DE622373C - Verfahren und Vorrichtung zur Vitaminisierung von Wollfett oder Wollfettalkoholen fuer kosmetische Hautkreme - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Vitaminisierung von Wollfett oder Wollfettalkoholen fuer kosmetische HautkremeInfo
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Description
- Verfahren und Vorrichtung zur Vitaminisierung von Wollfett oder Wollfettalkoholen für kosmetische Hautkreme. Es ist bekannt, daß das Hautfett der Säugetiere und somit auch das Wollfett Cholesterin und Ergosterin enthält und. daß sich unter der Einwirkung der unmittelbaren Sonnenstrahlen oder unter den Strahlen einer Quecksilberquarzlampe aus dem Ergosterin des Hautfettes je nach der Bestrahlungsdauer mehr oder weniger Vitamin D bildet. Der Bildung von Vitamin D bei unmittelbarer Sonnenbestrahlung folgt aber bekanntlich eine Zerstörung desselben, wenn diese Bestrahlung zu lange anhält.
- Die Bestrahlung von cholesterin- und ergosterinhaltigen Stoffen ist bisher schon auf verschiedene Weise durchgeführt worden, doch weisen diese Verfahren alle mehr oder minder große Mängel auf. So wurde die zu bestrahlende Substanz zuerst auf Quarzkugeln oder Sandkörner aufgetragen, oder sie wurde während der Bestrahlung in dünner Schicht durch Rühren in Bewegung gehalten oder auf einem rotierenden Walzenstuhl in dünner. Schicht an einer Quarzlampe vorbeigeführt. Im ersten Fall ist eine für Fabrikationszwecke ausreichende Leistung nicht zu erzielen, im zweiten Falle wird die Oberfläche der Substanz wahllos mit der ganzen Masse dauernd vermischt, so daß die dem Licht ausgesetzte Oberflächenschicht nicht genügend Zeit hat, größere Mengen von Vitamin zu bilden. Im dritten Falle findet gar keine Durchmischung statt, vielmehr wird nur die dem Licht zugewendete Seite der überdies nicht geschmolzenen und daher lichtundurchlässigen Substanzschicht bestrahlt, und zwar durch die Rotation des Walzenstuhls nur so kurze, höchstens einige Sekunden Währende Zeit, daß dabei von einer erheblichen Vitaminbildung kaum die Rede sein kann.
- Ferner wurde vorgeschlagen, das flüssige Bestrahlungsgut auf einem zum Kippen eingerichteten Blech zwischen zwei Auffanggefäßen in dünner Schicht unter Bestrahlung abwechselnd vom einen zum andern Gefäß hin und her fließen zu lassen. In diesem Falle . kann die auf demBlechfließendedünneSchicht ebenfalls nur während der kurzen Dauer des Abfließens dem Licht ausgesetzt sein und ist überdies während dieser Zeit noch in lebhafter strömender innerer Bewegung, so daß die bestrahlte Oberflächenschicht dauernd wechselt.
- Wie die neueren Arbeiten auf dem Gebiete der Vitaminforschung gelehrt haben, bedarf es jedoch zu einer Vitaminbildung- in meßbaren Mengen einer bedeutend längeren Bestrahlungsdauer des Ergosterins, da bei nur kurzer Belichtung zunächst nur Vorstufen des Vitamins D entstehen, die ohne spezifische Vitamin-D-Wirkung sind. Die zur Bildung von Vitamin D erforderliche Bestrahlungsdauer der zu behandelnden Substanz wird daher auch bei diesem Verfahren nicht gewährleistet. Die dem Licht ausgesetzte Oberflache der Substanz wird vielmehr dem Lichtbereich allzu rasch wieder entzögen. Andererseits ist aber die Bestrahlung der Substanz in dauernd ruhendem Zustand insofern unzweckmäßig, als dabei die Gefahr einer Überbestrahhing besteht, wodurch das entstandene Vitamin D bekanntlich wieder zerstört wird und in Toxisterin übergeht.
