DE629014C - Verfahren zur thermischen Nachbehandlung von Kupferoxydulschichten - Google Patents
Verfahren zur thermischen Nachbehandlung von KupferoxydulschichtenInfo
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Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM
21. APRIL 1936
21. APRIL 1936
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 21g GRUPPE 1102
s Ί 04345 viii ei21g
Patentiert im Deutschen Reiche vom 23. April 1932 ab
Die Kupferoxydufschichten der bekannten Kupferoxydulgleichrichterplatten werden
durch Glühen von Kupfer, z. B. bei etwa 10000 C, in sauer stoff hai tiger Atmosphäre
hergestellt. Das geschieht auch nach bekannten Verfahren in der Weise, daß das Kupfer
zunächst in neutralen oder reduzierenden Gasen oder im Vakuum erhitzt wird, wobei
nach Erreichen der Formierungstemperatur Sauerstoff geregelten Druckes zugeführt wird.
Dieses Verfahren hat bekanntlich den Zweck, die Bildung von Kupferoxydul zu verhindern,
um die nachträgliche umständliche und nicht immer einwandfrei zu bewirkende Entfernung desselben zu ersparen.
Die mit Kupferoxydul versehenen Platten werden meist noch einer thermischen Nachbehandlung unterzogen, die
z. B. nach Abschrecken der Platte mit einem Kühlmittel, wie Wasser, in sauerstoffhaltiger
Atmosphäre, Erhitzung auf mittlere Temperatur und darauf wieder erfolgenden Abkühlung
ihren Abschluß findet. Durch diese Verfahren soll der Flußwiderstand der Gleichrichterscheiben
möglichst herabgesetzt und der Sperrwiderstand im Verhältnis zum Bahnwiderstand möglichst hochgetrieben werden.
So hergestellte Gleichrichterscheiben haben im allgemeinen aber nur einen spezifischen
Sperrwiderstand von 1 bis mehreren tausend Ohm/cm2 bei den bisher niedrigen
Spannungen von einigen Volt. Die nach diesem Verfahren hergestellten Trockengleichrichter
eignen sich nur für die Gleichrichtung von geringen Wechselspannungen, z. B. von
V10 Volt an. Dagegen treten oberhalb 10 Volt
prinzipielle Schwierigkeiten auf, da die Sperrschichten für so hohe Spannungen nicht
mehr durchschlagsicher sind. Die Gleichrichter gehen infolge der hohen inneren Feldstärken
wahrscheinlich an einem Wärmedurchschlag zugrunde. Die Gleichrichtung hoher Spannungen wird nur durch die
Hintereinanderschaltung einer unverhältnismäßig großen Zahl solcher Gleichrichterscheiben,
also nur mit erheblichem Aufwand erreicht. Abgesehen von den dadurch bedingten erhöhten Kosten ist bei der großen
Anzahl notwendiger Scheiben mit einer ungleichmäßigen Verteilung der Spannung auf
die einzelnen Scheiben zu rechnen. Dadurch kann es sich bei angespannter Belastung leicht
ereignen, daß zunächst diejenige Scheibe mit der höchsten Spannung durchschlägt und
dann die andern folgen.
Gemäß der Erfindung werden die Kupferoxydulplatten einer besonderen thermischen
Nachbehandlung unterzogen, die darin besteht, daß die Platten sowohl bei einer besonderen
Erhitzung von etwa 10000 C wie
bei der nachfolgenden Abkühlung extrem geringem Sauerstoff druck, z. B. einem Vakuum
*) Von dem Patentsttcher ist als der Erfinder angegeben worden:'
Dr. Ferdinand Waibel in Berlin-Charlottenburg.
