DE54875C - Apparat zur Kondensation der in den Abgasen der ZinkdestiUir- und Eisenhochöfen enthaltenen metallischen Dämpfe, Oxyde und sonstigen Produkte - Google Patents
Apparat zur Kondensation der in den Abgasen der ZinkdestiUir- und Eisenhochöfen enthaltenen metallischen Dämpfe, Oxyde und sonstigen ProdukteInfo
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Description
KAISERLICHES ;
PATENTAMT
KLASSE 40: Hüttenwesen.
Die Vorrichtung zur Condensation der metallischen Dämpfe bei dem Betriebe von Zinkdesrilliröfen
aller Systeme besteht aus zwei in ihrer Längsachse an einander liegenden gemauerten
, mit Bleiplatten ausgeschlagenen Bassins A und B, .Fig. 1 und 2, von denen
das letztere eine 4: 100 geneigte Bodenfläche
und an seiner tiefsten Stelle einen Sammeltrog P hat.
In beide Bassins werden continuirliche Kühlwasser zu- und abgeleitet.
Bassin A dient zur Aufnahme des aus Eisenblech hergestellten Condensators C, der mittelst
auf demselben liegenden, im Mauerwerk seitlich verankerten starken Quadrateisen bb, die
äufseren Kühlwasser verdrängend, niedergehalten wird. .
In das Bassin B dagegen ragt der unten offene, mit labyrinthartig angeordneten, sich
allmälig nähernden und dadurch den Zwischenraum mehr und mehr verengenden Scheidewänden
versehene' Kühler K mit seinem unteren Theil 100 mm unter den Wasserspiegel
und hängt derselbe deshalb an auf den Bassinseitenmauern aufgelagerten Quadrateisen. Seine
Oberfläche wird mit Wasser gekühlt.
Condensator C und Kühler K sind durch das. weite Kreuzrohr R verbunden, und an der
dem Condensator C entgegengesetzten Seite des Kühlers K ist mittelst Rohrverbindung die
Sicherheitsbüchse S angeschlossen, mittelst welcher gegebenenfalls der Totalabschlufs des
Zutritts atmosphärischer Luft in den Apparat herzustellen ist, indem sie durch den Trichter T
mit Wasser gefüllt wird.
Der Condensator C ist so construirt, dafs sein Anschlufs an stehende Retorten sowohl,
als auch an die Muffeln der Oefen bisherigen Systems von den auf demselben angebrachten
Stutzen rrrr aus (denen je nach örtlichem
Bedarf event, noch eine beliebige Anzahl hinzugefügt werden kann) mittelst anzuflantschender
eisenblechener Hülsenrobre hhhh leicht erfolgen
kann, derart, dafs in die besagten Hülsenrohre h ι. zum Anschlufs an stehende Retorten
gufseiserne Knierohre k, 2. zum Anschlufs an liegende Muffeln nach Beseitigung
der bisher angewendeten »Vorlagen«, »Ballons« u. s. w. gufseiserne Rohre eingeschoben werden,
welche demnächst durch Hervorziehung in die Deckel der Retorten bezw. in die Arbeitswand der Muffeln, und zwar in für diesen
Zweck eigens an entsprechender Stelle ausgesparte Oeffhungen eingeführt und lutirt werden.
Unbedenklich, indefs von örtlichen Verhältnissen nicht unabhängig, kann auch der gleichzeitige
Anschlufs von zwei oder mehr Retorten oder Muffeln an. jedes der Hülsenrohre h durch
gabelförmig zu construirende Rohrleitungen erfolgen. In diesem Falle mufs dies jedoch für
jede einzelne Retorte bezw. Muffel an geeigneter Stelle durch Anflantschung innerhalb der betreffenden
Abzweigung geschehen, damit jede einzelne Retorte bezw. Muffel gegebenenfalls durch Einschiebung eines Blindflantsches aus-
geschaltet und der Betrieb der anderen dadurch nicht beeinträchtigt werden kann.
An dieser Stelle möge hervorgehoben sein, dafs der Anschlufs der Retorten an den Apparat
unter Vermeidung einer Entzündung der Zinkdämpfe durch Luftzutritt nur dann geschehen
darf, wenn die Sicherheitsbüchse S und der Condensator C (letzterer durch das bis fast an
seinen Boden reichende Rohr w) vorher beide mit Wasser gefüllt sind.