- . Diesen bekannten Verfahren gegenüber wird erfindungsgemäß eine besonders gleichmäßige und starke Vitaminisierung von geschmolzenem Wollfett oder Wollfettalkoholen in der Weise erzielt, daß man die zu bestrahlende Substanz in verhältnismäßig dicker, z. B. 2,3 bis 3 cm starker, vorzugsweise ruhender Schicht ultraviolettem Licht aussetzt, deren Oberfläche dann nach genügend langer Bestrahlung ganz langsam erneuert wird, indem die mit ultravioletten Strahlen bestrahlte oberste Schicht von etwa 2 mm Dicke in gewissen Zeitabständen vorsichtig abgezogen und zuunterst geschichtet Zvird. Diese Umschichtung muß so langsam stattfinden, daß das ultraviolette Licht eine genügende Einwirkungsdauer hat, um über die Vorstufen hinweg zur Bildung von Vitamin D zu führen, aber schnell genug, um eine Überstrahlung der Oberflächenschicht zu vermeiden. Durch diese Arbeitsweise wird eine allmähliche Abwanderung der mit Vitamin D angereicherten Schicht auf den Grund des Materials bewirkt und eine neue Substanzschicht an die Oberfläche gebracht und der Bestrahlung zugeführt.
- Diese Schicht bleibt der Bestrahlung wieder eine. entsprechende Zeit ausgesetzt, worauf auch diese Schicht von etwa 2 mm Dicke langsam und vorsichtig abgezogen und zuunterst geschichtet wird. Dadurch wird die zuvor bestrahlte Schicht, die bis dahin zuunterst lag, allmählich an die Oberfläche gebracht, ein Vorgang, der sich in bestimmten Zeitabständen so oft wiederholt, bis die zuerst belichtete Schicht wieder an die Oberflächegekommen ist und durch erneute längere Bestrahlung weiter aktiviert wird. Dieser Vorgang wird so oft wiederholt,bis die höchst erzielbare Anreicherung' an Vitamin D erfolgt ist.
- Bei einer derartigen überaus langsamen und schichtenweise erfolgenden Umlagerung des Bestrahlungsgutes bei beliebig regelbarer Belichtungsdauer seiner einzelnen Schichten in Intervallen mit inermittierender und allmählicher- Anreicherung mit Vitamin D erfolgt selbst bei, einer Bestrahlungsdauer des gesamten Bestrahlungsguts von 2 Stunden noch keine Zerstörung einmal gebildeten Vitamins.
- Als weiterer Vorteil einer derartigen Arbeitsweise ergibt sich, daß die gesamte aufgewendete Bestrahlungsenergie voll' ausgewertet wird, ohne dabei teilweise nur die Bildung von Vorstufen des Vitamins D zu bewirken und zum anderen Teil eine Zerstörung von bereits gebildetem Vitamin D herbeizuführen.
- Die Absorption des ultravioletten Lichtes findet nämlich erfahrungsgemäß hauptsächlieh nur in den obersten 2 mm der Substanz statt. Die Lichtenergie, soweit sie hier noch nicht restlos absorbiert ist, wird bei Anwendung dicker Substanzschichten in den tiefer. liegenden Schichten noch aufgefangen und führt dort zur Bildung . von Vorstufen des Vitamins D, die dann in Vitamin D übergehen, sobald diese Schichten ihrerseits an die Oberfläche gelangt sind und dort weiterbestrahlt werden.
