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Verfahren zum unschädlichen Transport von Massengütern An eisernen
Transporträumen, insbesondere bei Flußlastkähnen, werden immer wieder Zerstörungen
der eisernen Böden und Wände durch besonders starke Korrosion festgestellt. Es wurden
Fälle beobachtet, bei denen die 12 mm starken eisernen Bleche des Schiffbodens in
einem Zeitraum von iljz Jahren lochartig so durchfressen wurden, daß das Schiff=
leck wurde. Da sich innen auf den Böden der Schiffe stets eine Wasser- oder Feuchtigkeitsschicht
befindet, nahm man zunächst an, daß ein zu geringer Korrosionswiderstand der zum
Bau der Schiffe verwendeten Stahlplatten vorliege. Die eingehende Untersuchung zeigte
aber, daß Fehler des Stahlwerkstoffes die Zerstörungen nicht bedingen konnten.
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Es würde nun festgestellt, daß diese Korrosionserscheinungen früher
oder später immer nur dann auftreten, wenn Transportgüter in der Art von Kiesabbränden
verladen wurden. Ist der meist auf dem Boden des Transportgefäßes liegende Bretterbelag
nicht vollkommen dicht, so fällt ein feiner Abrieb des Erzes durch die Ritzen des
Holzbelages auf den eisernen Boden und in die dort befindliche Wasserschicht, in
der sich dann wäßrige Lösungen bilden.
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An sich reagiert ein wäßriger Auszug von Kieselabbränden nur schwach
sauer und könnte daher höchstens flächige, die Dichtheit des Gefäßes erst in sehr
langen Zeiträumen schädigende Korrosionen verursachen. Es wurde aber durch weitere
eingehende Untersuchungen festgestellt, daß die in den Kiesabbränderi zum Teil in
wasserlöslicher Form vorliegenden Kupferverbindungen die eigentliche Ursache des
gefährlichen Lochfraßes sind. Die Kupferionen der von den Kiesabbränden mit dem
Bodenwasser gebildeten Lösung scheiden sich an den Stellen des eisernen Bodens,
an denen der Anstrich oder Überzug auch nur geringfügig verletzt ist, ab und bewirken
hierbei ein durch Lokalelementbildung stark gefördertes, örtliches Inlösunggehen
des Eisens (Lochfraß).
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Man versuchte durch besonders dichte, korrosionshemmende Schutzanstriche
einen Angriff des Schiffbodens durch das Frachtgut zu verhindern. Diese Maßnahme
erwies sich aber als teuer und führte nicht zum Erfolg, weil auf die Dauer keiner
der üblichen Schutzanstriche, z. B. Mennige Asphalt oder Mennige -j-- dicker Kabelfettschicht,
standhält. Die Überzüge enthalten oder bekommen im Betrieb mehr oder weniger große
Poren und Löcher, unter denen dann der durch die Kupferausscheidung bewirkte Lochfraß
auch nach Löschung der Fracht rasch fortschreitet.
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Man könnte daran denken, Spezialschiffe mit besonders dichten Bretterböden
und konstruktiven Schutzmaßnahmen für den Transport solcher Güter zu verwenden.
Das ist jedoch nicht möglich, weil derartige Güter aus wirtschaftlichen Gründen
mit den jeweils gerade an Ort und Stelle zur Verfügung stehenden Transportmitteln
verladen werden
i.iüssen, d. 1i. es müssen praktisch alle Transportmittel
für jede Ladung zur Verfügung stehen. Es müßten also für alle Schiffe diese kostspieligen
Maßnahmen getroffen werden..: Diese Lage hat dazu geführt, daß Hegte; schon zahlreiche
Schiffer sich weigern. Uüe= wertvollen Kiesabbrände überhaupt zti be-: fördern,
um ihre Schiffe vor Schäden zu bewahren.
