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Die
vorliegende Erfindung betrifft allgemein das Gebiet der automatischen
Lackieranlagen, insbesondere solche, die zum Auftragen von Lack
und insbesondere von elektrisch leitendem Lack oder einem anderen
analogen Beschichtungsmaterial auf die Karosserien von Kraftfahrzeugen
dienen. Der Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist genauer gesagt
das Füllen
von Vorratsbehältern
für Lacke
im Falle von Anlagen, bei denen Lackiermaschinen oder Lackierroboter
verwendet werden, von denen jede bzw. jeder einen bewegbaren Vorratsbehälter aufweist,
der dazu dient, eine Pistole oder eine Schale zum Zerstäuben von
Lack aufweist.
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Bekannte
Vorrichtungen dieser Art, wie sie z. B. in den Druckschriften
EP 0 274 322 ,
EP 0 435 005 und
JP 6 190 309 beschrieben sind, gestatten
es, einen Vorratsbehälter
für Lack
zu spülen,
dann zu trocknen und anschließend
zu befüllen,
wobei dieser Vorratsbehälter
für Lack
elektrisch isoliert am Ende eines Armes eines Roboters angeordnet
ist und dazu dient, Spritzpistolen oder elektrostatische Schalen, die
zum Zerstäuben
wasserhaltigen Lackes dienen, mit kurzfristig verfügbaren variablen
und gesteuerten Mengen zu versorgen.
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Einige
Mehrachsenroboter, die zum Auftragen von Farben auf Kraftfahrzeugkarosserien
dienen, umfassen eine sperrige Mechanik und sind auf der gesamten
Länge der
Kabine, in welcher der Lack aufgetragen wird, präsent, was ihnen erlaubt, den Karosserien
zu folgen, die sich auf einem Förderer
in longitudinaler Richtung bewegen. Diese Mechaniken nehmen somit
den größten Teil
der Länge
der Kabine in Anspruch, was es notwendig macht, die Systeme, die
zum Wechseln der Farben dienen, im Inneren der Kabine zu installieren,
damit sie für
die Arme der Roboter zugänglich
sind.
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Es
gibt auch Lackierroboter, die einfacheren Aufbau aufweisen und üblicherweise
als ”Maschinen” bezeichnet
werden. Diese haben mindestens zwei zueinander senkrechte Achsen,
sie folgen aber den Karosserien nicht in longitudinaler Richtung,
wenn diese durch den Förderer
weiter bewegt werden.
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Bei
derartigen Anlagen sind Farbwechselsysteme unerläßlich, die es gestatten, in
einen Vorratsbehälter
einen Lack vorgegebener Farbe, die aus einr Mehrzahl von Farben
ausgewählt
ist, einzuspeisen. Die Farbwechselsysteme sind entweder im Inneren
der Kabine in einer Zone untergebracht, die für das Ende des Armes des Roboters
zugänglich
ist, oder sie sind im Falle von ”Maschinen” im Rahmen der Maschine selbst
angeordnet, also an einer ”an Bord
befindlichen” Stelle,
und zwar auf einer der Achsen der Maschine, wie dies in der Druckchrift
EP 0 691 892 gezeigt ist.
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Es
gibt im Prinzip ein Farbwechselsystem für jeden Roboter oder jede Maschine.
Im speziellen Fall derjenigen Maschine, die ”Dachmaschine” genannt wird,
und die zwei bis vier Zerstäuber
aufweist, gibt es ein Farbwechselsystem für jeden einzelnen Zerstäuber.
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Bei
den Anlagen, die hier betrachtet werden, besteht der Vorratsbehälter genauer
gesagt aus einer zylindrischen Kammer, die ein festes maximales Fassungsvermögen aufweist
und einen Kolben aufnimmt. Der Kolben wird in einer Phase des Wiederauffüllens des
Behälters
nach hinten zurückgefahren, und
anschließend
wird er in der Zerstäubungsphase nach
vorne bewegt. Die Bewegungen des Kolbens werden gesteuert und gemessen,
damit man zu jedem Zeitpunkt die Menge des Lackes kennt, die sich im
Vorratsbehälter
befindet, und die momentane Menge des zerstäubten Lackes kennt.
