DE623214C - Zweispuriger Wagen, insbesondere Kraftwagen, mit Kreiselstabilisierung - Google Patents
Zweispuriger Wagen, insbesondere Kraftwagen, mit KreiselstabilisierungInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf zweispurge Wagen, insbesondere Kraftwagen und Kraftwagenanhänger,
deren Wagenkörper zur Verhütung oder Abschwächung von Winkels chwingungen um eine oder beide waagerechte
Schwingungsachsen kreisclstabilisiert ist, und hat zum Ziele, den gesamten Wagen im Hinblick
auf eine vorteilhafte Bekämpfung der genannten Schwingungen durchzubilden sowie
die durch die Kreiselstabilisierung gegebenen Verhältnisse gleichzeitig zur Steigerung
sonstiger Fahreigenschaften auszunutzen.
Es ist bekannt, bei zweispurigen Wagen Winkelschwingungen des Wagenkörpers um
die Längsachse (Wankschwingungen) bzw. um die Querachse (Nickschwingungen) dadurch
zu bekämpfen, daß der Wagenkörper' mit einer Kreiselstabiüsierungseinrichtung vergehen
wird, welche ihm um eine oder beide waagerechte Schwingungsachsen Beharrungsvermögen
mitteilt oder ihn den störenden Drehmomenten entgegenrichtet.
Die bisherigen in d'eser Richtung gemachten Vorschläge beschränkten sich jedochlediglieh
auf die Kreiselanlage an sich und beschäftigten sich noch nicht mit der Bauart der Zweispurwagen selbst. Sie setzten voraus,
daß die Kreiselstabilisierung bei Wagen vorgenommen würde, bei denen der Wagenkörper
in der bei den bisherigen luchtkreiselstabilisierten
Wagen üblichen Weise abgefedert ist, d. h. so, daß er durch die ihn
tragenden Federn mit deren gegebenem Rückstellvermögen zugleich um die ideellen waagerechten
Achsen auch aufrecht gehalten wird.
Es hat sich nun gezeigt, daß die Kreiselstabilisierung von derartigen Wagen äußerst
schwierig ist, und zwar bestehen die Schwierigkeiten in der Hauptsache darin, daß zur
Aufnahme der beim Fahren auf unebener Bahn durch, die Federn in den Wagenkörper
gelangenden Drehmomente um die Stabilisie- » rungsachse, selbst wenn die Federn sehr weich
gewählt sind oder sie nur eine schmale Kippbasis besitzen, sehr große uqd mit hoher Drehzahl
laufende Kreisel erforderlich sind, die nicht nur kostspielig sind und durch ihr
Gewicht und ihren Umfang eine Vergrößerung des Wagens bedingen, sondern die auch
so viel Drallenergie benötigen, wie sie weder in Form von Gleichstrom noch von Drehstrom
leicht im Wagen erzeugt werden kann. Insbesondere beim Anlauf ist der Strombedarf
der Kreisel so hoch, daß sich die zu seiner Bewältigung erforderlichen Batterie-
und Dynamoanlagen bei den meisten Wagenarten verbieten. Ein weiterer bei den üblichen
Abfederungen der Kreiselstabilisierung entgegenstehender Umstand ist darin zu erblicken, daß die Gyralkraft, wie die Stabili-
satoreinrichtung auch ausgebildet sein mag, bei länger anhaltenden Drehmomenten nachgibt,
so' daß der Wagenkörper, wenn auch die Schwingungsdauer verlangsamt wird,
*) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder angegeben worden:
Armin Drechsel in Stuttgart.
Schräglagen !einnimmt, in denen er darin
wiederum von der Kreiseleinrichtung festgehalten
wird.
