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Gebiet der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung
zur Verdampfung eines flüssigen
Reaktionspartners in einem Zwischenschritt eines Verfahrens zur
Herstellung einer optischen Faser, insbesondere im Schritt der Herstellung
einer Glasrußvorform,
die im Folgenden zu einer optischen Faser gezogen wird. Um die Glasrußvorform
herzustellen, wird der dampfförmige
Reaktionspartner einem Brenner zur Erzeugung eines Stroms aus Glasruß zugeführt, der
auf einem Abscheidungstarget abgeschieden wird.
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Stand der Technik
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Optische
Fasern für
die Telekommunikation sind gewöhnlich
hochreine Silica-basierte Glasfasern, die aus Glasvorformen gezogen
wurden, wobei die Vorformen mit verschiedenen Glasabscheidungstechniken hergestellt
werden können.
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Einige
dieser Abscheidungstechniken, inklusive der axialen Dampfphasenabscheidung
(vapor axial deposition, VAD) und der außenseitigen Dampfphasenabscheidung
(outside vapor deposition, OVD) erfordern die Verwendung eines Brenners
zur Erzeugung der Glasrußteilchen,
die abgeschieden werden. Diesem Brenner wird gewöhnlich ein Silica-Vorläufer, wie
z.B. SiCl4, zusammen mit Verbrennungsgasen
zugeführt,
sodass ein feine Glasteilchen (d.h. SiO2)
bildender Fluss mit hoher Temperatur erzeugt wird. Dieser Fluss
ist auf ein sich drehendes Target für das Wachstum einer Glasrußvorform
gerichtet, welche daraufhin konsolidiert wird, um eine Glasvorform
zu erhalten. Wahlweise kann dem Brenner auch ein Dotierungsmaterial
wie z.B. GeCl4 zugeführt werden, um den Brechungsindex
des Glases geeignet zu ändern.
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Die
unterschiedlichen Gase werden dem Brenner mithilfe eines Gaszuführsystems
bereitgestellt, welches Gasquellen und Rohrverbindungen umfasst.
Es ist wichtig, eine Quelle für
ein Glasvorläufermaterial
zu haben, die in der Lage ist, das Vorläufermaterial mit einer kontrollierten
Rate und ohne unerwünschte
zeitliche Fluktuationen zu erzeugen.
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Mehrere
Arten von Gaszuführsystemen
und Gasquellen sind im Stand der Technik für einen solchen Zweck bekannt.
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Die
US-A-4,314,837 betrifft
ein Verfahren zum Zuführen
von dampfförmigen
Ausgangsmaterialien in eine Oxidationsreaktionsflamme oder ähnliches.
Jeder Bestandteil (z.B. SiO
2, GeO
2und B
2O
3)
wird in verflüssigter
Form in einem geschlossenen Behälter
gehalten, der mit einem Erhitzer versehen ist, um die Temperatur der
Flüssigkeit
auf einen Wert anzuheben, der ausreichend ist, um in dem Reservoir
einen vorbestimmten Dampfdruck bereitzustellen. Die resultierenden
Dämpfe
werden mithilfe von individuell gesteuerten Dosierungsvorrichtungen
und geeigneten Leitungen zur Reaktionsvorrichtung übertragen.
Sauerstoff kann der Dampf-führenden
Leitung oder direkt der Dampf-verwendenden Vorrichtung zugegeben
werden. Die Reservoirs können
kommerziell erhältliche
Druckbehälter
sein. Der Druck im Reservoir wird beobachtet und die so erhaltene
Information wird verwendet, um den Betrieb der Erhitzer zu steuern.
Massenstrom-Steuerungsgeräte
sind in den verschiedenen Leitungen vorgesehen, sodass der Massenstrom
(Masssendurchsatz) der Dämpfe
gesteuert werden kann.
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Der
Anmelder hat nachgeprüft,
dass ein solcher Verdampfer den Nachteil hat, unverwünschten
Druckfluktuationen zu unterliegen. Der Anmelder hat auch beobachtet,
dass das Vorhandensein dieser Reservoirs in den Laboratorien, in
denen Forscher und Techniker zu arbeiten haben, aufgrund des Ausströmungsrisikos gefährlich sein
kann. Darüber
hinaus bemerkt der Anmelder, dass das beschriebene System die Verwendung von
Massenstrom-Steuerungsgeräten
erfordert, welche teure und fragile Vorrichtungen sind und welche
entlang der Dampfstromleitungen, d.h. an den heißen Punkten des Systems verwendet
werden, wo sie Fehlern und Störungen
unterworfen sind. Der Anmelder bemerkt auch, dass diese Behälter eine
relativ große
Menge an Flüssigkeit
enthalten müssen
und daher sperrig sind.
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Die
US-A-5,707,415 offenbart
einen Verdampfer (Dünnschicht-Verdampfer) für Halogenid-freie
Silizium enthaltende flüssige
Reaktionspartner, die zur Herstellung von Vorformen verwendet werden.
Der Verdampfer enthält
eine Vielzahl von Festbettsäulen,
die ein mittiges Rohr umgeben. Eine Mischung aus flüssigen Reaktionspartnern,
wie z.B. Oktamethylzyklotetrasiloxan, und Gas, wie z.B. Sauerstoff,
wird von einem Satz Sprühdüsen auf
die Oberseiten der Säulen
gesprüht.
Der flüssige
Reaktionspartner und das Gas strömen
zusammen nach unten durch die Säulen
und werden von heißem Öl erhitzt,
das um die Wände
der Säulen
herum fließt.
Der flüssige
Reaktionspartner verdampft in die Gasphase bis die Taupunkttemperatur
erreicht wird, an der der gesamte flüssige Reaktionspartner in Dampf
umgewandelt sein wird. Die Dampf/Gasmischung tritt aus der Unterseite
der Säulen
aus, wo sich ihre Flussrichtung von abwärts nach aufwärts ändert. Diese
Flussrichtungsänderung
trennt Spezies mit höherem
Molekulargewicht von der Dampf-/Gasmischung. Die Dampf/Gasmischung
verlässt
den Verdampfer durch ein mittleres Rohr und wird den Ruß erzeugenden
Brennern zugeführt,
wo sie zur Herstellung von Vorformen verwendet wird.
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Die
US-A-5,078,092 bezieht
sich auf ein System zur Zufuhr eines flüssigen Reaktionspartners unter hohen
Flussraten an eine Oxidations- bzw. Flammenhydrolyse verwendende
Glasrußabscheidungsstelle.
Ein erster flüssiger
Reaktionspartner (TiCl
4) wird auf eine Innenfläche einer
Drosseldampfkammer (Blitzverdampfungskammer) geführt, um einen dünnen Film
zu bilden, und wird nach der Verdampfung mit Sauerstoff vermischt.