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Die
Einheit, die durch den Zerstäuber
und den zugeordneten Vorratsbehälter
gebildet ist, verfügt über einen
mehrfachen fluidischen Stecker, der z. B. drei Verbindungspunkte
aufweisen kann. Ein erster Verbindungspunkt gestattet es, ganz zu
Beginn eine Reinigungsflüssigkeit
einzuspeisen, um den Behälter
zu spülen.
Dann wird Luft eingespeist, die es erlaubt, das zur Reinigung verwendete
Produkt in einen Sammelbehälter
zu drücken,
was über den
zweiten Verbindungspunkt erfolgt, schließlich auch den Lack oder irgend
ein anderes Beschichtungsprodukt zuzuführen, welches den Vorratsbehälter in
ausreichender Menge füllen
muß. Der
dritte und letzte Verbindungspunkt gestattet es, ausschließlich die
Zerstäubungsdüse zu spülen.
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Die
Verteilung des Lackes und der anderen Fluide wird durch ein feststehendes
Verteilsystem besorgt, welches unter anderem einen Farbwechslerblock
umfaßt,
der mit Lack wählbarer
unterschiedlicher Farben beaufschlagt wird, wobei dieser Block eine
Mehrzahl von Eingangsöffnungen
sowie vorgesteuerten Ventilen und einen einzigen Auslaß aufweist.
Zu diesem Verteilsystem gehört
eine Verbindungseinheit, die z. B. drei Punkte aufweisen kann, die
denjenigen des Fluidverbinders des Zerstäubers entsprechen. Insbesondere
ist ein Punkt der Verbindungseinheit mit dem Auslaß des Farbwechslerblocks
verbunden, ein anderer Punkt ist mit einem Spülblock verbunden, der ein Ventil
für Luft
und ein Ventil für
Lösungsmittel
aufweist, und ein letzter Verbindungspunkt ist mit einem Sammelbehälter verbunden,
um die verschiedenen beim Reinigen anfallenden Restprodukte sammeln
zu können.
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Wenn
der Roboter oder die Maschine gerade das Lackieren oder Beschichten
einer Karosserie mit einer bestimmten Farbe beendet hat, kommt der
Fluidverbinder des Zerstäubers
gegen die Verbindungseinheit, die an den Ausgang des Farbwechselblockes angeschlossen
ist. Dann wird durch Einspritzen des Reinigungsproduktes die Reinigung
des Vorratsbehälters
durchgeführt.
Das Reinigungsprodukt wird dann zum Sammelbehälter hin entsorgt, während die Düse des Zerstäubers selbst
mit Lösungsmittel
und dann mit Luft gereinigt wird. Druckluft drückt dann das Lösungsmittel
in den Sammelbehälter,
und man füllt
dann den Vorratsbehälter
mit Lack der neuen Farbe, die jeweils ausgewählt ist und von dem Farbwechslerblock
verteilt wird.
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Es
ist bekannt, daß man
bei einer klassischen Strafe zum Lackieren von Kraftfahrzeugkarosserien
im Mittel ungefähr
25 verschiedene Farbtöne verwendet,
wobei ein Farbwechsel im Mittel jeweils nach 1,5 Karosserien erfolgt.
Eine derartige Lackierstraße,
die 40 bis 60 Karosserien pro Stunde lackiert und zwar über eine
Betriebszeit von mindestens 16 Stunden bis hin zu 24 Stunden pro
Tag, bedeutet dies größenordnungsmäßig zwischen
600 und 1000 Farbwechsel pro Stunde und Zerstäuber.
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Wichtig
ist weiter, daß bei
jedem Farbwechsel der gesamte Lack oder das gesamte Beschichtungsmaterial,
welches sich im Verteilerkanal des Farbwechslerblockes befindet,
verloren geht. Gleiches gilt für
das Reinigungs material, das üblicherweise
ein Lösungsmittel
oder demineralisiertes Wasser ist, welchem Glykol beigemischt ist.
Dieses Reinigungsprodukt wird verwendet, um den Kanal des Farbwechslerblockes
zu reinigen, und nach Verwendung wird dieses Reinigungsprodukt ebenfalls
in einen Sammelbehälter
abgezogen.
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Man
versteht also, daß der
gesamte Verlust an Lack oder Beschichtungsmaterial und an Reinigungsprodukt
und die hiermit verbundenen finanziellen Kosten, die mit den Farbwechseln
verbunden sind, bei einer gegebenen Anlage sehr hoch sind. Dabei
muß man
diesen Verlust und die Kosten noch mit der Anzahl der Zerstäuber multiplizieren,
da für jeden
Zerstäuber
ein ihm zugeordnetes eigenes Farbwechselsystem vorgesehen ist. Hierzu
kommt das Problem der Umweltverschmutzung, welches sich aus den
Abfällen
an Lack und Spülprodukt
ergeben, die verloren sind, wie oben dargelegt.
