu einander gebracht werden, dafs einerseits vollständige Sättigung des Gutes mit Chlor stattfindet, so dafs dasselbe den Thurm gebleicht verläfst und andererseits das Gas im praktischen Sinne vollständig ausgenutzt am Abzug i anlangt. Die durch den Bleichprocefs im Gut gebildete Salzsäure wird aufserhalb des Thurmes durch Waschen mit Wasser ebenfalls nach dem Gegenstromprincip entfernt und kann zur Chlorgaserzeugung in den Betrieb zurückgeführt werden.
Als Material zur Herstellung des Thurmes dient am vortheilhaftesten gebrannter Thon, und besteht eine sehr zweckmäfsige Art des Aufbaues darin, dafs man die einzelnen Kammern für sich herstellt und gasdicht auf einander setzt. Auf der Zeichnung sind zu dem Zweck die Kammern A1 dadurch gebildet, dafs jeder Zwischenboden α mit einem der Kammerhöhe entsprechenden Rand versehen ist, der sich nach unten über den Boden hinaus fortsetzt (c1) und oben zu einer Rinne c ausgebildet ist, die zur Aufnahme des Fortsatzes c1 der nach oben folgenden Kammer dient und zur Herstellung eines gasdichten Verschlusses mit Kitt gefüllt wird.
Das aus dem Apparat kommende Ze'bg fällt in eine Kammer mit geneigtem Boden, an dessen tiefstem Punkt eine geeignete Fördervorrichtung F bekannter' Construction den Papierstoff an den Ort seiner weiteren Verarbeitung bringt.
Die Gröfse dieser Kammer ist derartig zu bemessen, dafs der Stoff so lange in derselben verweilt, bis der letzte Rest von freiem Chlor infolge Einwirkung auf die färbende Substanz in Chlorwasserstoff übergeführt ist.
Behufs gleichmäfsiger Zuführung des Chlorgases empfiehlt es sich, dasselbe elektrolytisch aus einer chlorhaltigen billigen Verbindung abzuspalten und behufs Erhöhung seiner Bleichfähigkeit den Wirkungen hochgespannter Wechselströme auszusetzen oder mit ozonisirtem Sauerstoff zu vermischen.

Claims (2)

  1. Patent-Ansprüche:
    ι . Ein Verfahren zum Bleichen, von Papierzeug und anderem breiartigen Gut aus pflanzlichen Stoffen, darin bestehend, dafs man das Gut auf einem schraubengangförmig verdrehten oder im Zickzack gebrochenen Wege einem Strom von Chlorgas entgegenführt.
  2. 2. Eine Vorrichtung zum Bleichen von Papierzeug und anderem breiartigen Gut aus pflanzlichen Stoffen, bestehend in einem Thurm mit Einrichtung zur Zuführung des Bleichgutes von oben und des ■ Chlorgases von unten, zusammengesetzt aus einer Anzahl von Kammern (A1), welche durch im Schraubengang zu einander versetzte Bodenschlitze (d) in Verbindung sind, und versehen mit einem in der Thurmachse angeordneten Streichwerk (Welle e mit Sireicharmen f), durch welches letztere der nicht selbstthätig übertretende Theil des Gutes den Schlitzen (d) regelmäfsig zugeführt wird.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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