Zusätzliche
dampfförmige
Reaktionspartner (SiCl
4) werden dann der
verdampften ersten Flüssigkeit beigemischt,
bevor sie einem Oxidations/Flammenhydrolysebrenner zugeführt werden,
um auf einer Rußvorform
eine äußere Ummantelungsschicht
aus Glasruß auszubilden.
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Die
innere Oberfläche
der Drosseldampfkammer wird von einem Heizelement gebildet, dessen
Temperatur unterhalb der Temperatur gehalten wird, an der ein Bläschensieden
oder Filmsieden der Flüssigkeit auftritt.
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Die
US-A-5,356,451 betrifft
ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Bereitstellung von Reaktionsdämpfen an
eine Umsetzungsstelle. Die Vorrichtung umfasst eine Verdampfungskammer,
die von einer oberen und einer unteren Wand, von Seitenwänden und
von einer ersten und zweiten Endwand umschlossen wird. Die erste
Endwand ist in Bezug auf die zweite Endwand erhöht. Der Reaktionspartner wird
in flüssiger
Form einem Flussverteiler zugeführt,
der die Flüssigkeit
zu jenem Teil der unteren Wand in der Nähe der ersten Endwand führt. Der
Winkel, unter dem die untere Wand in Bezug auf die Horizontale geneigt
ist, ist ausreichend, damit die Flüssigkeit die untere Wand mit
einer Rate herabfließen
kann, die ausreicht, um einen Film auszubilden, dessen Dicke geringer
als jene Dicke ist, mit welcher sich beim Erhitzen des Films Bläschen bilden
könnten (d.h.,
dass kein Sieden auftritt). Die Oberfläche wird auf eine Temperatur
erhitzt, die größer als
der Siedepunkt der Flüssigkeit
ist, wodurch der flüssige
Reaktionspartner in Dampf überführt wird,
der zur Dampfverwendungsstelle geführt wird.
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Eine
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine alternative Art
von Verdampfer bereitzustellen, der hohe Verdampfungsraten sicherstellt,
der sicher ist und der verringerte Abmessungen besitzt.
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Darstellung der Erfindung
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Der
Anmelder hat herausgefunden, dass es möglich ist, eine Verdampfung
bei einer hohen Rate auf geringem Raum zu erhalten, indem man einen
flüssigen
Reaktionspartner auf eine erhitzte Oberfläche entlang eines von Rändern begrenzten,
vorbestimmten Pfads fließen
lässt,
wobei die Temperatur der Oberfläche,
die Höhe
der Ränder
und die Flussrate der Flüssigkeit
derartig sind, dass eine Verdampfung im Bereich des Bläschensiedens
oder des Filmsiedens stattfindet. Die Film- und Bläschensiedebereiche
sind zwei der möglichen Siedebereiche
einer Flüssigkeit,
wie aus dem Stand der Technik bekannt ist und später in größerem Detail erläutert wird.
Die Technik zur Verdampfung von Flüssigkeiten in der vorliegenden
Erfindung kann vorteilhafterweise bei einem Verfahren mit hoher
Abscheidungsrate für
die Herstellung einer Glasrußvorform
verwendet werden, welche daraufhin konsolidiert und zu einer optischen
Faser gezogen werden kann.
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Die
Verdampfungsvorrichtung, die eine die erhitzte Oberfläche bildende
Verdampfungsplatte und eine die Verdampfungsplatte abdeckende Kappe
für das
Sammeln des Dampfs umfasst, kann vorteilhafterweise in einen anderen
Raum als der Flüssigkeitsbehälter gestellt
werden, wodurch die Risiken für
die in dem Raum der Verdampfungsvorrichtung arbeitenden Techniker
vermieden werden.
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Gemäß einem
ersten Aspekt bezieht sich die vorliegende Erfindung somit auf ein
Verfahren zum Verdampfen von flüssigen
Reaktionspartnern in einem Prozess zur Herstellung einer Glasrußvorform,
umfassend das Ausbilden eines stetigen Stroms eines flüssigen Reaktionspartners
mit einer Dicke, die zur Erzeugung von Dampf unter Film- oder Bläschensiedebedingungen
ausreicht; und das Erhitzen des Stroms des flüssigen Reaktionspartners bei
einer Temperatur, die zur Erzeugung von Dampf unter Film- oder Bläschensiedebedingungen
ausreicht.
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Der
Schritt des Ausbildens eines stetigen Stroms des flüssigen Reaktionspartners
umfasst bevorzugt das kontinuierliche Fließen des flüssigen Reaktionspartners in
einen Kanal, der von Seitenwänden
begrenzt ist, deren Höhe
mindestens gleich der genannten Dicke ist.
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Darüber hinaus
umfasst das Erhitzen der Strömung
des flüssigen
Reaktionspartners das Erhitzen einer Oberfläche, die den Kanal begrenzt.
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Vorteilhafterweise
umfasst das Verfahren weiter die Schritte des Sammelns des Dampfes,
um so einen vorbestimmten Druck zu erreichen und den unter diesem
Druck stehenden Dampf zu einer Dampfverwertungsstelle zu führen.
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Das
Verfahren kann weiter das Fließen
der Stroms des flüssigen
Reaktionspartners in einem weiteren Kanal umfassen, der auf einem
niedrigeren Niveau in Bezug auf den genannten Kanal positioniert
ist.
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Gemäß einem
zweiten Aspekt bezieht sich die vorliegende Erfindung auf einen
Prozess zur Herstellung einer Glasvorform, umfassend das Verdampfen
eines flüssigen
Reaktionspartners, um einen Dampfreaktionspartner zu erzeugen, das
Zuführen
des Dampfreaktionspartners an einen Brenner zur Ausbildung von Glasrußteilchen
und das Abscheiden der Glasrußteilchen
auf einem Abscheidungstarget, um die Glasvorform zu ziehen, wobei
der Schritt des Verdampfens eines flüssigen Reaktionspartners gemäß dem zuvor
beschriebenen Verfahren durchgeführt
wird.
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In
einem weiteren Aspekt bezieht sich die vorliegende Erfindung auf
eine Verdampfungsplatte zum Verdampfen eines flüssigen Reaktionspartners, umfassend
einen oberen Abschnitt, der eine Verdampfungsoberfläche bildet
und eine Vielzahl von Wänden,
die sich auf der Verdampfungsoberfläche erstrecken, aufweist, um
einen Flüssigkeitsfließkanal zu
begrenzen, und einen weiteren Abschnitt mit einem Heizsystem, um
Wärme auf
die Verdampfungsoberfläche
zu übertragen.
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Bevorzugt
besitzen die Wände
eine Höhe,
die größer als
die minimale Dicke des SiCl4 ist, die notwendig
ist, um Dampf unter Film- oder Bläschensiedebedingungen zu erzeugen.
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Bevorzugt
ist die Verdampfungsplatte eine metallische, scheibenähnliche
Platte.