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Die
Investitionskosten für
ein solches Farbwechselsystem sind selbst auch recht groß, denn man
muß es
mit der Anzahl der in der Anlage vorhandenen Zerstäuber multiplizieren.
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Hinzu
kommen noch die Zeit und die Kosten, die mit der Wartung der Farbwechselsysteme
verbunden sind und die Kosten für
den Produktionsausfall. Ob es sich um eine Maschine oder einen Roboter handelt,
und ob das Farbwechselsystem im Inneren der Lackierkabine angeordnet
ist oder im Rahmen der Maschine, aus Sicherheitsgründen muß man immer
die Anlage, also die ganze Lackierstraße anhalten, mindestens aber
die einzelne Maschine, um Zugang zu den Farbwechselsystemen zu bekommen und
die Wartungsarbeiten durchführen
zu können, die
in der Mehrzahl der Fälle
ein Eingreifen im Inneren der Kabine notwendig machen. Berücksichtigt man
die sehr große
Anzahl von Farbwechselzyklen (wie weiter oben dargelegt), ist es
notwendig, präventive
Wartungsmaßnahmen
vorzusehen, die mehr oder weniger lang und mehr oder weniger häufig sind.
Auch hier sind die Bedeutung und die Gesamtkosten der Wartung direkt
proportional zur Anzahl der Farbwechselsysteme.
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Soweit
die Anzahl der Farbwechsel und die Anzahl der Zerstäuber nicht
beeinflußbare
Parameter sind, scheint es schwierig, die Verluste an Lack und an
Spülprodukt
zu verkleinern und die Höhe
der Kosten und das Ausmaß der
Umweltverschmutzung, die sich hieraus ergeben, herabzusetzen.
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Die
vorliegende Erfindung zielt darauf ab, die vorgenannten Probleme
zu lösen,
indem eine technische Lösung
angeboten wird, die ohne Änderungen an
den Maschinen oder Robotern selbst eine erhebliche Verminderung
der Verluste an Lack und an Spülflüssigkeit
bei den Farbwechseln ermöglicht
und die zugleich die Wartungsarbeiten stark begrenzt, derart, daß man insgesamt
eine erhebliche Verminderung der Betriebskosten und der Produktionsverluste
einer Anlage der hier interessierenden Art erhält, wozu noch eine nennenswerte
Verminderung der Anfangsinvestitionen kommt.
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Hierzu
hat die Erfindung als erste Aufgabe ein Verfahren zum Füllen eines
Farbbehälters
in einer automatisch arbeitenden Lackieranlage der betrachteten
Art also einer Anlage, die Lackiermaschinen oder Lackierroboter
aufweist, von denen jede/jeder einen Zerstäuber und einen Vorratsbehälter für Lack oder
ein anderes Beschichtungsmaterial aufweist, wobei der Behälter dem
Zerstäuber
zugeordnet ist und dazu dient, diese Maschi nen oder Roboter zu versorgen,
die längs
einer Lackierlinie angeordnet sind, die insbesondere zum Lackieren
von Kraftfahrzeugkarosserien dient, wobei jede Einheit, die aus
einem Zerstäuber
und einem zugeordneten Vorratsbehälter besteht, einen Fluidverbinder
aufweist, der dazu dient, auf nicht ständige Weise mit einem Verteilsystem
zusammenzuarbeiten, welches einen Farbwechslerblock umfaßt, der
mit Lack unterschiedlicher Farben gespeist wird, und wobei eine
Fluidverbindungseinheit mit dem Ausgang des Farbwechslerblocks verbunden
ist, wobei das Verfahren dadurch gekennzeichnet ist, daß mindestens
zwei Maschinen oder zwei Roboter das gleiche Verteilsystem verwenden,
mit dem sie sich nacheinander bei jedem Farbwechsel verbinden, um
ihre jeweiligen Vorratsbehälter,
die mit ihren jeweiligen Zerstäubern
verbunden sind, nacheinander zu spülen und wieder mit Farbe zu
füllen.
