-
Zeichengerät zum Zeichnen von Winkeln Zur Erleichterung des Zeichnens
von Winkeln sind Zeichengeräte verschiedener Art bekannt. Die bekannten Transporteure
oder Winkellineale kennzeichnen die Winkel durch Teilstriche, deren Übertragung
auf die Zeichnung aber infolge Parallaxe ungenau ist und von der persönlichen Geschicklichkeit
abhängt. Man hat zur genauen Übertragung der Punkte bei einigen Winkelzeichengeräten
auch Einschnitte oder runde Löcher angebracht, die in Abhängigkeit von einem Nullpunkt
angeordnet sind. Die genaue Herstellung jener Ausschnitte oder Löcher ist teuer;
daher sind auf den bekannten Zeichengeräten ähnlicher Art nur wenige Löcher vorhanden,
die entweder nur das Zeichnen der bevorzugten Winkel von z. B. 15', 30',
45' 6o' und go ° oder das Zeichnen von Winkeln, die in Abständen von 5o aufeinanderfolgen,
gestatten. Um z. B. letzteres zu ermöglichen, sind außer dem Nullpunkt bereits ig
Löcher erforderlich, mit denen also nur 18 Winkel gezeichnet werden können.
-
Die nachstehend beschriebene Erfindung gibt eine Lösung dafür an,
wie man mit der gleichen Anzahl von Löchern alle Winkel von i° bis go' genau anreißen
kann.
-
Die Abbildung stellt eine beispielsweise Ausführung des Erfindungsgedankens
dar. Mit Po ist das Nullpunktsloch bezeichnet. Die Punkte zum Anreißen der Schenkel
der verschiedenen Winkel sind in zwei Gruppen geteilt. Die Löcher der einen Gruppe
(in der Zeichnung mit B bezeichnet) weisen eine Teilung von io zu io', die der anderen
Gruppe (C) eine Teilung von i ° zu i', bezogen auf den Nullpunkt, auf. Wie aus der
Zeichnung ersichtlich ist, sind beispielsweise mit nur ig Löchern (außer dem Nullpunktsloch
Po, das auch anderweitig gekennzeichnet sein kann) sämtliche go Winkel von i ° bis
go ° genau anzureißen, indem die Winkel von i ° bis io ° auf dem Gerät unmittelbar
angegeben sind und alle weiteren Winkel durch Kombination der beiden Gruppen B und
C gebildet werden können. So wird z. B. ein Winkel von 35' gebildet aus der
Differenz von 40' und 5 °, indem außer dem Nullpunktsloch Po der mit 4o bezeichnete
Punkt der Gruppe B und der mit 5 bezeichnete Punkt der Gruppe C angerissen wird.
Hierbei liegt das Gerät fest, so daß keine Fehler durch falsches Anlegen oder Verschieben
entstehen können.
-
Man könnte diese Löcher B und C, ähnlich wie bei einem Transporteur,
auf einem Kreisbogen um den Nullpunkt Po herum anordnen. Es ist jedoch besonders
zweckmäßig, die Löcher so anzubringen, daß sie gleichzeitig noch einen anderen Zweck
erfüllen. So können beispielsweise die Entfernungen der Winkellöcher von einer--
geraden Linie, etwa einer Kante des Zeichendreiecks, in einem bestimmten Verhäll
nis zueinander stehen, oder es können, wie in der Zeichnung beispielsweise dargestellt
ist, durch die Löcher gelegte Parallelen eine Maßstabteilung D bilden.
-
Ordnet man die Winkellöcher auf einem 6o'-Dreieck an, so legt man
die Gruppe C zweckmäßig in die 30'-Ecke, da hierdurch wegen der größeren Entfernung
vom Nullpunkt Po eine
größere Genauigkeit für die kleineren Winkel
erreicht wird.
-
Das Zeichendreieck kann außer den Winkellöchern beliebige andere Ausschnitte
haben, die zum Zeichnen von Kreisen, Abrundungen, Normenzeichen, Schriftgrößen,
Schraffuren oder ähnlichem dienen. Bei der Kombination mit solchen anderen Ausschnitten
wird der Vorteil der Erfindung besonders deutlich, da sich die wenigen Löcher leicht
zusammen mit den anderen Ausschnitten und Aufschriften übersichtlich anordnen lassen.
-
Das in der Zeichnung dargestellte Beispiel zeigt ein Zeichendreieck,
welches außer den Winkellöchern noch Einrichtungen für verschiedenartige Aufgaben
besitzt. Es können damit verschiedene Abrundungen mit ihren Mittelpunkten, Schaltzeichen,
Neigungen und Normschriftlinien ohne weiteres angezeichnet werden. Bei diesem vielseitig
verwendbaren Gerät sind die Winkelbezeichnungen zwecks Erhöhung der Übersichtlichkeit
deutlich hervorgehoben, indem die Bezeichnungen 1', 2', 3 ° . . . 10 ', 2o' usw.
derart leserichtig zur kleinen Kathete angeordnet sind, daß sie mit anderen Ziffern,
di. - z. B. parallel der Hypothenuse liegen, nicht verwechselt werden können. Die
Punkte Po, PI und P2, welche den go °-Winkel bestimmen, sind durch konzentrische
Kreise hervorgehoben.