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In
einer ersten Ausführungsform
umfasst die Vielzahl von Wänden
eine Vielzahl konzentrischer ringförmiger Wände, die eine Vielzahl von
Kanalsektoren begrenzen, wobei jede der ringförmigen Wände eine Öffnung besitzt, um einen Flüssigkeitsdurchtritt
von einem Kanalsektor zum anderen zu erlauben. In dieser Ausführungsform
umfasst die Vielzahl von ringförmigen
Wänden
bevorzugt mindestens ein Paar von ringförmigen Wänden mit jeweiligen Öffnungen,
die einander diametral gegenüber
positioniert sind.
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In
einer anderen Ausführungsform
besitzt der Kanal einen spiralartigen Abschnitt.
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Der
weitere Abschnitt, der zur Verbindung mit einem Heizsystem geeignet
ist, kann einen Sitz (Aufnahme) bilden, der zur Aufnahme eines Metalldrahts
geeignet ist.
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Der
Kanal kann mindestens eine Senke (eine Vertiefung) in einem Endabschnitt
davon aufweisen, um übrig
bleibende Flüssigkeit
aufzusammeln, und die Senke kann mit einem jeweiligen Flüssigkeitssensor
in Verbindung stehen.
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In
einem weiteren Aspekt bezieht sich die Erfindung auf eine Vorrichtung
zur Verdampfung eines flüssigen Reaktionspartners,
umfassend eine wie zuvor beschriebene, horizontal positionierte
Verdampfungsplatte zur Aufnahme des flüssigen Reaktionspartners und
zur Ausbildung einer Strömung
davon, und ein Heizsystem, das mit der Verdampfungsplatte verbunden
ist und zum Erhitzen des flüssigen
Reaktionspartners über eine
Minimaltemperatur geeignet ist, welche notwendig ist, um Dampf unter
Film- oder Bläschensiedebedingungen
zu erzeugen.
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Bevorzugt
umfasst die Vorrichtung des Weiteren einen Flüssigkeitszuführer zum
Zuführen
des flüssigen
Reaktionspartners auf eine Verdampfungsoberfläche der Verdampfungsplatte,
eine über
der Oberfläche positionierte
Abdeckung zur Ausbildung einer Verdampfungskammer, die geeignet
ist, um den Dampf zu sammeln, und einen Austrittskanal, um den Dampf
aus der Verdampfungskammer austreten zu lassen.
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Der
Flüssigkeitszuführer umfasst
bevorzugt eine Flüssigkeitsflussleitung,
die mit einem Flussregelventil versehen ist.
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Die
Vorrichtung kann vorteilhafterweise einen in der Verdampfungskammer
positionierten Drucksensor und einen Regelkreis umfassen, um den
Betrieb des Flussregelungsventils gemäß einem Signal des Drucksensors
zu regeln.
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Die
Vorrichtung kann auch mindestens eine weitere Verdampfungsplatte
wie oben beschrieben umfassen, die unter der Verdampfungsplatte
positioniert ist, um einen Restteil der Strömung des flüssigen Reaktionspartners von
der Verdampfungsplatte aufzunehmen, und mindestens ein weiteres
Heizsystem umfassen, das mit der weiteren Verdampfungsplatte verbunden
ist.
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Kurze Beschreibung der Zeichnungen
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1 ist
eine schematische Darstellung einer Glasrußabscheidungsvorrichtung, die
zur Herstellung einer Glasrußvorform
verwendet wird;
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2 ist
eine detaillierte Darstellung der Vorrichtung der 1;
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3 zeigt
einen Verdampfer gemäß der vorliegenden
Erfindung;
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4 ist
eine Draufsicht einer Verdampfungsplatte, die Teil des Verdampfers
der 3 ist;
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5 ist
eine untere Ansicht der Verdampfungsplatte der 4;
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6 ist
ein Graph, der die unterschiedlichen Siedebereiche einer Flüssigkeit
zeigt;
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7 zeigt
eine andere Ausführungsform
der Verdampfungsplatte; und
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8 zeigt
eine andere Ausführungsform
des Verdampfers.
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Beschreibung
bevorzugter Ausführungsformen
Mit Bezug auf 1 ist mit der Bezugsziffer 1 als
Ganzes eine Glasrußabscheidungsvorrichtung
bezeichnet, die in einem Verfahren zur Herstellung einer Glasrußvorform
verwendet wird, die daraufhin konsolidiert und zu einer optischen
Faser gezogen wird.
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Die
Abscheidungsvorrichtung 1 umfasst einen Druckbehälter 2,
der geeignet ist, einen flüssigen
Reaktionspartner (insbesondere ein Glasvorläufermaterial) zur Verdampfung
aufzunehmen, eine Verdampfungseinheit 3 zum Verdampfen
des flüssigen
Reaktionspartners sowie einen Brenner 4 zur Aufnahme des
dampfförmigen
Reaktionspartners aus der Verdampfungseinheit 3 und zur
Erzeugung eines Stroms aus Glasrußteilchen. Insbesondere ist
der Brenner 4 geeignet, eine Flamme zu erzeugen, in der
der dampfförmige
Reaktionspartner in Teilchen umgewandelt wird, wobei die Teilchen
auf ein sich drehendes Target zum Wachsen der Glasrußvorform
abgeschieden werden.
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Mit
Bezug auf 2, die die Abscheidungsvorrichtung 1 detaillierter
darstellt, umfasst die Verdampfungseinheit 3 einen Verdampfer 7,
der zur Aufnahme des flüssigen
Reaktionspartners durch eine erste Leitung 5 mit dem Behälter 2 in
Flüssigverbindung
steht. Bevorzugt ist ein Flussregelventil 6, insbesondere
ein Massenstrommessgerät
(mass flow meter (MFM)) entlang der Leitung 5 positioniert,
um den Fluss des aufgenommenen flüssigen Reaktionspartners zu
regeln. Ein Ventil 11a kann ebenfalls auf der Leitung 5 am
Ende des Behälters 2 positioniert
sein, um den Kanal der Leitung 5 zu öffnen oder zu schließen. Die
Leitung 5 ist bevorzugt mit zwei weiteren Ventilen 11b und 11c versehen,
die am Eingang der Verdampfungseinheit 3 stromabwärts des
Flussregelventils 6 bzw. am Eingang des Verdampfers 7 positioniert
sind.
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Eine
zweite Leitung 8 verbindet den Verdampfer 7 mit
dem Brenner 4 um die Zufuhr des aus dem Verdampfer 7 austretenden
Dampfs an zum Brenner 4 zu erlauben. Die Leitung 8 kann
am Ausgang des Verdampfers 7 mit einem Ventil 11d versehen
sein, welches es erlaubt, den Dampfdruck im Verdampfer 7 zu
regeln. Darüber
hinaus wird die zweite Leitung 8 vorteilhafterweise bei
einer vorbestimmten Temperatur (z.B. 100°C) erhitzt und wird bevorzugt
mit einem Temperatursensor (nicht gezeigt) zur Temperaturregelung
versehen.