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Die
Erfindung betrifft ferner eine Vorrichtung zum Durchführen des
vorstehend beschriebenen Verfahrens, wobei diese Vorrichtung für zwei Lackiermaschinen
oder zwei Lackierrobotern, von denen jede einen Zerstäuber und
einen Vorratsbehälter
für Lack
aufweist, die hintereinander längs
der Lackierstraße
angeordnet sind, ein gemeinsames Verteilsystem aufweist, welches
einen Farbwechslerblock und eine fluidische Verbindungseinheit umfaßt, die
an den Ausgang des Farbwechslerblocks angeschlossen ist, wobei das
Verteilsystem zwischen den beiden Maschinen oder Robotern derart
angeordnet ist, daß es
von der einen oder anderen dieser Maschinen bzw. dem einen oder
dem anderen dieser Roboter benutzt werden kann, um die jeweiligen
Vorratsbehälter,
die ihren jeweiligen Zerstäubern
zugeordnet sind, zu spülen
und wieder füllen
zu können.
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Die
erfinderische Idee besteht somit darin, ein einziges Verteilsystem
und Farbwechselsystem für
zwei Maschinen oder Roboter vorzusehen, indem man diesen beiden
Maschinen oder Robotern gestattet, das gleiche Verteilsystem zu
verwenden, um ihre jeweiligen Vorratsbehälter zu spülen und neu zu füllen, anders
als bei klassischen Anlagen, die mindestens ebensoviele Verteilsysteme
mit Farbwechslern umfassen, wie Maschinen oder Roboter vorgesehen sind.
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Die
Erfindung gestattet es somit, die Anzahl der Verteilsysteme durch
zwei zu teilen, welche jeweils einen Farbwechslerblock und eine
Fluidverbindungseinheit umfassen. Hierdurch wird schon die anfänglich notwendige
Investition vermindert. Auch die Zeit und die Kosten für Wartung
sind herabgesetzt.
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Besonders
wichtig ist, daß man
auf Grund der durch die Erfindung getroffenen Maßnahmen bei den Farbwechseln
für zwei
Maschinen oder zwei Roboter nur ein einziges Mal die Farbe verliert,
welche sich im Kanal des Farbwechslerblockes befindet. Insgesamt
halbiert man somit die Verluste an Lack und an Reinigungsprodukt
für die
gesamte betrachtete Anlage. Es versteht sich, daß die Kosten und die Umweltverschmutzung,
die sich aus diesen Verlusten ergeben, ebenfalls in erheblichem
Umfange vermindert sind.
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Bei
einer besonders bevorzugten Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Vorrichtung
ist in einer Wand der Lackierkabine eine motorbetriebene Luke vorgesehen,
die das Hindurchtreten der Fluidverbindungseinheit gestattet, welche
an den Ausgang des Farbwechslerblockes angeschlossen ist und in
Richtung auf das Innere der Lackierkabine hin bewegbar vorgesehen
ist, um den Lack-Vorratsbehälter, der
dem Zerstäuber
der einen oder der anderen der beiden Maschinen oder Roboter zugeordnet ist,
zwischen denen sich das Verteilsystem befindet, spülen und
neu füllen
zu können.
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Insbesondere
kann der Farbwechslerblock feststehend ausgebildet sein und außerhalb
der Lackierkabine angeordnet sein. In diesem Falle ist die Fluidverbindungseinheit über flexible
Leitungen mit den feststehenden Verteilpunkten der Verteileinheit verbunden.
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Die
Luke ist nur dann offen, wenn dies notwendig ist, um die beiden
Maschinen oder Roboter zu versorgen, damit die Dichtheit der Kabine
erhalten bleibt. Der Ort des Verteilungssystems gestattet es, Arbeiten
an den für
den Farbwechsel vorgesehenen Komponenten durchzuführen, ohne
daß man
das Innere der Lackauftragskabine betreten muß und ohne daß man die
Anlage anhalten muß.
Hierdurch werden die Stillstandszeiten nochmals vermindert, die für die Wartungsarbeiten
notwendig sind, und erhebliche Produktionsverluste können so
vermieden werden. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen,
daß Arbeiten
in der Kabine zu Folge haben, daß Staubpartikel in die gefilterte
Luft eingeführt
werden, und aus diesem Grund können
sich dann Schönheitsfehler
ergeben, die dazu führen
können,
daß eine
größere Anzahl
von Karosserien als Ausschuß ausgesondert
werden müssen.