Die vorliegende Erfindung betrachtet das Problem des kreiselstabilisierten zweispurigen
Wagens, hauptsächlich in bezug auf die Gestaltung' des Fahrgestells, die sie von Grund
auf mit aller Folgerichtigkeit danach richten will, günstige praktische und physikalische
ίο" Vorbedingungen für die Kreiselstabilisierung zu erlangen und vermöge dieser gleichzeitig
noch über die Schwingungshinderüng hinaus
verschiedene Fahreigenschaften zu verbessern. Des näheren hat sie dabei vor allem zum
Ziele, die Aufhängung des Wagenkörpers so zu treffen, daß die beim Fahren auf unebener
Bahn um die Stäbilisierungsachse auf ihn wirkenden Drehmomente so schwach und von
so geringer Dauer sind, daß ein entscheidenao der Erfolg der Stabilisierung schon durch
■eine äußerst kleine und wirtschaftliche. Kreiselanlage erreichbar ist bzw. mit einer noch
verhältnismäßig bescheidenen Anlage eine so ■ vollkommene Festlegung im Räume erzielt
werden kann, daß der Wagenkörper um die Stäbilisierungsachse gänzlich reglos liegt.' Das
untechnische harte Gegeneinanderarbeiten von Federn und Kreiselelement soll weiter auch
Zi aus! dem. Grunde beseitigt werden, um hohe Beanspruchungen der Bauteile zu vermeiden
und die Räder, was die Schleudersicherheit erhöht, mit gleichmäßigeren. Drücken über
die Bodenunebenheiten rollen zu lassen. · ca - Die wesentlichste Eigentümlichkeit der Erfindung
besteht darin, daß der kreiselstabili- » sierie Wagenteil an den ihn tragenden Wagenteilen
durch, um die Stabilisierungsachse nur schwache Drehmomente übertragende Verbin-■*;
düngen, wie Drehzapfen, Lager, Gelenke u. dgl., angebracht ist, die in der in der Richtung
der Stabilisierungsachse durch den Schwerpunkt des kreiselstabilisierten Teiles
gehenden Vertikalebcne angeordnet sind. -.. Die Zeichnungen zeigen Ausführungsbeispiele
der Erfindung.
Abb. ι und Abb. 8 beziehen sich auf einen
Wagen, bei dem die Winkelschwingungen des Wagenkörpers. (d.i. des Wagenrahmens samt
allen auf ihn kufgebauten Teilen, wie Wagenkasten, Maschinenanlage usw.) um die Längsachse
abgeschwächt oder vermieden werden sollen, Abb. 8 zeigt die Kreiselstabilisierungseinrichtung, Abb. ι die perspektivische Ansicht
des Fahrgestells. Der fest am Wagenrahmen anzubringende Wagenkasten und die gleichfalls
in üblicher Weise angebrachte Maschin nenanlage sind der größeren Deutlichkeit
wegen in der . Zeichnung fortgelassen. Der
Wagenrahmen 1, ein solcher der Rohrtype, ist in der Mitte sehr tiefliegend, vorn und hinten
hochgekröpft und mit je einem waagerechten Zapfen durch axial in der Längsachse a-b
des Wagens regende Lager 4 und 5 in der Mitte der Wagenachsen 2 und 3 angelenkt, so
daß sich die Lager mit dem Schwerpunkt des Wagenkörpers in. einer Vertikalebene befinden.
Die Wagenachsen sind starr und sichern die Räder gegen seitliches Kippen, ohne dadurch
hervorgerufene Kräfte auf den Wagenkörper zu übertragen. Die Beschleunigungs- und Verzögerungsgegendrücke werden von
den Lagern 4 und 5 aufgenommen, die auch die' Wagenacüsen in richtiger Weise führen.
Die die Verbindung zwischen Wagenkörper und Wagenachsen ergebenden Lager 4 und 5
sind so hoch angeordnet, daß sich der Schwerpunkt des Wagenkörpers unterhalb der die
beiden Lager verbindenden Linie befindet.
Am Wagenrahmen 1 ist eine Kreiselstabilisierungseinrichtung
6 (s. auch Abb. 15) angebracht.