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Die
Verdampfungseinheit 3 umfasst bevorzugt ein Gehäuse 9 mit
einem ersten Fach 9a zur Aufnahme des Verdampfers 7 und
einem zweiten Fach 9b zur Aufnahme des Endabschnitts der
mit dem Verdampfer 7 und den entsprechenden Flussregelventilen
verbundenen Rohren, inklusive dem Endabschnitt der Leitung 5 und
des Ventils 6. Das erste und das zweite Fach 9a, 9b werden
bevorzugt auf unterschiedlichen Temperaturen gehalten, z.B. 90°C im ersten
Fach 9a und Raumtemperatur im zweiten Fach 9b,
und sind mit jeweiligen Gebläsen 10 versehen,
um die Temperatur darin zu regeln.
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Der
Flüssigkeitszuführtank 2 ist
vorteilhafterweise in einem anderen Raum als das Gehäuse 9 gelegen,
um so im Fall eines Flüssigkeitsaustritts
aus dem Tank 2 Risiken für die Techniker zu vermeiden.
Der Brenner 4 befindet sich typischerweise in einer Abscheidungskammer,
welche sich im selben Raum wie das Gehäuse 9 oder in einem
anderen Raum befinden kann.
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Bevorzugt
umfasst die Verdampfungseinheit 3 weiter einen hydraulischen
Spülkreislauf
zum Spülen des
Verdampfers 7 und der verschiedenen Leitungen der Abscheidungsvorrichtung 1 nach
deren Gebrauch. Der hydraulische Spülungskreislauf umfasst eine
Quelle 13 mit Spülgas,
wie z.B. N2, und eine die Quelle 13 mit
der Leitung 5 verbindende Leitung 14. Die Leitung 14 kann
mit einem Ventil 11e versehen sein, das im zweiten Fach 9b des
Gehäuses 9 positioniert
ist. Eine weitere Leitung 15, die mit der Leitung 14 über ein
T-Verbindungsstück verbunden
ist, steht mit dem Verdampfer 7 in Verbindung und ist vorteilhafterweise
mit einem Ventil 11f versehen, das im zweiten Fach 9b des
Gehäuses 9 positioniert
ist. Der Verdampfer 7 ist auch bevorzugt mithilfe eines
Ablassrohrs 12 mit einer Ablassleitung für Ablassvorgänge (Entleerungsvorgänge) verbunden. Insbesondere
ist das Auslassrohr 12 mit einem ersten Einlass eines Zweiwegeventils 11g verbunden,
dessen Auslass mit der Ablassleitung verbunden ist und dessen zweiter
Einlass für
den Durchtritt von Spülgas
dient, welches beispielsweise von der Quelle 13 kommt.
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Alle
Teile der Vorrichtung 1, die mit dem Reaktionspartner,
entweder in flüssiger
oder dampfförmiger Form,
in Kontakt gelangen können,
werden bevorzugt aus elektropoliertem Edelstahl hergestellt, um
ein Mitschleppen von Teilchen sowie Korrosion zu vermeiden.
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Mit
Bezug auf 3 umfasst der Verdampfer 7 bevorzugt
einen Grundträger 20,
der geeignet ist, um auf bekannte Weise (beispielsweise mithilfe
von Bolzen) an einer horizontalen Wand 29 des Gehäuses 9 befestigt
zu werden, eine Verdampfungsplatte 21, die über dem
Grundträger 20 positioniert
ist, eine Zuführleitung 22 für flüssige Reaktionspartner,
um den flüssigen
Reaktionspartner auf die Verdampfungsplatte 21 zu führen, und
eine glockenähnliche
Haube 23, um den von der Verdampfungsplatte 21 erzeugten
Dampf zu sammeln. Der Raum zwischen der Haube 23 und dem
Grundträger 20 definiert
die Verdampfungskammer 30. Der Verdampfer 7 umfasst
bevorzugt einen Temperatursensor 31 und einen Drucksensor 32 bekannter
Art, die in der Verdampfungskammer 30 positioniert sind,
um die Temperatur und den Druck während des Verfahrens zu beobachten.
Die Haube 23 besitzt einen Dampfausgang 24, der über eine
Leitung 8 mit dem Brenner 4 in Verbindung steht.
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Bevorzugt
ist die Verdampfungsplatte 21 ein scheibenähnliches
Element aus Metall, beispielsweise aus elektropoliertem Edelstahl,
und seine zwei Seiten bilden im Gebrauch eine obere Seite 21 für die Flüssigkeitsverdampfung
und eine untere Seite 21b, die auf dem Grundträger 20 positioniert
ist. Die Oberseite 21a besitzt eine im Wesentlichen flache
und horizontale Verdampfungsoberfläche 45 und eine Vielzahl
von Wänden 46,
die einen Flüssigkeitsflusskanal
begrenzen, welcher sich im Wesentlichen auf der gesamten Oberseite 21a erstreckt.
Insbesondere definieren die Oberfläche 45 und die Wände 46 das
Bett bzw. die Seitenränder des
Kanals. Der Kanal ist nach oben hin offen, um Dampf nach oben steigen
zu lassen. Wie aus der Draufsicht der 4 besser
ersichtlich ist, definiert der Fließkanal einen verschlungenen
Weg für
die Flüssigkeit,
der hier mit einer gestrichelten Linie und mit der Bezugsziffern 48 bezeichnet
ist. In der hier dargestellten besonderen Ausführungsform begrenzt eine Vielzahl
von konzentrischen ringförmigen
Kanten 46a bis 46g eine Vielzahl von ringförmigen Kanalsektoren
oder ringförmigen
Oberflächenbereichen 45b bis 45g.
Jede Kante 46 besitzt eine jeweilige Öffnung 47, um den
Durchtritt von Flüssigkeit
von einem ringförmigen
Bereich zum anderen zu erlauben. Der Flussweg 48 erstreckt
sich gewunden von der Mitte der Verdampfungsplatte 21 zum
Rand.
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Ein
mittlerer Oberflächenbereich 45a der
Oberseite 21a, der von einer mittigen Kante 46a begrenzt wird,
ist unterhalb der Zuführleitung 22 des
flüssigen
Reaktionspartners positioniert, um den Flüssigkeitsstrom aufzunehmen.
Die mittlere Kante 46a besitzt eine Öffnung 47, um den
Durchtritt von Flüssigkeit
zu einem ersten ringförmigen
Oberflächenbereich 45b zu
erlauben, welche wiederum äußerlich
von einer zweiten Kante 46b begrenzt wird. Die zweite Kante 46b besitzt
eine Öffnung 47 an
einer Position, die jener der Öffnung
der ersten Kante 46a diametral gegenüberliegt, um so die Flüssigkeit
zu zwingen, die gesamte Oberfläche
des ersten ringförmigen
Oberflächenbereichs 45b zu
bedecken, bevor sie in einen zweiten ringförmigen Oberflächenbereich 45c fließt, der
sich außerhalb
des ersten befindet.
