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Übungsmodell für zahnärztliche Zwecke Die Erfindung betrifft ein Übungsmodell
für zahnärztliche Zwecke mit gelenkig miteinander verbundenen Kiefern und herausnehmbaren
Zähnen, welches das Aufsuchen, Töten und Herausnehmen der Zahnnerven und Gefäßbündel
sowie alle damit zusammenhängenden Arbeiten unter den natürlichen Bedingungen zu
üben gestattet.
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Bei bekannten Modellen ist zwar bereits im Innern der Zähne ein besonderer
Kern vorgesehen, der die Wurzelkanäle mit der Pulpahöhle veranschaulichen soll.
Dieser Kern besteht aber aus Gummi und ist deshalb für den beabsichtigten Zweck
nicht geeignet.
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Gemäß der Erfindung sind nun die Wurzelkanäle und die Pulpahöhle der
Zähne zur Veranschaulichung der Zahnnerven und Gefäßbündel und zu Übungen an denselben
mit einem Faserstoff, z. B. mit Seidenfäden oder Asbest, ausgefüllt. Dadurch wird
eine möglichst große Annäherung an die natürlichen Verhältnisse erreicht, weil es
mit solchen Stoffen ohne weiteres gelingt, die Zahnnerven und Gefäßbündel in Form
und mechanischen Eigenschaften naturähnlich nachzubilden.
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Die Zähne können aus einem durchsichtigen oder undurchsichtigen Stoff
bestehen. Die in bekannter Weise aus einem durchsichtigen Stoff hergestellten Modellzähne
sind zweckmäßig mit einem leicht lösbaren, undurchsichtigen Überzug, z. B. mit einer
gefärbten Cellonhaut, versehen. Dadurch wird dem Übenden der Einblick in (las Zahninnere
während der Arbeit verwehrt, während sich der Überzug zur Nachprüfung der vorgenommenen
Maßnahme leicht entfernen läßt.
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Vor dem Herausziehen wird der Zahnnerv in den meisten Fällen durch
örtliche Betäubung unempfindlich gemacht. Um die hierbei erforderlichen Injektionen
oder Leitungsanästhesien an dem Modell üben zu können, sind die zur Erleichterung
der Auswechselung unbrauchbar i gewordener Zähne oder Kieferteile aus einzeln herausnehmbaren
Abschnitten bestehenden Kiefer mit einem das Zahnfleisch darstellenden Überzug aus
elastischem Stoff, z. B. Weich-` gummi, umkleidet, wobei zwischen dem Überzug und
den Kiefern die entsprechenden Nervenäste eingebettet sein können.
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Das Herausziehen des Zahnnervs und die ' darauffolgende Vorbereitung
des Zahns zur Aufnahme einer Füllung wird in der Praxis durch die beim Offenhalten
des @lundes v erniehrte Speichelabsonderung besonders erschwert. Um auch in dieser
Beziehung naturähnliche Verhältnisse zu schaffen, ist im Innern des als hohle Kopfform
ausgebildeten Modells ein Behälter angeordnet, der durch eine Röhre tropf:- nwe
ise Flüssigkeit in die Mundhöhle abgibt.
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Der Erfindungsgegenstand ist auf &r Zeichnung in einer Ausführungsform
beispielsweise veranschaulicht, und zwar zeigt Abb. i eine Vorderansicht und Abb.
z eine Seitenansicht des :Modells, Abb. 3 einen senkrechten Schnitt durch den i"nterkiefer,
Abb.
q. einen Unterkieferausschnitt im Grundriß und Abb. 5 einen durchsichtigen Zahn
mit teilweise entferntem Überzug in Seitenansicht.