- Zur Durchführung des neuen Bestrahlungsverfahrens -kann vorteilhaft die in den Zeichnungen in Fig. r in einem senkrechten Schnitt und in Fig.2 im Grundriß veranschaulichte Vorrichtung Verwendung finden, die aus einer oder mehreren Wannen a besteht, die auf ihrer Bodenfläche innen eine vertikale Scheidewand c von etwa 2 bis 2,5 cm Höhe haben, die den Innenraum der Wanne in zwei gleiche Zellen teilt. Rechts und links der Scheidewand c sind vorteilhaft zwei Leitbleche f angebracht. Die Wannen ruhen auf einer beweglichen Unterlage d, die in geeigneter Weise, z. B, mittels der Schubstange e, in eine überaus langsame, wiegende Bewegung versetzt werden kann, derart, daß die Scheidewand der Wanne mit der horizontalen Drehungsachse d zusammenfällt. Über den Wannen ist eine Quarzlampe l in etwa 5o cm Höhe angebracht, welche die gesamte Bodenfläche der Wannen bestrahlt. Die Wannen werden nun mit geschmolzenem, also lichtdurchlässigem Wollfett oder Wollfettalkoholen so hoch gefüllt, daß die Oberkante der Scheidewand 2 mm unter der Oberfläche der Flüssigkeit liegt. Setzt nun die langsame Wiegebewegung der Wanne ein, so fließt die oberste 2 mm dicke Schicht der einen Wannenzelle langsam über die Scheidewand c unmittelbar in die andere Wannenzelle, wobei sich dieser iiberfließende Anteil infolge seiner Fallenergie und Zähflüssigkeit und, geführt durch das Leitblech f, unter die in der zweiten Wannenhälfte befindliche Substanzmasse schiebt. und somit» in dieser zuunterst zu liegen kommt. Geht dann nach entsprechender Bestrahlungsdauer die Bewegung allmählich zurück, so fließt aus der angefüllten Wannenzelle wiederum nur die oberste Schicht von 2 mm Dicke unmittelbar in die erste Wannenzelle, wo sich .dieselbe Unterschichtung einstellt. Inzwischen sind die neu entstandenen Substanzoberflächen in beiden Wannen dem ultravioletten Licht genügend lange ausgesetzt gewesen, um dasselbe zur vollen Wirksamkeit kommen zu lassen, und können nun erneut umgeschichtet werden. Diese. Umschichtung wird zweckmäßig z bis z Stunden fortgesetzt, während welcher Zeit eine mehrfache Umschichtung mit dementsprechend stärkster und gleichzeitig gleichmäßiger Anreicherung der gesamten Masse des Bestrahlungsguts an Vitamin D erreicht wird.
- Die Zeitdauer der Umschichtung und die damit verbundene Belichtungsdauer der einzelnen Oberflächenschichten kann durch die Zeitperioden der Wiegebewegung nach den Erfordernissen weitgehend geändert werden.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE: r. Verfahren zur V itaminisierung von Wollfett oder Wollfettalkoholen für kosmetische Hautkreme durch Bestrahlen des Arbeitsguts auf bewegten Flächen mit ultravioletten Strahlen, dadurch gekennzeichnet, daß das Arbeitsgut dem ultravioletten Licht in verhältnismäßig dicker, z. B. 2 bis 3 cm starker, vorzugsweise ruhender Schicht so lange ausgesetzt wird, bis die Oberflächenschicht mit Vitamin D angereichert ist, worauf diese dann langsam und vorsichtig abgezogen und unter die übrige Materialmasse geschichtet wird, wodurch eine neue, im wesentlichen unbelichtete, aber doch schon voraktivierte Oberflächenschicht in gleicher Weise zur Bestrahlung kommt, die dann nach durchgeführter Aktivierung wiederum in gleicher Weise wieder zur untersten Schicht des gesamten Materials gemacht wird, bis die ganze Masse gleichmäßig bis zur Höchstgrenze aktiviert worden ist. a. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch z, gekennzeichnet durch eine oder mehrere flache, in ihrer Mittellinie durch eine senkrechte Scheidewand (c) und gegebenenfalls zwei Leitbleche (f) unterteilte und um die Achse ihrer Mittellinie in eine sehr langsam wiegende Bewegung versetzbare, in ihrer ganzen Flächenausdehnung von einer ultravioletten Lichtquelle bestrahlte Wannen.
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