.'. Diese besitzt ein Schwungrad, das sich in einem Gehäuse 30 um eine waagerechte Achse
h-i dreht. Das Gehäuse ist oben und unten mittels senkrechter Zapfen 31 und 32 in einem
Rahmen 33 am Wagenrahmen gelagert, also um die Achse j-k, die senkrecht zur Achse h-i
steht, drehbar. Zugfedern 34 und 35 halten die Rotationsachse des Kreisels immer möglichst
senkrecht zur Symmetrieebene des go Wagens und verhindern, daß sich der Kreisel weiter als etwa 450 aus der Mitteüage herausdreht.
Der Pfeil 37 zeigt die Fahrtrichtung des Wagens bei Vorwärtsfahrt. Der Pfeil 38
gibt den Drehsinn des Rotors des Stabilisators an, der entgegengesetzt jenem der Wagenräder-
bei Vorwärtsfahrt ist.
Beim Fahren über Unebenheiten vollführen die Wagenachsen 2 und 3 Winkelschwingungen
um die Längsachse des Wagens. Da die Wagenachsen jedoch infolge der genannten
Verbindung mit dem Wagenrahmen auf diesen außer schwachen, durch die Lagerreibung bedingten
Drehmomenten keine Kräfte um die Aufhängeachse übertragen können, fällt es
dem kleinen Kreisel 6 leicht, das Mitschwingen des Wagenkörpers zu verhindern oder ein
Von-selbst-ins-Schwingen-Geraten desselben zu unterbinden. Da sich der Schwerpunkt des
Wagenkörpers unterhalb der Aufhängeachse a-b befindet, sucht sich der Wageinkörper
allen neigenden Einflüssen entgegen selbsttätig aufrecht zu halten. Dies ist von Wichtigkeit, da der verwendete Kreisel nur eine
momentan fixierende Wirkung ähnlich der eines starken Trägheitsmomentes ergibt, so
daß anhaltende Drehmomente den Wagenkörper aus seiner Lage bringen wurden, wenn
er labil oder indifferent aufgehängt wäre. Vermöge seiner Wirkung als Pendel behält
der Wagenkörper auch auf seitlich abfallender Straße und beim Versagen des Kreisels
seine aufrechte Lage bei. In der Kurve hingegen übt die Fliehkraft einen drehenden Einfluß
auf den Wagenkörper aus, so daß die Schwerkraft überwunden wird. Der Wagenkörper
neigt sich hierbei aber, da sich sein Schwerpunkt unterhalb seiner Aufhängeachse
befindet, im Gegensatz zu den bekannten Wagen mit dem Oberteil nach der Krümmungsinnenseite,
und zwar in jeder Phase so
ίο weit, bis sich das Drehmoment der Schwerkraft
und das Drehmoment der Fliehkraft die Waage halten, so daß die Insassen die Fliehkraft
also nicht mehr als seitliches Wegdrän-■ gen ihres Körpers bemerken. Diese Wirkung
ist vorhanden, gleich, ob die Kurve eben, überhöht, unterhöht; überüberhöht oder unterüberhöht
angelegt ist. Die Kreiseleinrichtung verhindert auch während der Kurve jede schnelle
Winkelschwingung des Wagenkörpers um die
ao Längsachse. Nach dem Verlassen der Kurve
schwenkt der Wagenkörper infolge seiner Eigenschaft als Pendel wieder in die aufrechte
Lage zurück.
Der in Abb. 8 dargestellte Kreisel ergibt
as keine Behinderung der Neigung des Wagenkörpers
nach der Innenseite der Kurve beim Beginn derselben und verhindert auch nicht
das Wiederaufrichten beim Einfahren in die Gerade. Geht der Wagen beispielsweise in
eine Linkskurve im Sinne des Pfeiles 39, so übt die Zugfeder 34 zufolge der Drehung des
Wagens um die Hochachse einen Zug auf die linke Seite des Stabilisators aus, durch
welchen dieser im gleichen Sinne, also um seine eigene Hochachse j-k, mitgedreht wird.