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Die
besondere Ausführungsform
der 4 besitzt neben dem mittleren Bereich 45a und
der mittleren Kante 46a sechs ringförmige Oberflächenbereiche 45b bis 45g und
sechs weitere ringförmige
Kanten 46b bis 46g. Die vier Kanten 46b bis 46e sind
dünner
als die mittlere Kante und jede von ihnen besitzt eine Öffnung gegenüber jener
der vorherigen Kante. Die vorletzte Kante 46f besitzt eine
Vielzahl von gleich beabstandeten Öffnungen 47, um es
der Flüssigkeit
zu erlauben, in den äußeren ringförmigen Oberflächenbereich 45g an mehreren
Punkten einzuströmen.
Der äußere Oberflächenbereich 45g kann
eine Vielzahl von Senken 49 besitzen, um die überschüssige Flüssigkeit
zu sammeln (d.h. die Flüssigkeit,
die nicht verdampft ist). Jede Senke 49 kann mit einem
Flüssigkeitsfüllstandsensor 55,
beispielsweise einem IR-Sensor, versehen sein, der geeignet ist,
das Vorhandensein von Flüssigkeit
in der jeweiligen Senke 49 zu messen. Die äußere Kante 46g beschränkt äußerlich
den äußeren Oberflächenbereich 45g und
ist bevorzugt dicker und höher
als die Kanten 46b bis 46g.
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Die
Kanten
46a bis
46g sollen eine Höhe besitzen,
die größer als
die minimale Dicke des flüssigen Reaktionspartners
ist, die notwendig ist, um Dampf unter Film- oder Bläschensiedebedingungen
zu erzeugen, wobei der Bereich des Filmsiedens und des Bläschensiedens
zwei mögliche
Siedebereiche einer Flüssigkeit sind,
wie später
detaillierter erläutert
wird. Genauer gesagt soll die Höhe
der Kanten
46a-
46g größer als der Durchmesser der
Basen in der siedenden Flüssigkeit
sein. Insbesondere ist für
eine allgemeine Flüssigkeit
der Blasendurchmesser (in Metern) gegeben von:
wobei σ die Oberflächenspannung der Flüssigkeit
(in N/m) ist, g die Erdbeschleunigung (9,81 m/s
2)
ist, ρ
1 die Dichte der flüssigen Phase in kg/m
3 ist und ρ
v die Dichte der Dampfphase in kg/m
3 ist. Für
SiCl
4 beträgt der Durchmesser der Blasen
ungefähr
1,8 mm. Daher sollte im Falle von SiCl
4 die
Höhe der
Kanten
46a-
46g größer als 1,8 mm sein.
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Wie
in der Ansicht von unten der 5 gezeigt,
besitzt die Verdampfungsplatte 21 einen unteren Abschnitt,
der dazu geeignet ist, mit einem Heizsystem verbunden zu werden.
Insbesondere definiert die untere Seite 21b einen Sitz 50 in
Form einer durchgehenden Nut, um einen Metalldraht 51 aufzunehmen,
der Teil des Heizsystems ist. Die Nut 50 erstreckt sich
wie eine Serpentine, um im Wesentlichen die gesamte Fläche der Platte 21 abzudecken.
Der Metalldraht 51 wird mit einem Stromkreis verbunden,
insbesondere einem Generator 52 eines elektrischen Stroms,
um so in der Lage zu sein, die Platte 21 auf eine vorbestimmte
Betriebstemperatur T zu erwärmen,
wenn sie vom elektrischen Strom durchströmt wird. In dem besonderen,
hier dargestellten Beispiel besitzt die Nut 50 eine Vielzahl
von linearen und parallelen Abschnitten, die von einer Vielzahl
von kreisförmigen
Abschnitten verbunden werden, was eine einfache Positionierung des
Drahts 51 erlaubt.
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Die
Verdampfungsplatte 21 ist bevorzugt mit einem (nicht gezeigten)
Temperatursensor versehen, um die Temperatur der erhitzten Oberfläche 45 zu
messen. Die Betriebstemperatur T, die für eine vollständige Verdampfung
der Flüssigkeit
auf der Platte 21 benötigt
wird, hängt
von der Art des flüssigen
Reaktionspartners und von der Flüssigkeitsströmungsrate
ab. Sollte die Strömungsrate
zunehmen, ist eine höhere
Temperatur notwendig, um die höhere
Menge an Flüssigkeit
zu verdampfen. Die Temperatur kann vorteilhafterweise während des
Verfahrens variieren. Die Temperatur T sollte über der minimalen Temperatur
liegen, an der ein Bläschensieden
der Flüssigkeit
auftritt, und bevorzugt über
der minimalen Temperatur, an der ein Filmsieden der Flüssigkeit
auftritt. Im Falle von SiCl4 beträgt die minimale
Temperatur für
das Bläschensieden
80°C, und
die minimale Temperatur, um ein Filmsieden zu erhalten, beträgt ungefähr 100°C.
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Die
verschiedenen möglichen
Siedemodalitäten
(oder -bereiche) sind im Graphen der 6 dargestellt.
Römische
Ziffern I, II, III und IV bezeichnen jeweils die Moden der freien
Konvektion, der Bläschenbildung,
des Übergangs
und des Filmsiedens. Die Abszissenachse bezeichnet die Mehrtemperatur ΔTe, die dem Unterschied zwischen der Oberflächentemperatur Ts und der Sättigungstemperatur Tsat entspricht, und die Ordinatenachse bezeichnet
den Wärmefluss.
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Punkt
A trennt die freie Konvektion, bei der kein ausreichender Dampf
mit der flüssigen
Phase in Berührung
steht, um ein Sieden an der Sättigungstemperatur
zu bewirken, vom bläschenbildenden
Modus, bei dem sich Bläschen
an den bläschenbildenden
Stellen (Verdampfungskeimen) bilden und sich von der Oberfläche trennen
und bei dem der Dampf bei weiterem Temperaturanstieg als Strahlen
oder Säulen
entweicht.
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Der
Siedebereich zwischen den Punkten B und C, der Übergangssieden, instabiles
Sieden oder teilweises Filmsieden genannt wird, ist ein Bereich,
bei dem die Bläschenbildung
so schnell geschieht, dass ein Dampffilm oder Dampfüberzug sich
auf der Oberfläche
auszubilden beginnt. Auf jedem Punkt der Oberfläche können die Bedingungen zwischen
Filmsieden und Bläschensieden
oszillieren, jedoch nimmt der vom Film bedeckte Anteil der Gesamtfläche mit
zunehmenden ΔTe zu.
