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Erfindungsgebiet
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Die
vorliegende Erfindung betrifft hochfeste, hochzähe nahtlose Stahlrohre zur
Verwendung als Leitungsrohre und konkret ein hochfestes, hochzähes nahtloses
Stahlrohr, das gemäß dem Standard
API-5L als Leitungsrohr der Güteklasse
X80 verwendet wird, sowie ein Verfahren zu dessen Herstellung.
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Hintergrund
der Erfindung
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Nahtlose
Stahlrohre der Güteklasse
X80 wurden und werden für
Pipelines und Steigrohre für
den Transport von Rohöl
und Erdgas verwendet. Um die Festigkeit der Güteklasse X80 sicherzustellen
(Streckfestigkeit (YS): 551 MPa oder mehr, Zugfestigkeit (TS): 620
bis 827 MPa) erfolgt gewöhnlich
eine Wärmebehandlung
entweder durch:
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- 1) das so genannte „Nacherwärrnungs-Abschreckanlassen" (RQ-T), wobei das
Kühlen
ausgeführt
wird, nachdem die nahtlosen Stahlrohre hergestellt wurden, und anschließend das
Nacherwärmen,
Abschrecken und Anlassen erfolgt, oder durch:
- 2) das so genannte „direkte
Abschreckanlassen" (DQ-T),
wobei das Abschrecken direkt nach der Herstellung des nahtlosen
Stahlrohres erfolgt und anschließend das Anlassen stattfindet.
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Die
Rohre werden durch Schweißen
miteinander verbunden. Um eine Schweißbarkeit zu gewährleisten,
muss der Gehalt an C verringert werden. Um eine ausreichende Härtbarkeit
von Stahl mit geringem Kohlenstoffgehalt (C) sicherzustellen, müssen entsprechende
Mengen verschiedener Legierungselemente hinzugegeben werden.
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Bekanntlich
ist die Beigabe einer geringen Mengen an B bei der Verbesserung
der Härtbarkeit
von Stahl mit niedrigem C-Gehalt wirksam. Allerdings hat B einen
Nebeneffekt, nämlich,
dass B die Zähigkeit
von Schweißverbindungen
beeinträchtigt.
Da weiterhin dieser Effekt stark von den Gehalten an Elementen stark beeinflusst
wird, die Ausscheidungen bewirken, z. B. N und Ti, ist es schwierig,
durch Beigabe einer geringen Menge an B die Zähigkeit stabil zu gewährleisten.
Darüber
hinaus ist bei der vorliegenden Erfindung die angestrebte Zähigkeit
auf einen Wert vTrs (Übergangstemperatur
bei 50%-Bruchaussehen
bzw. Kerbschlagzähigkeit)
von –60° C oder weniger
in dem Grundmetall und auf einen Wert vTrs von –40° C oder weniger in der WEZ (Wärmeeinflusszone
an der Schweißverbindung)
eingestellt.
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Da
die Härtbarkeit
sehr stark von der Größe des Stahlrohres
abhängt,
müssen
zur Sicherstellung einer stabilen Festigkeit bei jeder Größe die Anlassbedingungen
für jede
einzelne Größe eingestellt
werden. Allerdings ist es bei konventionellen nahtlosen Stahlrohren
aufgrund der übermäßig großen Beständigkeit
gegenüber
einer Anlassenthärtung
schwierig, die Festigkeit zuverlässig
sicherzustellen, es sei denn, die chemische Zusammensetzung wird
für jede
Größe verändert.
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Dementsprechend
besteht eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung in der Schaffung
eines hochfesten, hochzähen
nahtlosen Stahlrohres zur Verwendung als Leitungsrohr, bei dem eine
Festigkeit und Zähigkeit der
Güteklasse
X80 dauerhaft gewährleistet
werden kann und die angestrebte Festigkeit ungeachtet der Größe mühelos erreicht
werden kann.
