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Furnierpresse Bei den bisher gebräuchlichen hydraulischen Furnierpressen
befinden sich die hydraulischen Systerne, d. 11. Zylinder, Kolben. Kolbenstangen,
über bzw. unter den beweglichen Preßplatten. Infolgedessen ist die Bauhöhe in vielen
Fällen zu groß, derart, daß Pressen in den zur Verfügung stehenden Räurnen nicht
ohne weiteres untergebracht werden können, sondern gegebenenfalls sogar die lecke
des Raumes oder dessen Fußboden durchbrochen «-erden mußte.
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Diesem Mangel ist gemäß der Erfindung in wirksamster Weise dadurch
abgeholfen worden, daß die hydraulischen Systeme (Zylinder, Kolben und Kolbenstangen)
seitlich so neben den Preßplatten angeordnet sind, daß keine zusätzliche Bauhöhe
erforderlich ist. Diese neue Bauart bringt den weiteren Vorteil mit sich, daß man
nun die hydraulischen Systeme in den Seitenständern der Presse kraftschlüssig abstützen
kann derart, daß die konstruktive Verbindung der beiden Seitenständer vorn Prei
'druck nicht beansprucht wird und entsprechend leicht gebaut werden kann.
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Eine weitere Eigenart des Erfindungsgegenstandes liegt in der besonderen
Kombination einer mechanischen Antriebseinrichtung für das rasche Anstellen bzw.
Abheben der Preßplatte mit der hydraulischen Einrichtung, die nicht für den ganzen
Hub der Preßplatte einschließlich Anstellweg, sondern mir noch für den eigentlichen
Preßliub Bernessen zu «-erden braucht.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel dargestellt.
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Es zeigt Fig. i in Vorderansicht eine Furnierpresse rnit kombiniertem
elektrischem bezw. hvdraulischenr Antrieb in schematischer Darstellung.
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Fig. 2 ist die -zugehörige Seitenansicht. Fig.3 ist ein senkrechter
Schnitt nach Linie _1-I3 der Fig. i, und zwar durch den Kopfteil der Ständer.
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Mit i und 2 bzw. 3 und .I sind die beiden Seitenständer bezeichnet.
5 ist die Grundplatte (@-Viderlager), die von den beiden das Fundament bildenden
U-Profilen G und 7, die die Trägerpaare r , 3 und 2, 4. verbinden, getragen wird.
An ihren oberen Enden sind die Ständerpaare unter sich durch U-Profilpaare 8 und
9 bzw. to und t i verbunden. Unter diesen Profilen laufen als Querhaupt über die
ganze Breite die Profile 12 und 13 durch. In jedem Ständerpaar ist eine Gewindespindel
il. bzw. 15 untergebracht. Diese Gewindespindeln 'tragen Muttern i f bzw.
17, die in der Preßplatte 18 drehbar, aber durch eine obere Schulterfläche
34 und eine untere Schulterfläche 35 der Preßplatte 18 gegen äxiale Verschiebung
gesichert, gelagert sind. Die 11uttern sind außen mit einem Schneckenrad i9 versehen,
auf das eine Schnecke -2o einwirkt. Die beiden Schnecken 2o werden mittels einer
durchgehenden
Schneckenwelle 21 von einem Motor 22 angetrieben. An ihrem unteren Ende sitzen die
Spindeln mit Vierkantzapfen 23 frei mit ihren Schulterflächen 36 auf Querträgern
24 auf, die entsprechende Vierkantspurlager aufweisen. Die Spindeln sind auf diese
Weise gegen Drehung gesichert, indessen kann die Sicherung auch an eine andere Stelle
der Spindeln, z. B. nach oben, verlegt sein. Diese Spurlagerung gestattet nun den
Spindeln aus der in Fig. i bzw. 2 dargestellten Stellung eine Axialverschiebung,
d. h. eine Bewegung nach oben um einen mäßigen Betrag, nämlich etwas mehr, als der
eigentliche Preßhub nach Zurücklegen des Anstellhubs beträgt. Die Spindeln tragen
an ihrem oberen Ende Preßkolben 25, deren Zylinder 26 durch ein Leitungssystein
wahlweise entweder aus einem Vorratsbehälter 27, der über dem Zylinder 26 angeordnet
ist, oder von einer Pumpe 28 mit Druckflüssigkeit gespeist werden können. Die Pumpe
28 saugt durch eine Leitung 29 in Richtung des Pfeiles 39 aus dem Behälter 27 und
fördert durch die Druckleitung 30, 37 in Richtung des Pfeiles 38 in den Zylinder
26. In diese letztere Leitung ist zwischen 30 und 37 ein Dreiwegehahn 3 i
eingeschaltet derart, daß durch diesen Dreiwegehahn auch eine direkte Verbindung
zwischen Behälter 27 und Zylinder 26 durch eine Leitung 4o hergestellt werden kann.
Die Pumpe 28 versorgt beide Preßzylinder der Furnierpresse mit Druckflüssigkeit.