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Punkt
C, der den Beginn des Filmmodus bezeichnet, ist auch als Leidenfrost-Punkt
bekannt. Das Filmsieden existiert für ΔTe ≥ ΔTe,C, wobei ΔTe,C die
Mehrtemperatur am Leidenfrost-Punkt
(C) ist. Am Punkt C ist der Wärmefluss
q minimal und die erwärmte
Oberfläche
ist vollständig
mit einem Dampfüberzug
bedeckt. Der Wärmeübergang
von der Oberfläche
auf die Flüssigkeit
geschieht mithilfe von Leitung durch den Dampf. Wenn die Oberflächentemperatur
zunimmt, nimmt die Strahlung durch den Dampffilm an Bedeutung zu
und der Wärmefluss
nimmt mit zunehmenden ΔTe zu. Eine umfassende Beschreibung der unterschiedlichen
Siedebereiche kann in dem Buch „Fundamentals of heat and
mass transfer" von
Incropera and De Witt, John Wiley & Sons, gefunden werden. Das Filmsiederegime
ist auch in dem Artikel „Film
Boiling Heat Transfer From a Horizontal Surface", P.J. Berenson, Journal of Heat Transfer,
August 1961, beschrieben.
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Wie
zuvor erwähnt
wird der Verdampfungsvorgang der vorliegenden Erfindung im Bläschen- oder Filmsiedebereich
durchgeführt,
bevorzugt im Filmsiedebereich. Zu Zwecken der vorliegenden Erfindung
ist mit „Bläschen- oder
Filmsiedebereich" ein
Bereich gemeint, der dem Bläschensiedebereich,
dem Filmsiedebereich oder dem Übergangsbereich
zwischen dem Bläschensiedebereich
und dem Filmsiedebereich entspricht, in dem das Verhalten teilweise
jenes des Bläschensiedebereichs
und teilweise jenes des Filmsiedebereichs ist, wie zuvor beschrieben
wurde.
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Die
Arbeitsbedingungen des Verfahrens, die zuvor beschrieben wurden,
sind daher verschieden von jenen, die in der
US-A-5,356,451 beschrieben wurden,
bei denen die Bläschenbildung
verhindert wird (kein Sieden), sowie von jenen, die in der
US-A-5,078,092 beschrieben
wurden, bei denen die Temperatur des Heizelements unterhalb der
Temperatur gehalten wird, an der Bläschen- oder Filmsieden der
Flüssigkeit
auftritt.
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Im
Gebrauch, insbesondere während
eines Abscheidungsprozesses, arbeitet die Abscheidungsvorrichtung 1 mit
offenen Ventilen 11a, 11b, 11c und 11d und
geschlossenen Ventilen 11e, 11f und 11g.
Daher fließt
der flüssige
Reaktionspartner vom Tank 2 zum Verdampfer 7 durch
die Leitung 5, durchquert die Ventile 11a, 11b, 11c und
das Flussregelventil 6. Der flüssige Reaktionspartner tritt
in die Verdampfungskammer 30 des Verdampfers 7 über die
Zuführleitung 22 ein
und fließt
auf den mittleren Bereich 45a der oberen Oberfläche 45 der
Verdampfungsplatte 21. Der stetige Fluss zwingt die Flüssigkeit
dazu, sich zu den äußeren ringförmigen Oberflächenbereichen 45b-45g entlang
des Flüssigkeitswegs 48 zu
bewegen, indem sie durch die Öffnungen 47 der
Kanten 46 durchtritt. Die Vorderseite der Flüssigkeit
bewegt sich vorwärts,
bis sie die zur vollständigen
Verdampfung erforderliche Energie erreicht hat.
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Die
Flussrate des flüssigen
Reaktionspartners ist dergestalt, dass die Flüssigkeit einen Film mit einer Dicke
ausbildet, die niedriger ist als die Höhe der Kanten 46,
jedoch höher
ist als der Durchmesser einer Blase in der Flüssigkeit, wenn die Flüssigkeit
siedet, d.h. als die minimale Dicke, die erforderlich ist, um ein
Bläschen- oder
Filmsieden zu erhalten. Bevor die Flüssigkeit fließt, wird
die Temperatur der Verdampfungsplatte 21 auf die oben spezifizierte
Temperatur T angehoben (d.h. auf eine Temperatur, bei der Bläschensieden
und bevorzugt Filmsieden der Flüssigkeit
auftritt), indem elektrischer Strom in den Draht 51 geschickt
wird. Die Betriebstemperatur, die für die vollständige Verdampfung
auf der Verdampfungsplatte 21 benötigt wird, hängt von
der Art des flüssigen
Reaktionspartners ab.
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Das
Filmsieden erfordert eine höhere
Plattentemperatur als das Bläschensieden,
kann aber vorteilhafterweise bei einer höheren Flüssigkeitsflussrate durchgeführt werden,
um so eine höhere
Dampfflussrate zu erhalten.
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Während des
Verfahrens werden die Temperatur- und Drucksensoren stetig beobachtet,
um zu überprüfen, dass
keine unerwünschten Änderungen
der Betriebsbedingungen auftreten. Wenn keine Änderungen oder nur eine kleine Änderung
der Dampfflussrate notwendig ist, kann der Temperatur-Einstellpunkt der
Verdampfungsplatte 21 während
des Verfahrens konstant gehalten werden, ebenso wie der Einstellpunkt
der Flüssigkeitsflussrate.
Kleine Änderungen
der Dampfflussrate können
erhalten werden, indem einfach die Flüssigkeitsflussrate durch das
Flussregelventil 6 bei konstanter Plattentemperatur variiert
wird. Eine Veränderung der
Flüssigkeitsflussrate
führt in
der Tat zu einer Veränderung
des Ausmaßes
der benetzten Fläche
auf der Verdampfungsplatte 21, z.B. bis zum Rand der Platte.
Es ist daher bevorzugt, eine Verdampfungsplatte 21 zu haben,
die nicht vollständig
mit Flüssigkeit
gefüllt
ist, um so kleine Änderungen
der Flüssigkeitsflussrate
zu ermöglichen
und so entsprechende Änderungen
der Dampfflussrate zu erzeugen, ohne auf die Plattentemperatur einzuwirken.
Der Drucksensor 22 wird vorteilhafterweise beobachtet,
um den Betriebseinstellpunkt des Flussregelventils 6 zu
kontrollieren und so den Druck in der Verdampfungskammer 30 auf
dem erwünschten Wert
zu halten. Insbesondere ist ein Regelkreis 56, der den
Drucksensor 32 mit dem Flussregelventil 6 verbindet,
geeignet, um das Signal vom Drucksensor 32 aufzunehmen,
den Unterschied zwischen dem gemessenen Druck und einem Referenzdruck
zu bestimmen und die Flüssigkeitsflussrate
durch das Ventil 6 so zu ändern, dass dieser Unterschied
minimiert wird.
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Um
größere Änderungen
der Dampfflussrate zu erzeugen, werden bevorzugt sowohl die Flüssigkeitsflussrate
als auch die Plattentemperatur geändert, um so eine größere Menge
an Flüssigkeit
zu verdampfen. Wiederum wird das Signal des Drucksensors 32 in
einer Regelschleife verwendet, um die neuen Einstellpunkte für die Plattentemperatur
und die Flüssigkeitsflussrate
zu bestimmen.