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Offenlegung
der Erfindung
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Nach
einem Aspekt der Erfindung, die darauf abzielte, die oben beschriebene
Aufgabe zu lösen,
enthält
ein hochfestes, hochzähes
nahtloses Stahlrohr zur Verwendung als Leitungsrohr 0,03 bis 0,06
% C, 0,05 bis 0,15 % Si, 1,6 bis 2,0 % Mn, 0,010 bis 0,10 % Al,
0,3 bis 0,7 % Ni, 0,10 bis 0,40 % Mo, 0,01 bis 0,06 % V, 0,003 bis
0,03 % Nb, 0,003 bis 0,020 % Ti und 0,0010 bis 0,0100 % N, wobei
das Verhältnis
Mo + 5V ≥ 0,4
% und 2Nb – V
5 0 % erfüllt
ist und der Rest aus Fe und zufälligen
Verunreinigungen besteht.
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Vorzugsweise
beträgt
bei dem hochfesten, hochzähen
nahtlosen Stahlrohr zur Verwendung als Leitungsrohr gemäß der vorliegenden
Erfindung bei Ausführen
des Warmwalzens an einem Material für das Stahlrohr und bei anschließendem Abschrecken
und Anlassen die Differenz der Streckfestigkeit bzw. der Zugfestigkeit
zwischen dem Wert nach dem Anlassen bei 600° C und dem Wert nach dem Anlassen
bei 650° C
40 MPa oder mehr.
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Vorzugsweise
haben bei dem hochfesten, hochzähen
nahtlosen Stahlrohr zur Verwendung als Leitungsrohr die Streckfestigkeit,
die Zugfestigkeit und die Übergangstemperatur
bei 50%-iger Kerbschlagzähigkeit
in einer Schlagzähigkeitsprüfung nach
Charpy bei dem Stahlrohr, das warmgewalzt, abgeschreckt und angelassen
ist, die folgenden charakteristischen Werte:
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- YS (Streckfestigkeit) ≥ 551
MPa
- TS (Zugfestigkeit): ≥ 620
bis 827 MPa
- vTrs (Grundmetall) –60 °C
- vTrs (Schweißverbindungs-WEZ:
1 mm von der Verbindungsstelle) ≥ – 40°C.
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Nach
einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren
geschaffen zur Herstellung eines hochfesten, hochzähen, nahtlosen
Stahlrohres zur Verwendung als Leitungsrohr, wobei ein Material für das Stahlrohr
ein Stahl ist, der umfasst: 0,03 bis 0,06 % C, 0,05 bis 0,15 % Si,
1,6 bis 2,0 % Mn, 0,010 bis 0,10 % Al, 0,3 bis 0,7 % Ni, 0,10 bis
0,40 % Mo, 0,01 bis 0,06 % V, 0,003 bis 0,03 % Nb, 0,003 bis 0,020
% Ti und 0,0010 bis 0,0100 % N, wobei das Verhältnis Mo + 5V ≥ 0,4 % und
2Nb – V ≤ 0 % erfüllt ist
und der Rest aus Fe und zufälligen
Verunreinigungen besteht, und wobei das Verfahren die folgenden
Schritte umfasst:
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- Erwärmen
des Materials für
das Stahlrohr auf mindestens den Ac3-Punkt;
- Herstellen eines Rohres durch Warmwalzen;
- (i) Ausführen
des direkten Abschreckens (DQ) des Rohres zum Abkühlen des
Rohres auf den Ms-Punkt oder darunter unmittelbar nach dem Rohrherstellungsschritt;
gefolgt vom Anlassen bei einer Temperatur unter dem Ac1-Punkt,
oder
- (ii) Luftkühlen
des Rohres auf nahezu Raumtemperatur und Ausführen des Nacherwärmungs-Abschreckens (RQ)
des Rohres zum Nachwärmen
des Rohres auf den Ac3-Punkt oder darüber und
Abkühlen
des Rohres auf den Ms-Punkt oder darunter; gefolgt vom Anlassen
bei einer Temperatur unter dem Ac1-Punkt.
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Vorzugsweise
entsteht bei dem Verfahren zur Herstellung eines hochfesten, hochzähen nahtlosen Stahlrohres
zur Verwendung als Leitungsrohr durch Ausführen des Warmwalzens unter
Verwendung des Materials für
das Stahlrohr mit den Eigenschaften, denen zufolge bei Ausführen des
Warmwalzens, gefolgt vom Abschrecken und Anlassen, die Differenz
der Streckfestigkeit oder der Zugfestigkeit zwischen dem Wert nach dem
Anlassen bei 600 °C
und dem Wert nach dem Anlassen bei 650 °C 40 MPa oder mehr beträgt, und
nach dem Abschrecken durch Veränderung
der Anlasstemperatur das nahtlose Stahlrohr mit der gewünschten Streckfestigkeit,
Zugfestigkeit und Zähigkeit.