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Erfindungsgeinä ß wird nun die Erkenntnis, daß Kupferausscheidungen
den Lochfraß bewirken, zu einem überraschend einfachen, billigen und unschädlichen
Verfahren zum Transport derartiger Güter in feuchten oder mit Bodenwasser bedeckten
eisernen Transportgefäßen in der Weise angewendet, daß man immer und nur dann, wenn
Kiesabbrände oder ähnliche Güter verladen werden, auf den nassen eisernen Boden
des Transportraumes Stoffe aufbringt, die eine Ausscheidung der Kupferionen in schädlicher
Form verhindern. Sobald die Ausfällung metallischen Kupfers in Form kompakter Plättchen
verhindert wird, bleibt der lochartige Korrosionsangriff aus und die Bodenwässer
bewirken nur noch nun .ehr langsame flächige Verrostung der Eisenteile.
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Die Verhinderung der Kupferausscheidung in schädlicher Form erfolgt,
wie weitere Untersuchungen zeigten. am besten auf folgenden `Fegen Man bringt alkalische
Stoffe, z. B. Kalk oder Kalkstaub. auf die feuchten Böden der Transl)ortr:iunie.
Dadurch wird dein Grundvasser eine schwache Alkalität erteilt und eine Ausfällung
des Kupfers in Form von Hvdrotvden bewirkt, die keinen Lochfraß hervorrufen. -Man
kann aber auch so vorgehen, daß man dein Bodenwasser vor dein Transport von Kiesabbränden
geringe Mengen solcher Schutzstoffe zugibt, wie sie beim Beizen von Stählen verwendet
werden, um die Auflösung des Stahls zu verzögern (sog. Sparbeizen). Hierzu gehören
z. B. Gelatine, Leim und andere kolloide Stoffe, ferner Teerfettöl, Generatorgaswasser.
Harze, Stärken, Hefen und zahlreiche andere organische Verbindungen, wie z. B. Thioliarnsäure.
Für den vorliegenden Zweck wird man aus der an sich bekannten Stoffgruppe der Sparbeizmittel
diejenigen wählen, die örtlich am billigsten, z. B. als Abfallstoffe, zur Verfügung
stehen. Es genügen im allgemeinen Mengen von weniger als i g je Liter Bodenwasser.
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Es ist an sich bekannt, daß Alkalien und Kalk Säuren abstumpfen und
daß durch Sparbeizen der Angriff starker Beizsäuren auf Stähle verzögert wird. Hier
handelt es sich aber nicht um die Abstumpfung der ja an sich nur sehr schwachen
und verhältnismäßig
| armlosen Säurereaktionen des Bodenwassers, |
| dern es soll die Ausscheidung des Kupfers |
| F1 , mit die lokale Elementbildung in |
| Transporträumen unterdrückt wer- |
| dei . ., euartig ist die Anwendung dieses |
Mittels zur Erreichung eines sicheren und trotzdem billigen Transports von Kiesabbränden
und ähnlichen Massengütern in eisernen Transporträumen.
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Es gelingt so, Schädigungen des eisernen Transportkörpers vollkommen
zu verhindern, wenn das Frachtgut lösliche Kupferverbindungen enthält. Auch alle
anderen löslichen Verbindungen von Metallen, die in der Spannungsreihe edler sind
als Eisen, wirken in gleich schädlicher Weise, und ihr gefahrloser Transport wird
durch die gleichen Maßnahmen ermöglicht.
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Die Zugabe von Kalk o. dgl. erfolgt in einfachster und wirtschaftlichster
Weise, indem man auf die einzelnen - bei Schiffen durch die Spanten gebildeten -
Abschnitte des Bodens die alkalisch wirkenden Stoffe in solchen Mengen einführt,
daß die Kupferabscheidung aus der wäßrigen Erzlösung verhindert wird. Bei späterer
Überholung oder Ruhezeit der Transporträume kann dann der Kalk bzw. Schlamm mit
dein Wasser wieder entfernt werden.
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Da Abfallstoffe, z. B. Kalkabriebe, wie sie bei den Thomaswerken billig
zur Verfügung stehen bzw. Generatorgaswasser verwendet werden können, wird durch
das geschilderte Verfahren erst wieder der wirtschaftliche, ohne Schädigung des
Transportmittels erfolgende Transport dieser wertvollen Massengüter ermöglicht.