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Darüber hinaus
werden während
des Verfahrens die Füllstandssensoren,
die innerhalb der Vertiefungen 49 positioniert sind, beobachtet,
um das Vorhandensein von Flüssigkeit
darin zu entdecken. Wenn Flüssigkeit
innerhalb der Vertiefungen 49 vorhanden ist, kann die Effizienz
des Verfahrens abnehmen, da ein Teil der Flüssigkeit nicht verdampft wird.
Um das Problem zu überwinden,
kann die Temperatur der Verdampfungsplatte 21 angehoben
werden, bis die Vertiefungen 49 entleert sind.
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Der
in der Verdampfungskammer 30 erzeugte Dampf wird von einer
Haube 23 mit dem erwünschten Druck
gesammelt und verlässt
die Kammer 30 durch den Ausgang 24. Dann strömt der Dampf
durch die Leitung 8 (und durchquert dabei das Ventil 11d)
und erreicht den Brenner 4 zusammen mit anderen Gasen,
insbesondere zumindest mit einem brennbaren Gas und einem die Verbrennung
aufrechterhaltenden Gas. Z.B. kann der Brenner 4 mit SiCl4, mit N2 als innerem
Abschirmgas, mit O2 als äußerem Abschirmgas und mit einer Mischung
aus CH4 und O2 beschickt
werden. Darüber
hinaus kann dem dampfförmigen
Reaktionspartner oder Glasvorläufermaterial
ein Träger,
bevorzugt O2, beigemischt werden, bevor
er dem Brenner zugeführt
wird.
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Im
Brenner wird eine Flamme erzeugt und es findet eine Reaktion statt,
die den dampfförmigen
Reaktionspartner in Glasrußpartikel
umwandelt. Die Flamme ist auf ein Abscheidungstarget (wie z.B. einen
Stab) gerichtet, sodass der Glasruß abgeschieden werden kann
und eine Glasrußvorform
wachsen kann.
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Wenn
das Verfahren vorüber
ist, werden die Ventile 11a, 11b, 11c und 11d geschlossen.
An vorbestimmten Zeiten kann die Abscheidungsvorrichtung 1 gespült werden,
um ein Ansammeln von Substanzen zu vermeiden. Das Spülen wird
dadurch ausgeführt,
dass zuerst Reste des Reaktionspartners über die Ablassleitung 12 aus
dem Verdampfer 7 abgelassen werden und dann in die verschiedenen
Leitungen der Verdampfungseinheit 3 und in den Verdampfer 7 sukzessiv
Stickstoff (N2) eingeführt wird. Genauer gesagt wird
das Ablassen dadurch durchgeführt,
dass alle Ventile der Verdampfungseinheit geschlossen werden, außer dem Zweiwegeventil 11g,
welches so geschaltet wird, dass es das Ablassrohr 12 mit
der Ablassleitung verbindet und dadurch erlaubt, dass Dampfreste
in der Verdampfungskammer 30 abgelassen werden. Während die
Ventile 11a und 11d geschlossen gehalten werden,
werden dann die Ventile 11b, 11c, 11e und 11f geöffnet und das
Zweiwegeventil 11g wird so geschaltet, dass es die Spülgasquelle
mit der Ablassleitung verbindet. Als Ergebnis strömt N2 in die Leitung 14 und in den Endabschnitt
der Leitung 5, tritt dabei durch das Ventil 11b,
das Flussregelventil 6 und das Ventil 11c, und
tritt dann in die Verdampfungskammer 30 ein. Gleichzeitig
strömt
N2 in die Leitung 15, tritt dabei
durch das Ventil 11f, und tritt wiederum in die Verdampfungskammer 30 ein.
N2 kann die Verdampfungskammer 30 über die
Leitung 8 oder die Leitung 12 verlassen.
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7 zeigt
eine alternative Ausführungsform
der Verdampfungsplatte, die hier mit 21' bezeichnet ist. Die Verdampfungsplatte 21' definiert einen
spiralförmigen
Weg 48' für die Flüssigkeit,
der von Kanten 46' begrenzt
wird. Der spiralförmige
Weg 48' beginnt
an einem mittleren Oberflächenabschnitt 45'a, erstreckt
sich entlang eines spiralförmigen
Oberflächenabschnitts 45'b und endet
in einem äußeren ringförmigen Oberflächenabschnitt 45'c. Der äußere ringförmige Oberflächenabschnitt 45'c besitzt eine
Vielzahl von Vertiefungen 49',
die dieselbe Funktion wie in der Ausführungsform der 4 besitzen.
Der untere Abschnitt der Verdampfungsplatte kann jenem der Platte 21 identisch
sein. Für
die Höhe
der Kanten 46' gelten
dieselben Überlegungen
wie für
die Kanten 46 der Platte 21.
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Es
ist zu verstehen, dass die Ausführungsformen
der 4 und 7 nur veranschaulichende Beispiele
sind und dass verschiedene Verdampfungsplatten mit unterschiedlichen
Arten an Wegen gemäß der Lehre
der vorliegenden Erfindung realisiert werden können.
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8 stellt
eine alternative Ausführungsform
des Verdampfers der vorliegenden Erfindung dar, der hier mit 7' bezeichnet
ist und der vorteilhafterweise verwendet werden kann, wenn höhere Dampfflussraten notwendig
sind. Der Verdampfer 7' unterscheidet
sich vom Verdampfer 7 der 3 darin,
dass er zwei übereinander
gelagerte Verdampfungsplatten umfasst, insbesondere eine obere Verdampfungsplatte 210 und
eine untere Verdampfungsplatte 211, die im Wesentlichen
dieselbe Form und dieselben Abmessungen aufweisen können oder
voneinander verschieden sein können.
Die obere Verdampfungsplatte 210, die mit einer nicht dargestellten
Trägervorrichtung
versehen ist, wird unterhalb des Ausgangs der Flüssigkeitszuführleitung 22 positioniert,
um so in ihrem mittleren Bereich die Flüssigkeit aufzunehmen, jedoch
anders als die Verdampfungsplatte 21 besitzt sie in ihrem äußeren Bereich
anstatt der Vertiefungen mindestens ein Durchgangsloch 54,
um so zu bewirken, dass der flüssige
Reaktionspartner, der vor Erreichen jenes Bereichs noch nicht verdampft
ist, auf die untere Verdampfungsplatte 211 durchsickert.
Die untere Verdampfungsplatte 211 ist geeignet, um die von
der oberen Verdampfungsplatte 210 an ihrem äußeren Abschnitt
durchsickernde Flüssigkeit
aufzunehmen und sie als Ergebnis der Form des Wegs auf ihrer Oberfläche zu ihrer
Mitte hin fließen
zu lassen. In ihrem mittleren Bereich kann die untere Verdampfungsplatte 211 eine
Vertiefung (nicht gezeigt) zum Aufsammeln der übrig bleibenden Flüssigkeit
aufweisen, die bevorzugt mit einem Temperatursensor versehen ist.