Nachdem nun auf die obige Weise die Verbindung der Retorten bezw. Muffeln mit dem
Condensationsapparat hergestellt ist und alle undichten Stellen sorgfältig lutirt sind, was
durch mageren sandigen Lehm zu geschehen hat, nachdem ferner die Dämpfe- und Gasentwickelung
begonnen hat, dann wird das im Condensator C enthaltene Wasser mittelst einer
in sein Rohr w einzuführenden Handpumpe in das Bassin B so weit ab- bezw. hinübergepumpt,
dafs das Rohr w noch ungefähr ι oo mm unter den Wasserspiegel hinabragt.
Durch diese Operation wird in dem ganzen Apparat, von den Retorten bezw. Muffeln bis
zur Sicherheitsbüchse S, ein luftverdünnter Raum geschaffen, in welchem das eintretende
Dampf- und Gasgemenge expandirt und die metallischen Dämpfe im Condensator C verdichtet
niedergeschlagen werden.
Metallische Oxyde (Zinkstaub) dagegen, welche von den nach dem Kühler K durch das Kreuzrohr
R streichenden Gasen mechanisch mit fortgerissen werden, fallen auf ihrem zurückzulegenden
Schlangenwege bis zur Sicherheitsbüchse 5 in und durch das im Bassin B anstehende
Wasser auf den Boden desselben.
Wird nunmehr mittelst des am Boden der Sicherheitsbüchse S befindlichen Abflufshahnes η
das Wasser aus der Büchse durch Rohr η1 entfernt und der Hahn η wieder sofort geschlossen,
dann ist den abziehenden Gasen mittelst der Rohrleitung ^1 entweder nach der
Feuerung des Ofens oder nach dessen Esse — beide wirken saugend — die Richtung gegeben
und die Condensationsvorrichtung in volle Thätigkeit gesetzt.
Der Gasstrom ist so lebhaft, dafs atmosphärische Luft am Ende der Rohrleitung ^1
nicht einzutreten vermag.
Wenn nun nach Verlauf einer gewissen Ze'it (kaum 24 Stunden) das in den Retorten bezw.
Muffeln aufgegebene Gut abgetrieben ist, wird zur Chargirung der Retorten bezw. Muffeln geschritten,
zu welchem Behuf die Sicherheitsbüchse S — um Luftzutritt in den Apparat
zu vermeiden — mit Wasser gefüllt wird.
Die Chargirung wird durch eigens für diesen Zweck in den Deckeln der stehenden Retorten
ausgesparten, mit kleinen Deckeln zugesetzten Oeffnungen bewirkt, ohne die Verbindung der
Retorten mit dem Condensator zu alteriren.
Bei .Muffeln in den Oefen alten Systems kann man sich sehr leicht durch Anbringung
ähnlicher Oeffnungen und Verschlüsse in der Arbeitswand helfen.
Nachdem die. Neubeschickung der Retorten bezw. Muffeln erfolgt, undichte Stellen wieder
lutirt und die Entwickelung metallischer Dämpfe wieder begonnen hat, wird die Sicherheitsbüchse S wie vorher wieder entleert, und die
Condensation der aus den Retorten abziehenden Dämpfe beginnt von neuem, wie bei der
vorangegangenen Charge, ebenso wie das Entweichen der Gase nach der Feuerung oder Esse.
Nach Verlauf einiger Tage mufs behufs Gewinnung der in dem Condensator C angesammelten
metallischen Producte— der Wasserstand im Rohr w zeigt deren Zunahme jederzeit
an , am zweckmäfsigsten während der Chargirung — ein kurzer Stillstand eintreten.
Man füllt zu diesem Zweck die Sicherheitsbüchse 5 und den Condensator C mit Wasser,
löst den Deckel von dem auf dem Condensator befindlichen Mannloch M und nimmt
die angesammelten metallischen Niederschläge mit Schaufeln heraus, um sie dem Umschmelzen
bezw. Raffiniren entgegenzuführen.
Nach erfolgter Wiederverschliefsung des Mannloches M mittelst seines Deckels wird
der Apparat nach vorher beschriebener Weise wieder in Thätigkeit gesetzt.
Der auf dem geneigten Boden des Bassins B unter dem Kühler K in Gestalt von Schlamm
abgesetzte Zin.kstaub dagegen wird nach Verlauf von längeren Zeiträumen mittelst hölzerner
Harken nach dem Sammeltrog P gezogen und von dort ohne jegliche Betriebsstörung herausgeschafft.
Erscheint es aus irgend einem Grunde angezeigt, die eine oder andere Retorte bezw.