Vorzugsweise haben die Streckfestigkeit, die Zugfestigkeit und die Übergangstemperatur
bei 50 %-iger Kerbschlagzähigkeit
in einer Schlagzähigkeitsprüfung nach
Charpy, die durch das Verfahren zur Herstellung eines hochfesten,
hochzähen
nahtlosen Stahlrohres zur Verwendung als Leitungsrohr erreicht wurden,
die folgenden Werte:
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- YS (Streckfestigkeit) ≥ 551
MPa
- TS (Zugfestigkeit): 620 bis 827 MPa
- vTrs (Grundmetall) ≤ –60 °C
- vTrs (Schweißverbindungs-WEZ:
1 mm von der Verbindungsstelle) ≤ – 40 °C.
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Beste Ausführungsform
der Erfindung
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Nachstehend
werden die Gründe
für die
Festlegung der Grenzwerte bei den chemischen Zusammensetzungen des
erfindungsgemäßen Stahls
beschrieben.
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C:
0,03 bis 0,06 %
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C
ist ein wichtiges Element, das die Festigkeit des Stahls beeinflusst.
Der C-Gehalt muss bei 0,03 % oder mehr liegen, um die Härtbarkeit
zu verbessern, so dass die Festigkeit der Güteklasse X80 gewährleistet ist.
Wenn der C-Gehalt über
0,06 % liegt, wird der Stahl anfälliger
für die
Rissbildung von Schweißstellen.
Daher wird der C-Gehalt auf 0,03 bis 0,06 % eingestellt.
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Si:
0,05 bis 0,15 %
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Si
wird als Deoxidationsmittel bei der Stahlherstellung und zur Erhöhung der
Festigkeit benötigt.
Wenn der Si-Gehalt unter 0,05 % liegt, so sind dessen Wirkungen
nur unzureichend. Wenn der Si-Gehalt über 0,15 % steigt, verschlechtern
sich die Zähigkeit
im Grundmetall und die WEZ sowie die Schweißbarkeit. Daher wird der Si-Gehalt
auf 0,05 bis 0,15 % eingestellt.
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Mn:
1,6 bis 2,0 %
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Mn
wird für
eine Erhöhung
der Härtbarkeit
zwecks größerer Festigkeit
benötigt
und verbessert weiterhin die Zähigkeit
im Grundmetall sowie die WEZ. Wenn der Mn-Gehalt geringer als 1,6
% ist, ist es schwierig, derartige Effekte zu erzielen, und wenn
der Mn-Gehalt 2,0
% übersteigt,
sind die Effekte gesättigt.
Daher wird der Mn-Gehalt auf 1,6 bis 2,0 % eingestellt.
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Al:
0,010 bis 0,10 %
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Al
wirkt als Deoxidationsmittel bei der Stahlherstellung und verfeinert
weiterhin die Körnung
durch Kombination mit N, wodurch AIN entsteht, mit der Folge, dass
die Zähigkeit
verbessert wird. Um einen solchen Effekt zu erzielen, muss der Al-Gehalt
0,010 % oder mehr betragen. Wenn jedoch der Al-Gehalt 0,070 % übersteigt,
nimmt die Anzahl von Einschlüssen
auf Grundlage von Al2O3 zu,
wodurch sich die Zähigkeit
verschlechtert und Oberflächenmängel auftreten
können.
Daher wird der Al-Gehalt auf 0,010 bis 0,10 % eingestellt. In Anbetracht
der Sicherung einer stabilen Oberflächenqualität wird der Al-Gehalt vorzugsweise
auf 0,010 bis 0,050 % eingestellt.
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Ni:
0,3 bis 0,7 %
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Ni
verbessert die Zähigkeit
im Grundmetall und die WEZ. Der Effekt wird deutlich bei Zugabe
von 0,3 % Ni oder mehr. Wenn allerdings der Ni-Gehalt sogar 0,7
% überschreitet,
ist der Effekt einer verbesserten Zähigkeit und Korrosionsbeständigkeit
gesättigt,
wodurch höhere
Kosten entstehen, was von Nachteil ist. Daher wird der Ni-Gehalt
auf 0,3 bis 0,7 eingestellt.