Daraus erklärt
sich das Interesse an der letztgenannten Anordnung.
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Bei
einer besonders bevorzugten Ausführungsform
ist die Fluidverbindungseinheit des Verteilsystems so ausgeführt, daß sie durch
die motorbetriebene Luke bewegt werden kann, wenn Letztere in ihrer
Offenstellung steht. Die Fluidverbindungseinheit kann somit zwischen
dem Außenraum
und dem Innenraum der Lackkabine bewegt werden, was z. B. unter
Verwendung eines Arbeitszylinders erfolgen kann. Leitungen, die
z. B. flexibel ausgebildet sein können, verbinden diese bewegliche
Fluidverbindungseinheit mit den Verteilpunkten des Verteilsystems,
insbesondere mit dem Ausgang des Farbwechslerblockes.
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Anhand
der nachstehenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels wird die Erfindung
besser verstanden werden. Die Beschreibung bezieht sich auf die
beigefügte
schematische Zeichnung, die beispielhaft ein Ausführungsbeispiel
einer Vorrichtung zum Füllen
eines Vorratsbehälters
für Lack zeigt,
und zwar im Kontext einer automatischen Lackierstraße:
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1 ist
eine schematische Aufsicht auf eine Lackierstraße, die mit erfindungsgemäßen Vorrichtungen
ausgestattet ist;
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2 ist
eine Detailansicht einer dieser Vorrichtungen, wobei ein zu füllender
Vorratsbehälter gezeigt
ist;
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3 ist
eine detaillierte Aufsicht eines Abschnittes der Lackierstraße von 1.
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1 zeigt
in sehr schematischer Weise einen Abschnitt einer Lackierstraße für Kraftfahrzeugkarosserien.
Die zu lackierenden Karosserien 2 werden auf dieser Straße längs des
Pfeiles F eine nach der anderen unter einem gewissen Abstand e voneinander
vorwärts
bewegt, was dadurch erfolgt, daß sie auf
einem symbolisch bei 3 dargestellten Förderer bewegt werden. Die Karosserien 2 bewegen
sich so ins Innere einer geschlossenen Lackierkabine 4 hinein,
deren einander gegenüberliegende
Seitenwände,
die (bezogen auf die Förderrichtung)
auf der rechten und linken Seite liegen, bei 5a und 5b gezeigt sind.
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Auf
den beiden Seiten der Lackierkabine 4 stehen nacheinander
Lackiermaschinen oder Lackierroboter und zwar so, daß sie einander
jeweils gegenüberstehen.
Dies kann z. B. so erfolgen:
- – auf der
rechten Seite der Kabine 4 stehen nacheinander die Lackiermaschinen 6a, 7a, 8a und 9a;
- – auf
der linken Seite der Kabine 4 stehen nacheinander die Lackiermaschinen 6b, 7b, 8b und 9b.
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Jede
der Lackiermaschinen hat einen feststehenden Rahmen 10 und
einen beweglichen Arm 11, der sich im Inneren der Kabine 4 befindet
und an seinem freien Ende einen Zerstäuber 12 trägt. Dem Zerstäuber 12 ist
ein Vorratsbehälter 13 für Lack zugeordnet,
der einen Kolben 13a aufweist (in 2 sichtbar).
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Auf
jeder Seite der Kabine 4 sind die Maschinen 6a bis 9a bzw. 6b bis 9b von
einander durch Intervalle E beabstandet, die z. B. zwischen 2,5
und 3 m betragen können.
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Erfindungsgemäß sind all
die Maschinen, die auf jeder Seite der Kabine 4 angeordnet
sind, in Zweiergruppen zusammengefasst, was die Versorgung ihrer
Vortatsbehälter 13 mit
Lack betrifft. Dies bedeutet, dass für zwei aufeinanderfolgende
Maschinen ein gemeinsames Verteilsystem vorgesehen ist, was im Einzelnen
wie folgt aussieht:
- – Es ist ein Verteilungssystem 14a vorgesehen, welches
gemeinsam für
die beiden Maschinen 6a und 7a vorgesehen ist
und zwischen diesen beiden Maschinen liegt.
- – Für die beiden
Maschinen 6b und 7b ist ein gemeinsames Verteilsystem 14b vorgesehen,
welches zwischen diesen beiden Maschinen liegt.
- – Für die beiden
Maschinen 8a und 9a ist ein gemeinsames Verteilsystem 15a vorgesehen,
welches zwischen diesen beiden Maschinen liegt.
