DE54352C - Vereinigter Trocken- und Brennofen für feine Thonwaaren - Google Patents
Vereinigter Trocken- und Brennofen für feine ThonwaarenInfo
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Classifications
-
- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
- F27—FURNACES; KILNS; OVENS; RETORTS
- F27D—DETAILS OR ACCESSORIES OF FURNACES, KILNS, OVENS OR RETORTS, IN SO FAR AS THEY ARE OF KINDS OCCURRING IN MORE THAN ONE KIND OF FURNACE
- F27D13/00—Apparatus for preheating charges; Arrangements for preheating charges
- F27D13/005—Drying of green clay prior to baking
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Trotz aller Versuche ist es bis heute nicht gelungen, in einem und demselben Ofen, ohne
vorausgehendes Antrocknen in besonderen Trockenhallen u. s. w., auch feinste Thonwaaren
in, nassem Zustande, direct von der Presse oder Werkstatt kommend, zu trocknen
und zu brennen.
Durch vorliegende Erfindung ist nun Trocken- und Brennofen so in eins verschmolzen, dafs
der eine ohne den anderen nicht bestehen kann, um nasse, feine Thonwaaren tadellos zu brennen,
ohne dafs für ersteren eine besondere Feuerung nöthig wäre, denn die vorhandene directe,
indirecte oder Halbgasfeuerung des Brennofens dient zugleich für den in innigstem Zusammenhang
mit demselben sich befindlichen Trockenofen.
Es kommen also alle frisch fabricirten Thonwaaren direct in den Ofen und verbleiben in
demselben, bis sie tadellos gebrannt sind, so dafs also jeder Transport zu und von den
Trockenhallen etc. unterbleibt und hierdurch die Bauanlage, wie der ganze Betrieb, auf die
denkbar billigste und einfachste Weise hergestellt wird.
Dieses Ofensystem besteht aus zwei parallel laufenden Brennkanälen A, Fig. ι, 2, 3 und 5,
welche durch gleich hohe, aber etwas engere Kanäle B verbunden sind. An einem Ende
des Ofens ist der Schornstein Z, Fig. 1 und 2, und an irgend einer, je nach Lage des durch
Gurtbögen in verschiedene Kammern oder Abtheilungen getheilten Ofensystems, bequemen
Stelle ist eine Kammer (hier Kammer I) mit einer Unterfeuerung (Halbgasfeuerung U), Fig 3,
eingefügt, von welcher aus der Ofen in Brand gesetzt wird, und welche zugleich allein oder
in Verbindung mit mehreren gleich construirten Kammern als Ofen für feinste, glasirte etc.
Waaren dient. Die einzelnen Kammern -werden durch eiserne Abschlüsse von einander abgesperrt.
Der Rauchsammler jRr, Fig. 3 und 5, mit
den die Rauchgase zuführenden Sohlschlitzen c' und den Sammelkanälen c", Fig. 1 und 3, liegt
in der Mitte des Ofens; über dem Rauchsammler Rr befindet sich der .Schmauchsammler
D, Fig. i, 3 und 5, mit den in der Sohle des Trockenkanals E befindlichen,
mit Ventilen verschliefsbaren Abzugslöchern e', Fig. i, 2, 3 Und 5, welcher die in dem Trockenkanal
sich entwickelnden Schmauchdämpfe in den Schornstein abführt. Der Trockenkanal E
selbst besteht wie der Brennkanal aus zwei nur durch eine Scheidewand W getrennten
Parallelkanälen. In der Scheidewand sind an den beiden Kopfenden Oeffhungen O angebracht,
welche die Verbindung beider Kanäle bewerkstelligen. Die Umfassungswände des
Trockenkanals sind aus Backsteinen oder sonstigem feuersicheren Material hergestellt, und
hat jede Aufsenwand einer Trockenkammer vier durch Kapseln verschliefsbare Luftzuführungsöffnungen
Z, Fig. 3 und 5, ebenso wird die Ueberdeckung desselben entweder aus 1J2 Stein
starkem Backsteingewölbe zwischen eisernen Trägern oder sonstiger feuersicherer Decke construirt.
Ueber dem Gewölbe ist noch eine 10 cm starke Isolirfüllung angebracht. Der
Trockenkanal ist durch ebensoviel Eingangsthüren, als Kammern im Brennkanal sind, zugänglich,
und sind diese Thüren in Fig. 4 in
Ansicht und Querschnitt dargestellt. Der Verschlufs dieser Eingangsthüren wird durch zweiflügelige
Doppelthüren von Eisenblech hergestellt, welche vier bewegliche Klappen als Schau- und Zugsöffnungen haben; die Fugen
der Thüren werden zu noch besserer Verdichtung mit Lehm verstrichen. In der Sohle des
Trockenkanals befinden sich die Heizlöcher h, Fig. i, und über der Mitte jeder Ofenkammer
die Einsatzöffnungen L, Fig. i, 2, 3 und 5, während an der inneren Seite der Trockenkanäle
sich in jeder Abtheilung drei Schmauchabzugslöcher e', Fig. 2, befinden, welche durch Ventile
abgeschlossen werden; ebenso sind in der Decke des Trockenkanals noch je ein bis drei
Oeffnungen χ für je eine Kammer, durch welche Oeffnungen Wärme vermittelst Ueberführungsröhren
y aus einer anderen Kammer überführt werden kann bezw. Schmauchdämpfe ohne Zug frei austreten, Fig. 3. In jedem der
beiden Kanäle befinden sich Rollbahngeleise R, Fig. 2 und 5, und ein Geleise R', Fig. 2, führt
um den ganzen Trockenkanal herum. Bei jeder Thür und an den beiden Köpfen sind Quergeleise R", Fig. 2, angebracht; die einzelnen
Geleise werden durch transportable Drehscheiben mit einander verbunden.