Ein Kreisel sucht sich aber bei auf ihn wirkenden Drehmomenten mit seiner Rotationsachse
parallel zur Drehachse der Drehmomente einzustellen, wobei seine Präzession nach derjenigen
Richtung hin erfolgt, in der sich die Richtung des Kräftepaares mit jener der
Rotation deckt. Der verwendete Kreisel erzeugt deshalb während seiner durch die Zugfeder
bewirkten Drehung um die Vertikal achse ein Drehmoment, welches den Wagenkörper im Sinne des Pfeiles 40 um die Längsachse
a-b zu neigen sucht, so daß also keine Behinderung, sondern eine Förderung der
Neigung des Wagenkörpers beim Eintritt in die Kurve erfolgt. Nach der Beendigung der
Kurve sucht der Kreisel den Wagenkörper zufolge
eines Zuges der Feder 3 5 nach dem gleichen Gesetz wieder aufzurichten. In der
Rechtskurve geht der beschriebene Vorgang umgekehrt vor sich, d.h. bei Drehung des
Wagens wie des Kreisels im Sinne des Pfeiles 41 sucht der Kreisel den Wagenkörper im
Sinne des Pfeiles 42 zu neigen und beim Verlassen der Kurve wieder aufzurichten.
Abb; 2 zeigt Radabfederungen für Straßenwagen. Auf der linken Seite ist die Hälfte
einer Wagenachse dargestellt, die auf jeder Seite eine mit nichtgezeichneter Schraubenfeder
versehene Teleskopführung 8 nach Art des Lanciawagens besitzt. Die beiden TeIeskopführungen
sind durch ein starres Querstück verbunden, auf welchem das Lager 4
bzw. 5 sitzt.
Nach Abb. 2, rechte Seite, geschieht die Abfederung durch zwei querliegende Blattfedern
10, 10, die gleichzeitig beide Räder verbinden und führen. Die beiden Blattfedern
sind in der Mitte am Stück 9 befestigt, so daß die Räder nicht seitlich kippen können. Im
Mittelstück 9 ist auch das Lager 4 bzw. 5 für den Wagenrumpf angeordnet.
Auf der rechten und linken Seite der Abb. 2 sind Kotflügel dargestellt, die derart angeordnet
sind, daß sie eine stärkere Innenneigung des Wagenkörpers nicht durch frühzeitiges
■Streifen an den Rädern beeinträchtigen. Links sind die Kotflügel 7 der Vorderräder an deren
Telesfcopfijhrungen angebracht, so daß sie sich mit der Vorderachse statt mit dem
Wagenkörper bewegen. Rechts dagegen sind die Kotflügel durch ,einen Querträger mit '
dem Achsmittelstück verbunden, wodurch gleichfalls ein Anstreifen in der Kurve vermieden
wird.
Nach Abb. 3 umfaßt die Achse eines Straßenwagens zwei Schwinghalbachsen 12 und 13,
die am Lager 4 bzw. 5 gegenüber dem Wagenkörper drehbar sind und von einer Blattfeder
14 abgestützt werden, welche im Gegensatz zu den bekannten Bauarten jedoch nicht
fest am Wagenkörper, sondern gleichfalls durch das Lager 4 bzw. S drehbar an demselben angebracht ist.
Beim Überfahren eines Hindernisses mit einem Rad erfolgt eine Drehung der Wagenachse
um den Auflagepunkt g des ungehobenen Rades am Boden, und der hochliegende
Aufhängepunkt der Achse wird seitlich in der Richtung c-d verschoben und nimmt dabei
den Wagenkörper mit. Die Achse nach Fig. 4 besitzt ein Mittelstück 16, das auf einer Querblattfeder
fest angebracht ist und oben auf beiden Seiten Arme aufweist, an denen je ein
waagerechter Lenker angreift, welcher das Rad auf seiner Seite führt. In dem Mittelstück
16 der Achse ist ein Lenker 15 senkrecht stehend gelagert, der oben das Lager 4
bzw. S des Wagenrumpfes bildet, das durch Federn seitlich gegen die erwähnten Arme
abgefedert ist. Diese Bauart der Achse ergibt nur geringe seitliche Drücke auf den
Wagenkörper.