- – Für die beiden
Maschinen 8b und 9b ist ein gemeinsames Verteilsystem 15b vorgesehen,
welches zwischen diesen beiden Maschinen liegt.
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Wie
aus 1 ersichtlich ist, liegt jedes der Verteilsysteme 14a, 14b, 15a, 15b auf
der Außenseite
der Lackierkabine 4. Eine Luke 16, die elektrisch oder
pneumatisch angetrieben ist, ist in der Wand 5a oder 5b der
Kabine 4 angeordnet und fluchtet jeweils mit einem der
Verteilsysteme.
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Wie
aus 2 ersichtlich ist, umfasst jedes Verteilsystem,
z. B. das Verteilsystem 14a, einen Farbechslerblock 17,
der durch (nicht gezeigte) Leitungen der Anlage mit Lack und/oder
einem Beschichtungsmaterial mit einer einer Mehrzahl unterschiedlicher
Farben beaufschlagt wird.
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Das
Verteilsystem hat ferner eine Fluidverbindungseinheit 18,
die längs
einer Achse 19, die senkrecht auf der Wand 5 der
Kabine 4 steht, beweglich ist und längs der Achse 19 durch
einen Arbeitszylinder 20 bewegt wird. Die Verbindungseinheit 18 lässt sich
somit zwischen dem Außenraum
der Kabine 4 und dem Innenraum der Kabine 4 verlagert,
wobei das Öffnen
der Luke 16 das Hindurchbewegen der Verbindungseinheit 16 vom
Außenraum
in den Innenraum der Kabine 4 ermöglicht. Eine Variante würde darin
bestehen, den Farbwechslerblock 17 insgesamt zusammen mit
der Verbindungseinheit 18 durch die Luke 16 hindurch
zu bewegen.
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Die
bewegliche Fluidverbindungseinheit 18 umfasst drei Verbindungspunkte,
welche mit 21, 22 bzw. 23 bezeichnet
sind.
- – Der
erste Verbindungspunkt 21 ist über einen weichen Schlauch 24 mit
dem Ausgang 25 des Farbwechslerblockes 17 verbunden.
- – Der
zweite Verbindungspunkt 22 ist über einen anderen weichen Schlauch 26 mit
einem Sammelbehälter 27 verbunden.
- – Der
dritte Verbindungspunkt 23 ist über einen letzten weichen Schlauch 28 mit
einem Spülblock 29 verbunden,
der ein Ventil für
Luft und ein Ventil für
Lösungsmittel
umfasst.
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Wie
aus 2 ersichtlich, hat der Zerstäuber 12 einer beliebigen
der Lackiermaschine, dem ein Vorratsbehälter 13 für Lack zugeordnet
ist, einen Fluidverbinder 30, welcher drei Verbindungspunkte 31, 32, 33 aufweist,
die jeweils einem der drei Verbindungspunkte 21, 22, 23 der
Fluidverbindungseinheit 18 des Verteilsystems, z. B. des
Verteilsystems 14a entsprechen.
- – Der erste
Verbindungspunkt 31 ist direkt mit dem Vorratsbehälter 13 verbunden
und dient dazu, diesen wieder zu befüllen.
- – Der
zweite Verbindungspunkt 32 ist zum Anschluss an den Sammelbehälter vorgesehen.
- – Der
drite Verbindungspunkt 33 steht in direkter Verbindung
mit der Düse 34 des
Zerstäubers 12, um
letztere zu spülen.
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Wenn
eine der Maschinen gerade damit aufgehört hat, eine Karosserie 2 mit
einer bestimmten Farbe zu lackieren, wird ihr beweglicher Arm 11 so bewegt,
dass der Zerstäuber 12 an
einem genau vorgegebenen Punkt der Kabine 4 zu stehen kommt, und
zwar vor dem Verteilsystem, das dieser Maschine zugeordnet ist.
Die Luke 16 wird zunächst
geöffnet,
und dann schiebt der Arbeitszylinder 20 die bewegliche
Verbindungseinheit 18 nach vorn, damit sie an dem Fluidverbinder 30 des
Zerstäubers 12 ”andockt” (vgl.
die in 2 strichpunktiert gezeigte Stellung). Die drei
Verbindungspunkte 21, 22 und 23 fallen
dann mit den drei anderen Verbindungspunkten 31, 32 und 33 zusammen.