oder einer sauerstofffreien. Atmosphäre, aus
gesetzt werden; vermutlich befindet sich dabei der restliche Sauerstoff mit dem gebildeten
Kupferoxydul bei- Beginn "der Abkühlung im Gleichgewichtszustande. Das Verfahren kann
z. B. derart durchgeführt werden, daß man zunächst in an sich bekannter Weise in einem
unter stark vermindertem Sauerstoffdruck stehenden Gefäß eine Anzahl von Kupferblechen
anordnet und diese z. B. auf elektrischem Wege sehr schnell auf eine oberhalb iooo° C liegende. Temperatur erhitzt. Die
Scheiben überziehen sich dabei bekanntlich mit einer dünnen Oxydulschicht, die so lange
weiter wächst, als noch genügende Mengen Sauerstoff im Gefäß enthalten sind. Nach der
Erfindung erfolgt hierauf sowohl das Nachglühen der Platten wie die Abkühlung der
Platten auf Zimmertemperatur, z. B. durch Abpumpen bei extrem niedrigem Sauerstoffdruck.
Diejenigen Flächen, die nicht der Oxydation unterworfen werden sollen, werden zweckmäßig vor der Erhitzung abgedeckt.
Das Verfahren gemäß der Erfindung kann in der Weise durchgeführt werden, daß man
die Platten zunächst in einem Gefäß erhitzt, in dem überschüssiger Sauerstoff vorhanden
ist, daß man jedoch, nachdem der Glühprozeß eine kurze Zeit gedauert hat, den ganzen im
Gefäß vorhandenen Sauerstoff schnell abpumpt und noch für eine kurze Zeit weiterglüht.
Auch die Verwendung eines Gasgemisches, indem man dem Sauerstoff andere weitgehend inaktive Gase beimengt, hat
sich in vielen Fällen als vorteilhaft herausgestellt. Man kann z. B. ein Gemisch von
Sauerstoff mit Stickstoff zur Anwendung bringen, in dem der Partialdruck des Sauer-■
stoffes nur einige Zentimeter beträgt. Es hat sich gezeigt, daß Gleichrichter, die
aus solchen nach der Erfindung hergestellten Kupferoxydullamellen durch Aufbringen von
Elektroden hergestellt werden, außerordentlich hochohmig sind und dabei gleichzeitig
sehr hohe Durchschlagsfestigkeit besitzen. Der Sperrwiderstand solcher Gleichrichter
beträgt etwa 10 Megohm pro Quadratzentimeter. Er kann zuweilen noch gesteigert
werden. Diese Gleichrichter sind imstande, Spannungen von der Größenordnung von etwa 100 Volt einwandfrei zu sperren.
Gegenüber den bisher bekannten Kupferoxydulgleichrichtern bedeutet das aber eine ganz
gewaltige Verkleinerung des notwendigen Aufwandes für Hochspannungsgleichrichter
und macht derartige Trockengleichrichter wirtschaftlich für die Gleichrichtung hoher
Spannungen überhaupt erst brauchbar.
Andererseits sind die nach dem neuen Glühverfahren hergestellten Kupferoxydullamellen
gut geeignet zur Herstellung von Sperrschichtphotozellen, wenn man eine geeignete
lichtdurchlässige Elektrode auf die Oxydulschicht aufbringt. Es ist in diesem Falle allerdings erforderlich, an die Zelle
eine erhebliche Spannung anzulegen, die bis zu etwa 100 Volt betragen kann. Alsdann ist
es jedoch möglich, beim Auf treffen von Licht eine weit höhere Leistungsabgabe der Zelle
zu erzielen als mit den bisher bekannten ZeI-len. Die Leerlaufspannung der neuen Zellen
unter- der bloßen Einwirkung des Lichtes kann bis zu mehreren Zehntelvolt betragen.
Besonders vorteilhaft sind sie auch aus dem Grunde, weil sie ohne Zwischenschaltung
eines Übertragers an den Gitterkreis eines Verstärkerrohres angepaßt werden können.
Die Wirkung des neuen Herstellungsverfahrens beruht vielleicht darauf, daß durch
das Glühen unter vermindertem Sauerstoffdruck und die Durchführung des Glühprozesses
in der Weise, daß der Sauerstoff vollkommen verbraucht wird, sehr sauerstoffarme
Oxydulschichten entstehen, die einen besonders hohen Widerstand zu besitzen scheinen.