In Abb. 5 ist das Beispiel einer Vorrichtung dargestellt, durch welche durch einseitige
Belastung entstehende Neigungen des Wagenkörpiers ausgeglichen werden können. Diese Vorrichtung arbeitet mit einem Ge-
wicht 26, das auf Schienen 27 quer zum Wagen verschiebbar ist und mittels einer am Instrumentenbrett
angebrachten Handkurbel 28 und '.Seilen 29 bewegt wird.
Die Verschiebung' des Gewichts könnte auch selbsttätig, beispielsweise durch einen von ■einem Pendel gesteuerten umsteuerbaren Elektromotor, bewirkt werden.
Die Verschiebung' des Gewichts könnte auch selbsttätig, beispielsweise durch einen von ■einem Pendel gesteuerten umsteuerbaren Elektromotor, bewirkt werden.
Statt 'eines festen Gewichts könnte auch durch eine Pumpe Flüssigkeit von der einen
nach der anderen Wagenseite gebrächt werden usw.
Der Wagenkörper kann auch mittels zwei
axial hintereinander angeordneter Lager auf jeder Wagenachse gelagert sein.
Als Lager 4 und S kommen. Gleitlager, Kugellager, Rollenlager u. dgl. in Betracht,
die eine vollständige ,oder winkelmaßig beschränkte Drehung der verbundenen Teile
gegeneinander zulassen, ferner Gelenke, durch die der gleiche Zweck erreicht wird, wie z. B.
zwei in einer Drehachse liegende Kugelgelenke. " Statt metallischer Verbindungen können
auch teilweise oder ganz aus elastischem Material bestehende Verbindungen benutzt
werden, die Drehmomente geringerer Größenordnung übertragen.
Die Achsen der Drehzapfen bzw. der sonstigen Verbindungen für die Lagerung des
Wagenkörpers an den Wagenachsen können statt waagerecht auch etwas geneigt ausgeführt
werden. Es ist nicht nötig, daß sie untereinander fluchten.
Die Kreiselstabilis'erungseinrichtung kann auch aus einem Kreisel mit senkrechter Rotationsachse
und waagerechter querliegender Präzessionsachse gebildet sein, ferner aus zwei
Kreiseln mit senkrechten Rotationsachsen und waagerechten querliegenden Präzessionsachsen
oder zwei Kreiseln mit waagerechten querliegenden Rotationsachsen und senkrechten
Präzessionsachsen usw. Kommen zwei Kreisel zur Stabilisierung um eine Achse zur Verwendung, so können· die Kreisel untereinander
auch gegenläufig rotieren.
Kommen Kreisel zur Anwendung, die beim Kurvenfahren das Innenneigen bzw. Aufrichten
des Wagenkörpers nicht oder nicht genügend fördern, so können Schwungmassen
im Wagenkörper angeordnet werden, die um eine feststehende Querachse im entgegengesetzten
Sinne wie die Wagenräder bei. Vorwärtsfahrt rotieren und den Wagenkörper
beim Ein- und Ausfahren in bzw, aus der Kurve rascher in die neue Gleichgewichtslage
bringen.
Der Schwerpunkt des Wagenkörpers kann ferner auch in oder über der Aufhängeachse
liegen und die Kreiselstabilisierungseinrichrung mit Mitteln zur automatischen Präzessionsbeschleunigung
der Kreisel versehen sein.
Hierbei arbeitet die Kreiselanlage in bekannter Weise entsprechend derjenigen der Einschienenbahn.
Statt nur zwei Achsen kann der Wagen drei oder noch mehr Achsen besitzen.
Statt des ganzen Wagenkörpers kann auch nur ein Teil des Wagenkörpers in der oben
beschriebenen Weise aufgehängt und kreiselstabilisiert werden, während der übrige Teil
des Wagenkörpers an einer Wagenachse oder den Wagenachsen derart befestigt ist, daß
er durch diese aufrecht gehalten wird.
Die Drehbewegung des Wagenkörpers gegenüber den Wagenachsen kann durch an
der Achse oder am Wagenkörper angebrachte Anschläge begrenzt sein. Diese Anschläge
werden zweckmäßig durch Federn oder elastisches Material gebildet, damit sie sanft wirken.