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Dann
erfolgt das Reinigen des Vorratsbehälters 13. Dies erfolgt
so, dass man aus dem Farbwechslerblock 17 Lösungsmittel über den
flexiblen Schlauch 24 einspritzt. Nachdem das Lösungsmittel den
Behälter 13 gereinigt
hat, tritt es über
den weichen Schlauch 26 wieder aus und gelangt in den Sammelbehälter 27.
Gleichzeitig wird auch die Düse 34 selbst
durch das Lösungsmittel
und dann durch Luft gespült,
die beide durch den gleichen Schlauch 28 zugeführt werden.
Danach drückt
Druckluft das Lösungsmittel
in den Sammelbehälter 27,
und der Vorratsbehälter
wird mit Lack der gewählten
neuen Farbe vom Farbwechsler Block 17 her gefüllt. Das Zuführen dieser
Farbe erfolgt über
den weichen Schlauch 24.
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Der
Arbeitszylinder 20 wird dann so zurückgefahren, dass die mobile
Verbindungseinheit 18 zurückbewegt wird, während die
Maschine nun bereit ist, eine neue Karosserie 2 mit Lack
der neu gewählten
Farbe zu beschichten.
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Ein
Verfahren zum Spülen
und Wiederbefüllen,
wie es vorstehend beschrieben wurde, wird nacheinander durch das
gleiche Verteilsystem durchgeführt,
z. B. das Verteilsystem 14a um die Vorratsbehälter 13,
die den Zerstäubern 12 der
beiden Maschinen zu füllen,
z. B. der Maschinen 6a und 6b, zwischen denen
sich das betrachtete Verteilsystem befindet. Anders gesagt: Bei
jedem Farbwechsel wird das gleiche Verbindungssystem 18 nacheinander
an die Fluidverbinder 30 der einen und dann der anderen
der Maschinen 6a und 6b ”angedockt”, wobei diese Fluidverbinder
nacheinander in die gleiche vorgegebene Position bewegt werden.
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Nimmt
man nun wieder Bezug auf 1, so ist die Betriebsweise
der gesamten Anlage die folgende:
Betrachtet wird die Gesamtheit
der vier Maschinen 6a, 7a, 6b, 7b zu
demjenigen Zeitpunkt, zu welchem die am weitesten hinten liegenden
Maschinen 6a und 6b das Lackieren einer vorgegebenen
Karosserie 2' beendet
haben. Die Maschinen 6a und 6b stellen sich somit
in diejenige Stellung, in welcher sie gespült/wiederbefüllt werden.
Dies ist also diejenige Stelle, in welcher sie vor dem Verteilsystem 14a und 14b stehen.
Die Arbeitszylinder 20 dieser Verteilsysteme werden sich
dann an die Fluidverbinder 30 der entsprechenden Zerstäuber 12 der
beiden Maschinen 6a und 6b ”andocken”, und die Zyklen für das Reinigen
und Wiederbefüllen,
die weiter oben genauer beschrieben worden sind, laufen gleichzeitig
für die
beiden Maschinen 6a und 6b ab, wobei ggfs. ein Farbwechsel
erfolgt, je nachdem welche Farbe für die nächste Karosserie 2'' vorgesehen ist. Wenn die Vorratsbehälter 13 der
beiden Maschinen 6a und 6b wieder mit Lack der
ausgewählten
Farbe gefüllt
worden sind, stellen sich die Maschinen 6a und 6b so auf,
dass sie bereit sind, mit der Beschichtung der nachfolgenden Karosserie 2, 2' zu beginnen.
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Diese
Arbeitsabläufe
erfolgen, während
die beiden Maschinen 7a und 7b die Lackierung
der Karosserie 2' beenden.
Sowie die Maschinen 7a und 7b ihre Arbeit beendet
haben, und wenn die Verteilsysteme 14a und 14b freigegeben
sind, stellen sich die Maschinen 7a und 7b ihrerseits
in die Stellung zum Spülen/Wiederbefüllen. Dies
bedeutet, dass sie vor dem Verteilsystem 14a und 14b stehen.