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Die
Platten 210 und 211 können beide derselben Art sein,
beispielsweise der in 4 oder in 7 offenbarten
Art, oder einer anderen Art. Darüber
hinaus kann eine unterschiedliche Anzahl von Platten in der Verdampfungskammer 30 angeordnet
werden, abhängig
von der Dampfmenge, die erzeugt werden muss, und dementsprechend
von der Menge an flüssigem
Reaktionspartner, der verdampft werden muss.
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Es
wird dem Fachmann offensichtlich sein, dass verschiedene Abwandlungen
und Änderungen
an der offenbarten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung vorgenommen werden können, ohne vom Schutzbereich
oder dem Geist der Erfindung abzuweichen. Z.B. kann die obere Oberfläche der
Verdampfungsplatte eine geringfügige
Neigung besitzen, insbesondere eine negative Neigung in Richtung
des Flüssigkeitsflusses, um
es der Flüssigkeit
zu erlauben, leicht auf ihr zu fließen. Darüber hinaus kann die hier oben
beschriebene Verdampfungsplatte durch einen Metallkörper einer
beliebigen Form ersetzt werden, vorausgesetzt, dass er auf seiner
oberen Oberfläche
einen Weg für
die Flüssigkeit definiert,
der die Ausbildung eines Flüssigkeitsfilms ausreichender
Dicke erlaubt, und vorausgesetzt, dass er mit einem Heizsystem verbunden
werden kann, das in er Lage ist, den Körper auf eine Temperatur aufzuheizen,
die ausreichend ist, um zumindest ein Bläschensieden zu erhalten, und
bevorzugt auch eine Temperatur, die ausreichend ist, um ein Filmsieden
zu erhalten. Eine andere (nicht gezeigte) Ausführungsform der Abscheidungsvorrichtung
kann auch eine Vielzahl von Verdampfungseinheiten der zuvor beschriebenen
Art umfassen, die jeweils mit ihrer eigenen Dampfaustrittsleitung
versehen sind. Jene Leitungen können
so verbunden werden, dass die unterschiedlichen Dampfströme vor der
Beschickung des Brenners beigemischt werden.
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Es
ist zu verstehen, dass der Verdampfer der vorliegenden Erfindung
sehr geringe Abmessungen aufweist und dass es möglich ist, große Mengen
an Flüssigkeit
dadurch zu verdampfen, dass mehrere Verdampfungsplatten übereinander
gelegt werden, wobei die gesamte Anordnung immer noch sehr kompakt
gehalten wird. Wie zuvor erwähnt,
ist es darüber
hinaus möglich,
den Flüssigkeitstank
in einem anderen Raum zu positionieren, um im Fall von Flüssigkeitsaustritten
Risiken für
die Techniker zu vermeiden. Ein weiterer Vorteil der Anordnung der
vorliegenden Erfindung ist es, dass sie keine Massenstromregelvorrichtungen
in heißen
Bereichen der Vorrichtung erfordert, da der einzige Massenstromregler,
d.h. das Ventil 6, welches den Flüssigkeitsfluss zum Verdampfer 7 regelt,
bei Raumtemperatur arbeitet.
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Experimentelle Tests
-
Der
Anmelder hat eine Reihe von experimentellen Tests durchgeführt, um
die Effektivität
der Abscheidungsvorrichtung der vorliegenden Erfindung bei der Erzeugung
eines stabilen Flusses von Glasvorläufermaterial zu überprüfen, welches
für einen
Glasrußabscheidungsvorgang
geeignet ist.
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Eine
Verdampfungsplatte wie die Verdampfungsplatte 21 der 3, 4 und 5 wurde
verwendet und besaß die
folgenden Abmessungen:
- – äußerer Durchmesser: 230 mm;
- – Höhe: 12 mm;
- – Breite
der ringförmigen
Oberflächenbereiche 45b-45g:
10 mm;
- – Durchmesser
des mittleren Oberflächenbereichs 45a:
35 mm;
- – Breite
der ersten ringförmigen
Kante 46a: 10 mm;
- – Breite
der ringförmigen
Kanten 46b-46f: 2,5 mm;
- – Höhe der ringförmigen Kanten 46a-46f:
2,5 mm;
- – Höhe der ringförmigen Kante 46g:
4,6 mm;
- – Nut 50:
zehn lineare und parallele Abschnitte, 20 mm voneinander entfernt,
die von neun kreisförmigen Nuten
mit 26 mm Durchmesser verbunden werden;
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Die
Experimente wurden unter den folgenden Betriebsbedingungen durchgeführt:
- – flüssiger Reaktionspartner:
SiCl4;
- – Temperatur
der Verdampfungsplatte 21: 145°C;
- – Temperatur
im oberen Fach 9a des Gehäuses 9: 90°C.
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Diese
Bedingungen, zusammen mit den unten angegebenen Flüssigkeitsflussraten,
waren ausreichend für
ein Sieden der Flüssigkeit
unter dem Filmsiederegime.
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Die
Experimente wurden 420 Minuten lang durchgeführt unter Verwendung von drei
unterschiedlichen Flussraten des flüssigen Reaktionspartners, nämlich 30,
45 und 55 g/min. Der Dampfdruck in der Verdampfungskammer
30 wurde
in Zeitabständen
von 30 min gemessen. Die folgende Tabelle gibt die Werte der gemessenen
Drücke,
ausgedrückt
in mbar wieder.
| Zeit (min) | Flüssigkeitsflussrate |
| 30
(g/min) | 45
(g/min) | 55
(g/min) |
| 30 | 1073
(mbar) | 1102 | 1355 |
| 60 | 1075 | 1104 | 1357 |
| 90 | 1076 | 1105 | 1358 |
| 120 | 1077 | 1106 | 1358 |
| 150 | 1077 | 1106 | 1356 |
| 180 | 1076 | 1105 | 1359 |
| 210 | 1077 | 1104 | 1357 |
| 240 | 1078 | 1104 | 1358 |
| 270 | 1076 | 1106 | 1355 |
| 300 | 1076 | 1105 | 1356 |
| 330 | 1077 | 1107 | 1355 |
| 360 | 1078 | 1104 | 1356 |
| 390 | 1076 | 1103 | 1356 |
| 420 | 1076 | 1103 | 1353 |
-
Es
ist zu verstehen, dass das Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung
es erlaubt, Dampfdrücke zu
erhalten, die die Erfordernisse von gegenwärtigen Glasrußabscheidungsverfahren
erfüllen
und besonders stabil sind. Insbesondere kann beobachtet werden,
dass unter den hier oben beschriebenen Testbedingungen die Druckabweichungen
weniger als 5% und genauer gesagt weniger als ungefähr 0,46%
betragen.