Da bei dem dargestellten Ausfiihrungsbeispiel die Pumpe auf dem Ständerpaar t ,
2 angeordnet ist, ist vom Dreiwegehalin noch eine Speiseleitung 30' nach dem Zylinder
auf dem Ständerpaar 3, 4 nötig.
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Die Pumpe 28 ist auf dem Maschinenständerrahmen i, -2 zweckmäßig auf
dem Kopfteil i o, i r bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel über dem Behälter
27 angeordnet.
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Da der Preßdruck von Ständern r, 2, 3, 4. aufgenommen wird, die an
der das untere Widerlager (Druckbett) bildenden Grundplatte 5 befestigt sind und
die Spindeln 14, 15
gleichfalls in diesen Ständern gelagert sind, nämlich
in den Spurlagern (Spurzapfen 23) und in dem Gewinde der Muttern i9, die den Druckbalken
18 tragen, findet der Kräfteschlufi in der Ebene der Seitenständer statt, und es
bedarf keiner Übertragung des Preßdruckes durch eine Querverbindung, z. B. ein schweres
Fundament, hindurch.
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Auf dem Querhaupt 12, 13 ist ein Heiß-,vasserbehälter 41 für die Speisung
der Heizplatten vorgesehen. Die weiteren Einzelheit(:@ci. wie Fieizhlattenzuführungsleitungen
usw., :find der l'bersichtlicbkeit halber nicht dargestellt.
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Die Wirkungsweise der Presse ist folgende: Der Dreiwegehahn
31 ist so eingestellt, daß er den Zylinder 26 durch die Leitung 3;
mit der Leitung :1.o und dadurch - mit dem Behälter 27 verbindet.
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Nachdem das Preßgut eingebracht ist, d. h. auf die Grundplatte 5 aufgelegt
ist, wird der Elektromotor 22 eingeschaltet, die Muttern 16 bzw. 17 beginnen
sich auf den durch ihre Vierkantzapfen 23 in den Querträgern 2.I gegen Drehung gesicherten
Spindeln zu drehen und bewegen damit die Preßplatte samt Motor 22 und Schneckentrieb
2o, 2,1 nach abwärts. Dabei befinden sich die Spindeln 14, 15 mit ihren Kolben
25 in der tiefsten Stellung, in der sie mit ihren Schulterflächen 36 in den Querträgern
2.4 aufruhen.
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Diese Abwärtsbewegung setzt sich so lange fort, bis nach Zurücklegen
des Anstellweges das Preßgut der Preßplatte einen erheblichen Widerstand entgegenzusetzen
beginnt. Sobald dieser Widerstand gleich ist dem Druck, der auf die Preßplatte 18
durch die Spindeln ausgübt wird, beginnen sich die Spindeln bei der Weiterdrehung
der Muttern anzuheben, wobei die Preßplatte in der nach Zurücklegung des Anstellweges
schon erreichten Vorpreßstellung zunächst verbleibt. Diese Anhebung der Spindeln
samt ihren Kolben dauert so lange, bis die höchste Kolbenstellung erreicht ist.
Dies ist der Fall, bevor die Spindeln durch Ausheben aus ihren Spurlagern die Führung
verlieren.
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Zweckmäßig wird eine Einrichtung 33 vorgesehen, die bei Erreichen
dieser Stellung den Motor 22 stromlos macht.
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Die Preßplatte 18 sitzt mit dem durch die Vorpressung gegebenen Druck
fest auf dem Preßgut auf, die Kolben 25 der Spindeln i.[, 15 sind in ihrer obersten
Stellung angelangt, so daß nunmehr mit dem hydraulischen Pressen begonnen werden
kann, und zwar so, dal3 die Leitung 4.o abgeschaltet ist und die Druckleitung 3o
durch den Dreiwegehahn 31 mit der Speiseleitung 37 zum Zylinder verbunden ist, ferner
finit der Leitung 30' zu dem zweiten Zylinder 26. Es wird nun die Pumpe 28 in Gang
gesetzt. Sie saugt durch die Leitung 29 aus Behälter 27 und fördert unter Druck
in beide Zylinder. Sobald durch Manometerablesung festgestellt wird, daß der gewünschte
Preßdruck erreicht ist, wird die Pumpe 28 abgestellt, und der Preßvorgang ist beendet.
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Die Entlastung geschieht ganz einfach durch Umstellen des Dreiwegehahnes
3i. Sobald wieder die Zylinder 26 mit dem Behälter 27 verbunden sind, fließt Druckflüssigkeit
unter Entspannung in den Behälter 27 zurück. In dieser Stellung verbleibt dann der
Dreiwegehahn 31 so lange, bis wieder gepreßt wird. Es wird durch die gewählte Anordnung
erreicht, daß sämtliche Zylinderräume dauernd gefüllt sind.
Ein
Hauptvorteil der neuen Bauart ist, daß sie ein sehr rasches Arbeiten ermöglicht.
Dabei kann der wirkliche Preßdruck mit Hilfe von Manometern immer genau eingehalten
werden.
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An Stelle der Druckspindeln können auch für den mechanischen Antrieb
Zahnstangen Verwendung finden.