Zweckmäßig kann der Wagenkörper im Notfalle oder bei stehendem Wagen durch
Blockierungsmittel gegenüber einer oder mehreren Achsen festgestellt werden.
In den Fig. 6 und 7 ist in einer Seitenansicht und einem Querschnitt ein Kraft- 3s
wagen dargestellt, bei dem der Wagenkasten auch keine Nickschwingungen ausführt. Auf
dem Wagenrahmen 17, der in Lagern 4 und 5 an den Wagenachsen um die Längsachse drehbar
aufgehängt ist, so daß die Wagenachsen um die Längsachse keine nennenswerten Drehmomente
auf ihn übertragen können und er · durch den Stabilisator 6 leicht gegen Kippschwingungen
im Räume festgelegt werden kann, ist in Lagern 19 und 20 auf Armen 17'
der Wagenkasten 18 um die- Querachsee-/ drehbar aufgehängt, so daß er keine starken
Drehmomente um diese Achse aufnimmt. Die Vorder- und die Rückwand des Wagenkastens
sind nach Kreisbogen gekrümmt, deren Mittelpunkte mit der Achse«-/ zusammenfallen.
Eine Kreiselstabilis'erungseinrichtung 21 hält den Wagenkasten gegen Winkelschwingungskräfte
um die Querachse fest, und ein in der Fahrtrichtung auf einer Bahn verschiebbares
Gewicht 26' gestattet den Ausgleich vorderen oder hinteren Übergewichts. Da sich bei der
vorliegenden Bauart der Führersitz in dem drehbar aufgehängten
Wagenkasten be1fma^e^*wird':**3ie~Wirkung des j.10
Lenkrades, der Pedale usw. vom nickschwin- 1 ungsfreien Wagenkasten auf das Nickschwin- I
gungen ausführende Fahrgestell übertragen. ' Die Lenksäule ist zu diesem Zweck unterteiltT1
und die beiden Glieder 22 und 23 besitzen an den einander zugekehrten Enden Kardangelenke,
zwischen denen ein Lenkerviereck eine Änderungen des Abstandes zulassende Verbindung
herstellt. Die Übertragung der Gasregelung, Kupplungsbedienung und Bremsbetätigung
kann durch ähnliche mechanische Einrichtungen oder Bowdenkabel oder Öl-
druck geschehen. In Fig. 6 ist gestrichelt ein vorn an der Wagenachse und hinten
am Wagenrahmen angelenkter Kotflügel 25 dargestellt. Da sich der Vorderteil dieses
Kotflügels mit der Achse bewegt, wird ein Anstreifen der Räder vermieden.
Der vorstehend beschriebene Wagen ist auch ohne Kreiselstabilisierung um die Längsachse
ausführbar.
Der Wagenkasten kann ferner mit der Maschinenanlage, dem Kofferbehälter usw. auf
einem zweiten Rahmen vereinigt sein, der um die Querachse drehbar auf dem Fahrgestell
aufgehängt und kreiselstabilisiert ist.
Befindet sich der Schwerpunkt des gegen Nickschwingungen stabilisierten Teiles unter
dessen Aufhängeachse, so ist zweckmäßig mit der Betätigung des Gas- und des Bremspedals
eine Feststellung des um die Querachse stabilisierenden Kreiselelements in der Präzessionsachse
verbunden, so daß die Stabilisierung um die Querachse während der Beschleunigung
oder Verzögerung des Wagens aufgehoben wird und der um die Querachse drehbar
aufgehängte Teil vermöge seiner Eigenschaft als Pendel in die Stellung schwenkt,
in der die Beschleunigung bzw. Verzögerung des Wagens von den Insassen nur mehr als
stärkerer Sitzflächendruck bemerkt wird.