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In den Abb. i und 2 bezeichnet d einen künstlichen Unterkiefer, der
mit einem Oberkiefer b an der Stelle c gelenkig verbunden und mittels einer Klemmschraube
d in jeder Lage feststellbar ist. Die Zähne e greifen nach Abb. 3 mit ihren Wurzeln
in alveolenartige Fächer der Kiefer a, b. Sie bestehen aus besonders präpariertem
Zelluloid, Kunstharz oder Kunsthorn, während die Kiefer a, b aus Holzstoff,
Bakelit oder ähnlichen Stoffen hergestellt sind. Die Härte der Kiefer- und Zahnmasse
ist hierbei den natürlichen Verhältnissen entsprechend bemessen. Um eine dem natürlichen
Extraktionswiderstand entsprechende Festigkeit des Zahnsitzes zu erreichen, können
die Zähne beispielsweise vor dem Erhärten der aufgeweichten Kiefermasse in die Alveolen
eingesetzt, finit geeigneten Bindemitteln eingeleimt oder nach Abb. 3 und q. mit
besonderen Haltegliedern befestigt sein. Hiernach tragen die Zähne e eine ringförmige
Nut f, in welche sich entsprechend gebogene Federn g einer Klammer h einlegen, die
zweckmäßig an eine metallene Rückenplatte i der Kiefer a, b angenietet oder
angeschraubt ist. .. Im Innern der Zähne e befindet sich nach Abb. 5 eine der Pulpahöhle
und den Wurzelkanälen entsprechende Höhlung k, die mit einem faserigen Material,
z. B. mit gefärbten Fäden in aus Seide oderAsbest, ausgefüllt ist. DieFädenm veranschaulichen
die Nerven und Gefäße und bestehen zum Teil aus langfaserigem und zum Teil aus kurzfaserigem
Material. Dadurch wird erreicht, daß die Nerven in Nachahmung der natürlichen Verhältnisse
bei einem Teil der Zähne sich im ganzen herausziehen lassen, während sie bei einer
anderen Gruppe von Zähnen nur stückweise herausnehmbar sind. DieZähnee bestehen
aus einem durchsichtigen Stoff, z. B. aus ungefärbtem Kunstharz, und sindvorteilhaf
t mit einem undurchsichtigen Überzug, z. B. mit einer gefärbten Cellonhaut, versehen,
der sich zur Nachprüfung der vorgenommenen Maßnahme in der in Abb. 5 veranschaulichten
Weise leicht entfernen läßt.
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Die Kiefer a, b sind an Gelenkstücke o, P angeschraubt
oder in anderer Weise auswechselbar angeordnet. Nach dem Herausdrehen der Flügelmutter
d kann der Unterkiefer es mitsamt seinem Gelenkstück o abgenommen werden.
Zweckmäßig sind die Kiefer a, b nach den Abb. 3 und 4. in Abschnitte mit
einem oder mehreren Zähnen unterteilt, die an einer winkelig gebogenen Lagerplatte
i mittels Schrauben q einzeln auswechselbar befestigt sind. Nach Abb.
i tragen die Kiefer a, b einen zur Darstellung des Zahnfleisches dienenden
Überzug y aus Weichgummi oder Kautschuk, der die Vornahme von Injektionen und Leitungsanästhesien
gestattet. Darüber ist ein zweiter Überzug s vorgesehen, der in bekannter Weise
die Wangenmuskulatur darstellt und mit einem der Mundöffnung entsprechenden Schlitz
t ausgestattet ist.
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Für verschiedene Zwecke ist es von Vorteil, den Überzug s entfernen
zu können. Dazu dienen Haken u, in welche der Überzug s mit entsprechenden Ösen
leicht abnehmbar eingehängt ist.
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Nach Abb. 2 ist in der Mundhöhle ein zungenförmiges Gebilde v vorgesehen.
Zur Darstellung der Speichelabsonderung dient ein Gefäß w, das durch eine gabelförmige
Röhre x tropfenweise Flüssigkeit in die Mundhöhle abgibt. Das Gebiß mit der künstlichen
Kiefern a, b und Zähnen e ist schließlich in bekannter Weise durch einen Aufsatz
y zu einer vollständigen Nachbildung des menschlichen Kopfes ergänzt und unter Zwischenschaltung
eines Kugelgelenkes z mit einer Klemmvorrichtung io verbunden, welche das Modell
an der Kopfstütze eines zahnärztlichen Operationsstuhles anzubringen gestattet.