Die Arbeitszylinder 20 dieser Systeme werden dann an die
Fluidverbinder 30 der Zerstäuber 12, die den beiden
Maschinen 7a und 7b jeweils zugeordnet sind, ”angedockt”, und die
Zyklen der Reinigung und des Wiederbefüllens verlaufen genau so wie
für die
beiden Maschinen 7a und 7b, wobei ggfs. ein Farbwechsel erfolgt
(je nachdem, welche Farbe die nachfolgende Karosserie 2'' hat. Wenn das Befüllen der
Vorratsbehälter 13 dieser
beiden letztgenannten Maschinen beendet ist, stellen sich diese
wieder so auf, dass sie bereit sind, mit der Beschichtung der nachfolgenden Karosserie 2'' zu beginnen.
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Für die anderen
Lackiermaschinen 8a, 9a, 8b und 9b ist
der Funktionszyklus genau derselbe, und er wiederholt sich natürlich für die nachfolgenden Karosserien,
wie die Karosserie 2''', insbesondere dann, wenn verglichen
mit der vorhergehenden Karosserie ein Farbwechsel notwendig ist.
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Bei
Farbwechseln verliert man somit für zwei Maschinen nur ein einziges
Mal den Lack, der sich im Ausgangskanal des Farbwechslerblockes 17 befindet.
z. B. kann für
das Verteilsystem 14a der Ausgangskanal des Farbwechslerblockes 17 mit
der Farbe gefüllt
bleiben, die für
die Maschine 6a verwendet wird, da diese gleiche Farbe
auch für
die Maschine 6b Anwendung findet. Auf diese Weise werden
die Farbverluste und die Verluste an Spülmedium für die gesamte Anlage halbiert.
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Da
darüber
hinaus die Verteilsysteme 14a, 14b, 15a, 15b alle
im Außenraum
der Kabine 4 angeordnet sind, lassen sich Arbeiten an diesen
Systemen leicht und ohne Anhalten der Anlage durchführen.
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3 zeigt
einige Komponenten genauer, insbesondere die beweglichen Arme 11 und
die Zerstäuber 12 der
verschiedenen Maschinen. Die 3 zeigt
auch in genauer Weise verschiedene Funktionsphasen, und zwar bei
der dargestellten Situation:
- – Die beiden
Maschinen 6a und 6b befinden sich in der Ruhe-
oder Wartestellung.
- – Die
Maschinen 7a und 7b haben ihre Arme 11 in Richtung
auf die entsprechende Seitenwand 5a oder 5b der
Kabine 4 zurückgezogen
und stehen in der Andockstellung vor dem ihnen zugeordneten Verteilsystem 14a bzw. 14b.
- – Die
beiden Maschinen 8a und 8b sind gerade dabei,
den hinteren Abschnitt einer Karosserie 2 zu lac kieren.
- – Die
beiden Maschinen 9a und 9b sind gerade dabei,
das Dach der gleichen Karosserie 2 zu lackieren.
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Der
Rahmen der Erfindung, der durch die beigefügten Ansprüche definiert ist, wird nicht
durch folgende Abänderungen
verlassen:
- – Dadurch, dass man konstruktive
Einzelheiten der Verteilsysteme abändert, so lange nur eines dieser
Verteilsysteme gemeinsam für
mindestens zwei Maschinen oder Roboter vorgesehen ist;
- – dadurch,
dass man auf den Verteilsystemen Fluidverbindungseinheiten 18 vorsieht,
die eine größere oder
kleinere Anzahl von Verbindungspunkten aufweisen, wobei diese mit
Verbindern in Verbindung stehen, mit denen die Zerstäuber ausgerüstet sind.
- – Dadurch,
dass man die Farbwechslerblöcke 17 zusammen
mit der Verbindungseinheit 18 durch die Luke 16 zwischen
dem Außenraum
der Lackierkabine 4 und dem Innenraum dieser Kabine verlagert,
was gestattet, die Farbe einzusparen, die sich im Schlauch 24 befindet.
- – Dadurch,
dass man dem Spülblock 29 ebenfalls zusammen
mit der Verbindungseinheit 18 durch die Klappe 16 zwischen
dem Außenraum
und dem Innenraum der Lackierkabine 4 verlagerbar vorsieht.
- – Dadurch,
dass man die Wiederbefüllungsvorrichtung
für Lackiermaschinen
oder Lackierroboter beliebiger Typen vorsieht, deren Anzahl von Achsen
größer oder kleiner
ist.
- – Dadurch,
dass man die Erfindung auf Anlagen oder Lackierstraßen unterschiedliche
Geometrie anwendet, wobei Maschinen oder Roboter in kleinerer oder
größerer Anzahl
verwendet werden können.