Muffel vom Betrieb auszuschalten, dann wird dieselbe nicht mehr neu beschickt. In einem
solchen Falle müssen Sicherheitsbuchse S und Condensator C mit Wasser gefüllt werden.
Das betreffende Hülsenrohr h wird am Flantsch des Stutzens r gelöst, mit dem in den Retortendeckel
hineinragenden Knie bezw. mit dem in die Muffelarbeitswand ragenden Rohrstutzen k gleichzeitig abgehoben und durch
einen Blindflantsch der Stutzen r geschlossen.
Eine etwa erforderliche Auswechselung der betreffenden Retorte bezw. Muffel kann dann
bei ungestörtem Weiterbetrieb der nachbarlichen geschehen. Ihr Anschlufs an den Condensator
C erfolgt selbstredend nach vorangegangener Füllung desselben, sowie der Sicherheitsbüchse
S mit Wasser.
Das kleine Rohr ρ in der Zwischenmauer vermittelt den Kühlwasserabflufs aus Bassin A
nach Bassin B.
Da in den Ofenhallen der bisherigen Zinkhütten in der Regel wenig Raum zu Gebote
steht, so kann die hier in Rede stehende Condensationsvorrichtung füglich auch aufserhalb
der Halle aufgestellt und in Thätigkeit gesetzt werden.
Rationell ist indefs, immer zwei Condensationsapparate neben einander in gemeinschaftlichen
Bassins zwischen zu beiden Seiten anzuordnenden Oefen zu placiren.
Das Princip der Condensation der metallischen, bei dem Zinkdestillirofenbetriebe er-,
zeugten Dämpfe unter Luftabschlufs, und zwar bei gleichzeitiger Verhinderung des Austritts
metallischer Oxyde in die Ofenhallen ist hiernach durch Anwendung der auf beiliegender
Zeichnung in Fig. ι und 2 dargestellten und vorstehend beschriebenen Condensationsvorrichtung
vollständig gewahrt. Diese neue Vorrichtung bietet der Zinkindustrie nachstehende
Vortheile:
1. in hygienischer Beziehung: durch Vermeidung
des Austritts von metallischen, der Gesundheit der Arbeiter nachtheiligen Dämpfen
und Oxyden sowie des Kohlenoxydgases;
2. in ökonomischer Hinsicht: durch wesentliche Ermäfsigung der Productionskosten infolge
der fast totalen Herabminderung der bis jetzt unvermeidlich gewesenen, sich auf 20
bis 30 pCt. belaufenden VerhUttungsverluste.
Die zink- und bleihaltigen Eisenerze liefern beim Hochofenbetriebe verbrannte Hochofengase,
welche gröfsere Mengen Zinkoxyd und Bleioxyd enthalten.
Unser Apparat ist nun auch sehr gut zur Gewinnung der genannten Oxyde aus diesen
Gasen geeignet, indem durch dessen Einschaltung in die Hochofengasleitung sich' das Zink-
und Bleioxyd ebenso wie bei den Zinköfen auffangen läfst.
Claims (1)
- Patent-An spruch:Ein Apparat zur Condensation der bei dem Betrieb von Zinkdestilliröfen und der bei dem Eisenhüttenbetrieb in den Abgangsgasen der Hochöfen enthaltenen metallischen Dämpfe, Oxyde und sonstigen. durch die Abgase mitgeführten Producte, bestehend aus den beiden hinter einander liegenden, mit Wasser gekühlten Behältern A und B, von denen der erstere (A) mit den Muffeln oder Retorten des Destillirofens verbunden und vor der Inbetriebsetzung durch theilweises Auspumpen des Wassers zum Theil luftleer gemacht wird, um hier die Con-.densation der Metalldämpfe unter Luftabschlufs vornehmen zu können, und der zweite (B) behufs Abkühlung der durch Rohr R zuströmenden Abgase mit einem Kühler K versehen ist und mit einer Wasserbüchse S abschliefst, durch welche nach Entfernung des Wassers die gereinigten Abgase zur Esse oder Feuerung weiter geführt werden.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE54875C true DE54875C (de) | 1900-01-01 |
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT54875D Expired DE54875C (de) | Apparat zur Kondensation der in den Abgasen der ZinkdestiUir- und Eisenhochöfen enthaltenen metallischen Dämpfe, Oxyde und sonstigen Produkte |
Country Status (1)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE54875C (de) |
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- DE DENDAT54875D patent/DE54875C/de not_active Expired
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