An dem unteren Kopf des Ofens je zu beiden Seiten des Schornsteins Z ist ein Aufzug
M angebracht, welcher die Waaren von der Presse oder der Werkstatt vermittelst
eiserner Stellwagen T direct in den Trockenkanal befördert, Fig. 1, 2 und 5.
Der Betrieb des ganzen Ofensystems ist nun in folgendem klargelegt:
Ist der Ofenbetrieb in bekannter Weise in richtigem Gang und ist z. B. die Kammer I
und II im Vollfeuer und III, IV, V, VI und VII im Vorfeuer, No. VIII wird eingesetzt, IX ausgefahren
und die Kammern X, XI, XII, XIII und XIV stehen im Kühlen, so sind die
Trockenkammern 3, 4, 5, 6, 8, 9, 10, 11, 12
und 13 mit der zu trocknenden Waare gefüllt, und da das Trocknen oben in gleicher Weise
vorschreitet wie das Feuer unten, so sind in Kammer 8 und 9 Waaren, welche durch die
Einsatzöffnungen L im Gewölbe des Brennkanals nach unten gegeben werden. Jede
Kammer des Trockenkanals ist mit einem Papierschieber abgeschlossen, wovon der erste
zwischen 13 und 14 und der letzte zwischen 8
und 9 steht.
Der Trockenprocefs geht nun in folgender Weise vor sich: Die frisch gefertigten Waaren
werden vermittelst des Aufzuges M ζ. Β. nach Kammer 7 gebracht, nachdem zuvor die
Kammern 6, 5 und 4 u. s. w. ebenfalls gefüllt wurden. Die Waaren in den Kammern 7 bis 3
trocknen nun durch die im Kanal sich befindliche, gegen das Haupffeuer unten successiv an
Intensität zunehmende Abwärme des Brennkanals etc. langsam vor. Mit Fortschreitung
des Feuers im Brennkanal werden die einzelnen Trockenwagen von Kammer 3 über das Vollfeuer
in die zunächst folgenden Kühlkammern 13 und 14 gebracht, und hier werden nun die
Waaren vollends bis zu Kammer 9 durch die Abwärme (strahlende Wärme) in Verbindung
mit direct durch die Oeffnungen / zugeführter Aufsenluft und die letzteren Kammern 11, 10
und 9 durch direct abgezogene, überschüssige Kühlwärme getrocknet. In gleicher Weise wird
bei weiterem Fortschreiten des Feuers nun die Kammer VIII, und zwar wieder mit den
trockenen Waaren von Trockenkammerg und 10
eingesetzt, No. IX wird ausgefahren, während in Kammer 8 (frische) nasse Waaren zugefahren
werden, welche nun wieder mit successive sich steigernder Temperatur und Zug angetrocknet
und durchgetrocknet werden und schliefslich, nachdem das Feuer wieder einmal die Runde
gemacht hat, als trockene Waaren in den Brennofen gereicht werden.
Diese ganze Manipulation des Trocknens und Brennens wird mit Leichtigkeit - durch den
Brenner allein ausgeführt, da derselbe zu allen seinen Functionen und Ausführungen zusieht,
alles in einer Ebene in unmittelbarer Nähe hat, und auch die Messungen über den Trockenprocefs
vermittelst Pyrometer mit Leichtigkeit und Sicherheit ausführen kann. Das Einbringen
der trockenen Waaren in die einzelnen Brennkammern wird ausschliefslich durch zwei Mann
mit Leichtigkeit durch Handreichung bewerkstelligt und kommt mit dem Auskarren der
gebrannten Waare zu ebener Erde in gar keine Berührung, wodurch die ganze Fabrikation der
Waare für Sommer- und Winterbetrieb auf die denkbar einfachste, bequemste, sicherste und
billigste Weise erreicht wird.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Ein Brennofen, durch die Einsatzkanäle L in unmittelbarer Verbindung mit dem Trockenofen E, in welchem letzteren die Waaren sowohl strahlende Wärme, als auch durch Vermittelung der Kanäle L und UeberführungsrohrejK unmittelbare Wärme erhalten und bei welchem der Abgang der Schmauchgase durch Kanäle e' D statthat.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE54352T | 1889-08-28 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE54352C true DE54352C (de) | 1890-12-13 |
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ID=328949
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE188954352D Expired DE54352C (de) | 1889-08-28 | 1889-08-28 | Vereinigter Trocken- und Brennofen für feine Thonwaaren |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE54352C (de) |
-
1889
- 1889-08-28 DE DE188954352D patent/DE54352C/de not_active Expired
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