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Mo:
0,10 bis 0,40 %
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Die
Zugabe von Mo ist wesentlich für
eine bessere Härtbarkeit
und Aushärtung
der festen Lösung,
und um diesen Effekt zu erreichen, muss der Mo-Gehalt auf 0,10 %
oder mehr eingestellt werden. Wenn der Mo-Gehalt über 0,40
% liegt, wird die Zähigkeit
in der Schweißverbindung
besonders beeinträchtigt.
Daher wird der Mo-Gehalt auf 0,10 bis 0,40 % eingestellt.
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V:
0,01 bis 0,06 %
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Die
Zugabe von V ist wesentlich, da V in Form von Carbonitriden in der
Grundmasse ausgeschieden wird, wodurch die Beständigkeit gegenüber der
Anlassenthärtung
optimiert wird. Wenn der V-Gehalt 0,06 % übersteigt, verschlechtert sich
insbesondere die Zähigkeit
in der Schweißverbindung.
Daher ist der V-Gehalt auf 0,06 % oder weniger begrenzt.
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Der
Grund für
die Einstellung des unteren Grenzwertes auf 0,01 % besteht darin,
dass es bei einem V-Gehalt von weniger als 0,01 % nicht möglich ist,
die Festigkeit durch Ausscheidung von Carbonitriden zu erhöhen.
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Nb:
0,003 bis 0,03 %
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Die
Zugabe von Nb ist wesentlich, da Nb in Form von Carbonitriden in
der Grundmasse ausgeschieden wird, wodurch die Beständigkeit
gegenüber
einer Anlassenthärtung
optimiert wird. Wenn der Nb-Gehalt 0,03 % überschreitet, wird die Beständigkeit
gegenüber
einer Anlassenthärtung
zu groß.
Daher ist der Nb-Gehalt auf 0,03 % oder weniger begrenzt.
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Der
Grund für
die Einstellung des unteren Grenzwertes auf 0,003 % besteht darin,
dass es bei einem Nb-Gehalt von weniger als 0,003 % nicht möglich ist,
die Festigkeit durch Ausscheidung von Carbonitriden zu erhöhen.
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Ti:
0,003 bis 0,020 %
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Ti
verfeinert die Körnung
durch Ausbildung von Karbiden, wodurch die Zähigkeit verbessert wird, und wird
ebenfalls in der Grundmasse ausgeschieden, so dass die Festigkeit
zunimmt und verbessert wird. Diese Effekte zeigen sich durch Zugabe
von 0,003 % Ti oder mehr. Wenn jedoch der Ti-Gehalt über 0,020
% ansteigt, ist es schwierig, eine Härtbarkeit zu gewährleisten,
und die Zähigkeit
verschlechtert sich. Daher wird der Ti-Gehalt auf 0,003 bis 0,020
% eingestellt, noch günstiger
auf 0,010 bis 0,018 %.
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N:
0,0010 bis 0,0100 %
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Der
N-Gehalt muss bei 0,0010 % oder mehr liegen, um AIN und Carbonitride
von V und Nb auszubilden. Wenn jedoch der N-Gehalt 0,0100 % übersteigt,
nimmt die Zähigkeit
in der WEZ ab. Daher wird der N-Gehalt auf 0,0010 bis 0,0100 % eingestellt,
noch günstiger
auf 0,0030 bis 0,0080 %.
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Mo
+ 5V ≥ 0,4%
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Selbst
wenn die Gehalte der einzelnen Elemente innerhalb der oben beschriebenen
Bereiche liegen, so ist die Härtbarkeit
unzureichend und es ist schwierig, eine Festigkeit der Güteklasse
X80 sicherzustellen, wenn die Summe des Mo-Gehaltes und das 5fache
des V-Gehaltes unter 0,4 % liegen. Daher müssen der Mo-Gehalt und der
V-Gehalt das folgende Verhältnis
erfüllen:
Mo + 5 V ≥0,4
%.