Die gleichzeitige Erhöhung der Durchschlagsfestigkeit findet vielleicht darin ihre Erklärung,
daß gleichzeitig die Dicke der sauerstoffarmen Schicht wesentlich stärker ist als
bei dem normalen Herstellungsverfahren. go
Bei der Herstellung der neuen Zellen ist vorteilhaft darauf zu achten, daß der Sauerstoffdruck
während des Glühprozesses so niedrig ist, daß keine Bildung einer oberflächlichen
Oxydhaut stattfindet, so daß die Zellen ohne Anwendung eines Ätzprozesses oder eines
anderen Arbeitsganges, in dem das Oxyd mechanisch entfernt wird, zur Weiterbearbeitung
geeignet sind. Auf diese Weise gelingt es am besten, auf die Oxydulschicht eine nichtsperrende Elektrode aufzubringen, ohne
die Eigenschaften des Gleichrichters in irgendeiner Weise zu verschlechtern.
Eine weitere Verbesserung der neuen Sperrschichtzellen kann noch dadurch herbeigeführt
werden, daß man im Kupfer während des Oxydationsprozesses ein Temperaturgefälle aufrechterhält. Zur Durchführung
eines derartigen Verfahrens kann man z. B. die Platten während der Oxydation auf einer
stark gekühlten Unterlage anordnen und sie durch kräftigen induzierten Wechselstrom
oder durch Bestrahlung heizen. Die gleichzeitige Kühlung und Heizung können in einfacher
Weise derart bemessen werden, daß sich die Vorderseite des Kupfers auf der für die Oxydation notwendige Temperatur von
über looo° C befindet, während die Temperatur an der Rückseite nur etwa 800 bis 900 ° C
beträgt.
Die nach dem neuen Verfahren hergestellten, eine hohe Sperrwirkung besitzenden
Oxydulschichten können auch für andere Zwecke Anwendung finden. Man kann z. B.
die Isolation von Kupferdrähten in der Weise vornehmen, daß man sie einem kurzzeitigen
Glühprozeß in einem Raum mit geringem Sauerstoffgehalt unterwirft. Sie überziehen
sich dann mit einer dünnen Oxydulschicht, die den Vorteil besitzt, bis zu hohen Temperaturen
widerstandsfähig zu sein.
Claims (2)
- Patentansprüche:i. Verfahren zur thermischen Nachbehandlung von Kupferoxydulschichten, dadurch gekennzeichnet, daß zur Erzielung eines besonders hohen Sperrwiderstandes sowohl die thermische Nachbehandlung des Kupferoxyduls bei hoher Temperatur von etwa 10000 C wie die Abkühlung im Vakuum oder in sauerstofffreier Atmosphäre erfolgt.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß im Kupfer während des Glühens ein Temperaturgefälle derart aufrechterhalten wird, daß die Vorderseite des Kupfers auf der notwendigen Oxydationstemperatur von über 10000 C, während die nicht zu oxydierende Rückseite auf etwa 800 bis 900 ° C gehalten wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DES104345D DE629014C (de) | 1932-04-22 | 1932-04-23 | Verfahren zur thermischen Nachbehandlung von Kupferoxydulschichten |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DES0104345 | 1932-04-22 | ||
| DES104345D DE629014C (de) | 1932-04-22 | 1932-04-23 | Verfahren zur thermischen Nachbehandlung von Kupferoxydulschichten |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE629014C true DE629014C (de) | 1936-04-21 |
Family
ID=25998499
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DES104345D Expired DE629014C (de) | 1932-04-22 | 1932-04-23 | Verfahren zur thermischen Nachbehandlung von Kupferoxydulschichten |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE629014C (de) |
-
1932
- 1932-04-23 DE DES104345D patent/DE629014C/de not_active Expired
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