Claims (12)
1. Zweispuriger Wagen, insbesondere Kraftwagen,- mit Kreiselstabilisierung zur
Verhütung oder Abschwächung von Winkelschwingungen des Wagenkörpers um eine oder beide waagerechte Schwingungsachsen beim Fahren über Unebenheiten,
dadurch gekennzeichnet, daß dar kreiselstabilisierle ganze Wagenkörper bzw. ein
Teil (z.B. 18) desselben an den ihn tragenden Wagenaclisen (2, 3) bzw. tragen-,
den Wagenteilen durch Gelenkverbindungen aufgehängt ist, deren Drehachsen (4, 5
bzw. 19, 20) in der jeweiligen Vertikalebene bzw. den Vertikalebensn liegen, in
der bzw. in denen der stabilisierte ganze Wagenkörper bzw. Wagenteil in der jeweiligen
S'.abilislerungiachse ausgewogen ist.
2. Wagen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an einem die Wagenaclisen
verbindenden Rahmen oder Träger der eine Teil des Wagenkörpers f;st angebracht
und ein Teil um eine Querachse (19, 2O1) drehbar aufgehängt und kreiselstabilisiert
ist.
3. Wagen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Wagenrahmen (17)
oder Träger (r) in der Mitte der Wagenachsen (2, 3) um die Längsachse drehbar
aufgehängt und kreiselstabilisiert ist und der Wagenkörper oder ein Teil (18) desselben
an dem Wagenrahmen oder Träger um eine Querachse (19, 20) drehbar aufgehängt
und durch eine zweite Kreiselanlage (21) um diese stabilisiert ist.
4. Wagen nach den vorstehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß
sich der Schwerpunkt des kreiselstabilisierten Teiles unterhalb der Aufhängeachse
befindet.
S- Wagen nach den vorstehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß die
Wagenachsen als Schwingachsen oder Achsen mit unabhängiger Federung der Räder ausgebildet sind (Fig. 2 und 3).
6. Wagen nach den vorstehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß
eine einseitige Belastung durch Verlegen von Gewicht (26, 26') im stabilisierten
Wagenteil ausgeglichen wird.
7. Wagen nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, <laß das Verlegen des Gewichts
selbsttätig erfolgt.
8. Wagen nach den vorstehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß der
stabilisierte Wagenteil an dem ihn tragenden· Wagenteil feststellbar ist.
9. Wagen nach den vorstehenden Ansprüchen, gekennzeichnet durch die Neigung
des: Wagenkörpers, nicht mitmachende Kotflügel (7, ir, 25).
10. Wagen nach den vorstehenden Ansprüchen mit Kreiselstabilisierung um die
Längsachse, gekennzeichnet durch einen Kreisel mit senkrechter Präzessionsachse,
unpräzediert im Wagen querstchender Rotationsachse und entgegengesetzt den Wagenrädern bei Vorwärtsfahrt umlaufen-.
dem Rotor (30, Fig. 8).
11. Wagen nach den vorstehenden An-Sprüchen
mit Kreiselstabilis'erung um die Längsachse, gekennzeichnet durch eine
Schwungmasse oder Schwungmassen mit querl'egender fester Rotationsachse und
Umdrehungssinn entgegengesetzt zu jenem der Wagenräder bei Vorwärtsfahrt.
12. Wagen nach den vorstehenden Ansprüchen, gekennzeichnet durch eine mit
selbsttätiger Beschleunigung der Präzession arbeitende Kreiseleinrichtung. no
Hierzu ι Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE623214T | 1930-05-11 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE623214C true DE623214C (de) | 1935-12-21 |
Family
ID=6577823
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1930623214D Expired DE623214C (de) | 1930-05-11 | 1930-05-11 | Zweispuriger Wagen, insbesondere Kraftwagen, mit Kreiselstabilisierung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE623214C (de) |
Cited By (6)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
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| DE1580783B1 (de) * | 1966-03-31 | 1970-10-29 | Summers Thomas Osmond | Kreiselstabilisiertes Fahrzeug |
| EP0098657A1 (de) * | 1982-07-02 | 1984-01-18 | Nagron Steel and Aluminium B.V. | Stabilisiertes System mit einer Eigenfrequenz |
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-
1930
- 1930-05-11 DE DE1930623214D patent/DE623214C/de not_active Expired
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