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2Nb – V ≤ 0%
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Selbst
wenn die Gehalte der einzelnen Elemente innerhalb der oben beschriebenen
Bereiche liegen, so wird dann, wenn eine Differenz zwischen dem
2fachen des Nb-Gehaltes
und dem V-Gehalt über
0 % liegt, die Beständigkeit
gegenüber
der Anlassenthärtung
zu groß und
es ist schwierig, die Festigkeit ungeachtet der Größe allein
durch Änderung
der Anlassbedingungen einzustellen. Daher müssen der Nb-Gehalt und der V-Gehalt das folgende
Verhältnis
erfüllen:
2 Nb – V ≤ 0 %.
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Obwohl
zusätzlich
P, S und O als zufällige
Verunreinigungen enthalten sind, werden deren Gehalte angesichts
der Sicherstellung der Zähigkeit
des Grundmetalls vorzugsweise so weit wie möglich reduziert. Zudem sind
P, S und Obis zu Gehalten von 0,03 %, 0,01 % bzw. 0,01 % zulässig.
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Als
Nächstes
wird ein bevorzugter Herstellprozess für ein erfindungsgemäßes Stahlrohr
beschrieben.
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Stahl
mit der oben beschriebenen Zusammensetzung wird in einem Konverter
oder einem Elektroofen geschmolzen, und die Stahlschmelze wird mittels
kontinuierlichem Gussverfahren oder Blockgussverfahren verfestigt,
so dass eine Stahlbramme entsteht. Während des obigen Prozesses
kann gegebenenfalls an der Stahlschmelze das Pfannenfrischen, eine
Vakuumentgasung usw. ausgeführt
werden. Die entstandene Stahlbramme selbst wird als Material für das Stahlrohr
behandelt oder weiter dem Warmwalzen unterzogen, um ein Material
für das
Stahlrohr zu erhalten.
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Das
Material für
das Stahlrohr wird auf den Ac3-Punkt oder
höher erwärmt, und
es entsteht ein nahtloses Stahlrohr durch Warmwalzen, z. B. im Stopfenwalzwerkprozess
oder im Kontiwalzwerkprozess, und anschließend wird das Rohr optional
auf eine gewünschte
Größe gebracht,
während
es mit Hilfe eines Maßwalzwerkes
bzw. eines Streckreduzierwalzwerkes im heißen Zustand belassen wird.
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Nachdem
die Rohrherstellung abgeschlossen ist, erfolgt eine Wärmebehandlung,
einschließlich
des Abschreckanlassens (quenching tempering – Q-T), um ein gewünschtes
Verhältnis
zwischen Festigkeit und Zähigkeit
zu erreichen. Das Abschrecken (quenching – Q) kann entweder durch das
Direktabschrecken (direct quenching – DQ) ausgeführt werden,
bei dem unmittelbar nach der Herstellung des Rohres, während es
sich noch immer in heißem
Zustand befindet, eine Abkühlung
auf den Ms-Punkt oder darunter (etwa 200° C oder darunter) durchgeführt wird,
oder durch das Nacherwärrnungs-Abschrecken (reheating
quenching RQ), bei dem nach der Rohrherstellung eine Luftkühlung bis
nahe an die Raumtemperatur ausgeführt wird und anschließend eine
Nacherwärmung
auf den y-(Austenit)-Bereich und das Abkühlen auf den Ms-Punkt oder
darunter erfolgen. Um nach dem Q-T die Festigkeit der Güteklasse
X80 zu erreichen, wird das Abschrecken ausgehend von der Temperatur
im y-Bereich ausgeführt,
vorzugsweise bei einer Abkühlgeschwindigkeit
von 20° C/s
oder mehr, und anschließend
erfolgt das Anlassen bei einer Temperatur, die angemessen in dem
Bereich unterhalb des Ac1-Punktes (vorzugsweise
550° C oder
darüber)
ausgeführt
wird. Die Haltezeit auf Anlasstemperatur kann angemessen eingestellt
werden und beträgt
gewöhnlich
etwa 10 bis 120 Minuten.
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BEISPIELE
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Jeder
Stahl mit der Zusammensetzung aus Tabelle 1 wurde in einem Konverter
geschmolzen, es erfolgte eine Vakuumentgasungsbehandlung, und die
Stahlschmelze wurde durch kontinuierliches Gießen verfestigt, so dass eine
Stahlbramme entstand. Die so erzeugte Stahlbramme wurde dem Knüppelwalzen
unterzogen, wodurch ein Material für ein Stahlrohr entstand. Mit
einer Mannesmann-Stopfenwalzwerk-Rohrherstellungsanlage wurde das
Material für
das Stahlrohr zu einem nahtlosen Stahlrohr mit einem Außendurchmesser von
219 mm und einer Wanddicke von 11,1 mm geformt. Das Stahlrohr wurde
unter den Bedingungen aus Tabelle 2 einer Wärmebehandlung unterzogen, woraufhin
folgendes untersucht wurde: Die Härte nach dem Abschrecken (im
Mittelteil der Wanddicke mit einem Querschnitt C), die Zugeigenschaften
nach dem Anlassen (gemäß Standard
API5L, Festigkeit: YS, TS, Dehnung: EI) und vTrs (Übergangstemperatur
bei 50 %-iger Kerbschlagzähigkeit)
in einem Schlagzähigkeitstest
nach Charpy (wobei ein Teststück
mit einer Größe von 10 × 10 × 55 mm
aus einem mittleren Teil der Wand in Richtung L des Stahlrohres
in der Mitte in Längsrichtung
mit einer 2 mm tiefen Kerbe versehen wurde). Weiterhin wurde mit
Hilfe eines handelsüblichen
Schweißmaterials der
Güteklasse
X80 eine Schweißverbindung
des Stahlrohrverbinders durch TIG-Schweißen erzeugt (Spannung 15 V,
Strom 200 A, Schweißgeschwindigkeit
10 cm/min und Wärme zufuhr
18 kJ/cm), woraufhin vTrs in einem Schlagzähigkeitstest nach Charpy in
der WEZ (1 mm von der Schweißstelle
entfernt) untersucht wurde. Die Ergebnisse sind in Tabelle 2 abgebildet.
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Bei
den erfindungsgemäßen Beispielen
ist die Abhängigkeit
der Festigkeit von der Anlasstemperatur größer als bei den Vergleichsbeispielen.
Als z. B. die Anlasstemperatur von 600° C auf 650° C erhöht wurde, sank YS im Stahl
C und im Stahl H aus den erfindungsgemäßen Beispielen um 44 MPa bzw.
60 MPa. Demgegenüber
lag die Abnahme von YS im Stahl D, Stahl E und Stahl I aus den Vergleichsbeispielen
bei 16 MPa, 21 MPa bzw. 17 MPa, was weniger als der Hälfte aus
den erfindungsgemäßen Beispielen
entspricht. D.h., bei den erfindungsgemäßen Beispielen ist die Beständigkeit
gegenüber
einer Anlassenthärtung
im Vergleich zu den Vergleichsbeispielen stärker optimiert. Daher ist es
möglich,
selbst wenn die Härtbarkeit
entsprechend der Größe des Stahlrohres
verändert
wurde, mühelos
eine gewünschte
Festigkeit zu erreichen, indem die Anlasstemperatur verändert wird.
Bei den erfindungsgemäßen Beispielen
beträgt
eine Differenz in der Streckfestigkeit bzw. Zugfestigkeit zwischen
den Werten nach dem Anlassen bei 600° C und nach dem Anlassen bei
650° C 40
MPa oder mehr.
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Bei
den Vergleichsbeispielen hatten einige Stähle (Stähle F und J) aufgrund einer
unzureichenden Härtbarkeit
nicht die Härte
der Güteklasse
X80. Hingegen hatten bei den erfindungsgemäßen Beispielen alle Stähle eine
Festigkeit, die der Festigkeit der Güteklasse X80 entsprach. Zudem
hatten einige Stähle
bei den Vergleichsbeispielen (Stahl G und Stahl K) einen Wert vTrs,
der nicht die Zielvorgabe erreichte. Im Gegensatz dazu hatten alle
Stähle
bei den erfindungsgemäßen Beispielen
einen Wert vTrs, der über
dem Zielwert lag.
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Industrielle
Anwendbarkeit
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Ein
hochfestes, hochzähes
nahtloses Stahlrohr zur Verwendung als Leitungsrohr gemäß der vorliegenden
Erfindung weist eine Festigkeit der Güteklasse X80 und eine stabile
Zähigkeit
auf, wobei die angestrebte Festigkeit ungeachtet der Größe mühelos erreicht
werden kann. Dadurch lassen sich ausgezeichnete Effekte dahingehend
erreichen, dass die Zusammensetzungen von Stahlrohren verschiedener
Größe vereinheitlicht
werden können,
was zu einer Kostensenkung führt.